Schwümmen

Petra war mit ihren beiden Kindern schwimmen.  Im Nachhinein fragt sie sich, ob das eine gute Idee war, aber lest selbst. Mich hat ihr Bericht daran erinnert, daß  ich mir für diesen Sommer (falls wir einen Sommer bekommen sollten) vorgenommen habe, wieder schwimmen zu lernen. Offen gesagt, war ich nie eine begnadete Schwimmerin. Ich habe das Schwimmen erst mit 14 Jahren gelernt, in einem DLRG-Kurs im heimischen Hallenbad. Da ich, als Gott die Sportlichkeit verteilte, wohl gerade von David Cassidy träumte und vergaß, mich zu melden… Nu ja. Das kam dafür 20 Jahre später, mit Tae Kwon Do und Baseball 😉  Im Schwimmen habe ich jedenfalls nie mehr als das übliche Brustschwimmen hinbekommen und schnell war ich schon gar nicht. Das zeigte auch die Vier im Sport in dem Jahr, als wir das verhaßte Schulschwimmen hatten (so oft, wie ich da das Schwimmzeug „vergessen“ hatte… 😀

Jedenfalls würde ich gern mal wieder schwimmen gehen. Wir wohnen nicht allzu weit von Bad Dürkheim entfernt, einer hübschen, malerischen kleinen Kurstadt in der Pfalz. Dort gibt es ein Thermalbad,dessen Wasser 38 Grad warm ist. Dort haben sie eine eigene Umkleidekabine für Behinderte, und wenn man vorher Bescheid gibt, begleitet einen jemand vom Personal bis zum Schwimmbecken. Das habe ich kürzlich bei einem Anruf dort erfahren. Ich könnte sogar die große Orthese zu Hause lassen, denn ich habe noch eine kleinereStütze, die das Knie daran hindert, sich nach hinten durchzudrücken. Das ist nämlich sehr auffällig und sieht gruselig aus, und ich würde auf keinen Fall so durch das Schwimmbad laufen wollen (bin ja kein Zirkustier). Die kleine Stütze umfaßt genau das Knie, größer ist sie nicht und muß sie auch nicht sein. Ringsum im Schwimmbecken ist eine Reling, an der man sich festhalten kann. Da meine tolle Ergotherapeutin jede Woche mit mir den linken Arm trainiert, sollte ich im Wasser schon wegen des geringeren Eigengewichtes in der Lage sein, Schwimmbewegungen zu machen. Mit dem Bein auch, da werde ich Hubert, neinen Physio, bitten, mir Übungen zu zeigen. Vielleicht kann mich ja auch jemand vom dortigen Personal begleiten – ich rufe nochmal dort an und frage!

 

 

 

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Höflicher Hund#tweetdestages

Ein schon recht betagter Tweet, habe ihn aber soeben erst entdeckt und war gleich verzaubert 😉

Hot dogs und hot cats…

… bietet meine Schwesti derzeit gerade an, ihr Lieben. Genauer gesagt: Sie hat Körnerkissen genäht für Leute, die öfter unter Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich leiden. So sehen die Hundekissen aus:

heihund

Und so die Katzen:

heikatze

Der Stoff ist Baumwolle, gefüllt sind die Kissen mit Bio-Dinkel, man kann sie prima in der Mikrowelle erwärmen und ich kann – als Testperson – bestätigen, daß sie sehr wohltuend wirken. Preis: Zwölf (12) € plus drei € Versandkosten. Wer eins möchte, schreibe mir bitte eine Nachricht an lakritzefrau (bei) posteo.de, ihr bekommt dann Heikes Mailadresse und könnt euch gegebenenfalls eine Farbe wünschen oder euch mit sonstigen Fragen absprechen ( Bezahlung, Versand usw.).

 

 

 

 

 

 

 

Oops…

Hey, my darlings!

Seit elf Tagen habe ich mich hier nicht zu Wort gemeldet. Der Grund: Am vorletzten Montag bin ich mal wieder gestürzt (weil das ja so viel Spaß macht *Augenrollgeräusch*); und diesmal habe ich’s richtig gemacht, mit Besuch der Notaufnahme im Klinikum.

Here goes: Ich hatte am PC zu tun und musste mal zur Toilette. Ging zur Toilette (die erreicht man bei uns nur durch das Büro, weil die früheren Hausbesitzer sie erst in den 70er Jahren an das Haus angebaut haben) und dann erinnere ich mich nur noch daran, daß ich nach links/hinten wegkippte und heftig mit Ellbogen, Schulter und Kopf am Schreibtisch anschlug. Da ich am Bein noch die Orthese trug, war ich nicht sehr beweglich. Außerdem hätte ich eh nicht aufstehen können, weil ich in einer Pfütze aus Milchkaffee lag und das den Fliesenboden rutschig machte.  Als ich mich aufsetzte, klirrte etwas und ich sah, daß an meinem rechten Bein Bruchstücke meiner Lieblings-Uli-Stein-Kaffeetasse! AAAARGH!!! lagen, deren Bruchkanten sehr scharf aussahen. Es war – ausgerechnet! –  die schwarze Tasse mit der frechen Maus drauf, die selten ist und die man nur noch mit Glück bekommt.

[Erzähler: Sie hat sie bei Ebay nochmal gefunden.]

Beim Versuch, die Splitter beiseite zu legen, holte ich mir einen saftigen Schnitt am rechten Mittelfinger, der wie die Sau blutete. Da saß ich nun wie Ölleken Doof auf dem Boden zwischen der Toilettentür und meinem Schreibtisch und wußte nicht weiter. Der kleine Herr Sonntag hat unter jedem unserer beiden Schreibtische ein Schlafnest. Ich zog eine seiner Millionen Kuscheldecken heraus und versuchte, darauf in die Küche zu rutschen (muß ein genial lustiger Anblick gewesen sein). Der kleine Herr Sonntag war draußen im Hof und war sehr beunruhigt. Er schlug mit der Pfote gegen die Glastür und jaulte und bellte. Der Bär war richtig panisch, er wußte, daß da was passiert war.

Zum Glück sah ich, daß mein Hänti auf der Schreibtischkante lag. Ich konnte es mit der rechten Hand erreichen. Griff es mir und rief unsere Vermieter an. Kurz erklärte ich Jürgen, was passiert war und daß ich nicht mehr aufstehen könne. „Bin sofort da“, sagte Jürgen. Ich zog mühsam die Orthese aus, damit sie nicht störte. Schon hörte ich das Klappen der Scheunentür und Jürgens Stimme. Das Bärchen drängte sich neben Jürgen durch die Haustür und rannte sofort zu mir, sehr besorgt. Ich bat Jürgen, sich hinter mich zu stellen, mich unter den Achseln zu greifen und mich hochzuhieven. Das klappte super, und sobald ich stand, kam schon Marika herein, sie war etwas erschreckt und sehr besorgt. Sie stützte mich und ging langsam mit mir rüber in die Küche. Erleichtert ließ ich mich auf meinen Stuhl plumpsen und trank auf den Schrecken erstmal eine halbe Flasche Mineralwasser. Marika machte Küchenpapier naß und wusch mir das Blut von der Hand. Jürgen entfernte in der Zeit das Blut vom Türrahmen an der Pipibox und räumte die Sachen auf, die ich wohl im Fallen von der Kommode heruntergerissen hatte. Ich versuchte mich zu erinnern, warum ich die schwarze Maus-Tasse in der Hand gehalten hatte, aber genau diese Sekunden vor dem Sturz waren weg (sind sie immer noch. Ich nehme an, daß ich die Tasse ausspülen wollte, weil noch Kaffee darin war.)

„Da hast du ja noch mehr Blut!“ sagte Marika besorgt, hielt ein Küchentuch unter kaltes Wasser und wischte mir an der linken Schläfe herum. Ja, da war ziemlich viel Blut. Als das aufhörte zu tröpfeln, bereitete mir Marika ein Schinken-Käse-Sandwich mit dem Sandwich-Toaster zu, damit ich wieder auf die Beine käme. Es tat wirklich gut, etwas Kräftiges zu essen. Ich rief den Prinzen an, um ihn vorzuwarnen. Er saß bereits im Zug. Meine beiden rettenden Engel vergewisserten sich -zig Mal, ob sie mich wirklich allein lassen könnten, dann gingen sie zögernd wieder rüber. Kurz darauf war der Prinz da. Mein linker Ellbogen tat höllisch weh (ich war da wohl draufgefallen.) Da unser Hausarzt auch Notfallarzt ist, überlegten wir, erstmal dorthin zu fahren statt in die Notaufnahme, so rief der Prinz in seiner Praxis an. Der Doc schickte uns aber doch gleich ins Krankenhaus, weil, wie er sagte, mein Arm sowieso geröntgt werden müsse. In der Notaufnahme waren alle sehr nett. Wir hatten mit vielen Patienten gerechnet, aber alle Wartebereiche waren leer. Der sehr nette diensthabende Arzt schickte mich zum Röntgen des Ellbogens. Die Rö-Assistentin hatte etwas Probleme, weil ich den Arm nicht mehr mit der Handinnenfläche nach oben drehen kann, seit die Platte daran verschraubt ist (wegen des gebrochenen Handgelenks durch den Sturz an Weihnachten 2014).

Dennoch schaffte sie ein gestochen scharfes Foto, wie wir danach beim Arzt auf dessen PC sahen. Ellbogen völlig ok, sah ich erleichtert, aber der Arzt wollte sich die Platzwunde an meiner linken Schläfe näher ansehen. Er zeigte mir ein Plastiktütchen mit etwas, das aussah wie die Kanüle einer Spritze (aber aus Kunststoff), nur ohne Kolben. „Fibrinkleber, exklusiv für Sie“, grinste er. Er bat seinen Kollegen, sich neben mich zu setzen und mich, meinen Kopf auf die kollegiale Schulter zu legen. So bearbeitete er in Ruhe die Wunde. Zum Glück spürte ich das gar nicht. „UHU flinke Flasche“ nannte der Prinz das später, als ich ihn fragte, was genau der Arzt da getan hatte.

wunde

 

Dann erklärte der Arzt  mir, ich müsse nicht im Krankenhaus bleiben. „Obwohl , wenn Sie sich dann sicherer fühlen, kann ich das für Sie möglich machen“, sagte er, und mir dämmert erst jetzt, daß er möglicherweise glaubte, der Prinz sei gegen mich gewalttätig geworden, zumal mein linkes Auge langsam schöne bunte Farbtöne annahm, und dass mein „Hinfallen“ zu Hause eine der typischen Ausreden sei, wenn Männer zu Hause übergriffig werden. (Buchtipp hier: Roddy  Doyle: “The Woman Who Ran Into Doors“) Ich beruhigte ihn mit der Auskunft, der Prinz habe mir für den Abend bereits Pizza versprochen. Der Prinz darauf: „Was? Wann?“ (Arzt: *grins*) Die Frage des Arztes, ob ich Schmerzmittel brauche, beantwortete ich mit der Wahrheit: „Danke, ich bin voll Ibu-gedopt.“ (Ich hatte gut 1600 Milligramm intus.)

Als wir zu Hause einliefen, war das Bärchen ungeheuer erleichtert und wich uns nicht von der Seite. Er suchte meine rechte Hand, an der ich mich geschnitten hatte, und prüfte, ob er da noch mehr Blut ablecken müsse. Ich verschwand so schnell wie möglich im Bett, diesmal mit Baldrian gedopt. Ich halte große Stücke auf Baldrian, mir hilft er sehr gut beim Einschlafen.

Wie erwartet, schlief ich tief und fest auf den Schrecken. Ich erwachte schmerzfrei und ging den Tag ruhig und entspannt an. Hubert, mein Physiotherapeut, massierte mir in der nächsten Physio-Einheit den Bizeps und den Trizeps, die ich mir beide heftig gezerrt hatte und die bretthart waren. Das tat sauweh.

Arm

 

Tja, und seitdem habe ich mich hier nicht mehr gemeldet – ich hatte keine Lust, zu kommunizieren, ich wollte nur schlafen und alleine sein und es still haben. Offenbar war das Ganze doch ein ganz schöner Schock für mein System gewesen. Jetzt geht es mir wieder gut (Schlaf und Stille sind die beste Medizin für mich) – ich habe gestern Nachmittag den ersten Amarenabecher des Jahres gegessen, mit drei Frauen hier aus dem Dorf: der Kollegin des Prinzen, der Filmfreundin, und einer tollen Frau aus dem Ortsbeirat der CDU.  Esther und Alessio freuten sich sehr. Sie haben herrliche neue Eissorten, darunter „Whisky-Crème“ – sehr lecker! Jetzt warte ich nur noch auf unseren kleinen Oster-Urlaub im Lüttje Huus \o/.

Und die tolle Uli Stein -Kaffeetasse habe ich tatsächlich nochmals bei Ebay gefunden – funkelnagelneu, noch in ihrer Original-Schachtel, dabei kam sie schon 1995 raus!

maustasse2
(Foto: D.Richter)

Mir geht es wieder sehr gut. Nur der Filmriß stört mich, mir fehlen die Sekunden zwischen dem Verlassen der Toilette und dem Sturz. Keine Ahnung, warum ich die Maustasse in der Hand hatte… Auf dem Klo trinke ich bestimmt keinen Kaffee 😀 Na, die Sache ist überstanden, was soll’s also…

Ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche, dearies!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verdächtig…

…kommtmir das vor, my dearies: Heute ist der vierte Tag ohne  Süßkram, und mir geht es prima. Klar, wenn ich am Marzipan-Ostereier denke, werden die Speicheldrüsen im Mund schon wach, aber das läßt sich prima aushalten 😀 Der Prinz hat mich mit „Ersatzfutter“ versorgt (Weintrauben und Bananen).

Turkey (noch nicht)

Hello my darlings,

gestern Nacht sind wir genau um Mitternacht wieder hier im Wormser Dörfchen angekommen (wie immer, nur unter Protest 😉 )Die Autobahnen waren wieder ganz frei und leer, da wir erst um 17.00 h gestartet waren. Das Hörbuch, das uns diesmal begleitete, war Die Entdeckung der Langsamkeit , ein sehr bemerkenswertes Buch von Sten Nadolny, der es auch selbst vorliest. Ich hatte es vor vielen Jahren gelesen und dem Prinzen davon erzählt, also hatte er es von audible in seine cloud geladen. Zudem hatte er einen kleinen Lautsprecher gekauft, der sich via bluetooth mit dem Handy verbindet (oder, wie im Lüttje Huus, mit dem Fernseher. Im Auto verschwindet er halb im Handschuhfach.)

Der kleine Herr Sonntag und ich verschliefen einen Teil der Rückfahrt (leider verpaßte ich so einen Teil des Hörbuches, das mich immer noch begeistert, vor allem wegen der Sprache. Nadolny erzählt so, daß ich alles genau vor mir sehe, er baut so spannende Welten vor dem inneren Auge auf.

Aber deswegen habe ich die Überschrift dieses Beitrags nicht gewählt – der Grund dafür  ist, daß ich beschlossen habe,die kommenden 40 Tage bis Ostern den Süßkram wegzulassen. Dabei habe ich schon so oft erlebt, daß kalter Entzug bei mir nicht funktioniert – ich bin einfach hochgradig zuckersüchtig. Seit gestern bin ich also auf Entzug und warte insgeheim darauf, daß der Turkey kommt (Schwindel und Zittern), aber bisher nimmt mein Körper das noch recht gelassen hin. Der Prinz unterstützt mich, indem er vom Einkaufen nichts Süßes mitbringt (nur Weintrauben, Bananen und gutes Mineralwasser), mit denen ich gut ausgleichen kann, wenn das Zittern kommt). Jaja, der Gedanke an die drei Tafeln weißer Schokolade, die im Lüttje Huus im Kühlschrank liegen, ist jetzt nicht.hilfreich. 😀 Hat jemand von euch vor, zu fasten, und wenn ja, was? Bin neugierig!

 

 

He(l)lau

Rosenmontag, 3. März

Moin, ihr Lieben,

und herzliche Grüße aus dem lüttje Huus! Am letzten Mittwoch kamen wir erst mit Verspätung um 19.30 h aus Worms weg. Das hatte zwar den Vorteil, daß die Strecke kaum befahren war, wir also glatt durchrollen konnten, dafür aber zog sich die Zeit wie Kaugummi, denn es gab viele kilometerlange Baustellen, die man nur mit 60km/h durchfahren durfte. (Na, ihr werdet das kennen, oder?) Müde und genervt kamen wir gegen 01.30 h am Lüttje Huus an, das uns mit etlichen Schneeglöckchen-Büscheln auf dem Grünstreifen vorne begrüßte. Es war wohl kalt gewesen, denn Herta hatte überall die Rolläden heruntergelassen.Wir waren einfach nur froh, endlich angekommen zu sein. Bis die wichtigsten Sachen aus dem Auto ins Haus geräumt und wir bettfertig waren, zeigte die Uhr 03.30. Halb vier! Uuah!

Am Morgen schliefen wir dafür lang, bis halb zehn. Mieses Wetter, grau und naß, das rechtfertigte,daß wir den Tag hauptsächlich mit Schlafen, Essen und Lesen verbrachten ( zur Zeit lese ich die „Poldark“-Serie von Winston Graham, eine Familiensaga, die im 18. Jahrhundert in Cornwall spielt. Die Verfilmung läuft via Prime im Sony-Channel, klasse gemacht, die ersten drei Staffeln habe ich schon gesehen, die vierte ist auch schon da, aber noch kostenpflichtig. Kennt jemand von euch die Bücher oder die TV-Serie?)

Mittags schaute Herta zur Begrüßung herein, die noch gar nicht mit uns gerechnet hatte. Zu Weihnachten hatte sie mir bunte Ringelsocken gestrickt, die nur etwas zu kurz waren, aberi n der Zwischenzeit hatte sie sie etwas verlängert und nun lagen sie im Wohnzimmer auf einem der Fußhocker. Wir tranken gemütlich Tee und Herta brachte uns dorftechnisch auf den neuesten Stand der Dinge. Mitags kam sie nochmal rüber und brachte unsetwaqs von dem  Erbseneintopf, den sie für den Besuch iherer Enkelin vorbereitet hatte. Lecker!!!

Abends kam Edda, zu unserer Freude. Sie kam alerdings ohne Tinus, der Donnerstags seinen Skat-Abend hat. Wir quatschten und lachten bis spät in die Nacht. Es ist soo schön zu sehen, wie glücklich und entspannt sie ist, seit sie zu Tinus gezogen ist (der sie auf Händen trägt). Auch mit der Tatsache, daß nun jemand anders ihre Schmiede in Oldenburg führt, hat sie Frieden geschlossen.

Es war wie früher, in ihrer Wohnung oder bei Vapiano.

Den Freitag verbrachte der Prinz im Garten. Da gab es zwei Thujas (Markus? Thujas oder Thujen???) Ich höre beides gleich oft?) Dem Prinzen gefielen die Bäume nicht, und daß Herta sie auch gern weg haben wollte, war ihm Wasser auf die Mühlen. Er fuhr zu seinem persönlichen Småland, dem Raiffeisen-Landhandel in Pewsum, und besorgte sich eine passende Säge. Die Bäume liegen nun vor dem Haus auf dem Grünstreifen, der unsere Einfahrt von Hertas trennt. Kurz vor dem Osterfeuer-Tag werden die Jungs der IG zwei Fahrten durchs Dorf machen, um das Material für das Osterfeuer zu sammeln. Zudem hat der Windfang an der Eingangstür des lüttje Huus nun eine Lampe mit Bewegungsmelder, die der Prinz schnell besorgt und angebracht hatte.

Am Freitag hatte der Prinz einen Termin um zehn Uhr morgens ausgemacht, mit dem Berater einer Treppenlift-Firma.Ich war natürlich noch halb im Zombie-Modus, als er klingelte, aber der Mann war durch und durch nett und sympathisch. Er verliebte sich auf der Stelle in den kleinen Herrn Sonntag.Die verhaßte Treppe ist unten 66 und oben 63 Zentimeter breit. Herr K., der Berater, maß und rechnete wie ein Weltmeister. Zwischendurch erklärte er dem Mausebären immer wieder: „Dich nehme ich nachher mit – du bist ja so ein Süßer!“ Von 16 Treppenliften, die seine Firma im Programm hat, paßt genau einer (wir wollen einen gebrauchten nehmen, das wird erheblich preiswerter.) Da der Prinz und ich sowieso darüber nachdenken, einen Pflegegrad für mich zu beantragen,  konnte der Berater uns noch eine Menge Tipps und Informationen zur Gesetzeslage geben. Herr K. Ist Oldenburger (kennt auch Eddas Schmiede), aber verliebt in Ostfriesland, und er war entzückt, daß wir für eine echte Ostfriesische Tee-Zeremonie vollends ausgerüstet sind.

Kaum war er weggefahren, kam Herta rüber. „Und? Wie war‘s? Ich bin neugierig!“ rief sie, ließ sich die Beratung detailgenau erzählen und schaute sich den Prospekt an.

Das Beste aber passierte  am Samstag: Mein Cousin Mike (der Fliesenleger), den ich wegen des zu hohen Einstiegs in die Dusche um Rat gefragt hatte, kam mit Frau, Tochter und Vater schnell aus dem Ruhrpott herbei geeilt, um sich das Ding mal anzusehen. Herr Beckmann, der Vorbesitzer, hatte im Sockel der Duschkabine keine Revisionsfliesen (also die Fliesen, die man herausnehmen kann, um die Abflußrohre zu prüfen) gelassen, sondern er hatte den Sockel komplett geschlossen verfliest. Aber Mike hatte Werkzeug dabei, er stemmte eine Fliese auf, die in einer Ecke an der Wand lag, leuchtete mit seinem Handy hinein und sah gleich, daß er da was machen kann. Der Einstieg ist derzeit 31 Zentimeter hoch, für mich mit dem immer noch teilweise gelähmten Bein nicht zu schaffen (nur unter großem Streß, mit prinzlicher Hilfe).

Mike rechnete durch und erklärte, er könne den Einstieg auf zehn oder elf Zentimeter herabsetzen! Das will er am Karsamstag machen und ich bin überglücklich! Wir müssen nur eine neue, ganz flache Duschtasse besorgen. Und ja, die olle Duschkabine werden wir auch ersetzen(sie ist schon stellenweise angerostet). Nachdem alles geklärt war, wollten unsere Besucher vor der Rückfahrt noch das Meer sehen. Der Prinz fuhr mit ihnen zum Deich nach Upleward. Das Meer war nicht zu sehen, dafür aber reichlich Watt. Mein Onkel war ein bißchen enttäuscht. Als der Prinz aber in seiner Tiden-App nachsah und vorlas, daß am Karsamstag Flut herrschen werde, sagte er: „Oh prima – dann komme ich wieder mit!“ Mir ist das nur zu recht, ich habe diesen Onkel sehr gern und komme gut mit ihm aus.

Als der kleine Herr Sonntag, der Wind nicht ausstehen kann und es haßt, auf dem Deich zu sein, nach Hause drängte, verabschiedeten sich alle und die vier Ruhrpottler düsten direkt ab nach Hause. Der Prinz und ich schauten uns auf arte noch eine spannende Doku über Burgen an, bevor wir zufrieden in die Kissen fielen. (Hier im Huus haben wir ja noch kein WLAN, sondern noch aus Beckmanns Zeiten eine Schüssel auf dem Dach, oder, wie der Prinz es nennt, „Überraschungs-Fernsehen“. Ich bin inzwischen so an Prime und Netflix gewöhnt, daß es mich irritiert, daß ich nicht mal eben pausieren kann, wenn der Prinz mir etwas sagen will, oder mit einem kleinen Tastendruck zehn Sekunden zurückgehen, wenn ich etwas nicht richtig gehört habe. Wie schnell man doch verwöhnt wird 😉

Heute habe ich Mitleid mit den Leuten, die Karneval lieben und die viel Arbeit und Vorfreude in ihren Rosenmontagszug gesteckt haben. Denn es regnet und ist stürmisch, und das soll heute so bleiben.Wir bekommen hier dankenswerterweise ja überhaupt nichts mit vom Karneval (deswegen sind wir ja hier!).

Für heute hatte der Prinz noch einen Termin mit einem Treppenlift-Berater ausgemacht – um zehn Uhr morgens! Der ebenfalls sehr nette Berater ist vor ein paar Minuten weggefahren. Preislich liegt seine Firma auf der gleichen Ebene wie die des Beraters, der gestern hier war: Um die 4.000 € für einen neuen Lift, um die 3.000 € für einen gebrauchten. Auch dieser Mann war begeistert vom kleinen Herrn Sonntag. Zu mir sagte er:“Sie passen gar nicht in mein Beuteschema, Sie sind zu jung!“ Klar, seine Kundschaft liegt altersmäßig bei 70 plus. Und da habe ich zum Glück noch etwas Zeit 😉

Der Prinz hat mal die Gesetzeslage geprüft und herausgefunden, daß ich, selbst wenn ich einen Pflegegrad erhielte, den Zuschuß für einen Treppenlift nur dann bekäme, wenn der Lift im ersten Wohnsitz eingebaut würde. Und das ist unser liebes Woquard ja noch nicht (obwohl sie uns hier bereits Zweitwohnsitz-Steuer berechnen!) Unser Erstwohnsitz ist noch unser Wormser Dörfchen, und da wohnen wir nur zur Miete. Auch dort hätte ich gern einen Treppenlift, denn die Treppe nach oben ist sehr steil. Aber das Häuschen gehört seit Generationen zur Familie, und unsere Vermieter würden nur ungern baulich etwas verändern. Ja, ich weiß, vom Gesetz her könnte er mir den Lift nicht verweigern, aber bevor ich da ins Gedöns mit Anwalt und Gericht gehe, warte ich lieber, bis wir nach Woquard ziehen können.Wir wohnen jetzt seit 14 Jahren in Worms und haben ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Vermietern, das ist an sich schon selten genug.

Heute und morgen kommt um 15.00 h noch je ein Berater, und Mittwoch müssen wir auch schon wieder zurück.( Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, den Süßkram wegzulassen, das wird hart.)

I

P.S.: update: soeben hat der dritte Treppenlift-Berater das Haus verlassen (und ist bei mir gleich durchgefallen). Er sah die Treppe und rief gleich:“Boah, die ist ja krass – Hammer! Nee, ich denke, da haben wir nichts, das da hochkommt.“ Immerhin maß er die Treppe doch noch aus, kam aber zum Schluß auf den gleichen Betrag wie die beiden anderen, etwa 4.000 €. Gebrauchte Lifte bieten sie nicht an. Als Mindestpreis geben sie alle den Betrag des Zuschusses an, den man mit einem Pflegegrad bekommt und der etwa 4.000 € beträgt. Mal gucken, was der Berater anbietet, der morgen Nachmittag kommt.

Und nun wünsche ich denen, die Karneval gern mögen, noch eine schöne Zeit und viel Spaß!

Bis morgen oder übermorgen!

* winkt *