Stolpersteine in Woquard

Meine Lieben,

als wir über das lange Wochenende Allerheiligen/Reformationstag in Woquard waren, erzählte uns Herta, unsere „Friesenmama“, dass wir in Woquard bald Stolpersteine bekommen sollten. Herta war gerührt und freute sich darüber, denn die Steine sind für das Andenken an  eine jüdische Familie bestimmt – Karoline und Carl Seligmann und ihre beiden Söhne Richard und Julius. Herta hatte die Familie gekannt und miterlebt, wie sie „über Nacht einfach verschwunden waren“, wie sie uns erzählte. (Die Nazis haben sie später in Auschwitz ermordet.) Gestern war es soweit – der Arbeitskreis Stolpersteine Emden ließ die vier Steine am Gemeindehaus in den Boden ein:

stolpersteine

Foto: IG Woquard

Allerdings sind, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) schreibt, nicht alle Menschen mit der Stolperstein-Aktion einverstanden: den uneinsichtigen Nörgler, der hobbymäßig grundsätzlich gegen alles ist und der quertreibt, wo es geht, den gibt es überall – in Emden hat ein Rentner einen Stolperstein zweimal wieder ausgegraben.

 

 

Leute gesucht, die zeichnen können!

Ihr Lieben!

Petra, die das (sehr lesenswerte!) Blog Voller Worte führt, möchte gern einige Geschichten aus ihrer Kindheit in einem Buch zusammenfassen und sucht dazu Leute, die ihr zu den Texten Zeichnungen anfertigen. „Nichts Großes, nur ein Zwischenspiel, damit es nicht so dröge wird“, sagt sie. In ihrem Blog findet ihr Petras Kontaktdaten. Also, wer Lust hat, melde sich bitte bei Petra!

Mal wieder selbst in den Fuß geschossen

habe ich mir, meine Lieben. Das kam so: Seit zwei Jahren trage ich ja  diese Orthese am linken Bein und habe mich damit sehr gut arrangiert. Der einzige Unterschied ist, daß meine direkt unterhalb des Knies eine zusätzliche Halterung hat, die das Knie davor schützt, sich nach hinten durchzudrücken. Diese Halterung kann ich mit einem Drehverschluß ( Boa-Verschluß) stramm ziehen. Ende September passierte allerdings etwas Saublödes: beim morgendlichen Anlegen der Orthese gab es einen Knall – und der Knopf des Drehverschlusses schoß durch die Küche. Damit hatte mein Knie keinen Halt mehr und ich konnte kaum laufen. Sofort rief ich beim Orthopädie-Techniker an, aber es war langes Wochenende wegen des 3. Oktober. Er würde erst wieder am Montag darauf in der Werkstatt sein. Wir vereinbarten aber, daß der Prinz, wie wir es schon einmal gemacht hatten, die Orthese hinter der Werkstatt ablegen solle (auf einem Palettenstapel).  Das Wochende über mußte ich allerdings ohne Orthese auskommen. Der Prinz ist, wie sein Vater, ein kreativer Bastler. So kam er auf die Idee, mir Kabelbinder um die Wade zu spannen, natürlich nur über der Orthese und dem Wadenpolster. Es hielt! (Leider ist das Foto nichts geworden.) Den Montag mußte ich dann ohne Orthese auskommen, denn der Prinz nahm sie morgens gleich mit auf den Weg zur Arbeit und legte sie am vereinbarten Punkt ab. Das hieß für mich: Laufen nur im Schneckentempo und unter starken Schmerzen. Aber irgendwie überstand ich den Montag – und am Abend, als der Prinz von der Arbeit kam, hatte er die reparierte Orthese dabei!

In meiner Erleichterung habe ich es nun wohl übertrieben, denn seit einigen Tagen hat sich bei mir eine Fehlhaltung des Beckens eingeschlichen, die zu starken Schmerzen im Lendenbereich führte ( also „Hexenschuß“-Schmerz). Da habe ich wohl, vor allem am vergangenen Wochenende,  viel zuviel Ibu eingenommen. Gestern morgen, als ich auf dem Bettrand saß und versuchte, zu Bewußtsein zu kommen, tropfte mir plötzlich Blut aus der Nase. Zugleich spürte ich: viel zu hoher Blutdruck. Ich sah zu, daß ich nach unten ins Bad kam und versuchte, die Blutung mit kaltem Wasser zu stillen. Das dauerte zwar, gelang aber. Nachmittags ging das aber nochmal los. Seit dem Hallamati nehme ich ein Medikament, das den Blutdruck reguliert. Abends, als der Prinz nach Hause kam, gab er mir etwas davon. Gute Idee – in kurzer Zeit nahm der Druck ab und die Blutung stoppte.

Am letzten  Samstag waren wir im Wormser Einkaufszentrum (ein trauriger Versuch, das Loop 5 in Darmstadt oder die Rheingalerie in Ludwigshafen oder- HAHAHAHAHA! – das CentrO in Oberhausen zu kopieren). Also: eher langweilig und trutschig, aber es gibt meinen liebsten Drogendealer dort: Hussel! Ich nahm gleich zwei Tüten englisches Lakritzkonfekt mit, die ich innerhalb kürzester Zeit vernichtete.

Fazit (to whom it may concern):

  • Ibuprofen treibt den Blutdruck hoch.
  • Lakritz enthält Süßholzextrakt. Dieser wiederum enthält ein Hormon, das die Blutgefäße eng stellt –> erhöht den Butdruck.
  • Beides habe ich am Wochenende in viel zu hohen Dosen genommen -> Blutdruck angestiegen -> Nasenbluten *Augenrollgeräusch*
    Dafür fahren wir aber morgen Abend nach Hogwarts, für einen Kurztrip! Wie immer, hält unser toller Vermieter das Haus im Auge, die Buchhändlerfreundin füttert die Chefin über alles und mein Pippilein ❤
    Ich freu mich!
    Da wir ja im Lüttje Huus kein Internet haben (nur über den persönlichen Hotspot im prinzlichen iPad), werde ich  hier wohl erst wieder etwas schreiben, wenn wir zurück sind.
  • Bis da-hann! *winkt* ❤

 

 

Der bibelfeste Prinz

Gerade mußte ich lachen, darlings, weil mir einfiel, wie der Prinz und ich im letzten Urlaub im Lüttje Huus einmal dabei waren, uns zum Rausgehen mit Bärchen fertigzumachen. Wir standen in der Garderoben-Ecke, der Prinz griff meinen „Draußen-Gehstock“, drückte ihn mir in die Hand und sagte:“Hier, dein Stock.“  Zog meinen Schal unter einer Jacke hervor und reichte ihn mir .“Hier, und dein Schal.“ Guckte mich an, grinste und sagte trocken: „Dein Stock und dein Schal, sie geben dir Zuversicht.“

Ich konnte vor Lachen kaum die Jacke richtig anziehen…

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Berufliche Pläne

haben, zu meinem großen Stolz und meiner großen Freude, my darlings, die Kinder meines Brudis. Die ganze Familie hatte ja kurz vor unserem letzten Urlaub Ferien im Lüttje Huus gemacht. Da haben sie auch die Seehundaufzuchtstation in Norddeich besucht. (Kleine Info am Rande: Norddeich ist ein Stadtteil der Stadt Norden, und die Betonung liegt auf „deich“, also nicht „Norddeich“, sondern „Norddeich„.) Die Aufzuchtstation hat wohl vor allem Marie sehr beeindruckt, denn sie hat die Informationen über die kleinen Heuler,die ihre Eltern verloren haben, gleich in eine Geschichte umgesetzt. Wieder zu Hause, tippte sie das Abenteuer des Robbenjungen namens „Robchen“ an Papas Laptop mühsam und sorgfältig aus ihrem Kopf in die Tastatur und beschloß sogleich, daß sie Schriftstellerin werden wolle:

robchen

(c): Marie E.

Natürlich freue ich mich riesig über Maries Berufswahl und versicherte ihr, daß ich alles tun werde, um sie zu unterstützen und sagte ihr, wie stolz ich auf sie sei. Sie strahlte. Ihre Eltern stehen natürlich beide ebenfalls hinter ihr. Die Robchen-Geschichte hat sie für uns ausgedruckt und auf buntes Papier geklebt. Sie hat sie uns dreien gewidmet, dem Prinzen, Herrn Sonntag und mir. Ich habe Brudi gefragt, ob ich die Geschichte hier im Blog zeigen darf, und er erlaubte es mir. „Ich werde Marie natürlich noch fragen“, sagte er, „Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie schon erfassen kann, was das heißt, daß ihre Geschichte nun im Internet zu sehen ist.“ Jedenfalls habe ich Starterlaubnis – und ihr seid nun die ersten, die Robchens Abenteuer lesen können! (Darf ich bei dieser Gelegenheit bitte mal allen Eltern, die die beruflichen Träume ihrer Kinder verächtlich machen oder sie abwerten, eins in die Fresse hauen? Ihr hättet es verdient!)

Brudi und seine Familie leben ja in Baden-Württemberg, und dort gibt es die Meistervereinigung Baden-Württemberg Gastronom e. V., die das Projekt Schlemmerbande ins Leben gerufen hat. Die Schlemmerbande gibt es in vielen Städten in Ba-Wü, natürlich auch dort, wo Brudi und Familie leben.  Und Paul ist dabei! Das Kochen macht ihm riesigen Spaß, so viel, daß er beschlossen hat, Koch zu werden. (Als stolze Helikopter-Tante sehe ich vor meinem inneren Auge schon sein eigenes Restaurant, beflügelt von der Information, daß es in New Mexico/USA einen jungen Mann mit Down-Syndrom gibt, der sein eigenes Restaurant eröffnet hat, in dem er seinen Gästen Frühstück, Mittagessen und Umarmungen anbietet. Hach ja, die beiden werden ihren Weg machen – sie haben großartige Eltern, die sie bestärken und begleiten und die jederzeit für sie da sind.

 

 

 

 

Traurig und schockiert

bin ich gerade ein wenig, meine Lieben. Beim Rumblättern in diversen Onlinezeitschriften stieß ich vorhin auf eine für mich traurige Meldung:

John Bercow tritt zurück

Meine Vorliebe für den so wortgewandten Sprecher des britischen Unterhauses  (House Of Commons) hatte ich im Frühjahr hier geschildert. Ich werde sicher noch weiterhin  live in die Debatten hineinschauen, vor allem, weil ich sehnlichst hoffe, daß der Wutzwerg (Mini-Trump) mit seinem Brexit scheitert. Aber… ich werde John Bercow, seine „Ooordeeer!“-Rufe, seine schrillen Krawatten und seine Lachfältchen vermissen. So recht kann ich mir nicht vorstellen, daß da jemand anders in diesem herrlich altertümlichen Prachtsitz residiert (den ihm übrigens das australische Parlament geschenkt hat).

Ich bin jetzt mal betrübt. Jawoll.