Etwas zum Denken und etwas zum Spielen

Zwei Sachen habe ich für euch gefunden, my lovelies:

1.Die Süddeutsche Zeitung berichtet von der österreichischen Gemeinde Saalfelden, die für ihre Einsiedelei jemanden sucht, der den Sommer dort oben verbringen möchte – mitten in der Natur, ohne Wasser und Strom.  Der Artikel ist hier zu lesen – und wenn ich körperlich fit wäre, so daß ich kraxeln könnte…. Hm….ok, kein Strom, also auch nix mit Buch fertigschreiben auf dem Laptop, aber dann… Neil Gaiman schreibt alle seine Bücher mit Füller in ein Notizbuch vor. (Seine Assistentin, “The Fabolous Lorraine“, Spitzname „FabLor“, tippt sie später ab.) Interessant finde ich das Gedankenspiel, den Sommer da oben in Stille zu verbringen, allemal! (Tante Google zeigt unter dem Suchbegriff „Einsiedelei Saalfelden“einige interessante Beiträge.)

2. Hier etwas Nettes zum Spielen – es ist ein Tongenerator. Den Link fand ich in  meiner Twitter-timeline. Man kann – was für ein schräger Gedanke! – die Tonhöhe seines Tinnitus herausfinden (so man einen hat) – oder eben einfach nur spielen. Es klingt wie ein Theremin, oder?  (à Hat jemand die Big Bang-Folge gesehen, in der Sheldon Theremin spielt???

Sagt mir doch mal, was ihr über das Einsiedelei-Projekt denkt, ja? Ich bin neugierig!

Unsere neue Yacht

Das ist natürlich nur ein Witz, my darlings – am vergangenen Samstag war der Prinz wieder, wie es in jedem Januar Brauch geworden ist, mit seinem Patensohn auf der BOOT in Düsseldorf. Er fuhr am Freitagabend los (das war für den kleinen Herrn Sonntag ganz schrecklich), übernachtete bei der Familie des Patensohnes und fuhr am Samstagmorgen mit dem inzwischen 17 Jahre jungen Mann (aaaaahhhh! Ich werde aaaaaalt!!!!) in die Landeshauptstadt zur Messe. Um 18.00 schloß die Messe ihre Tore, der Prinz fuhr den Patensohn heim und kam irgendwann nachts nach Hause, empfangen von einer erleichterten Frau Lakritz und einem überglücklichen kleinen Hund (der ihm nicht mehr von der Seite wich).

Im Laufe des Samstag schickte mir der Prinz ein Foto von einer riesigen Yacht mit dem Hinweis „Gekauft!“ und einem breitlachenden Smiley dazu:

Nettes Teil, oder?

yacht

(Ganz ehrlich? Das ist nicht meine Welt – für ein Bauernhöfchen auf Mallorca, in Italien oder in Südfrankreich würde ich die sofort hergeben. Was meint ihr?)

Wissembourg!

In den letzten Freitagsfüllern hatte ich erwähnt, dass ich am Wochenende ganz gern ins Französische rüberfahren würde, und das haben wir am Samstag auch getan. Wir hatten große Lust, mal wieder in dem hinreißenden Städtchen Wissembourg herumzubummeln, das wir im Laufe der letzten Zeit sehr liebgewonnen haben. Am Beginn und Ende der Hauptstraße, die als Fußgängerzone gestaltet ist, standen rot-weiße Absperrungen so eng zusammen, daß immer nur eine Person hindurchpaßte. Diese Person mußte zudem an je zwei Sicherheitsmännern vorbei, die alle mitgebrachten Taschen durchsuchten. „Ah“, sagte der Prinz, „Nizza wirkt nach…“ Ich hänge meine Taschen immer einfach hinter dem Sitz über die Griffe des Rollis, und jetzt drehte ich den Rolli so, daß der Sicherheitsmann an die Taschen und das Netz herankonnte. Wollte er aber gar nicht. Scheinbar ging er davon aus, daß eine Frau, die im Rollstuhl sitzt, keine Bombe bei sich hat, die sie in der Menschenmenge zündet. (Herrn Sonntags Liegekissen zählt ja wohl nicht : – ))

Entlang der Straße waren Verkaufsstände mit den unterschiedlichsten Angeboten aufgebaut; wie Kleidung, Modeschmuck, Haushaltskram… Bei einem sehr netten Afrikaner erstand ich eine kleine Umhängetasche aus Stoff in A5-Größe, die aus fünf Reißverschlußfächern besteht. Vorne drauf prangt… die Union Flag, natürlich 😀

Am Schluß des Parcours gab es einen Stand mit Gebäck – yay! Ihr kennt doch sicher „ pain au chocolat“ – diese kleinen Brötchen aus leicht fettigem Teig, mit Schokoladenstückchen drin? Nun, aus diesem Teig hatten sie Gebäckschnecken gedreht, die es für einen Euro gab. Ich schlug sofort zu. Köst-lich! Ich fragte den Verkäufer, wie die Dinger auf Französisch hießen. Ganz einfach: escargots du pain au chocolat“!

„Aach klar!“ sagte ich in einem plötzlichen „light bulb moment“, „escargot = Schnecke!“ und machte mit dem Zeigefinger die passende Kreiselbewegung dazu. Der Verkäufer lachte. “Oui, Madame – Schnecke!“ sagte er. (Im Elsass sprechen viele Leute Deutsch, der elsässische Dialekt ist sehr liebenswert anzuhören). Inzwischen habe ich auch jegliche Scheu verloren, was meine leider mangelhaften französischen Schulsprachkenntnisse angeht – ich frage die Leute gnadenlos aus, wie etwas auf Französisch heißt oder wie man ein Wort richtig ausspricht. Die Reaktion ist überwiegend sehr nett und hilfsbereit, so daß mein restliches Schulfranzösisch sich inzwischen sehr gebessert hat.

Auf der Suche nach einem Kaffee wollten wir unserem Herrn Sonntag einen Trip ins Grüne gönnen. Wissembourg ist eine alte Stadt, die noch mit den früheren Wehrmauern umgeben ist (die heißen auf Französisch „remparts“ und im Englischen „ramparts“. Faszinierend, oder?! Da kommen die alten anglo-normannischen Zeiten dieser beiden Sprachen durch –so etwas kann mich stundenlang begeistern und faszinieren! Diese remparts sind heute von einem Grüngürtel in Form eines Parks umgeben, durch den ein Bach fließt. Die Wege im Park sind glatt und prima Rolli-geeignet. Der kleine Herr Sonntag hatte viele pee-mails französischer  Hunde zu lesen und einen Höllenspaß dabei.

Am gewohnten Platz im Park stand wie immer der Verkaufswagen von Monsieur Jacques, in dem dieser  herrliche Crêpes zubereitet. Da es sehr warm war, ließen wir uns recht dankbar im Schatten der Bäume an einem der Tischchen nieder. Ich bestellte eine Crêpe mit Kastaniencreme ( Monsieur Jacques‘ Frau macht die Creme selbst), der Prinz eine mit Orangenmarmelade. Le petit  Monsieur Dimanche, wie wir unseren Herrn Hund in Fronkraisch immer nennen, legte sich erstaunlich brav auf sein neues Liegekissen. Der Prinz und ich wurden auch langsam schläfrig (sehr warmes Wetter und viele Eindrücke), so machten wir uns auf den Rückweg. Der Prinz bestand auf seinem  üblichen Supermarkt-Stop am Ortsrand, wo er eine Baguette und mehrere Töpfchen „Saint Agur Crème“ erstand, das ist ein köstlicher Blauschimmelkäse zum Streichen.

Unser kleiner Mausebär fiel auf seinem Platz auf dem Rücksitz um wie ein Sack Kartoffeln und schlief sofort tief und fest, bis wir zu Hause ankamen. Auf die Abendgassirunde verzichtete er gerne, er wollte nur schlafen und war eher im Bett als ich!  (Wir hatten da noch eine kleinere Diskussion zu dem Thema, wem das Kopfkissen gehört, aber das klärten wir mit einem friedlichen Kompromiß. 😀 )

Genau!

anonym

Das ziehe ich in diesem meinem Blog zwar schon seit einer geraumen Zeit konsequent durch, aber es ist doch nett, beim Herumstöbern auf Gleichgesinnte zu treffen 😀  (Beste Grüße an Herrn Mendweg! *winkt*)

Gefunden habe ich diese  treffende und sehr gut passende Grafik im Blog des Herrn Mendweg, auf www.mendweg.com.