Es frü-hü-hülingt!

Ist das Wetter derzeit bei euch auch so großartig, darlings? Gestern feierte der Buchhändlerfreund einen runden Geburtstag, und wir waren zum Brunch eingeladen. Die Buchhändlerfreunde wohnen oben am Dorf-/Feldrand. Es war wunderbar knackig warm im Garten, wir saßen nach Essen und Sekt noch eine ganze Weile mit anderen Gästen  in der Sonne und quatschten über Gott und die Welt. Den kleinen Herrn Sonntag hatten wir zu Hause gelassen, damit er nicht durcheinander kam: S., die Buchhändlerfreundin, geht mit ihm/uns Gassi, wenn der Prinz mal nicht da ist, und er mag sie sehr. Zudem wohnen die Freunde an einer der liebsten Spazierstrecken des Herrn Sonntag. Er hätte das nicht verstanden: S. ist da, wir sind hier in den Feldern, und ich soll zwischen all diesen Leuten still sitzen und keiner gibt mir was vom Essen ab?! Er hätte nur gebellt und gezappelt, und das Geburtstagskind ist nicht gerade ein übermäßiger Fan davon, Tiere im Haus zu haben. S. vermißte ihn natürlich ebenso wie wir, aber das ließ sich nicht ändern. Immerhin waren wir keine zehn Minuten von Zuhause weg. Unter den Gästen war auch ein lieber Bekannter, den wir sonst fast nur bei Veranstaltungen hier im Dorf treffen, da er sich hier sehr engagiert. Wir lernten endlich auch mal seine Frau und seine Tochter kennen, das war schön (mit der Frau verstand ich mich sofort prima, wir werden uns künftig öfter sehen, haben wir beschlossen 😉 ). Zudem war noch ein sehr nettes, goldiges Paar aus der Nachbarschaft da, die sich schnell als Fans von Simon’s Cat herausstellten und mit denen wir viel lachten. Das war ein guter Beginn für einen Frühlingssonntag!

Rundum ist es jetzt wieder eine Freude, draußen zu sein! In den letzten Monaten war es, wenn der Prinz nach Hause kam, schon dunkel draußen und oft auch widerlich kalt /naß/windig. Jetzt kommt er, es ist noch hell und sogar sonnig, er zieht dem wie ein Gummiball hüpfenden Herrn Sonntag das rote Geschirr an und wir ziehen los. In der Sonne ist es noch warm, überall blühen und duften Büsche und Blumen – es ist großartig! Wie macht sich der Herr Lenz bei euch?

Ein schreibender Käfer

Der Prinz, my darlings, hat ja diese süße und lustige Art, Begriffe durcheinanderzuwerfen, die mich immer wieder zum Lachen bringt, weil das so viel Charme hat.

Am Sonntagnachmittag waren wir mit dem kleinen Herrn Sonntag Gassi. Ich war wieder dick in den Schlupfsack eingepackt. Wir haben ja unsere Standardstrecke, bei der wir auf dem Sträßchen hinter Alfreds Schmiede wieder rauskommen. Kurz vor der Schmiede hörte ich von hinten ein Auto herannahen. Da ich immer noch keine Rückspiegel am Rolli habe und Geräusche nicht gut orten kann, fahre ich dann meist einfach rechts ran, stoppe und lasse das Auto vorbei. Diesmal sah ich, wie der Prinz  kurz die Hand hob und dem Fahrer  des kleinen schwarzen Autos winkte. „Wer war denn das?“ fragte ich neugierig. “Ach, der XY“, sagte der Prinz. „Mit seinem neuen Beagle.“

„Wie, Beagle?“ sagte ich aufgeregt.  „Ein neuer Beagle im Dorf? Bist du sicher, daß das nicht Lennox oder Phoebe war?“

„Ach, nee“, sagte der Prinz. „Wie heißt das kleine Auto nochmal – nicht Beagle?“

„Schatz“, sagte ich vorsichtig…  „Du meinst den Beetle, den neuen Käfer von VW, oder?“

„Ach ja, stimmt“, lachte der Prinz. „Beagle, Beetle, ist doch wurscht.“

Na, wenn demnächst bei den Peanuts ein Käfer auf dem roten Dach der Hundehütte sitzt und seinen neuen Roman tippt, das sieht dann schon komisch aus 😀 😀 😀

re: Kaya Bordercorgi

Es gibt da ein Hundeblog, my darlings, dem ich mit großer Freude folge. Es heißt

KayaBordercorgi. Wie der Titel schon vermuten läßt, handelt es sich bei Kaya um einen Mix aus Border-Collie und Corgi. Sie ist bildschön, die Kaya, schaut sie euch mal an!

Christiane, Kayas Frauchen, beschreibt in ihrem neuesten Beitrag, wie sie und ihr Schatz versuchen, die Spaziergänge für Kaya abwechslungsreicher zu gestalten,  der Beitrag ist hier zu lesen. Sie fragt ihre Leser auch danach, wie sie es mit ihren Hunden beim Gassigang machen.

Bei uns gibt es drei Gassi-Kategorien: wenig Zeit, mehr Zeit  und „Yeah, Wochenende!“

Also: offen gesagt, bin ich seit dem Kälteeinbruch nicht mehr jedes Mal dabei, sondern der Prinz und der kleine Herr Sonntag  gehen meist  allein los. Im Rolli sitzend kann ich mich gegen die Kälte, vor allem gegen den schneidenden Wind, nicht wehren. Ich sitze ja gezwungenermaßen still. Da hilft auch lange Unterwäsche meist wenig oder gar nicht, ich zittere und friere durch  bis auf die Knochen im wintrigen Wind. Ich habe mir einen Schlupfsack angeschafft, den wollen wir jetzt am Wochenende testen.

Mit meinen beiden Jungs (oder mit uns dreien)  läuft das so: Wenn wenig Zeit oder es spät ist, gibt es die kleine Standard-Runde: Aus dem Tor rechts raus und an Alfreds Schmiede vorbei. Dicht dahinter läuft ein  schmaler Streifen Ruderalgelände, also Wildwuchs. Dann folgt ein bewachsener Weg, der eine Pferdekoppel von einem kleinen Feld trennt. Am Feldrand an der Straße  ist eine bei den Dorfhunden sehr beliebte  „pee-mail“-Station, da hält sich der kleine Herr Sonntag immer lange auf. Zudem ist das der Platz für den ersten Haufen und den ersten Einsatz der Kackbeutel *g*.Weiter am Grundstück unserer Vermieter vorbei. Wenn die Hunde im Garten sind (unsere Vermieter und deren Töchter haben je zwei Hündinnen), gibt es zu beiden Seiten des Zaunes erst einmal eine gewaltige Show, mit viel Gebell und Fellsträuben. Die Hundemädels, Emma, Smilla, Shila und Ronja, alle aus dem italienischen Tierschutz, verteidigen ihr neues Zuhause mit geballter Energie. Unser Herr Sonntag, eigentlich ein ruhiger Zeitgenosse, läßt sich nicht anblaffen. Da kann er auch ganz schön giftig werden. Merkwürdigerweise ignoriert er andere Rüden sehr souverän (es sei denn, sie blaffen ihn an, dann gibt er heftige Retourkutschen), aber bei Hündinnen benimmt er sich wie die Axt im Walde. Das kann mitunter auch peinlich werden, zumal wenn es Mädels sind, die ihn mögen, wie zum Beispiel Gretel und Susi, die Beagle-Mädchen aus der Nachbarschaft. Mit deren Besitzern haben wir ein gutes Verhältnis. Ihrem Sohn gehört Zoe, die riesige gelbe Dogge, mit der sich Herr Sonntag immer heftige Gebell-Duelle liefert. Das wirkt witzig, denn er reicht Zoe gerade mal bis zum Bauchnabel 😀 Da Memnok, der Newfie, ja kürzlich überraschend starb, ist sein Hoftor eine „Bell-Stelle“ weniger. Weiter geht’s am Kindergarten vorbei und runter an „die“ Bach, wie es hier heißt, dann durchs verkehrsberuhigte Wohngebiet zurück nach Hause. Diese“ Kleine Runde“, wie wir sie nennen, ist wirklich nur  dazu da, die dringendsten Bedürfnisse unseres Bärchens zu stillen, eben Bewegung, Pinkeln und Häufeln. Zeit: etwa 20 Minuten.

Ist etwas mehr Zeit, darf der kleine Herr Sonntag selbst bestimmen, wo es hingehen soll. Er möchte meistens aus dem Tor links raus und dann rechts  die Straße hoch, in der unsere Buchhändler-Freunde wohnen. Die Straße führt direkt in die Felder hinaus. Da die hiesigen Landwirte nicht viel davon halten, ihre Wege zu pflegen, ist die Strecke nur sehr bedingt Rolli-geeignet (–> Schlaglöcher, dicke Matsche-Schichten von Traktorrädern…) Nun, da oben im dicken Trecker bekommen sie vom Weg ja nichts mit, und Pflege der Wege kostet nur Geld : – )

Zurück geht es dann am Kapellchen vorbei runter und zurück nach Hause. Zeit: hängt vom Wetter und damit von unserem Wohlbefinden ab, die Felder liegen etwa 30 Meter höher als unsere Straße, da pfeift im Herbst und Winter  manchmal ein scharfer Wind (das mag unser Bärchen nicht so).

Wochenende: Le grand tour, wie es der Prinz nennt, und die große Freude des kleinen Herrn Sonntag!

Der Prinz hat sich bereits  im letzten Herbst bei“ Garmin livetrack“ registriert. Zu seinem Greätetraining im Fitneßstudio, das er dreimal in der Woche durchzieht, hat er noch „Strammes Gehen“ hinzu addiert ( er hatte ja vor zwei Jahren einen Herzinfarkt, das hat ihn bezüglich des Themas „Sport“ doch umdenken lassen.).

Er trägt einen „livetracker“ von Garmin, der wie eine unauffällige schwarze Armbanduhr aussieht. Das Ding verbindet ihn mit dem GPS-System von Garmin und zeichnet zudem, wenn aktiviert, seine Herz- und Pulsfrequenz, seine Schrittgeschwindigkeit, die gelaufene Strecke und den Höhenunterschied auf (daher weiß ich, daß die Felder bei uns 30 Meter höher als unsere Straße liegen ;)).  Den livetracker  kann man für verschiedene Sportarten einstellen und unterwegs seinen Weg  oder Fortschritt über das Smartphone bei Google maps verfolgen. Das sieht dann so aus: Die Jungs starten und sobald der Prinz den tracker aktiviert, zeichnet dieser nicht nur ab sofort den Weg auf, sondern setzt auch eine Mail an mich ab (diese Mail informiert mich darüber, daß ich jetzt online „an der live-Aktivität „Hunderunde“ teilnehmen“ kann. Das kann ich deshalb tun, weil ich ebenfalls bei Garmin livetrack registriert bin und der Prinz mich mit seinem account dort verknüpft hat. Klicke ich auf den link in der Mail, öffnet sich automatisch der Browser in Google maps und zeigt mir, wo der Prinz und Herr Sonntag gerade gehen. Der Prinz ist dargestellt durch einen pulsierenden blauen Punkt, der sich vorwärts bewegt. Auch hier kann ich zwischen normaler Karte und Satellitenbild hin- und her schalten. Meist schaue ich mit die Tour auf dem Satellitenbild an. Es macht mir Spaß, zu raten, ob die beiden wohl an der nächsten Kreuzung abbiegen werden und wohin, oder zu welchem der umliegenden Dörfer sie als Nächstes marschieren. Im unteren Bereich der Karte kann ich die Kurven der Herz- und Pulsfrequenz des Prinzen, die Zahl seiner gelaufenen Kilometer sowie seine Schrittgeschwindigkeit ablesen. Da die Wege voller Schlaglöcher sind, möchte der Prinz ausdrücklich, daß ich seinen blauen Punkt auf der Karte im Auge behalte, falls er mal in eines der Schlaglöcher stolpern und sich den Knöchel brechen sollte. („Wenn sich der Punkt nicht mehr bewegt, kannst du einen Krankenwagen hinschicken“. (Haha, ja, total beruhigend.))

Die übliche Strecke der beiden  sind zehn Kilometer. Meist sind sie nach zwei Stunden zurück, zur Zeit oft schlammbedeckt, aber super gut gelaunt. Vor allem Herr Sonntag liebt diese langen Touren, er ist, wenn er heimkommt, fröhlich, aufgedreht und putzmunter. Er liebt es, zu laufen und Neues zu entdecken. Leider können wir ihn noch nicht von der Leine lassen, da er noch zu gerne spontan mal einem Fasan oder Karnickel nachrennt, aber die sind klüger und fixer als er 😀  Dennoch bleibt er angeleint.

Liebe Christiane, das war jetzt einfach nur eine Schilderung der Gassi-Abläufe bei uns. Die Abwechslung besteht im Variieren der Wegstrecken ( da gibt es hier zwischen den Dörfern genug Möglichkeiten.) Liebe Grüße an Kaya!

 

Tschüß, Frau K.

Gestern Abend von unseren Vermietern gehört: Die liebe alte Dame von schräg gegenüber ist vorgestern Morgen gestorben. Ich bedauere das sehr, ich mochte sie gern, sie war ein echter Charakter.

Als ich noch fit war, habe ich ihr hin und wieder beim jährlichen Kerwe-Umzug ausgeholfen. Und an ihrem Geburtstag „mußte“ ich immer furchtbar viel Kuchen bei ihr essen (Sie hatte große Zauberkräfte, was das Backen betraf!). Sie mochte den Prinzen und mich gern und „zwang“ uns dazu, ungeheure Kuchenmengen zu verputzen. Zudem packte sie uns beim Abschied  immer noch Kuchenpäckchen zum Mitnehmen, die uns für Tage reichten. Unzählige Postakete nahm sie für uns an.

Sie wurde vor einigen Jahren altersbedingt krank, hatte eine Herzoperation und erholte sich nicht mehr richtig. Sie litt darunter, denn sie gehörte zu denen, die immer herumwuseln und etwas tun müssen. Sie hatte ein Händchen für Orchideen, und ihren Tips  verdanke ich es, daß unsere Orchidee namens Susan (nach Neil Gaimans  „Black Orchid“)  jedes Jahr neu blüht und seit Jahren gesund und munter ist.

Ich weiß nicht genau, wie lange es her ist, daß die Vollzeitpflege zu Hause nicht mehr reichte. Frau K. war bettlägerig und vor einigen Jahren zog sie ins Pflegeheim im Nachbardorf. Seit Wochen nun wollte ich mich bei ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter nach ihr erkundigen, aber  habe mich vom Alltag zu sehr einfangen lassen – „wenn ich die beiden mal wieder sehe“. Ich hab’s nicht getan. Gestern Abend, als wir von der Hunderunde zurückkamen, standen Sohn und Schwiegertochter sowie unsere Vermieter drüben vor dem Tor und redeten.  Unsere Vermieter kamen herüber und  erzählten es uns (die alte Dame war eine entfernte  Verwandte unserer Vermieterin gewesen).

Sie wird mir fehlen, ihr verschmitzter Humor ebenfalls, und natürlich ihre himmlischen Käsekuchen.

Machen Sie’s gut, Frau K.! Danke für Ihre liebevolle Fürsorge! Wir werden Sie nicht vergessen!