Zoe :'(

Der kleine Herr Sonntag, Susanne und ich waren gestern Nachmittag mit dem Herrn Hund Gassi. Der Prinz hatte eine Schulung zu halten und es war abzusehen, daß es später würde. So hat Susanne gern die Begleitung beim Gassigehen übernommen.

Gretel, das stürmische Beagle-Mädchen, die in Herrn Sonntag verliebt ist, bellte wieder heftig hinter ihrer Mauer, aber da kam gerade Dirk aus dem Haus, der Besitzer von Zoe, der riesigen gelben Dogge, in die der kleine Herr Sonntag heimlich verliebt ist.

„Hey, wo ist denn dein Mann?“ begrüßte Dirk mich.

„Hält mal wieder ‚n Vortrag“ lachte ich. „Und wo steckt Zoe? Domingo ist ganz verwundert, daß sie nicht im Hof steht und bellt…?“

„Zoe ist gestorben“, sagte Dirk ernst. „Am ersten Januar.“ Das haute mich erstmal um, obwohl ich gewußt hatte, daß sie mit ihren acht Jahren für eine Dogge schon sehr alt war, sie hatte schon eine ganz graue Schnauze gehabt und war fast blind gewesen. Dirk erzählte, was passiert war: Am Morgen des 1. Januar, als die Silvester-Ballerei sich beruhigt hatte, wollte Zoe noch etwas zu essen haben. Dirks Frau stellte ihr eine Schüssel mit leckeren Sachen an eine ruhige Stelle neben der Haustür. Als sie einige Minuten später noch einmal hinausging, lag Zoe wie schlafend neben dem Napf. Sie war tot. Dirk hat sie in Mannheim im Tier-Krematorium verbrennen lassen. Die Urne mit ihrer Asche hat er zu Hause stehen. „Sie haben mir noch einen Pfotenabdruck von ihr in Gips gemacht“, sagte er wehmütig.

Wie Memnok der Neufundländer, scheint auch Zoe schnell und sanft gestorben zu sein. Darüber bin ich froh, daß sie sich nicht quälen mußte mit Krebs oder sonst einer beschissenen Krankheit. Denn Zoe war, mit ihrer gewaltigen Größe und ihrer tiefen Wummerstimme, so sanft wie ein Marienkäferchen, verschmust und anhänglich. Ich bin froh zu wissen, daß sie bei Dirk und Jaro ein gutes Zuhause hatte und daß ihre beiden Menschen sie zärtlich liebten und sie liebevoll umsorgten, als sie blind wurde. Da ich in den kalten Wintermonaten kaum draußen war, hatte ich nicht mitbekommen, daß sie gestorben war.

Mach’s gut, Zoe, liebes altes Mädchen, wir werden dich vermissen!

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Last before Lent und Tod des Häuschens

Wie ich schon  schrub,  wollen der Prinz und ich, bevor die Fastenzeit startet, essenstechnisch nochmal schön zuschlagen.  Da wir das nicht per Besaufen und verkleidet Rumhüpfen tun,  besuchen wir mal wieder das chinesische Restaurant einige Dörfer weiter, in dem wir ewig nicht mehr waren. Dank unseres neuen Hausgenossen Artoo wird es in den nächsten 40 Tagen viele gesunde smoothies (ich nenne sie „Schmusis“) geben. Die Engländer nennen dieses letzte Zuschlagen vor dem Fasten „last before Lent“ – das letzte vor der Fastenzeit. Und nebenan steht hinter dem Häuschen schon der Bagger bereit, morgen wird es hier wohl laut werden. Soo schade um das Schnuckelhäuschen, Renata hat recht, ich hätte Fotos machen sollen.

Hohe Tannen wiesen die Sterne

Während nebenan gerade mal die Schlagbohrer und Preßlufthämmer schweigen, denke ich an die zwei alten Tannen, die auf dem Klärchen-Grundstück standen. Sie wohnten genau am Übergang vom Hof zu dem großen Wiesengrundstück, das in den letzten Jahren oft als Pferdeweide verpachtet war. Die beiden Tannen waren riesig hoch, sie überragten die Scheune unserer Vermieter (und Klärchens Häuschen sowieso). Sie waren die ersten Bäume, die ich wahrnahm, als wir vor zwölf Jahren hier einzogen und ich zum ersten Mal aus der dämmrigen Scheune ins helle Sommertageslicht des Gartens der Vermieter trat. Das Fällen dieser prächtigen Bäume haben wir gar nicht mitbekommen, es muß wohl gleich nach dem Verkauf des Anwesens passiert sein. Für viele Menschen sind Bäume ja nur etwas, das „Dreck macht“, Licht wegnimmt oder im Weg steht. Das „Ding“ kann also weg, da wird kein Gedanke verschwendet, schon gar nicht an die Tiere, die den Baum brauchen. Unser Vermieter erzählte uns letztens, daß die Habichte, die hier wohnen, wohl immer in den Tannen übernachtet haben. In der ersten Nacht, als die Tannen verschwunden waren, seien die Habichte die ganze Nacht schreiend über dem Garten gekreist.

„Ist ja verständlich“, sagte Jürgen, der sehr tierlieb ist, “Stell dir vor, du gehst mal eben eine halbe Stunde weg, um was zu erledigen, und wenn du zurückkommst, ist dein Haus weg.“

Schlimm wird der Verlust wohl auch für die unzähligen Stare sein, die sich gegen Sommer-Ende immer in den Tannen gesammelt haben. Der Prinz und ich haben es geliebt, an milden Abenden mit einem Glas Wein im Hof zu sitzen und dem tausendstimmigen Tschilpen und Zwitschern von gegenüber zuzuhören.

Am letzten Samstag röhrte hier nebenan stundenlang der Häcksler, in dem auch Zweige der Tannen landeten. Die abgeschlachteten Bäume und Sträucher füllten gehäckselt zusammen einen ganzen großen Container. Heute machten zeitweise Preßlufthämmer und Schlagbohrer dezent auf sich aufmerksam. Der Prinz schätzt, daß bis zum Ende der Woche da drüben alles platt sein wird. Schade.

Und immer noch das Häuschen…

Gestern Abend hatte ich eine liebevolle Überraschung: Es klopfte ans Wohnzimmerfenster. Draußen stand Edith, die mir immer wieder hausgemachte Marmeladen und Gelees bringt. Sie gehört zu der fünfköpfigen Erbengemeinschaft des süßen kleinen Nachbarhäuschens.

„Wir räumen gerade noch einige Sachen aus Klaras Haus“, erklärte sie mir.

„In der Speisekammer gibt es noch verschiedene Marmeladen, die hat sie ja so gerne gekocht. Magst du die haben?“

„Klar, gerne“, sagte ich, erfreut und gerührt zugleich. In diesem Moment kam C. mit ihrem Fahrrad angedüst, auf dessen Gepäckträger es klapperte und klirrte. Sie hatte zwei flache Kisten voller Gläser geladen, alles Klärchen-Marmelade! Die konnte ich allerdings einhändig nicht so einfach durch das Fenster annehmen, wie ich es mit DHL- Sendungen mache. So drückte ich C. den Schlüssel zum Hoftor in die Hand und sie stellte mir die Gläser auf den kleinen Tisch im Hof. Das wird ein leckeres Frühstück am Wochenende!

Ja… und nun ist es soweit…

…dem Häuschen nebenan geht es an den Kragen. Gegen Mittag kreischte schon die Kettensäge drüben.  Neugierig bin ich ja doch, so  schaute ich aus dem Fenster und sah gleich, daß der wunderschöne Weißdorn vor dem Haus (den ich mit einem Schwarzdorn verwechselt hatte) in Stücke gesägt auf dem Bürgersteig lag. Ich bin eine Pflanzentante und kann es nicht gut aushalten, wenn Bäume gefällt werden. Aber das hilft nun nichts, denn das Paar, das das Haus gekauft hat, will wohl komplett  tabula rasa machen. Gerade kamen Edith und C. vorbeigeradelt und wir hielten ein Schwätzchen. Ich: so richtig wie ‚ne Rentnerin, im Fenster 😃 ) Edith und ich erörterten, wie lange es wohl bis zur ersten (anonymen) Anzeige wegen der Geräusche dauern werde, da lachte C. und sagte: „Ach, ich hatte schon einen Anruf, daß die Bäume stehenbleiben sollen.“

(sensible Nachbarn, die für die Privatsphäre anderer Leute das Feingefühl eines Betonpfeilers haben und Fremde mit Befehlen rumkommandieren: WIN. (not!). Wir drei Mädels machten noch schnell was zum Kaffee und Kuchen aus und verabschiedeten uns lachend. Wie gesagt: Ich werde das Häuschen vermissen. *schnüff*

(Das Entsetzen der Bäume, die gerade miterleben, wie der Weißdorn und weitere Bäume gefällt und in den Häcksler geworfen werden, ist für mich so deutlich spürbar, daß ich heute dem Fenster fernbleiben und mich mit Fernsehen betäuben werde (Ja, Bäume können kommunizieren. Und ja, ich kann sie verstehen. Ja, ich weiß, wie das klingt. Liebevolles Zitat meiner weisen, liebevollen Mutter: „Du hast dich ja immer schon so in alles reingesteigert.“ Lieber das  als narzisstisch!).

Tschüß, Häuschen :'(

Unser Pippikind wird wohl in absehbarer Zeit ihr Refugium verlieren, darlings, und zwar das schnuckelige kleine Backsteinhäuschen, das neben unserem Haus steht und von dem ich in diesem Beitrag schonmal geschwärmt habe. Wie gesagt, ist das Häuschen nach dem Tod seiner Besitzerin an eine Erbengemeinschaft von fünf Geschwistern gegangen, von denen nur zwei hier im Dorf leben. Eine davon ist C., die das Pippikind einige Male aus dem Hof „gerettet“ hat. Die fünf hatten es schwer, sich zu einigen, was mit dem Haus und dem riesigen Grundstück, das dahinter liegt, geschehen solle. Zum Verkauf konnten sie sich laut C. nicht so recht durchringen. Da ich ja die verrückte Idee hatte, das Häuschen in eine Reikipraxis umzuwidmen, hatten wir mit C. lose vereinbart, daß sie uns Bescheid gäbe, wenn ein Verkauf konkreter würde.

Jetzt ist es wohl doch schneller gegangen als gedacht. Vor ein paar Tagen sagte der Prinz, er habe einen Mann gesehen, der das Häuschen besichtigt habe. Wir dachten nicht weiter darüber nach; ich hoffte nur, daß keine im Hof fußballspielenden Kinder einziehen würden.

Aber dann erzählte uns Jürgen, unser Vermieter, dass „auf Klärchens Acker“, wie er das Grundstück hinter dem Häuschen nennt, gebaut würde. (Der hintere Teil grenzt an seinen Garten.) Und tatsächlich ist dort ein Einfamilienhaus projektiert (Platz wäre auf dem Grundstück locker  für drei Häuser). Nun, das kann uns egal sein, wenn auch die Pferde, die zeitweise dort stehen, erstmal angenehmer sind als menschliche Nachbarn. Wir sehen das Grundstück nur bei unseren Gassirunden mit Herrn Sonntag, von der Straße aus, ansonsten sind wir durch die Scheune von dieser Seite her fast völlig abgeschirmt. Um das neue Haus zu sehen, müßten wir durch die Scheune hindurch in den Garten gehen, und so neugierig sind wir nun auch nicht 😉 Fest steht allerdings, wie wir von einigen Nachbarn bei der Feier des 50. Geburtstages unserer Bekanten  erfuhren, daß das süße alte Häuschen verschwinden wird. Auch der neue Besitzer wird wohl gleich gesehen haben, was der Prinz schon sagte: Grundstückswert minus Abrißkosten für das Haus. Und, wie ich ja schon erzählte, lägen die Sanierungskosten für das Schnuckelhäuschen weit über seinem Wert (es ist feucht, hat keine Heizung, nur Öfen, das Dach muss neu gedeckt werden). Das Häuschen wird also leider “plattgemacht“, wie C. es formulierte. Wann? Keine Ahnung. Aber ich werde es vermissen. Jetzt, nach so langer Zeit des Leerstandes, ist es ringsum mit Wildwuchs überwuchert, Brombeeren streiten sich mit Hagebutten und anderen Pflanzen um den Platz, man könnte Dornröschen hineinsetzen, so romantisch wirkt es. Vorn, an der Seite zur Straße, steht ein prächtiger Schwarzdorn. Die Fassade des Hauses ist hübsch ornamentiert mit Mustern aus hellen und dunklen Backsteinen. Der neue Besitzer kommt wohl aus dem persönlichen Umfeld der Erben, denn auf dem Markt ist das Haus nicht.

Etwas macht mich sehr wehmütig: Das Haus hat, weil seine Besitzerin „sehr sparsam“ war, seit Jahrzehnten keinen Handwerker mehr gesehen. (Es gibt nicht einmal eine Klingel außen, weil „das kostet ja Strom“). Nun werden Handwerker kommen, aber sie werden es zerstören. Ich werde das Häuschen vermissen ☹. ( Ja, Häuser haben für mich eine Seele, deswegen biete ich auch Clearings an).

 

Kleine Rückschau auf die Woche

Orrr.. jetzt könnte ich nochmal ein paar schöne ruhige Tage gebrauchen, my dearies. Mit der Orthese mußten wir noch zweimal zu Elmar, dem Orthopädie-Techniker. Ich bekam nach einigen Minuten des Gehens damit sehr starke Schmerzen im Lendenwirbelbereich rechts, so daß ich dann doch wieder Schmerzmittel nehmen mußte (obwohl ich meinen Nieren versprochen hatte, das nicht mehr zu tun). Hubert, mein großartiger Physiotherapeut, ließ mich mit der Orthese auf und ab laufen und sah sich das genau an. Er stellte fest, daß mein linker Fuß beim Auftreten nach außen wegkippte. Das verursachte ein Ungleichgewicht im Beckenbereich. Elmar teilte diese Meinung und fertigte aus Kork einen kleinen Keil an, den er unter der Fußschale der Orthese anklebte, so daß der Fuß jetzt nicht mehr wegkippen kann. Ergebnis: Ta-daa – Schmerzen weg! Ich bin sehr froh, denn die Schmerzen waren eklig und ich vermeide Schmerzmittel, wenn ich irgend kann. ( Ich finde, das bin ich meiner Leber und meinen Nieren schuldig, denn die müssen mit dem Gift klarkommen. Oft hilft eine heiße Wärmflasche genauso gut.)

Zudem schliff Elmar noch etwas vom oberen Rand der Orthese ab, der am Bein scheuerte.

Am Mittwochabend waren wir bei unseren Lieblingsnachbarn eingeladen, Wiltrud und Gerd. Wir hatten uns in der Silvesternacht verpaßt und wollten noch unbedingt einen Sekt auf das neue Jahr miteinander trinken. Wiltrud hatte eine wunderbare Quiche gemacht, und die Käseplatte mit Baguette machte uns einfach nur glücklich (und super-pappsatt).

Am Donnerstag feierte eine liebe Bekannte hier aus dem Dorf ihren 50. Geburtstag, zu dem wir eingeladen waren. Es waren schätzungsweise etwa 80 Leute da, jeder hatte etwas zum Buffet beigetragen, es war köstlich (nur können die Leute hier im Süden keinen vernünftigen Kartoffelsalat machen. Sie machen ihn mit Öl statt Mayonnaise, ohne Apfel- und Gurkenstückchen – und er ist WARM!!!!! 😝  Wie barbarisch! 😃) Als wir gegen elf wieder zu Hause eintrudelten, gab es Schimpfe von Bärchen, wie immer 😃 Aber die Orthese hat den Abend super mitgemacht –uuund ich habe herausgefunden, wie ich sie allein anziehen kann. Das freut mich riesig.

Bärchen und ich haben in der Zeit, als der Prinz im Sportstudio war, gemeinsam Batman geschaut, Batman Begins und The Dark Knight. The Dark Knight Rises ist für heute Abend geplant. (Ich finde, Batman kann man immer wieder gucken ;)) Ab dem Ende dieser Woche, habe ich mir überlegt, werde ich die Freitagsfüller wieder ausfüllen und posten. Im letzten Jahr hatte ich viel Spaß damit.

So, jetzt wünsche ich euch einen guten Wochenbeginn! Startet vorsichtig durch 😉

Post für Herrn Sonntag!

Wenn es regnet, fällt gern mal unsere Klingel aus.  Dann läuft Regenwasser hinter die Klingelanlage und dann tut sich nix mehr, bis es verdunstet ist. (So hat mir Jürgen, unser Vermieter, das erklärt.) So kam es wohl, daß ich unsere DHL-Jungs verpaßte, als sie eine größere Sendung abliefern wollten. Herr L. legte also einen Abholzettel in den Briefkasten, für den Prinzen. Vorgestern lief der Prinz eben zur Poststelle, um das Päckchen zu holen. „Ah, da bist du ja, ich hab’s schon für dich beiseite gestellt“, begrüßte Irmtraud, die Poststellenleiterin, ihn. Sie nahm das Päckchen und guckte verwirrt. „Das ist für Sonntag…? – ach nee, da stehen ja auch eure Namen“, lachte sie dann. Als der Prinz mir das Päckchen (groß und flach) zeigte, dachte ich gleich an einen Kalender. Vorne drauf stand:

Herrn Sonntag
c/o Lakritz/Prinz
Adresse

Drin war JUHU!!!! – der2018er Hundeportrait-Kalender von Uli Stein, plus eine Tüte mit knackigen Schinken-Kaustreifen!

Wie wir der Handschrift entnahmen, ist der edle Spender wohl unser herzliebster Herr Norden ❤

Ich habe mit Herrn Sonntag verhandelt: Er hat die Kaustreifen-Tüte leermachen dürfen, dafür darf ich den Hundekalender über meinen Schreibtisch hängen, dorthin, wo bis zum Jahresende noch der „Auf dem Lande“-Kalender 2017 des Herrn Stein hängt.

Herzliebster Herr Norden: Vielen lieben Dank! Das ist eine Riesenfreude!