Post für Herrn Sonntag!

Wenn es regnet, fällt gern mal unsere Klingel aus.  Dann läuft Regenwasser hinter die Klingelanlage und dann tut sich nix mehr, bis es verdunstet ist. (So hat mir Jürgen, unser Vermieter, das erklärt.) So kam es wohl, daß ich unsere DHL-Jungs verpaßte, als sie eine größere Sendung abliefern wollten. Herr L. legte also einen Abholzettel in den Briefkasten, für den Prinzen. Vorgestern lief der Prinz eben zur Poststelle, um das Päckchen zu holen. „Ah, da bist du ja, ich hab’s schon für dich beiseite gestellt“, begrüßte Irmtraud, die Poststellenleiterin, ihn. Sie nahm das Päckchen und guckte verwirrt. „Das ist für Sonntag…? – ach nee, da stehen ja auch eure Namen“, lachte sie dann. Als der Prinz mir das Päckchen (groß und flach) zeigte, dachte ich gleich an einen Kalender. Vorne drauf stand:

Herrn Sonntag
c/o Lakritz/Prinz
Adresse

Drin war JUHU!!!! – der2018er Hundeportrait-Kalender von Uli Stein, plus eine Tüte mit knackigen Schinken-Kaustreifen!

Wie wir der Handschrift entnahmen, ist der edle Spender wohl unser herzliebster Herr Norden ❤

Ich habe mit Herrn Sonntag verhandelt: Er hat die Kaustreifen-Tüte leermachen dürfen, dafür darf ich den Hundekalender über meinen Schreibtisch hängen, dorthin, wo bis zum Jahresende noch der „Auf dem Lande“-Kalender 2017 des Herrn Stein hängt.

Herzliebster Herr Norden: Vielen lieben Dank! Das ist eine Riesenfreude!

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„Wollen wir wetten?“

fragte ich soeben mein alter ego, die Frau Marzipan, „Wollen wir wetten: wir machen morgen früh mit dem ersten Kaffee die Nachrichten auf und sehen gleich, daß die inzestgeschädigten Rednecks in Alabama den Pädophilen gewählt haben, und zwar mit fetter Mehrheit?!“

Die Frau Marzipan seufzte. „Ich befürchte es“, sagte sie besorgt.

„Aber andererseits“, sagte sie  dann aufmunternd, „Wie im Großen, so im Kleinen. „Der giftige Fettklops da über dem Teich wird von Madame Karma gründlich auf die Fresse kriegen, ebenso wie der hiesige. Übergewicht und Gehässigkeit sind eine Kombination, die kein Körper auf Dauer durchhalten kann. Das schreit nach Schlaganfall. Der Typ mit der toten Katze auf dem Kopf hat bald einen Herzinfarkt, und du wirst nicht mehr lange die einzige Frau hier im Dorf sein, die sich im Rolli fortbewegt. Lass Karma mal rumwuseln, wir haben das ganze Leben lang  immer wieder gesehen, daß sie sehr gründlich arbeitet und sehr gerecht ist.“ Da hat die Frau Marzipan recht, und ich schaue jetzt noch schnell den „Polar Express“ fertig und gehe dann schlafen. Morgen übt die Ergotherapeutin mit mir, die Orthese anzuziehen. Das wird ein Geduldsspiel 😉

Nikolaus, komm in unser Haus…

Gestern war ja Nikolaustag,my lovelies, und damit einer meiner Namenstage. Da ich „Martina Nicole“ heiße, sind der Nikolaustag und der Martinstag meine Namenstage. Der Martinstag ist auch mein zweiter Geburtstag, da der Hallamati, also die Gehirnblutung, am 11.11.2011 war und ich – entgegen der Voraussage dreier Ärzte – in dieser Nacht nicht gestorben bin. Das ist für den Prinzen und für mich der Tag, an dem wir im Tivoli schlemmen und feiern, daß ich noch lebe (und scheiß auf die beiden Leute, die sich darüber ärgern, daß ich noch da bin, Karma wird das für mich ausgleichen).

Obwohl einer katholischen Familie entstammend, kannte ich als Kind den Brauch nicht, daß der Namenstag gefeiert wird (und sogar wichtiger ist als der Geburtstag). Oma wußte allerdings immer, wer gerade Namenstag hatte. Der Prinz ist auch katholisch aufgewachsen, in seiner Familie feierten sie die Namenstage auch.

So war ich gestern Abend sehr gerührt, als der Prinz mir mit den Worten „Alles Gute zum Namenstag, mein Schatz!“ Marzipanbrote und Dominosteine überreichte.

Mittags hatte im Briefkasten bereits eine Tüte gelegen, die eine Packung Dominosteine von Niederegger enthielt. Darauf klebte ein Aufkleber mit den Worten „Grüße vom Nikolaus“. Ich hatte gleich Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud im Verdacht und rief sie an. Sie wußte von nichts, fand das Ganze aber lustig. Ich sah die Tüte näher an. Sie zeigte eine witzige Zeichnung: einen schönen alten roten Bully, also einen VW-Bus, mit Geschenkpaketen beladen. Hmmmm…. Was sagt uns das, Watson?

Die Einzigen hier im Dorf, die einen Bully besitzen – allerdings in hell-babyblau – sind die Buchhändlerfreunde. Ich rief an.

„Susanne“, fragte ich, hast du mir was Süßes in den Brief—

„Nein“, unterbrach sie mich energisch. „Damit habe ich nichts zu tun, da mußt du mit dem Nikolaus reden. Das war ich nicht.“

„Aha, soso“, grinste ich. „Also du und der Nikolaus, ihr seid euch im Dorf begegnet und er hat zu dir gesagt „Hömma, Susanne, ich hab keinen Bock, noch bei der Nicole vorbei zu gehen, schmeiß du das mal für mich da ein, ja?“

„Ganz genau, so war das“, bestätigte sie ernsthaft. Im gleichen Moment brachen wir in prustendes Kichern aus.

Der prinzliche Süßkram ist tatsächlich das erste Namenstag-Geschenk meines Lebens! Seiner ist im Juni, da laß ich mir noch was Kleines einfallen (zumal er ja im Juli schon Geburtstag hat…)

Nachsitzen: Der Hirni

Das wollte ich schon lange erzählen, my dearies, hab’s aber immer wieder vergessen: Es ist eine geraume Weile her, da hatte ich mal wieder etwas gebloggt, das einen absender- und unterschriftsfreien Brief an den Prinzen (nicht an mich!) in unserem Briefkasten zur Folge hatte.

Der „unbekannte“  Absender siezt den Prinzen in seinen schriftlichen Ergüssen immer und nennt mich dem Prinzen gegenüber „Ihre Partnerin“. Schauen wir uns das mal näher an:

Wenn mich jemand angreift, frage ich immer: Worum geht es bei diesem Angriff? Was genau greift die Person an? Und, die wichtigste Frage in solchen Fällen: Was habe ich, das der Angreifer nicht hat? Um dies zu beantworten, muss man nur schauen, welche Redewendung /welcher Begriff kommt auffällig häufig vor, ist also das, das den Angreifer besonders beschäftigt bzw. frustriert?

Im Falle unseres „unbekannten“  Briefeschreibers ist es der Begriff „Ihre Partnerin“. Die meisten Leute hier im Dorf sagen einfach „Ihre Frau“/“Ihr Mann“ (obwohl alle wissen, daß wir nicht verheiratet sind; das interessiert aber niemanden) oder sie benutzen den einfachen und zutreffenden Ausdruck „Lebensgefährtin“.

Das Wort „Partnerin“ hingegen, das kommt auffällig häufig in den anonymen Briefen vor. Nun, eine Partnerin ist ja etwas Unverbindliches, es klingt nach einer sachlichen Geschäftsbeziehung, nach etwas, das man notfalls schnell mal eben auflösen könnte. „Ihre Frau“ dagegen, das weist auf eine feste Beziehung hin. Da der „unbekannte“ Schreiber der Briefe so oft das Wort „Partnerin“ benutzt, scheint es mir, daß er sich wünscht, auch so etwas „Unverbindliches“ zu haben und nun einfach sauer auf den Prinzen ist, daß dieser etwas hat, das der Schreiber sich wünscht. Nun, da die Briefe ja keinen Absender und keine Unterschrift tragen, wissen wir natürlich nichts über den Verfasser (nur, daß er genauso schreibt wie er redet).

Also ist es nur eine reine Vermutung, daß er eine gesetzlich angetraute Ehefrau hat, der er verpflichtet ist, und daß er diesen Zustand haßt. Daß er sich wünscht, sie wäre nur seine „Partnerin“, damit er diese Verbindung schnell lösen kann. Aber das ist, wie gesagt, nur eine Vermutung, die sich für mich aus dem auffällig häufigen Gebrauch des Wortes „Partnerin“ in den anonymen Briefen ergibt. Denn die Briefe sind ohne Absender und Unterschrift, daher wissen wir ja nicht, wer sie verfaßt und in unseren Briefkasten eingeworfen hat. Das Lustigste war aber bisher der letzte dieser Briefe (ist schon eine geraume Weile her). Da nannte mich der Autor geistvoll „Ihre Halb-Hirni-Partnerin“ (das sollte wohl auf die Blutung in meiner rechten Gehirnhälfte und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen abzielen, also ein Verspotten meiner Behinderung).  Allerdings ging der Schuß wunderbar nach hinten los, da er  den Brief geistreich schloß mit dem Satz: „Mit vorzüglichen Grüßen, Ihr Voll-Hirni“.

Das hat bei mir einen Lachanfall ausgelöst, denn der geistreiche Schreiber hat – in Unkenntnis der Ruhrpott-Sprache – mich eine Halb-Idiotin genannt, sich selbst aber, sehr zutreffend, einen Vollidioten. Denn: ein „Hirni“ ist bei uns im Pott ein Depp, ein Idiot, der nicht die einfachsten Dinge auf die Reihe bekommt und generell als lebensuntüchtig gilt. Kuckse ma hier.

 

 

 

 

YAY! geschafft!

Peter hat es gepackt – er ist unser neuer Ortsvorsteher! Mit 59,4 Prozent hat er seine beiden Konkurrenten, die SPD-Tante und den Grünen, vom Tisch gefegt. Wir freuen uns für ihn – und damit auch für uns, unser Dorf. (Ich habe ganz eventuell etwas viel Weißherbstschorle und Sekt getrunken 😀 )

Der Prinz und ich knuddelten Peter noch schnell, bevor wir zu unserem Mausebärchen heimkehrten und Peter drückte den Prinzen extra heftig für seine Hilfe mit Flyern, Wahlplakaten, der Webseite  und Transparenten, die der Prinz in etlichen nächtlichen PC-Sitzungen für ihn erstellt hat.

Zu 100 Prozent ins Bett geht jetzt

die Frau Lakritz (sehr zufrieden)

Und da ist sie wieder…

… die „Frau Lakritze jammert über die Kälte“ – Zeit, my dearies… der Hörbscht ist hier sehr plötzlich mit kalten Temperaturen eingebrochen, die vor allem die Abendgassi-Runden mit dem kleinen Herrn Sonntag für mich unerfreulich ungemütlich machen.

Ehrlich gesagt, hatte ich dieses Jahr gar nicht erst die Winter-Bettdecke gegen die Sommerdecke ausgetauscht. 😉 Und auch die Körnerkissen sind geblieben über die kurze Kälte-Auszeit, die vorgeflunkert hatte, sie sei ein Sommer. (Paxianer schrieb mir kürzlich mal, der Sommer sei so kurz gewesen, dass sie kaum Zeit gehabt habe, darin anzukommen. Well said, Paxi! Genauso ist es mir ergangen, und nun finde ich mich dabei, wie ich meine Vorräte an langer Ski-Unterwäsche, Schals und dicken Kniestrümpfen und Socken überprüfe. Ich werde meine Schwesti fragen, ob sie noch ein, zwei Körnerkissen für mich übrig hat, damit ich für die Nächte des kommenden halben Jahres gerüstet bin. 😃

Nun, immerhin strahlt hier gerade die Sonne und es steht ein Spaziergang mit Herrn Sonntag ins Nachbardorf an, auf einen Latte Macchiato im Eiscafé.

Morgen sind wir bei Brüderchen im Schwäbischen – die kleine Schwester von SuperPaul kommt in die Schule (OMG #ichwerdealt)

Wie ist das bei euch – herbstelt es? Und freut ihr euch?

Pippi, die Ausbrecherkönigin

Ein kleines special für Renata 😀

Kürzlich hatte ich diesen Bericht angekündigt, darlings; eine Zeit lang hat sich Pippi nebenan im Hof selbst eingesperrt und uns damit halb verrückt gemacht:

Das Häuschen, das gleich neben unserem steht, gehört noch zum ursprünglichen alten Häuserbestand des Dorfes. Es ist ein süßes rotes Backsteinhäuschen mit gemütlicher, heimeliger Ausstrahlung. Die alte Dame, die darin wohnte, starb vor etwa drei Jahren. Wir hatten eine gute Beziehung zu ihr. Im Dorf nannte man sie nur bei ihrem Vornamen, also „die Klara“, oder, im hiesigen Dialekt, „es Klärche“.

Seit sie tot ist, steht das Haus leer. Die Erbengemeinschaft besteht aus einer Gruppe von fünf Geschwistern (Klaras Nichten und Neffen, sie hatte keine eigenen Kinder), die aber nicht alle hier im Dorf leben. Die fünf können sich nicht so recht einigen, was sie mit dem Haus anfangen wollen, zumal es durch und durch feucht ist und das Dach erneuert werden muß. (Ich hatte mal kurz überlegt, es mir als Praxis einzurichten, aber in einem feuchten Altbau hatte ich schon 2006 meine erste Praxis hier, und das hatte zu viele Nachteile, auch für die Klienten, so daß ich froh war, als ich ins Herrnsheimer Schloß umziehen konnte. Zudem ist das Haus sehr winzig, also eher uninteressant für meine verrückten Ideen 😉 ) Der Grundriß sieht dort drüben aus wie bei uns: Kommt man durchs Tor, liegt rechts das Wohnhaus, das die rechte Längsseite des schlauchförmigen Hofes bildet. Bei uns ist die linke Längsseite der frühere Kuhstall (heute Werkstatt), beim Klärche ist das die Rückseite unseres Hauses. Die hinteren Stirnseiten beider Höfe bilden Gebäude, hinter denen Land liegt. Bei uns ist das die Scheune, durch die man in den riesigen Garten unserer Vermieter gelangt. Beim Klärche ist es ein alter Schuppen, hinter dem ein großes Stück Grasland liegt, das hin und wieder als Pferdeweide verpachtet ist. Unser Hof ist unzugänglich, da durch die verschlossene Scheune hinten und das hohe Tor vorn geschützt, aber beim „Klärche-Haus“ kann eine Katze wohl problemlos von hinten durch die Wiesen über das Dach des alten Schuppens in den nachbarlichen Hof kraxeln. Das schaffte bereits im Juni auch unser neugieriges  Pippikind. Der Prinz und ich kamen spätabends von einer Vernissage  zurück, als wir hinter dem Hoftor an Klärchens Haus ein energisches „EO! EO!“ hörten. Das war eindeutig Pippilein, die um Hilfe rief. Unter dem Tor hindurchschlüpfen konnte sie nicht, wie bei unserem Tor, da ist kein Platz. Um das Haus kümmern sich zwei Schwestern, die in der Nähe wohnen. Das sind E., die mir öfter selbst gekochte Marmelade und Gelees bringt, und C., mit der mich eine herzliche Zuneigung verbindet.

Es war uns ein Rätsel, wie Pippi in den Hof gelangt sein konnte. Ich nahm an, daß C. im Haus gewesen war und Pippi versehentlich im Hof eingeschlossen hatte (das Pippikind ist sehr scheu, sie hatte sich wohl gut versteckt gehalten.) An diesem Abend mochte ich C. nicht so spät noch anrufen, sprach also dem Pippilein durch das Tor Trost zu (im Fahrrad-Unterstand ist sie geschützt)  und ging besorgt schlafen. Der nächste Tag war ein Samstag. Gleich nach dem Frühstück rief ich C. an und schilderte ihr die eingesperrte Pippi. C. lachte und sagte nur: „Ich komm‘“. Sie war zwei Minuten später mit dem Fahrrad da und schloß das Tor auf. Heraus schoß ein erleichtertes Pippilein, das bei C.s Anblick vor Schreck fast wieder zurück in den Hof geflitzt wäre – nicht, daß C. so ein schlimmer Mensch wäre – im Gegenteil! -, aber Pippi vermutet bei jedem fremden Menschen, sie könne gleich gefressen werden 😃 Ich war ebenso heilfroh wie mein Pippikind, daß sie wieder zuhause war. C. wehrte meinen Dank erstaunt ab – wie schon erwähnt, ist Nachbarschaftshilfe hier im Dorf eine Selbstverständlichkeit. Nun, das Pippilein war wieder da. Nur flitzte sie am Abend, als wir mit Herrn Sonntag zum Abend-Gassigang den Hof verließen, wieder raus. *seufz* Und richtig: Als wir zurückkehrten, kamen aus dem Nachbarhof die bekannten Rufe. Am nächsten Morgen rief ich C. an, die lachend kurz darauf klingelte. Der Prinz kam dazu, und wir untersuchten zu dritt den Hof, um herauszufinden, wie Pippi da hineingelangen konnte. Der kleine Schuppen zeigte sich als einzige Möglichkeit. Er ist niedrig genug, daß eine Katze von der Rückseite aufs Dach gelangen und vorne in den Hof hinunterspringen kann. Nur: das Dach steht etwas vor, also kann die Katze nicht wieder hinauf… C. schlug vor, Pippi ein Brett an das Dach zu legen, über das sie hinauflaufen könne. Der Prinz fand eins in unserem Hof. Leider ist es aber so dünn, daß es sich durchbiegt und federt, wenn es belastet wird. C. hatte die Idee, es von unten mit der grauen Mülltonne abzustützen, die ja nicht mehr genutzt wird. So bauten C. und der Prinz dem Pippilein einen Fluchtweg.

Prompt verschwand die kleine Fellnase am nächsten Abend wieder. Alles von vorn: EO-EO-Rufe aus dem Hof, ich an unserem Bad-Fenster (das in den Nachbarhof hinausgeht), dem Pippilein zurufend, es solle die Fluchtbrücke benutzen… ich hatte eine unruhige Nacht. Am nächsten Morgen rief ich zögernd C. nochmals an, die sich vor Lachen kaum einkriegte, weil mir das so peinlich war und ich mich dauernd entschuldigte. „Hab‘ dich doch nicht so, ich mach das wirklich gern!“ grinste sie und drückte mich. Pippi schien das mit der Brücke einfach nicht zu kapieren!

Aber: ich bin ja katholisch… und wir Katholiken haben den Vorteil, daß wir einen ganzen Stall voll freundlicher Heiliger haben, die man in den verschiedensten Situationen um Hilfe bitten kann 😃 Für Tiere ist – klar! – Franziskus von Assisi zuständig. Beim nächsten Pippi-Desaster setzte ich mich also mit dem heiligen Franzl in eine ruhige Ecke und bat ihn, dem Pippilein doch mal einen vorsichtigen Schubs auf das Brett hinauf zu geben. Denn der Prinz erklärte strikt, Pippi müsse das jetzt lernen, zumal ich C. bereits fünf Mal alarmiert hatte. Einmal war sogar W. gekommen, C.s Mann, der das Ganze ebenfalls zum Brüllen komisch fand. 😊

Jedenfalls: der heilige Franz scheint dem Pippikind die Lösung gut beigebracht zu haben. Sie verschwand noch einige Male, rief auch aus dem Hof um Hilfe, kam aber immer wieder allein zurück. Inzwischen ist das Ganze zur Routine geworden. Wir schauen regelmäßig nach, ob die Konstruktion noch steht.

(Gedanken am Rande: Es ist schade, daß die Sanierungskosten den Wert des Häuschens weit überschreiten würden, denn ich könnte es mir sehr gut als Praxis vorstellen. Aber das Haus hat seit Dekaden keinen Handwerker mehr gesehen, denn „es Klärche“ war für ihre strenge Sparsamkeit bekannt ;)… Das Haus hat keine Heizung, nur Öfen, und die Stromkabel…uaah, will ich gar nicht wissen…)
Jedenfalls kann unsere kleine schwarze Ausbrecherkönigin dank der „Fluchtbrücke“ jederzeit den Hof über das Schuppendach verlassen und hinten herum über die Wiesen wieder nach Hause kommen. Ich bin wirklich sehr froh über den Zusammenhalt und die Herzlichkeit der Nachbarn hier im Dorf!