Jetzt aber!

Vorhin rief jemand von der Orthopädie-Werkstatt an, um zu berichten, daß meine Orthesenschuhe  endlich angekommen sind. Yay! Am Samstag um elf habe ich einen Termin zum Anprobieren. Dazu kommt eine Einlage für den rechten Schuh, um den Höhen-unterschied auszugleichen. Dann kann ich das Wochenende zum Üben nutzen – An- und Ausziehen der Orthese und der Schuhe  und das Laufen damit. Denn am 21.12. wollen wir meinen Bruder besuchen, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt dort sehen und später am Abend gibt es eine Wanderung mit Fackeln zur Burg hinauf. Ich bräuchte das nicht bei der Kälte, aber der Prinz findet das so schön, also gehe ich mit.  Fotos der Schuhe folgen 😉

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Dieses Wochenende so

Freitagnachmittag, darlings… Die Woche flitzte mal wieder rum wie nix. Heute Abend sind wir im Theater. Nein, mal nicht im Nationaltheater Mannheim 😃

Es ist die Aufführung einer Komödie der örtlichen Theatergruppe, im Sportheim des TUS. Wir gehen hin, weil Freund und Lieblingsnachbar Gerd mitspielt, und es lohnt sich immer, ihn auf der Bühne zu erleben, er ist klasse und superwitzig.

Ich hoffe nur, daß es nicht wieder wie beim letzten Mal, als wir dabei waren, so eine peinliche Fremdschäm-Einlage des Vereinsvorsitzenden gibt. Da stieg der kleine Fettklops nämlich auf die Bühne, drängte sich ganz nach Trump’scher Manier zwischen die sich unter dem Applaus verbeugenden Schauspieler zum vorderen Bühnenrand und begann ungefragt, dem Publikum die Schauspieler vorzustellen. Diese schauten sehr irritiert, waren aber professionell genug, so zu tun, als sei so ein Verhalten normal, und ließen den kleinen runden Vorsitzenden sich selbst lächerlich machen. Denn: Der Typ hatte keine Ahnung, wie die Schauspieler heißen, daher stellte er sie alle mit ihren Rollen-Namen vor. Peinlich. Die Leute auf der Bühne stammen alle hier aus dem Dorf, er sollte sie kennen, denn er lebt mit seiner Familie schon länger hier als wir – zumal er sich hechelnd nach dem Posten des Vereinsvorsitzenden gedrängt hatte. Wie die Amerikaner bei Trump sagen: Du wolltest den Job und den Titel (wohl mehr den Titel ; )) unbedingt, also benimm dich jetzt entsprechend.

Die Zuschauer konnten sich während der Trump-Einlage das Grinsen kaum verkneifen, lachten und zwinkerten sich vielsagend zu – der Klops hat einen Ruf im Dorf, daß er das Feingefühl eines Betonpfeilers besitzt und für ein bißchen Aufmerksamkeit alles zu tun bereit ist. Ausstehen  kann ihn kaum jemand, aber vielen tut er leid. Nun, vielleicht hält er sich ja heute Abend zurück. ( Ja nee, is klar, das würde Trump auch tun, ganz sicher…“Ich hab‘ zwar keine Ahnung, worum es hier geht, aber Hauptsache, ich habe ein bißchen Aufmerksamkeit…“)

Uuund morgen, my darlings, ist Samstag, der 11.11. – Sankt Martin – der sechste Jahrestag des Hallamati, also der Gehirnblutung (Bei dem Wort fällt mir noch eine witzige Geschichte ein, die ich vergessen hatte zu bloggen, hole ich nach!)

Bei neurologischen Verletzungen und dadurch bedingten Bewegungsausfällen, wie bei mir, heißt es üblicherweise in der neurologischen Fachwelt: „Was nach fünf Jahren an Heilung noch nicht wieder da ist, das kommt auch nicht mehr.“ Also hätte ich bereits im letzten Jahr die Hoffnung auf Gesundung aufgeben müssen, denn das war der fünfte Jahrestag. Aber ich hatte bereits damals nur das wiederholt, was ich von Anfang an gesagt habe: Ich denke nicht im Traum daran, aufzugeben – ich mache weiter, ich kämpfe! Gerade in den letzten Wochen habe ich dank meiner tollen Ergoherapeutin  gute Fortschritte mit dem linken Arm und der linken Hand gemacht. Niemand kann wissen oder voraussagen, wie sich so eine Sache entwickelt. Es liegt viel am Patienten selbst. Wer sich aufgibt, hat schon verloren, finde ich.

Den Samstag werden wir toll feiern –als meinen sechsten Geburtstag, denn vor sechs Jahren bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen. Ich lebe noch, und das sehr gerne! Wie immer, werden wir das abends mit einem köstlichen Essen im Tivoli feiern, darauf freue ich mich schon sehr. Ivo und Giovanna haben uns schon Plätze reserviert. Mnjam. Der Sonntag wird dann ein genüßlicher Ruhetag werden.

 

Pizza Stronzo

Einen schönen Freitag wünsche ich euch, darlings!

Freitags ist bei uns, da folgen wir dem löblichen Beispiel der BF (= Buchhändlerfreunde), Pizza- und Rotweintag. Das hat den Vorteil, wie die Buchhändlerfreundin sagt, „daß man dann schon vorher weiß, was es zu essen gibt.“ Wir haben das bei uns auch eingeführt und festgestellt, daß es das Wochenend-Gefühl sehr intensiviert, zumal der nächste Tag ja Samstag und es damit schnurz ist, wieviel Wein man trinkt.

Allerdings, ehrlich gesagt: Weder wir noch die BF sind so engagiert, daß wir die Pizza komplett selbst herstellen. Die BF greifen auf TK-Pizza zurück und belegen eine Margherita mit allem, das ihnen schmeckt. Der Prinz kauft den schon in Backpapier eingerollten viereckigen Teig, den er hälftig belegt mit Sachen, die ich mag und Sachen, die er mag (und die ich überwiegend widerlich finde 😉 )

Heute Mittag mußten wir zum Bürgerbüro, um unsere Personalausweise verlängern zu lassen. Auf der Rückfahrt dachten wir über Mittag- und Abendessen nach.

„Wäre auch mal eine Tiefkühlpizza ok?“ fragte der Prinz vorsichtig „Klar!“ sagte ich (Ich wartete wie immer im Auto). Nach einer kurzen Weile sah ich den Prinzen breit grinsend zum Auto kommen, mit meinem Süßkram und zwei TK-Pizze in der Hand.

Eine der Pizze hielt er mir vor dem Fenster hoch. „Nää! – oder?!“ sagte ich entgeistert. Der Prinz lachte nur. „Ich sah die und wußte, daß ich dir die mitbringen muß!“ sagte er.

pizzachoc

 

DAS ist Liebe, Leute! 😃

 

( Sie ist gerade im Backofen, ich gebe später Bescheid, wie sie geschmeckt hat 😉 )

 

16 Jahre (Nachtrag)

My dearies, schon vor einer Weile, am 11.Februar, hatten der Prinz und ich unseren 16. Jahrestag.

Wir haben da ein ganz eigenes Feier-Ritual: Am allerersten Jahrestag, 2001, überlegten wir, wie wir den Tag begehen wollten.

„Weißt du, wozu ich große Lust hab‘?“ sagte der Prinz damals spontan. „Ich würde  gern nach Frankfurt zum Flughafen fahren und auf der Aussichtsterrasse den Flugzeugen beim Starten und Landen zusehen. Und nachher  dort einen Kaffee trinken.“ Ich weiß noch, daß ich dachte: „ Flughafen? Aussichtsterrasse?! FEBRUAR???“ Aber die Aussicht auf Kaffee hinterher ließ mich zustimmen (obwohl: damals war ich  noch längst nicht so ein schlimmer Kaffee- Junkie wie heute 🙂 ). Wir standen eine Weile im schneidenden Februar-Wind und schauten Flugzeugen aus aller Herren Länder beim Starten und Landen zu (macht uns heute noch Spaß). Später entdeckten wir hinter dem großen Aussichtsfenster der Terrasse einen McDoof. Dort wärmten wir uns erstmal auf und ließen uns dann durch das internationale Flair des Flughafens treiben, mit einem Kaffee hier und da, sahen Menschen aus den verschiedensten Ländern, die zum Teil merkwürdige und zum Teil wunderschöne Kleidung trugen. Es machte Spaß und war interessant. Vor den Anzeigetafeln der Abflüge fabulierten wir darüber, wo wir gern einmal Urlaub machen wollten. Der Tag war sehr schnell vorbei, und seitdem machen wir genau das jedes Mal an unserem Jahrestag. Letztes Jahr hatten wir den kleinen Herrn Sonntag dabei, das hatte ihm nicht viel ausgemacht, trotz der vielen Menschen. In diesem Jahr war der Flughafen beinahe leer, es waren kaum Menschen unterwegs. Vielleicht lag es daran, daß Samstag war. Der kleine Herr Sonntag war genervt, weil er nirgends das Bein heben durfte. Das streßte ihn, wie wir merkten. Einen Haufen machte er aber dennoch, das bekam er hin 😀  Zum Glück hatte er Prinz wie immer die Kotbeutel dabei und entfernte den Haufen sofort. Dem Mausebären zuliebe  machten wir uns früher als geplant auf den Heimweg. Vorher ging der Prinz mit ihm noch über eine kleine Grünfläche vor dem Flughafeneingang, damit der Kleine mal in Ruhe pieseln und noch einen Haufen produzieren konnte. Das Bärchen schlief während der gesamten Heimfahrt fest auf dem Rücksitz.

Zu Hause erholten wir uns von den vielen wirren Eindrücken bei einem Nickerchen, dann fuhren der Prinz und ich am frühen Abend ein paar Dörfer weiter, da gibt es in einem netten kleinen Ort ein tolles italienisches Restaurant, es heißt  ganz pragmatisch „Pizza Pasta“. Wir hatten es vor einer geraumen Weile zufällig im Vorbeifahren gesehen und gehen nun hin und wieder zum Essen dorthin. Der Prinz wählte seine geliebte Pizza mit Meeresfrüchten (buäh, ein Graus für mich) und ich ließ mich von den Tagliatelle mit Brokkoli und Gogonzolasauce verführen. Dazu, wie meist, Lambrusco. Ich gratulierte dem Prinzen dazu, daß er es schon seit 16 Jahren mit mir aushält, wir lachten viel und hatten einen schönen Abend. Der Mausebär warf uns bei unserer Rückkehr wie immer vor, wir seien jah-re-lang!!! weggewesen, ließ sich aber mit einem Stück Fleischwurst besänftigen, die der Prinz noch schnell auf dem Rückweg im REWE besorgt hatte.

Nächstes Jahr müssen wir uns etwas einfallen lassen, das den kleinen Herrn Sonntag nicht so streßt wie der Flughafen, aber im Februar ist es halt nicht so leicht, irgendwo eine nette Zeit zu verbringen – es ist zu kalt, um draußen zu sein, und an viele Orte darf man keine Hunde mitbringen. Damit  fallen für uns die allermeisten unserer Unternehmungen weg, die uns Spaß machen: Ausstellungen  bzw. Museen. Na, uns fällt schon noch etwas ein! (Über Tipps, wenn ihr welche habt, freue ich mich! ; -))