Na super. Frau Lakritze ist entzückt.

Das Handgelenk wird am Freitagmorgen operiert. Der Arzt will mich aber bis Dienstag im Krankenhaus behalten. Grund: die linke Körperseite ist noch nicht zu 100 Prozent  wieder da, das heißt auch, daß man sich noch nicht ganz auf die Informationen verlassen kann, die die Nerven weitergeben (Berührung mit Kälte zum Beispiel nimmt mein Körper links nicht als „kalt“ wahr, sondern als Schmerz). Der Arzt will aber sicher sein, dass alles in Ordnung ist, also will er ein Auge auf mich haben. Ich darf die OP am Bildschirm mitansehen, bin so gespannt! Er hat mir das Ganze genau erklärt: Das Gelenk ist durch den harten Aufschlag verschoben, verdreht, gestaucht und liegt grundsätzlich irgendwie grottenfalsch. Klasse, ne? : – )) Er wird also da, wo man den Puls ertastet, die Haut lang aufschneiden, sich an den Muskeln und Sehnen vorbei zum Gelenk hinarbeiten und dieses dann korrigieren. Möglicherweise müsse auch etwas „aufgefüttert“ werden, eröffnete er mir so beiläufig. Soll heißen: er hat den Verdacht, dass beim Aufschlag ein Stückchen Knochen „weggekrümelt“ ist, das er, um eine spätere Fehlstellung durch die Lücke zu vermeiden, mit einem Stückchen Keramik auffüllen will, das dann mit der Zeit da anwächst. Na super. Allerdings ist dieser Arzt einer, zu dem ich sofort Vertrauen gefaßt habe. Handgelenke sind seine Spezialität, und er erscheint mir sehr  kompetent.

Da ich am Freitag früh nüchtern antanzen muss, hat er mir einen Kaffee nach der OP versprochen : – ))

In das Gelenk kommt eine Platin-Platte, die genau für solche Fälle entworfen und hergestellt ist.

Ich bin ja dankbar, daß den Handwurzelknochen nichts passiert ist! Musste über mich selbst lachen, als mir beim Anblick derselben auf dem Röntgenbild sofort der Merksatz für ihre Namen in den Kopf hüpfte:

„Ein Kahnbein fährt im Mondenschein
Im Dreieck um das Erbsenbein.
Vieleck groß und Vieleck klein,
am Kopf, da muss der Haken sein.

( Also: Kahnbein, Mondbein, Dreiecksbein, Erbsenbein, großes und kleines Vieleck, Kopfbein, Hakenbein.

Interessanterweise gibt es im Mittelfuß auch ein Kahnbein.

Hier heißt der Spruch:

Das Sprungbein und das Felsenbein,
die wollten in den Kahn hinein.
„Das geht nicht!“, sprach das Würfelbein,
„Da passen nur drei Keile rein!“

So hab‘ ich immer gerne gelernt: – )))

Und jetzt mal den Freitag abwarten. Halb acht, nüchtern. Nicht mal Kaffee!!! AARGH! Aber, wie gesagt: klasse Arzt 😀

 

 

Eins, Zwei und Drei – von Freundschaft und mehr

So. Ich bin, sozusagen, „wieder da“. Ich bin, etwas mehr als zwei Jahre nach dem Hallamati, wieder an meinem Arbeitsplatz, ich bin recht mobil ( E-Rolli, Busfahren, Laufen), habe gelernt, geduldig zu sein, habe gelernt, wieviel Kraft in mir steckt, von der ich vorher nichts wusste, habe eine ganz neue Art von Mut, Zuversicht und innerer Ruhe gewonnen. Es war eine schlimme Zeit, zum Teil auch sehr hart – aber: ich möchte sie nicht missen. Diese Zeit hat mir viel gegeben. Der Hallamati hat mir einiges genommen, aber im Grunde, wenn ich genau hinsehe, hat er mir mehr geschenkt als genommen. Erkenntnisse.  Neue Fähigkeiten. Zum Beispiel: Dass ich Mitleid empfinden kann mit den beiden Menschen, deren Neid und Missgunst all diese Ereignisse in Gang gesetzt haben. Ich kann heute die Angst sehen, in der  sie gehandelt haben. Die panische Angst, zu kurz zu kommen im Leben. Dass ihnen jemand (ich) etwas wegnehmen könnte. Ich kann diese Menschen heute mit Mitgefühl und Nachsicht ansehen, vor allem die Frau, die in ihrer Eifersucht auf meine Praxis ihren Mann so lange aufstachelte, bis er entnervt klein beigab und nach einer Möglichkeit suchte, wie  er mir Schaden zufügen konnte. (Was allerdings nicht klappte, da die Staatsanwaltschaft in 20 Minuten herausgefunden hatte, woher die anonymen Mails stammten und ich von da ab alle Angriffe schon im Voraus abblocken konnte.) Wenn die Frau mir heute begegnet (auf der Straße oder bei einer Veranstaltung im Dorf), tut sie immer sehr hektisch ganz furchtbar beschäftigt, so dass sie mich vor „lauter lauter“ nicht sehen muss. (Ich kann warten…  Karma wird da schon eingreifen, da bin ich sicher. *grins*)

Also, kurz: ich bin wieder da  – und schaue mich um und sehe: Drei meiner Freundinnen sind nicht mehr da. Seltsam, weil ich gerade diese unter “enge“ Freundschaft“ eingestuft hatte. Ich nenne sie hier mal einfach Freundin Eins, Zwei und Drei.

Bei Eins war es Anfangs am Schwersten für mich. Ich verstand ihr Schweigen nicht – und fragte letztlich eine gemeinsame Freundin um Rat. Diese wunderbare Frau (*Knuuutsch* – du weißt, dass du gemeint bist : – )) erklärte mir Folgendes: Die Gehirnblutung fiel bei mir in den Zeitraum, in dem Eins sich von ihrem Mann trennte (das wusste ich nicht mehr; vieles, was vor dem Koma war, ist heute für mich nur noch undeutlich in Erinnerung). Sie hat heute eine neue Beziehung und hat sich ihr eigenes Unternehmen aufgebaut – kurz: Sie ist in ihrem neuen Leben angekommen und legt ihr altes Leben Stück für Stück ab. Und zu diesem alten Leben, so erklärte mir die wundervolle Freundin, gehören eben auch wir… denn auch zu ihr hat Eins den Kontakt aufgegeben. Das steht ihr zu. Die wundervolle Freundin erklärte mir das mit dem Bild von Gleisen, die eine Weile parallel laufen und von denen eines dann abbiegt. Das kann man nicht parallel halten, ohne es zu verbiegen. Bingo!  Fand ich eine gute Erklärung, mit der ich auch sehr gut leben kann.

Was Zwei betrifft, so weiß ich von ihr, dass sie aufgrund sehr schlimmer Erlebnisse in ihrer Kindheit und Jugend mit den Themen Krankheit und Tod (dem war ich ja ziemlich nahe) nicht umgehen kann. Da schützt sich ihr Unterbewusstsein sofort, indem es einfach die inneren Rolläden zumacht.  Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die diese Geschichte kennen, daher bin ich ihr auch nicht böse, sondern verstehe sie. Ich vermisse lediglich, wie bei Eins, die guten gemeinsamen Zeiten. Ich habe unseren gemeinsamen Freund, den herzliebsten Herrn Norden, um Rat gefragt. Er verglich das Leben mit einer langen Wanderung, bei der einige Menschen über gewisse Strecken mit einem zusammen wandern. Irgendwann gabeln sich die Wege allerdings wieder. Das habe nichts mit einem selbst zu tun, meinte der herzliebste Herr Norden – man solle das auch nicht übelnehmen, sondern sich über das gemeinsam erlebte Wegstück freuen. Genauso sagte es auch die wundervolle Freundin: „schön, dass es gewesen ist – was die Zukunft bringt, weiß man nicht.“ So bin ich auch mit Drei verblieben, mit der ich zwar kurz Kontakt hatte, die aber darauf besteht, dass ich zu ihr in ihren gut 50 Kilometer entfernten, mitten in der pfälzischen Pampa gelegenen Wohnort  komme. Ich habe ihr erklärt, dass ich kein Auto mehr besitze ( habe es dem Prinzensohn überlassen) und nicht alleine zu ihr kommen kann – zu weit, zu kompliziert für jemanden mit Behinderung.  Sie bezeichnete mich daraufhin als zickig und aggressiv (echtjetztma– Worms ist in Bezug auf Barrierefreiheit wirklich der letzte Heuler  ; – )) Und derPrinz ist arbeitstechnisch gerade in ein Riesenprojekt als Leiter eingebunden und kann mich nicht ständig rumfahren. (Ich laufe mit diesen Argumenten leider ins Leere.)

Da ging tatsächlich – zu meiner Ungläubigkeit – ein kindergartenhaftes Aufrechnen los, wer wann wie oft bei wem war – „jetzt bist du aber dran! – und ich habe beschlossen, dass  das  jetzt wohl eine Weggabelung oder ein abbiegendes Gleis sein soll. Wirklich: Ich langweile mich nie zu Hause, wie ich im letzten Beitrag schrub, Besuche sind mir herzlich willkommen – aber ich möchte gern, dass mich Menschen besuchen oder was mit mir unternehmen, weil sie  mit mir zusammen sein wollen, nicht weil sie sich verpflichtet fühlen. DAS verstehe ich unter Freundschaft, nicht, das, was Facebook als „Freunde“ bezeichnet. Ich habe als Kind Prinz Eisenherz gelesen und die Artussage, ich habe von „Freundschaft“ eine andere Vorstellung als viele andere. Mein Anspruch ist da, ehrlich gesagt, entsprechend höher ; – )

Also, liebe Eins, Zwei und Drei: Ich danke euch von Herzen für die schönen Zeiten, die wir miteinander hatten, das Lachen, das Vertrauen, die Zuneigung.  Ich werde euch nie vergessen. Ihr werdet immer ein schöner, liebevoller Teil meiner Vergangenheit sein. Aber jetzt möchte ich mich den Menschen zuwenden, die in meiner Notsituation für mich da sind ( die alten und die neuen, die mit anpacken, ganz selbstverständlich, ohne viele Worte).  Ciao! Und ich wende mich jetzt meiner Gesundung und meinen Zukunftsplänen zu!

Wieder da

So, ich bin zurück vom Prüfungsvorbereitungswochenende (tolles Galgenraten-Wort, was?).

Vielen lieben Dank erstmal für die Mitgefühlsbekundungen und die guten Wünsche. Ich sehe mich heute nach einem neuen Auto um. Bin soweit wieder fit, dank Arnica für die gebeutelte Muskulatur und die Prellungen und Geranium Robertianum gegen den Schrecken.  Sehe mich heute nachmittag nach einem neuen Auto um.

Es war klasse in der Heilpraktikerschule, wir haben nochmal viel Lernstoff strukturiert bekommen. Vor allem die Infektionskrankheiten und das Infektionsschutzgesetz sind zwei Themen, die man unbedingt für beide Prüfungen können muss, die aber für die meisten ein Horrorthema sind. Grund: Paragraphen und Absätze, die man auswendig wissen muss, Krankheiten, Erreger, Inkubationszeiten, Verläufe und Komplikationen – das ist sehr viel Stoff. Aber mit meinen geliebten MindMaps habe ich das super strukturiert bekommen.

Injektionstechniken und Blutabnahme haben wir auch nochmal gemacht und eine Runde Notfallhilfe. War richtig gut.

Unabsichtliche, aber sehr lustige Formulierung des Lehrers: „Das Infektionsschutzgesetz wurde ja nicht von der Natur gemacht, nicht mal von Menschen, sondern von Politikern.“:-))

 

Stenozeit

ist gerade angesagt – ich bin hier ein bisschen kurz angebunden, weil bald Prüfung ist (das Wochenende jetzt verbringe ich wieder in der Heilpraktikerschule, Prüfungsvorbereitung).

Zudem bin ich im Moment sehr viel müde und fühle mich wie eine Schwangere im neunten Monat, die sagt: „So, war eine tolle Zeit mit der Schwangerschaft, aber jetzt werde ich sehr froh sein, wenn das Balg endlich geboren ist!“ :-))

Die HP-Schule hat uns die schriftliche Prüfung von 2008 geschickt mit der Bitte, diese schonmal für das Wochenende vorzubereiten. Hab ich gemacht und festgestellt: ich hätte sie nicht bestanden.

Was so sechs Wochen vor der Prüfung auch kein tolles Gefühl ist. Aber ich will das schaffen!!!!einself!!!!! Verdammte Socke.

Es wird also noch eine Weile etwas weniger ausführlich hier zugehen, bis ich den Brocken geschafft habe. Und ich freue mich über jeden gedrückten Daumen…

Hi!

1. Ein großer Dank an die, die über die neue Spendenseite für den Gnadenhof High Chaparral gespendet haben – wir sind fast bei der Hälfte angelangt!

An die, die über die Seite gespendet haben und sich wunderten, dass ihr persönliches Pferd noch nicht erschienen ist: das lag an mir – ich hätte dem Webelf die Zahlungsbenachrichtigungen weiterleiten müssen, damit er sie einpflegen kann. Das war mir nicht klar, hab ich nachgeholt und nun ist die Seite aktuell. Neue Spender werden umgehend eingetragen!

2. Abgesehen davon, dass ich mir den Allerwertesten abfriere und das Gefühl habe, das viele Weiß da draußen lässt mir die Synapsen durchknallen, bin ich gerade beim Zusammenstellen meiner Unterlagen für die Anmeldung zur Heilpraktikerprüfung.

Die Bescheinigung vom Hausarzt ist fertig (er muss schriftlich bestätigen, dass ich körperlich und geistig in der Lage bin, den Beruf der Heilpraktikerin auszuüben). Das polizeiliche Führungszeugnis hole ich jetzt. Die Geburtsurkunde habe ich gefunden, die muss auch beglaubigt werden, zusammen mit meinem Abizeugnis.

Kommende Woche werde ich nach Heppenheim fahren und mich anmelden. Schon ein Gedanke, der Herzklopfen macht. Aber ich freue mich drauf.

 

Aus der Wallachei

1. Die Heilpraktikerkurse sind fantastisch und machen mich sehr glücklich.

2. Ich übernachte in einem Dörfchen namens Nordweil, das in einer Talsenke liegt. Das tötet mein Handy. Ich komme mit dem Stick ins Internet, kann den Seiten aber beim Aufbauen zuschauen und dabei Socken stricken. (Könnte, wenn ich Mudder Seemann wäre.)

3. Hat jemand American Gods von Neil Gaiman gelesen und erinnert sich an The House on the Rock mit dem fantastischen Karussell? Hier ist ein Foto von Neil Gaiman auf diesem Karussell. Es gab ein American Gods-Treffen mit Neil Gaiman dort und ich war sehr traurig, dass ich nicht teilnehmen konnte.

4. Der Prinz kommt morgen abend her, verbringt den Samstag nebenan im Elsass und abends, wenn mein Injektionskurs rum ist, fahren wir gemeinsam nach Hause.

5. Ab Sonntag kann ich wieder normal bloggen.

6. Die Kurse gehen von morgens halb neun bis abends halb sieben und ich bin dann so pappfertig, dass ich meist gegen neun im Bett liege. Ich habe schon lange nicht mehr so viel geschlafen und gleichzeitig so viel gearbeitet wie hier. Faszinierend. Man muss aber auch sehen, dass ich außer den Kursen, essen und schlafen sonst nichts tue.

7. Ich wünsche euch eine gute Zeit bis Sonntag!