Wie Bärchen dem Tod entrann – Teil1/2

Mal wieder war hier eine lange Ruhepause, meine Lieben. Der Grund dafür war (und ist noch), dass der Bär sehr krank war und so gerade noch dem Tod von der Schippe springen konnte. Hier kommt Teil 1 meines Berichtes darüber, was passiert ist. Teil 2 folgt und handelt davon, wie es weitergehen wird und welche Veränderungen die Krankheit in unsere Leben gebracht hat. Begonnen hat alles kurz vor unserem Osterurlaub im lüttje Hus.

Natürlich dachtet ihr euch schon, dass wir wieder im geliebten Ostfriesland waren, nech? Allerdings ist dieser Urlaub auch schon wieder Wochen her – er war um Ostern herum😃 Diesmal allerdings war der Urlaub ein Horror: Wir wären nämlich beinahe ohne Bärchen zurückgekommen und hätten dafür in unserem Woquarder Garten ein Hundegrab gehabt. Was war los?! Der Bär hatte ein akutes Nierenversagen. Die Werte waren so katastrophal, dass er beinahe daran gestorben wäre – WENN Hertas Tierärztin ihn nicht professionell behandelt und gerade noch so gerettet hätte. Angefangen hatte das Drama bereits etwa zwei Wochen vor unserer Abreise. Da ging das Bärchen durch eine heftige Phase des Brechdurchfalls. Es wurde so schlimm, dass wir, da der Highlander gerade lange Wartezeiten (coronabedingt) hatte, die mobile TÄ des Tierheims anriefen. Der Kleine litt sehr, da die Krämpfe des Würgens sehr stark waren und er sich zugleich schämte, dass er den Boden eingesaut hatte. Wir konnten ihm nicht begreiflich machen, dass es nicht schlimm war. Die Ärztin kam schnell und gab ihm eine Spritze „Anti-Kotz“. Die half umgehend. Sie tastete noch seinen Bauch ab, ob ein Darmverschluss vorliegen könne, fühlte aber nur seine Hoden, die sich bei ihm im Mutterbauch zwar entwickelt hatten, aber im Bauch geblieben waren, statt nach außen zu wandern. Sie liegen bei ihm in den Leisten (deshalb glauben viele andere Hundebesitzer, er sei kastriert. Zeugungsfähig ist er aber vermutlich dennoch, meint der Highlander.) Die Ärztin sagte, der linke Hoden sei vergrößert und fühle sich hart an – es könne ein Tumor sein… Sie gab uns einen Termin für einen Bluttest. Dieser ergab: Keine Tumormarker im Blut – gesundes Bärchen! Wir düsten guter Dinge los Richtung Woquard. Dort begann das Kotzen wieder, und es brach uns das Herz zu sehen, wie er schuldbewußt und ängstlich zum Prinzen hochschielte. Der Prinz umarmte ihn, sagte „Alles gut, Schatz.“ und wischte die Pfütze weg. Es wurde nicht besser. Die TÄ, die direkt in Woquard ist, hatte uns vom Bauchgefühl her nicht so zugesagt. Also fragten wir Herta, wo sie mit Bella hingeht. Dres. Trei & Gosselaar in Canum, sagte Herta. Der Prinz rief sofort an und wir bekamen gleich einen Termin für neun Uhr morgens. Die Praxis ist gut auf Corona eingestellt: Man sagt Bescheid, dass man da sei und wartet draußen im Auto. Die TFA kommt vor die Tür, ruft die Patienten auf und nimmt das Tier mit hinein. Der Besitzer kann um die Ecke gehen. Da steht eine dreiseitige Kiste aus MDF-Platten, etwa so groß wie eine Telefonzelle (weiß noch jemand, was das ist? 😉 ) Die Zelle steht direkt vor einem der Fenster, das gekippt ist. An der Fensterseite hat die Kiste keine Wand, so dass man durch das gekippte Fenster mit der Ärztin sprechen kann. Der Behandlungstisch steht direkt am Fenster, so haben Tier und Mensch immer Blickkontakt. Gut gelöst! Die Ärztin nahm Bärchen Blut ab und bestellte uns für elf Uhr zurück. Da es mit dem Auto nur fünf Minuten sind, fuhren wir nach Hause. Punkt elf standen wir wieder in der Zelle. Schlechte Nachrichten: Seine Nierenwerte seien katastrophal, sagte die Ärztin, „als Mensch wäre er Dialysepatient“.  Sie schlug uns vor, ihn bei ihr zu lassen, damit sie ihn an einen Tropf legen könne, der sein Blut reinigen und so den Nieren helfen solle, wieder in Schwung zukommen. „Aber“, warnte sie, „selbst, wenn er sich wieder erholt, kann niemand sagen, wie lange er noch leben wird!“ Egal – zu diesem Zeitpunkt waren wir bereit, einfach alles zu versuchen. Die Praxis schließt um 18 Uhr, da sollten wir ihn wieder abholen. Wir verbrachten also einen ganzen Tag im lüttje Hus ohne Bärchen, hörten kein Krallentickern auf dem Laminatboden, sahen die ganze Zeit seinen leeren Sessel und sein leeres Körbchen und versuchten, der Realität ins Auge zu schauen: dass der Bär an diesem Tage sterben könnte. Unsere Gedanken liefen im Kreis: Entweder ruft die Ärztin an und sagt, dass sie ihm nicht mehr helfen kann – oder er ist bereits tot, wenn wir kommen, um ihn abzuholen. „Wenn sie sagt, er ist so krank, dass Einschläfern das Beste für ihn sei, würde ich es nicht hinauszögern wollen“, sagte der Prinz tapfer. Ich holte tief Luft und stimmte zu.  Aber als wir um 18 Uhr an der Praxis ankamen und die Holz-Zelle betraten, da stand hinter dem Fenster am Behandlungstisch die Ärztin – mit unserem putzmunteren Bärchen auf dem Arm! Beinahe hätten wir beide vor Erleichterung geheult! Sie erklärte, der Bär sei sehr brav gewesen und habe nur einmal gemotzt, dass es ihm nun reiche und er nach Hause wolle. Der Tropf, an dem er den ganzen Tag lang gehangen hatte, habe den „Eiweiß-Müll“ aus dem Blut gespült, den seine Nieren nicht hatten bewältigen können. Danach seien die Nieren wieder in Schwung gekommen, „aber es ist dennoch nicht abzusehen, ob das so bleibt“, warnte sie. „Niemand kann jetzt sagen, wie lange er noch leben wird.“ Genau da begann der Bär energisch zu strampeln. Sie lachte und sagte: „Okay – er will jetzt nach Hause!“ Auf der Rückfahrt und später zu Hause war er jedenfalls erfreulich munter, und wir überwachten ihn mit Argusaugen. Er war erschreckend mager und sehr still, wirkte aber nicht mehr so krank. Er darf kein Futter mehr essen, das Eiweiß enthält, weil seine Nieren dies nicht mehr abbauen können. Bei Hunden in seinem Alter (er wird im August 15 Jahre alt!) sei das nicht ungewöhnlich, hatte uns die Ärztin erklärt. Es gibt Nieren-Diätfutter für Hunde, davon gab sie uns einige Dosen mit (das führen aber auch Läden wie Fressnapf). Da das Diätfutter kein Fleisch enthält, sondern hauptsächlich Füllstoffe wie Kartoffeln, ist es sehr trocken und kommt in krümeligen Brocken aus der Dose. Es riecht nicht gut und der Bär hasste es vom ersten Bissen an. Kohlenhydrate und Fett sind ok, aber Eiweiß ist sein Todfeind, hatte uns die Ärztin erklärt. Zudem hat er einen Herzfehler, der das Nierenproblem verschärft. Jeden Tag muss er eine Herztablette nehmen, die seinen Blutdruck regelt. Da die Tabletten nach Leberwurst schmecken, nimmt er sie gerne 😁 Dazu gab uns die Ärztin homöopathische Tropfen mit (Solidago = Goldrute), um seinen Blasen- und Nierenapparat zu unterstützen. Damit der Highlander weiß, wie sie Bärchen behandelt hat, drückte sie uns einen ausführlichen Bericht für ihn in die Hand. Das erwies sich als sehr praktisch, denn der Prinz ging sofort nach unserer Rückkehr mit Bärchen zum Highlander, der die leckeren Tabletten vorrätig hatte und dem Prinzen mehrere Fläschchen mit dem Goldrute-Mittel abfüllte. Der Bär weigerte sich anfangs, sich das Zeug ins Maul tropfen zu lassen. Tipp Highlander: Einige Tropfen auf ein Stück Brot träufeln und das aus der Hand füttern. Erfolg! Experimentieren zeigte, dass der Bär am liebsten Vollkorntoast mag. Davon verbrauche ich viel, so ist immer genug im Haus. Der abgemagerte Bär war ein erschreckender Anblick. Er hat ja sowieso das Äußere seines Windhund-Vaters geerbt und ist sehr schlank und windschnittig. Jetzt aber sah man jede Rippe, jeden Rückenwirbel und seine Beckenknochen stachen spitz hervor.

Hier geht es zu Teil 2!

Der Hundetod

wirft schon wieder seinen verdammten Schatten im Dorf, darlings. Bereits letzte Woche haben wir erfahren, daß die süße Susi, einBeaglemädchen in unserer Nachbarschaft, nur noch kurze Zeit zu leben hat. Ganz in unserer Nähe wohnen S. und G., an deren Haus wir öfter mal auf dem Rückweg unserer Abend-Bärchenrunde vorbeikommen. S. und G. haben zwei Beaglemädels, Susi (14 Jahre) und die jüngere Gretel. Beide Mädels hatten von Anfang an unser Bärchen sehr lautstark ausgeschimpft, wenn wir am Haus vorbeikamen. So kamen wir mit S. und G. ins Gespräch, über die Bell-Geräuschkulisse hinweg, und wurden uns immer sympathischer. Mit ihrem Sohn und dessen Frau verstehen wir uns auch super. Als wir vor einigen Tagen  wieder dort vorbeiliefen, waren beide Mädels seltsam still. S. und G. saßen auf der Bank vor ihrer Haustür, Susi lag zu S.s Füßen auf ihrem Polster, Gretel daneben mit ihrem Kopf auf Susis Bauch. S. erzählte uns, daß Susi einen Tumor im Bauch und nur noch kurze Zeit zu leben habe. „Gretel legt immer den Kopf auf Susi, sie spürt das“, sagte S. Sie erzählte uns auch, daß sie bei der Beagle-Züchterin schon  ein Welpenmädchen für Susis Nachfolge ausgesucht hätten. An diesem Abend gingen wir bedrückt nach Hause. Gestern Abend nun sahen wir das ganze Ausmaß: Gretel verbellte uns heftig, wie immer, aber Susi lag auf ihrem Polster neben S.s Füßen und  sah uns traurig aus ihren großen dunklen Augen an. Ihre Rippen schauten hervor, man konnte jeden Rückenwirbel erkennen und ihre Beckenknochen staken spitz heraus. Ihr Bauch dagegen war so dick und geschwollen, als wolle sie jeden Moment sieben Welpen gebären. So groß ist der Tumor! Gut, 14 Jahre sind viel für einen Hund, vor allem für einen Rassehund – aber so ein Krebstumor, muß das sein?! Susi ist ein herzensguter, sanfter Hund, und sie hat das nicht verdient (welches Tier  hat das schon?!) Sie bekomme täglich Schmerztropfen, sagte S. „Und wenn wir sehen, sie kann nicht mehr, dann werden wir sie erlösen“, sagte sie (ihr Tierarzt ist auch der Highlander, und er wird es sanft und liebevoll machen). Beide Menschen, S. und G., sind traurig. „Ich lasse sie unterwegs schnüffeln, so oft und so lange sie will“, sagte G. und man sah ihm die Wehmut an. Auch Susi schaut sehr traurig drein, als wisse sie, daß das Ende ihres schönen Lebens mit S.,G. und Gretel bevorsteht. Wir erzählten S. und G. von unserem Umzug hier im Dorf Ende August und luden sie schon mal zum Tee ein – mit Gretel und dem neuenWelpen. Bis Ende August wird dieser nämlich ziemlich sicher da sein, S. und G. rechnen schon im Juli mit dem erzwungenen Abschied von Susi. Maaaannn- wie ich diesen scheißdrecksverfickten Krebs hasse! Ich hab so eine Scheißwut!

Nachsitzen: Karneval!

Puh! Schon seit über einer Woche sind wir zurück von unserer Karnevalsflucht, ihr Lieben, und so viel ging hier ab, daß ich mal wieder nicht zum Aufschreiben gekommen bin – Therapie-Fortschritte (klein, aber erfreulich), Orthese mal wieder kaputt, Henry der Rolli hat Luftbereifung bekommen, und ich habe eine Sucht nach Quizsendungen entwickelt und verbringe viel Zeit bei Juhtjuhp, hauptsächlich mit „Gefragt-Gejagt“ und „Der Quiz-Champion“.

Jetzt aber mal schnell zu unseren sechs Fluchttagen in Woquard…

…unter Protest zurückgekehrt mal wieder, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches, denn bei jedem Aufenthalt in Woquard verlassen wir uns lüttje Huus nur äußerst ungern! Wie wir es uns schon vorher gedacht hatten, war es wieder ein „Indoor-Urlaub“, denn es war sehr kalt, stürmisch und äußerst naß (es regnete fast ohne Unterlaß, über alle sechs Tage hinweg). Die Fahrt war eklig, bei heftigem Regen und Sturmböen, die unseren kleinen tapferen Nissan Note heftig schüttelten, es war etwas unheimlich 😉

Unsere „Ersatz-Mama“ Herta hatte im Erdgeschoß schon die Heizkörper aufgedreht, und das war nötig, denn der eisige Sturm hatte das Huus ganz schön durchgekühlt!  Die Regenfluten hatten zudem den Grundwasserspiegel so erhöht, daß sich ein kleiner See durch einen sehr schmalen Ritz in der Kellerwand gepreßt hatte. Zum Glück ist der Keller nur ein kleiner Raum unterhalb des Hausflur-Bodens, und dort gibt es nichts, das hätte Schaden nehmen können. Herr Beckmann, der Vorbesitzer, hatte dort einige Stapel übriggebliebener Bodenfliesen gebunkert, denen war das Wasser egal. Wir nutzen den Raum derzeit gar nicht. Der Prinz hatte letztens mal einen kleinen Staubsauger gekauft, der auch Wasser aufnehmen kann, damit war das Kellerchen  in kurzer Zeit wieder trocken.

Wie üblich, schauten Herta und Bella vormittags herein. Bella, der kleine Sonnenschein, freute sich wie wild, uns (und vor allem das Bärchen!)  wiederzusehen. Ihr erster Weg führt immer zu seinem Futternapf, da klaut sie ihm etwas von seinem Trockenfutter. Dafür hat Herta immer Leckerli in ihrer Westentasche, die sie unermüdlich an beide Hunde verteilt. Das Wetter blieb kalt, stürmisch und naß. Zum Glück fühlen wir uns im lüttje Huus so wohl und heimisch, daß wir auch gut einige Tage drinnen verbringen können. Herta brachte uns erst einmal dorftechnisch auf den aktuellen Stand: Die Nachbarn gegenüber trennen sich. Das ist vermutlich nur für uns nicht sooo interessant, denn wir kennen die beiden nur vom Sehen und Grüßen, näheren Kontakt hatten wir bisher noch nicht (obwohl sie sehr nett sind, wie alle Menschen hier).

Als Herta aber erwähnte, daß die Frau plane, wegzuziehen, wurde ich hellhörig. Es gelang mir, meine Stimme neutral zu halten, als ich fragte:“ Dann nimmt sie die Kinder wohl mit?“ Es gelang mir ebenfalls, nicht jubelnd auf dem Tisch zu tanzen und eine Magnum-Pulle Sekt im Haus zu verspritzen, als Herta nickte und bestätigte: „Sie zieht zusammen mit den Kindern weg, aber alle14 Tage kommt sie am Wochenende, um ihm im Büro zu helfen“. Info für die, die mich jetzt ganz entsetzt als Kinderhasserin bezeichnen: Ihr habt recht! Ich habe gelernt, Kinder als notwendiges (wenn auch nerviges) Übel zu tolerieren, und schaffe es, mich in ihrer Gegenwart einigermaßen zivil zu verhalten. Diese beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, beide vorpubertierend, haben mir dies sehr schwer gemacht: extrem verzogen und verwöhnt (warum schaffen es spätgebärende Mütter nicht, ihren Kindern Grenzen zu setzen???), weil, wie das Mädchen mir einmal erklärt hatte, ihre Mutter ihnen gesagt hatte, sie dürften „machen, was wir wollen!“ Und das taten sie auch, jeden verdammten Tag, bis ich dem Irrsinn nahe war und den Kauf des Hauses zu bereuen begann.

Der Prinz versuchte mich zu trösten: “Schatz“, sagte er, bis es soweit ist, daß wir hierherziehen können, wohnen die bestimmt nicht mehr bei ihren Eltern, da studieren die schon irgendwo anders!“

Aber nun hat es das Schicksal doch anders gewendet. Natürlich ist es immer bedauerlich, wenn eine Ehe auseinandergeht, vor allem, wenn Kinder da sind, die ihren Vater ebenfalls lieben und die Mutter nicht bereit ist, den Kindern auch Zeiten mit dem Vater zu gönnen (ich weiß das sehr gut aus eigener Erfahrung.) Deshalb finde ich es prima, daß die beiden gegenüber offenbar eine gute Möglichkeit gefunden haben, sich in Freundschaft zu trennen. Dazu gehört ja auch eine gewisse Größe. Ich jedenfalls bin zutiefst dankbar und erleichtert, daß die beiden Dämonenkinder, wie ich sie immer genannt habe, nicht mehr hier wohnen. Ich wünsche ihnen und ihrer Mutter alles Gute, aber, wie Oma immer sagte: „Geh mit Gott, aber flott!“ Allerdings: Billy, der bildschöne Australian Shepherd der Familie, bleibt hier, bei dem Mann. Das freut vor allem unser Bärchen, denn er verbellt Billy immer sehr erbittert, wenn dieser es wagt, mit seinem Herrchen am Haus vorbeizulaufen.

Die Tage vergingen wunderbar ruhig und wir waren wieder einmal sehr dankbar, daß es bei den Protestanten keinen Karnevalsscheiß gibt. Mein Geburtstag fiel auf den Rosenmontag. Das wäre gar nicht aufgefallen, aber der Prinz mußte mir gleich morgens sagen, daß er kein Café gefunden hatte, in das er mich zum traditionellen Frühstück hätte ausführen können, denn fast alle Cafés haben montags geschlossen! Um diese Zeit sind ja kaum Urlauber in der Gegend, nur Karnevalsflüchter wie wir, so schließen viele Betriebe gleich montags und dienstags. Der Prinz war sehr enttäuscht, denn es war ja mein erster Geburtstag im lüttje Huus.

Allerdings, verriet er mir, habe er kleine Bratwürstchen, Bacon, Eier und weiße Bohnen eingekauft und könne mir somit ein English breakfast anbieten.  Da ich sowieso noch im Schlafanzug war und wenig Lust hatte, mich anzuziehen und in den Regen, den Sturm und die Kälte rauszugehen, freute ich mich natürlich sehr und der Prinz warf gleich den Herd an. Tee haben wir, als gute Bald-Ostfriesen, immer im Haus – und wir stellten fest, daß der gute Tee von Thiele durchaus mit einem English Breakfast Tea mithalten kann.

Auf die Bohnen verzichtete ich. Weiße Bohnen, egal in welcher Größe, schmecken mir nicht, aber der Prinz mag sie. Zudem hatte er sich die Mühe gemacht, die Toastscheiben, statt sie in den Toaster zu stecken, in der Pfanne mit Butter anzurösten, so wie ich es aus England kenne. Die sausages hatte er drumherum drapiert und auf dem Toast lag ein Spiegelei (sunny side up). Da ich Tomaten nicht ausstehen kann, übernahm der Prinz auch diese.

Nach dem Frühstück bekam ich Geschenke, dieses Shirt:

plutoshirt

Ist es nicht super? Wie findet Ihr’s?

Und diese DVDs:

kosmos

Beide Geschenke sind Herzenswünsche! ❤

Nachmittags kamen, auf meine Einladung, Herta sowie Edda und Tinus rüber, auf ein Glas Sekt. Herta und Edda verstehen sich gut und mögen einander gut leiden. Herta und Tinus wiederum kennen einander seit Jahrzehnten, sie sind beide im Kirchenvorstand. Die beiden redeten entspannt viel op Platt miteinander. Edda, der Prinz und ich verstehen Platt ganz gut, können es aber zu unserem Bedauern noch nicht sprechen. Aber daran arbeite ich! 😀 Es fühlte sich so wunderbar familiär an, mit den drei Lieben ❤ .

Edda fragte, wie alt ich nun eigentlich sei. Als ich sagte „59“, war ihre Antwort: „Ey, da könnte ich ja deine Mama sein!“ „Oh nee, lass mal“, lachte ich, „ich find’s gut, daß du meine Freundin bist!“

Es folgte ein allgemeines Philosophieren über das Alter (Edda und Tinus werden dieses Jahr beide 80, Herta 77). „Wahrscheinlich krieg‘ ich ’n Moralischen, wenn ich 80 werde“, sagte Edda düster, „und sauf mir einen an.“

„Ich nicht“, sagte Tinus fröhlich, „ich fühle mich wie 65!“ Kein Wunder – er ist frisch verheiratet, total verliebt in seine Edda, und er spielt regelmäßig Tennis 😉

Am Abend ging es rüber nach Greetsiel, da führte mich der Prinz zum Essen aus, ins Hohe Haus, das eigentlich ein Hotel ist, in dessen Restaurant man aber sehr lecker essen kann. Es schmeckte wundervoll, wir tranken Jever dazu, und ich hatte fast schon vergessen, was für ein tolles Bier das ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte mal wieder einen wundervollen Geburtstag – der nächste ist rund, da möchte ich etwas Besonderes machen, habe aber noch keine Idee. (Im Februar Geburtstag zu haben ist schiet, da kann man draußen nichts veranstalten!)

Am Dienstag und (Ascher)Mittwoch machten wir uns noch eine gemütliche Zeit auf der Couch. Ich hätte mir gern in der Messe das Aschenkreuz geholt, aber das kennt die evangelische Liturgie nicht, wie mir Herta erklärte. Es gibt in Pewsum, also praktisch gleich nebenan, eine katholische Kirche. Die ist sogar ausgeschildert, so selten sind die hier!

Am Mittwochabend mußten wir wieder zurückfahren. „Irgendwann, mein Schatz“, sagt der Prinz dann immer, „irgendwann kommen wir hier an und müssen einfach nie wieder zurück!“ Ich kann es nicht erwarten. Jetzt muß es nur schnell Ostern werden, denn dann geht es wieder zurück in die Ostfriesenheimat!

 

 

 

 

Laaaaangweilig

war es gestern Abend einem gewissen Mitglied unserer Familie, dessen Namen ich hier aus Gründen der Diskretion verschweige… Aber seht selbst:

langweilig

Um nicht ungerecht zu sein: ein mehr oder weniger großes Chaos herrscht in unserem Büro fast immer. Das gewisse Familienmitglied hatte sich lediglich entschlossen, dem Raum mit dem geschmackvoll drapierten Inhalt des Papierkorbes seinen ganz persönlichen „touch“ zu verleihen 😀 😀 😀

 

Ja, haha

Wenn wir mit dem kleinen Herrn Sonntag unterwegs sind, meine Lieben, kommen wir natürlich auch mit anderen Hunden und ihren Menschen ins Gespräch. Das ist meistens nett und lustig. Oft fragen die Leute: „Wie groß wird der denn mal?“ Sie sind meist  verblüfft, wenn wir sagen, dass der Mausebär schon fast 13 Jahre alt und ausgewachsen ist. Er wirkt halt durch seine schmale Figur (Erbe des Windhund-Vaters) und sein süßes Gesicht (vermutlich dito) sehr jung. Mir graut es nur vor der Frage „Wie heißt er denn?“, weil auf unsere Antwort „Domingo“ unweigerlich die Antwort des Grauens kommt: „Domingo? Wie der Sänger, haha, ne? Der, äh… Nein, flehe ich innerlich, Bittebitte sag es nicht – Sag es nicht! Aber in den meisten Fällen kommt die Folter doch:“ Der Platziehdo Domingo, ne? hehe.“ ja, hehe. Gut, daß der Scherzkeks  nicht meine Gedanken lesen kann und das Blutbad nicht sieht, das ich mit seinem Kadaver gerade anrichte. Im Gegenteil, ich habe gelernt, solche Menschen nicht sofort zu töten. (Sonst hätte ich eine Menge zu tun – bei jedem „Gnotschi“, Zutschini“ oder „Latte Matschiato“ eine Leiche verstecken zu müssen, ist nervig.) Ich atme also tief durch, lächele  und sage freundlich: „Ja, genau, wie der Sänger, der Plácido Domingo.“ Dann sind alle zufrieden – der Sprachenvergewaltiger, weil ich ihm recht gegeben habe (und er den Unterschied nicht mal ansatzweise gehört hat), ich, weil wir jetzt mit einem höflichen Zunicken weitergehen können, und der Prinz, weil ich den Sprachenvergewaltiger nicht getötet habe. Ja – so haben wir alle was davon. Ist ja auch schön, ne? 😀

 

 

 

 

Sorgen um das Bärchen

machen wir uns derzeit, my darlings. Es scheint nämlich, als könne er nichts mehr hören. Es war ein schleichender Prozeß. Jetzt, im Nachhinein, fällt uns auf, daß er uns wohl schon seit einigen Wochen nicht mehr gut hören kann. Nun, der Bär ist ein halber Windhund, und das Windhunderbe ist bei ihm sehr stark ausgeprägt. Dazu gehört auch, daß er nicht gehorsam ist. Windhunde gleichen im Charakter sehr stark den Katzen. Dazu gehört eben auch, daß sie Anweisungen, die ihnen nicht in den Kram passen, gerne einfach ignorieren. Mich hat das schon oft genervt, ich habe es aber immer toleriert, weil Bärchen zumindest dem Prinzen gehorcht, der ja sein geliebtes ein und alles ist, und mich damit arrangiert, daß ich eben nur das Beta-Rudelmitglied bin. In der letzten Woche hatte der Bär ein Problem mit dem linken Ohr. Als der Prinz seinen Kopf umfaßte und ihn liebevoll knuddelte, schrie das Bärchen schrill auf vor Schmerz. Daß etwas mit dem Ohr nicht stimmte, war klar – nur ließ der Bär uns das Ohr nicht anschauen. Wir befürchteten eine Entzündung im Gehörgang und setzten einen Termin beim Highlander auf den Wochenplan.

In den letzten zwei, drei Tagen wurde es aber deutlich, daß er uns tatsächlich nicht hört. Wir standen direkt hinter ihm, sagten laut seinen Namen, schnippten mit den Fingern und pfiffen. Keine Reaktion. Nicht gut. Aber sowas von überhaupt nicht gut! Es ist auch offensichtlich, daß der Bär darunter leidet, daß seine Wahrnehmung seiner Umwelt so eingeschränkt ist. Im August wird er  ja auch schon 13 Jahre alt. Es verunsichert ihn, das sehen wir ihm an. Er kommt oft leise winselnd zu uns, drückt sich an uns und möchte in den Arm genommen werden. Das fehlende Gehör versucht er auszugleichen, indem er uns intensiv ins Gesicht schaut und versucht, aus unserer Mimik und den Bewegungen unserer Lippen zu ergründen, was wir ihm sagen wollen. Das klappt erstaunlich oft. Wir versuchen, ihm seine Verunsicherung zu nehmen, indem wir ihn viel streicheln, kraulen und knuddeln und ihm seine Stofftiere werfen, damit er sie fangen kann (sein Lieblingsspiel). Immerhin: Seine Freude am Gassigehen ist ungebrochen. Noch diese Woche muß der Highlander sich die Ohren ansehen. Eine Bekannte erklärte uns heute, daß sich in hängenden Hundeohren leicht Entzündungen, Pfropfen oder Ohrmilben festsetzen und den Gehörgang blockieren können (Bei Cockerspaniels wußte ich das). Je nachdem, wie es beim Prinzen diese Woche mit der Arbeit aussieht, werden wir das Bärchen schnellstmöglich in die Highlander-Praxis mitnehmen und hoffen, daß einfach irgendwas in den Gehörgängen steckt, das leicht zu entfernen ist.Drückt ihr uns bitte die Daumen? Danke!

Off we go then, Gromit

… und wir steigen nicht in unsere Rakete, darlings, sondern begnügen uns mit unserem treuen kleinen Nissan Note 😉 auch die crackers haben wir nicht vergessen 😀

Unser höchsteigener kleiner „Gromit“ spürt schon die Aufbruchstimmung und ist hibbelig.

Habt ein wunderbares, hyggeliges Weihnachtsfest und rutscht mir gut rüber in ein glückliches 2019! Danke, daß ihr mich auch dieses Jahr wieder so liebevoll begleitet habt!

*Rundum-umarmgeräusch*

Zu eurer Information:

Der Mausebär hat ein Pferd.

Der Mausebär liebt sein Pferd.

😀 😀 😀 😀 😀

Am letzten Samstag hatten wir spontan Lust, mal wieder durch die Rheingalerie zu bummeln ( das ist eine noch recht neue Einkaufspassage in Ludwigshafen). Da man da drin sehr leckeres thailändisches Essen bekommt, waren wir eine ganze Weile dort. Der Mausebär war zu Hause (bei größeren Menschenmengen nehmen wir ihn nicht gern mit, das ist Streß für ihn). Da wir sowieso noch zu Ikea wollten, um einen dieser kleinen Tritthocker zu kaufen (im  lüttje Huus ist der Einstieg in die Duschkabine viel zu hoch für mich), flitzte der Prinz knapp vor Toresschluß noch fix rein, um den Hocker für mich und eine Alleinbleib-Belohnung für das Bärchen zu besorgen. Die Belohnung ist ja meist ein Stofftier, die der Bär wie verrückt liebt. Hinweis für Hundeleute: kein Stofftier ist so super haltbar wie die von Ikea – bis da die Füllwolle herumfliegt, dauert es Wochen. Der Prinz kaufte dieses Pferd, das der Mausebär zärtlich liebt:

domipferd

 

Zoe :'(

Der kleine Herr Sonntag, Susanne und ich waren gestern Nachmittag mit dem Herrn Hund Gassi. Der Prinz hatte eine Schulung zu halten und es war abzusehen, daß es später würde. So hat Susanne gern die Begleitung beim Gassigehen übernommen.

Gretel, das stürmische Beagle-Mädchen, die in Herrn Sonntag verliebt ist, bellte wieder heftig hinter ihrer Mauer, aber da kam gerade Dirk aus dem Haus, der Besitzer von Zoe, der riesigen gelben Dogge, in die der kleine Herr Sonntag heimlich verliebt ist.

„Hey, wo ist denn dein Mann?“ begrüßte Dirk mich.

„Hält mal wieder ‚n Vortrag“ lachte ich. „Und wo steckt Zoe? Domingo ist ganz verwundert, daß sie nicht im Hof steht und bellt…?“

„Zoe ist gestorben“, sagte Dirk ernst. „Am ersten Januar.“ Das haute mich erstmal um, obwohl ich gewußt hatte, daß sie mit ihren acht Jahren für eine Dogge schon sehr alt war, sie hatte schon eine ganz graue Schnauze gehabt und war fast blind gewesen. Dirk erzählte, was passiert war: Am Morgen des 1. Januar, als die Silvester-Ballerei sich beruhigt hatte, wollte Zoe noch etwas zu essen haben. Dirks Frau stellte ihr eine Schüssel mit leckeren Sachen an eine ruhige Stelle neben der Haustür. Als sie einige Minuten später noch einmal hinausging, lag Zoe wie schlafend neben dem Napf. Sie war tot. Dirk hat sie in Mannheim im Tier-Krematorium verbrennen lassen. Die Urne mit ihrer Asche hat er zu Hause stehen. „Sie haben mir noch einen Pfotenabdruck von ihr in Gips gemacht“, sagte er wehmütig.

Wie Memnok der Neufundländer, scheint auch Zoe schnell und sanft gestorben zu sein. Darüber bin ich froh, daß sie sich nicht quälen mußte mit Krebs oder sonst einer beschissenen Krankheit. Denn Zoe war, mit ihrer gewaltigen Größe und ihrer tiefen Wummerstimme, so sanft wie ein Marienkäferchen, verschmust und anhänglich. Ich bin froh zu wissen, daß sie bei Dirk und Jaro ein gutes Zuhause hatte und daß ihre beiden Menschen sie zärtlich liebten und sie liebevoll umsorgten, als sie blind wurde. Da ich in den kalten Wintermonaten kaum draußen war, hatte ich nicht mitbekommen, daß sie gestorben war.

Mach’s gut, Zoe, liebes altes Mädchen, wir werden dich vermissen!

Juhuuu *freuwiedoof*

Gestern haben wir Juni-Urlaub oben in der zweiten Heimat gebucht, my dearies, im Saterland – ich freu mich so sehr! Jürgen, unser Vermieter, wird sich wie immer um Haus und Katzen kümmern. Der kleine Herr Sonntag fährt aber natürlich mit uns mit, zumal er von der Nachbarshündin, der süßen Malou, noch zwei Spielzeuge zurückzukriegen hat, den Löwen und einen Gummiknochen.

Ach ja, ich wollte euch noch erzählen, daß unsere Freundin Edda ihre Schmiede geschlossen und weiterverpachtet hat, an einen anderen Schmied. Im Laden macht sie derzeit Schlußverkauf, also, liebe OL’er, schnappt euch noch, was geht! (Details folgen.)

Wir werden wieder bei Heike und Johannes auf dem Bauernhöfchen  in der zu einer wunderbaren Ferienwohnung umgebauten Tenne wohnen. Sie ist gemütlich und für mich ist alles ebenerdig, also perfekt! Natürlich werden wir unser übliches Essen bei Vapiano mit Edda zelebrieren, um unsere Frendschaft zu feiern. Diesmal nehmen wir auch Tinus mit, Eddas Lebensgefährten ( ja, sie ist verliebt, das ist sooo schön! Sie zieht bald zu ihm auf seinen Hof in Ostfriesland, deshalb schließt sie gerade mit Oldenburg ab… Ik vertell jau dat noch akroot ;))