Unsere zwei Juli-Wochen im Lüttje Huus

Vom 12. bis zum 24. Juli hatten wir zwei wundervolle Wochen im im Lüttje Huus, meine Lieben.Eigentlich hatten wir am Sonntag, den 14.7., fahren wollen, denn das war gleichzeitig der letzte Urlaubstag unserer Freunde Manu und Ralf, die eine Woche im lüttje Huus verbracht hatten, zusammen mit ihrer Mix-Hündin Mara. Das liebe alte Mädchen (zwölf Jahre) begann, erste Alters-/Ausfallerscheinungen zu zeigen. Die beiden zeigten Mara den Hundestrand in Norddeich und schickten uns ein Foto, auf dem sich Mara genüßlich auf dem Rasen in unserem Garten räkelte. Am Samstag schickte uns Manu aber eine Nachricht: “Wir fahren heute schon heim. Mara geht es gar nicht gut. Sie fällt immer wieder um. Haben alles geputzt und sind nicht direkt im Stress, aber wir wollen daheim sein, falls es schlimmer wird. Fahrt ihr doch schon los, dann habt ihr einen Tag mehr.“ Zwar hatten sie die Tierarztpraxis um die Ecke gesehen, aber die war am Samstag natürlich zu. Wehmütig sagten wir unseren Vermietern Bescheid (wegen Katzen-und Haus-Wache) und fuhren am Samstag Abend los. Wie immer, trafen wir mitten in der Nacht ein und fielen ins Bett, nachdem wir einen entzückten kleinen Hund müde gespielt hatten (der Bär liebt es, im Lüttje Huus zu sein!), Am nächsten Morgen traf Manus Nachricht ein: „Mara ist bei Willy.“ Wir hatten es geahnt…“Man hat einfach nix mehr machen können“, schrieb Manu. Ich rief sie an, um Näheres zu erfahren. Mara war kollabiert und noch in der Tierarztpraxis gestorben. „Es war einfach totales Organversagen, aus Altersschwäche“, sagte Manu.“Aber das war abzusehen, es ging ihr zuletzt immer schlechter.“ Dafür hatte Mara noch eine intensive Woche mit ihren beiden geliebten Menschen gehabt, eine Woche, in der sie ganz allein im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, ohne dass Ralf Termine für Konzerte oder Aufnahmen im Tonstudio oder dass Manu Cateringservice für Stadtfeste oder Hochzeiten planen musste. Es gab nur Mara in dieser Woche, viel Liebe und Fürsorge, kleine Ausflüge … und die Ahnung vom nahenden Abschied.

Der Prinz hatte es mal wieder geschafft, sich bei der Arbeit bis an den Rand der Erschöpfung zu bringen, deswegen verbrachte ich den Sonntag mit Lesen und zwang den Prinzen, Ruhe zu halten. (Okay, er ging noch eben gegen den Löwenzahn in der Einfahrt vor, den er zu seinem persönlichen Feind erklärt hat, schlief aber brav fast den ganzen Tag. Das beruhigte mich natürlich 😉 ) .

Am Montag lieferte eine Spedition zwei Stahlblech-Schränke, die der Prinz bestellt hatte. In diesen können wir unsere persönlichen Sachen verstauen, wenn Gäste im Huus eingeplant sind. Denn unsere Gäste sollen sich entspannt im Huus ausbreiten können, ohne überall auf unsere Sachen zu stoßen und fürchten zu müssen, etwas kaputtzumachen.

Ich war etwas traurig, denn früher, vor dem Hallamati, haben der Prinz und ich solche Arbeiten wie das Aufbauen der Schränke gemeinsam gemacht, Hand in Hand und ruck-zuck. Jetzt muß ich dabeistehen und zusehen, wie er das alleine macht, ich kann höchstens mal etwas festhalten, damit er eine Schraube eindrehen kann. ( Aber: nein, ich gebe nicht auf – ich trainiere die linke Hand weiter, bis sie sich wieder daran erinnert, was sie tun soll 😉 )

Apropos – kleiner Gedanke am Rande: Sollte nochmal jemand eine Wut auf mich haben und auf die Idee kommen, ein Voodoo-Püppchen von mir zu basteln – könntest du dann bitte statt Nadeln Pommes da reinstecken? Danke! 😀 😀 😀

Die Schränke also, in „frischem Steingrau“ stehen sie nun in dem großen Raum, der mal unser Wohnzimmer sein wird, geplant mit bullerndem Schwedenofen und Panoramafenster in den Garten. (Eigentlich sind es Aktenschränke, und die gibt es nun mal nur in Grautönen („Steingrau,, Aschgrau, Mausgrau, Betongrau“…). Aber da war ja noch etwas – der Prinz hatte ein neues Treppengeländer bestellt, damit ich auch endlich mal ohne Probleme über die gräßliche Betontreppe ins Obergeschoß gehen kann. Eine Spedition brachte ein drei Meter langes Rundholz aus Buche, das wir zusammen an das Brett anschraubten, das Herr Beckmann im Stil der 60er Jahre als Geländer angebracht hatte. Jetzt komme ich recht leicht nach oben und kann mir dort eins der Zimmerchen als Lesehöhle einrichten! \o/

Auch der nette Postbote freut sich, denn wir haben den bisherigen Briefkasten (Modell 50er Jahre, sehr klein, kupferbraun, mit Spitzdach und der Aufschrift „Post“ in Fraktur auf der Tür) ausgetauscht gegen einen schlichten weißen und vor allem großen Briefkasten mit einem Rundfach für Zeitschriften unten dran ausgetauscht. Nun muss der Postmann nicht mehr dreimal klingeln, wenn er eine der Foto-Fachzeitschriften des Prinzen bringt, weil er sie nicht knicken möchte – jetzt kann er sie rollen und ins Röhrenfach schieben. Übrigens macht der Postbote hier auch den DHL-Dienst, er kommt mit einem coolen gelben Elektro-Lieferwagen, den man nicht hört, klasse! Nun stehen wir nur noch vor der uralten Frage, die uns schon früher in Harkebrügge in den Wahnsinn trieb: Wie bekommen wir eine vernünftige Internet-Verbindung?! Im Moment geht das nur mit persönlichen Hotspots über unsere Häntis, das nervt, denn es ist keine stabile Lösung und das Datenvolumen reicht auch nicht. / Motzmodus aus. Ansonsten bin ich recht zufrieden mit mir, denn ich war jeden Abend mit meinen beiden Jungs auf dem Deich! Das Wetter war mild und der Wind weich, so daß ich nicht aus dem Gleichgewicht geriet, wenn er mich anpustete. Das Ersteigen der Treppe hinauf ist eine gute sportliche Übung, und oben gehe ich konsequent noch ein Stück auf dem Deichkamm, damit die Rumpfmuskulatur in Übung bleibt. Das wird ab jetzt eine Standard-Übung! Der Blick auf das abendliche Watt im Sonnenuntergang belohnt mich jedes Mal für die Mühe! (Wir sind übrigens jetzt Mitglieder in der Deichacht 😉 ), im BUND und beim NABU, das kommt hier fast automatisch mit.

Ungewohnt und doof war, dass Herta fehlte. Sie sollte nach der OP (neues Kniegelenk) in Norddeich in die Reha gehen,aber wir erreichten sie nicht – vermutlich war der Akku ihres Handys leer, und es war noch niemandem aufgefallen…?Auch meine Sprachnachrichten auf ihrer Mailbox schien sie nicht bemerkt zu haben. Aber das kennen wir von Edda, die zwar durchaus mal Sprachnachrichten hinterläßt, es aber nicht mitkriegt, wenn sie selbst welche bekommt (oder SMS).

Ach ja, am Sonntag hatte der Prinz Geburtstag, aber sein Geschenk hat er erst nach unserer Rückkehr nach Worms bekommen. Da ich auch nicht recht wußte, wohin ich ihn zum traditionellen Frühstück einladen könnte, fragte ich Edda um Rat. Sie erzählte mir von einem Café-Bistro, das ich schon öfter im Vorbeifahren gesehen hatte, die Osterburg Groothusen. Sie bieten am Wochenende ein phantastisches Frühstücksbuffet an,das „ Häuptlingsfrühstück“, über das Edda schon viele begeisterte Berichte gehört hatte. Das viele Lob war absolut berechtigt, wie sich zeigte. Auf sein Geschenk musste der Prinz noch etwas warten, aber wenigstens zum traditionellen Frühstück konnte ich ihn schon ausführen.Wie immer, wenn es Essen vom Buffet gibt, nahm der Prinz meinen Teller und holte mir etwas zu Essen, denn ich kann mit der rechten Hand entweder den Teller oder den Gehstock halten. Der Prinz weiß, was ich gern esse (und vor allem, was nicht), so packt er mir dann immer meinen Teller voll mit (für mich) leckeren Sachen. Es hat seine Vorteile, seit 18 Jahren ein Paar zu sein und sich gut zu kennen! 😀

Der Montag gehörte den Niederlanden, wir machten eine längere Autotour an der niederländischen Küste entlang, bis zu dem Kraftwerk, das man von unserem Deich aus gegenüber, weit weg, sehen kann. Der Prinz fotografierte von dort aus unseren Deich.Wir hatten eine schöne Tour, zumal wir die Niederlande sehr gern mögen, vor allem die Architektur (ik hou heel erg van de Nederlande!) Dem kleinen Herrn Sonntag ging das alles an seinem kleinen Arsch vorbei – ihm war nur wichtig, daß wir alle zusammen waren (da kommt die Hütehund-Mutter durch:D )

Am späten Nachmittag waren wir zurück im Lüttje Huus. Während ich in der Küche überlegte, ob ich Hunger hatte und etwas zu Essen machen wollte, hörte ich zwei vertraute Stimmen vor dem Haus. Ich schaute hinaus: Da stand der Prinz und redete mit einer kleinen, sehr runden Person mit grauem Kurzhaarschnitt und Krücken. „Herta!“ rief ich erfreut und beeilte mich, hinüberzulaufen, unter Hertas Ermahnungen, bloß langsam und vorsichtig zu laufen ❤ (ich sagte ja, sie hat uns quasi adoptiert 😉 ) Erfreut und gerührt umarmten wir uns. Herta ist sehr klein und ich muss mich tief herunterbeugen, wenn ich sie umarmen will. Wir fragten sie über die Operation aus und tauschten sonstige Neuigkeiten aus. Da fuhr ein Auto vor, an dessen Steuer – so wirkte es auf mich – ein riesiger Teddybär saß. Der Teddybär strahlte uns an, parkte das Auto vor der Einfahrt und gesellte sich zu uns. Herta und der Prinz kannten den Teddy, sie begrüßten ihn mit „Hallo, Hinrich!“ Ich freute mich, denn Hertas ältesten Sohn hatte ich schon seit einiger Zeit gern kennenlernen wollen.Wir quatschten zu viert eine Weile, bis mir das Stehen zu beschwerlich wurde. „Trinkt ihr einen Tee mit uns?“ fragte ich. Herta und Hinrich sagten gleichzeitig „Ja, gern!“. Der Prinz übernahm netterweise das Teekochen. Auf der Terrasse saßen wir unter dem neuen Ampel-Sonnenschirm und ich erfuhr, warum Hinrich so wohltuend gelassen mit meiner Behinderung umging: Er ist Fahrer bei einer Behindertenwerkstätte und hat den ganzen Tag mit Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen zu tun. Wie sein Bruder Werner, hat auch er nun unsere offizielle Einladung, jederzeit zum Tee hereinzuschauen.

Danach stand das Abendessen bei Edda und Tinus an, wie immer. Urlaub in Woquard, ohne daß die „Fab Four“ sich sehen, das geht gar nicht! Wie immer, verstanden wir uns blind und vernichteten Unmengen an Thiele-Tee (das war Muddis Lieblingstee), Keksen und Tinus‘ geliebtem Zitronenkuchen.

Dfie restlichen eineinhalb Wochen verbrachten wir zu einem großen Teil „up diek“ – auf dem Deich.Wir hatten ja ursprünglich nach einem Haus „achtern Diek“gesucht, also gleich hinter dem Deich, denn der Prinz träumte immer davon, morgens mit einem Tee auf den Deich zu steigen und den Sonnenaufgang zu sehen. Nun wohnen wir zwar fünf Kilometer hinterm Deich, aber das trübt des Prinzen Freude nicht. Er macht es genau richtig: Er lebt seinen Traum trotzdem! Jeden Morgen, sobald ihn die Vögel, die im Garten wohnen, wecken, steht er auf, füllt sich eine kleine Thermoskanne mit Tee, zieht dem kleinen Herrn Sonntag das Geschirr an und dann erklimmen die beiden den Deich und laufen bis hinüber zum Campener Leuchtturm. Bis ich Frühstück gemacht habe, sind sie wieder da, entspannt und glücklich. Schöne Fotos vom Deich und seiner Umgebung könnt ihr hier sehen.Dieser Juli hatte ja eine Hitzewelle mitgebracht, die erstaunlicherweise auch dort oben sehr zu spüren war. Ich konnte ohne Jacke hochgehen!

Das ist die Treppe, die hinauf führt:

 

Da das Bärchen ja immer mitkam up diek, nannte ich unsere Ausflüge mit der Zeit „Deichgassi“. Das verkürzte sich bald zu „Deichi“. (Ja, klingt kindisch, ist aber praktisch 🙂 ) Das milde Wetter erlaubte mir, jeden Abend mitzugehen und den Sonnenuntergang zu genießen. Der Sport tat mir gut, nach wenigen Tagen forderte mein Körper den Aufstieg sogar ein!

Hier meine Begeisterung:

yeah!

Und ein Eindruck davon, wie das Abends da aussieht:

sundown

Aber natürlich unternahmen wir auch etwas in der Region. Die Henri-Nannen-Kunsthalle in Emden zeigt derzeit (noch bis zum22.September) eine ganz wunderbare Hommage an den berühmten Sohn der Stadt, Otto Waalkes.

Da Olli der Rolli noch in Reparatur war, hatten wir – extra für Hogwarts – einen günstigen Basis-Rolli angeschafft, den der Prinz schieben muß. Er steht in der Garage am Lüttje Huus, wiegt kaum was und ist für Ausflüge schnell im Auto verstaut.Natürlich hat er keinen E-Antrieb wie Olli, so daß ich den Prinzen immer hinter mir statt neben mir habe. Das nervt, wenn wir reden wollen. Ich muß den Kopf nach hinten verdrehen, das geht auf die Nackenmuskeln. Außerdem bin ich es gewöhnt, selbst zu steuern, wo ich hin möchte. Mit dem Notfall-Rolli muß ich dem Prinzen alles ansagen, wie:“ Das Schaufenster da möchte ich angucken“ oder“Geh bitte mal eben zu der Buchhandlung da rüber.“ Zudem zuckt dann meine rechte Hand ständig, weil sie den kleinen Joystick der Steuereinheit sucht.

Der große Vorteil, das stellte ich in der Ausstellung schnell fest,war, daß die meisten Menschen ja beim Anblick eines Menschen im Rollstuhl in Panik geraten und sofort wegschauen oder flüchten. Dieses Verhalten, das mich anfangs so verletzt und verstört hatte, nutzte ich jetzt knallhart aus: Sobald wir in einen Ausstellungsraum rollten und uns auf eine Vitrine zubewegten, setzte die große Flucht ein und ich hatte für jede Vitrine und jedes Ausstellungsstück allen Platz und alle Zeit der Welt! Natürlich hatte der Museumsladen jede Menge Otto-Zeugs:

otto_ausst

Nein, ich habe den Ottifanten nicht gekauft (leider zu teuer). Der Prinz drohte mir: “Wenn du diese Kappe kaufst, schiebe ich dich nicht zum Parkplatz zurück!“ Er fand die Kappe peinlich 😀 😀 😀

Da wir sowieso gerade in der Innenstadt waren, suchten wir ein Café und stießen auf mein persönliches Eldorado: Valentino! Das Highlight hier ist die Waffelkarte: Herrliche Eisgerichte auf einer heißen Waffel – Paradies! Ich wählte Banane und erhielt: eine heiße Waffel (köstlicher Teig!) mit einer Kugel Vanilleeis, Sahne, Zimt und Bananenscheiben. Danach hätte mich der Prinz auch ohne den Rollstuhl zum Auto rollen können! 😀

Abgesehen von den täglichen“Deichi“-Trips,unternahmen wir nicht allzu viel. Wir verbrachten viel Zeit im Garten und planten, was wir später mal umgestalten oder anbauen wollen. Schade, daß wir uns dazu noch bis zum endgültigen Umzug Gedulden müssen!Denn wenn wir jetzt etwas pflanzen, wer soll es pflegen und gießen, wenn wir nicht da sind? Herta hat mit ihrem eigenen Garten genug zu tun. Auch auf einen Katzenwelpen muß ich erstmal verzichten – wer soll sich um das Tier kümmern? Aber eines steht fest: sobald wir fest eingezogen sind, kommen Hühner! Ich hatte früher mal Hühner, das war eine schöne Zeit. Hühner sind klug und lustig,und es ist sehr entspannend, sie zu beobachten.

Aber auch dieses Mal blieb uns keine Wahl, wir mußten zurück. Immerhin hat das fast allabendliche Deichi mir etwas gebracht: Hubert, mein Physiotherapeut,sagte bei unserem ersten Nach-Urlaubs-Termin anerkennend: “Du läufst viel stabiler!“Also: Hogwarts ist gut für mich! 😀

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Nicht vergessen: Towel Day!

Übermorgen, am Samstag, meine Lieben, ist Towel Day! Und falls ihr schon über Festgarderobe und passendes oufit nachgegrübelt habt,  dann haben die wunderbaren Menschen bei get digital das Passende für euch, hier. Ich habe es natürlich schon 😀  Als ich vorgestern mein Sparschweinkonto prüfte und es mir einen zustimmenden Quieker gab, bestellte ich das bundle. Und heute vormittag kam es schon  an! Das Shirt und das Badetuch rochen noch etwas streng chemisch und wanderten erstmal in die Wäsche. Das Handtuch ist so fest eingeschweißt, daß ich es nicht aus seiner Plastikhaut herausschälen kann und also warten muß, bis der Prinz nach Hause kommt, bis ich es mit Wasser beträufeln kann. Jedenfalls ist der Samstag gerettet und ich bin gespannt, wieviele Menschen mit Handtuch wir treffen werden *hibbel*  Habt ihr für den Tag etwas Besonderes vor? Ein Treffen mit anderen, zum Beispiel? Eine Lesung vogonischer Gedichte? Eine Therapiestunde für depressive Roboter? Schreibt mir was in die Kommentarbox, während ich mir einen pangalactic gargleblaster zubereite 😀 😀 😀

P.S.: Die Beschreibung sagt, das Shirt zeige Marvins Kopf und die Zahl 42. Auf meinem ist aber nur die Zahl drauf. Keine Ahnung, warum – aber das wird meinen Spaß am Samstag nicht schmälern!

Herr der Ringe#tweetdestages

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save the Mofi-date!

Am kommenden Freitag, my dearies, wird es am Nachthimmel aufregend: Wir werden die längste totale Mondfinsternis des 21.Jahrhunderts beobachten können!

Die wunderbaren Mitarbeiter des DLR haben die Details und Hintergründe hier genau beschrieben. Danke nach Köln! ❤ Hätte ich einen großen Garten, dann lüde ich euch gerne ein zu einem nächtlichen Mofi-Picknick… das wär toll! Lagerfeuer, Stockbrot… hach.

„Sarah Connor…?“

Geht es allmählich los, obwohl ich nicht Sarah Connor heiße? Das frage ich mich seit einigen Tagen, my dearies, denn der Aufstand der Maschinen ist hier in vollem Gange. Besser gesagt, ist es wohl der Aufstand der Weißware: Vor Kurzem hörte Betsy, unsere Geschirrspülmaschine, mitten im Spülgang auf zu rauschen und zu plätschern. Einfach so. Zack, Stille. Früher hatte ich im Kreis meiner Reiki-Klienten jemanden, der solche Geräte (also auch Waschmaschinen usw.) reparierte. Er und sein Freund kauften gebrauchte und defekte Wasch- und Spülmaschinen, reinigten sie mit Salzsäure und verkauften sie wieder. So waren auch Betsy und Jonathan II., unsere Waschmaschine, bei uns gelandet. Ein Anruf bei Tom wegen Betsys Schweigen zeigte aber leider, dass er und sein Freund das Geschäft nicht mehr betreiben.

Nun, das ist nicht schlimm. Der Prinz und ich haben im Rahmen eines Minimalismus-Experimentes unseren Besitz drastisch reduziert. Das bedeutet auch bei Geschirr und Besteck, daß wir nur noch die nötigste Ausstattung haben. Und: es genügt! Man kann gleichzeitig nur ein Messer, eine Gabel und einen Löffel benutzen und von einem Teller essen – wozu brauchen wir das also alles in sechsfacher Ausfertigung? Mit dieser Aufräumaktion haben wir in unseren Schränken und Zimmern wunderbar viel Platz geschaffen. (Eine „Notfall-Ausrüstung“ für Gäste ist in der früheren Waschküche im Hof untergebracht, alles andere hat das Sozialkaufhaus bekommen, die haben inzwischen unseren halben Hausstand und freuen sich 😀

Zurück zu Betsy:Da wir kaum noch Geschirr und Besteck besitzen, ist immer aufgeräumt, weil wir jetzt ganz leicht alles sofort abspülen und wegräumen können. Das kann sogar ich tun – vorher flutschte mir das Geschirr im Spülbecken immer weg, wenn ich es mit der Spülbürste reinigen wollte ( ich kann die Sachen ja mit der linken Hand nicht festhalten ;))

Aber der Prinz hat mir vom Rewe eines dieser Kunststoffgitter mitgebracht, die man auf den Boden des Spülbeckens legt und die die Gegenstände am Wegrutschen hindern. Klasse! Wie früher bei Oma 😀 Auf der freien Seite der Spüle stehen ein Abtropfgitter fürs Geschirr und ein Abtropfbecher fürs Besteck. (Danke, Ingvar Kamprad :)) Da bei uns meist das Fenster offen steht, trocknen die Sachen schnell und weggeräumt habe ich sie ruck-zuck.

So war klar, daß Betsy nun zwar im Spülmaschinen-Nirwana ist, wir sie aber nicht unbedingt ersetzen müssen. Ich stellte sie bei einem Kleinanzeigen-Portal unter „zu Verschenken“ ein. Wir stellten gleich den Wäschetrockner dazu ein, den wir aus dem Nachlaß der Prinzeneltern geerbt hatten. So ein Trockner (es war ein Kondenstrockner) ist eine tolle Sache und wir hatten ihn zuerst eifrig und begeistert genutzt – bis die jährliche Nebenkostenabrechnung kam. 😀 Die Stromkosten…Wir fielen beinahe in Ohnmacht. Beschluß: Trockner nur noch im Winter, und nur für Bettwäsche. Aber bald stellten wir fest: Es geht auch ohne. Ich kann auch einpfotig Wäschestücke auf einen Wäscheständer hängen. Ok, Bettwäsche ist schwierig, aber das macht dann halt der Prinz, wenn er heimkommt. Als dann aber Jonathan II., unsere Waschmaschine, alle zwei Minuten mit einem Knall den FI rausfeuerte, wurde uns klar, dass hier auf jeden Fall Ersatz her mußte. Ich setzte Jonathan zu Betsy und dem Trockner dazu. Schon nach wenigen Minuten rief ein Interessent an, der den Trockner auch gleich abholte. Auch mit den beiden anderen Maschinen klappte es einwandfrei.Zur verabredeten Zeit kamen am Samstag drei fröhliche und sehr nette bulgarische Männer und packten Jonathan und Betsy in ihren Lieferwagen. Sie freuten sich sehr, und Herr Sonntag bekam viele Streicheleinheiten von ihnen.

Es war ja bei uns hier nun klar, daß wir Betsy und den Trockner nicht ersetzen mußten, weil wir sie nicht wirklich brauchten. Eine Waschmaschine aber, das ist eine andere Sache. Schwitzige Klamottis mit der Hand waschen.. nee. Wir haben zwar gut die Hälfte unserer Kleidung an das Sozialkaufhaus verschenkt, aber trotzdem finde ich, daß eine Waschmaschine wichtig ist (und hygienischer!). Der Prinz schlug einen Toplader vor, also eine Waschmaschine, deren Trommel man von oben mit der Wäsche belädt. Aus seinem „Ich geh mal gucken, was der [ Elektronikmarkt] so hat“ resultierte, daß er mit einer neuen Waschmaschine ankam, Toplader und nur 60 Zentimeter breit. Ich bin begeistert.B****** scheint wirklich zu wissen, „was Frauen wünschen“ 😀 😀 Vorher hatte der Trockner oben auf Jonathan II. gestanden, dieser Turm hatte das eh sehr kleine und enge Badezimmer optisch noch kleiner gemacht. Jetzt konnte man plötzlich durchatmen! Mehr Licht haben wir im Bad schon,seit das süße Häuschen nebenan abgerissen ist. Obwohl wir im Bad nur eines dieser ganz kleinen Musterglasfenster haben, ist der Unterschied richtig krass.

Also, die schmale neue Waschmaschine macht sich richtig gut, sie ist nur etwas laut. „ Ist das auch ein Jonathan“? fragte ich den Prinzen. „Nee, die fühlt sich eher nach Rapunzel an“,sagte der Prinz. Okay – unsere Waschmaschine heißt Rapunzel – und eure? 😀

Als die drei Bulgaren unter viel Rufen und Lachen Betsy und Jonathan II. aufluden, wird in der Nachbarschaft wohl so manche Hoffnung aufgeglimmt sein, daß wir auszögen. 😀

Zu unserem Minimalismus-Experiment erzähle ich gerne noch etwas, falls es euch interessiert, darlings…? Wir hatten es am 21. Juli letzten Jahres gestartet, am Geburtstag des Prinzen, und hatten uns ein Jahr Zeit gegeben, um unseren Besitz auf das Allernötigste zu reduzieren. In knapp drei Wochen hat er wieder Geburtstag (und ich habe das Geilste aller Geschenke für ihn!!!) 😀

spannender Abend

Boaah.. zweieinhalb fesselnde Stunden habe ich heute Abend schon vor dem Fernseher geklebt, ihr Lieben, und mir eine Doku gegönnt, die ich schon ewig  lange sehen wollte:

James Camerons Die Geister der Titanic,von 2003. Hat jemand von euch den Film schon gesehen?

Der Regisseur ist der gleiche James Cameron, der 1993 den Kassenschlager „Titanic“ mit Leo di Caprio und Kate Winslet gedreht hat (den ich immer noch nicht gesehen habe!).

Cameron hat mit einer Crew von Wissenschaftlern, zwei Tauchbooten sowie zwei ferngesteuerten Tauch-Robotern (namens „Jake“ und „Elwood“) das Wrack der realen Titanic in 4000 Metern Tiefe ausfindig gemacht, an der Stelle, an der sie 1912 sank. Die Doku zeigt, wie die Männer – je drei pro Tauchboot – aufs feinste aufeinander abgestimmt und hochprofessionell miteinander arbeiten, das Wrack von außen ableuchten und filmen und schließlich die Tauchbots zum Filmen hineinschicken. Hier beginnt das große Gänsehaut-Gefühl! Die Wandschnitzereien und Buntglasfenster im Speisesaal der ersten Klasse sind noch perfekt erhalten, auch der geschwungene Treppenaufgang. Jake und Elwood schwimmen, soweit möglich, auch in einige Passagierkabinen hinein und filmen die Reste der Betten, Kommoden und einige persönliche Gegenstände. Alle Männer der Expedition haben detaillierte Kenntnisse über das Schiff, wissen also immer genau, wo die Tauchbots gerade herumschwimmen.

Ich bin noch ganz ergriffen von den wehmütigen Bildern, zumal ich verrückt bin auf Unterwasser-Archäologie und jede Gelegenheit wahrnehme, Dokus zu diesem Thema zu schauen, zum Beispiel von Franck Goddio. Dicke „Guck-Empfehlung von mir!

 

 

Hilfe für das linke Lakritzenbein!

Gute Nachrichten für das linke Lakritzenbein, darlings!

Kürzlich hatte ich in diesem Beitrag erwähnt, daß ich mit etwas Glück diese Orthese für mein linkes Bein bekommen kann. Der Grund, warum ich sie brauche:

Nach dem Hallamati, also der Hirnblutung, war das linke Bein gelähmt. Da für mich aber sehr schnell nach dem Aufwachen aus dem Koma die Physiotherapie begann, konnte ich es schon einige Wochen später im Stehen belasten und bald auch sehr langsam laufen. Im Laufe der Zeit bis jetzt schlichen sich kleine Fehlhaltungen ein, die dazu führten, daß die Muskeln, Bänder und Sehnen, die das Kniegelenk stützen, nun überdehnt sind. Das heißt, daß mein linkes Knie sich beim Gehen nach hinten durchdrückt. Das sieht nicht nur gruselig aus, sondern bereitet mir auch große Schmerzen im Hüftgelenk und kostet viel Kraft beim Gehen.

Ich dachte mir, daß es da doch eine orthopädische Hilfe geben müsse, und wandte mich an  einen Orthopädietechniker, mit dem ich schon seit 2012 zusammenarbeite und von dem ich sehr viel halte – er liebt seinen Beruf und tüftelt leidenschaftlich gern individuelle Lösungen für seine Patienten aus. Kurz – er ist ein Genie! Er schlug die besagte Orthese vor, allerdings mit einer Erweiterung, die das Knie von hinten in der Nullstellung abfängt und stützt. Er will sie komplett für mich neu bauen. Unser Orthopäde, Andreas, war sehr dafür, zumal er nachgemessen hatte, daß das Knie um 30 Grad (!) nach hinten durchschlägt. So gab er mir für die Orthese gleich ein Rezept mit. Und meine wunderbare Krankenkasse bewilligte die Orthese auch.

In der letzten Woche war ich bei Elmar, dem Orthopädietechniker. Er wickelte mein linkes Bein von den Zehen bis zur Hüfte in Frischhaltefolie und legte es in den Kühlschrank gipste es ein. 😃

Vorne auf das Bein legte er dazu ein dickes Stromkabel, das er mit eingipste.

An diesem Kabel entlang konnte er nach dem Trocknen den Gips-Umschlag ganz leicht aufschneiden (weiß jemand von euch, warum Gips beim Trocknen so warm wird?).

Anhand dieses Abdruckes meines Beines konnte er nun die erste Grundform für die Orthese formen, diese noch aus Plexiglas. Er benutzt dünne Plexiglasscheiben, die 1,20 x 1,20 Meter groß sind und die er in einem speziellen Ofen erwärmen kann, so daß sie formbar werden. Damit macht er den ersten Entwurf für eine Orthese, die er später in Karbon nachformt. In diese baut er dann auch Gelenke ein.

Gestern war Anprobe der Plexiglas-Form. Noch reicht sie bis zur Hüfte hinauf, daher war das Gehen damit für mich schwierig, aber er hat im Raum einen Barren stehen, wie wir ihn noch aus der Schul-Turnhalle kennen, daran konnte ich mich festhalten. Er wird jetzt die überflüssigen Teile entfernen (diese hatte er mit einem Filzstift aufgemalt) und den Rest, der meine Wade und das Knie stützen wird, aus Karbon gießen sowie ein Fuß-und ein Kniegelenk einbauen. Zuerst sagte er, es würde Ende November, aber gestern versprach er, sie möglichst schon früher fertig zu machen. Ich kann es kaum erwarten, wieder schmerzfrei gehen zu können!

Übrigens hat die Orthese auch ein Fußbett. Das verhindert, daß beim Gehen der linke Fuß vorne herunterhängt und ich darüber stolpere und falle. Denn so eine Lähmung setzt auch den Fußhebermuskel außer Betrieb. (Der Fußheber (Peronaeus) ist der Muskel außen vorne am Schienbein, ihr könnt ihn fühlen, wenn ihr die Hand darauflegt und die Fußspitze anhebt.)) Wir heben ja beim Schritt vorwärts die Fußspitze an, das passiert unwillkürlich. Bei Lähmungen klappt das nicht mehr, daher gibt es gerade hierfür einiges an Orthesen, Schienen und anderen Hilfsmitteln auf dem Markt. Bei der für mich jetzt geplanten Orthese ist ein Fußheber praktisch mit eingebaut. Die Orthese wird türkisfarben. Ich hatte mir Blau gewünscht, aber für viele Menschen ist Türkis gleich Blau, das habe ich schon oft gemerkt 😃 Ist auch ok! Elmar baut sie so, daß ich sie mit einer Hand selbständig an- und ausziehen kann, mit Klettbändern. Auch Pedale treten wird möglich sein (denn ich trainiere zu Hause viel mit meinem MotoMed). Ich bekomme dazu Schuhe, die sich statt oben an der Seite öffnen lassen, so daß ich mit der Orthese gut in den Schuh hineinpasse. Der rechte Schuh wird also wohl zu groß sein, aber dazu gibt es ja Einlegesohlen.

Wenn wir die neue Schiene abholen, machen wir Fotos vorher/nachher, die zeige ich euch dann!

Erstmal freue ich mich jetzt sehr, daß ich bald wieder schmerzfrei laufen kann.