Wie Schrödingers Katze

fühle ich mich gerade, darlings – zumindest fast. Zwar bin ich nicht gleichzeitig tot und lebendig, aber ich freue mich gerade sehr und bin gleichzeitig sehr traurig.

Der Grund: Einer meiner beiden Lieblingsonkel (der jüngere Bruder meines Vaters, der Mittlere von drei Söhnen, mein Vater war der Älteste) hat mir gerade diese Ausgabe der Tagebücher von Samuel Pepys  geschenkt, die kompletten elf Bände. Ich liebe Pepys, den ich ohne diesen unglaublich gebildeten Onkel vermutlich nie  kennengelernt hätte. Was mich traurig macht daran: Es ist kein Geschenk, sondern ein Nachlaß. Denn der Onkel hat eine lebensbedrohende Krankheit. Er weiß, daß er nicht mehr viel Zeit hat, und seine Bücher sind sein Ein und Alles. So schaut er jetzt schon, daß sie in liebevolle Hände kommen, bevor sie in einem Ramsch-Antiquariat landen. Er besitzt etliche Erst- und Sonderausgaben.

Um meine Anglophilie wissend, bot er mir seine englischsprachigen Schätze an. Dazu gehören neben dem Pepys auch besondere (komplette) Taschenbuch-Reihen von Agatha Christie und Dorothy L. Sayers, die mein Bruder zu meiner Geburtstagsfeier mitbrachte, eine große Kiste voll (Bruder wohnt in der Nähe des Onkels und hilft ihm beim Sortieren).

Wiedersehen werde ich ihn wohl erst, wenn er seinen bereits geplanten und organisierten Aufenthalt im Hospiz antritt. So lange sind wir per Mail in Kontakt. Da die Krankheit seine Lunge angreift, bekommt er kaum Luft und kann daher nur wenig sprechen/telefonieren. Besuch ist ebenfalls zu anstrengend für ihn. Trotzdem geht er sehr nüchtern und sachlich mit der Situation um. Was kann ich sagen? Ich werde seine Bücher in Ehren halten.

Schrödingers Katze.

P.S.: Ich möchte auf diese Shakespeare-Ausgabe sparen. Mal sehen, ob es was wird.

So leicht ist das…?

Habe wieder mal wild im großen Internetz rumgeklickt (Heute ist keine Therapie, ich darf das! *breit grins*) und das hier gefunden:

flux

Ist sehr witzig, ich hab sehr gelacht, versucht es und laßt mich wissen, wie es euch gefällt! (mit anderen Worten: wie viele Geeks hier mitlesen 🙂 🙂 🙂

Geburtstag III -Terry Pratchett

Nochmals etwas in Verbindung mit meinem Geburtstag, my dearies – diesmal ist es eine Empfehlung für Terry Pratchett-Fans, und zwar eine kombinierte Lese- und Guck-Empfehlung:

Auf meiner Wunschliste bei Tante Amazonien war auch diese DVD, die ich zum Geburtstag bekam:

terry

Es ist eine zweiteilige Dokumentation der BBC, deren Team Sir Terry, seinen personal assistant Rob sowie seine Familie eine Weile lang in ihrem Alltagsleben begleitet hat. Sir Terry erzählt, wie die Diagnose sein Leben beeinflußt – oder eben auch nicht.

Im Grunde ist der Inhalt der Doku der seines letzten Buches: A Slip Of The Keyboard, nur daß man hier alles auch sehen, nicht nur lesen, kann. Er nimmt das Kamerateam mit ins Klinikum zu den Untersuchungen und Tests, zeigt sein Zuhause, seinen Arbeitsplatz (die beide vor witzigen Hinweisen auf Ankh-Morpork nur so strotzen!) und spricht sehr offen, teils sogar fröhlich und gelassen, über die Krankheit und ihre Konsequenzen. (Ja, er hat einen ausgeprägten südenglischen Akzent, aber er ist sehr gut zu verstehen.)

Beim Zuschauen wurde mir zunehmend klar, daß das Discworld-Zeitalter unwiderruflich vorbei ist… kein Commander Vimes mehr, keine Lady Sybil mit ihrem Heim für verlassene Drachenbabys, kein CMOT Dibbler mit seinen lebensgefährlichen Snacks „onna stick!“, keine Zwerge, Vampire, Trolle und Golems… Oh Mann, wird mir das fehlen! Ich besitze nicht alle seine Bücher, aber ich habe, soweit ich weiß, alle gelesen.

Vor einigen Jahren war ich mit dem Prinzen in Paris. Im Stadtteil St. Denis entdeckte ich in einem Kirchenfenster die früher übliche Darstellung des Todes: als Skelett. Nur: dieses Skelett hielt ein weißes Pferd am Zügel!!!! Einself!!! Ich zwang den Prinzen zu einem Foto. Zu Hause mailte ich dieses gleich an Sir Terry mit dem Hinweis, ich hätte DEATH und Binky in einem Pariser Kirchenfenster entdeckt. Zwei Tage später erhielt ich eine nette Mail von Rob, der schrieb, Terry habe sich sehr gefreut und bedanke sich herzlich. Das Foto muß wohl noch auf meinem alten Laptop sein, den muß ich nochmal hochfahren und dann tausende von Uralt-Mails durchsuchen  (damals schrieb ich noch mit Thunderbird). Sollte ich es jemals finden, zeige ich es hier!

Also, langen Beitrags kurzer Sinn: Wer Sir Terry auch schmerzlich vermißt, dem sei das Buch ebenso wie die DVD ans Herz gelegt. Und jetzt ist das Thema „Geburtstag“ auch erledigt, versprochen! 🙂

Geburtstag II – Bob Ross

Im letzten Beitrag über den Verlauf meines Geburtstages, darlings, schrieb ich, dass ich es gern mal mit Malen nach Bob Ross versuchen möchte. Ergeben hat sich das so: Uli Stein hatte kürzlich in seinem Notizbuch ein wunderschönes Sonnenuntergangs-Foto veröffentlicht. Eine Kommentatorin schrieb dazu, es erinnere sie an ein Gemälde von Bob Ross. Ich antwortete ihr mit „happy little clouds“, Bobs Markenzeichen-Ausspruch. Dazu schrieb ich, dass ich mir zu gern die Bob Ross-Basis-Malausstattung anschaffen und mit dem Malen beginnen würde, wenn ich denn wüßte, daß das auch mit einer Hand ginge. Sehr schnell darauf bekam ich eine geharnischte WhatsApp-Nachricht von Paxianer, die das gelesen hatte und mich aufforderte, umgehend meinen Ar*** in den nächsten Kunstbedarfsladen zu bewegen und mit dem Malen zu beginnen  ❤  Sie schrieb weiter:

Schau ihn dir an, malt er zweihändig? Nö.. in der einen Hand hat er seine Riesen-Palette… Aber die kann man auch auf ein altes Holzbrett schrauben und dann auf den Tisch legen (Holzbrett wegen nicht rutschen) die Tuben mit der Farbe würde ich in Plastedosen oder irgendwas umfüllen, und zwar etwas, das du auch allein aufkriegst und die Farbe kann man dann auf die Palette mit dem Löffel schaufeln, recht kleckerarm..Dann Pinsel rein und looooos….Hoppshopps.. Wir mögen Bilder sehen…

*Hach* Wie ich immer wieder sage: Freunde sind was Tolles. Am Telefon erzählte ich das meinem Bruder, der die Idee ebenfalls super fand und mir zum Geburtstag eine Probierpackung mit vier Ölfarben von Rembrandt und zwei gute Pinsel dazu schenkte. Eine Staffelei haben wir noch irgendwo stehen, das weiß ich.  Fehlt noch Platz und ein alter Tisch, eventuell vom Sperrmüll, der ruhig einige Farbkleckse und Schraublöcher  abbekommen kann. Paxi und ich schauten im großen Internetz mal nach so einem Bob Ross-Basis-Ausstattungsset. Paxi schrieb dazu „…aber dann sah ich den Preis und brauchte Sauerstoff…“ Ich allerdings auch!  😀

Ja… Bob lebt schon seit 22 Jahren nicht mehr, aber seine Erben  nutzen seinen Kultstatus noch gut aus, leider. Mal schauen, ob ich das noch hinbekomme. Immerhin: die Utensilien  und die Anleitungs-DVDs gibt es ja auch gebraucht  bei ibääh…

Übrigens kam – gaaanz beiläufig natürlich – dies hier von Paxi zu meinem Geburtstag:

bobinstr

 

 

Geburtstags-Nachlese

Hello, my dearies,

Juhu, wir haben den Karnevals-Horror schadenfrei überstanden! Nur wenige Erwachsene, die allen Ernstes in Clowns- oder Hasen(!!!)-Kostümen herumliefen (das war im Nachbardorf, wir trafen sie bei einer längeren Spazierrunde mit Herrn Sonntag.)

Am vergangenen Freitag war mein 56.Geburtstag. Der Prinz erlaubte mir, luxuriös bis halb zehn zu schlafen (mit dem Hinweis, er habe für halb elf Plätze zum Frühstücken reserviert). Einen Kaffee zum Wachwerden durfte ich aber trinken.

„Wo frühstücken wir denn?“ fragte ich gespannt. Der Prinz lachte nur laut. „Nee, is klar, mein Schatz“, sagte er, „Der Versuch ist nicht strafbar!“

Der kleine Herr Sonntag konnte diesmal nicht mitkommen. Warum, wurde mir klar, als wir am Ziel ankamen: Beim Café Solo nämlich, das wir vor einigen Jahren entdeckten und das wir sehr mögen. (Es ist leider längst kein Geheimtipp mehr, daher oft überfüllt.) Allerdings sind die Räume etwas eng, und da wird unser Mausebär unruhig und bellt viel. Wir genossen ein köstliches Sektfrühstück in der wunderschönen Landhaus-/ shabby chic – Atmosphäre des Cafés. Pappsatt kamen wir, natürlich bewaffnet mit Belohnungs-Fleischwurst, bei einem glücklichen kleinen Herrn Hund an. Schon einige Tage vorher hatte mir meine Schwester ein Päckchen geschickt, das ich ansehen, aber nicht anfassen durfte (der Prinz hielt es außerhalb meiner Reichweite 😉 )

So sah es von außen/vorne aus:

24

Das war auf der Rückseite:

nix24

Und drinnen war das hier:

heikebild

Sie hat es selbst gemalt. Es hängt jetzt in unserer Küche, ganz zentral, und ich erfreue mich immer wieder daran  ❤

Im Büro hängt auch ein Geschenk, eines vom Prinzen:

uhr

Und das hier lese ich gerade, war ebenfalls ein Herzenswunsch (erfüllt vom Prinzen):

lingo

Von den Lieblingsnachbarn kam dieser Gruß (mit der Erlaubnis, ihn hier im Blog zu zeigen):

haschis

(c): W.H.

Den Rest des Tages bis  zum Abend verbrachten wir mit luxuriösem Faulenzen (Zum Unternehmen fiel uns nichts Gescheites ein, da fast überall Hunde unerwünscht sind. Für den Abend hatte mir der Prinz noch einmal Essen „angedroht“. Er fuhr so wirre Wege, daß ich lange brauchte, um zu kapieren, daß wir uns nach Mannheim bewegten. Da fiel mir ein, wie ich mich kurz gewundert hatte, daß der Prinz bei der Abfahrt mein Handy in meine Tasche gestopft hatte mit der gemurmelten Bemerkung „Nimm das mal mit, kann nicht schaden, wenn du’s dabei hast…“ Ich hatte mich noch gefragt, wozu, wenn wir doch nur essen wollten, aber ich war über dem Abfahrtsgenerve sofort abgelenkt und vergaß die Sache.

Jetzt, im Auto, Richtung Mannheim, ergab das plötzlich Sinn! 😀

„Vapiano?!“ fragte ich. Der Prinz grinste nur breit und sagte nichts. Aber klar: am Morgen hatte ich eine Geburtstagsmail von der Gruppe „Vapiano People“ bekommen, die ihren Mitgliedern zum Geburtstag eine Flasche Wein oder Secco zum Essen schenkt. Wer die App auf dem Handy hat, erhält automatisch einen QR-Code, den die Person an der Kasse einscannt. Damit verschwindet die Flasche von der Rechnung. Wir genossen eine Flasche Rotwein (Primitivo), sehr lecker. Deswegen hatte der Prinz so betont beiläufig mein Handy eingepackt! Der hinterhältige Kerl! (Aber er ist auch bei Vapiano People, daher werden wir im Juli an seinem Geburtstag den gleichen Spaß haben.) Ich plumpste todmüde und nudeldickesatt ins Bett, denn für den Samstag hatte ich Gäste eingeladen.

Im letzten Jahr hatte das mit den Gästen gut geklappt. Es war dem Prinzen gelungen, Platz für alle zu schaffen, obwohl unsere Räume so klein sind. Bisher hatte ich mir das Feiern meines Geburtstages immer versagt, weil ich glaubte, es sei zu eng bei uns, und der Hof oder der Garten kommen ja im Februar nicht in Frage zum Feiern. Jetzt weiß ich: Es muß gar nicht alles nach außen hin „richtig“ und „perfekt“ sein – die Leute fühlen sich auch wohl, wenn es etwas enger am Tisch ist. Eine Eingeladene hatte sich letztes Jahr bei meiner Schwester darüber mokiert, „wie es da aussah“ (nein, wir sind keine Pedanten und wir schlecken unsere Zimmer nicht aus, bevor Besuch kommt…  Gäste wollen es gemütlich und herzlich haben und nicht in einem seelenlosen Zimmer sitzen, das wie ein Schaufenster im Möbelgeschäft wirkt!) Unser Tisch „war nicht für Besuch gedeckt“ – huch!!! – und „die Tassen passten nicht zusammen“! NEIN! Wie schrecklich! 😀 😀 😀  Das Essen „schmeckte nach nix“ (war herrliches  veganes Essen von Frollein Elfriede.) Die wunderbare Frollein Elfriede hat auch in diesem Jahr für das leibliche Wohl meiner Gäste gesorgt – danke, Manu!

Wir lachten sehr viel, die Kinder meines Bruders und der kleine Herr Sonntag hatten Spaß miteinander, ich futterte wieder unmäßig viel (vor allem geschenkten Süßkram, die Buchhändlerfreunde hatten Marzipan mitgebracht). Allerdings wurde mir im Laufe des Abends klar, daß ich noch üben muß, mit mehreren Menschen gleichzeitig zusammen zu sein, vor allem, wenn alle zugleich sprechen. Trotz meiner guten  Hörgeräte kam ich irgendwann nicht mehr mit. Die letzten Gäste gingen gegen 19 Uhr. Um 15 Uhr hatten wir angefangen… mal sehen, ob es mein Gehirn bald schafft, so etwas länger durchzuhalten. Mal sehen, was ich nächstes Jahr mache, da fällt der Tag auf einen Samstag…)

Es war wieder ein wunderschöner Geburtstag – dank meines Prinzen! ❤

P.S.: Mein Bruder und seine Familie schenkten mir ein Ölfarben-Probierset und zwei gute Pinsel, da ich darüber nachdenke, mit dem Malen (nach Bob Ross) anzufangen 😉

Naaachwuuuuchs!!!

Nein, darlings, nicht bei uns *laaach*,

sondern bei den von mir heißgeliebten Tassen!

Hier könnt ihr den Nachwuchs bewundern und hinschmelzen… und ich spekuliere da mal fleißig auf den Weihnachts-Gabentisch (Habe den Hinweis hier im Haus schon geflaggt) 😀 😀 😀