save the Mofi-date!

Am kommenden Freitag, my dearies, wird es am Nachthimmel aufregend: Wir werden die längste totale Mondfinsternis des 21.Jahrhunderts beobachten können!

Die wunderbaren Mitarbeiter des DLR haben die Details und Hintergründe hier genau beschrieben. Danke nach Köln! ❤ Hätte ich einen großen Garten, dann lüde ich euch gerne ein zu einem nächtlichen Mofi-Picknick… das wär toll! Lagerfeuer, Stockbrot… hach.

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„Sarah Connor…?“

Geht es allmählich los, obwohl ich nicht Sarah Connor heiße? Das frage ich mich seit einigen Tagen, my dearies, denn der Aufstand der Maschinen ist hier in vollem Gange. Besser gesagt, ist es wohl der Aufstand der Weißware: Vor Kurzem hörte Betsy, unsere Geschirrspülmaschine, mitten im Spülgang auf zu rauschen und zu plätschern. Einfach so. Zack, Stille. Früher hatte ich im Kreis meiner Reiki-Klienten jemanden, der solche Geräte (also auch Waschmaschinen usw.) reparierte. Er und sein Freund kauften gebrauchte und defekte Wasch- und Spülmaschinen, reinigten sie mit Salzsäure und verkauften sie wieder. So waren auch Betsy und Jonathan II., unsere Waschmaschine, bei uns gelandet. Ein Anruf bei Tom wegen Betsys Schweigen zeigte aber leider, dass er und sein Freund das Geschäft nicht mehr betreiben.

Nun, das ist nicht schlimm. Der Prinz und ich haben im Rahmen eines Minimalismus-Experimentes unseren Besitz drastisch reduziert. Das bedeutet auch bei Geschirr und Besteck, daß wir nur noch die nötigste Ausstattung haben. Und: es genügt! Man kann gleichzeitig nur ein Messer, eine Gabel und einen Löffel benutzen und von einem Teller essen – wozu brauchen wir das also alles in sechsfacher Ausfertigung? Mit dieser Aufräumaktion haben wir in unseren Schränken und Zimmern wunderbar viel Platz geschaffen. (Eine „Notfall-Ausrüstung“ für Gäste ist in der früheren Waschküche im Hof untergebracht, alles andere hat das Sozialkaufhaus bekommen, die haben inzwischen unseren halben Hausstand und freuen sich 😀

Zurück zu Betsy:Da wir kaum noch Geschirr und Besteck besitzen, ist immer aufgeräumt, weil wir jetzt ganz leicht alles sofort abspülen und wegräumen können. Das kann sogar ich tun – vorher flutschte mir das Geschirr im Spülbecken immer weg, wenn ich es mit der Spülbürste reinigen wollte ( ich kann die Sachen ja mit der linken Hand nicht festhalten ;))

Aber der Prinz hat mir vom Rewe eines dieser Kunststoffgitter mitgebracht, die man auf den Boden des Spülbeckens legt und die die Gegenstände am Wegrutschen hindern. Klasse! Wie früher bei Oma 😀 Auf der freien Seite der Spüle stehen ein Abtropfgitter fürs Geschirr und ein Abtropfbecher fürs Besteck. (Danke, Ingvar Kamprad :)) Da bei uns meist das Fenster offen steht, trocknen die Sachen schnell und weggeräumt habe ich sie ruck-zuck.

So war klar, daß Betsy nun zwar im Spülmaschinen-Nirwana ist, wir sie aber nicht unbedingt ersetzen müssen. Ich stellte sie bei einem Kleinanzeigen-Portal unter „zu Verschenken“ ein. Wir stellten gleich den Wäschetrockner dazu ein, den wir aus dem Nachlaß der Prinzeneltern geerbt hatten. So ein Trockner (es war ein Kondenstrockner) ist eine tolle Sache und wir hatten ihn zuerst eifrig und begeistert genutzt – bis die jährliche Nebenkostenabrechnung kam. 😀 Die Stromkosten…Wir fielen beinahe in Ohnmacht. Beschluß: Trockner nur noch im Winter, und nur für Bettwäsche. Aber bald stellten wir fest: Es geht auch ohne. Ich kann auch einpfotig Wäschestücke auf einen Wäscheständer hängen. Ok, Bettwäsche ist schwierig, aber das macht dann halt der Prinz, wenn er heimkommt. Als dann aber Jonathan II., unsere Waschmaschine, alle zwei Minuten mit einem Knall den FI rausfeuerte, wurde uns klar, dass hier auf jeden Fall Ersatz her mußte. Ich setzte Jonathan zu Betsy und dem Trockner dazu. Schon nach wenigen Minuten rief ein Interessent an, der den Trockner auch gleich abholte. Auch mit den beiden anderen Maschinen klappte es einwandfrei.Zur verabredeten Zeit kamen am Samstag drei fröhliche und sehr nette bulgarische Männer und packten Jonathan und Betsy in ihren Lieferwagen. Sie freuten sich sehr, und Herr Sonntag bekam viele Streicheleinheiten von ihnen.

Es war ja bei uns hier nun klar, daß wir Betsy und den Trockner nicht ersetzen mußten, weil wir sie nicht wirklich brauchten. Eine Waschmaschine aber, das ist eine andere Sache. Schwitzige Klamottis mit der Hand waschen.. nee. Wir haben zwar gut die Hälfte unserer Kleidung an das Sozialkaufhaus verschenkt, aber trotzdem finde ich, daß eine Waschmaschine wichtig ist (und hygienischer!). Der Prinz schlug einen Toplader vor, also eine Waschmaschine, deren Trommel man von oben mit der Wäsche belädt. Aus seinem „Ich geh mal gucken, was der [ Elektronikmarkt] so hat“ resultierte, daß er mit einer neuen Waschmaschine ankam, Toplader und nur 60 Zentimeter breit. Ich bin begeistert.B****** scheint wirklich zu wissen, „was Frauen wünschen“ 😀 😀 Vorher hatte der Trockner oben auf Jonathan II. gestanden, dieser Turm hatte das eh sehr kleine und enge Badezimmer optisch noch kleiner gemacht. Jetzt konnte man plötzlich durchatmen! Mehr Licht haben wir im Bad schon,seit das süße Häuschen nebenan abgerissen ist. Obwohl wir im Bad nur eines dieser ganz kleinen Musterglasfenster haben, ist der Unterschied richtig krass.

Also, die schmale neue Waschmaschine macht sich richtig gut, sie ist nur etwas laut. „ Ist das auch ein Jonathan“? fragte ich den Prinzen. „Nee, die fühlt sich eher nach Rapunzel an“,sagte der Prinz. Okay – unsere Waschmaschine heißt Rapunzel – und eure? 😀

Als die drei Bulgaren unter viel Rufen und Lachen Betsy und Jonathan II. aufluden, wird in der Nachbarschaft wohl so manche Hoffnung aufgeglimmt sein, daß wir auszögen. 😀

Zu unserem Minimalismus-Experiment erzähle ich gerne noch etwas, falls es euch interessiert, darlings…? Wir hatten es am 21. Juli letzten Jahres gestartet, am Geburtstag des Prinzen, und hatten uns ein Jahr Zeit gegeben, um unseren Besitz auf das Allernötigste zu reduzieren. In knapp drei Wochen hat er wieder Geburtstag (und ich habe das Geilste aller Geschenke für ihn!!!) 😀

spannender Abend

Boaah.. zweieinhalb fesselnde Stunden habe ich heute Abend schon vor dem Fernseher geklebt, ihr Lieben, und mir eine Doku gegönnt, die ich schon ewig  lange sehen wollte:

James Camerons Die Geister der Titanic,von 2003. Hat jemand von euch den Film schon gesehen?

Der Regisseur ist der gleiche James Cameron, der 1993 den Kassenschlager „Titanic“ mit Leo di Caprio und Kate Winslet gedreht hat (den ich immer noch nicht gesehen habe!).

Cameron hat mit einer Crew von Wissenschaftlern, zwei Tauchbooten sowie zwei ferngesteuerten Tauch-Robotern (namens „Jake“ und „Elwood“) das Wrack der realen Titanic in 4000 Metern Tiefe ausfindig gemacht, an der Stelle, an der sie 1912 sank. Die Doku zeigt, wie die Männer – je drei pro Tauchboot – aufs feinste aufeinander abgestimmt und hochprofessionell miteinander arbeiten, das Wrack von außen ableuchten und filmen und schließlich die Tauchbots zum Filmen hineinschicken. Hier beginnt das große Gänsehaut-Gefühl! Die Wandschnitzereien und Buntglasfenster im Speisesaal der ersten Klasse sind noch perfekt erhalten, auch der geschwungene Treppenaufgang. Jake und Elwood schwimmen, soweit möglich, auch in einige Passagierkabinen hinein und filmen die Reste der Betten, Kommoden und einige persönliche Gegenstände. Alle Männer der Expedition haben detaillierte Kenntnisse über das Schiff, wissen also immer genau, wo die Tauchbots gerade herumschwimmen.

Ich bin noch ganz ergriffen von den wehmütigen Bildern, zumal ich verrückt bin auf Unterwasser-Archäologie und jede Gelegenheit wahrnehme, Dokus zu diesem Thema zu schauen, zum Beispiel von Franck Goddio. Dicke „Guck-Empfehlung von mir!

 

 

Hilfe für das linke Lakritzenbein!

Gute Nachrichten für das linke Lakritzenbein, darlings!

Kürzlich hatte ich in diesem Beitrag erwähnt, daß ich mit etwas Glück diese Orthese für mein linkes Bein bekommen kann. Der Grund, warum ich sie brauche:

Nach dem Hallamati, also der Hirnblutung, war das linke Bein gelähmt. Da für mich aber sehr schnell nach dem Aufwachen aus dem Koma die Physiotherapie begann, konnte ich es schon einige Wochen später im Stehen belasten und bald auch sehr langsam laufen. Im Laufe der Zeit bis jetzt schlichen sich kleine Fehlhaltungen ein, die dazu führten, daß die Muskeln, Bänder und Sehnen, die das Kniegelenk stützen, nun überdehnt sind. Das heißt, daß mein linkes Knie sich beim Gehen nach hinten durchdrückt. Das sieht nicht nur gruselig aus, sondern bereitet mir auch große Schmerzen im Hüftgelenk und kostet viel Kraft beim Gehen.

Ich dachte mir, daß es da doch eine orthopädische Hilfe geben müsse, und wandte mich an  einen Orthopädietechniker, mit dem ich schon seit 2012 zusammenarbeite und von dem ich sehr viel halte – er liebt seinen Beruf und tüftelt leidenschaftlich gern individuelle Lösungen für seine Patienten aus. Kurz – er ist ein Genie! Er schlug die besagte Orthese vor, allerdings mit einer Erweiterung, die das Knie von hinten in der Nullstellung abfängt und stützt. Er will sie komplett für mich neu bauen. Unser Orthopäde, Andreas, war sehr dafür, zumal er nachgemessen hatte, daß das Knie um 30 Grad (!) nach hinten durchschlägt. So gab er mir für die Orthese gleich ein Rezept mit. Und meine wunderbare Krankenkasse bewilligte die Orthese auch.

In der letzten Woche war ich bei Elmar, dem Orthopädietechniker. Er wickelte mein linkes Bein von den Zehen bis zur Hüfte in Frischhaltefolie und legte es in den Kühlschrank gipste es ein. 😃

Vorne auf das Bein legte er dazu ein dickes Stromkabel, das er mit eingipste.

An diesem Kabel entlang konnte er nach dem Trocknen den Gips-Umschlag ganz leicht aufschneiden (weiß jemand von euch, warum Gips beim Trocknen so warm wird?).

Anhand dieses Abdruckes meines Beines konnte er nun die erste Grundform für die Orthese formen, diese noch aus Plexiglas. Er benutzt dünne Plexiglasscheiben, die 1,20 x 1,20 Meter groß sind und die er in einem speziellen Ofen erwärmen kann, so daß sie formbar werden. Damit macht er den ersten Entwurf für eine Orthese, die er später in Karbon nachformt. In diese baut er dann auch Gelenke ein.

Gestern war Anprobe der Plexiglas-Form. Noch reicht sie bis zur Hüfte hinauf, daher war das Gehen damit für mich schwierig, aber er hat im Raum einen Barren stehen, wie wir ihn noch aus der Schul-Turnhalle kennen, daran konnte ich mich festhalten. Er wird jetzt die überflüssigen Teile entfernen (diese hatte er mit einem Filzstift aufgemalt) und den Rest, der meine Wade und das Knie stützen wird, aus Karbon gießen sowie ein Fuß-und ein Kniegelenk einbauen. Zuerst sagte er, es würde Ende November, aber gestern versprach er, sie möglichst schon früher fertig zu machen. Ich kann es kaum erwarten, wieder schmerzfrei gehen zu können!

Übrigens hat die Orthese auch ein Fußbett. Das verhindert, daß beim Gehen der linke Fuß vorne herunterhängt und ich darüber stolpere und falle. Denn so eine Lähmung setzt auch den Fußhebermuskel außer Betrieb. (Der Fußheber (Peronaeus) ist der Muskel außen vorne am Schienbein, ihr könnt ihn fühlen, wenn ihr die Hand darauflegt und die Fußspitze anhebt.)) Wir heben ja beim Schritt vorwärts die Fußspitze an, das passiert unwillkürlich. Bei Lähmungen klappt das nicht mehr, daher gibt es gerade hierfür einiges an Orthesen, Schienen und anderen Hilfsmitteln auf dem Markt. Bei der für mich jetzt geplanten Orthese ist ein Fußheber praktisch mit eingebaut. Die Orthese wird türkisfarben. Ich hatte mir Blau gewünscht, aber für viele Menschen ist Türkis gleich Blau, das habe ich schon oft gemerkt 😃 Ist auch ok! Elmar baut sie so, daß ich sie mit einer Hand selbständig an- und ausziehen kann, mit Klettbändern. Auch Pedale treten wird möglich sein (denn ich trainiere zu Hause viel mit meinem MotoMed). Ich bekomme dazu Schuhe, die sich statt oben an der Seite öffnen lassen, so daß ich mit der Orthese gut in den Schuh hineinpasse. Der rechte Schuh wird also wohl zu groß sein, aber dazu gibt es ja Einlegesohlen.

Wenn wir die neue Schiene abholen, machen wir Fotos vorher/nachher, die zeige ich euch dann!

Erstmal freue ich mich jetzt sehr, daß ich bald wieder schmerzfrei laufen kann.

 

Wie Schrödingers Katze

fühle ich mich gerade, darlings – zumindest fast. Zwar bin ich nicht gleichzeitig tot und lebendig, aber ich freue mich gerade sehr und bin gleichzeitig sehr traurig.

Der Grund: Einer meiner beiden Lieblingsonkel (der jüngere Bruder meines Vaters, der Mittlere von drei Söhnen, mein Vater war der Älteste) hat mir gerade diese Ausgabe der Tagebücher von Samuel Pepys  geschenkt, die kompletten elf Bände. Ich liebe Pepys, den ich ohne diesen unglaublich gebildeten Onkel vermutlich nie  kennengelernt hätte. Was mich traurig macht daran: Es ist kein Geschenk, sondern ein Nachlaß. Denn der Onkel hat eine lebensbedrohende Krankheit. Er weiß, daß er nicht mehr viel Zeit hat, und seine Bücher sind sein Ein und Alles. So schaut er jetzt schon, daß sie in liebevolle Hände kommen, bevor sie in einem Ramsch-Antiquariat landen. Er besitzt etliche Erst- und Sonderausgaben.

Um meine Anglophilie wissend, bot er mir seine englischsprachigen Schätze an. Dazu gehören neben dem Pepys auch besondere (komplette) Taschenbuch-Reihen von Agatha Christie und Dorothy L. Sayers, die mein Bruder zu meiner Geburtstagsfeier mitbrachte, eine große Kiste voll (Bruder wohnt in der Nähe des Onkels und hilft ihm beim Sortieren).

Wiedersehen werde ich ihn wohl erst, wenn er seinen bereits geplanten und organisierten Aufenthalt im Hospiz antritt. So lange sind wir per Mail in Kontakt. Da die Krankheit seine Lunge angreift, bekommt er kaum Luft und kann daher nur wenig sprechen/telefonieren. Besuch ist ebenfalls zu anstrengend für ihn. Trotzdem geht er sehr nüchtern und sachlich mit der Situation um. Was kann ich sagen? Ich werde seine Bücher in Ehren halten.

Schrödingers Katze.

P.S.: Ich möchte auf diese Shakespeare-Ausgabe sparen. Mal sehen, ob es was wird.