Zwei Jahre Bloggerhausen ohne Babsi

Zwei Jahre ist es heute her, meine Lieben, daß Babsi aka Bärbel, die das schöne Blog minibares führte, ihren Kampf gegen die Krankheit ALS verlor. Ich bedauere immer noch, daß ich keine Gelegenheit mehr hatte, sie einmal persönlich zu treffen. Aber der Gedanke, daß sie jetzt frei atmen und sich bewegen kann, wie sie möchte, ist ein Trost. Laß es dir gutgehen da oben auf deiner Wolke, Babsi! (Ich vermisse deine lustigen Kommentare!)

 

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Etwas Lustiges…

Wie angedroht, meine Lieben, hier ein Foto von mir im neuen Deichspaziergangs-Outfit. Das war heute vormittag, da kamen wir gerade von der Poststelle zurück ( Schwesti, das Päckchen ist jetzt auf dem Weg zu dir! ❤ )

Ihr dürft mich  dann jetzt wohl „Frau Lakritz-Michelin“ nennen 😉

blaugelb

 

Ersatzrolli und Glühwein :D

Hello my dearies,

gestern hatten wir einen gemütlichen Abend im Dorf  und ich hatte eine Gelegenheit, den Ersatz-Rolli zu testen, den ich jetzt so lange habe, wie Olli in Reparatur ist (seine linke Bremse muß mal wieder nachgestellt werden).

Der Ersatzrolli ist ne coole Socke: er hat vier gleich große Räder (Luftreifen!), Scheinwerfer nach vorn und rote Leuchten nach hinten, und er hat Blinker!! einself! An den Hinterradantrieb und die kleineren Räder mußte ich mich erstmal gewöhnen. Auch daran, daß er nur dann wenden kann, wenn er rollt. Herumdrehen im Stand, wie Olli das kann, macht er nicht mit. Leider ist er so groß und schwer, daß er nicht ins Auto paßt, das bindet uns natürlich. (Andererseits zwingt mich das auch zum Laufen, wenn wir mal wegfahren wollen, ist also nicht soo schlimm.)

Gestern Abend hatte der Heimatverein zu einem Glühweinabend am Rathaus eingeladen, das war eine gute Testgelegenheit für den neuen Rolli und für die neue Deich-Jacke, die wirklich toll warm ist.Die Skihose über die Orthese zu fummeln war mir zu nervig, deshalb begnügte ich mich mit einer Decke auf den Beinen. Am Rathaus war schon einiges los, als wir ankamen. Einigen fiel der Rolli sofort auf, weil ich darin höher sitze als bei Olli. Der Prinz versorgte mich mit Glühwein und einer Wurst mit Brötchen, dann machten wir beide unsere „Schwätz-Runden“ durch die Gruppe. M., des Prinzen Kollegin, fragte mich, ob wir mal wieder Eis essen gehen wollten (doch, Eis geht immer! :))

Meine Filmfreundin, mit der ich neuerdings Themen-Filmabende bei uns zelebriere, ist leider krank. Aber unser nächster Plan ist ein Themen-Filmabend „Valentinstag“. Das wird lustig. Wir haben dann Wein und Knabberzeugs da und amüsieren uns. Da der Prinz ungern Filme schaut, ist es für mich als Film-aficionada natürlich wunderbar, jemanden zu haben, die meine Film-Leidenschaft teilt. Und der Prinz ist zufrieden, wenn ich ihm nicht auf den Keks gehe, weil ich glaube, daß er einen bestimmten Film unbedingt sehen muß. 😀

Habt noch einen schönen Rest-Sonntag und morgen einen guten Start in die Woche!

In your face, wind!

Am vorletzten Samstag, my darlings,  kam die Skihose an, die ich bereits einmal bestellt hatte, allerdings aus Gewohnheit zu klein. Ich hatte  automatisch bei der Größe „M“ angeklickt und nicht bedacht, daß ich ja die Jeans und die Orthese darunter tragen muß. Das linke Hosenbein war also viel zu eng für die Orthese. Frustriert bestellte ich die Buxe nochmals, diesmal aber in L. Ergebnis: same procedure as last week. Die Hose ist aus asiatischer Produktion, das hatte ich übersehen. Ich war so frustriert, daß ich den Prinzen bat, mit mir zu Decathlon zu fahren. (Am Samstag – das ist eine ebenso beknackte Idee, wie Samstags zu Ikea zu fahren!) Olli der Rolli ist gerade in Reparatur und konnte mich nicht beschützen, so mußte ich im Laden laufen statt rolli-en. Da, so wie bei Ikea, viele Eltern ihre Kinder in den breiten Gängen herumrennen und Fangen spielen lassen, birgt Laufen dort auf den Betonböden immer ein Sturzrisiko für mich, da die Eltern meist einfach wegschauen und so tun, als seien das nicht ihre Kinder, die da gerade die Gitterbox mit den Fußbällen ausräumen und schrill kreischend und schreiend mit den Bällen durch das Geschäft  toben.

Ein netter Verkäufer kümmerte sich um uns. Ich erklärte ihm, daß wir öfter an der Nordsee seien und ich eine winddichte (Ski-)Hose für Spaziergänge auf dem Deich bräuchte. Er begann etwas mit Wassersäulen zu erklären, ich sagte, es ginge nicht um Regen, sondern um den heftigen Wind auf dem Deich. So lernte ich, daß regendichte Kleidung auch immer winddicht ist, klasse! Das hatte ich nicht gewußt. (Die Verkäufer bei Decathlon sind sehr kundenorientiert und kennen sich super aus, darum kaufe ich dort gern ein.)  Der Prinz fand in der Männerabteilung eine leuchtend gelbe Hose in XL für mich. Zum Glück mußte ich mich mit der Orthese nicht in eine enge Umkleidekabine zwängen. Bei den Skischuhen stehen Bänke im Gang, auf die Kunden sich zum Anprobieren setzen können. Da ich die Skihose ja nur überstreifen mußte,  tat ich das auch auf einer der Bänke. Sie paßte perferkt, zu meiner Erleichterung. Der Prinz fand in der Männerabteilung auch eine wind-/regendichte Jacke für mich. Die Jacken für Frauen sind meist auf Figur geschnitten und ich trage immer noch eine Fleecejacke darunter, da passen meist die Frauenjacken selbst in XL nicht. Aber Männergröße XL – klasse! \o/  Foto folgt, damit ihr in dieserDepri-Jahreszeit noch etwas zu Lachen habt 😀

Jetzt kann ich dem Deich gelassen entgegensehen und freue mich sogar darauf. Dann stehe ich auf der Krone und brülle: „In your face, wind!“ Ha!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friesen-Qualität!

Vorhin hatte ich Physiotherapie.Wir haben aber keine Übungen gemacht, weil ich starke Schmerzen in der Schulter hatte. Hubert, mein Therapeut, hat sowohl Shiatsu als auch Reiki gelernt und bot mir an, die verspannten Muskeln zu lockern. Ich nahm das gern an,obwohl es heftig wehtat, wenn er auf die harten Knoten in den Schultermuskeln drückte.

„Mir ist aufgefallen, daß die Muskeln sich anspannen, wenn ich mit der Orthese frei gehe“, sagte ich. „Da machen dann auch der Bizeps und der Trizeps mit.“

„Ja, und vermutlich auch der Latissimus“, sagte Hubert und drückte diesen leicht.

„Aaauuahaa, ja, genau!“, sagte ich. „Der tut sehr oft weh, vermutlich, weil er den anderen Muskeln helfen will.“

„Jaa“, sagte Hubert, der Latissimus ist in unserem Körper der Rächer der Enterbten, der Beschützer von Witwen und Waisen.“

„ Hobbi Robb, der Grützkopf der Waisenkinder“, ergänzte ich lachend. Wir lachten und kicherten eine Weile, dann sagte Hubert: “Ist das nicht klasse, wie das nach 40 Jahren immer noch funktioniert? Du hast sofort gewußt, was ich meinte, und gleich den Text nachgeliefert.“

(Hubert ist etwa vier, fünf Jahre jünger als ich und hat den Schöpfer des “Hobbi Robb“ noch in seiner vollen Glorie erlebt. Ich war 14, als ich mir seine Schallplatten (!) kaufte, die wir mit der ganzen Familie anhörten, schreiend vor Lachen.

Ich liebe Otto bis heute – wie sieht das bei euch aus?

Bürgerfrühstück und #tweetdestages

Heute gab der CDU-Ortsverband mal wieder ein Bürgerfrühstück im Nachbardorf, my darlings. Das macht uns eigentlich immer Spaß, weil da nette und herzliche Leute im Freien zusammen hocken und viel gelacht wird. Mit der Orthese am linken Bein bin ich ziemlich ungeschickt und grobmotorisch beim Gehen, vor allem, wenn ich mich auf die Bank einer Bierzeltgarnitur setzen soll. Heute haben mir aber gleich drei Leute geholfen, mich zu setzen, während der Prinz nach Kaffee Ausschau hielt. Er machte mir ein Brötchen (Durchschneiden, mit Butter bestreichen und belegen, das schaffe ich mit einer Hand noch nicht wieder alleine, kommt aber!) Der kleine Herr Sonntag lag bei uns unter dem Tisch und bellte erstaunlich wenig 😉 Zwei Landwirte setzen sich zu uns und waren bald in ein angeregtes Gespräch vertieft. Landwirt A (rsch) schimpfte auf die CDU (ich fand sein Gebrabbel etwas wirr). Landwirt B winkte gutmütig ab und sagte lächelnd: „Jaja, solange du nicht bei der AfD bist…“

A:  “Aber ich bin bei der AfD! Pass auf, die Merkel….blah…Mittendrin erhob sich B wortlos, um beim Zusammenräumen der Tische und Bänke zu helfen.

Der Prinz und ich saßen jetzt auch mit dem Rücken zu A, weil wir Privates besprachen.

Er versuchte, ein unbefangenes Gespräch mit uns zu beginnen.

„Hatten Sie einen Schlaganfall?“ fragte er mich.

Ich: “Ja.“ (Schlaganfall ist leichter erklärt als Gehirnblutung, dann lassen die Leute mich schneller in Ruhe.)

Er:“Wann war das denn?“

Ich: “2011.“

Er: “Mein Vater hatte einen Schlaganfall!“

Ich: “Aha.“ Dann fragte ich aber doch:

“ War das ein Scherz vorhin?“

Er, erstaunt: “Scherz? Was denn?“

Ich: „Daß Sie Mitglied der AfD sind?“

„Nein!“sagte er energisch und stolz (der arme Idiot), „ Ich bin wirklich in der AfD!“ Seinen Rechtfertigungsversuchen hörte ich gar nicht erst zu. Für so etwas gibt es keine Entschuldigung für mich.

Plötzlich dämmerte es A, daß er sich  selbst isoliert hatte, und versuchte, dem Prinzen zu erklären, warum die Alternative für Dumme so wichtig sei. Der Prinz putzte ihn mit einem kurzen Satz ab. Darauf sagte A scheinheilig-schleimig: “Nun ja, es ist ja in Ordnung, wenn Sie eine andere Meinung haben, das ist ja Ihr Recht“… (Ja nee, is klar, dachte ich, bis ihr das KZ in Osthofen wieder aufmacht, was?)

Dann setzte er zu einer neuen Schimpfkanonade gegen die Kanzlerin an (die ich im Übrigen für eine famose Frau halte), in der er sie mit dem Namen „Raute-Taste“bezeichnete. „Ich lass mich doch von der Raute-Taste nicht verarschen!“ schloß er seinen Sermon (in dem ich übrigens nicht einen einzigen eigenen Gedankengang entdecken konnte – alles hirnbefreit nachgeplapperte Propaganda-Sprüche).

Der Prinz war schon im Gespräch mit dem Kandidaten für den Posten des OB (der zu diesem Frühstück eingeladen hatte), und A merkte, daß er nun mit mir allein am Tisch saß, und versuchte, mehr als nur einsilbige Laute aus mir herauszubekommen. Der Prinz verabschiedete sich und wir fuhren bzw. rolli-ten ohne weitere Worte nach Hause. Der kleine Herr Sonntag freute sich, denn wir hatten wieder den Weg an der Eisbach entlang gewählt, den er sehr gerne läuft. Mir war den ganzen Rückweg etwas übel.

Und nun bin ich neugierig: Wie ist die Alternative für Doofe in eurem Wohnort aufgestellt? Und macht sie euch Angst? Wir hier haben nämlich Nachbarn, die wunderbare willige Bürger für ein Fascho-Regime wären und die ohne Bedenken Nachbarn, die ihnen nicht passen, an die Gestapo ausliefern würden. Und ans nächste KZ. Für eine Uniform, ein schickes Abzeichen oder einen Posten mit wichtigem Titel. So hat das ja schon vor 80 Jahren prima funktioniert.

Falls Ihr in einer Stadt wohnt: Gehen die Clowns da eher unter? Hier auf dem Land fallen sie schon nervig auf, finde ich.

Übrigens: Erdbeer-Buttermilch. Kalt 😀

Amarenabecher!

Es gibt mal wieder etwas zu feiern, my darlings, nämlich: heute bin ich sechs Jahre anfallfrei!

Den letzten epileptischen Anfall hatte ich am 5.Juli 2012, und der besseren Dramatik wegen hatte ich ihn mitten in der Innenstadt von Bonn, direkt vor dem Bonner Münster. 😀 Hier hatte ich das schon einmal  erzählt.

Inzwischen hat sich die Tradition etabliert, daß wir auch diesen Tag jedes Jahr feiern, nämlich damit, daß wir großartig Eis essen gehen. Dazu fahren wir natürlich rüber zu Esther und Alessio, zur „Casa del Gelato“ in Offstein. Da esse ich dann einen riesigen Amarenabecher, der Prinz einen Schwarzwaldbecher oder ein Banana Split. Da das Einnehmen meiner Medikamente morgens und abends für mich längst zur Routine geworden ist, so wie Zähneputzen, denke ich mir, daß ich auch in den nächsten Jahren am 5. Juli noch zu meinem heißgeliebten Amarenabecher kommen werde 😀 Und im November, am 11., steht dann das übliche „Ich hab‘s überlebt!“ – Essen im Tivoli auf dem Plan, mein zweiter Geburtstag.

Es ist schon eigenartig, wie viele positive und freudevolle Ereignisse sich aus so einer Sch*##** Erkrankung ergeben können… Nach wie vor wüßte ich ganz gerne, was für ein Ritual das denn nun war, das die Nachbarin in der Nacht des 11.11. 2011 abgezogen hat, um mich fertig zu machen… hast du dir ein Voodoo-Püppchen gebastelt, Claudia, und es mit Nadeln gespickt? Das wäre interessant, denn ich habe bereits in meiner allerersten Reiki-Unterrichtsstunde gelernt, daß die Energie, die ich an andere Menschen abgebe, zu mir zurückkommt… Deswegen habe ich den Kerl, der 2007 unsere Katze Missy totgefahren hat, nicht verflucht. Ich hätte es zu gern getan, aber das, was ich im Reiki gelernt habe, sitzt zu tief. Du, liebe Claudia, solltest also dein Geld für deinen Reiki-Unterricht zurückverlangen 😉 Und wundere dich nicht,wenn du dich demnächst mit dem Thema „Schlaganfall“ aus nächster Nähe vertraut machen darfst – ich denke, daß Reiki und Karma da verwandt sind.

Wie auch immer, darlings, damit setze ich mich hier nicht weiter auseinander, manche Menschen sind es einfach nicht wert –  aber: Amarenabecher rulez!!! 😀 😀 😀