„Home Office“…

Der Prinz darf jetzt auch von Zuhause aus arbeiten. Vorhin, beim Frühstück, sagte er: „Ich geh mal rauf ins Schlafzimmer, ich hab ’ne Telefonkonferenz.“

„Oh super“, sagte ich erfreut. „Dann platze ich da nachher rein und rufe laut: „Schatz, warum liegst du um diese Zeit nackt im Bett?“ (Der Prinz lachte sehr und fand die Idee großartig, aber ich hab’s dann doch nicht getan…)

Übrigens, nochmal der lakritzene Klugscheiß-Modus:

Das Wort „Home Office“ steht in England für das Innenministerium. Das, was „der Deutsche“ mit „Homeoffice“ meint, heißt in richtigem Englisch „working from home“. (Eine ebenso bekloppte Erfindung ist der Begriff „wellness“ -das Wort existiert im Englischen gar nicht.)

Fieses, mieses Wetter

haben wir hier, darlings: grau und naß und kalt. Ist das bei euch auch so? Zudem gibt es einige untrügliche Indizien dafür, daß der Winter kommt: Der kleine Herr Sonntag fordert seinen Schlafplatz jetzt wieder unter der Bettdecke ein statt obendrauf, und wir haben die Katzentoilette wieder im Haus aufgestellt. Beim Frühstück leuchtet mir die Tageslichtlampe den Winterblues weg, schon im dritten Jahr jetzt, seit der Prinz sie mir geschenkt hat ❤ . Ich sitze mit drei Lagen Kleidung am PC und trinke nur heiße Sachen wie Kaffee, Tee und Horlicks (das ist ein englisches Malzgetränk, so etwas wie das britische Äquivalent zu Ovomaltine, und sehr lecker).

Meine Erleichterung darüber, daß der für mich schlimmste Monat des Jahres, der November, vorbei ist, ist groß. Ja, klar wird der Dezember nicht besser, Winter ist Winter. Aber immerhin: Bald werden die Tage wieder länger! Und ich freue mich auf Weihnachten! Wie meist, muß ich nach Anweisung des Prinzen meine Wunschliste bei Tante Amazonien noch etwas eindampfen 😉 . Nach Weihnachten ( das wir wieder im Lüttje Huus verbringen werden) kann ich langsam anfangen, mich auf meinen Geburtstag zu freuen. Auch diesen werden wir im Lüttje Huus feiern, denn er fällt dieses Mal auf den Rosenmontag. Da wir ja sowieso immer vor dem Karnevalsgedöns flüchten, paßt das gut. (Auch hier: Eindampfen der Wunschliste!) Ja, und ab dann hoffe ich sehnsüchtig dem Frühling entgegen.

Dann möchte und werde ich mehr Zeit im Hof verbringen, denn ich lerne gerade eine neue Fremdsprache: Rumänisch.  Grund: Im letzten Jahr haben wir bei einem Sommerfest eines unserer Winzer hier eine supertolle und nette Frau kennengelernt, Stefania. Sie ist gebürtige Rumänin und wir drei haben uns sofort sehr gut verstanden. Wir treffen uns jetzt regelmäßig, und ich als wilde Hobby-Linguistin habe sie gefragt, ob sie mir beim Lernen helfen wolle. Sie freute sich sehr und sagte zu. Natürlich habe ich mir bisher erst einige Basis-Ausdrücke angeeignet, wie „Guten Tag/Abend“ und so weiter. Aber es macht Spaß! Ich will auf jeden Fall weitermachen. Rumänisch hat große Ähnlichkeit mit Italienisch, die Grammatik ähnelt aber eher der lateinischen. Sehr faszinierend also! Stefania spricht sehr gut Italienisch, so können wir manchen Vergleich von dort herbeiziehen.

17.oo Uhr und schon stockdunkel draußen! Orrrr – ich HASSE diese Jahreszeit! Jetzt schaue ich mir dafür bei Juhtjuhp noch einige Videos mit dem genialen und sympathischen Martin Rütter an, um mich dafür zu schämen, was wir bei unserem Bärchen alles falsch machen 😀

 

 

 

 

 

A propos Schottisch-Gälisch,

meine lieben Outlander-Mitfans,

fast hätte ich ja vergessen, euch zu erzählen, warum ich mich auf das Ende dieses Jahres freue: Diana Gabaldon schreibt gerade am neunten Band der Serie – juhuuu! Das Buch heißt  Go tell the bees that I am gone, und etwas mehr verrät sie hier, in ihrem Blog. Zum Ende des Jahres, sagt sie, sollte sie es wohl zu Ende bringen. Ich werde dann vorher schnell nochmal Band acht lesen („Written in my own heart’s blood“), damit ich weiß, wer wer ist und wann und warum  😃  Schaut jemand von euch die Serie auf Netflix? Und wie gefällt sie euch?

Ich bin begeistert, obwohl ich überzeugt war, diese Bücher seien nicht verfilmbar.  Dennoch: Das casting begeistert mich – Sam  Heughan als Jamie ist ein Geniestreich, und Caitriona Balfe finde ich als Claire großartig. Wie der Schauspieler heißt, der den Rechtsanwalt Ned Gowan spielt, weß ich nicht, aber als ich ihn sah, wußte ich sofort: Das ist der Anwalt! Denn genauso hatte ich ihn beim Lesen immer vor mir gesehen. Jamies Pate und bester Freund, Murtagh, ist ebenfalls super ausgewählt, finde ich; der Schauspieler ist lediglich größer als in meiner Vorstellung. Also, wer von euch Neflix hat und ein Fan der Buchreihe ist, sei gewarnt: Die Filmserie macht ebenso süchtig wie die Bücher!

Geburtstags-Nachlese

Das war ein schöner, aber auch sau-saukalter Geburtstag vorgestern, my darlings (wieso sagt man eigentlich “sau“-kalt? Sind Säue kalt?) Wie auch immer, es war nahe null Grad und sehr windig. Ekelhaft.

Der Prinz glich das aus, indem er mir zwei Päckchen neben meinen Kaffee-IV-Zugang legte und wartete, bis ich geistig in der Lage war, sie zu öffnen. Große Freude! Im ersten Päckchen fand ich das:

ellen

Ich mag Ellen Degeneres sehr, offen gesagt, bin ich verknallt in sie  😉 ) Ich wünschte, ich wäre so witzig, klug und schlagfertig wie Ellen (oder zumindest ein bißchen davon.) Leider kann man ja ihre Talkshow hier nicht empfangen, deswegen gucke ich öfter auf Youtube nach interessanten Interviews, die sie mit interessanten Menschen führt. Das Buch ist übrigens sehr unterhaltsam und witzig, mir gefällt es sehr. Kurz gesagt, Ellen schreibt so, wie sie spricht, also ein Feuerwerk von koboldhaften Witzen (viele davon auf ihre eigenen Kosten). Ich empfehle es!

In dem anderen, schmalen Päckchen fand ich zu meiner großen Freude dieses mein liebstes Eau de Toilette:

oscar

Oscar de la Renta. (Jetzt dufte ich wieder eine ganze Zeitlang lecker ; )

Aber natürlich habe ich mir auch wieder selbst etwas geschonken:

scot

Das ist inspiriert durch die großartige Verfilmung der „Outlander“ – Buchreihe von Diana Gabaldon (via Netflix). Da reden die Leute so viel Gälisch, daß ich immer wieder in den Szenen zurückgehe, um es nochmal und nochmal anhören zu können, so schön klingt das. Also begann ich mich auf die Suche nach einem Gälischkurs (mit Audio) zu machen  und fand diesen hier, der auch prompt auf meinem Schreibtisch landete (Und ja, es ist eine keltische Sprache und daher kniffelig für mich zu erlernen 😊 ) Abgesehen davon färbt auch der schottische Akzent/Dialekt so langsam auf mich ab, mein Englisch bekommt allmählich einen deutlichen „Brogue“ ( = schottischer Akzent) Und dabei schaue ich noch die Staffeln des ersten Bandes!

Ein alter Wunschtraum ist auch das hier:

OE

Dann kam per Post noch ein Blumengruß vom kanadischen Teil der Familie über eine Internet-Gärtnerei:

springtime

 

Da mittlerweile dank des Kaffees mein IQ den eines Toastbrotes überschritten hatte, schlug der Prinz vor, zum obligatorischen Frühstück zu fahren. Dazu hatte er sich ein kleines Café ausgesucht, das im letzten Sommer erst eröffnet hat, Fritzis Manufakturei, das ich noch gar nicht kannte. Früher war  in dem Eckgeschäft ein Friseur, dann ist diese geniale, kreative und supernette Frau hineingezogen und  hat ein wunderschönes „Vintage“/ Shabby Chic – Café eröffnet.

Sie backt selbst, die Möbel und das Geschirr stammen „aus Omas Zeiten“, also es ist urgemütlich und mit viel Liebe eingerichtet.  Das Frühstück war sehr lecker und reichlich. Danach hatten wir eine Verabredung in Bechtheim, aber da habe ich nur gefroren und wollte nach Hause. Der Prinz sah es mir an, so saßen wir bald wieder im Auto. Auf dem Rückweg hielt der Prinz noch  beim Fressnapf und besorgte dem Bärchen seine Alleinbleib-Belohnung: kleine getrocknete Mettwürstchen, so etwa fingergroß. Für mich rochen die nach gar nichts mehr, aber der Bär war ganz wild auf die kleinen Dinger. Wir zwei Menschen brauchten lange, bis wir wieder aufgewärmt waren. In den letzten Jahren hatten wir beide zum Geburtstag jeweils einen Gutschein von Vapiano bekommen, für eine Flasche Sekt oder Rotwein. Daher hatten wir auch gestern für den Abend Vapiano eingeplant. Doch Vapiano scheint diese Aktion aufgegeben zu haben, denn es traf keine Mail mit Gutschein bei mir ein. Also begnügten wir uns mit einem Geburtstags-Abschluß bei Pepe e Sale. Ich hatte sowieso schon seit Längerem Lust auf Gnocchi. Wie im Tivoli, käme auch hier der Koch niemals auf die Idee, vorgefertigte Gnocchi aus der Kühltruhe zu verwenden. Er macht sie selbst, und sie sind köstlich! Zu Hause beschlossen wir den Geburtstag mit einer Flasche Sekt, die mir der nette Kellner bei Pepe e Sale  geschenkt hatte, und einer historischen Doku über die Royal Family auf Netflix.

Tja, wieder ein Geburtstag vorbei, und zur Zeit bin ich wieder drei Jahre älter als der Prinz. Im Juli ist sein Geburtstag, dann sind es nur noch zwei Jahre Unterschied  😃 😃

Oh, oh, Halt! Meine weltbeste Schwesti hat mir eine traumhaft schöne, dicke Stola gestrickt, herrlich warm! Foto folgt!

Frau Lakritzes Sprachschule ;)

Darlings – Ich LIEBE Juhtjuhp!

Denn: Da gibt es einen eigenen Kanal, mit dem man (so man denn genug Perversität mitbringt) Walisisch lernen kann!!!!!einself!  \o/

Guckt mal hier!

Zudem gibt es noch die großartige Seite learn welsh online, ebenfalls kostenlos. Verdammt, Walisisch ist ganz schön kompliziert 😀 Da sehe ich mal, wie sehr ich – auch durch die Schule – auf romanische Sprachen fixiert bin; und Walisisch ist eine keltische Sprache. Habt Spaß 😉 HEY! Nicht hauen!! Stop! 😀

Frau Lakritz ist genetisch zugeordnet :D

Vor einigen Wochen hatte ich ja erzählt, daß ich mir bei myHeritage das DNA-Testkit bestellt hatte, in diesem Beitrag.

Inzwischen fragte ich mich schon, ob sie mich vergessen hätten, aber gestern kam die Mail mit meiner Auswertung. Mit großem Herzklopfen klickte ich auf den Link- und war zuerst mal sehr enttäuscht, denn: keinerlei Hinweise in meiner DNA weisen auf eine genetische Verbindung mit England oder Schottland hin. Aber immerhin, interessant ist es schon, finde ich, schaut mal:

Screenshot dna

Der Prinz meint, die 6,8 % Italien erklärten, warum ich so ein chaotischer Mensch bin. Nun, die Sprache liegt mir sehr, auch die nordischen Sprachen. Ich war mehrmals in Norwegen und Dänemark und habe mich da schnell zurechtgefunden und sehr wohl gefühlt. Jedenfalls finde ich es spannend, welche genetischen Verbindungen sich in der Welt mit meiner DNA finden lassen. Da würde ich gern tiefer hineingucken! (Trotzdem hatte ich ja insgeheim gehofft, daß da steht „ 80% England“ oder so…  😉

Waahaahaa

Hier sitze ich und lese vor dem Heiamachen noch etwas Twitter, my dearies. Ich lache Tränen, denn ich bin auf Tweets mit dem herrlichen hashtag

#BadJokeFriday 

gestoßen. Ich liebe Wortspiele, je blöder und schlechter der Witz, desto besser!  Viel Spaß damit und habt einen schönen Sonntag! (Wir haben Briefwahl gemacht und werden morgen genüßlich „indoor faulenzgenießen“ 😉

Spannend!

Für alles, was mit Sprache zu tun hat, bin ich ja Feuer und Flamme.

Norbert Heikamp ist Simultandolmetscher – ein harter Job.

Warum das Übersetzen des Geschwätzes von Donald Trump (meine Formulierung, nicht seine) die Arbeit noch schwerer macht, erklärt Herr Heikamp dem Spiegel hier.

Zwei England-Irrtümer

…möchte ich heute Abend gern mal aufklären, my dearies. Es sind weit verbreitete Irrtümer, die mir  immer und immer und immer  wieder begegnen. Deshalb muss ich das jetzt mal rausbrüllen  höflich klarstellen. Also, festhalten:

  1. „Big Ben“ ist kein Turm.

Der berühmte Turm in London, von dem offenbar sehr viele Menschen glauben, er hieße „Big Ben“, heißt  „Elizabeth Tower“. Diesen Namen gab ihm das Oberhaus im Jahr 2012 zu Ehren der Königin, die in diesem Jahr ihr diamantenes Thronjubiläum (60 Jahre) feierte.

Bis dahin hieß der Turm, der ein Teil der Parlamentsgebäude ist, einfach „Clock Tower“ (Uhrenturm). „Big Ben“ ist  lediglich der Name der größten der fünf Glocken in diesem Turm.

  1. Die Engländer essen keine „Pfefferminz“-Sauce!

Die englische Küche sei mies, heißt es oft (und sehr ungerechterweise), denn „Die essen Pfefferminz-Sauce, also sowas Ekliges, iiiihh!“

Kurz gesagt: das ist tosh ( =  kompletter bullshit), der mich unendlich frustriert!

bullshit, der aus Unkenntnis der Sprache entstanden ist, denn die Sauce, die hier gemeint ist und in England gern und viel gegessen wird, ist „mince sauce“.

Typisch Deutsch: „mince“ klingt  und sieht geschrieben fast so aus wie „Minze“, muss also logischerweise  das Gleiche sein, nicht wahr?

Ist es aber ganz und gar nicht!!!

Nämlich: mince =  Hackfleisch ( auch: minced meat)

peppermint =  Pfefferminz

Alles klar?! Die berühmte „mince sauce“ ist also ganz einfach eine Hackfleischsoße (meist aus Lammfleisch). Köstlich sind auch die kleinen mince pies, mit Hackfleisch gefüllte Pastetchen, die man mittags an fast allen Straßenecken in London bekommt, heiß und frisch aus dem Ofen. Würde die Sauce wirklich mit Pfefferminze hergestellt, hieße sie korrekt „mint sauce“.

Also: die englische Küche ist durchaus sehr lecker!

Das musste ich mal loswerden 😀 😀 😀

(und jetzt hab‘ ich Hunger… und Heimweh nach England…  😥 )

*Klugscheißmodus ausknips*

Gute Nacht!

Glückin gehabt!

Heute früh hätte es hier beinahe eine Unfallin gegeben, my darlings: Ich las den neuesten Beitrag in einem meiner Lieblingsblogs und sah in den Kommentaren dazu, daß eine Kommentatorin die Bloggerin als „Menschin“ bezeichnete. Doch, allen Ernstes (oder aller Erna). Menschin. Wirklich.

Beinahe wäre ich von meiner Stuhlin gefallen, konnte mich aber rechtzeitig noch an der Tischin festhalten. Unfallin erfolgreich verhindert. Da hat die Lakritzen-Menschin ja Glückin gehabt.  😀 😀 😀

„Ich hätt gern ne Latte!“

Jedesmal, wenn ich im Café oder Restaurant höre, wie ein Mann diese Bestellung aufgibt, muss ich mir kräftig das Lachen verbeißen, my darlings. Und ich verkneife mir, ihm zu raten, es doch einfach mal mit Viagra zu versuchen.

Aaalso *Lehrerinnenbrille aufsetz* :

Mit der Bestellung „ne Latte“ ist wohl in den meisten Fällen ein (Nein, nicht: eine!) Latte Macchiato gemeint. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „befleckte Milch“, denn es handelt sich, wenn korrekt zubereitet, um geschäumte Milch mit einem Schuß Espresso.

Während das Wort „Latte“ im Deutschen feminin ist, also durchaus „die“ Latte heißt (egal, ob Zaunlatte, Dachlatte oder die vom Sprecher nach Freud’scher Manier vermutlich unbewußt herbeigesehnte Erektion), so ist im Italienischen die Milch männlich und heißt „il latte“, also „der Milch“. (Das ist für uns Deutsche anfangs etwas komisch). Daher ist „der Milch“ auch dann männlich, wenn er geschäumt und mit einem Schuß Espresso aufgepeppt ist, dann ist er „Un latte macchiato“. Wäre die Milch im Italienischen auch weiblich, hieße das wunderbare Getränk „Una latte macchiata.

Also, liebe Männer: es ist legitim, euch eine Erektion zu wünschen, aber im Café/Restaurant dürft ihr gern „einen Latte“ bestellen. (Nein, nicht „Matschiato! – dazu hat Uli Stein mal einen wunderbaren Cartoon gezeichnet…).

So, jetzt habe ich mir selbst Lust auf so einen wundervollen Lebensretter gemacht

(ab in Richtung Espressomaschinchen).   😀 😀

Frau Lakritze entdeckt eine Marktlücke

Vor einigen Jahren, als Frau… äh…  Mutti noch ihr früheres Blog bebloggte, regte sie sich einmal sehr über Eltern auf, die im  Gespräch ständig Verniedlichungen benutzen, zum Beispiel „Kindi“ für Kindergarten oder „Konfi“ für Konfirmation.  Mich hat der Beitrag damals sehr zum Lachen gebracht, aber ich stimmte ihr zu, daß das gräßlich sei, und seitdem fällt mir so etwas auch ständig unangenehm auf. So traf mich beinahe der Schlag, als meine süße kleine Nichte mir kürzlich  erklärte: “Das haben wir im Kindi gemacht.“ Sie geht in einen Waldkindergarten. Mein Bruder sagte mir dazu: “Wir sagen nicht „im Kindi“, sondern meist „im Wald“.

Als der Prinz und ich kürzlich unsere paar Tage als Haushüter dort verbrachten, sah ich im Hausflur eine schicke Kinderhose hängen, die mich an eine Wathose für Angler erinnerte, wasserdicht und ganz sicher schlammabweisend. Der Prinz dachte sich gleich, daß das wohl, wie er sagte, „Waldkindergarten-Outfit“ sei.

Ich hatte gar nicht gewußt, daß es so etwas gibt – aber da ich keine Kinder habe, komme ich mit solchen Themen auch gar nicht in Berührung.  Ich bin auf diesem Gebiet wirklich völ-lig ahnungslos.

Aber „Waldkindergarten-Outfit“ – das gefiel mir. „Cool“, sagte ich zum Prinzen. „Sowas würde ich gern entwerfen. Das macht bestimmt Spaß.“ „Joh, sagte der Prinz, „es könnte eventuell eine Marktlücke sein – mach einen Laden auf!“

„Genaaaaauuuu“, sagte ich, und weißt du, wie ich den Laden dann nenne?!“

„Na, wie?“ fragte der Prinz grinsend.

Waldi-Kindi-Shoppi !!!“

(Ich bin so gemein.)

PS: Habe den Prinzen gerade nochmal gefragt – man nennt das wohl „Buddelhose“.

Kopf –> Tisch

Lidl hatte den bevorstehenden Fußball-Horror im Werbeprospekt tatsächlich beworben mit dem Spruch Celebrate Football! Doch, ehrlich. Der Prinz zeigte es mir und hielt mir gleichzeitig Riechsalz unter die Nase 😀

Inzwischen hat jemand offenbar die Firmenleitung auf ihre Peinlichkeit aufmerksam gemacht, denn zumindest von ihrer Webseite haben sie diese Katastrophe entfernt. Die Prospekte lagen der Tageszeitung bei, die können sie nicht mehr zurückholen. Selbst schuld – so etwas läßt man auch vorher durchsehen! ( Leider kein Foto – der Prospekt ist wohl schon im  Papiermüll, sorry!)

ROT

Die Bedeutung der Farbe und des Wortes „Rot“ in der jüdischen Tradition

erklärt die Jüdische Allgemeine Zeitung,

hier.

Faszinierend, wie ich finde. (Hebräisch gehört übrigens zu den Sprachen, die ich sehr gerne noch lernen möchte).

 

Gnade! Habt Mitleid!

Liebe Schwarzer/Innen,

ich gebe mir ja Mühe, euch und eure ständige Sprachvergewaltigung zu ignorieren, aber ich muss mir jetzt so langsam eingestehen, daß ich an meine Grenzen geraten bin. Es tut einfach weh, euren bullshit lesen zu müssen, und ich bitte euch von Herzen: lernt Englisch! BITTE!

Es ist nun einmal so, daß die englische Sprache Bezeichnungen für Tätigkeiten bzw. Berufe hat, die mit der von euch gehaßten Buchstabenkombination “er“ enden – und die dennoch geschlechtsneutral sind. Tut mir leid, aber das ist nun mal so.

Ich geb‘ euch mal einige Beispiele, ja? Hier:

  • Manager:

kann ein Mann, aber auch eine Frau sein – da müßt ihr nicht gewaltsam eine Managerin draus machen, das ist einfach nur dumm und peinlich.

  • Officer:

auch diesen Beruf können Frauen ebenso wie Männer ergreifen, die Frauen heißen dann nicht Officerin.

 

  • Ein cheerleader,

das ist im amerikanischen „Englisch“ klar, ist ein pubertierendes Mädchen, das tanzend und hüpfend seine Sportmannschaft anfeuert (meist im football). Richtig, so etwas ist im deutschen Sport nicht so üblich und bekannt, aber deswegen dürft ihr die Mädchen, wenn ihr über sie berichtet, trotzdem einfach als „cheerleader“ bezeichnen und müßt euch keinen abbrechen mit „ Cheerleaderin“. Keine Bange, die meisten Deutschen dürften wissen, was ein cheerleader ist und was sie tut.

(Vor allem ist sie ein Teenager und keine Teenagerin.)

 

Anlaß für dieses Flehen: Der peinliche Ausdruck Speakerin (!), den ich zufällig auf Twitter las.

Es ist da!

Der Prinz ist glücklich. Sein Aquapac ist da. (Gestern habe ich falsch „Aquapack“ geschrieben. Sorry.) Der Test – zumindest der Trockentest – verlief prima. Auch durch die Folie hindurch  versteht man den aufgenommenen Text super, sehr deutlich. Ich bin mal sehr gespannt, wie es sich anhört, wenn er unter der laufenden Dusche  aufzeichnet, ob sich das dann anhört wie unter einem Wasserfall? Reporter Harry Hirsch wird berichten 😀

aquapac

Standard vs.simplified English

Ich mag Ellen Degeneres. Sehr. Sie ist lustig und – was ich sehr schätze – sie liebt es, sich selbst gründlich durch den Kakao zu ziehen.   Bei aller Sympathie; ich habe oft Probleme, sie zu verstehen, weil sie ja nur Amerikanisch sprechen kann, also simplified English. Dennoch schaue ich mir auf Juhtjuhp gern Ausschnitte aus ihrer Show an, wenn sie interessante Gäste hat. So fand ich diesen Ausschnitt, der zeigt, wie sie mit Hugh Laurie umgangssprachliche Redewendungen beider Sprachen austauscht, während beide zu erraten suchen, was gemeint sein könnte. Es ist wirklich lustig, und ich habe noch einiges dabei gelernt. ( Ba-donka-donk!!! 😀 )

Übrigens, eine Anmerkung für Laurie-Fans: in seiner Rolle als Dr. Greg House spricht er mit einem angelernten amerikanischen Akzent, da er schon lange in den USA lebt ( wie man sich das als Engländer antun kann, muß ich nicht verstehen , ich akzeptiere es einfach, oder, wie Oma immer sagte: Jedem Dierken sin Pläsierken“!

Des is mer ned worschd!

Hier ist was Leckeres für

  1. Anna, mein Oldenburger Enti ❤ und
  2. b) meine herzensliebste Freundesgang da oben bei Hannover (falls ihr gerade online sein solltet)
    Es ist noch mal ein Auftritt von Bülent Ceylan, und es geht um Dialekt (Anna: und die Haaaare!!!)
    Neben herzhaftem Lachen habe ich mich beim Zuhören daran erinnert, wie das für mich war, als ich vor 33 Jahren vom tiefsten Ruhrpott in die Pfalz zog. Das Heimweh war schlimm, verschlimmert wurde es dadurch, dass ich kein Wort verstand von dem, was die Leute hier redeten. Die Aussprache verwirrte, die Grammatik entsetzte mich. Heute verstehe ich alles, ich kann mich sogar selbst einigermaßen im Dialekt ausdrücken. Ich habe den Dialekt, die Landschaft und die (meisten) Menschen hier liebgewonnen.

Nun ist Bülent Ceylan kein Pfälzer, sondern Kurpfälzer. Er stammt aus Mannheim („Monnem“), einer Stadt, in der ich 15 Jahre lang gearbeitet habe und die ich sehr gern mag. Deswegen verstehe ich ihn auch ohne Probleme, wenn er mitten im Programm in seine Heimatsprache fällt.
Als ich hierher zog, 1982 war das, da hörte ich oft: “Aus dem Ruhrgebiet kommen Sie?! Ach Gott, Sie Arme – da sind Sie bestimmt froh, dass Sie jetzt hier leben, gell?“
Ich fand recht schnell heraus, woher dieses Mitleid stammte: Damals liefen die „Schimanski-Tatorte“, die fast ausnahmslos an dunklen, regenverhangenen Tagen oder in der Dämmerung im Duisburger Hafen gedreht worden waren. Und nun glaubten alle Pfälzer, die den „Tatort“ schauten, das Ruhrgebiet sei das, was sie da auf ihren Fernsehschirmen sahen. Meine Erklärungen, dass das Ruhrgebiet auch sehr schöne Naherholungsgebiete mit Wäldern und Wiesen habe und überhaupt eine richtig tolle Gegend sei, nahmen sie mit erheitertem Unglauben auf.
Umso mehr hab ich diesen Auftritt von Bülent Ceylan genossen, in dem er (einem Hannoveraner!)  den Monnemer Dialekt erklärt. Habt Spaß!

Woihnachde

Na, wie war euer Heiliger Abend?

Hier bei uns war es sehr gemütlich, kuschelig und erfreulich!

 

Der Prinz hat mir einen Herzenswunsch erfüllt, hier:

sonic2

Wer weiß, was das ist?   : – ))) (Hinweis: es hat mit der Zahl „Zehn“ zu tun *breit grins*

Zudem habe auch ich mir selbst einen Herzenswunsch erfüllt, nämlich hiermit. Der Prinz hat superlecker thailändisch gekocht ( mit viel cremiger Kokosmilch, OMNOMNOM ) und wir haben gute zwei Stunden mit dieser ungeheuer faszinierenden BBC-Doku über Sprache verbracht. Denn: 2014 war nicht nur ein mieses Jahr, in dem ich mich über eine kleine, lästige Nervensäge ärgern musste, sondern es hat mir eine neue große literarische Liebe beschert: Stephen Fry. Fry, Journalist, Linguist, TV-Moderator, Schriftsteller und vor allem: Brite! ; – )) schreibt so, dass mir die Worte fehlen, es zu beschreiben. Kurz: ich liebe ihn. *bfg* Habe in den letzten Wochen alle seine Bücher gelesen, und oh Lordy, wie sich das lohnt!

Übrigens: Wer Stephens Bücher lieber auf Deutsch lesen möchte, sollte darauf achten, dass die Übersetzung von Ulrike Blumenberg ist – die Frau ist ganz prima und fängt Frys schrägen, abgedrehten Stil großartig ein.

In dieser BBC-Doku geht Fry Fragen über das Phänomen „Sprache“ nach: Wie entsteht Sprache beim Menschen? Wie lernen wir sie? Wie hängen Sprache und Identität zusammen? Dabei untersucht er auch Sprachen bzw. Dialekte, die vom Aussterben bedroht sind: Das Basque (Baskisch), zum Beispiel (sehr gut zu verstehen – eine wunderschöne, harmonische Mischung aus Französisch und Spanisch) oder das Occitan (auch bekannt unter der Bezeichnung „ProvenÇal“).Zu meiner besonderen Freude wandert er auch einmal kurz durch England, Irland und Schottland und stellt die dortigen Dialekte vor. Das schauten wir bis in den späten Abend, mit Freixenet und Süßkram (gebacken vom Prinzensohn) Heute abend schaue ich allein weiter, im dritten Teil geht es um Sprach-Tabus und darum, wie man mit Sprache manipulieren und anderen Missbrauch treiben kann.

 

Bevor ich wieder nach oben verschwinde: Euch allen ein schönes Rest-Weihnachten und DANKE für eure liebevolle Begleitung durch dieses Jahr, das jetzt zum Glück zu Ende geht… Morgen früh fahren wir nach Oldenburg!

Life of The Dom: jetzt auch in Worms!

Fans der englischen Sprache und der denglischen Komik erinnern sich vielleicht ganz vage an die Bürgerinitiative (BI), die sich in Worms so eifrig dagegen wehrt, dass die Dompfarrei das “Haus am Dom“ bauen will, das unter anderem einen Gemeindesaal und ein Café enthalten soll. Obwohl das Haus längs in der Sichtachse auf den Dom stehen soll, ist die BI aus irgendeinem Grunde davon überzeugt, dass es quer stehen und damit den Blick auf den Dom versperren wird. Verstanden hat diese Logik noch niemand so genau, aber deswegen gibt sich die BI ja auch so viel Mühe, bei den Wormser Bürgern Stimmen gegen den Bau zu sammeln. Ich habe davon schon einmal kurz erzählt, in dem Beitrag „The Dom“.

Vor kurzem hatten sie dazu eine Art Umzug durch die Innenstadt organisiert, bei dem etliche erwachsene Menschen so richtig Krach machen durften, mit Trommeln, Pfeifen, Tuten und allem, was das Herz noch so begehrte. Es war wie ein privater kleiner Karnevals-Umzug, ganz niedlich. Am lustigsten fand ich den Mann, der ein Schild spazieren fuhr, auf dem “Pro domo“ stand (doch, ist echt wahr!) Wenn man nun bedenkt, dass “pro domo“ ganz einfach „für das Haus“ bedeutet, dann scheint es mir, dass sich die BI plötzlich gedreht hat und nun auf einmal für das Haus am Dom ist. Lustig. Sie glauben vermutlich, „domo“ bedeute“Dom“, so wie sie damals glaubten, „ the Dom“ hieße „der Dom“…

Das erinnerte mich gleich an den wunderbaren Monty-Python-Kultfilm „Life of Brian“, in dem es diese schöne Diskussion zum Thema „Haus in der Grammatik“ gibt.
Kurz: Herzlichen Dank, liebe Bürgerinitiative, für die immer wieder gute Unterhaltung und Erheiterung!