Spannend!

Für alles, was mit Sprache zu tun hat, bin ich ja Feuer und Flamme.

Norbert Heikamp ist Simultandolmetscher – ein harter Job.

Warum das Übersetzen des Geschwätzes von Donald Trump (meine Formulierung, nicht seine) die Arbeit noch schwerer macht, erklärt Herr Heikamp dem Spiegel hier.

Zwei England-Irrtümer

…möchte ich heute Abend gern mal aufklären, my dearies. Es sind weit verbreitete Irrtümer, die mir  immer und immer und immer  wieder begegnen. Deshalb muss ich das jetzt mal rausbrüllen  höflich klarstellen. Also, festhalten:

  1. „Big Ben“ ist kein Turm.

Der berühmte Turm in London, von dem offenbar sehr viele Menschen glauben, er hieße „Big Ben“, heißt  „Elizabeth Tower“. Diesen Namen gab ihm das Oberhaus im Jahr 2012 zu Ehren der Königin, die in diesem Jahr ihr diamantenes Thronjubiläum (60 Jahre) feierte.

Bis dahin hieß der Turm, der ein Teil der Parlamentsgebäude ist, einfach „Clock Tower“ (Uhrenturm). „Big Ben“ ist  lediglich der Name der größten der fünf Glocken in diesem Turm.

  1. Die Engländer essen keine „Pfefferminz“-Sauce!

Die englische Küche sei mies, heißt es oft (und sehr ungerechterweise), denn „Die essen Pfefferminz-Sauce, also sowas Ekliges, iiiihh!“

Kurz gesagt: das ist tosh ( =  kompletter bullshit), der mich unendlich frustriert!

bullshit, der aus Unkenntnis der Sprache entstanden ist, denn die Sauce, die hier gemeint ist und in England gern und viel gegessen wird, ist „mince sauce“.

Typisch Deutsch: „mince“ klingt  und sieht geschrieben fast so aus wie „Minze“, muss also logischerweise  das Gleiche sein, nicht wahr?

Ist es aber ganz und gar nicht!!!

Nämlich: mince =  Hackfleisch ( auch: minced meat)

peppermint =  Pfefferminz

Alles klar?! Die berühmte „mince sauce“ ist also ganz einfach eine Hackfleischsoße (meist aus Lammfleisch). Köstlich sind auch die kleinen mince pies, mit Hackfleisch gefüllte Pastetchen, die man mittags an fast allen Straßenecken in London bekommt, heiß und frisch aus dem Ofen. Würde die Sauce wirklich mit Pfefferminze hergestellt, hieße sie korrekt „mint sauce“.

Also: die englische Küche ist durchaus sehr lecker!

Das musste ich mal loswerden 😀 😀 😀

(und jetzt hab‘ ich Hunger… und Heimweh nach England…  😥 )

*Klugscheißmodus ausknips*

Gute Nacht!

Glückin gehabt!

Heute früh hätte es hier beinahe eine Unfallin gegeben, my darlings: Ich las den neuesten Beitrag in einem meiner Lieblingsblogs und sah in den Kommentaren dazu, daß eine Kommentatorin die Bloggerin als „Menschin“ bezeichnete. Doch, allen Ernstes (oder aller Erna). Menschin. Wirklich.

Beinahe wäre ich von meiner Stuhlin gefallen, konnte mich aber rechtzeitig noch an der Tischin festhalten. Unfallin erfolgreich verhindert. Da hat die Lakritzen-Menschin ja Glückin gehabt.  😀 😀 😀

„Ich hätt gern ne Latte!“

Jedesmal, wenn ich im Café oder Restaurant höre, wie ein Mann diese Bestellung aufgibt, muss ich mir kräftig das Lachen verbeißen, my darlings. Und ich verkneife mir, ihm zu raten, es doch einfach mal mit Viagra zu versuchen.

Aaalso *Lehrerinnenbrille aufsetz* :

Mit der Bestellung „ne Latte“ ist wohl in den meisten Fällen ein (Nein, nicht: eine!) Latte Macchiato gemeint. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „befleckte Milch“, denn es handelt sich, wenn korrekt zubereitet, um geschäumte Milch mit einem Schuß Espresso.

Während das Wort „Latte“ im Deutschen feminin ist, also durchaus „die“ Latte heißt (egal, ob Zaunlatte, Dachlatte oder die vom Sprecher nach Freud’scher Manier vermutlich unbewußt herbeigesehnte Erektion), so ist im Italienischen die Milch männlich und heißt „il latte“, also „der Milch“. (Das ist für uns Deutsche anfangs etwas komisch). Daher ist „der Milch“ auch dann männlich, wenn er geschäumt und mit einem Schuß Espresso aufgepeppt ist, dann ist er „Un latte macchiato“. Wäre die Milch im Italienischen auch weiblich, hieße das wunderbare Getränk „Una latte macchiata.

Also, liebe Männer: es ist legitim, euch eine Erektion zu wünschen, aber im Café/Restaurant dürft ihr gern „einen Latte“ bestellen. (Nein, nicht „Matschiato! – dazu hat Uli Stein mal einen wunderbaren Cartoon gezeichnet…).

So, jetzt habe ich mir selbst Lust auf so einen wundervollen Lebensretter gemacht

(ab in Richtung Espressomaschinchen).   😀 😀

Frau Lakritze entdeckt eine Marktlücke

Vor einigen Jahren, als Frau… äh…  Mutti noch ihr früheres Blog bebloggte, regte sie sich einmal sehr über Eltern auf, die im  Gespräch ständig Verniedlichungen benutzen, zum Beispiel „Kindi“ für Kindergarten oder „Konfi“ für Konfirmation.  Mich hat der Beitrag damals sehr zum Lachen gebracht, aber ich stimmte ihr zu, daß das gräßlich sei, und seitdem fällt mir so etwas auch ständig unangenehm auf. So traf mich beinahe der Schlag, als meine süße kleine Nichte mir kürzlich  erklärte: “Das haben wir im Kindi gemacht.“ Sie geht in einen Waldkindergarten. Mein Bruder sagte mir dazu: “Wir sagen nicht „im Kindi“, sondern meist „im Wald“.

Als der Prinz und ich kürzlich unsere paar Tage als Haushüter dort verbrachten, sah ich im Hausflur eine schicke Kinderhose hängen, die mich an eine Wathose für Angler erinnerte, wasserdicht und ganz sicher schlammabweisend. Der Prinz dachte sich gleich, daß das wohl, wie er sagte, „Waldkindergarten-Outfit“ sei.

Ich hatte gar nicht gewußt, daß es so etwas gibt – aber da ich keine Kinder habe, komme ich mit solchen Themen auch gar nicht in Berührung.  Ich bin auf diesem Gebiet wirklich völ-lig ahnungslos.

Aber „Waldkindergarten-Outfit“ – das gefiel mir. „Cool“, sagte ich zum Prinzen. „Sowas würde ich gern entwerfen. Das macht bestimmt Spaß.“ „Joh, sagte der Prinz, „es könnte eventuell eine Marktlücke sein – mach einen Laden auf!“

„Genaaaaauuuu“, sagte ich, und weißt du, wie ich den Laden dann nenne?!“

„Na, wie?“ fragte der Prinz grinsend.

Waldi-Kindi-Shoppi !!!“

(Ich bin so gemein.)

PS: Habe den Prinzen gerade nochmal gefragt – man nennt das wohl „Buddelhose“.

Kopf –> Tisch

Lidl hatte den bevorstehenden Fußball-Horror im Werbeprospekt tatsächlich beworben mit dem Spruch Celebrate Football! Doch, ehrlich. Der Prinz zeigte es mir und hielt mir gleichzeitig Riechsalz unter die Nase 😀

Inzwischen hat jemand offenbar die Firmenleitung auf ihre Peinlichkeit aufmerksam gemacht, denn zumindest von ihrer Webseite haben sie diese Katastrophe entfernt. Die Prospekte lagen der Tageszeitung bei, die können sie nicht mehr zurückholen. Selbst schuld – so etwas läßt man auch vorher durchsehen! ( Leider kein Foto – der Prospekt ist wohl schon im  Papiermüll, sorry!)