OMNOMNOM

Die Filmfreundin ist meiner Meinung nach eine hübsche Frau und sie hat eine tolle Figur. Dennoch glaubt sie, wie so viele Frauen, sie sei zu dick und müsse abnehmen. Deswegen  mache ich öfter mal (lieb gemeinte!) Witzchen über sie und nehme sie ein wenig auf den Arm. Daß sie definitiv nicht abnehmen muß, glaubt sie mir nicht. Vorhin schickte sie mir das hier per WhatsApp:

kuchenessen

Großartig, oder? (Morgen fahren wir nach Woquard, da sind im Kühlschrank noch zwei Tafeln weißer Schokolade 😀 )

 

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

He(l)lau

Rosenmontag, 3. März

Moin, ihr Lieben,

und herzliche Grüße aus dem lüttje Huus! Am letzten Mittwoch kamen wir erst mit Verspätung um 19.30 h aus Worms weg. Das hatte zwar den Vorteil, daß die Strecke kaum befahren war, wir also glatt durchrollen konnten, dafür aber zog sich die Zeit wie Kaugummi, denn es gab viele kilometerlange Baustellen, die man nur mit 60km/h durchfahren durfte. (Na, ihr werdet das kennen, oder?) Müde und genervt kamen wir gegen 01.30 h am Lüttje Huus an, das uns mit etlichen Schneeglöckchen-Büscheln auf dem Grünstreifen vorne begrüßte. Es war wohl kalt gewesen, denn Herta hatte überall die Rolläden heruntergelassen.Wir waren einfach nur froh, endlich angekommen zu sein. Bis die wichtigsten Sachen aus dem Auto ins Haus geräumt und wir bettfertig waren, zeigte die Uhr 03.30. Halb vier! Uuah!

Am Morgen schliefen wir dafür lang, bis halb zehn. Mieses Wetter, grau und naß, das rechtfertigte,daß wir den Tag hauptsächlich mit Schlafen, Essen und Lesen verbrachten ( zur Zeit lese ich die „Poldark“-Serie von Winston Graham, eine Familiensaga, die im 18. Jahrhundert in Cornwall spielt. Die Verfilmung läuft via Prime im Sony-Channel, klasse gemacht, die ersten drei Staffeln habe ich schon gesehen, die vierte ist auch schon da, aber noch kostenpflichtig. Kennt jemand von euch die Bücher oder die TV-Serie?)

Mittags schaute Herta zur Begrüßung herein, die noch gar nicht mit uns gerechnet hatte. Zu Weihnachten hatte sie mir bunte Ringelsocken gestrickt, die nur etwas zu kurz waren, aberi n der Zwischenzeit hatte sie sie etwas verlängert und nun lagen sie im Wohnzimmer auf einem der Fußhocker. Wir tranken gemütlich Tee und Herta brachte uns dorftechnisch auf den neuesten Stand der Dinge. Mitags kam sie nochmal rüber und brachte unsetwaqs von dem  Erbseneintopf, den sie für den Besuch iherer Enkelin vorbereitet hatte. Lecker!!!

Abends kam Edda, zu unserer Freude. Sie kam alerdings ohne Tinus, der Donnerstags seinen Skat-Abend hat. Wir quatschten und lachten bis spät in die Nacht. Es ist soo schön zu sehen, wie glücklich und entspannt sie ist, seit sie zu Tinus gezogen ist (der sie auf Händen trägt). Auch mit der Tatsache, daß nun jemand anders ihre Schmiede in Oldenburg führt, hat sie Frieden geschlossen.

Es war wie früher, in ihrer Wohnung oder bei Vapiano.

Den Freitag verbrachte der Prinz im Garten. Da gab es zwei Thujas (Markus? Thujas oder Thujen???) Ich höre beides gleich oft?) Dem Prinzen gefielen die Bäume nicht, und daß Herta sie auch gern weg haben wollte, war ihm Wasser auf die Mühlen. Er fuhr zu seinem persönlichen Småland, dem Raiffeisen-Landhandel in Pewsum, und besorgte sich eine passende Säge. Die Bäume liegen nun vor dem Haus auf dem Grünstreifen, der unsere Einfahrt von Hertas trennt. Kurz vor dem Osterfeuer-Tag werden die Jungs der IG zwei Fahrten durchs Dorf machen, um das Material für das Osterfeuer zu sammeln. Zudem hat der Windfang an der Eingangstür des lüttje Huus nun eine Lampe mit Bewegungsmelder, die der Prinz schnell besorgt und angebracht hatte.

Am Freitag hatte der Prinz einen Termin um zehn Uhr morgens ausgemacht, mit dem Berater einer Treppenlift-Firma.Ich war natürlich noch halb im Zombie-Modus, als er klingelte, aber der Mann war durch und durch nett und sympathisch. Er verliebte sich auf der Stelle in den kleinen Herrn Sonntag.Die verhaßte Treppe ist unten 66 und oben 63 Zentimeter breit. Herr K., der Berater, maß und rechnete wie ein Weltmeister. Zwischendurch erklärte er dem Mausebären immer wieder: „Dich nehme ich nachher mit – du bist ja so ein Süßer!“ Von 16 Treppenliften, die seine Firma im Programm hat, paßt genau einer (wir wollen einen gebrauchten nehmen, das wird erheblich preiswerter.) Da der Prinz und ich sowieso darüber nachdenken, einen Pflegegrad für mich zu beantragen,  konnte der Berater uns noch eine Menge Tipps und Informationen zur Gesetzeslage geben. Herr K. Ist Oldenburger (kennt auch Eddas Schmiede), aber verliebt in Ostfriesland, und er war entzückt, daß wir für eine echte Ostfriesische Tee-Zeremonie vollends ausgerüstet sind.

Kaum war er weggefahren, kam Herta rüber. „Und? Wie war‘s? Ich bin neugierig!“ rief sie, ließ sich die Beratung detailgenau erzählen und schaute sich den Prospekt an.

Das Beste aber passierte  am Samstag: Mein Cousin Mike (der Fliesenleger), den ich wegen des zu hohen Einstiegs in die Dusche um Rat gefragt hatte, kam mit Frau, Tochter und Vater schnell aus dem Ruhrpott herbei geeilt, um sich das Ding mal anzusehen. Herr Beckmann, der Vorbesitzer, hatte im Sockel der Duschkabine keine Revisionsfliesen (also die Fliesen, die man herausnehmen kann, um die Abflußrohre zu prüfen) gelassen, sondern er hatte den Sockel komplett geschlossen verfliest. Aber Mike hatte Werkzeug dabei, er stemmte eine Fliese auf, die in einer Ecke an der Wand lag, leuchtete mit seinem Handy hinein und sah gleich, daß er da was machen kann. Der Einstieg ist derzeit 31 Zentimeter hoch, für mich mit dem immer noch teilweise gelähmten Bein nicht zu schaffen (nur unter großem Streß, mit prinzlicher Hilfe).

Mike rechnete durch und erklärte, er könne den Einstieg auf zehn oder elf Zentimeter herabsetzen! Das will er am Karsamstag machen und ich bin überglücklich! Wir müssen nur eine neue, ganz flache Duschtasse besorgen. Und ja, die olle Duschkabine werden wir auch ersetzen(sie ist schon stellenweise angerostet). Nachdem alles geklärt war, wollten unsere Besucher vor der Rückfahrt noch das Meer sehen. Der Prinz fuhr mit ihnen zum Deich nach Upleward. Das Meer war nicht zu sehen, dafür aber reichlich Watt. Mein Onkel war ein bißchen enttäuscht. Als der Prinz aber in seiner Tiden-App nachsah und vorlas, daß am Karsamstag Flut herrschen werde, sagte er: „Oh prima – dann komme ich wieder mit!“ Mir ist das nur zu recht, ich habe diesen Onkel sehr gern und komme gut mit ihm aus.

Als der kleine Herr Sonntag, der Wind nicht ausstehen kann und es haßt, auf dem Deich zu sein, nach Hause drängte, verabschiedeten sich alle und die vier Ruhrpottler düsten direkt ab nach Hause. Der Prinz und ich schauten uns auf arte noch eine spannende Doku über Burgen an, bevor wir zufrieden in die Kissen fielen. (Hier im Huus haben wir ja noch kein WLAN, sondern noch aus Beckmanns Zeiten eine Schüssel auf dem Dach, oder, wie der Prinz es nennt, „Überraschungs-Fernsehen“. Ich bin inzwischen so an Prime und Netflix gewöhnt, daß es mich irritiert, daß ich nicht mal eben pausieren kann, wenn der Prinz mir etwas sagen will, oder mit einem kleinen Tastendruck zehn Sekunden zurückgehen, wenn ich etwas nicht richtig gehört habe. Wie schnell man doch verwöhnt wird 😉

Heute habe ich Mitleid mit den Leuten, die Karneval lieben und die viel Arbeit und Vorfreude in ihren Rosenmontagszug gesteckt haben. Denn es regnet und ist stürmisch, und das soll heute so bleiben.Wir bekommen hier dankenswerterweise ja überhaupt nichts mit vom Karneval (deswegen sind wir ja hier!).

Für heute hatte der Prinz noch einen Termin mit einem Treppenlift-Berater ausgemacht – um zehn Uhr morgens! Der ebenfalls sehr nette Berater ist vor ein paar Minuten weggefahren. Preislich liegt seine Firma auf der gleichen Ebene wie die des Beraters, der gestern hier war: Um die 4.000 € für einen neuen Lift, um die 3.000 € für einen gebrauchten. Auch dieser Mann war begeistert vom kleinen Herrn Sonntag. Zu mir sagte er:“Sie passen gar nicht in mein Beuteschema, Sie sind zu jung!“ Klar, seine Kundschaft liegt altersmäßig bei 70 plus. Und da habe ich zum Glück noch etwas Zeit 😉

Der Prinz hat mal die Gesetzeslage geprüft und herausgefunden, daß ich, selbst wenn ich einen Pflegegrad erhielte, den Zuschuß für einen Treppenlift nur dann bekäme, wenn der Lift im ersten Wohnsitz eingebaut würde. Und das ist unser liebes Woquard ja noch nicht (obwohl sie uns hier bereits Zweitwohnsitz-Steuer berechnen!) Unser Erstwohnsitz ist noch unser Wormser Dörfchen, und da wohnen wir nur zur Miete. Auch dort hätte ich gern einen Treppenlift, denn die Treppe nach oben ist sehr steil. Aber das Häuschen gehört seit Generationen zur Familie, und unsere Vermieter würden nur ungern baulich etwas verändern. Ja, ich weiß, vom Gesetz her könnte er mir den Lift nicht verweigern, aber bevor ich da ins Gedöns mit Anwalt und Gericht gehe, warte ich lieber, bis wir nach Woquard ziehen können.Wir wohnen jetzt seit 14 Jahren in Worms und haben ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Vermietern, das ist an sich schon selten genug.

Heute und morgen kommt um 15.00 h noch je ein Berater, und Mittwoch müssen wir auch schon wieder zurück.( Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, den Süßkram wegzulassen, das wird hart.)

I

P.S.: update: soeben hat der dritte Treppenlift-Berater das Haus verlassen (und ist bei mir gleich durchgefallen). Er sah die Treppe und rief gleich:“Boah, die ist ja krass – Hammer! Nee, ich denke, da haben wir nichts, das da hochkommt.“ Immerhin maß er die Treppe doch noch aus, kam aber zum Schluß auf den gleichen Betrag wie die beiden anderen, etwa 4.000 €. Gebrauchte Lifte bieten sie nicht an. Als Mindestpreis geben sie alle den Betrag des Zuschusses an, den man mit einem Pflegegrad bekommt und der etwa 4.000 € beträgt. Mal gucken, was der Berater anbietet, der morgen Nachmittag kommt.

Und nun wünsche ich denen, die Karneval gern mögen, noch eine schöne Zeit und viel Spaß!

Bis morgen oder übermorgen!

* winkt *

Morgen Abend, also am

Spätnachmittag/frühen Abend, geht’s ins Lüttje Huus, my dearies, und der Prinz und ich freuen uns so. Für mich heißt das, noch die Physiotherapie durchstehen und dann müde ins Auto fallen. Wir werden Hörbücher dabei haben, zum Beispiel:

Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?: Über den Niedergang unserer Sprache

Darauf freue ich mich!

Da wir da oben ja in einem protestantischen Dorf leben, müssen wir keine peinlichen, besoffenen und schrill kichernden Leute befürchten. Fremdschämen wird uns erspart bleiben, Gott sei Dank! Menschen, die Karneval toll finden, werden mir wohl immer suspekt bleiben. Am Aschermittwoch sind wir zurück, ab dann ist ja hoffentlich Ruhe.

Vorfreude

Nächsten Donnerstag, my lovelies, geht es wieder rauf zum Lüttje Huus, und unsere Vorfreude ist groß. Wir bleiben eine knappe Woche, bis der Karneval-Horror vorbei ist, und fahren am Aschermittwoch zurück. Unsere Vermieter meiden den Karneval ebenfalls und sind daher dankenswerterweise  wie immer gern bereit, sich um Haus und Katzen zu kümmern. In dieser Zeit haben wir drei Termine mit Beratern von Treppenlift-Firmen, und wenn die uns ein gutes Angebot machen (es soll ein gebrauchter Treppenlift werden), dann bin ich bald nicht mehr nur auf das Leben im Erdgeschoß beschränkt, sondern kann es mir auch im Obergeschoß in einem der Zimmer gemütlich machen. (Sagte ich schon, daß ich diese widerliche Betontreppe hasse? 😉 ) Zudem kommt in dieser Zeit mein Cousin mit Frau und Tochter auf einen Sprung vorbei. Er ist Fliesenleger (ein sehr guter), und will mal schauen, ob er den für mich viel zu hohen Einstieg in die Dusche etwas niedriger legen kann. Das wäre großartig!

Unser nächster Trip „rauf“ wird an Ostern sein. Einige Zeit vorher werden die Mitglieder der IG durchs Dorf fahren und den Grünschnitt mitnehmen, den die Woquarder seit Monaten für das Osterfeuer angesammelt haben.

Das Osterfeuer wird (wie immer) bei Tinus brennen. Tinus stellt dafür schon seit Jahren einen seiner kleineren Äcker zur Verfügung, und für die Nachfeier eine seiner Scheunen/Gerätehallen. Unser erstes Osterfeuer hatten der Prinz und ich bereits in Harkebrügge erlebt, in unserer allerersten Zeit in dieser Region, ohne eine Ahnung, daß diese Region mal unsere Heimat würde.  Ich freue mich unendlich darauf, daß der Prinz endlich Ruheständler wird  (oder, wie die Friesen sagen, „Altenteiler“, denn das Prinzip des Altenteils auf den alten Höfen ist dort noch sehr Teil des Alltagslebens).

Was plant ihr für die Karnevalszeit? Tüff-tää oder eher Ruhe?

 

In your face, wind!

Am vorletzten Samstag, my darlings,  kam die Skihose an, die ich bereits einmal bestellt hatte, allerdings aus Gewohnheit zu klein. Ich hatte  automatisch bei der Größe „M“ angeklickt und nicht bedacht, daß ich ja die Jeans und die Orthese darunter tragen muß. Das linke Hosenbein war also viel zu eng für die Orthese. Frustriert bestellte ich die Buxe nochmals, diesmal aber in L. Ergebnis: same procedure as last week. Die Hose ist aus asiatischer Produktion, das hatte ich übersehen. Ich war so frustriert, daß ich den Prinzen bat, mit mir zu Decathlon zu fahren. (Am Samstag – das ist eine ebenso beknackte Idee, wie Samstags zu Ikea zu fahren!) Olli der Rolli ist gerade in Reparatur und konnte mich nicht beschützen, so mußte ich im Laden laufen statt rolli-en. Da, so wie bei Ikea, viele Eltern ihre Kinder in den breiten Gängen herumrennen und Fangen spielen lassen, birgt Laufen dort auf den Betonböden immer ein Sturzrisiko für mich, da die Eltern meist einfach wegschauen und so tun, als seien das nicht ihre Kinder, die da gerade die Gitterbox mit den Fußbällen ausräumen und schrill kreischend und schreiend mit den Bällen durch das Geschäft  toben.

Ein netter Verkäufer kümmerte sich um uns. Ich erklärte ihm, daß wir öfter an der Nordsee seien und ich eine winddichte (Ski-)Hose für Spaziergänge auf dem Deich bräuchte. Er begann etwas mit Wassersäulen zu erklären, ich sagte, es ginge nicht um Regen, sondern um den heftigen Wind auf dem Deich. So lernte ich, daß regendichte Kleidung auch immer winddicht ist, klasse! Das hatte ich nicht gewußt. (Die Verkäufer bei Decathlon sind sehr kundenorientiert und kennen sich super aus, darum kaufe ich dort gern ein.)  Der Prinz fand in der Männerabteilung eine leuchtend gelbe Hose in XL für mich. Zum Glück mußte ich mich mit der Orthese nicht in eine enge Umkleidekabine zwängen. Bei den Skischuhen stehen Bänke im Gang, auf die Kunden sich zum Anprobieren setzen können. Da ich die Skihose ja nur überstreifen mußte,  tat ich das auch auf einer der Bänke. Sie paßte perferkt, zu meiner Erleichterung. Der Prinz fand in der Männerabteilung auch eine wind-/regendichte Jacke für mich. Die Jacken für Frauen sind meist auf Figur geschnitten und ich trage immer noch eine Fleecejacke darunter, da passen meist die Frauenjacken selbst in XL nicht. Aber Männergröße XL – klasse! \o/  Foto folgt, damit ihr in dieserDepri-Jahreszeit noch etwas zu Lachen habt 😀

Jetzt kann ich dem Deich gelassen entgegensehen und freue mich sogar darauf. Dann stehe ich auf der Krone und brülle: „In your face, wind!“ Ha!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Start ins neue Jahr (verspäteter Bericht)

Moin, meine Lieben!

Schon am 6. Januar, in der Nacht, sind wir – wie immer unter Protest – wieder hier eingelaufen. Die Katzen freuten sich sehr, sie waren gut genährt und recht gelassen. Erstaunlicherweise hatten wir hin genau sechs und zurück sogar nur fünf Stunden gebraucht – keine Staus, fast völlig freie Autobahnen. Erst nachmittags losfahren lohnt sich!
Im lüttje Huus in Woquard hatte unsere wunderbare Nachbarin Herta wieder die Heizkörper aufgedreht und sogar die Kerze in der Deko-Laterne angezündet, die im Windfang an der Haustür steht. (Hier in Worms hatten wir auch eine, auf der alten Bank vor dem Tor, aber die hat kürzlich mal wieder jemand geklaut (schon zum zweiten Mal.) So empfing uns ein heimeliges Licht, das war schön, so liebevoll!

Der kleine Herr Sonntag freute sich wie wild, als er kapierte, wo wir nach seinem langen Schlaf auf der Auto-Rückbank angekommen waren. Er flitzte wie angestochen durch alle Räume und kuschelte sich dann glücklich auf der Couch an uns.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir ruhig im Haus, denn es war trübe, grau, naß und kalt. Ja, auch acht Grad plus sind für mich kalt. (Herta läuft da noch mit kurzen Ärmeln rum!) Der Prinz wollte der Buche an der Grundstücksgrenze zur Straße hin einige herabhängende Zweige kürzen, weil er gesehen hatte, daß sie bei etwas höheren Autos die Dächer berührten. (Hier in unserem Wormser Dörfchen hätte uns diese Tatsache längst eine anonyme Anzeige bei der Stadtverwaltung eingebracht . 😀 ) Also besorgte der Prinz sich in seinem neuen Lieblingsladen, dem Raiffeisen-Landhandel, so eine Astschere an einem ganz langen Stiel, deren Schneiden man über einen Seilzug bedient, der wiederum über Rollen läuft. (Zwei Tage später: mega-Muskelkater 😀 )
Wir sind jetzt  übrigens Mitglieder in der IG (Interessengemeinschaft) Woquard. Das ist ein Verein, der so etwas wie die Zentrale ist, in der die Aktivitäten aller örtlichen Vereine zusammenlaufen, wie zum Beispiel das Aufstellen des Maibaumes, das Feuerwehrfest, der Tag des Boßelns, das jährliche Schlickschlittenrennen, der kleine Weihnachtsmarkt und einiges mehr. An diesem Tag war das Abbauen der Weihnachtsbeleuchtung geplant. Der Prinz gesellte sich dazu, sowohl um zu helfen, als auch um sich als „der Neue“ vorzustellen. Die Begrüßung war herzlich, wie es bei den Friesen üblich ist. Die elektrischen Lichterketten waren schnell abgebaut. Danach gab es erstmal einen Korn für alle (hey, es war schließlich ganz schön kalt! Höchstens acht Grad!). Um die Gefahr einer gefährlichen Erkältung zu verhindern, gab es zum Abschluß der harten Arbeitsaktion im Gemeindezentrum noch Grog 😀 Der Rum, den sie dafür verarbeiteten, heißt „GS Holborn“ (Lecker – haben wir jetzt auch hier Zuhause 🙂 ) Der Vorsitzende (V) der IG tippte dem Prinzen beim Schlürfen auf die Schulter.
V: „Weißt du, warum auf der Flasche „GS“ steht?“
Prinz: “Nee…?“
V, trocken: “Grippeschutz.“
Wissta Bescheid,nä? 😀 😀 😀

Dann erwähnte ich mal im Gespräch mit Reinhardine, Tinus‘ Schwester, daß ich mir eine Skihose für Spaziergänge auf dem Deich bestellt hatte. (Ja, Reinhardine ist ein üblicher friesischer Frauenname). Allerdings hatte ich beim Bestellen aus Gewohnheit auf Größe M geklickt und nicht bedacht, daß ja die Jeans und die Orthese noch darunter passen müssen. Linkes Hosenbein also wegen Orthese zu eng, Rücksendefrist für Buxe schon abgelaufen. In Friesland ist es im Dorf durchaus üblich, daß Leute einfach mal so zum Schnacken reinschauen. Dann kocht man Tee und stellt Kekse und/oder Krintstuut (→Korinthenstuten, also süßen Stuten mit Rosinen) mit Butter drauf dazu und macht es sich gemütlich. Früher wäre das für mich Alptraum pur gewesen, aber jetzt, in Woquard, macht es mir Spaß, wenn jemand spontan hereinschaut. Meist ist das Herta, und wir schnacken dann immer sehr lustig und gemütlich miteinander. Diesmal war es Reinhardine, die kam und mir ihre Skihose anbot, die sie nicht mehr trägt. Das fand ich SO lieb!
Am nächsten Tag kam sie nochmal kurz rein und sagte:“Ich habe gar nicht daran gedacht, daß du ja größer bist als ich – die Hose könnte dir zu kurz sein!“
Da mußte ich lachen. „Reinhardine“, grinste ich, „ich bin vor allem breiter als du, ich bekomme sie vermutlich gar nicht über die Hüften!“ Das stellte sich leider als zutreffend heraus ( weiße Schokolade! :), aber nächste Woche kommt eine andere, die ich bestellt habe (diesmal größer).
Am Heiligabend machte der Prinz “traditionsgemäß“, wie er sagte, Kartoffelsalat mit Würstchen.Wir hatten es gemütlich, und zum ersten Mal hatten wir uns für einen künstlichen Weihnachtsbaum entschieden, von Fairytrees. (Gern hätte ich den Kunstbaum meiner Großeltern mitgenommen, aber von ihren Sachen ist nichts mehr da, und diejenigen, die nach ihrem Tod die Wohnung ausgeräubermt haben, verweisen mich bei Fragen geschickt untereinander hin und her.)
Jedenfalls fanden wir unseren Baum sehr schön und gemütlich (ich kann Fairytrees empfehlen, tolle Qualität!).
Der Prinz überraschte mich mit diesen beiden Schätzen aus meiner Wunschliste bei Tante Amazonien:

2bücher
David Crystal ist Professor für Linguistik an der University of Hull in England und einer meiner bewunderten Helden. Sein Sohn Ben Crystal ist ebenfalls Linguist (Spezialgebiet: Shakespeare). Er ist Shakespeare-Schauspieler und -Regisseur – er hat im Globe Theatre dafür gesorgt, daß sie dort Williams Stücke auch in OP (=original pronunciation), also in der damals üblichen Aussprache, aufführen. Für Leser, die sich gern näher mit Shakespeare, seinen Werken und seiner Zeit beschäftigen möchten, sich aber an das Thema nicht recht herantrauen, hat Ben Crystal das wunderbare, sehr hilfreiche und informative Buch Shakespeare On Toast geschrieben. Ich empfehle es sehr!
Mein neues herrliches Wörterbuch enthält Worte des Englischen, die damals zur Alltagssprache gehörten, heute aber kaum noch bekannt sind (Shakespeares Königin war Elizabeth I.), sowie Worte, die The Bard sich einfach ausgedacht hat (das sollen viele gewesen sein). Die beiden Crystals erklären jedes Wort in diesem Buch an einem Beispiel aus einem Stück Shakespeares. Dazu gibt es Sahnehäubchen wie Extraseiten mit Begriffen wie zum Beispiel Kleidungsstücke,

crys_detail

Waffen und mehr. Wenn ihr mehr wissen wollt, gebt bei Juhtjuhp einfach „Ben Crystal“ ein und genießt! Viel Spaß!

Ach ja, das andere Buch hat mich deswegen interessiert, weil ich weiß, daß in den 1830er Jahren Leute aus meiner Familie (väterlicherseits) in die USA ausgewandert sind. Es gibt unseren Nachnamen unter Anderem in Texas und Colorado. (Leider ist ja auch ein gewisser Friedrich Trump ausgewandert – wie sehr ich wünschte, er wäre in Deutschland geblieben – oder er hätte ein Kondom benutzt!

Die Feiertage, ich gestehe es, verbrachten wir dekadent mit Essen und Schlafen. Der Prinz hatte beim Einkaufen Wildgulasch entdeckt und gleich etwas mehr für die Feiertage mitgebracht.Dazu machte er abwechselnd Klöße und Nudeln. Daß an Süßkram auch kein Mangel herrschte in diesem Urlaub, zeigen meine Taille und meine Hüften jetzt 😀 😀 😀

Der Prinz bekam von mir bunte Geschenke: Es „asterixte“. 🙂
1. Die Trabantenstadt. Ich schenkte ihm dieses Asterix-Buch, weil eine seiner Leidenschaften (und Fachgebiete) neben Fotografie, Grafik und Jura die Architektur ist. Das eigentlich wunderschöne Heidelberg hat einen sehr häßlichen Stadtteil, der fast nur aus Hochhäusern besteht, er heißt Emmertsgrund. Man kann die Hochhhausklötze von der Autobahn aus sehen, gegen den Hintergrund des waldigen Hanges wirken sie noch häßlicher. Der Prinz steht aber auf Wolkenkratzer-Architektur und sagt jedes Mal: “Hach… die Trabantenstadt!“Das speicherte ich dann im Hirn-Ordner „Schatz-Geschenke“ ab.

2. Asterix und Kleopatra (der Film). In den letzten Monaten hatten wir bei Terra X und anderen Doku-Kanälen via Netflix einige spannende Dokus über die Sphinx gesehen und jedes Mal lachend gesagt:“… nur schade, daß Obelix die Nase kaputtgemacht hat!“ Eine der Dokus hatte zu unserem Entzücken sogar den betreffenden Ausschnitt des Trickfilms gezeigt! Also wanderte der Film ebenfalls in den Ordner. Der Prinz freute sich darüber ebenso sehr wie ich mich über seine Bücher, es war eine sehr schöne Bescherung. Der Prinz hatte noch eine Tiefkühl-Beerenmischung besorgt, die löffelte er in unseren Sekt, so hatten wir an Weihnachten und an Silvester ein köstliches Getränk.
A propos Silvester: Unser Vermieter hatte dafür gesorgt, daß in dieser Nacht beide Katzen sicher im Haus waren, da kann man sich auf ihn verlassen. (Tiernärrische Vermieter zu haben, ist ein echter Glücksfall!). Er hat sie täglich gefüttert, so daß sie uns ausgeglichen und wohlgenährt begrüßten, als wir heimkamen.

Da wir unseren Ersatz-DVD-Spieler noch nicht im lüttje Huus untergebracht haben, kam der Film erst jetzt (gestern Abend) zum Einsatz. Ich hatte völlig vergessen, wie nervig-hektisch die Asterix-Filme sind!

Aber auch Herta, Edda und Tinus freuten sich über unsere Mitbringsel: Herta schenkten wir einen loop-Schal, der zu ihrer Lieblingsjacke paßt, mit der sie immer mit Bella Gassi geht, sowie ein Kirschkernkissen mit einem hübschen Bezug.
Edda hatte ich beim letzten Besuch gefragt, ob sie eigentlich je das Buch gelesen habe, nach dem ihre Eltern sie benannt haben, die Edda. Sie hatte verneint, aber gesagt, daß sie sie unbedingt noch lesen wolle.
Tinus hatte einmal erwähnt, daß er den Duft von Vanille sehr möge. Beide Aussagen hatte ich mir gemerkt. Das Buch war schnell besorgt. Für Tinus, der viel Wert auf Körperpflege legt, fand ich in einer Parfümerie eine schön aufgemachte Geschenkpackung mit nach Vanille duftendem Duschgel, Bodylotion und Deostift. „Guck mal, Schatzilein!“ strahlte er Edda an. Es war deutlich zu sehen, daß beide sich sehr freuten. Das freute uns natürlich auch.
Die Woche bis Silvester verbrachten wir überwiegend im Haus. Das lag, offen gesagt, hauptsächlich an mir, da es trübe, naß, kalt und windig war. Das ist schon hier im Südwesten keine Freude, aber in Ostfriesland erst recht nicht 😉 Und da ich immer noch nur langsam gehen kann, bin ich kaltem Wind recht ausgeliefert, denn ich kann ja zum Aufwärmen (noch) nicht stramm und flott marschieren. Da bleibe ich lieber mit einem Buch und Tee gemütlich auf der Couch (derzeitige Bücherserie: „Call the midwife“, das sind die Bücher, auf der die gleichnamige BBC-Serie beruht – Kennt die jemand von euch? Wenn ja: Wie ist eure Meinung dazu?).

Silvester war nicht besonders viel los, zum Glück. Viel Ballerei gab es nicht. Hauptsächlich die Nachbarn,die Kinder haben, waren draußen. Unserem kleinen Herrn Sonntag ging das Geknalle komplett an seinem kleinen Arsch vorbei. Er war völlig unbeeindruckt. Herta war irgendwo zu Besuch, wir hätten gern mit ihr angestoßen. So gingen wir wieder rein, ins Warme, und tranken unseren Beerensekt allein. Die restliche Nacht war ruhig (Dorfleben rulez!) und die Tage bis zur Rückfahrt verbrachten wir gemütlich und in aller Ruhe. Herta kam öfter zum Tee und unterhielt uns mit Geschichten aus der Vergangenheit des Dorfes, zum Beispiel, wie 1962 eine Springflut den Deich um Woquard fast völlig zerstört hatte und wie einmal ein Blitz mit einem gewaltigen Knall in das Kirchendach eingeschlagen hatte, das damals noch mit Schiefer gedeckt war, und sie noch wochenlang danach Schiefersplitter in ihrem Garten gefunden hatte.

Am 5. Januar schafften wir es dann endlich, nach Weener zu fahren und Lars, den einige von euch als „Lobo“ hier aus den Kommentaren kennen, in seiner Buchhandlung zu besuchen. Zuletzt hatten wir uns im Mai 2010 gesehen, beim Mittelaltermarkt in Rastede, also eineinhalb Jahre vor dem Hallamati. Lars wußte natürlich, was 2011 passiert war; der Prinz hatte damals ja hier im Blog Bescheid gegeben. Umso größer war die Wiedersehensfreude. Bevor wir weiterzogen, tat ich noch etwas sehr Kluges: Ich nahm Ottos Autobiographie „Kleinhirn an alle“ mit. (Großartiges Buch, sehr zu empfehlen!)

 

otto
Der Prinz hat ein Konto bei audible und lud das Hörbuch dazu (von Otto selbst gelesen! !!einself!) auf sein Eifon, so daß wir es auf der Rückfahrt in Ruhe hören konnten. Danke für die Empfehlung, Lars!

Nun sind wir wieder hier und frieren… Herta rief gestern an, um einen „Sturmschaden am Haus“ zu melden. Der erschreckte  Prinz sah vor seinem inneren Auge schon ein halb abgedecktes Dach… bis Herta ihm lachend verriet, daß der Wind auf der Terrasse zwei Gartenstühle umgeworfen und einen davon in den Garten geweht hat! 😀 😀

Aber die Heizung ist doch nochmal ausgefallen.  Unser Engel Herta rief den Techniker an, der ein neues Gebläse einbauen mußte. Na, meinte der Prinz, da wir ja über Karneval wieder dort sein werden, sei es wichtig, daß es warm im Haus sei. Jawoll! Bin dafür! Warm ist gut! Wie geht es euch, was treibt ihr derzeit?

 

Moin

Ihr Lieben!

Schon seit dem letzten Sonntag sind wir wieder hier ( wie immer unter Protest 😉 )

und ich  bin gerade mit der Zusammenfassung unserer wie immer sehr schönen Tage da oben zugange.

Vorher MUSS ich aber noch einen #tweetdestages loswerden, zumal der einer Geschichte ähnelt, die ich mal wieder mit dem Prinzen erlebt habe – büdde siehe nächster Beitrag – (der übernächste ist dann der, mit dem ich euch mit unserem Jahreswechsel im lüttje Huus langweile 😀 )