Wo waren wir

am Tag vor unserer Rückfahrt nach Worms?

ottifantis

Sehr nett ist es da – eine schöne Wohngegend. Und ihr sagt mir, wo dieses Foto entstanden ist – aber genau! 😉 Ich hätte mich gern rittlings draufgesetzt, das klappte aber mit der Orthese am Bein nicht, außerdem hätte ich das Gleichgewicht nicht halten können…

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Ostern im Lüttje Huus (Nachtrag)

Wieder war es eine gute Entscheidung, erst nachmittags zu fahren, denn wir kamen am 11.April ( Donnerstag) gegen Mitternacht im Lüttje Huus an, völlig streßfrei, über eine leere Autobahn. Herta hatte schon die Heizkörper aufgedreht (sie ist wirklich ein Goldstück!). Ralf, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG,) hatte uns kurz vorher per Mail die Info geschickt, daß die IG-Mitglieder am Samstag eine Fahrt durchs Dorf machen und Material für das Osterfeuer (Grünschnitt, Holzreste…) einsammeln wollten. Darauf freute sich der Prinz schon. Die Leute in der IG sind, wie der Prinz sagt, „eine lustige Truppe“. Der Traktor mit dem Anhänger fuhr von Haus zu Haus (bei eisigem Wind!) Auf dem Hänger saßen frierend die Sammler, meist schon auf Haufen gesammelten Brennmaterials. Die Spender legen ihr Material vor ihrem Haus ab (und sind dankbar, es so leicht loszuwerden). Es besteht die Übereinkunft, daß die Sammler das Grundstück selbstverständlich betreten dürfen, um das Zeug auf den Anhänger zu laden. Ist alles eingesammelt, geht es weiter zu dem Feld, das Tinus für das Osterfeuer zur Verfügung stellt. Dort schichten die Sammler das gesammelte Zeugs zu einem riesigen Haufen auf (etwa drei mal fünf Meter Grundfläche, die Höhe kann ich schlecht schätzen, ist aber wesentlich höher als ich!).

Anschließend an die harte Arbeit trafen sich alle noch mal „kurz“ im Gemeindehaus, das nur wenige Schritte vom Lüttje Huus entfernt steht. Dort gab es, wie der Prinz mir erklärte, als er in seinen Mittagsnickerchen – Sessel sank, „Gansch viele Jägermeischder“. (wie ich später herausfand, waren darunter wohl auch etliche „Kurtsche“ 😀 😀 😀

Am Freitag kam Herta, wie sie das oft tut, zum Tee herüber. Da sahen wir Ralf, den Vorsitzenden der IG, zu Hertas Haustür laufen. Der Prinz öffnete schnell das Fenster. „Ralf? Herta ist hier bei uns“, rief er. Ralf drehte um und kam schnell zurück. In schnellem Platt regelten er und Herta noch einige Details zu ihrem Feuer-Beitrag. (Ich bin gerade dabei, Plattdüütsch zu lernen, aber Herta redet mir noch zu schnell 😉 )

Nach der Sammelaktion sollte es für alle etwas zu Essen im Gemeindehaus geben, um 12 Uhr.

„Hör mal, Ralf“, sagte ich, du kennst den Ablauf doch – gibt es für mich eine Möglichkeit, irgendwo zu helfen, auch mit einer Hand? (Denn selbstverständlich wissen hier alle 180 Nachbarn Bescheid, daß die Frau, die jetzt in Beckmanns Haus wohnt, einen „Gehirnschlag“ hatte und deswegen behindert ist). Das war nicht soo klug von mir, denn der arme Ralf wurde tödlich verlegen, wand und wand sich und wußte nicht, was er sagen sollte. Hier in unserem Wormser Dörfchen gehen die Leute inzwischen ganz natürlich mit mir um, ohne Verlegenheit. Herta bemerkte Ralfs Not, kam zu mir, stupste mich an und sagte lächelnd: „Du – ich mach‘ da nix!“ Ich sagte zu Ralf: „Ach, weißte – ich komm einfach rüber und guck mal, was ich tun kann.“ Ralf war sehr erleichtert. Wie sich aber herausstellte, hatte die IG bei einem Metzger Gulaschsuppe für alle bestellt. Diese gab es – pfuiba! – in Plastikschüsseln, so daß Geschirrspülen wegfiel. Dann wurde es düster und stürmisch draußen und es gab erstmal Schnee, dann Hagel. Einfach nur widerlich. Der Prinz schaute kurz bei mir rein und sagte: „Willst du wirklich rüberkommen? Die sitzen alle draußen!“ Damit war das Thema für mich erledigt 😀

Es war auch niemand böse, daß ich mich bei diesem Wetter vornehm zurückhielt.

Der Prinz hatte mir eine Portion der Gulaschsuppe mitgebracht, aber der Koch hatte viel Paprika hineingetan und Paprika ist für mich das widerlichste und überflüssigste Gemüse unter Gottes Sonne.) Ein ekelhafter Geschmack! (*winkt mit einem Broccoli zu Herrn Norden rüber*) :D)

Zum Glück ißt der Prinz das gerne und kümmerte sich um meine Suppe.

Am Samstag waren wir noch bei Edda und Tinus eingeladen – und ich bin hingelaufen! Das klingt wohl großartiger, als es ist. Ein normal laufender Mensch geht die Strecke – rund 250 Meter – wohl in fünf Minuten – zehn, wenn er gemütlich langsam geht. Ich habe 40 Minuten gebraucht. Ok, das Bein war müde, weil wir gerade vom Deich kamen, aber der Weg erschien mir dennoch sehr lang. Edda und Tinus drückten und küßten mich und sagten mir, sie seien sehr stolz auf mich hach Das tat gut! Edda machte Tee, für den ich sehr dankbar war. Dazu gab es Zitronenkuchen und Mandelkekse und ich schlug ordentlich zu 😀 Das Wetter war warm und sonnig – sensationell! Gut zwei Stunden lang saßen wir auf der Terrasse und beobachteten die Vögel in der großen alten Eibe, in und unter der Tinus ihnen Futter-und Nistplätze anbietet. Der Prinz und ich beschlossen, im Garten des Lüttje Huus ebenfalls Nistkästen aufzuhängen. Auch ein „Insekten-Hotel“ haben wir geplant, und ich hätte dazu gern einen Nistkasten für Fledermäuse.

Hier in unserem Wormser Häuschen kommen die Vögel trotz Futterangebotes nicht in den Hof, weil da Micia und Pippi herumlaufen. Umso mehr freue ich mich auf lange gemütliche Sommerabende auf der Lüttje-Huus-Terrasse!

Nach Tee und Süßkram fühlte ich mich gut genug, um den Weg von Tinus‘ Hof zu uns nochmal zu laufen. Und schaffte es auch gut!

Dann kam der Karsamstag und mit ihm mein Cousin Mike mit Frau, Tochter und seinem Vater (Hans ist für mich ein großer Bruder; sozusagen das „Gegenstück“ zu Gerrit, dem Bruder meines Vaters, der im letzten Jahr starb, nur eben auf der mütterlichen Seite.)

Noch vor unserer Abreise zum Lüttje Huus hatten der Prinz und ich hier im Wormser OBI eine ganz flache Duschtasse, eine Duschentür und eine Duschenwand für‘s lüttje Huus bestellt, zum Abholen bei OBI in Emden. Große Überraschung: Der Emder OBI lieferte uns den Bausatz per Spedition bis an die Haustür. DAS nenne ich mal Service und Kundenbindung!

Mike und der Prinz arbeiteten gemeinsam an der Dusche. Zu zweit ging es so schnell, daß wir danach noch Zeit hatten, alle zusammen zu Ottos Leuchtturm nach Pilsum zu fahren. Mit dem Auto kommt man nicht ganz ran an den Turm. Aber ein Stück entfernt ist ein Parkplatz, von dem aus man auf dem Deich zum Turm laufen kann. Auf dem Parkplatz steht ein Imbißwagen, ein Familien-Unternehmen, dessen Inhaber köstliche Pommes, Backfisch und viele andere leckere Sachen anbieten.Auf der Seite des Wagens kann man die Zeichnung eines Ottifanten bewundern, mit einer sehr lieben Widmung von Otto. Wir luden meine Familienbande zum Essen ein und saßen gemütlich in der Sonne. Das war eine schöne Nachmittagsstunde!

Der Prinz und ich freuen uns an unserer wunderschönen neuen Dusche, schaut mal hier, das ist die alte:

duschalt

Man sieht, daß der Einstieg hoch ist (31 Zentimeter, zu hoch für mich, dazu war die Duschtasse auch sehr tief.)

Hier dagegen die neue Dusche:

duschneu

Die braunen Fliesenauf der Stufe  sind rauh, also rutschfest. Mike hat die Dusche so konstruiert, daß ich von der Stufe aus auf der gleichen Ebene mit der sehr flachen Duschtasse bin. Endlich duschen ohne Streß! \o/

Abends am Karsamstag war Osterfeuer bei Tinus, es brannte schon, als wir eintrafen. Ein wenig schauten wir noch und quatschten ein bißchen mit verschiedenen Leuten, die sich freuten, daß wir gekommen waren. Mike sagte begeistert:“Ich finde es so toll, wie herzlich die euch hier aufnehmen!“ Dann war es für die vier aber Zeit zum Aufbruch, es sind immerhin drei Stunden Fahrt zurück in den Pott.

Als das Feuer größtenteils abgebrannt war, setzten wir uns zu den anderen in die Scheune. Wir schätzten, daß das ganze Dorf anwesend war (bei 180 Einwohnern nicht schwierig). Zum Glück fand ich einen Sitzplatz am Rande einer der Sitzbänke, denn Bierzelt-Garnituren sind für mich schwierig, vor allem mit der Orthese am linken Bein. Zwei Frauen rückten und machten mir Platz, sie waren sehr herzlich. Der Prinz beschaffte mir ein Bratwurst-Brötchen und ein alkoholfreies Bier, dann war er schon im Gespräch mit der „Rentner-Gang“ der IG. Die nette ältere Dame neben mir stellte sich als die Frau des Ortsvorstehers vor (sie ist also das Woquarder „Gegenstück“ zu meiner hiesigen Filmfreundin, witzig!) Herta saß einen Tisch hinter mir. Immer, wenn ich mich zu ihr umdrehte, strahlte sie mich an. Sie freute sich, daß wir uns wohlfühlten.

Übrigens hören wir immer öfter die Frage:“Wann kommt ihr denn nun?“ Sie warten wirklich darauf, daß wir endlich nach Woquard ziehen! Das ist SO lieb!!! Wir haben schon so oft erklärt, daß der Prinz noch ein paar Jahre arbeiten muß, bis er in den Ruhestand gehen bzw. „Altenteiler“ werden kann, wie die Friesen sagen…mal kommt die Antwort „Och, doch noch so lange? Schade!“ Oft lacht die Person auch und sagt:“Na, das Woquarder Autokennzeichen habt ihr ja schon!“ (Unser kleiner treuer Nissan steht immer in der Einfahrt, so wissen alle, daß wir mal wieder da sind. Er trägt das KFZ-Kennzeichen“WO“ (für Worms, das passt natürlich auch prima für Woquard 😉 ).

Am Osterfeuer-Abend setzte sich ein Mann zu uns, der uns anstrahlte und sich vorstellte: “Ich bin Werner, Hertas Sohn!“ Der Prinz und ich freuten uns, ihn zu treffen (der Prinz kennt Werners Bruder Hinrich schon seit einer Weile). Werner bestand darauf, uns seine Tochter und seinen Sohn vorzustellen, und wir hatten es schön gemütlich und sehr lustig zusammen, zu Hertas großer Rührung und Freude. „Da könnt ihr euch aber “von“ schreiben, daß Werner sich so einfach zu euch gesetzt hat!“ sagte sie (Offenbar ist Werner eher ein etwas stiller Mensch, der nicht so locker auf Fremde zugeht). Werner fragte, wie wir mit der plattdeutschen Sprache zurechtkämen. Ich erklärte ihm:“ Geht ganz gut, und wenn es mal hakt, schummele ich mich mit Niederländisch durch.“ Werner lachte und nickte. „Ja, das geht immer,“ sagte er. Was ich interessant finde: Tinus erzählte mal, daß in seiner Jugend ( er ist 78) das Gesangbuch in der Kirche komplett in Niederländisch gedruckt war. Die beiden Sprachen sind sich wirklich sehr ähnlich. Als ich Werner erzählte, daß ich sogar ein Plattdeutsch-Lehrbuch besitze und damit übe, war er völlig fasziniert. Wir vereinbarten, daß er mal zum Tee anklingelt und ich ihm das Buch dann zeige.

Der Ostermontag war so warm und sonnig, daß wir zum ersten Mal mit einem Bier im Garten sitzen konnten – wunderbar! Der Prinz ließ dafür sogar sein neues Lieblings-Werkzeug liegen: eine Machete. Am hinteren Ende unseres Gartens gibt es so etwas wie eine Dornröschen-Hecke aus Brombeerranken und Efeudschungel. Darunter verbergen sich die zusammengefallenen Reste einer kleinen Holzhütte, in der der Erbauer des Lüttje Huus in den 40er Jahren Kaninchen gehalten hatte.

Die Grundstücke sind so geschnitten, daß Hertas Schlootnachbar ganz hinten im Gartenbereich auch unser Schlootnachbar ist. Dieser alte Herr hat nun Angst, daß das Efeu in seinen Schloot-Anteil fallen und ihm damit Mehrarbeit verursachen könne. So pingelig-nervig das auch klingt – eigentlich ist er ganz nett und locker,wie der Prinz sagt. Er ging mit dem alten Herrn zur Hasenstall-Ruine, ließ ihn sein Herz ausschütten und versprach ihm, den bösen Efeu zu entfernen. Das tat er auch mit viel Elan und Spaß, mit seiner neuen Machete, die wirklich ein respekteinflößendes Werkzeug ist. Sie schneidet mühelos durch dicke Brombeerranken und verholzte Efeu-Äste, sehr beeindruckend! Jetzt liegt die Hasenstall-Ruine einigermaßen frei und wir sind noch nicht sicher, ob das alte Holz im nächsten Jahr ins Osterfeuer kommt oder ob wir es aufbewahren wollen, bis wir richtig einziehen, denn dann wird es zwei Kaminöfen im Huus geben und wir sind vielleicht froh um das Heizmaterial. An den Platz des Hasenstalles soll mal ein Gartenhaus treten,

nach Möglichkeit dieses hier:

gartenhaus_oxford

(c): Gartenhaus-GmbH – danke für die freundliche Genehmigung!

 

Nun, am Dienstag nach Ostern trennten wir uns (wie immer widerwillig) vom Lüttje Huus und von Edda, Tinus und Herta und schafften es in sagenhaften fünf Stunden zurück nach Worms. Die Katzenmädels waren entzückt, daß wir wieder da waren. Ich hatte mein Pippilein sehr vermißt, vor allem beim Einschlafen. Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud hatte die beiden gefüttert, so waren die Mädels schön entspannt. Erst gegen halb zwei fielen wir ins Bett. Beide Katzen warteten darauf, daß ich endlich unter der Bettdecke verschwinden möge, als plötzlich die Luft im Schlafzimmer in einem lauten Geschrei und Fauchen explodierte: Pippi warf Micia raus! Sie blieb die ganze halbe Nacht eng bei mir liegen, ohne sich zu bewegen ❤ .

Seit wir zurück sind, geht das Pippilein schon gegen 21 Uhr ins Bett und wartet auf mich. 😀

Das nächste Mal werden wir über Fronleichnam dort sein (kein Feiertag in Niedersachsen), und der jüngste Bruder meines Vaters und seine Frau werden uns besuchen, darauf freue ich mich!

OMNOMNOM

Die Filmfreundin ist meiner Meinung nach eine hübsche Frau und sie hat eine tolle Figur. Dennoch glaubt sie, wie so viele Frauen, sie sei zu dick und müsse abnehmen. Deswegen  mache ich öfter mal (lieb gemeinte!) Witzchen über sie und nehme sie ein wenig auf den Arm. Daß sie definitiv nicht abnehmen muß, glaubt sie mir nicht. Vorhin schickte sie mir das hier per WhatsApp:

kuchenessen

Großartig, oder? (Morgen fahren wir nach Woquard, da sind im Kühlschrank noch zwei Tafeln weißer Schokolade 😀 )

 

 

 

 

 

 

He(l)lau

Rosenmontag, 3. März

Moin, ihr Lieben,

und herzliche Grüße aus dem lüttje Huus! Am letzten Mittwoch kamen wir erst mit Verspätung um 19.30 h aus Worms weg. Das hatte zwar den Vorteil, daß die Strecke kaum befahren war, wir also glatt durchrollen konnten, dafür aber zog sich die Zeit wie Kaugummi, denn es gab viele kilometerlange Baustellen, die man nur mit 60km/h durchfahren durfte. (Na, ihr werdet das kennen, oder?) Müde und genervt kamen wir gegen 01.30 h am Lüttje Huus an, das uns mit etlichen Schneeglöckchen-Büscheln auf dem Grünstreifen vorne begrüßte. Es war wohl kalt gewesen, denn Herta hatte überall die Rolläden heruntergelassen.Wir waren einfach nur froh, endlich angekommen zu sein. Bis die wichtigsten Sachen aus dem Auto ins Haus geräumt und wir bettfertig waren, zeigte die Uhr 03.30. Halb vier! Uuah!

Am Morgen schliefen wir dafür lang, bis halb zehn. Mieses Wetter, grau und naß, das rechtfertigte,daß wir den Tag hauptsächlich mit Schlafen, Essen und Lesen verbrachten ( zur Zeit lese ich die „Poldark“-Serie von Winston Graham, eine Familiensaga, die im 18. Jahrhundert in Cornwall spielt. Die Verfilmung läuft via Prime im Sony-Channel, klasse gemacht, die ersten drei Staffeln habe ich schon gesehen, die vierte ist auch schon da, aber noch kostenpflichtig. Kennt jemand von euch die Bücher oder die TV-Serie?)

Mittags schaute Herta zur Begrüßung herein, die noch gar nicht mit uns gerechnet hatte. Zu Weihnachten hatte sie mir bunte Ringelsocken gestrickt, die nur etwas zu kurz waren, aberi n der Zwischenzeit hatte sie sie etwas verlängert und nun lagen sie im Wohnzimmer auf einem der Fußhocker. Wir tranken gemütlich Tee und Herta brachte uns dorftechnisch auf den neuesten Stand der Dinge. Mitags kam sie nochmal rüber und brachte unsetwaqs von dem  Erbseneintopf, den sie für den Besuch iherer Enkelin vorbereitet hatte. Lecker!!!

Abends kam Edda, zu unserer Freude. Sie kam alerdings ohne Tinus, der Donnerstags seinen Skat-Abend hat. Wir quatschten und lachten bis spät in die Nacht. Es ist soo schön zu sehen, wie glücklich und entspannt sie ist, seit sie zu Tinus gezogen ist (der sie auf Händen trägt). Auch mit der Tatsache, daß nun jemand anders ihre Schmiede in Oldenburg führt, hat sie Frieden geschlossen.

Es war wie früher, in ihrer Wohnung oder bei Vapiano.

Den Freitag verbrachte der Prinz im Garten. Da gab es zwei Thujas (Markus? Thujas oder Thujen???) Ich höre beides gleich oft?) Dem Prinzen gefielen die Bäume nicht, und daß Herta sie auch gern weg haben wollte, war ihm Wasser auf die Mühlen. Er fuhr zu seinem persönlichen Småland, dem Raiffeisen-Landhandel in Pewsum, und besorgte sich eine passende Säge. Die Bäume liegen nun vor dem Haus auf dem Grünstreifen, der unsere Einfahrt von Hertas trennt. Kurz vor dem Osterfeuer-Tag werden die Jungs der IG zwei Fahrten durchs Dorf machen, um das Material für das Osterfeuer zu sammeln. Zudem hat der Windfang an der Eingangstür des lüttje Huus nun eine Lampe mit Bewegungsmelder, die der Prinz schnell besorgt und angebracht hatte.

Am Freitag hatte der Prinz einen Termin um zehn Uhr morgens ausgemacht, mit dem Berater einer Treppenlift-Firma.Ich war natürlich noch halb im Zombie-Modus, als er klingelte, aber der Mann war durch und durch nett und sympathisch. Er verliebte sich auf der Stelle in den kleinen Herrn Sonntag.Die verhaßte Treppe ist unten 66 und oben 63 Zentimeter breit. Herr K., der Berater, maß und rechnete wie ein Weltmeister. Zwischendurch erklärte er dem Mausebären immer wieder: „Dich nehme ich nachher mit – du bist ja so ein Süßer!“ Von 16 Treppenliften, die seine Firma im Programm hat, paßt genau einer (wir wollen einen gebrauchten nehmen, das wird erheblich preiswerter.) Da der Prinz und ich sowieso darüber nachdenken, einen Pflegegrad für mich zu beantragen,  konnte der Berater uns noch eine Menge Tipps und Informationen zur Gesetzeslage geben. Herr K. Ist Oldenburger (kennt auch Eddas Schmiede), aber verliebt in Ostfriesland, und er war entzückt, daß wir für eine echte Ostfriesische Tee-Zeremonie vollends ausgerüstet sind.

Kaum war er weggefahren, kam Herta rüber. „Und? Wie war‘s? Ich bin neugierig!“ rief sie, ließ sich die Beratung detailgenau erzählen und schaute sich den Prospekt an.

Das Beste aber passierte  am Samstag: Mein Cousin Mike (der Fliesenleger), den ich wegen des zu hohen Einstiegs in die Dusche um Rat gefragt hatte, kam mit Frau, Tochter und Vater schnell aus dem Ruhrpott herbei geeilt, um sich das Ding mal anzusehen. Herr Beckmann, der Vorbesitzer, hatte im Sockel der Duschkabine keine Revisionsfliesen (also die Fliesen, die man herausnehmen kann, um die Abflußrohre zu prüfen) gelassen, sondern er hatte den Sockel komplett geschlossen verfliest. Aber Mike hatte Werkzeug dabei, er stemmte eine Fliese auf, die in einer Ecke an der Wand lag, leuchtete mit seinem Handy hinein und sah gleich, daß er da was machen kann. Der Einstieg ist derzeit 31 Zentimeter hoch, für mich mit dem immer noch teilweise gelähmten Bein nicht zu schaffen (nur unter großem Streß, mit prinzlicher Hilfe).

Mike rechnete durch und erklärte, er könne den Einstieg auf zehn oder elf Zentimeter herabsetzen! Das will er am Karsamstag machen und ich bin überglücklich! Wir müssen nur eine neue, ganz flache Duschtasse besorgen. Und ja, die olle Duschkabine werden wir auch ersetzen(sie ist schon stellenweise angerostet). Nachdem alles geklärt war, wollten unsere Besucher vor der Rückfahrt noch das Meer sehen. Der Prinz fuhr mit ihnen zum Deich nach Upleward. Das Meer war nicht zu sehen, dafür aber reichlich Watt. Mein Onkel war ein bißchen enttäuscht. Als der Prinz aber in seiner Tiden-App nachsah und vorlas, daß am Karsamstag Flut herrschen werde, sagte er: „Oh prima – dann komme ich wieder mit!“ Mir ist das nur zu recht, ich habe diesen Onkel sehr gern und komme gut mit ihm aus.

Als der kleine Herr Sonntag, der Wind nicht ausstehen kann und es haßt, auf dem Deich zu sein, nach Hause drängte, verabschiedeten sich alle und die vier Ruhrpottler düsten direkt ab nach Hause. Der Prinz und ich schauten uns auf arte noch eine spannende Doku über Burgen an, bevor wir zufrieden in die Kissen fielen. (Hier im Huus haben wir ja noch kein WLAN, sondern noch aus Beckmanns Zeiten eine Schüssel auf dem Dach, oder, wie der Prinz es nennt, „Überraschungs-Fernsehen“. Ich bin inzwischen so an Prime und Netflix gewöhnt, daß es mich irritiert, daß ich nicht mal eben pausieren kann, wenn der Prinz mir etwas sagen will, oder mit einem kleinen Tastendruck zehn Sekunden zurückgehen, wenn ich etwas nicht richtig gehört habe. Wie schnell man doch verwöhnt wird 😉

Heute habe ich Mitleid mit den Leuten, die Karneval lieben und die viel Arbeit und Vorfreude in ihren Rosenmontagszug gesteckt haben. Denn es regnet und ist stürmisch, und das soll heute so bleiben.Wir bekommen hier dankenswerterweise ja überhaupt nichts mit vom Karneval (deswegen sind wir ja hier!).

Für heute hatte der Prinz noch einen Termin mit einem Treppenlift-Berater ausgemacht – um zehn Uhr morgens! Der ebenfalls sehr nette Berater ist vor ein paar Minuten weggefahren. Preislich liegt seine Firma auf der gleichen Ebene wie die des Beraters, der gestern hier war: Um die 4.000 € für einen neuen Lift, um die 3.000 € für einen gebrauchten. Auch dieser Mann war begeistert vom kleinen Herrn Sonntag. Zu mir sagte er:“Sie passen gar nicht in mein Beuteschema, Sie sind zu jung!“ Klar, seine Kundschaft liegt altersmäßig bei 70 plus. Und da habe ich zum Glück noch etwas Zeit 😉

Der Prinz hat mal die Gesetzeslage geprüft und herausgefunden, daß ich, selbst wenn ich einen Pflegegrad erhielte, den Zuschuß für einen Treppenlift nur dann bekäme, wenn der Lift im ersten Wohnsitz eingebaut würde. Und das ist unser liebes Woquard ja noch nicht (obwohl sie uns hier bereits Zweitwohnsitz-Steuer berechnen!) Unser Erstwohnsitz ist noch unser Wormser Dörfchen, und da wohnen wir nur zur Miete. Auch dort hätte ich gern einen Treppenlift, denn die Treppe nach oben ist sehr steil. Aber das Häuschen gehört seit Generationen zur Familie, und unsere Vermieter würden nur ungern baulich etwas verändern. Ja, ich weiß, vom Gesetz her könnte er mir den Lift nicht verweigern, aber bevor ich da ins Gedöns mit Anwalt und Gericht gehe, warte ich lieber, bis wir nach Woquard ziehen können.Wir wohnen jetzt seit 14 Jahren in Worms und haben ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Vermietern, das ist an sich schon selten genug.

Heute und morgen kommt um 15.00 h noch je ein Berater, und Mittwoch müssen wir auch schon wieder zurück.( Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, den Süßkram wegzulassen, das wird hart.)

I

P.S.: update: soeben hat der dritte Treppenlift-Berater das Haus verlassen (und ist bei mir gleich durchgefallen). Er sah die Treppe und rief gleich:“Boah, die ist ja krass – Hammer! Nee, ich denke, da haben wir nichts, das da hochkommt.“ Immerhin maß er die Treppe doch noch aus, kam aber zum Schluß auf den gleichen Betrag wie die beiden anderen, etwa 4.000 €. Gebrauchte Lifte bieten sie nicht an. Als Mindestpreis geben sie alle den Betrag des Zuschusses an, den man mit einem Pflegegrad bekommt und der etwa 4.000 € beträgt. Mal gucken, was der Berater anbietet, der morgen Nachmittag kommt.

Und nun wünsche ich denen, die Karneval gern mögen, noch eine schöne Zeit und viel Spaß!

Bis morgen oder übermorgen!

* winkt *

Morgen Abend, also am

Spätnachmittag/frühen Abend, geht’s ins Lüttje Huus, my dearies, und der Prinz und ich freuen uns so. Für mich heißt das, noch die Physiotherapie durchstehen und dann müde ins Auto fallen. Wir werden Hörbücher dabei haben, zum Beispiel:

Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?: Über den Niedergang unserer Sprache

Darauf freue ich mich!

Da wir da oben ja in einem protestantischen Dorf leben, müssen wir keine peinlichen, besoffenen und schrill kichernden Leute befürchten. Fremdschämen wird uns erspart bleiben, Gott sei Dank! Menschen, die Karneval toll finden, werden mir wohl immer suspekt bleiben. Am Aschermittwoch sind wir zurück, ab dann ist ja hoffentlich Ruhe.

Vorfreude

Nächsten Donnerstag, my lovelies, geht es wieder rauf zum Lüttje Huus, und unsere Vorfreude ist groß. Wir bleiben eine knappe Woche, bis der Karneval-Horror vorbei ist, und fahren am Aschermittwoch zurück. Unsere Vermieter meiden den Karneval ebenfalls und sind daher dankenswerterweise  wie immer gern bereit, sich um Haus und Katzen zu kümmern. In dieser Zeit haben wir drei Termine mit Beratern von Treppenlift-Firmen, und wenn die uns ein gutes Angebot machen (es soll ein gebrauchter Treppenlift werden), dann bin ich bald nicht mehr nur auf das Leben im Erdgeschoß beschränkt, sondern kann es mir auch im Obergeschoß in einem der Zimmer gemütlich machen. (Sagte ich schon, daß ich diese widerliche Betontreppe hasse? 😉 ) Zudem kommt in dieser Zeit mein Cousin mit Frau und Tochter auf einen Sprung vorbei. Er ist Fliesenleger (ein sehr guter), und will mal schauen, ob er den für mich viel zu hohen Einstieg in die Dusche etwas niedriger legen kann. Das wäre großartig!

Unser nächster Trip „rauf“ wird an Ostern sein. Einige Zeit vorher werden die Mitglieder der IG durchs Dorf fahren und den Grünschnitt mitnehmen, den die Woquarder seit Monaten für das Osterfeuer angesammelt haben.

Das Osterfeuer wird (wie immer) bei Tinus brennen. Tinus stellt dafür schon seit Jahren einen seiner kleineren Äcker zur Verfügung, und für die Nachfeier eine seiner Scheunen/Gerätehallen. Unser erstes Osterfeuer hatten der Prinz und ich bereits in Harkebrügge erlebt, in unserer allerersten Zeit in dieser Region, ohne eine Ahnung, daß diese Region mal unsere Heimat würde.  Ich freue mich unendlich darauf, daß der Prinz endlich Ruheständler wird  (oder, wie die Friesen sagen, „Altenteiler“, denn das Prinzip des Altenteils auf den alten Höfen ist dort noch sehr Teil des Alltagslebens).

Was plant ihr für die Karnevalszeit? Tüff-tää oder eher Ruhe?