Das Leben ist toll, kann aber ein Arschloch sein.

Am Freitag, also am 21., werden wir uns wieder auf die sch*** lange Fahrt gen Norden machen, my dearies,zu unserem ersten Weihnachtsfest im lüttje Huus. Am 5. Januar sind wir zurück.

Wie immer, füttert unser Vermieter die Chefkatze und das Pippilein, diesmal nicht wie sonst in der Scheune, sondern direkt im Haus. Mir ist wichtig, daß sie bei Minusgraden nicht draußen oder in der zugigen Scheune schlafen müssen, sondern sich auf der Couch oder in unseren Betten einkuscheln können. Und vor allem in der Silvesternacht möchte ich, daß sie sicher im Haus sind. Jürgen hat mir versprochen, darauf zu achten. (Wir haben wirklich Glück, so tolle Vermieter erwischt zu haben!)

Heute morgen habe ich mehrere Umschläge aus dem Briefkasten geholt. Weihnachtskarten, unter anderem von meinem Onkel (jüngster Bruder meines Papas) und seiner Frau. ❤

Auf einem der Umschläge stand in unbekannter Handschrift als Adresse: „Familie [Name des Prinzen] Absender: Familie Beckmann, die Vorbesitzer unseres lüttje Huus. Ich freute mich, daß Beckmanns an uns gedacht hatten und öffnete den Umschlag. Es war keine Weihnachtskarte. Ich brauchte eine ganze Weile, bis das, was ich las, in meinem Verstand ankam. Es war eine Todesanzeige.

Herr Beckmann ist vor zwei Wochen gestorben.

„Durch einen tragischen Unfall“, steht da. Was für ein Alptraum. Wir hatten uns mit den beiden gut verstanden, Herr Beckmann war ein fröhlicher, gelassener Mensch, herzlich und gutmütig. Schön ist, daß seine Begeisterung und sein Geschick für handwerkliche Arbeiten überall im lüttje Huus sichtbar vorhanden sind. So werden wir oft an ihn denken. Aber für seine Familie muß es sehr grausam sein – zwei Wochen vor Weihnachten…an sie denke ich auch viel. Die Familie möchte Kondolenzpost nur über das Bestattungsinstitut. Das verstehe ich. Sie wollen ihn demnächst auf See bestatten, im engsten Familienkreis. Bin jetzt ein bißchen niedergedrückt und wehmütig.

 

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Großes Bonbon für Otto-Fans

Darlings, vorhin habe ich bei Juhtjuhp eine wunderbare Doku über Ottos Leben und Karriere entdeckt! Danke, liebes NDR-Team! In dieser Dreiviertelstunde schwang ich ständig zwischen Lach- und Rührungstränen hin und her und war fasziniert darüber, wie viele seiner Texte ich heute noch mitsprechen kann, nach über 40 Jahren. In der Doku kommen auch Ottos Freunde und Wegbegleiter zu Wort, zum Beispiel Bully Herbig, Udo Jürgens (ja, der!), Sky Dumont und Ottos älterer Bruder Karl-Heinz Waalkes, der sehr stolz auf seinen „kleinen“ Bruder ist. (@Renata: Zu und zu schade, daß Emden für euch soweit weg liegt – wir sind „zwischen den Jahren“ wieder im Lüttje Huus und werden dann ganz sicher einen Emden-Trip machen…) Habt Spaß – und erzählt doch mal: War Otto wichtig für euch?  Mochtet ihr ihn? Wenn ja: warum? Mögt ihr ihn heute noch?

Lüttje Huus: update

Hey Ihr Lieben, hier ein update der „Akte Lüttje Huus“ 😀

Am vergangenen Samstag war die Schlüsselübergabe für „uns lüttje Huus“. Der Prinz hatte mit den Eigentümern, dem Ehepaar Beckmann (so nenne ich sie hier ) vereinbart, dass wir gegen 15 Uhr am Huus sein wollten. Das klappte auch gut. Beckmanns begrüßten uns sehr herzlich (nette Leute!) und führten uns gründlich durchs Haus, um zu erklären, wo sie zum Beispiel wann was renoviert hatten und wo es Besonderheiten zu beachten gibt. Herr Beckmann ist ein leidenschaftlicher und sehr guter und geschickter Heimwerker; wir konnten nur staunen, was er alles selbst gemacht hat, und wie gut und sauber! Beckmanns erwähnten auch die liebenswerte Nachbarin, die uns schon so nett empfangen hatte. „Herta schaut immer mal nach dem Haus, wir hatten ihr Schlüssel gegeben“, erklärte Frau Beckmann. „Sie können ja selbst entscheiden, ob Sie das beibehalten möchten.“ Der kleine Herr Sonntag tat die ganze Zeit das, was er immer tut, wenn wir mit anderen Leuten reden: er bellte. Eifersucht und Ungeduld, eine nervige Mischung! Daran müssen wir dringend arbeiten. (Hat jemand einen Tipp für uns?) Ich fragte Beckmanns, ob sie traurig oder wehmütig wegen des Verkaufs seien (sie hatten das Haus 16 Jahre lang gehabt), aber sie verneinten und sagten, die Jahre mit dem Huus seien schön gewesen, aber es sei jetzt Zeit, mit diesem Kapitel abzuschließen, und es fühle sich für sie gut an. Als sie sich nach einem herzlichen Abschied auf den Heimweg gemacht hatten, saßen wir erst einmal nur fassungslos im Wohnzimmer und versuchten zu begreifen, daß dieses Haus jetzt tatsächlich unser Haus ist. Der Prinz hatte vorausgeplant und heimlich eine Flasche meines Lieblingssektes mitgenommen: Freixenet carta rosado. Wir stießen an und freuten uns wie dolle. Der kleine Herr Sonntag inspizierte den Garten, und da er unsere Freude spürte, flitzte er ausgelassen im Zickzack über die Wiese und warf sich stürmisch dem Prinzen in die Arme. ❤ Herta, die zu dieser Zeit noch“Frau B.“ für uns war, kam herüber, um uns zu gratulieren und uns willkommen zu heißen. Sie hat eine süße, fröhliche Jack-Russell-Hündin namens Bella, mit der unser Bärchen sich prima versteht. Bella ist rund wie ein Fußball und der lebende Beweis dafür, daß Jack Russells nicht in Rentnerhände gehören 😉 Wir saßen zu dritt gemütlich auf der Terrasse und redeten. So erfuhren wir, daß wir die Äpfel unserer beiden Apfelbäume zu Mosterei bringen könnten, die gleich im Dorf ist. Der Prinz war immer noch mit dem Rasenmäher-Thema beschäftigt. Herr Beckmann hatte ihm zu einem Benzinmäher geraten. Frau B. schien eher um saubere Schnittkanten des Grases um die steinernen Trittplatten in der Wiese herum besorgt. 😉

Der Prinz machte sich auf die Jagd nach einem Mäher. Dabei entdeckte er im Nachbarort Pewsum das Männerparadies: den Raiffeisen-Landhandel! 😀 Der sehr freundliche und erfahrene Verkäufer dort empfahl dem Prinzen eine benzinbetriebene Motorsense, die er ihm mit einem dicken Rabatt überließ. Zu Hause (wir hatten sehr schnell das „Zuhause“-Gefühl im Lüttje Huus) legte der Prinz sofort los, merkte aber bald, daß das Gerät zwar voll geil, aber auch sehr laut und schwer ist und daß er damit auf keinen Fall die ganze Wiese würde kürzen können. Tja, und da stellte sich im Gespräch mit Frau B. heraus, daß unser neues kleines Heimatdörfchen tatsächlich einen Baumarkt hat! Klein, aber hey – Baumarkt!! Klar, daß der Prinz den unbedingt sofort aufsuchen mußte. Eine Stunde später zog er glücklich mit einem neuen Spielzeug Benzinmäher seine Bahnen über die Wiese 😀 😀

Danach holte er 57 Kilo (!) Äpfel von den beiden Bäumen und brachte sie zur Mosterei. Dort erhielt er dafür 47 Gutscheine, mit denen er Mostflaschen zum halben Preis bekommt. Der Most ist also Direktsaft und man bekommt ihn klar oder naturtrüb und beides ist unfaßbar köstlich.

Ja, und dann gab es die erste Abend-Gassirunde mit dem Bärchen. Inzwischen hatten so ziemlich alle 180 Einwohner mitbekommen, daß Beckmanns das Haus an die neuen Eigentümer übergeben hatten und waren gespannt auf uns. Es ist ja so, daß die Friesen sehr fröhliche, herzliche und offene Menschen sind (wenn auch das Klischee vom maulfaulen Norddeutschen das Gegenteil sagt – das ist falsch!). Alle Dorfleute, denen wir begegneten, grüßten mit einem freundlichen „Moin!“, manche fragten auch: „Sie sind die neuen Nachbarn, nech?“, und wenn wir das bestätigten, „hieß es oft:“Das ist ja schön – willkommen in Woquard/ in der Nachbarschaft!“ Manche fragten noch ein bißchen zum Haus und ob es uns in Woquard denn gefiele. „Hast du gemerkt“, fragte der Prinz später, „Selbst die, die gar nicht soo nah bei uns wohnen, betrachten sich als unsere Nachbarn.“

Das stimmt – und ich habe das deutliche (und gute) Gefühl, daß wir den Leuten in Woquard trauen können, daß uns da niemand freundlich begrüßt, um uns dann später die Messer in den Rücken zu rammen, wie wir es hier, in unserem Wormser Dorf, erlebt haben.

Das beste Erlebnis der Woche bescherte uns aber unser geliebter Knutschköter! Zwischen unserem und Frau B.s Grundstück verläuft kein Zaun, sie weiß, wo die Grenze läuft und hat uns das, als wir uns kennenlernten, gezeigt (auch die beiden Apfelbäume, die uns gehören 😉 )

Die Friesen grenzen Grundstücke oft durch Entwässerungsgräben ab. Je nach Größe heißen diese Gräben „Tief“, „Düker“ oder „Schloot“. So einen Schloot hat Frau B. in ihrem Garten, zum nächsten Nachbarn hin (das ist der Herr W.). Ich dachte zuerst an einen „Schlot“, also einen Kamin, als sie das Wort zum ersten Mal erwähnte. Daß sich dieser Graben mit „oo“ schreibt, habe ich erst später herausgefunden. Als also Frau B. Ihren „Schlootnachbarn“ erwähnte, schaute ich zum Dach ihres Hauses („Hä?! Das Haus steht einzeln und es hat nur einen Kamin? WTF?!?“) Den Schloot muß man zweimal jährlich reinigen, da darin Pflanzen, Laub und vieles mehr verwesen. Man geht mit einem großen Rechen durch. Das stinkt natürlich, zumal der Boden da oben torfig und moorig ist.

Gegen Ende der Woche saß ich mittags in der Eßecke und arbeitete an meinem aktuellen Projekt, als ich plötzlich den Prinzen schreien und rufen hörte:

„[ hier unverständliches und hektisch-panisches Schimpfen einfügen] DO-MI!!!

Gleichzeitig trabte ein erschreckter Herr Sonntag zu mir herein und blieb zitternd dicht bei mir stehen. Er war matschig-naß und stank bestialisch.Jetzt verstand ich auch die Worte des Prinzen: “Paß auf, daß er sich nicht schüttelt – er ist in den Schloot gefallen!“ Das Wasser tropfte an dem kleinen Hund herab. Die Tropfen waren tiefschwarz und glänzten wie das Altöl eines Autos. Sofort kamen mir Erinnerungen an meine Kindheit, an die Emscher, deren Wasser genau so ausgesehen und gerochen hatte (sie soll jetzt renaturiert werden.) Und Beckmanns hatten die Eßecke kürzlich noch frisch tapeziert, mit einer sehr schicken weißen Struktur-Tapete, die wie kunstvoller Verputz wirkt. Wenn der Bär sich da geschüttelt hätte…

Aber der Prinz war schnell da und hakte ihm die Leine ans Brustgeschirr. Auf der Terrasse goß er zwei Eimer mit warmem Seifenwasser über Herrn Sonntag aus. Das schien dem Kleinen gut zu tun. Dann war es sicher, ihn ins Bad mitzunehmen. Der Prinz stellte ihn in die Duschkabine und brauste ihn erstmal warm ab. Unser kleiner Wuwu, der Wasser eigentlich haßt und sich bei Regen weigert, rauszugehen, schien die Wärme zu genießen und hielt sogar freiwillig sein Gesicht in den warmen Brausestrahl. Da wir kein Hundeshampoo parat hatten, schäumte der Prinz ihn mit Menschen-Duschgel ein (Aloe Vera) 😀 Das gefiel der empfindlichen Hundenase noch weniger als der Schloot-Gestank, er spürte aber, daß sein geliebtes Herrchen jetzt zunehmend entspannter wurde, also hielt er durch ❤ Da das Bärchen ein sehr kurzes Fell hat, war er schnell wieder sauber. Als nur noch klares Wasser aus des Bärchens Fell rann, holte der Prinz ihn heraus und frottierte ihn gründlich ab. (Praktischerweise hatte er kurz vorher für eventuelle spätere Gäste dunkel-anthrazitfarbene Handtücher besorgt, die jetzt wie gerufen kamen. Der Bär ließ sich das kräftige Abrubbeln mit wohligem Grunzen gefallen 😀

Draußen schien noch die Sonne, so nahm der Prinz ihn mit in den Garten, wo er ihm sein Bällchen warf. Durch das Herumrennen in der Sonne wurde das Bärchen schnell warm und trocken. Er war sooo erleichtert, daß er sein Abenteuer gut überstanden hatte! Wir konnten und können im Nachhinein natürlich gut darüber lachen. Der Prinz erzählte mir, was passiert war: Herr W. hatte eine schiefe Planke über den Schloot gelegt, um leichter rüber kommen zu können. Der Prinz wollte sich ihm vorstellen und ging hinüber. Mitten im Gespräch platschte es hinter ihm – der Prinz drehte sich um und sah das Bärchen im Wasser paddeln. Der Bär schaffte es nicht, an der rutschigen und glitschigen Böschung Fuß zu fassen, er fiel immer wieder ins kalte Wasser zurück. Der Prinz stemmte sich mit den Füßen fest in die Böschung, packte das Bärchen am Brustgeschirr und zog es heraus. Der Bär schüttelte sich gründlich, um den Gestank loszuwerden und lief schnurstracks Richtung Haus, in die Sicherheit. Das war der Zeitpunkt, als ich von der Eßecke aus das Geschrei des Prinzen hörte 😀

Das war das große Schloot-Abenteuer des keinen Herrn Sonntag – Frau B. und ihr Schlootnachbar, Herr W., lachten sehr, aber es war liebevoll gemeint. In Woquard hat fast jeder mindestens einen Hund, daher sprechen viele Leute das Bärchen freundlich an, wenn wir mit jemandem ins Gespräch kommen.

Dann war der Freitag da und damit unser Pizza- und Rotwein-Abend. Da wir mitbekommen hatten, daß weder Edda noch Tinus jemals Pizza gegessen hatten, luden wir sie ein. Der Prinz besorgte fertigen Pizzateig (schon in Backpapier eingerollt) und belegte ihn lecker. Dazu hatten wir Rotwein. Edda und Tinus schmeckte es prima.

Frau Beckmann hatte uns bei der Übergabe erzählt, daß Frau B. einen Satz Schlüssel zum Haus habe und immer wieder mal nach dem Rechten sehe. Wir fragten sie, ob sie das auch für uns tun könne und wolle. Sie freute sich über unser Vertrauen und sagte gern zu. Am Samstag wolle sie die Schlüssel holen, sagte sie. Sie kam zu einer günstigen Zeit, wir hatten gerade Tee gekocht (in Friesland ist Tee so wichtig wie in England!). So saßen wir gemütlich beieinander und erzählten. Sie fragte noch einmal nach unseren Nachnamen und gab einige Dönekes aus dem Dorfleben zum Besten. So erfuhren wir, daß sie 73 Jahre alt und stellvertretende Küsterin ist (das da oben ist durch und durch“Feindesland“, wie der Prinz gerne witzelt, nämlich alles evangelisch. 😉 ) Den Tee nahm Frau B. zum Anlaß, uns zu verkünden, daß sie uns ab sofort duzen wolle. Seit dem ist sie also „Herta“ für uns, und es tut uns gut, eine ehrliche, gutherzige Nachbarin zu haben, der wir trauen können. (Hier haben wir Wiltrud, die ein wahrer Schatz ist, und die Buchhändlerfreunde, die aber nicht die einzigen tollen Leute hier im Dorf sind.)

Am Sonntagmittag fuhren wir dann wieder zurück – ohne viel Gepäck, weil wir das Meiste unserer Klamotten schon im Lüttje Huus gelassen hatten. Der nächste Trip „rauf“ wird um den 1.November herum sein *freu* – und ebenso mit wenig Gepäck!

Nu geiht dat los!

Hello sweetings,

vorgestern abend führte uns unser Gassi-Weg mit dem kleinen Herrn Sonntag wie immer am Garten unserer Vermieter vorbei. Freudig bellend stürmten Ronja, Emma, Sheila und Smilla, ihre Hundemädels, an den Zaun, um Herrn Sonntag zu begrüßen und sich von uns durch den Zaun knuddeln zu lassen. Marika und Jürgen gesellten sich dazu und wir hatten einen netten Klönschnack über‘n Zaun. Ihr neues Enkelkind ist zuckersüß (obwohl ich mit Babies eigentlich nur wenig anfangen kann). Der Kleine ist hellwach, aufmerksam und sehr „gesprächig“. 😉

Wir erzählten den dreien von unserem lüttje Huus. Sie freuten sich rührend für uns. Der Prinz holte sich bei Jürgen gleich mal Tipps zum Thema Rasenmäher, denn wir haben da oben 600 Quadratmeter Wiese, die regelmäßig Arbeitseinsatz fordern werden. Das Grundstück unserer Vermieter hier ist etwa fünfmal so groß und Jürgen hat einen Aufsitzmäher, von dem er dem Prinzen aber abriet. (Es wird wohl ein Benzinmäher werden, Hauptsache, ich kann ihn ebenfalls bedienen.) Wir boten ihnen natürlich an, das lüttje Huus mal für Ferien zu nutzen, aber das brauchen sie gar nicht, da sie ein Wohnmobil haben (Jürgen hat einen kleineren Bus umgebaut). Der kleine Herr Sonntag bellte die ganze Zeit – er haßt es, wenn wir nur rumstehen und reden, er möchte laufen!

Also, am nächsten Samstag, am 15. September, ist die Schlüsselübergabe in

woschild

dann gehört das lüttje Huus offiziell uns. \o/ Wir bleiben noch einige Tage und Nächte da (obwohl das heißt, hier die Kerwe zu verpassen), um ein Gefühl für das Haus zu bekommen und zu schauen, ob der Alltag reibungslos abläuft oder es irgendwo hakt, weil etwas fehlt. Die Vorbesitzerin hat schon angekündigt, daß sie den Eßtisch und die Stühle dazu nun doch mitnehmen will. Und da wir ja auch irgendwo frühstücken und überhaupt essen möchten, waren wir am letzten Samstag (ja, Samstag! Total beknackt!) bei IKEA, um einen gemütlichen Tisch mit passenden Stühlen zu finden. Das klappte auch prima.Was wieder nicht klappte, war die Beantwortung der Frage, warum so viele Eltern ausgerechnet Samstags mit ihren übermüdeten und völlig überreizten Kleinkindern zu Ikea gehen. Der Prinz hatte mich die ganze Zeit in einem Leih-Rollstuhl durch die Gänge geschoben, da wir vergessen hatten, Olli ins Auto zu packen. Wieder geschoben zu werden, war ein komisches Gefühl für mich, wie früher in der Klinik, mir wurde ein wenig übel, wie im Auto, wenn ich hinten mitfahren muß. Daher war ich nach einer Weile ebenfalls ziemlich müde, so ließen wir uns im Restaurant zu Kaffee und Mandeltorte nieder (Ja, diese eklige Igitt-Mandeltorte von Ikea, schrecklich, oder ? 😉 )

Der Prinz plant, nach der Schlüsselübergabe gleich zum Oldenburger Ikea zu düsen und den Tisch zu besorgen, den wir am letzten Samstag in Mannheim ausgesucht haben. Damit ist ein gemütliches Frühstück am Sonntag gesichert 😀 Dann wollen wir mal rundum bei den Nachbarn klingeln und uns vorstellen. Eine Nachbarin kennen wir schon, Frau B., eine sehr herzliche und fröhliche Rentnerin, die natürlich jeden im Dorf kennt und uns sicher Tipps wird geben können, wenn wir zum Beispiel mal einen Handwerker brauchen (das kann Tinus aber auch.)

Jedenfalls sind wir sehr gespannt, wie sich ein normaler Alltag im lüttje Huus anfühlen wird (ein bißchen aufgeregt sind wir schon…) Jürgen ist wie immer der Wächter über das Haus und die Futterschüsseln unserer Chefin und der Pippse 😀 Ich berichte dann, sobald wir zurück sind 😀

 

 

 

 

 

Ta-daa! Neuigkeiten!

Gestern sind wir gegen Mitternacht aus der zweiten Heimat zurückgekommen,my darlings, müde und verschwitzt (buäh). (Sensation! Frau Lakritz beschwert sich, dass es ihr zu heiß sei! 😀 )

Wir hatten, wie ich schon schrub, einen wichtigen Termin. Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß wir uns schon vor etlichen Jahren in die Region Ammerland/Emsland/Friesland verliebt haben und uns dort heimisch fühlen. Auch von unserem Traum, später mal dort leben zu können, habe ich hier oft erzählt. Aber für solche Träume muß man schon etwas „den Arsch bewegen“, wie wir im Ruhrpott sagen. Und so haben wir den letzten dreiwöchigen Urlaub genutzt und schonmal etwas… ähem… „vorgearbeitet“. 😉

Langer Rede kurzer Sinn: das gewünschte Bauernhöfchen oder der kleine Resthof ist es nicht geworden, aaaber:

die Frau Lakritz und der Herr Schokoladenprinz sind seit dem letzten Freitag glückliche Eigentümer eines kleinen Arbeiterhäuschens in Woquard, auf der Krummhörn!

Am Freitag war der Notar-Termin zum Unterschreiben des Kaufvertrages. Im Moment sind wir noch wie vor den Kopf geschlagen vor Freude und vor Verblüffung darüber, wie schnell das alles ging. Sehr erfreut sind auch unsere Freunde Edda (die Schmiedin) und ihr Lebensgefährte Tinus, der in Woquard lebt (Edda hoffentlich auch bald!).

Das hier ist unser Häuschen, „uns lüttje Huus“ (wir lernen schon eifrig Plattdüütsch):

huus_front

Die Fassade, auch die des Anbaus links, braucht einen neuen Anstrich. Insgesamt ist es so groß/klein wie das Haus, in dem wir jetzt hier zur Miete wohnen, hat aber dazu einen 600 Quadratmeter großen Garten.

Der Plan sieht so aus: Der Prinz geht davon aus, daß er in zehn bis zwölf Jahren in den Ruhestand geht („Es sei denn, der Gesetzgeber läßt sich bis dahin noch etwas anderes einfallen“, wie er sagt). Da ich ja mit der Behinderung nicht mehr so wie früher arbeiten kann und ganz (und recht erfolgreich) auf home office-Jobs plus Reikipraxis  umgestiegen bin, ist es schnurz, wo ich lebe, solange ich WLan habe. Ich bekomme nach meinen 35 Berufsjahren eine Eu-Rente (Eu = Erwerbsunfähigkeit), die mir gut reicht und neben der ich einen Mini-Job haben darf. Es ist also egal, ob ich in Worms oder in Woquard lebe, meine Lebensbasis bleibt dieselbe. NUR wohnen wir dort dann gerade mal fünf Kilometer vom Wattenmeer weg und nicht, wie jetzt, sechs Autostunden!

Die bisherigen Besitzer hatten das Haus als Ferienhaus vermietet, das wollten wir ursprünglich auch  so weiter führen. Aber im Hinblick darauf, daß wir irgendwann fest in dem Haus leben werden, wollen wir doch nicht so viele fremde Menschen darin haben. Energetisch finde ich das zu anstrengend. So haben wir beschlossen, daß wir es nur an Familie, Freunde und Bekannte vermieten. (@ Markus: Die Einfahrt dürfte für euer WoMo reichen 😀 ) Für eine Praxis ist auf jeden Fall genug Platz im Haus, und Reiki kann ich auch als alte Lady noch praktizieren. Edda und Tinus sind jetzt beide Mitte 70, und wenn wir Glück haben, sind sie noch fit und gesund, wenn wir hinziehen. Tinus jedenfalls arbeitet hartnäckig darauf hin, daß Edda endlich zu ihm zieht und das Rauchen aufgibt („Wir Friesen sind stur“, versichert er.) Tinus‘ Hof ist ganz nah an unserem Haus und wir könnten uns praktisch täglich sehen (Tinus ist 76 und bewirtschaftet den Hof nicht mehr selbst. Er hat die Felder in die Genossenschaft eingebracht und steht weiterhin als Berater zur Verfügung, wenn es nötig ist.) Es ist wunderschön, abends mit einem Glas Wein bei ihm auf der Terrasse zu sitzen und in den Garten hinauszuschauen. Tinus kennt jeden einzelnen Vogel, der dort wohnt, und nennt uns alle Namen, wenn einer singt oder ruft.

Der weiße Anbau links vom Huus führt in den Garten und hat eine Holzterrasse, auf der wir bald Abends sitzen und (hoffentlich) auch Vögel raten können 😉

Obwohl wir den kleinen Bauerhof von Heike und Johannes, auf dem wir seit einiger Zeit mit dem Bärchen wohnen, sicher vermissen werden, ist es doch großartig, daß wir jetzt nicht mehr nachfragen müssen,  ob die Wohnung frei ist – wir können einfach hinfahren! Um uns das verhaßte Kofferpacken zu ersparen, haben wir vor, im lüttje Huus  einen Grundstock an T-Shirts, Pullis, Socken, Unterwäsche usw. zu lagern, auch Duschgels, Shampoos, Badetücher, etc. Die Möbel lassen die bisherigen Besitzer drin, es sind ja keine persönlichen Dinge, nur Neutrales für Feriengäste. Wir sind darüber natürlich froh. So können wir später im Laufe der Zeit peu à peu die Möbel gegen unsere  privaten Sachen austauschen. Und meinen uralt-Wunsch nach einem Schwedenofen werden wir wohl auch erfüllen können – ein Kamin ist da 😀

Also – was meint ihr dazu, darlings? Übrigens: Die offizielle Übergabe wird wohl Mitte September sein. Dann wollen wir die dortigen Nachbarn sowie unsere Freunde und Familien (die Prinzeneltern leben ja leider nicht mehr) zu einer kleinen Feier einladen. Woquard hat nur knapp 200 (!) Einwohner, da kennt wirklich jeder Jeden, da finden wir es wichtig, daß die Nachbarn uns frühzeitig kennenlernen, auch wenn wir in den ersten Jahren nicht so oft kommen können. Aber das mit der Nachbarschaft wird gut – die Friesen sind sehr herzlich und offen.  Wer von euch dort in derRegion lebt und kommen möchte, ist herzlich eingeladen, gebt mir einfach Bescheid!

Ruhe bis Sonntag…

herrscht hier jetzt, ihr Süßen, denn wir drei machen spontan nochmal einen Kurztrip hinauf in die zweite Heimat. Morgen sind wir zu einem Termin eingeladen, den wir auf keinen Fall verpassen möchten (erzähle ich am Sonntag; Samstag sind wir zurück).

Unserem Vermieter ist das ganz recht. Wenn wir weg sind, kümmert er sich ja immer um Haus und Katzen. Jetzt sind wir nur zwei Tage fort, aber das reicht ihm, um bei dem Efeu an der Scheune und  den Mahonien vor dem früheren Kuhstall, wie er es sagt, „Friseur zu spielen“. Das heißt, er schnipst mit Hingabe und großer Geduld an den wuchernden Pflanzen, bis sie so ordentlich brav aussehen, wie er es gern hat 😉

Die Katzendamen haben für heute reichlich gefuttert, morgen übernimmt das die Buchhändlerfreundin und Samstag sind wir ja zurück. Es gibt also morgen mal wieder keine Freitagsfüller – aber ich freue mich sehr auf dieses Wochenende und wünsche euch allen ein ganz wunderbares solches! Und den Pizza- und Rotwein-Abend können wir auch bei Edda und Tinus zelebrieren 😀

PS: Olli bleibt hier – ich denke, ich sollte soweit sein, daß ich zwei Tage ohne ihn schaffe (der Weg zum Hundestrand in Norddeich ist allerdings ziemlich lang…)

Bis Sonntag dann, meine Lieben!

Wieder zurück!

unter Protest!

Wir kommen soeben von einem wunderbaren zweiwöchigen Urlaub in der zweiten Heimat zrück, my dearies, und ich bin nur unter schärfstem Protest mit zurückgefahren. Wir hatten absolut keine Internetverbindung auf dem Hof und  bloggen mit dem  Handy kriege ich nicht hin (keine Geduld, zu fummelig 😉

Also, es war phantastisch schön, ich erzähle noch etwas davon.

Hoffentlich habe ich mit dem zweiwöchigen Schweigen hier nun keine Leser verschreckt! 😀