Schwümmen

Petra war mit ihren beiden Kindern schwimmen.  Im Nachhinein fragt sie sich, ob das eine gute Idee war, aber lest selbst. Mich hat ihr Bericht daran erinnert, daß  ich mir für diesen Sommer (falls wir einen Sommer bekommen sollten) vorgenommen habe, wieder schwimmen zu lernen. Offen gesagt, war ich nie eine begnadete Schwimmerin. Ich habe das Schwimmen erst mit 14 Jahren gelernt, in einem DLRG-Kurs im heimischen Hallenbad. Da ich, als Gott die Sportlichkeit verteilte, wohl gerade von David Cassidy träumte und vergaß, mich zu melden… Nu ja. Das kam dafür 20 Jahre später, mit Tae Kwon Do und Baseball 😉  Im Schwimmen habe ich jedenfalls nie mehr als das übliche Brustschwimmen hinbekommen und schnell war ich schon gar nicht. Das zeigte auch die Vier im Sport in dem Jahr, als wir das verhaßte Schulschwimmen hatten (so oft, wie ich da das Schwimmzeug „vergessen“ hatte… 😀

Jedenfalls würde ich gern mal wieder schwimmen gehen. Wir wohnen nicht allzu weit von Bad Dürkheim entfernt, einer hübschen, malerischen kleinen Kurstadt in der Pfalz. Dort gibt es ein Thermalbad,dessen Wasser 38 Grad warm ist. Dort haben sie eine eigene Umkleidekabine für Behinderte, und wenn man vorher Bescheid gibt, begleitet einen jemand vom Personal bis zum Schwimmbecken. Das habe ich kürzlich bei einem Anruf dort erfahren. Ich könnte sogar die große Orthese zu Hause lassen, denn ich habe noch eine kleinereStütze, die das Knie daran hindert, sich nach hinten durchzudrücken. Das ist nämlich sehr auffällig und sieht gruselig aus, und ich würde auf keinen Fall so durch das Schwimmbad laufen wollen (bin ja kein Zirkustier). Die kleine Stütze umfaßt genau das Knie, größer ist sie nicht und muß sie auch nicht sein. Ringsum im Schwimmbecken ist eine Reling, an der man sich festhalten kann. Da meine tolle Ergotherapeutin jede Woche mit mir den linken Arm trainiert, sollte ich im Wasser schon wegen des geringeren Eigengewichtes in der Lage sein, Schwimmbewegungen zu machen. Mit dem Bein auch, da werde ich Hubert, neinen Physio, bitten, mir Übungen zu zeigen. Vielleicht kann mich ja auch jemand vom dortigen Personal begleiten – ich rufe nochmal dort an und frage!

 

 

 

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Nachlese: Geburtstag 2019

Das war ein sehr schöner Geburtstag gestern, my dahlings! Ganz herzlichen Dank für eure lieben Glückwünsche und WhatsApp-Botschaften, ich hab mich sehr gefreut!

Der Prinz hatte am Abend vorher schon vorsichtig angekündigt „Frühstück ist um zehn…“, da er ja weiß, daß ich morgens immer nur im Zombie-Modus funktioniere.

So stellte ich mir den Wecker auf neun Uhr , aber der Prinz weckte mich schon mit leisem „Happy Birthday“-Gesang. (Zum Glück kann er singen und trifft die Töne! 😉 ) Einen Kaffee durfte ich aber trinken und an meinem Platz lagen schon das Schwesti-Paket und zwei Sachen vom Prinzen.

Zu einer Sache aus dem Paket hatte Schwesti mir geschrieben:“Du wirst sofort wissen, warum ich dir genau das schenke…

Und ich wußte es sofort – es war nämlich das hier:

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eine dicke Frischhalte-Tüte voller Schwarz-Weiß-Gebäck, à la Oma! Große Freude!

Dann hatte sie etwas angekündigt, das ihrer Meinung nach gut ins Lüttje Huus passen könne, das waren diese drei putzigen Mädels hier:

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Ich hatte mich zuerst über die Bänder gewundert und dachte, sie seien zum Festbinden gedacht, aber der Prinz wußte sofort, daß das die Beine der Hühnermädels sind! 😀 😀 😀 Sie sind süß, oder?

Dann packte ich die beiden Päckchen des Prinzen aus. Zuerst kam dies hier zum Vorschein:

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Das befeuert meine neue Leidenschaft, die Keltologie, und entstammt, wie ich vermutet hatte, meiner aktuellen Wunschliste bei der Amazone. Das andere Päckchen war leichtgewichtiger und enthielt diesen großartigen Film:

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Die Gründe für meinen Wunsch: 1. es geht um eine Frau, die eine Buchhandlung eröffnet (mein Traum, den ich auf jeden Fall noch wahr machen werde!), und: Eine der Hauptrollen spielt Bill Nighy, den ich seit „Love actually („tatsächlich Liebe“) einfach großartig finde. Sehr.

Dann war es Zeit, zum Frühstück zu fahren. Der Prinz steuerte zügig in Richtung Herrnsheimer Schloß, in dem ich mal meine Praxis hatte (deretwegen die neighbourinos mich so haßten.) Im früheren Remisen-Gebäude hatte, kurz nachdem ich ausgezogen war, ein neues kleines Café-Bistro eröffnet. Wir wußten das, waren aber noch nicht drin gewesen, obwohl wir bei schönem Wetter immer noch oft und gern in den Schloßpark gehen. Der Prinz war vor einigen Tagen dort heimlich hingefahren und hatte uns einen Tisch zum Frühstücken reserviert. Das Café ist gemütlich, im vintage/shabby chic/Großmutter-Stil eingerichtet, mit viel Liebe gestaltet. Das Frühstück war köstlich, die Bedienung nett und aufmerksam – ein Volltreffer und ein Genuß.

Der Bär freute sich wie wild, als wir heimkamen. Zur Belohnung bekam er erstmal etwas Käse und Schinken. Der Prinz und ich waren so pappsatt, daß wir uns für ein kleines Mittagsnickerchen entschieden. Ich wachte auf, weil das Bärchen aufgeregt bellte. Ich hörte den Prinzen sprechen (er hat einen sehr sonoren Baß-Bariton 😉 ) Dann sprach eine Frau und ich überlegte, wer aus der Nachbarschaft wohl hereingeschaut hatte Wiltrud? Vroni? Gertrud? Der Bär gab aber keine Ruhe, also machte ich mich auf den Weg nach unten. Auf der Mitte der Treppe (die ich immer rückwärts runter klettere, weil dann das Geländer rechts ist) hörte ich die Stimme meines Bruders und mußte lachen. Tatsächlich, sie hatten schon Anfang letzter Woche mit dem Prinzen vereinbart, daß sie zu einem Überraschungsbesuch hereinschneien wollten. Der Prinz hatte bereits Kaffee gemacht und in durchaus guter Absicht die Plätzchen meiner Schwester dazugestellt. Das hieß natürlich – mit zwei Kindern dabei daß die Plätzchen in kürzester Zeit dezimiert waren 😉 Schwesti, du wirst nochmal an den Backofen müssen… 😀 😀 Nach dem Kaffee zog der Prinz dem Bärchen das Brustgeschirr und mir die Skihose an und wir zogen alle zusammen los zu einem längeren Gassigang. Es war wunderbar und erstaunlich warm und sonnig, ein Vorgeschmack auf den Frühling. Zu Hause hatten wir noch einen lustigen Nachmittag zusammen. Ich futterte zu viel von dem herrlichen Nußstriezel, den meine Schwägerin gebacken hatte, der Prinz ebenfalls. Deswegen beschlossen wir, unseren Vapiano-Abend auf heute zu verschieben. Und darauf freue ich mich jetzt gerade sehr.

Vorfreude

Nächsten Donnerstag, my lovelies, geht es wieder rauf zum Lüttje Huus, und unsere Vorfreude ist groß. Wir bleiben eine knappe Woche, bis der Karneval-Horror vorbei ist, und fahren am Aschermittwoch zurück. Unsere Vermieter meiden den Karneval ebenfalls und sind daher dankenswerterweise  wie immer gern bereit, sich um Haus und Katzen zu kümmern. In dieser Zeit haben wir drei Termine mit Beratern von Treppenlift-Firmen, und wenn die uns ein gutes Angebot machen (es soll ein gebrauchter Treppenlift werden), dann bin ich bald nicht mehr nur auf das Leben im Erdgeschoß beschränkt, sondern kann es mir auch im Obergeschoß in einem der Zimmer gemütlich machen. (Sagte ich schon, daß ich diese widerliche Betontreppe hasse? 😉 ) Zudem kommt in dieser Zeit mein Cousin mit Frau und Tochter auf einen Sprung vorbei. Er ist Fliesenleger (ein sehr guter), und will mal schauen, ob er den für mich viel zu hohen Einstieg in die Dusche etwas niedriger legen kann. Das wäre großartig!

Unser nächster Trip „rauf“ wird an Ostern sein. Einige Zeit vorher werden die Mitglieder der IG durchs Dorf fahren und den Grünschnitt mitnehmen, den die Woquarder seit Monaten für das Osterfeuer angesammelt haben.

Das Osterfeuer wird (wie immer) bei Tinus brennen. Tinus stellt dafür schon seit Jahren einen seiner kleineren Äcker zur Verfügung, und für die Nachfeier eine seiner Scheunen/Gerätehallen. Unser erstes Osterfeuer hatten der Prinz und ich bereits in Harkebrügge erlebt, in unserer allerersten Zeit in dieser Region, ohne eine Ahnung, daß diese Region mal unsere Heimat würde.  Ich freue mich unendlich darauf, daß der Prinz endlich Ruheständler wird  (oder, wie die Friesen sagen, „Altenteiler“, denn das Prinzip des Altenteils auf den alten Höfen ist dort noch sehr Teil des Alltagslebens).

Was plant ihr für die Karnevalszeit? Tüff-tää oder eher Ruhe?

 

Hier „geheimnist“ es…

Am Sonntag habe ich Geburtstag, darlings.  Schon in der letzten  Woche erhielt der  Prinz einige Postsendungen mit dem Logo der Amazone drauf.  Auf meine  Nachfrage sagte er nur trocken „Geht dich nix an.“ (Offenbar hat er sich durch meine Geburtstagswunschliste bei der Amazone durchgearbeitet *hibbel*

Gestern kam über  WhatsApp eine  Sprachnachricht von meiner  Schwester, in der sie mir ein Paket ankündigte und mir gleichzeitig strengtens untersagte, es auch nur näher anzugucken.  😀  Ich solle es am besten kühl lagern, sagte sie. Das  Paket kam heute morgen an.  Mennooooooo… wie soll ich das denn nu bis zum  Sonntach aushalten??! 🙂 🙂 🙂

Unser Start ins neue Jahr (verspäteter Bericht)

Moin, meine Lieben!

Schon am 6. Januar, in der Nacht, sind wir – wie immer unter Protest – wieder hier eingelaufen. Die Katzen freuten sich sehr, sie waren gut genährt und recht gelassen. Erstaunlicherweise hatten wir hin genau sechs und zurück sogar nur fünf Stunden gebraucht – keine Staus, fast völlig freie Autobahnen. Erst nachmittags losfahren lohnt sich!
Im lüttje Huus in Woquard hatte unsere wunderbare Nachbarin Herta wieder die Heizkörper aufgedreht und sogar die Kerze in der Deko-Laterne angezündet, die im Windfang an der Haustür steht. (Hier in Worms hatten wir auch eine, auf der alten Bank vor dem Tor, aber die hat kürzlich mal wieder jemand geklaut (schon zum zweiten Mal.) So empfing uns ein heimeliges Licht, das war schön, so liebevoll!

Der kleine Herr Sonntag freute sich wie wild, als er kapierte, wo wir nach seinem langen Schlaf auf der Auto-Rückbank angekommen waren. Er flitzte wie angestochen durch alle Räume und kuschelte sich dann glücklich auf der Couch an uns.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir ruhig im Haus, denn es war trübe, grau, naß und kalt. Ja, auch acht Grad plus sind für mich kalt. (Herta läuft da noch mit kurzen Ärmeln rum!) Der Prinz wollte der Buche an der Grundstücksgrenze zur Straße hin einige herabhängende Zweige kürzen, weil er gesehen hatte, daß sie bei etwas höheren Autos die Dächer berührten. (Hier in unserem Wormser Dörfchen hätte uns diese Tatsache längst eine anonyme Anzeige bei der Stadtverwaltung eingebracht . 😀 ) Also besorgte der Prinz sich in seinem neuen Lieblingsladen, dem Raiffeisen-Landhandel, so eine Astschere an einem ganz langen Stiel, deren Schneiden man über einen Seilzug bedient, der wiederum über Rollen läuft. (Zwei Tage später: mega-Muskelkater 😀 )
Wir sind jetzt  übrigens Mitglieder in der IG (Interessengemeinschaft) Woquard. Das ist ein Verein, der so etwas wie die Zentrale ist, in der die Aktivitäten aller örtlichen Vereine zusammenlaufen, wie zum Beispiel das Aufstellen des Maibaumes, das Feuerwehrfest, der Tag des Boßelns, das jährliche Schlickschlittenrennen, der kleine Weihnachtsmarkt und einiges mehr. An diesem Tag war das Abbauen der Weihnachtsbeleuchtung geplant. Der Prinz gesellte sich dazu, sowohl um zu helfen, als auch um sich als „der Neue“ vorzustellen. Die Begrüßung war herzlich, wie es bei den Friesen üblich ist. Die elektrischen Lichterketten waren schnell abgebaut. Danach gab es erstmal einen Korn für alle (hey, es war schließlich ganz schön kalt! Höchstens acht Grad!). Um die Gefahr einer gefährlichen Erkältung zu verhindern, gab es zum Abschluß der harten Arbeitsaktion im Gemeindezentrum noch Grog 😀 Der Rum, den sie dafür verarbeiteten, heißt „GS Holborn“ (Lecker – haben wir jetzt auch hier Zuhause 🙂 ) Der Vorsitzende (V) der IG tippte dem Prinzen beim Schlürfen auf die Schulter.
V: „Weißt du, warum auf der Flasche „GS“ steht?“
Prinz: “Nee…?“
V, trocken: “Grippeschutz.“
Wissta Bescheid,nä? 😀 😀 😀

Dann erwähnte ich mal im Gespräch mit Reinhardine, Tinus‘ Schwester, daß ich mir eine Skihose für Spaziergänge auf dem Deich bestellt hatte. (Ja, Reinhardine ist ein üblicher friesischer Frauenname). Allerdings hatte ich beim Bestellen aus Gewohnheit auf Größe M geklickt und nicht bedacht, daß ja die Jeans und die Orthese noch darunter passen müssen. Linkes Hosenbein also wegen Orthese zu eng, Rücksendefrist für Buxe schon abgelaufen. In Friesland ist es im Dorf durchaus üblich, daß Leute einfach mal so zum Schnacken reinschauen. Dann kocht man Tee und stellt Kekse und/oder Krintstuut (→Korinthenstuten, also süßen Stuten mit Rosinen) mit Butter drauf dazu und macht es sich gemütlich. Früher wäre das für mich Alptraum pur gewesen, aber jetzt, in Woquard, macht es mir Spaß, wenn jemand spontan hereinschaut. Meist ist das Herta, und wir schnacken dann immer sehr lustig und gemütlich miteinander. Diesmal war es Reinhardine, die kam und mir ihre Skihose anbot, die sie nicht mehr trägt. Das fand ich SO lieb!
Am nächsten Tag kam sie nochmal kurz rein und sagte:“Ich habe gar nicht daran gedacht, daß du ja größer bist als ich – die Hose könnte dir zu kurz sein!“
Da mußte ich lachen. „Reinhardine“, grinste ich, „ich bin vor allem breiter als du, ich bekomme sie vermutlich gar nicht über die Hüften!“ Das stellte sich leider als zutreffend heraus ( weiße Schokolade! :), aber nächste Woche kommt eine andere, die ich bestellt habe (diesmal größer).
Am Heiligabend machte der Prinz “traditionsgemäß“, wie er sagte, Kartoffelsalat mit Würstchen.Wir hatten es gemütlich, und zum ersten Mal hatten wir uns für einen künstlichen Weihnachtsbaum entschieden, von Fairytrees. (Gern hätte ich den Kunstbaum meiner Großeltern mitgenommen, aber von ihren Sachen ist nichts mehr da, und diejenigen, die nach ihrem Tod die Wohnung ausgeräubermt haben, verweisen mich bei Fragen geschickt untereinander hin und her.)
Jedenfalls fanden wir unseren Baum sehr schön und gemütlich (ich kann Fairytrees empfehlen, tolle Qualität!).
Der Prinz überraschte mich mit diesen beiden Schätzen aus meiner Wunschliste bei Tante Amazonien:

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David Crystal ist Professor für Linguistik an der University of Hull in England und einer meiner bewunderten Helden. Sein Sohn Ben Crystal ist ebenfalls Linguist (Spezialgebiet: Shakespeare). Er ist Shakespeare-Schauspieler und -Regisseur – er hat im Globe Theatre dafür gesorgt, daß sie dort Williams Stücke auch in OP (=original pronunciation), also in der damals üblichen Aussprache, aufführen. Für Leser, die sich gern näher mit Shakespeare, seinen Werken und seiner Zeit beschäftigen möchten, sich aber an das Thema nicht recht herantrauen, hat Ben Crystal das wunderbare, sehr hilfreiche und informative Buch Shakespeare On Toast geschrieben. Ich empfehle es sehr!
Mein neues herrliches Wörterbuch enthält Worte des Englischen, die damals zur Alltagssprache gehörten, heute aber kaum noch bekannt sind (Shakespeares Königin war Elizabeth I.), sowie Worte, die The Bard sich einfach ausgedacht hat (das sollen viele gewesen sein). Die beiden Crystals erklären jedes Wort in diesem Buch an einem Beispiel aus einem Stück Shakespeares. Dazu gibt es Sahnehäubchen wie Extraseiten mit Begriffen wie zum Beispiel Kleidungsstücke,

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Waffen und mehr. Wenn ihr mehr wissen wollt, gebt bei Juhtjuhp einfach „Ben Crystal“ ein und genießt! Viel Spaß!

Ach ja, das andere Buch hat mich deswegen interessiert, weil ich weiß, daß in den 1830er Jahren Leute aus meiner Familie (väterlicherseits) in die USA ausgewandert sind. Es gibt unseren Nachnamen unter Anderem in Texas und Colorado. (Leider ist ja auch ein gewisser Friedrich Trump ausgewandert – wie sehr ich wünschte, er wäre in Deutschland geblieben – oder er hätte ein Kondom benutzt!

Die Feiertage, ich gestehe es, verbrachten wir dekadent mit Essen und Schlafen. Der Prinz hatte beim Einkaufen Wildgulasch entdeckt und gleich etwas mehr für die Feiertage mitgebracht.Dazu machte er abwechselnd Klöße und Nudeln. Daß an Süßkram auch kein Mangel herrschte in diesem Urlaub, zeigen meine Taille und meine Hüften jetzt 😀 😀 😀

Der Prinz bekam von mir bunte Geschenke: Es „asterixte“. 🙂
1. Die Trabantenstadt. Ich schenkte ihm dieses Asterix-Buch, weil eine seiner Leidenschaften (und Fachgebiete) neben Fotografie, Grafik und Jura die Architektur ist. Das eigentlich wunderschöne Heidelberg hat einen sehr häßlichen Stadtteil, der fast nur aus Hochhäusern besteht, er heißt Emmertsgrund. Man kann die Hochhhausklötze von der Autobahn aus sehen, gegen den Hintergrund des waldigen Hanges wirken sie noch häßlicher. Der Prinz steht aber auf Wolkenkratzer-Architektur und sagt jedes Mal: “Hach… die Trabantenstadt!“Das speicherte ich dann im Hirn-Ordner „Schatz-Geschenke“ ab.

2. Asterix und Kleopatra (der Film). In den letzten Monaten hatten wir bei Terra X und anderen Doku-Kanälen via Netflix einige spannende Dokus über die Sphinx gesehen und jedes Mal lachend gesagt:“… nur schade, daß Obelix die Nase kaputtgemacht hat!“ Eine der Dokus hatte zu unserem Entzücken sogar den betreffenden Ausschnitt des Trickfilms gezeigt! Also wanderte der Film ebenfalls in den Ordner. Der Prinz freute sich darüber ebenso sehr wie ich mich über seine Bücher, es war eine sehr schöne Bescherung. Der Prinz hatte noch eine Tiefkühl-Beerenmischung besorgt, die löffelte er in unseren Sekt, so hatten wir an Weihnachten und an Silvester ein köstliches Getränk.
A propos Silvester: Unser Vermieter hatte dafür gesorgt, daß in dieser Nacht beide Katzen sicher im Haus waren, da kann man sich auf ihn verlassen. (Tiernärrische Vermieter zu haben, ist ein echter Glücksfall!). Er hat sie täglich gefüttert, so daß sie uns ausgeglichen und wohlgenährt begrüßten, als wir heimkamen.

Da wir unseren Ersatz-DVD-Spieler noch nicht im lüttje Huus untergebracht haben, kam der Film erst jetzt (gestern Abend) zum Einsatz. Ich hatte völlig vergessen, wie nervig-hektisch die Asterix-Filme sind!

Aber auch Herta, Edda und Tinus freuten sich über unsere Mitbringsel: Herta schenkten wir einen loop-Schal, der zu ihrer Lieblingsjacke paßt, mit der sie immer mit Bella Gassi geht, sowie ein Kirschkernkissen mit einem hübschen Bezug.
Edda hatte ich beim letzten Besuch gefragt, ob sie eigentlich je das Buch gelesen habe, nach dem ihre Eltern sie benannt haben, die Edda. Sie hatte verneint, aber gesagt, daß sie sie unbedingt noch lesen wolle.
Tinus hatte einmal erwähnt, daß er den Duft von Vanille sehr möge. Beide Aussagen hatte ich mir gemerkt. Das Buch war schnell besorgt. Für Tinus, der viel Wert auf Körperpflege legt, fand ich in einer Parfümerie eine schön aufgemachte Geschenkpackung mit nach Vanille duftendem Duschgel, Bodylotion und Deostift. „Guck mal, Schatzilein!“ strahlte er Edda an. Es war deutlich zu sehen, daß beide sich sehr freuten. Das freute uns natürlich auch.
Die Woche bis Silvester verbrachten wir überwiegend im Haus. Das lag, offen gesagt, hauptsächlich an mir, da es trübe, naß, kalt und windig war. Das ist schon hier im Südwesten keine Freude, aber in Ostfriesland erst recht nicht 😉 Und da ich immer noch nur langsam gehen kann, bin ich kaltem Wind recht ausgeliefert, denn ich kann ja zum Aufwärmen (noch) nicht stramm und flott marschieren. Da bleibe ich lieber mit einem Buch und Tee gemütlich auf der Couch (derzeitige Bücherserie: „Call the midwife“, das sind die Bücher, auf der die gleichnamige BBC-Serie beruht – Kennt die jemand von euch? Wenn ja: Wie ist eure Meinung dazu?).

Silvester war nicht besonders viel los, zum Glück. Viel Ballerei gab es nicht. Hauptsächlich die Nachbarn,die Kinder haben, waren draußen. Unserem kleinen Herrn Sonntag ging das Geknalle komplett an seinem kleinen Arsch vorbei. Er war völlig unbeeindruckt. Herta war irgendwo zu Besuch, wir hätten gern mit ihr angestoßen. So gingen wir wieder rein, ins Warme, und tranken unseren Beerensekt allein. Die restliche Nacht war ruhig (Dorfleben rulez!) und die Tage bis zur Rückfahrt verbrachten wir gemütlich und in aller Ruhe. Herta kam öfter zum Tee und unterhielt uns mit Geschichten aus der Vergangenheit des Dorfes, zum Beispiel, wie 1962 eine Springflut den Deich um Woquard fast völlig zerstört hatte und wie einmal ein Blitz mit einem gewaltigen Knall in das Kirchendach eingeschlagen hatte, das damals noch mit Schiefer gedeckt war, und sie noch wochenlang danach Schiefersplitter in ihrem Garten gefunden hatte.

Am 5. Januar schafften wir es dann endlich, nach Weener zu fahren und Lars, den einige von euch als „Lobo“ hier aus den Kommentaren kennen, in seiner Buchhandlung zu besuchen. Zuletzt hatten wir uns im Mai 2010 gesehen, beim Mittelaltermarkt in Rastede, also eineinhalb Jahre vor dem Hallamati. Lars wußte natürlich, was 2011 passiert war; der Prinz hatte damals ja hier im Blog Bescheid gegeben. Umso größer war die Wiedersehensfreude. Bevor wir weiterzogen, tat ich noch etwas sehr Kluges: Ich nahm Ottos Autobiographie „Kleinhirn an alle“ mit. (Großartiges Buch, sehr zu empfehlen!)

 

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Der Prinz hat ein Konto bei audible und lud das Hörbuch dazu (von Otto selbst gelesen! !!einself!) auf sein Eifon, so daß wir es auf der Rückfahrt in Ruhe hören konnten. Danke für die Empfehlung, Lars!

Nun sind wir wieder hier und frieren… Herta rief gestern an, um einen „Sturmschaden am Haus“ zu melden. Der erschreckte  Prinz sah vor seinem inneren Auge schon ein halb abgedecktes Dach… bis Herta ihm lachend verriet, daß der Wind auf der Terrasse zwei Gartenstühle umgeworfen und einen davon in den Garten geweht hat! 😀 😀

Aber die Heizung ist doch nochmal ausgefallen.  Unser Engel Herta rief den Techniker an, der ein neues Gebläse einbauen mußte. Na, meinte der Prinz, da wir ja über Karneval wieder dort sein werden, sei es wichtig, daß es warm im Haus sei. Jawoll! Bin dafür! Warm ist gut! Wie geht es euch, was treibt ihr derzeit?