Wie verrückt

schneit es hier, mit heftigem Wind, der den Schnee in Wolken vom Dach des Pavillons bläst. Gestern habe ich endlich die Orthesenschuhe bekommen und konnte sie bereits „in echt“ testen (wir waren in Ludwigshafen eingeladen). Es ging gut, und eigentlich habe ich – orthesentechnisch gesehen – genug Mut für eine Gassirunde mit Herrn Sonntag, aber der Kleine warf einen Blick durch den Türspalt, guckte uns an… und drehte wortlos ab, zurück in die warme Küche 😀

Übersetzung: Gassi später heute, irgendwann 😉

Wie „wettert“ es bei euch?

++++

Update: Der Prinz hat gerade klar gemacht, daß er mich bei diesem Wetter auf keinen Fall zu Fuß laufen läßt – „viel zu glibschig, zu gefährlich“, sagt er. Er wird nachher noch alleine eine Runde mit Bärchen drehen. *mein Held*‘ ❤

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Nikolaus, komm in unser Haus…

Gestern war ja Nikolaustag,my lovelies, und damit einer meiner Namenstage. Da ich „Martina Nicole“ heiße, sind der Nikolaustag und der Martinstag meine Namenstage. Der Martinstag ist auch mein zweiter Geburtstag, da der Hallamati, also die Gehirnblutung, am 11.11.2011 war und ich – entgegen der Voraussage dreier Ärzte – in dieser Nacht nicht gestorben bin. Das ist für den Prinzen und für mich der Tag, an dem wir im Tivoli schlemmen und feiern, daß ich noch lebe (und scheiß auf die beiden Leute, die sich darüber ärgern, daß ich noch da bin, Karma wird das für mich ausgleichen).

Obwohl einer katholischen Familie entstammend, kannte ich als Kind den Brauch nicht, daß der Namenstag gefeiert wird (und sogar wichtiger ist als der Geburtstag). Oma wußte allerdings immer, wer gerade Namenstag hatte. Der Prinz ist auch katholisch aufgewachsen, in seiner Familie feierten sie die Namenstage auch.

So war ich gestern Abend sehr gerührt, als der Prinz mir mit den Worten „Alles Gute zum Namenstag, mein Schatz!“ Marzipanbrote und Dominosteine überreichte.

Mittags hatte im Briefkasten bereits eine Tüte gelegen, die eine Packung Dominosteine von Niederegger enthielt. Darauf klebte ein Aufkleber mit den Worten „Grüße vom Nikolaus“. Ich hatte gleich Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud im Verdacht und rief sie an. Sie wußte von nichts, fand das Ganze aber lustig. Ich sah die Tüte näher an. Sie zeigte eine witzige Zeichnung: einen schönen alten roten Bully, also einen VW-Bus, mit Geschenkpaketen beladen. Hmmmm…. Was sagt uns das, Watson?

Die Einzigen hier im Dorf, die einen Bully besitzen – allerdings in hell-babyblau – sind die Buchhändlerfreunde. Ich rief an.

„Susanne“, fragte ich, hast du mir was Süßes in den Brief—

„Nein“, unterbrach sie mich energisch. „Damit habe ich nichts zu tun, da mußt du mit dem Nikolaus reden. Das war ich nicht.“

„Aha, soso“, grinste ich. „Also du und der Nikolaus, ihr seid euch im Dorf begegnet und er hat zu dir gesagt „Hömma, Susanne, ich hab keinen Bock, noch bei der Nicole vorbei zu gehen, schmeiß du das mal für mich da ein, ja?“

„Ganz genau, so war das“, bestätigte sie ernsthaft. Im gleichen Moment brachen wir in prustendes Kichern aus.

Der prinzliche Süßkram ist tatsächlich das erste Namenstag-Geschenk meines Lebens! Seiner ist im Juni, da laß ich mir noch was Kleines einfallen (zumal er ja im Juli schon Geburtstag hat…)

Jetzt aber!

Vorhin rief jemand von der Orthopädie-Werkstatt an, um zu berichten, daß meine Orthesenschuhe  endlich angekommen sind. Yay! Am Samstag um elf habe ich einen Termin zum Anprobieren. Dazu kommt eine Einlage für den rechten Schuh, um den Höhen-unterschied auszugleichen. Dann kann ich das Wochenende zum Üben nutzen – An- und Ausziehen der Orthese und der Schuhe  und das Laufen damit. Denn am 21.12. wollen wir meinen Bruder besuchen, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt dort sehen und später am Abend gibt es eine Wanderung mit Fackeln zur Burg hinauf. Ich bräuchte das nicht bei der Kälte, aber der Prinz findet das so schön, also gehe ich mit.  Fotos der Schuhe folgen 😉

Sie ist da!!!einself

Nämlich die sehnlich erwartete Orthese für mein linkes Bein, darlings. Hier:

orthese

Ich hatte gehofft, daß ich sie über der Jeans tragen kann, aber das geht leider nicht, weil die Orthese sehr dicht am Bein anliegt, sie ist ja  nach einem Gipsabdruck meines Beines gebaut. Die Jeans ist mit ihren Nähten zu dick und wirft Falten, die scheuern könnten, aber mit einer Gymnastikhose läßt sie sich, wie ihr seht, auch ganz gut fotografieren. Mein Stand ist noch unsicher, wie man sieht, aber das ist Gewöhnungssache. Die Farbe ist nun doch mehr blau geworden, als das sehr leuchtend türkisfarbene Stück Probestoff vermuten ließ. Das freut mich! Sieht sie nicht supercool aus?!  \o/

Wie man sieht, steckt das gesamte Fußteil im Schuh. Das geht nur mit viel Kraft da hinein, und allein könnte ich das nicht schaffen. Aber ich bekomme spezielle neue Orthesenschuhe dazu, nächsten Freitag werden sie wohl da sein. Die neuen Schuhe haben ebenfalls, wie meine jetzigen auf dem Foto, einen Drehknopf-Verschluß ( = „Boa-Verschluß“), allerdings ist dieser bei ihnen  nicht oben auf dem Fuß-Spann, sondern hinten an der Ferse. Das heißt, der hintere Fersenteil läßt sich öffnen und herunterklappen, so daß ich den Fußteil der Orthese einfach hineinschieben kann, ohne das gewaltsame Gewurschtel und Gezwänge und Gedrücke, das jetzt noch nötig ist (und für das ich alleine gar nicht die nötige Kraft habe). Zuerst bin ich sicherheitshalber noch mit dem alten, häßlichen Vierpunktstock durch die Wohnung gelaufen. Am Fuß fühlt sich das Gehen mit der Orthese noch sehr steif und fremd an. Aber inzwischen  kann ich auch frei gehen (YAY!) Ich werde also bis zum Frühling  hier im Haus und im Hof üben (das Ding allein und einhändig anziehen und damit laufen), bis der erste wärmere Tag kommt und ich den Prinzen und Herrn Sonntag endlich zu Fuß beim Gassigang begleiten kann! Das werden wir dann gebührend feiern! (I’ll keep you informed 😉 )

Euer Robocop 😀

 

Hey, hey, hey, beautiful sunday *sing*

Einen schönen Wochenanfang wünsche ich euch, my dearies!
Gestern hatten wir so einen schönen Sonntag!

Mein Bruder und seine Familie hatten sich spontan zum Besuch angemeldet, mit dem Wunsch, mittags irgendwo essen zu gehen. Da waren wir natürlich gerne dabei, verfressen, wie wir sind 😃

Das Alte Ruderhaus unten am Rhein war leider schon ausgebucht, aber im Pizza Pasta in Obrigheim hatten sie noch Platz für uns. Der kleine Herr Sonntag mußte leider zu Hause bleiben, denn im Pizza Pasta gibt es einen Hund, einen Jack Russell namens Eros, und wir wollten keinen Hundestreit, zumal der kleine Herr Sonntag es haßt, im Restaurant still sitzen oder abliegen  zu müssen. (Da werden wir wohl bald Hilfe bei unserem Freund Holger anfordern –  mal sehen, was er vorschlägt!)

Zu meiner Freude hatten sie „Spaghetti Parmigiani“ auf der Extrakarte. Das sind Spaghetti, die der Koch aus dem kochenden Wasser in einen ausgehöhlten Parmesankäse gibt und sie darin schwenkt, bis sie das Aroma des Käse angenommen haben und schön mit Parmesan-Bröckchen durchmischt sind. Wunderbar! Der Inhaber ist selbst zweifacher Vater und war daher gern bereit, Paul und Marie ihre Wünsche zu erfüllen. Marie wollte „POMMES!“ und Paul wünschte sich Pizza Hawaii. Wir Erwachsene bekamen eine herrlich milde Grappa zum Nachtisch, auf’s Haus.

Zu Hause angekommen, packte der Prinz mich in mein Flauschwurst-Outfit ein, denn wir wollten entlang der Bach zum Nachbardorf wandern. Meine Schwägerin ist Sportlehrerin, sie und mein Bruder sind sportlich sehr aktiv, so war die Strecke von insgesamt etwa vier Kilometern für die ebenfalls sportlichen Kinder ein Klacks, und für den kleinen Herrn Sonntag sowieso. Die Kinder diskutierten wie immer, wer zuerst die Hundeleine halten dürfe. Zum Glück ist der kleine Herr Sonntag ja sehr kinderlieb, da er mit Kindern aufgewachsen ist, und geht bereitwillig mit ihnen mit – solange der Prinz und ich in seiner Nähe bleiben 😉

Obwohl es schneidend kalt windig und daher sehr ungemütlich war, tat die Tour uns allen gut. Für mich ist Kälte-Training wichtig, wegen des Immunsystems und damit das mit der ewigen Friererei mal aufhört. Zu Hause machten wir es uns schön mit Tee gemütlich, während die Kinder dem unermüdlichen Herrn Sonntag sein Frisbi durch die Wohnung warfen.

Gegen sechs zogen die vier wieder ab, zurück ins Schwäbische. Wir drei kuschelten auf dem Sofa bei einer Doku im Discovery Channel (den ich im Austausch gegen Terra X und GEO abonniert habe, bei denen wir mit der Mediathek inzwischen durch sind.)

 

 

Die zuverlässige SVF

Am vorletzten Sonntagmorgen stand der Prinz am Herd, um mir zum Frühstück Rührei mit Schinken zu machen. (Ich habe das vegane Leben ja aufgegeben, nachdem ich gemerkt hatte, daß unsere Gesellschaft zu dumm ist, diese Verantwortung zu übernehmen). Neben dem Prinzen stand der kleine Herr Sonntag, starrte gebannt und mit großen Augen zu ihm hoch und beobachtete genauestens, wie der Prinz den Schinken kleinschnitt. Der Prinz schaute kurz zu ihm hinunter, ließ rein zuuufällig ein winziges Stück fallen, drehte sich dann zu mir um und grinste.

„Er ist so heldenhaft und tapfer“, sagte er.  „Sollte das Unglück passieren und mir ein Stück Schinken aus der Hand rutschen, wäre er sofort und völlig selbstlos bereit, sich zu opfern und es zu beseitigen.“

„Ja“, sagte ich gerührt, „er ist ein  Held, keine Frage!“

„Er ist die Schinken-Vernichtungs-Fraktion!“ sagte der Prinz lachend. Seitdem heißt unser Liebling auch „SVF“.

Und ja, natürlich wissen wir, daß das nicht gesund für das Bärchen ist – Fette und Gewürze und so… Paxianer hatte mir mal eine Grafik  geschickt, die zeigte, daß eine Scheibe Schinken für einen Hund so viel bedeutet wie ein Cheeseburger für einen Menschen. Seitdem sind wir vorsichtiger (und Schokolade ist sowieso ab-so-lut tabu). Aber der Mausebär ist nach einigen Wochen strenger Vom-Tisch-nasch-Abstinenz wieder so schön windhund-schlank geworden, daß wir uns doch ab und zu hinreißen lassen, uns von seinen flehenden braunen Kulleraugen verführen zu lassen – zugegeben, mit schlechtem Gewissen 😉

Wie haltet ihr das mit euren Fellnasen, egal ob Katze oder Hund? Seid ihr durchgehend strikt oder laßt ihr mal Fünfe gerade sein?