Prost, Papa!

Heute ist der 76. Geburtstag meines Vaters. Ich bedaure, daß ich keinen „43“, also „Quarenta y tres“, den leckeren spanischen Likör, im  Haus habe. Papa mochte den sehr und durch ihn habe ich dieses leckere Gesöff kennen-und liebengelernt. Gerne hätte ich meinem tollen Vater zu seiner Wolke hinaufgeprostet, er hätte sich sicher gefreut und gelacht. (Kurz nach seiner Beerdigung bin ich damals (allein) zu seinem Grab gegangen und habe eine kleine Flasche 43 darüber ausgegossen und lange mit ihm gesprochen.) Schieflachen würde er sich  heute wohl darüber, daß der „43“ bei Jugendlichen  ein Modegetränk geworden ist – mit Milch. (Ich habe es probiert – schmeckt gut!) Papa hätte sich abgerollt. 😀

Mir fiel dazu noch der alte Trinkspruch ein, den er in Spanien gelernt hatte:“Salud, amor y pesetas!“ (Heißt: Gesundheit, Liebe und Geld!“). Papas spanische Freunde haben ihm gleich noch die Ergänzung beigebracht:“Salud, amor y pesetas…y mujeres con gordas tetas!“ (heißt:.. und Frauen mit großen **** Na, ihr wißt schon :))))) Papa machte immer Individual-Urlaube, er fuhr oder flog einfach los, Hauptsache, es war Spanien (seine Seelenheimat, so wie es England für mich ist.) Da er offen und kontaktfreudig war, lernte er schnell überall Menschen kennen, von denen er natürlich viel Umgangssprache aufschnappte, die er mir weitergab. Ich kenne eine Menger spanischer Beschimpfungen. Und ich vermisse ihn irrsinnig. Aber dafür rede ich oft mit ihm.

Advertisements

Last before Lent und Tod des Häuschens

Wie ich schon  schrub,  wollen der Prinz und ich, bevor die Fastenzeit startet, essenstechnisch nochmal schön zuschlagen.  Da wir das nicht per Besaufen und verkleidet Rumhüpfen tun,  besuchen wir mal wieder das chinesische Restaurant einige Dörfer weiter, in dem wir ewig nicht mehr waren. Dank unseres neuen Hausgenossen Artoo wird es in den nächsten 40 Tagen viele gesunde smoothies (ich nenne sie „Schmusis“) geben. Die Engländer nennen dieses letzte Zuschlagen vor dem Fasten „last before Lent“ – das letzte vor der Fastenzeit. Und nebenan steht hinter dem Häuschen schon der Bagger bereit, morgen wird es hier wohl laut werden. Soo schade um das Schnuckelhäuschen, Renata hat recht, ich hätte Fotos machen sollen.

Mag ik mal even voorstelen?

2018-02-11_17-37-35_324.jpg

Das ist Artoo, unser neues Haushaltsmitglied. Er heißt „Artoo“, wie die Geeks unter euch vermutlich schon erraten haben, weil er in seiner Form an R2D2 erinnert (bis auf den langen „Hals“ jedenfalls).

Einen Entsafter wünschen wir uns schon länger. Am Samstag habe ich mich in Mannheim mit einer früheren Kollegin von der Uni getroffen. Wir Mädels haben uns im Stadthaus N1 in einem Café bei Latte Macchiato und Himbeersahnetorte niedergelassen. Der Prinz ergriff klugerweise die Flucht und schaute sich bei Engelhorn Sports um 😀 Dort hatten sie eine Fruchtsaftbar aufgemacht. Der Prinz trank mehrere frisch gepreßte O-Säfte mit anderem Obst drin und war begeistert.Er setzte mich zu Hause ab und machte sich sofort auf die Suche nach einem Entsafter, der praktisch und nicht so teuer ist, daß wir uns in die Sklaverei verkaufen müssen 😉  Der kleine Artoo von Philips gefiel ihm auf Anhieb, und so zog der Keine bei uns ein (bei Philips hat er natürlich nicht so einen coolen Namen ; )) . Der Prinz kaufte – im Hinblick auf die kommende  Fastenzeit – gleich eine größere Menge an Äpfeln, Orangen und Ingwer. „Das wird eine gesunde Fastenzeit!“ sagte er erfreut. Darauf freue ich mich auch.Vermutlich werden wir aber morgen essenstechnisch nochmal lecker zuschlagen, der Prinz hat chinesisch vorgeschlagen. Das hatten wir auch schon lange nicht mehr, ich freue mich darauf.

Übrigens ist Artoo für mich super gut mit einer Hand zu bedienen, das freut mich so!  Der Prinz hat vorgeschlagen, daß er mir Orangen und eine Zitrone abends schält und in einen Frischhaltebeutel verpackt, damit ich sie morgens zum Entsaften nutzen kann. Äpfel, wenn sie klein genug sind, kann man ganz in den Schacht einlegen. Artoos Motor ist erstaunlich leise. Der kleine Herr Sonntag fand es nicht in Ordnung, daß seine geliebten Möhrchen ebenfalls in dem merkwürdigen Brummding verschwanden. (Nach einer Scheibe Schinken war es aber dann doch ok 😉 ) Inzwischen habe ich einen Lieblingssaft: Apfel-Orange-Ingwer!

 

2018-02-11_17-37-35_324.jpg

Siebzehn Jahre!

Boaaaahhh… pappsatt bin ich heute Abend, my dearies, denn der Prinz hat soo lecker gekocht – wir feiern heute unseren 17. Jahrestag. (Siebzehn Jahre hält dieser tapfere Mann es schon mit mir aus, her mit den Orden!)

Er hat ein wunderbares Hühnchengeschnetzeltes  mit Weißwein-Sahnesoße gezaubert, dazu  haben wir in der Küche noch eine Flasche Scheurebe entdeckt (es ist Jah-ren-den her, daß ich freiwillig Weißwein getrunken habe!). So haben wir schön den Tisch gedeckt, mit Kerzen, wie sich das gehört, und ich habe beim Trinken viel an Oma und Opa gedacht, die sehr gern Scheurebe und Morio Muskat getrunken haben (die ich ihnen bei meinen Heimatbesuchen immer vom Winzer mitbrachte). Dem Bärchen zuliebe feiern wir zu Hause, nicht im Resto.

Jedenfalls: Es ist heute 17 (sieb-zehn) unfassliche Jahre her, daß der Prinz und ich uns bei diesem Seminar in diesem Kloster begegneten und – *Rumms* die große Liebe über uns hereinbrach. Und: Wir haben das Glück, daß die Liebe immer noch sehr groß ist.

❤ Happy Anniversary to us!  *Tröööt* *Konfetti schmeiß* 😃

Petras Fragen # 17

Diesmal ist Petras Frage schon einige Tage alt, sie hat sie bereits an Altweiber gestellt. Trotzdem sag ich natürlich etwas dazu.

Heute ist Weiberfastnacht – ihr wisst, dass ich Karneval- und Faschingsverweigerer bin.

Feiert ihr die tollen Tage?

NEIN. Wir ergreifen, wenn irgend möglich, die Flucht. Glücklicherweise sind wir uns da einig, daß wir zwangslustige Massenveranstaltungen, die ein Vorwand zum Besaufen sind, gruselig finden und sie vermeiden, wo es nur geht.

Außerdem überfordert mich das Ausmaß des Fremdschämens beim Anblick schrill kichernder, besoffener Frauen, die fremde Männer anfallen, um sie abzuknutschen*buääh*.

Als ich noch in der Uni arbeitete, hatte ich außen an der Tür meines Büros ein Schild mit der Aufschrift „Karnevalsfreie Zone!“ Leider hielt das, vor allem an Altweiber, die kichernden, mit Schere bewaffneten Kolleginnen nicht davon ab, „Ahoi!“-rufend hereinzustürmen, um zu sehen, ob sie meinem Chef die Krawatte kaputtmachen könnten. Mein kluger Chef aber, gebürtiger Bremer,  kam an diesem Tag sowieso ohne Schlips ins Büro.

Im letzten Jahr lief im Nachbardorf tatsächlich ein Mann in einem Plüsch-Hasenkostüm über die Straße!!!! Einself!!!!

Also, ein Bier oder Glas Wein oder Sekt sollte sich jeder gönnen dürfen. Wenn aber jedes Feingefühl für Peinlichkeit und Geschmacklosigkeit vom Alkohol ersäuft wird, dann ist für mich die Grenze erreicht.

Als Kind fand ich Karneval natürlich toll. Wir „gingen“ als die klassischen „Cowboy und Indianer“ und hatten viel Spaß am Karnevalszug. Ich haßte nur die Konfetti-Kanone, weil sie so laut knallte (das war möglicherweise schon ein Hinweis auf meine heutige Hyperakusie). Nach dem Zug ging es zu Oma, die ihre Quarktorte und „Karnevalskissen“ gebacken hatte. Diese Kissen waren einfaches Fettgebäck, wie Berliner, nur eben nicht rund, sondern viereckig. Da der Teig, im heißen Fett schwimmend, aufging, nahmen die kleinen Vierecke die Form von Kissen an. An Silvester machte Oma die auch immer.

Als ich in die Teenie-Jahre kam, traf ich mich mit Schulfreunden oder sonstigen Bekannten beim Umzug, die oft Appelkorn dabei hatten. Appelkorn war in den 70er Jahren mal schwer „in“, erinnert sich jemand von euch daran? (Berentzen natürlich ;))

Als ich 1982 mit dem Exgatten von Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz zog, konnte ich es nicht fassen, daß hier am Rosenmontag gearbeitet wird, und das, obwohl ich damals schon längst kein Karnevalsfan mehr war.  Am Rosenmontag schlossen bei uns in NRW  die meisten Geschäfte um zwölf Uhr, da hatten wir schulfrei, am Veilchendienstag ebenfalls.

Heute finde ich das Karnevalsgedöns nur furchtbar und peinlich. Mit dem ursprünglichen kirchlichen Fest hat es  sowieso jede Verbindung verloren. Außerdem habe ich, wie ich finde, jede Menge Humor. Ich lache sehr gerne und viel. Aber mit aufgezwungener und durch Alkohol hervorgerufener Zwangslustigkeit kann ich gar nichts anfangen. Zum Glück ist der Prinz da genauso gestrickt. In den letzten Jahren sind wir über die Gruseltage einfach nach Norden in die zweite Heimat gefahren. Aber das war immer noch viel zu kalt. Deswegen hat sich der Prinz dieses Mal einfach die Gruselwoche freigeschaufelt und wir machen es uns zu Hause kuschelig. Die Therapien fallen aus, weil meine klugen Therapeuten auch Flucht-Urlaub eingereicht haben 😃 Der Prinz und ich planen, leckere Sachen zu kochen und gute Filme zu sehen. Ach ja, ich werde mir was Gutes tun und in der Fastenzeit die Finger vom Süßkram  lassen.

Isch abe fertig. 😉

 

Frau Lakritze hat’s kapiert :D

So. Die Frau Lakritz ist – nach einem langen, gemütlichen Frühstück mit dem Prinzen – endlich in der realen Zeit angekommen. Ich weiß, daß heute Freitag ist.  \o/  Gestern glaubte ich ständig, es sei bereits Freitag, und der Donnerstag schaffte es nicht, sich bei mir bemerkbar zu machen, der Arme. Daß ich im Zeitgefühl zu weit voraus war, dämmerte mir erst, als mir klar wurde, daß ich die Freitagsfüller einen Tag zu früh rausgeschickt hatte (muß wohl mal mit der TARDIS reden, was da los war… 😉 Also, Frau Lakritz: Heute ist Freitag, der erste Tag des Karneval-Flucht-Urlaubs des Prinzen. (Der Prinz macht uns übrigens nachher Currywurst mit Pommes 😃 )

Und euch wünsche ich ein schönes Wochenende! ❤

Freitags-Füller # 6

FF

  1. Wie konnte ich nur so blöd sein, damals diesen Narzissten zu heiraten?
    2.Ich sortiere ewig lang meine heißen Körnerkissen im Bett, bevor ich einschlafe.
  2.  Wenn ich an meinen Vater denke, werde ich traurig.
  3.  Jede nur mögliche Ausrede ist mir recht, wenn ich dafür noch ein Eis aus dem Gefrierschrank kriege 😊

       4. Micialina Picina ist mein Lieblingsname für die Chefin über alles.

       5.Mein Kindle ist mein Lieblingsspielzeug.

6. Mein Lieblingstag in dieser Woche ist heute, denn ab heute hat der Prinz eine Woche lang Karnevals-Flucht-Urlaub.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf  Pizza und Rotwein, morgen habe ich einen Besuch bei einer Ex-Kollegin von der Uni geplant und Sonntag möchte ich mit dem Prinzen unseren 17. Jahrestag begehen! \o/

 

Danke schön, Barbara! (Wie immer, Barbaras Textvorgabe in normaler Schrift, meine Ergänzungen in fett.)

Wer auch füllern möchte: hier