Kleiner Lacher zwischendurch

kleine Zwischenmeldung, darlings, um euch zu erheitern: Ich darf ja neben meiner Rente 450 € im Monat dazu verdienen. So schalte ich hin und wieder, wenn ich dran denke, eine entsprechende Suchanzeige auf Portalen wie Ibäh Kleinkrams oder Quoka. Ich schreibe immer klar in die Anzeige: kein MLM, kein s.E.x!
Allerdings lesen die meisten die Anzeigen nicht richtig. Angebote für MLM bekomme ich trotzdem täglich, und gestern trudelte folgende Perle bei mir ein:

hallo.
hättest du auch interesse etwas im erotikbereich zu machen?
ich bin selbständig in der branche, und suche frauen für erotische foto- und videoaufnahmen, teleonsex und camsex.
desweiteren suche frauen die in dessouse auf privaten partys bedienen.
du könntest monatlich
bis zu 3000€ und mehr verdienen.

L.G. Patrick

Nachdem ich mit Lachen fertig war, schrieb ich zurück:

Hallo Patrick,
na klar, wenn es nicht stört, dass ich übergewichtig bin, einen
Kurzhaarschnitt habe und halbseitig gelähmt bin. Es macht doch sicher
nichts aus, wenn ich die „dessouse“ im Rollstuhl trage, oder?

Aber wißt ihr was? Der hat gar nicht mehr geantwortet! Hm. 🤔 Seltsam, oder? Was meint ihr?






Oster-Update

Kleines update aus dem Osterurlaub:

Der Prinz und ich wünschen euch allen ein schönes Osterfest, darlings! Habt es schön lecker und kuschelig!

Am letzten Mittwoch sind wir nachts in Woquard angekommen – und das Wetter ist herrlich!


Weitere gute Nachrichten, darlings: Seit Ende März habe ich in Worms endlich einen Hausnotruf! Denn am Tag vor unserer Abreise in die Karnevalsflucht war ich in der Küche nochmal gefallen (ja, ich weiß… 🙄) Dani konnte zwar rüberkommen, sie hatte aber gerade eine Verletzung am Fuß und konnte mich nicht in die Notaufnahme fahren. So musste ich  mit dem RTW ins Krankenhaus. Ich wäre lieber nicht hingefahren, aber ich war auf die gleiche Stelle aufgeknallt, an der vorletztes Jahr der Oberarm gebrochen war, und ich hatte Angst vor weiteren fünf Wochen mit Arm in der Schlinge. Zum Glück ergaben Röntgen und CT, dass nichts gebrochen war, nur heftige Muskelprellungen hatte ich abbekommen. Also eine Woche mit Arm in der Schlinge und sehr vorsichtiger Ergotherapie beruhigten das Ganze mit der Zeit. Jetzt ist der Arm ergo-technisch wieder auf seinem Niveau wie vor dem Sturz. Alles wieder gut. Aber der Bedarf nach einem Hausnotruf war damit wieder ganz aktuell, denn Dani ist nicht immer da. Sie arbeitet in Wechselschicht. Ich hatte nach dem Armbruch bereits recherchiert und gefunden, dass für mich der ASB der beste Anbieter für einen Hausnotruf ist.
Ich habe das Armband gewählt, wie ich es bei Herta gesehen habe:


 Und ja, klar habe ich schon einen Fehlalarm ausgelöst 😳, die waren aber sehr nett und gelassen beim ASB. Lieber ein Fehlalarm als ein Notfall, ist da die Devise.

Ja, und seit letzter Woche sind wir endlich wieder im lüttje Huus! Übrigens hatte Herta angerufen und gefragt, ob wir ihr Sonnenblumenöl und Mehl mitbringen könnten, die Krummhörn sei ausverkauft… Der Prinz hatte einen Verkaufsstand am Straßenrand auf der anderen Rheinseite gesehen, der Öl anbot. Wir fuhren hin – und bekamen zwei Flaschen Sonnenblumenöl, für sechs. Euro.pro. Stück. Ja, ihr habt richtig gelesen. Der Verkäufer ist der, bei dem wir meist im Herbst den ersten neuen Wein kaufen. Das kann er dieses Jahr vergessen, der Widerling. Nun, für Herta ist das für uns ok. Ihr ist es wichtig, für Ostern Krintstuut (Rosinenstuten) backen zu können. Mehl gab es immerhin für 2,50 das Kilo, in einem kleinen versteckten Edeka, den der Prinz kannte.  Herta wird sich freuen – und wir freuen uns auf Krintstuut (den ißt man in Ostfriesland nämlich zum Tee, mit Butter bestrichen).

Micia wird es sehr gut gehen, wenn wir weg sind. Sie ist dann einfach die ganze Zeit bei Dani, die ihr „Baby“, ihre „Mausi“, gnadenlos verwöhnen wird mit Spielen und Leckerli. 🤣 Micia scheint weder Bärchen noch ihre Tochter Pippi zu vermissen- sie genießt es, nun Einzelkatze zu sein und alle Aufmerksamkeit für sich zu haben.

Ach ja, und es gab nun doch ein Osterfeuer gestern! Nur in kleiner Version, aber immerhin. Die IG hat sich Gedanken gemacht. Das Feuer war vorsichtshalber nur für Mitglieder der IG gedacht, in einem Feuerkorb vor dem Gemeindehaus, mit Bier und gegrilltem Zeugs dazu. So kamen der Prinz und ich doch noch zu einem Osterfeuer, nach zwei pandemie-bedingten Ausfällen – denn selbstverständlich sind wir IG-Mitglieder 😉 Auch das Aufstellen des Maibaumes, ein großes und wichtiges Fest im Dorfleben, dürfen die jungen Leute dieses Jahr endlich wieder genießen. Leider werden wir Anfang Mai nicht da sein. Ganz klischeegerecht werden die Frauen Blumen binden und den Baum damit schmücken. 🙄Am 1. Mai stellen die Männers ihn auf (mit ordentlich alk-basierter Unterstützung, natürlich;) Die IG hat bereits dazu aufgerufen, dass sich Freiwillige für die Nachtwache melden mögen. Was das heißt? Es ist Tradition, dass die Dörfer versuchen, sich gegenseitig ihre Maibäume zu stehlen. Das ist Aufgabe der jüngeren Männer, die ihre Bäume natürlich auch nachts bewachen müssen. Ein Maibaum gilt als offiziell „gestohlen“, wenn der Dieb eine Hand am Baum und die andere an einem der Halteseile liegen hat. Es gilt also, in der Nacht zum 1. Mai einfach jede Person daran zu hindern, in die Nähe des Baumes zu kommen. Da dann fast alle bereits gut „getankt“ haben, geht das selten ohne Blessuren und Radau ab…Hier in Woquard erzählen Leute gerne die Geschichte, wie die Wächter ihren Baum mal kurzerhand in eine Scheune verfrachteten, diese gut abschlossen und zufrieden zum Schlafen nach Hause gingen. Sie wußten nicht, daß die Diebe sie beobachtet hatten… Jedenfalls müssen die „Wächter“ wohl sehr verblüfft dreingeschaut haben, als sie am nächsten Morgen feststellen mußten, daß die Diebe es geschafft hatten, den Baum über eine Öffnung im Dach herauszuholen und wegzuschaffen! Na, noch acht Jahre, dann sind wir immer hier und können überall dabei sein! 💃💃 Jetzt wollen wir, da es warm und sonnig ist, noch ein wenig Richtung NL fahren und schöne Landschaft gucken. Morgen mehr! 🙋‍♀️

Alltag…

Jetzt ist wieder eine Weile nichts passiert hier, ihr Lieben. Es ist immer wieder dasselbe: Ich brauche nach einem Abschied vom lüttje Huus eine Ewigkeit, mich hier in Worms wieder einzuleben (obwohl Danis Haus so viel liebevoller und wärmer ist als das Haus, indem wir vorher gewohnt haben). Also, weiter mit unserer Karnevalsflucht: Der Prinz hatte beim letzten Mal mit Besorgnis gesehen, dass die Terrasse (die aus Holzdielen besteht) sehr vermoost und damit rutschig ist. So plante er die ganze Zeit, einen Hochdruckreiniger anzuschaffen und damit die Terrassendielen so richtig zu entmoosen…🙄 Er erwähnte das Dani gegenüber, die ein großer LIDL-Fan ist und in deren Prospekt auch gleich einen Reiniger fand. Der Prinz schlug zu und konnte es kaum erwarten, dem Moos zu Leibe zu rücken.
Gerade als er in Pewsum dabei war, noch ein Zubehörteil zu kaufen, rief Herta ihn an. „Du, Prinz, ich wollte dir nur sagen, dass ich nicht mehr zu euch rüberkomme“, erklärte sie. „Ich bin positiv getestet.“ Sie hatte Erkältungssymptome bekommen und ihren älteren Sohn um einen Schnelltest gebeten. Der Sohn ist Fahrer bei der Lebenshilfe und hat immer Tests bereitliegen. Der Test war positiv. Herta ließ beim Hausarzt sofort einen PCR-Test machen – positiv. So eine Scheiße! Der Prinz suchte die nächsten Teststationen raus: eine ist in Pewsum in einer ehemaligen Spielhalle (widerlicher Gestank nach Zigarettenqualm!), die andere im Haus der Jugend am Hallenbad in Pewsum. Diese stellte sich als sehr gut und professionell heraus, nach 15 Minuten bekommt man das Ergebnis per Mail, sogar mit einem Link, mit dem man das Ergebnis der Corona-Warn-App hinzufügen kann. Wir waren also für den Rest des Urlaubs jeden Tag beim „Friesentest“ -Zentrum. Alle Tests, auch der unmittelbar vor der Rückfahrt, waren negativ. Herta geht’s wieder gut, übrigens. Sie war geimpft und geboostert, daher hatte sie nur wenige und milde Symptome. Aber erschreckt haben wir uns doch, immerhin ist sie schon 76 und wir haben sie lieb. Mit Edda und Tinus hatten wir einen Besuch vereinbart, aber daraus wurde natürlich nichts, weil wir sie nicht gefährden wollten. Die zwei sind auch geimpft und geboostert, aber eben auch beide schon 80 Jahre alt.

Übrigens hat Beatrix von Storch (EkelhAfD) kürzlich in einem selbstgedrehten Filmchen erklärt, das erzwungene Stäbchen in der Nase habe mit „Demütigung“ zu tun, mit „Unterwerfung“! Und das lasse sie nicht mit sich machen! Eins! Elf!

So haben der Prinz und ich nicht gesagt „Fahren wir mal eben zum Testzentrum“, sondern: „Gehen wir uns eben demütigen lassen?“ Und zum Glück waren wir jedes Mal negativ unterworfen! 🤣 Zu unserer Freude bekam der Prinz noch einen weiteren Home-Office-Tag, so dass wir erst am Montag zurückmussten. Der Prinz kärcherte mit Hingabe das Moos von der Terrasse runter (holy moly, ist das Kärcher-Ding laut!). Zu meiner Freude ist aber der Grünstreifen, der Hertas Einfahrt von unserer trennt, voller Krokusse und Schneeglöckchen (=Frühling!), so daß ich mir für Ostern schönes Wetter erhoffe. Mit dem Osterfeuer wird es wohl wieder nichts werden, nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch, weil die IG noch keinen neuen Ort dafür gefunden hat; Tinus hat den Acker, auf dem das Feuer bisher brannte und die Scheune, in der wir hinterher gesessen und gegrillt hatten, an einen anderen Landwirt verpachtet, und dieser braucht beides selbst.

Wir traten also die Rückfahrt an, ohne Herta, Edda oder Tinus umarmt zu haben. Dafür schrieben wir der tapferen S. gegenüber noch eine Gute-Besserung-Karte mit lieben Grüßen, die wir heimlich in den Briefkasten warfen, als wir losfuhren. Sie meldete sich gleich am nächsten Tag beim Prinzen und bedankte sich (hatte sich von Herta die Nummer geholt ;)).

Nun ist hier wieder Alltag eingekehrt und wir freuen uns auf Ostern.

Zwischenmeldung

Aus dem lüttje Huus, darlings. Wir müssen leider heute Nachmittag schon wieder zurückfahren😢

Wir waren am Tag vor meinem Geburtstag angekommen. Die Fahrt war still und melancholisch, weil der Rücksitz ohne Le Bär so leer war. Der Prinz erzählte, dass er verschiedene coole Orte zum Frühstücken gefunden habe, diese aber offenbar alle schon nicht mehr existierten, so zum Beispiel ein neues Café in der grünen Mühle in Greetsiel (wer Greetsiel kennt, weiß, dass das Wahrzeichen des Ortes die Zwillingsmühlen sind, eine rote und eine grüne). Offenbar hat die Pandemie nicht nur Menschen getötet, sondern auch eine Menge neuer kleiner Unternehmensgründungen. Schade! Aber der Prinz weiß ja, dass mich ein englisches Frühstück immer glücklich macht, so fuhr er schnell einkaufen und besorgte das Wichtigste. Weil es saukalt war, machten wir es uns zu Hause gemütlich. Wir schauten tolle Dokus über die Humboldt-Brüder, die wir sehr bewundern. Abends überraschte mich der Prinz mit einem leckeren Abendessen im Hohen Haus in Greetsiel, das ich noch vom vorletzten Geburtstag in köstlicher Erinnerung hatte. Zitternd in der Kälte stehend, versuchte ich danach, ihm den Orionnebel am sternklaren Nachthimmel zu zeigen, aber er konnte ihn nicht erkennen 🤷‍♀️ Herta und Bella kamen am nächsten Tag zum Tee. Herta erzählte, dass die Nachbarin gegenüber, S., die Amputation eines ihrer Unterschenkel über sich ergehen lassen musste. S. ist im vorletzten Winter gestürzt und hat sich das Schienbein doppelt gebrochen. Den Bruch richteten die Ärzte im Krankenhaus mit einer Platte, doch wollten weder der Bruch noch die OP-Wunde heilen. Sie hielt drei Hauttransplantationen aus, dann infizierte sich die Wunde mit einem Virus. Sie musste regelmäßig gereinigt werden, das ging nur unter Vollnarkose. Um diese Qual zu beenden, entschied sich S. auf Vorschlag der Ärzte für die Amputation des halben Unterschenkels. Ich bewundere ihren Mut! Sie hat eine sehr moderne Prothese und wird bald wieder normal laufen können. Alle drei Töchter mit ihren Kindern sind immer für sie da. Wir werden nachher ebenfalls, bevor wir fahren, unsere guten Wünsche rüberbringen.
Morgen erzähle ich weiter!

ich weine…

Nein, heute nicht um Bärchen und mein Pippilein, wie ich es öfter morgens tue, darlings. Nein, heute weine ich vor Fassungslosigkeit, vor Abscheu und vor Zorn. Habe soeben bei Twitter reingeschaut, wie jeden Morgen. Und was lese ich von der Nazi-Partei, die sich zur Tarnung eine blaue Farbe gegeben hat und die ich nur als “EkelhAfD“ bezeichne?
Gunnar Lindemann und Johannes Nor-äh-Doofmann sind neben Bjadolf Höckler für mich der widerlichste Abschaum, der seit Adolf Hitler unter Gottes Sonne wandelte

Das. Das ist es, das mich heute zum Weinen bringt. Diese absolute Kaltschnäuzigkeit, diese Herzlosigkeit, dieser Zynismus. Wie seht ihr das?

Ab an die Nordsee

geht es heute Nachmittag, ihr Lieben. Es ist die alljährliche Flucht vor dem Karnevalsgedöns. Der Prinz hat es geschafft, noch einige Home Office-Tage zu vereinbaren, so können wir bis zum 6.März in der baldigen neuen Heimat bleiben.
Gerade dort ist es am krassesten, wie sehr der Bär uns fehlt. Woquard war ja auch sein Zuhause. Hier in Worms denken wir auch sehr viel an ihn (und ich weine oft um ihn), aber in „Wokert“, wie unser Dörfchen op Platt heißt, ist es extrem. Dort ist er allgegenwärtig. Nur Bella, Hertas kleine Jack-Russell-Hündin, genießt es, dass sie jetzt immer im Mittelpunkt ist, wenn sie und Herta zum Tee kommen, und sie die Leckerli nicht mehr teilen muss.😏 Trotzdem freuen wir uns auf die zehn Tage im lüttje Hus (ich will in der Zeit mein Schulfranzösisch aufpimpen).Der Bär soll einen Apfelbaum auf sein Grab bekommen. Ach ja, Wasser ist auch wieder durchs Dach gekommen, aber der Dachdecker hat es schon repariert. Dafür hat Herta gesorgt, die Wunderbare. Für die Jecken unter euch: Viel Spaß in den wilden Tagen! Ich will mich aus Wokert melden und hoffe, ich kriege das hin🙄

Le Bär und Pippi -Teil 2

Hier findet ihr Teil 1

Wir informierten Herta, der Prinz stellte den Korb mit dem „schlafenden“ Bärchen in den Kofferraum, sicherte ihn und los ging’s.  Bärchens erste Fahrt nach Woquard im neuen Auto – nur hätte er sie lebend antreten sollen. Ja – hätte, hätte, Fahrradklingel! Der Prinz hatte ihm noch sein Lieblingsplüschtier zwischen die Vorderpfoten gelegt, den Husky-Welpen. So, in seinem Korb, wollten wir ihn auch beerdigen.

Erst gegen ein Uhr nachts kamen wir an. Der Prinz stellte den Korb in den Anbau, der dem Vorbesitzer als Werkstatt gedient hatte und der später mal unser Wohnzimmer wird. Da der Raum nur aus Außenmauern und einem Dach (alles ungedämmt) besteht, ist er immer kühl, so stellte der Prinz den Korb mit dem toten Bärchen vor die Glastür, die auf die Terrasse und in den Garten führt, und stellte ihm eine LED-Kerze dazu. („Da kann er in den Garten gucken“, sagte er.)

Der nächste Tag, der Tag der Beerdigung, war dunkel, nass und kalt. Wir wollten Bärchen neben der Terrasse, unter der Esche, beerdigen. Ich konnte ja beim Graben mit einer Hand nicht helfen, so begann der Prinz ein Grab auszuheben, während ich bei fünf Grad in Wind und Regen frierend danebenstand. Schon nach wenigen Spatenstichen stieß der Prinz auf ein Sieb aus Edelstahl, das sich als Teil eines Revisionskanales herausstellte. *seufz*… Also zwei Schritte weiter, neuer Versuch. Diesmal stieß der Spaten auf eine Art Ziegelmauer. Selbst Herta wusste nicht, was das sein könnte. Frustriert schauten wir nach einem besseren Platz, um nichts Wichtiges unter der Erde zu beschädigen. Nachdem noch ein paar oben liegende Wurzelteile der Esche hatten weichen müssen (Ich bat die Esche im Stillen um Entschuldigung), gaben wir den Wunsch, das Bärchengrab bei uns an der Terrasse haben zu wollen, auf und wählten ein Plätzchen drüben an der Grenze zu Hertas Garten (unsere Gärten sind nicht durch einen Zaun getrennt ,das wußte der Bär und er haute öfter mal ab, indem er in Hertas Garten schlich, sich vorne unter dem Tor auf die Straße durchdrückte und eine Tour durchs Dorf unternahm. Kinder brachten ihn dann meist zurück – er war ja bekannt wie der berühmte bunte Hund. Herta kam dazu, mit Bella natürlich, die ihren großen Freund auch verabschieden sollte. So standen wir drei Mädels frierend im Regen, während der schlammbedeckte Prinz keuchend grub und buddelte. Der schwere Kleiboden war kalt, nass und glitschig; es wurde bald klar, daß der Prinz es nicht schaffen konnte, ein Loch zu graben, das tief und weit genug war – die Vorschrift sagt, dass über dem beerdigten Tier 60 Zentimeter Erde sein müssen, wegen des Grundwassers, und der Korb war doch weiter im Umfang als gedacht. So beschlossen wir, den Pups in seine Lieblingsdecke zu wickeln und ihn ohne Korb zu beerdigen. Herta drehte sich dabei weg, sie hatte eine große Scheu davor, das tote Bärchen anzusehen. Zuletzt legten wir die Grassoden obendrauf… und unser Bärchen war beerdigt. Ich überlegte, ob wir den Korb mit Blumen bepflanzen und aufs Grab stellen sollten. Aber mir fiel ein, dass der Weidenkorb wohl schnell verrotten würde. Bärchens rotes Gummi-„Frisbi“ lag noch herum. Der Prinz stellte den Korb oben aufs Grab und legte das „Frisbi“ hinein. Er hatte eine LED-Kerze gekauft, die täuschend echt wirkt, mit züngelnder Flamme. Man kann sie programmieren, so dass sie nach einer gewissen Zeit abschaltet, sich dann aber wieder einschaltet, sehr genial. Diese Kerze stellten wir in einer Laterne aufs Grab.

Am nächsten Vormittag fuhren wir zurück nach Worms, mit dem schlimmen Gefühl, unvollständig zu sein. Ich schaute aus Gewohnheit ständig nach links hinten, um zu prüfen, ob es dem Pups gut ging. Der leere Platz gab mir jedes Mal einen Stich ins Herz.

In Worms empfing uns eine besorgte Daniela: „Ich muss euch leider was sagen: Pippi geht’s nicht gut…“ Sie war den Tränen nahe. Tatsächlich lag mein Pippchen im Wohnzimmer auf ihrem Schaffell, rund und flach wie ein Pfannkuchen, die Augen geschlossen. Sie lag auf dem Bauch, ihr Körper schien um sie herum zu zerfließen, wie ein Pfannkuchenteig wirkte es. Sie atmete sehr flach, erkannte mich jedoch, als ich ihren ausgestreckten Kopf streichelte, und schnurrte kaum wahrnehmbar. Sie war aber zu schwach, um sich zu erheben. Als sie es schaffte, sah ich, dass sie abgemagert war. Mir wurde klar, dass sie sterben wollte, und mir fiel ein, wie sie neben dem schlafenden Bärchen in seinem Korb gesessen hatte, mit struppigem Fell und gesenktem Kopf, als spüre sie, dass er nicht überleben würde. Ich glaube, sie hat versucht, ihm etwas von seinem Leid abzunehmen, denn sie mochte Le Bär recht gern. Sie war ja eine sehr fürsorgliche Katze, unsere „security cat“.  In dieser Nacht schlief ich schlecht, da Pippilein zu schwach war, um nach oben ins Bett zu kommen, und ohne Pippchen auf dem Bauch kann ich schlecht einschlafen.

Gleich am nächsten Nachmittag luden Dani und ich das Pippchen ins Auto (im Transportkorb) und fuhren mit ihr zum Highlander. Eigentlich darf wegen der Pandemie immer nur eine Person mit dem Tier ins Behandlungszimmer, aber ich habe ja nur die rechte Hand zur Verfügung, und die brauche ich für den Gehstock, so war es ok, dass Dani den Korb mit Pippi hineinbrachte. Als ich erwähnte, dass sie Gewicht verloren hatte und sich kaum noch bewegen mochte, begann der Highlander sofort, ihren Körper abzutasten. Pippi war das unheimlich, sie knickte immer wieder mit den Hinterbeinen weg. „Alles gut, mein Schatz“, sagte der Highlander beruhigend (er liebt alle Tiere, aber Katzen besonders). An ihrem Unterbauch angekommen, sagte er: „Hier ist eine Zuwachsung, die da nicht hingehört.“ Ich war still, denn ich wußte sofort, was das war. Und hatte das Gefühl, dass in mir eine Welt einstürzte.

Er sagte:“ Ok, gehen wir es diagnostisch an: Was haben wir? Wir haben eine Katze, der es sehr schlecht geht. Sie hat Untertemperatur und sie hat Gewicht verloren. Sie frisst nicht. Zudem hat sie diese große Zuwachsung im Bauch. ich weiß nicht, ob es ein Lebertumor ist, ein Nierentumor oder ein Bauchspeicheldrüsentumor, das ist sehr unklar.“ Ich bat ihn, sie zu röntgen. Das tat er und wir sahen uns das Bild gemeinsam an. Die Gedärme im Bauch waren deutlich zu sehen und zu erkennen, als eine dunkle, verschlungene Masse. Darunter, kaum erkennbar, ein länglich-ovaler hellgrau-weißer Schatten, der längs im Bauchraum lag. „Das ist das Ding, das ich vorhin ertastet habe“, sagte er. „Das ist also ein Scheiß-Tumor?“  fragte ich. Er nickte. „Das ist ein Scheiß-Tumor“, bestätigte er. „Und ich fürchte, das ist nicht alles“, er zeigte auf den Brustraum. Dort waren Herz und Lunge deutlich zu erkennen, aber unterhalb der Lunge lag der gleiche hellgraue Schatten wie im Bauchraum. In diesem Moment wußte ich, daß Pippis und meine gemeinsame Zeit gezählt war. „Hat das metastasiert, aus dem Bauch in die Brust?“ „Ja“, nickte er. „Du Drecksding!“ sagte ich aus tiefster Seele. Er seufzte „Es tut mir so leid, Frau Lakritz“, sagte er. „Ich gebe ihr eine Cortisonspritze, dann frisst sie vielleicht morgen wieder. Und ich gebe Ihnen Cortisontabletten mit, davon geben Sie ihr täglich eine. Es kann sein, dass sie dann zumindest wieder frisst., für etwa zwei Wochen. Aber wenn sie dann wieder aufhört zu fressen – dann sollte man sie erlösen.“ Ich nickte stumm. In mir war immer noch alles dunkel und kalt. Der Highlander gab dem apathischen Pippilein die Cortisonspritze und füllte mir Tabletten in ein Tütchen. Dani bezahlte die Rechnung und packte mich ins Auto. Zu Hause legte Pippi sich erschöpft auf ihr Schaffell. Ich ließ sie in Ruhe. Am nächsten Morgen lag sie noch da, reagierte aber mit leisem Schnurren auf mein vorsichtiges Kraulen. Ich überlegte, wie ich die Cortisontablette in sie hineinkriegen sollte. Dani kauft oft Futter und Leckerli für die zwei Katzen. In der Küche fand ich eine Tube mit einer dünnen Paste zum Schlecken, die wie Leberwurst aussah und roch. Ich zerdrückte die Tablette und mischte sie mit etwas Paste – und siehe da: Pippi leckte alles restlos weg. Ich war erleichtert und freute mich.  Doch ließ ich sie weiterhin in Ruhe auf ihrem Schaffell. Ihr war nur wichtig, dass ich da war und sie mich bewachen konnte. Am Nachmittag begann sie, in den Sterbeprozess zu gehen: Sie verkroch sich unter der Heizung, dann unter einer Kommode. Später lag sie wieder auf ihrem Fell und ich spürte, dass sie sich gegen das Sterben wehrte. Sie bemühte sich, nicht nachzugeben und wirkte sehr angestrengt. Ich konnte auch spüren, warum: Sie hatte immer auf mich aufgepaßt, mich bewacht, vor allem, seit ich 2012 nach dem Hallamati nach Hause gekommen war. Sie war meine „security cat“, die nach jedem Urlaub bei mir im Bett schlief, um mich unter Kontrolle zu haben. Sie gab mir bedingungslose Liebe und erhielt sie von mir zurück. Das Pippilein und ich waren ein Team. Deshalb sträubte sie sich nun gegen das Sterben, obwohl es ihr wirklich schlecht ging: Sie wollte mich weiter beschützen.

Als ich an diesem Abend schlafen ging, setzte ich mich zu ihr. „Pippilein“, sagte ich, „Wenn du gehen möchtest, dann geh ruhig. Du mußt mich nicht mehr beschützen. Micia ist ja noch da und passt auf, und Herrchen auch. Mir geht es gut, du darfst ruhig loslassen, das ist ok. Ich liebe dich und werde dich niemals vergessen. Du wirst immer mein Pippi-Baby sein.“ Sie schnurrte und ich ging ins Bett, wissend, daß unsere gemeinsame Zeit vorbei war. Morgens weckte mich der Prinz vorsichtig mit den Worten: „Schatz… Pippilotta ist in der Nacht gestorben“. Er hatte sie tot in der Diele liegend gefunden, auf den eiskalten Fliesen. Ob sie versucht hatte, zum Katzenklo zu gelangen oder fiebrig war und sich kühlen wollte… wir werden es nie wissen. Wir legten sie zurück auf ihr Fell. Ich informierte Dani, die sofort darum bat, dass das Pippchen in ihrem Garten beerdigt werden solle.


 Ich ließ das Pippchen den Tag über noch auf ihrem Schaffell im Wohnzimmer liegen. Sie wirkte, als schliefe sie nur. Ich sprach mit ihr und streichelte sie ab und zu. Das erleichterte mir den Abschied. Wir warteten, bis Dani von der Arbeit kam. Ihr Enkel hatte bereits ein Grab ausgehoben. Wie Herta bei Bärchens Beerdigung, scheute auch er sich, von dem toten Tier Abschied zu nehmen, obwohl er Pippi gerngehabt hatte. Da Pippchens „Schaffell“ nur synthetisch war, also wohl nicht in der Erde zerfallen würde, wickelten wir sie in ein Stück Baumwollstoff und legten sie ins Grab. Dani pflückte einen kleinen Zweig vom Katzenminze-Strauch, unter dem Pippi gern in der Sonne gelegen hatte, und legte ihn dazu. „Tschüss, mein Schätzchen“, sagte sie leise. Ich hatte eine kleine Tafel aus Schiefer für ihr Grab bestellt.Die Schiefertafel und eine Kerze kamen als Schmuck aufs Grab und ich hatte einen weiteren Herzensschatz beerdigt. Es war hart und ist es immer noch.

Le morte du Bär (Teil 1)

So. Hier kommt nun der Bericht zu Bärchens und Pippileins Tod, ihr Lieben. Ich habe schon mehrere Anläufe genommen, daher die lange Stille – es tat und tut einfach zu weh. Wir versuchen uns daran zu gewöhnen, in einem Tag ohne Bärchen klarzukommen (und ich in Nächten ohne eine kleine schwarze Katze auf meinem Bauch).

Dass der Pupsibär nicht mehr lebt, hatte ich ja schon kurz geschrieben. Nach dem Zusammenbruch an Ostern hatten sich seine Nieren ganz gut nochmal erholt, er hatte sogar zugenommen (mit einer süßen kleinen Speckfalte im Nacken). Aber obwohl wir seine Diät streng einhielten – so schwer es uns manchmal auch fiel -zeigte er vor wenigen Wochen wieder Anzeichen, daß seine Nieren sich nicht ganz so gut erholt hatten wie gehofft. Am 17.November fiel uns auf, daß er nicht mehr fressen wollte, daß ihm die Futterbrocken einfach aus der Schnauze fielen. Er magerte ab und wurde erschreckend schwach. Nur seine „Praline“, wie der Prinz es nannte, seine Goldrute-Tropfen für die Nieren und die Tablette fürs Herz, dargereicht auf einem Stückchen Brot mit Leberwurst, die forderte er jeden Morgen unerbittlich ein (Hey – LEBERWURST! Das erlaubte die Ärztin sogar…) Aber oft stand er einfach da und starrte vor sich hin, während er wie betrunken hin und her oder vor und zurück schwankte…Er konnte nur noch ganz langsam in kleinen tapsigen Schrittchen gehen. Es tat weh, ihn so zu sehen. Dann begann er wieder schrecklich aus dem Maul zu riechen, u.a. nach Urin. Er schlief viel und suchte ständig unsere Nähe. Er verlor zunehmend die Kontrolle über seine Blase, plötzlich tauchten überall Pfützen auf, für die er sich schämte. Das zerriß uns schier das Herz, wir trösteten ihn und wischten es einfach weg. Wir gaben ihm so viel Liebe und Zärtlichkeit wie nur möglich. Das genoss er zwar, aber er schlief sehr viel. Jeden Tag wurde er schwächer und elender. Das tat uns unbeschreiblich weh. Schließlich riefen wir die mobile Tierärztin an, um sie um ihre fachliche Einschätzung zu bitten, ob wir das Pupsibärchen erlösen sollten. Sie untersuchte ihn und erklärte, der Bär fühle sich zwar wohl elend und ihm sei übel, aber er habe, soweit sie es beurteilen könne, keine Schmerzen. Daher sehe sie noch keinen Grund zum Einschläfern („das setzt mir auch immer zu“, gestand sie). Heute, im Nachhinein, wissen wir, dass es ein guter Zeitpunkt gewesen wäre, denn es war eigentlich allen klar, dass er unheilbar todkrank war. Nur der Prinz und ich klammerten uns noch an einen Hoffnungsschimmer (den es in Wirklichkeit nie gegeben hat). Am folgenden Abend fanden wir auf seinem Schaffell einen handtellergroßen Blutfleck, den wir uns nicht erklären konnten. Die Blutflecken tauchten immer öfter auf, kleiner als der erste, aber dicht an dicht verteilt auf dem ganzen Fell. Der Prinz vermutete, das Blut komme aus der Schnauze, aber der Bär ließ ihn nicht hineinsehen. Zu diesem Zeitpunkt trug der Prinz das Bärchen jeden Abend die Treppe hinauf ins Schlafzimmer und morgens wieder hinunter, weil der Kleine ruhiger war, wenn sein geliebtes Herrchen bei ihm war. Da der Prinz um sechs Uhr aufsteht, bin ich in den letzten Wochen mit aufgestanden, obwohl ich um diese Uhrzeit zu nichts in der Lage bin. Aber der Bär hätte, sobald der Prinz aus dem Haus war, nach mir gesucht und sich die Treppe hoch geschleppt… und ihn mit nur einem aktiven Arm runtertragen- das wäre mir nicht möglich gewesen. Also war ich um sechs unten und verbrachte den Tag mit dem Herzenshundi, der vor Erschöpfung fast die ganze Zeit schlief, selbst wenn ich Ergo- oder Physiotherapie hatte.  Pippi saß oft mit hängendem Kopf bei ihm. Wir sahen immer wieder, daß ihm rote Speichelfäden aus dem Maul tropften. Am Freitag (26.11.) rief der Prinz die Tierärztin nochmals an. Sie sagte, sie sei allein in der Praxis, ihre Helferinnen seien krank, aber der Prinz könne mit dem Bärchen gern kommen. Sie habe noch eine Not-OP und könne nicht weg. Der Prinz sagte im Büro alles ab und kam nach Hause. Er nahm den Korb mit dem verdutzt dreinblickenden Bärchen und fuhr los Richtung Praxis (diese ist im Tierheim integriert). Am Mittag rief er an. „Sie sagt, es habe keinen Sinn mehr“, sagte er. „Das Maul ist voller blutiger Geschwüre, und er hat jetzt Schmerzen. Sie kann ihm nochmal ein Antibiotikum spritzen, aber das wäre nur eine Verlängerung seiner Qual. Wir sollten ihn erlösen.“ Damit hatten wir gerechnet, so fiel die Entscheidung zwar schwer, aber in Übereinstimmung. Nur: Ich saß ja zu Hause und hatte keine Möglichkeit, schnell hinfahren zu können (Dani hatte Spätschicht und war nicht zu Hause). Wir beschlossen, daß der Prinz ihn im Arm halten solle. Ich weinte sehr und rief meine Schwester an, die mich liebevoll auffing <3.  Bärchens Nieren hatten ihre Arbeit eingestellt. Da sie ihren Job, nämlich das Ausfiltern und Ausleiten von Harnsäure und Harnstoff, nicht mehr erledigen konnten, versuchte Bärchens Körper, diese Substanzen anderweitig auszuscheiden, nämlich über die Haut und die Schleimhäute. Daher roch er auch öfter nach Urin und die aggressiven Substanzen verursachten die blutigen Geschwüre in der Maulschleimhaut. Am letzten Tag wollte er gern noch etwas fressen, konnte die Futterbrocken vor Schmerzen aber nicht im Maul halten. Der Prinz ging wieder zurück in die Praxis. Da er einen Sondertermin hatte, war das Wartezimmer leer. Dorthin zog er sich mit Bärchen zurück, den er auf einer Decke auf dem Schoß hielt. Die Ärztin legte Bärchen in eine Narkose (der Prinz sagte, er habe seine Erleichterung spüren können). Die übliche Spritze ins Herz wollte sie gern umgehen, daher suchte und fand sie am Vorderlauf eine Vene, in die sie behutsam Narkosemittel nachspritzte, bis das Bärchenherz einfach stehenblieb. Der Prinz sagte, der Bär habe noch einmal tief geatmet, dann habe sich sein Körper ganz entspannt und er habe sogar zufrieden ausgesehen. Jetzt, wenn wir darüber sprechen, sind wir innerlich ruhiger, weil so klar ist, daß wir Bärchen mit der Euthanasie einen Gefallen getan haben. Denn auch das gehört zu der Verantwortung, wenn man ein Tier zu sich nimmt: ihm zu helfen, wenn es das selbst nicht mehr kann, und es gehen zu lassen, wenn die Qual zu groß wird, statt egoistisch festhalten zu wollen aus falsch verstandener Liebe… Der Prinz legte Bärchen in seinen Korb und brachte ihn nach Hause.  Hier verbrachten wir noch einige Stunden mit ihm, der noch so frisch und lebendig wirkte, als schlafe er nur. Wir informierten Dani, dass wir noch am Nachmittag mit ihm nach Woquard fahren wollten, um ihn da zu beerdigen, wo er am glücklichsten war.

Teil 2 findet ihr hier

Le Bär… :'(

Puh.

Jetzt ist doch mal etwas Muße zum Schreiben, meine Lieben… Derzeit tut sich nicht mal etwas Konkretes, dennoch bin ich jeden Tag mit irgendeinem Gedöns beschäftigt. Die Therapien sind – zum Glück – sehr intensiv und ich komme ganz gut voran. Unser Mausebär wird schwächer, das Alter zeigt sich sehr deutlich und unbarmherzig. Unser kleiner Nissan ist verkauft (sogar zu einem guten Preis für sein Alter und seinen Zustand) und wir gewöhnen uns langsam an den Mazda, den wir „Frederik“ getauft haben. Wir verbringen viel Zeit mit und bei unserer Vermieterin Dani, die uns oft zum Essen einlädt (entweder sie kocht oder sie und der Prinz grillen etwas Gutes draußen auf ihrer Terrasse, das wir dann drinnen im Warmen essen).

Und ja, der Bär… er hatte kürzlich nachts einen kleinen Zusammenbruch und wir glaubten, er liege im Sterben. Er lag teilnahmslos auf dem Bettvorleger vor des Prinzen Bett, atmete nur flach und konnte kaum stehen. Seine Beine trugen ihn nicht mehr, er schwankte oder fiel gleich um. Essen mochte er nicht, obwohl der Prinz ihm extra leckeres Zeugs kochte. Er riecht wieder schrecklich aus dem Maul. Der Geruch erinnert an Urin, das zeigt, daß seine Nieren wieder schwächeln. Er hat Urämie…. Gassi geht er nur widerwillig, meist schläft er in seinem Körbchen (den Sprung auf die Couch schafft er seit einigen Tagen nicht mehr) oder er steht regungslos irgendwo, leicht schwankend, und starrt vor sich hin. Er verliert Gewicht, seine Beckenknochen und Rückenwirbel treten leicht hervor, und er kann nur noch in kleinen Schritten tapsen. Kurz, wir leben mit dem Wissen, dass unsere Zeit mit ihm wohl gezählt ist. Während dieser der ganzen letzten Woche bin ich sehr früh aufgestanden, damit ich unten sein konnte, wenn der Prinz zur Arbeit fuhr. Denn der Bär kommt, sobald Herrchen aus dem Haus ist, nach oben zu mir. Da er aber die Treppe nicht mehr allein runterkommt, trägt der Prinz ihn (vor allem die Treppenkurve ist schwer für das Bärchen). Wenn aber der Prinz erstmal weg ist, kann ich Bärchen nicht runtertragen, also war es klüger, schon unten zu sein, damit der Kleine mich nicht oben suchen mußte. So halten wir es auch jetzt gerade wieder. Ich habe ihm sein Körbchen mit dem Schaffell dicht an die Heizung gestellt. Es tut weh, ihn so elend und schwach zu sehen. Wir kuscheln so viel wie möglich mit ihm und der Prinz kocht so lecker für ihn, wie es nur geht, ohne seine Nieren weiter zu gefährden. Er ist erst seit sechs Jahren bei uns, doch für uns fühlt es sich an, als sei er schon immer bei uns gewesen. Er ist der wunderbarste Hund der Welt. Ich bin nur froh, daß Martin Rütter das Thema „Alter Hund und nahender Abschied“ in einem seiner Programme angesprochen hat: „Freut euch über jede Minute, die der Hund noch bei euch ist!“, sagte er. Und das tun wir. Er kann jetzt öfter seine Blase nicht kontrollieren und pieselt in die Wohnung… na und, dann wischen wir es auf. Er schämt sich dafür und guckt sehr schuldbewußt, aber wir machen ihm keine Vorwürfe. Er kann ja nichts dafür. Und wofür hat Mutter Natur Küchenpapier wachsen lassen? Ich gehe alle drei Stunden mit ihm vors Haus, da kann er gegen die Straßenlaterne pieseln und ist entspannt. Er schläft dann meist noch eine Runde. Wenn der Prinz mit ihm rausgeht, läuft er besser, aber nur, weil sie dann dort vorbeigehen, wo Flocke wohnt. Flocke ist eine hübsche kleine Malteserhündin, in die der Bär verliebt ist.
Jedenfalls warten wir jetzt sehnsüchtig auf den 22.Dezember, das ist der Abreisetag zum lüttje Hus. Bei Dani sind die Katzenmädels in den allerbesten Händen, und der Bär und wir können unseren Urlaub entspannt genießen. Noch viereinhalb Wochen…

Update 22.November

Es geht ihm schlecht. Er schläft viel, frißt aber nicht. Oft steht er einfach irgendwo und starrt vor sich hin, während er langsam seitwärts hin- und her schwankt (oder vor und zurück). Wir haben nicht den Eindruck, daß er Schmerzen hat, er ist nur müde und kraftlos und scheint nicht mehr weitermachen zu wollen. Um eine fachliche Meinung zu bekommen, haben wir die mobile Tierärztin des Tierheims gebeten, sich ihn mal anzusehen. Sie ist sehr nett. Sie beobachtete ihn eine Weile, wie er sich verhält und hörte ihn ab. Ihre Meinung: Ja, er ist sehr krank, und er hat ein massives Herzproblem. Schmerzen hst er allerdings keine (das war auch unser Eindruck), aber ihm ist übel und er fühlt sich elend. Die versagenden Nieren vergiften seinen Körper langsam.( Er magert wieder ab.) Wir müssen uns den grausamen Tatsachen stellen, das hilft ja nix. Also wollten wir von ihr wissen, ob sie der Meinung sei, daß der Zeitpunkt zum Einschläfern da sei. Der Prinz und ich sind uns einig, daß das, wenn es denn sein müßte, nur hier zu Hause in Frage käme. Sie sagte aber, da er keine Schmezen habe, wolle sie ihn noch nicht einschläfern (Für mich ist das auch nicht einfach“, sagte sie leicht verlegen – wie sympathisch!). Wir sollen ihn allerdings engmaschig überwachen – wenn er wieder erbricht oder sein Zustand generell schlechter wird, sollen wir sie rufen – oder eben den Highlander, denn auch dieser würde zu uns nach Hause kommen, um das Bärchen zu verabschieden. Wir arbeiten also gerade daran,den Gedanken zu akzeptieren, daß wir am 22. Dezember wohl zum ersten Mal ohne Bärchen nach Woquard fahren – oder eben ohne ihn zurückkommen (und dann im Februar uns ein Hundegrab dort oben erwartet…). Wir können absolut nicht einschätzen, wie es kommen wird. Aber die Zeit, die ihm noch bleibt, möchten wir ihm so angenehm wie möglich machen. Diese tiefe und bedingungslose Liebe, die er uns geschenkt hat in den sechs Jahren, die wir mit ihm hatten, können wir ihm eh nicht zurückgeben… Jetzt schläft er gerade wieder, in seinem Korb an der Heizung.

Wollte nur mal schnell erzählen,

dass heute der zehnte Jahrestag des Hallamati ist, meine Lieben. Es ist also sozusagen mein zehnter Geburtstag und wir gehen heute Abend ganz doll essen, wie jedes Jahr. Da unser geliebtes Tivoli ja leider für immer seine Pforten geschlossen hat, weichen wir heute auf das „Pizza Pasta“ in Obrigheim aus. Das mögen wir auch gern, aber für das Tivoli wird es nie einen Ersatz geben. Zehn Jahre, verdammte Socke…

Ein Abschied technischer Art

steht uns bevor, meine Lieben: unser treuer kleiner Nissan Note hat es nicht mehr über den Tüff geschafft. Es sind nicht nur die 378.000 Kilometer auf dem Tacho, sondern viele kleinere „Alterserscheinungen“ wie Leuchten, Bremsen, Auspuff, etc. Das erklärte uns Franz, ein guter Bekannter hier aus dem Dorf, der vor seiner Rente KFZ-Meister war und der aus Liebe zum Schrauben, Tüfteln und Reparieren immer noch kleinere Sachen an Autos repariert. Er hat in den letzten Jahren unsere Autos über den Tüff gebracht: erstmal geprüft, welche Mängel da sind, das notwendige Material gekauft, alles in Ordnung gebracht und das Auto zur Überprüfung gefahren. Franz hat einige Jahre selbst beim Tüff gearbeitet und kennt die Abläufe dort genau. Nachmittags hat er uns das Auto dann mit neuer Tüff-Plakette vor die Tür gestellt und den Schlüssel samt Rechnung in den Briefkasten geworfen. Nur diesmal mußte er uns erklären, daß unsere Zeit mit unserem kleinen silberfarbenen Begleiter dem Ende zugeht.

Wir hatten das schon geahnt und waren nicht überrascht. Nur wehmütig sind wir. Wie oft hat der Kleine uns zuverlässig und ohne eine Panne von Rheinland-Pfalz nach Niedersachsen gebracht – zuerst ins Ammerland, nach Harkebrügge, später nach Ostfriesland… Der Prinz hatte für alle Fälle schon darüber nachgedacht, welches Auto als Nachfolger in Frage kommen könnte. Wichtig ist, daß der Rolli in den Kofferraum passt… und der Prinz träumt schon lange davon, auf dem elend langen „Ostfriesenspieß“ (der A 31) einfach den Tempomat einschalten zu können, während ich mich nach einer Sitzheizung sehne. Franz versprach uns, sich umzusehen. Allerdings war Dani, das Energiebündel, schneller. Sie wußte, daß einer ihrer Arbeitskollegen sein Auto verkaufen möchte, und rief ihn sofort an. Er schickte ihr umgehend einige Fotos, die wir recht ansprechend fanden.

Das Auto ist ein schwarzer Mazda 5, den Friedhelm wegen „Änderung der Lebensumstände“ verkauft. Letzten Samstag kam er mit dem Auto zu uns. Dani kochte Kaffee. Lange saßen wir zu viert in ihrer Küche und redeten über Gott und die Welt. Eine Probefahrt mit dem Mazda begeisterte uns: Ich kann wegen der höheren Sitze viel besser ein-und aussteigen, die hinteren Türen sind Schiebetüren (ebenfalls ein langgehegter Wunsch des Prinzen). Und jaaa! – er hat einen Tempomat und Sitzheizung!! eins!elf! Morgen, am Samstag, fährt Dani den Prinzen nach Darmstadt (dort wohnt Friedhelm), damit unser neuer Mitbewohner hier einziehen kann (bzw. auf meinen Behindertenparkplatz vor dem Haus). Nein, ich fahre nicht mit, denn dem Bärchen geht es derzeit nicht gut und wir möchten nicht, dass er länger allein im Haus ist (seine Nieren scheinen wieder Probleme zu machen). Den kleinen Nissan würde ich gern verschenken – Danis Enkel (17), der bei ihr lebt, macht gerade seinen Führerschein. Aber der Prinz wandte ganz richtig ein, daß der Kleine nicht mehr über den Tüff kommt. Und was soll ein Führerscheinanfänger damit? Das stimmt natürlich. Also wird ihn wohl für sehr kleines Geld jemand kaufen, der ihn zum Ausschlachten nutzen wird. Scheußlich. Ich fühle mich wie eine Verräterin. Kennt ihr das Gefühl?

Das Ende ist nah

Nein, darlings, ich meine nicht das Ende der Welt. Andererseits… doch. Denn das Ende, das naht, ist das Ende unseres Urlaubs im lüttje Hus. Mal wieder. *seufz*Morgen (MORGEN!!!!) müssen wir uns schon wieder trennen von der zweiten und künftigen Heimat. In der Nacht zum letzten Samstag (oder Sonnabend, wie sie hier oben sagen) sind wir angekommen, wie immer zur übergroßen Freude des Mausebären. Und seitdem hatten wir nur Schietwetter. NUR. Sturm („Ignatz“), heftiger Regen, düster draußen und kalt… Okay, ich habe Baumkuchen. Aber der Malibu steht in Worms im Schrank, nicht hier. Das ist doof. Wie auch in Worms, schlafe ich hier schon mit dicker Winterdecke und elektrischer Heizdecke. Gestern schlug „Ignatz“ voll zu. Die Deichschafe haben keine Locken mehr (ja, ich weiß, uralter Witz, sorry). Am 13.12. kommt der Dachdecker, um die Schäden vom letzten Unwetter zu reparieren. Das kann er aber von außen machen. Herta regelt das für uns (wie sie alles regelt, die Herzensgute). Und wir müssen uns nun bis Weihnachten gedulden, bis wir wieder herkommen können. AAABER, darlings, gute Nachrichten: wir wissen jetzt, daß wir wohl im Sommer 2030 endlich Ostfriesen werden können! Ja, das ist noch lange hin, aber der Traum wird damit doch wenigstens etwas konkreter. Die Bauarbeiten in Worms nähern sich wohl dem Ende, sagt Dani, Anfang nächster Woche kommt das Gerüst weg. Übrigens war Dani sehr in Sorge um ihren Liebling Micia, die plötzlich beim Fressen vor Schmerzen zu schreien begann. Das war schon vor unserer Abfahrt so. Der Prinz fuhr am Tag vor unserer Abreise noch schnell mit ihr zum Highlander, weil Dani sich solche Sorgen machte (sie ist wirklich eine mit ganzem Herzen hingegebene „Oma“ für Pippi und Micia – Ja, Oma – so nennt sie sich selbst! :D) Der Highlander stellte eine entzündete Maulschleimhaut fest und gab Micia zwei Spritzen, ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel. Es ging ihr schnell besser. Aber jezt scheint das Problem zurückgekehrt zu sein. Der Prinz erklärte ihr, wo die Praxis ist und sie fuhr mit Micia hin. Lief alles super, die Chefkatze ist wieder fit. Mir hat der Orthopädietechniker die obere Hälfte der Orthese abgeschraubt, es gilt, ein neues Laufmuster zu lernen, das heißt viel Muskelkater und Erschöpfung, aber: wenn ich durchhalte,werde ich wohl bald wieder ohne Orthese laufen können! YEEESSSS!

Doch,doch, es gibt sie noch,

die Lakritzefrau, my dearies! Aber wie so oft nach dem Ende unseres Urlaubes im lüttje Huus hat es mir so ganz generell an Lust gefehlt, irgendwas zu tun, weil ich dann immer in so eine Melancholie verfalle… dem Mausebärchen geht es genauso, der Kleine war kreuzunglücklich, weil ihm seine Wiese vor dem Haus fehlte, und pinkeln *muß* er ja nun mal. Hier haben wir leider nichts Grünes im Hof und nur die Katzen dürfen Danis Garten betreten. Ich kann nur sehr kurze Strecken mit ihm gehen, das reicht ihm bei Weitem nicht. Na, ab Mitte Oktober sind wir wieder für einige Tage oben, darauf leben wir hin! Derzeit haben wir hier ein Baugerüst am Haus und jeden Tag Arbeitslärm, da Dani die Hauswände dämmen läßt. Meine Therapien machen Fortschritte (klein, aber immerhin) und ich schreibe jetzt wieder öfter 😉

Liebe Grüße! / Fortsetzung

Auf den Fotos sahen wir Löcher in den Lamellen der Rollläden, gezackte Einschlagskrater. Der Prinz rief unseren Versicherungsmenschen an, dessen Büro gleich im Nachbardorf ist. Dieser empfahl dem Prinzen einen Tischler, der das bearbeiten könne. Äähm…die Rollläden sind aus Kunststoff….? Ja, sagte der Mann, aber der Tischler habe sich das mit der Zeit angeeignet und könne diese Schäden wirklich gut reparieren. (Derzeit klebt schwarzes Klebeband auf den Löchern – der Tischler hat das erstmal sehr pragmatisch gelöst 😉 ) Er  wird einfach nur die betroffenen Lamellen austauschen, hat er mit dem Prinzen vereinbart, das macht er, sobald er Zeit hat. Denn jetzt ist viel los, nach dem Starkregen. Der Hagel hat auch jede Menge carports beschädigt, deren Dächer aus Plastik-Stegplatten bestanden, und Handwerker, die das reparieren, sind derzeit sehr ausgebucht.

Dann hatte uns Dani Fotos geschickt, auf denen Wasserlachen in der Küche zu sehen waren, nach einem heftigen Regenguß. Das bereitete uns schon mehr Sorge, zumal das Wasser über der Anrichte aus der Decke kam und an der Wand herablief. Die Zimmerdecken im Erdgeschoß hatte Herr Beckmann, der Vorbesitzer, mit weißen Nut-und Feder-Paneelen verkleidet. Der Prinz hat vorhin eines davon herausgenommen: mit Wasser vollgesogen und zum Teil voll Schimmel…So ein Schiet! In den letzten Tagen war er oben im Dach herumgekrochen und hatte eine undichte Stelle entdeckt, an der der Wind, wenn er stark ist und von Westen kommt, Regenwasser unter die Dachziegel drückt. Aber inzwischen glaubt er, eine andere Stelle gefunden zu haben, die wohl eher der Grund für den Schaden ist. Der Versicherungsmann hatte ihm einen Dachdecker empfohlen. Der Prinz rief diesen an und es stellte sich heraus, daß er sowieso gerade in Woquard war! Er kam sofort herüber,spachtelte eine lecke Stelle zu und beriet mit dem Prinzen, was weiter zu tun sei. „Okay“, sagte der Prinz, „wir sind noch zwei Wochen hi- „AAAHAHAHAHAAA!“ war die Antwort. “Okaaayyy“… sagte der Prinz, „zu kurzfristig?“ Der Dachdecker grinste breit. „September-Oktober“, „oder Oktober-November“, das könnte klappen, weiß ich aber noch nicht“, sagte er. „Wir sind komplett ausgebucht nach dem letzten Unwetter hier“. Wir waren sehr beeindruckt und voller Mitgefühl für die Betroffenen, denn auch nach Hertas Beschreibungen müssen der Regen und der Hagel wohl einiges an Schäden angerichtet haben.

Auch bei ihr – Hertas Häuschen hat außen Fensterläden, die etliche Blessuren vom Hagel abbekommen haben.

 Übrigens haben wir zu unserer Freude vorgestern auf dem Deich einen der Whisky-Jungs getroffen, Rolf, der mit seiner Frau per Fahrrad unterwegs war. Er freute sich sehr, uns wiederzusehen. Wie erzählten einander, wie es uns ergangen war seit unserem Kennenlernen an der Bank auf dem Deich im letzten Sommer. Natürlich kam auch das Unwetter zur Sprache. Rolf erzählte, daß der Hagel das Auto seiner Frau in einen wirtschaftlichen Totalschaden verwandelt habe – komplett verbeult. Gut, daß wir da noch in Worms hockten! Okay, dafür haben wir jetzt hier auch kühles und regnerisches Wetter und sind viel drinnen. Ein Ausflug nach Emden ins Eiscafé war nur Frust, weil der Wind heftig und kalt war. „War auch keine Freude“, hätte unser Uli (Stein) gesagt… Dafür kommen nun täglich katzenverliebte Fotos und Filmchen von Dani herein. Seit unserem letzten Urlaub hat sie nämlich für Micia und Pippi ein eigenes Buffet vor ihrer Haustür eingerichtet -Schüsselchen, die immer mit Futter und Wasser gefüllt sind. Dort gibt es morgens und abends pünktlich Essen für die Damen! Vor allem Micia war schlecht gelaunt, als Dani mit ihrer Familie hier im lüttje Huus war und das Buffet geschlossen blieb. Bevor sie nach Woquard abfuhren, unterwies Dani den Prinzen genau, wann und wie er Micia und Pippi zu füttern habe 😀 😀 Nun kam ein Filmchen mit dem Hinweis „Sie hat gewonnen“, gefolgt von vielen Herzchen: Micia hat es geschafft, in Danis Wohnzimmer zu dürfen…Wir lachten sehr, weil es uns so sehr daran erinnerte, wie Micia es Ende 2007 geschafft hatte, bei uns einzuziehen und sofort Chefkatze zu werden (so jung und klein sie damals auch noch war…).Nun, ich bin froh, daß es den beiden gut geht, denn ich vermisse mein Pippilein, vor allem beim Einschlafen!

Jetzt haben wir noch eine gute Woche vor uns und ich hoffe, daß es wärmer wird. Das ist bisher ein beschissener August! Wenn ich daran denke, wie herrlich heiß der August im letzten Jahr war…Immer öfter denken der Prinz und ich darüber nach, wie wunderbar es mal sein wird, wenn wir einfach nie wieder zurück müssen… Aber das dauert noch, auf jeden Fall noch neun Jahre, dann kann der Prinz in den Ruhestand gehen. Und nur mit viel Glück können wir damit rechnen, daß wir unsere Freunde dann noch haben… Edda und Tinus sind jetzt beide 80 und Herta wird im Dezember 77. Ok, ja, die Whisky-Jungs, die sind in unserem Alter. Seltsam, solche Gedanken! Man fühlt sich so alt… 😉