Unsere zwei Juli-Wochen im Lüttje Huus

Vom 12. bis zum 24. Juli hatten wir zwei wundervolle Wochen im im Lüttje Huus, meine Lieben.Eigentlich hatten wir am Sonntag, den 14.7., fahren wollen, denn das war gleichzeitig der letzte Urlaubstag unserer Freunde Manu und Ralf, die eine Woche im lüttje Huus verbracht hatten, zusammen mit ihrer Mix-Hündin Mara. Das liebe alte Mädchen (zwölf Jahre) begann, erste Alters-/Ausfallerscheinungen zu zeigen. Die beiden zeigten Mara den Hundestrand in Norddeich und schickten uns ein Foto, auf dem sich Mara genüßlich auf dem Rasen in unserem Garten räkelte. Am Samstag schickte uns Manu aber eine Nachricht: “Wir fahren heute schon heim. Mara geht es gar nicht gut. Sie fällt immer wieder um. Haben alles geputzt und sind nicht direkt im Stress, aber wir wollen daheim sein, falls es schlimmer wird. Fahrt ihr doch schon los, dann habt ihr einen Tag mehr.“ Zwar hatten sie die Tierarztpraxis um die Ecke gesehen, aber die war am Samstag natürlich zu. Wehmütig sagten wir unseren Vermietern Bescheid (wegen Katzen-und Haus-Wache) und fuhren am Samstag Abend los. Wie immer, trafen wir mitten in der Nacht ein und fielen ins Bett, nachdem wir einen entzückten kleinen Hund müde gespielt hatten (der Bär liebt es, im Lüttje Huus zu sein!), Am nächsten Morgen traf Manus Nachricht ein: „Mara ist bei Willy.“ Wir hatten es geahnt…“Man hat einfach nix mehr machen können“, schrieb Manu. Ich rief sie an, um Näheres zu erfahren. Mara war kollabiert und noch in der Tierarztpraxis gestorben. „Es war einfach totales Organversagen, aus Altersschwäche“, sagte Manu.“Aber das war abzusehen, es ging ihr zuletzt immer schlechter.“ Dafür hatte Mara noch eine intensive Woche mit ihren beiden geliebten Menschen gehabt, eine Woche, in der sie ganz allein im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, ohne dass Ralf Termine für Konzerte oder Aufnahmen im Tonstudio oder dass Manu Cateringservice für Stadtfeste oder Hochzeiten planen musste. Es gab nur Mara in dieser Woche, viel Liebe und Fürsorge, kleine Ausflüge … und die Ahnung vom nahenden Abschied.

Der Prinz hatte es mal wieder geschafft, sich bei der Arbeit bis an den Rand der Erschöpfung zu bringen, deswegen verbrachte ich den Sonntag mit Lesen und zwang den Prinzen, Ruhe zu halten. (Okay, er ging noch eben gegen den Löwenzahn in der Einfahrt vor, den er zu seinem persönlichen Feind erklärt hat, schlief aber brav fast den ganzen Tag. Das beruhigte mich natürlich 😉 ) .

Am Montag lieferte eine Spedition zwei Stahlblech-Schränke, die der Prinz bestellt hatte. In diesen können wir unsere persönlichen Sachen verstauen, wenn Gäste im Huus eingeplant sind. Denn unsere Gäste sollen sich entspannt im Huus ausbreiten können, ohne überall auf unsere Sachen zu stoßen und fürchten zu müssen, etwas kaputtzumachen.

Ich war etwas traurig, denn früher, vor dem Hallamati, haben der Prinz und ich solche Arbeiten wie das Aufbauen der Schränke gemeinsam gemacht, Hand in Hand und ruck-zuck. Jetzt muß ich dabeistehen und zusehen, wie er das alleine macht, ich kann höchstens mal etwas festhalten, damit er eine Schraube eindrehen kann. ( Aber: nein, ich gebe nicht auf – ich trainiere die linke Hand weiter, bis sie sich wieder daran erinnert, was sie tun soll 😉 )

Apropos – kleiner Gedanke am Rande: Sollte nochmal jemand eine Wut auf mich haben und auf die Idee kommen, ein Voodoo-Püppchen von mir zu basteln – könntest du dann bitte statt Nadeln Pommes da reinstecken? Danke! 😀 😀 😀

Die Schränke also, in „frischem Steingrau“ stehen sie nun in dem großen Raum, der mal unser Wohnzimmer sein wird, geplant mit bullerndem Schwedenofen und Panoramafenster in den Garten. (Eigentlich sind es Aktenschränke, und die gibt es nun mal nur in Grautönen („Steingrau,, Aschgrau, Mausgrau, Betongrau“…). Aber da war ja noch etwas – der Prinz hatte ein neues Treppengeländer bestellt, damit ich auch endlich mal ohne Probleme über die gräßliche Betontreppe ins Obergeschoß gehen kann. Eine Spedition brachte ein drei Meter langes Rundholz aus Buche, das wir zusammen an das Brett anschraubten, das Herr Beckmann im Stil der 60er Jahre als Geländer angebracht hatte. Jetzt komme ich recht leicht nach oben und kann mir dort eins der Zimmerchen als Lesehöhle einrichten! \o/

Auch der nette Postbote freut sich, denn wir haben den bisherigen Briefkasten (Modell 50er Jahre, sehr klein, kupferbraun, mit Spitzdach und der Aufschrift „Post“ in Fraktur auf der Tür) ausgetauscht gegen einen schlichten weißen und vor allem großen Briefkasten mit einem Rundfach für Zeitschriften unten dran ausgetauscht. Nun muss der Postmann nicht mehr dreimal klingeln, wenn er eine der Foto-Fachzeitschriften des Prinzen bringt, weil er sie nicht knicken möchte – jetzt kann er sie rollen und ins Röhrenfach schieben. Übrigens macht der Postbote hier auch den DHL-Dienst, er kommt mit einem coolen gelben Elektro-Lieferwagen, den man nicht hört, klasse! Nun stehen wir nur noch vor der uralten Frage, die uns schon früher in Harkebrügge in den Wahnsinn trieb: Wie bekommen wir eine vernünftige Internet-Verbindung?! Im Moment geht das nur mit persönlichen Hotspots über unsere Häntis, das nervt, denn es ist keine stabile Lösung und das Datenvolumen reicht auch nicht. / Motzmodus aus. Ansonsten bin ich recht zufrieden mit mir, denn ich war jeden Abend mit meinen beiden Jungs auf dem Deich! Das Wetter war mild und der Wind weich, so daß ich nicht aus dem Gleichgewicht geriet, wenn er mich anpustete. Das Ersteigen der Treppe hinauf ist eine gute sportliche Übung, und oben gehe ich konsequent noch ein Stück auf dem Deichkamm, damit die Rumpfmuskulatur in Übung bleibt. Das wird ab jetzt eine Standard-Übung! Der Blick auf das abendliche Watt im Sonnenuntergang belohnt mich jedes Mal für die Mühe! (Wir sind übrigens jetzt Mitglieder in der Deichacht 😉 ), im BUND und beim NABU, das kommt hier fast automatisch mit.

Ungewohnt und doof war, dass Herta fehlte. Sie sollte nach der OP (neues Kniegelenk) in Norddeich in die Reha gehen,aber wir erreichten sie nicht – vermutlich war der Akku ihres Handys leer, und es war noch niemandem aufgefallen…?Auch meine Sprachnachrichten auf ihrer Mailbox schien sie nicht bemerkt zu haben. Aber das kennen wir von Edda, die zwar durchaus mal Sprachnachrichten hinterläßt, es aber nicht mitkriegt, wenn sie selbst welche bekommt (oder SMS).

Ach ja, am Sonntag hatte der Prinz Geburtstag, aber sein Geschenk hat er erst nach unserer Rückkehr nach Worms bekommen. Da ich auch nicht recht wußte, wohin ich ihn zum traditionellen Frühstück einladen könnte, fragte ich Edda um Rat. Sie erzählte mir von einem Café-Bistro, das ich schon öfter im Vorbeifahren gesehen hatte, die Osterburg Groothusen. Sie bieten am Wochenende ein phantastisches Frühstücksbuffet an,das „ Häuptlingsfrühstück“, über das Edda schon viele begeisterte Berichte gehört hatte. Das viele Lob war absolut berechtigt, wie sich zeigte. Auf sein Geschenk musste der Prinz noch etwas warten, aber wenigstens zum traditionellen Frühstück konnte ich ihn schon ausführen.Wie immer, wenn es Essen vom Buffet gibt, nahm der Prinz meinen Teller und holte mir etwas zu Essen, denn ich kann mit der rechten Hand entweder den Teller oder den Gehstock halten. Der Prinz weiß, was ich gern esse (und vor allem, was nicht), so packt er mir dann immer meinen Teller voll mit (für mich) leckeren Sachen. Es hat seine Vorteile, seit 18 Jahren ein Paar zu sein und sich gut zu kennen! 😀

Der Montag gehörte den Niederlanden, wir machten eine längere Autotour an der niederländischen Küste entlang, bis zu dem Kraftwerk, das man von unserem Deich aus gegenüber, weit weg, sehen kann. Der Prinz fotografierte von dort aus unseren Deich.Wir hatten eine schöne Tour, zumal wir die Niederlande sehr gern mögen, vor allem die Architektur (ik hou heel erg van de Nederlande!) Dem kleinen Herrn Sonntag ging das alles an seinem kleinen Arsch vorbei – ihm war nur wichtig, daß wir alle zusammen waren (da kommt die Hütehund-Mutter durch:D )

Am späten Nachmittag waren wir zurück im Lüttje Huus. Während ich in der Küche überlegte, ob ich Hunger hatte und etwas zu Essen machen wollte, hörte ich zwei vertraute Stimmen vor dem Haus. Ich schaute hinaus: Da stand der Prinz und redete mit einer kleinen, sehr runden Person mit grauem Kurzhaarschnitt und Krücken. „Herta!“ rief ich erfreut und beeilte mich, hinüberzulaufen, unter Hertas Ermahnungen, bloß langsam und vorsichtig zu laufen ❤ (ich sagte ja, sie hat uns quasi adoptiert 😉 ) Erfreut und gerührt umarmten wir uns. Herta ist sehr klein und ich muss mich tief herunterbeugen, wenn ich sie umarmen will. Wir fragten sie über die Operation aus und tauschten sonstige Neuigkeiten aus. Da fuhr ein Auto vor, an dessen Steuer – so wirkte es auf mich – ein riesiger Teddybär saß. Der Teddybär strahlte uns an, parkte das Auto vor der Einfahrt und gesellte sich zu uns. Herta und der Prinz kannten den Teddy, sie begrüßten ihn mit „Hallo, Hinrich!“ Ich freute mich, denn Hertas ältesten Sohn hatte ich schon seit einiger Zeit gern kennenlernen wollen.Wir quatschten zu viert eine Weile, bis mir das Stehen zu beschwerlich wurde. „Trinkt ihr einen Tee mit uns?“ fragte ich. Herta und Hinrich sagten gleichzeitig „Ja, gern!“. Der Prinz übernahm netterweise das Teekochen. Auf der Terrasse saßen wir unter dem neuen Ampel-Sonnenschirm und ich erfuhr, warum Hinrich so wohltuend gelassen mit meiner Behinderung umging: Er ist Fahrer bei einer Behindertenwerkstätte und hat den ganzen Tag mit Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen zu tun. Wie sein Bruder Werner, hat auch er nun unsere offizielle Einladung, jederzeit zum Tee hereinzuschauen.

Danach stand das Abendessen bei Edda und Tinus an, wie immer. Urlaub in Woquard, ohne daß die „Fab Four“ sich sehen, das geht gar nicht! Wie immer, verstanden wir uns blind und vernichteten Unmengen an Thiele-Tee (das war Muddis Lieblingstee), Keksen und Tinus‘ geliebtem Zitronenkuchen.

Dfie restlichen eineinhalb Wochen verbrachten wir zu einem großen Teil „up diek“ – auf dem Deich.Wir hatten ja ursprünglich nach einem Haus „achtern Diek“gesucht, also gleich hinter dem Deich, denn der Prinz träumte immer davon, morgens mit einem Tee auf den Deich zu steigen und den Sonnenaufgang zu sehen. Nun wohnen wir zwar fünf Kilometer hinterm Deich, aber das trübt des Prinzen Freude nicht. Er macht es genau richtig: Er lebt seinen Traum trotzdem! Jeden Morgen, sobald ihn die Vögel, die im Garten wohnen, wecken, steht er auf, füllt sich eine kleine Thermoskanne mit Tee, zieht dem kleinen Herrn Sonntag das Geschirr an und dann erklimmen die beiden den Deich und laufen bis hinüber zum Campener Leuchtturm. Bis ich Frühstück gemacht habe, sind sie wieder da, entspannt und glücklich. Schöne Fotos vom Deich und seiner Umgebung könnt ihr hier sehen.Dieser Juli hatte ja eine Hitzewelle mitgebracht, die erstaunlicherweise auch dort oben sehr zu spüren war. Ich konnte ohne Jacke hochgehen!

Das ist die Treppe, die hinauf führt:

 

Da das Bärchen ja immer mitkam up diek, nannte ich unsere Ausflüge mit der Zeit „Deichgassi“. Das verkürzte sich bald zu „Deichi“. (Ja, klingt kindisch, ist aber praktisch 🙂 ) Das milde Wetter erlaubte mir, jeden Abend mitzugehen und den Sonnenuntergang zu genießen. Der Sport tat mir gut, nach wenigen Tagen forderte mein Körper den Aufstieg sogar ein!

Hier meine Begeisterung:

yeah!

Und ein Eindruck davon, wie das Abends da aussieht:

sundown

Aber natürlich unternahmen wir auch etwas in der Region. Die Henri-Nannen-Kunsthalle in Emden zeigt derzeit (noch bis zum22.September) eine ganz wunderbare Hommage an den berühmten Sohn der Stadt, Otto Waalkes.

Da Olli der Rolli noch in Reparatur war, hatten wir – extra für Hogwarts – einen günstigen Basis-Rolli angeschafft, den der Prinz schieben muß. Er steht in der Garage am Lüttje Huus, wiegt kaum was und ist für Ausflüge schnell im Auto verstaut.Natürlich hat er keinen E-Antrieb wie Olli, so daß ich den Prinzen immer hinter mir statt neben mir habe. Das nervt, wenn wir reden wollen. Ich muß den Kopf nach hinten verdrehen, das geht auf die Nackenmuskeln. Außerdem bin ich es gewöhnt, selbst zu steuern, wo ich hin möchte. Mit dem Notfall-Rolli muß ich dem Prinzen alles ansagen, wie:“ Das Schaufenster da möchte ich angucken“ oder“Geh bitte mal eben zu der Buchhandlung da rüber.“ Zudem zuckt dann meine rechte Hand ständig, weil sie den kleinen Joystick der Steuereinheit sucht.

Der große Vorteil, das stellte ich in der Ausstellung schnell fest,war, daß die meisten Menschen ja beim Anblick eines Menschen im Rollstuhl in Panik geraten und sofort wegschauen oder flüchten. Dieses Verhalten, das mich anfangs so verletzt und verstört hatte, nutzte ich jetzt knallhart aus: Sobald wir in einen Ausstellungsraum rollten und uns auf eine Vitrine zubewegten, setzte die große Flucht ein und ich hatte für jede Vitrine und jedes Ausstellungsstück allen Platz und alle Zeit der Welt! Natürlich hatte der Museumsladen jede Menge Otto-Zeugs:

otto_ausst

Nein, ich habe den Ottifanten nicht gekauft (leider zu teuer). Der Prinz drohte mir: “Wenn du diese Kappe kaufst, schiebe ich dich nicht zum Parkplatz zurück!“ Er fand die Kappe peinlich 😀 😀 😀

Da wir sowieso gerade in der Innenstadt waren, suchten wir ein Café und stießen auf mein persönliches Eldorado: Valentino! Das Highlight hier ist die Waffelkarte: Herrliche Eisgerichte auf einer heißen Waffel – Paradies! Ich wählte Banane und erhielt: eine heiße Waffel (köstlicher Teig!) mit einer Kugel Vanilleeis, Sahne, Zimt und Bananenscheiben. Danach hätte mich der Prinz auch ohne den Rollstuhl zum Auto rollen können! 😀

Abgesehen von den täglichen“Deichi“-Trips,unternahmen wir nicht allzu viel. Wir verbrachten viel Zeit im Garten und planten, was wir später mal umgestalten oder anbauen wollen. Schade, daß wir uns dazu noch bis zum endgültigen Umzug Gedulden müssen!Denn wenn wir jetzt etwas pflanzen, wer soll es pflegen und gießen, wenn wir nicht da sind? Herta hat mit ihrem eigenen Garten genug zu tun. Auch auf einen Katzenwelpen muß ich erstmal verzichten – wer soll sich um das Tier kümmern? Aber eines steht fest: sobald wir fest eingezogen sind, kommen Hühner! Ich hatte früher mal Hühner, das war eine schöne Zeit. Hühner sind klug und lustig,und es ist sehr entspannend, sie zu beobachten.

Aber auch dieses Mal blieb uns keine Wahl, wir mußten zurück. Immerhin hat das fast allabendliche Deichi mir etwas gebracht: Hubert, mein Physiotherapeut,sagte bei unserem ersten Nach-Urlaubs-Termin anerkennend: “Du läufst viel stabiler!“Also: Hogwarts ist gut für mich! 😀

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Nicht vergessen: Towel Day!

Übermorgen, am Samstag, meine Lieben, ist Towel Day! Und falls ihr schon über Festgarderobe und passendes oufit nachgegrübelt habt,  dann haben die wunderbaren Menschen bei get digital das Passende für euch, hier. Ich habe es natürlich schon 😀  Als ich vorgestern mein Sparschweinkonto prüfte und es mir einen zustimmenden Quieker gab, bestellte ich das bundle. Und heute vormittag kam es schon  an! Das Shirt und das Badetuch rochen noch etwas streng chemisch und wanderten erstmal in die Wäsche. Das Handtuch ist so fest eingeschweißt, daß ich es nicht aus seiner Plastikhaut herausschälen kann und also warten muß, bis der Prinz nach Hause kommt, bis ich es mit Wasser beträufeln kann. Jedenfalls ist der Samstag gerettet und ich bin gespannt, wieviele Menschen mit Handtuch wir treffen werden *hibbel*  Habt ihr für den Tag etwas Besonderes vor? Ein Treffen mit anderen, zum Beispiel? Eine Lesung vogonischer Gedichte? Eine Therapiestunde für depressive Roboter? Schreibt mir was in die Kommentarbox, während ich mir einen pangalactic gargleblaster zubereite 😀 😀 😀

P.S.: Die Beschreibung sagt, das Shirt zeige Marvins Kopf und die Zahl 42. Auf meinem ist aber nur die Zahl drauf. Keine Ahnung, warum – aber das wird meinen Spaß am Samstag nicht schmälern!

Ta-daa! Neuigkeiten!

Gestern sind wir gegen Mitternacht aus der zweiten Heimat zurückgekommen,my darlings, müde und verschwitzt (buäh). (Sensation! Frau Lakritz beschwert sich, dass es ihr zu heiß sei! 😀 )

Wir hatten, wie ich schon schrub, einen wichtigen Termin. Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß wir uns schon vor etlichen Jahren in die Region Ammerland/Emsland/Friesland verliebt haben und uns dort heimisch fühlen. Auch von unserem Traum, später mal dort leben zu können, habe ich hier oft erzählt. Aber für solche Träume muß man schon etwas „den Arsch bewegen“, wie wir im Ruhrpott sagen. Und so haben wir den letzten dreiwöchigen Urlaub genutzt und schonmal etwas… ähem… „vorgearbeitet“. 😉

Langer Rede kurzer Sinn: das gewünschte Bauernhöfchen oder der kleine Resthof ist es nicht geworden, aaaber:

die Frau Lakritz und der Herr Schokoladenprinz sind seit dem letzten Freitag glückliche Eigentümer eines kleinen Arbeiterhäuschens in Woquard, in der Krummhörn!

Am Freitag war der Notar-Termin zum Unterschreiben des Kaufvertrages. Im Moment sind wir noch wie vor den Kopf geschlagen vor Freude und vor Verblüffung darüber, wie schnell das alles ging. Sehr erfreut sind auch unsere Freunde Edda (die Schmiedin) und ihr Lebensgefährte Tinus, der in Woquard lebt (Edda hoffentlich auch bald!).

Das hier ist unser Häuschen, „uns lüttje Huus“ (wir lernen schon eifrig Plattdüütsch):

huus_front

Die Fassade, auch die des Anbaus links, braucht einen neuen Anstrich. Insgesamt ist es so groß/klein wie das Haus, in dem wir jetzt hier zur Miete wohnen, hat aber dazu einen 600 Quadratmeter großen Garten.

Der Plan sieht so aus: Der Prinz geht davon aus, daß er in zehn bis zwölf Jahren in den Ruhestand geht („Es sei denn, der Gesetzgeber läßt sich bis dahin noch etwas anderes einfallen“, wie er sagt). Da ich ja mit der Behinderung nicht mehr so wie früher arbeiten kann und ganz (und recht erfolgreich) auf home office-Jobs plus Reikipraxis  umgestiegen bin, ist es schnurz, wo ich lebe, solange ich WLan habe. Ich bekomme nach meinen 35 Berufsjahren eine Eu-Rente (Eu = Erwerbsunfähigkeit), die mir gut reicht und neben der ich einen Mini-Job haben darf. Es ist also egal, ob ich in Worms oder in Woquard lebe, meine Lebensbasis bleibt dieselbe. NUR wohnen wir dort dann gerade mal fünf Kilometer vom Wattenmeer weg und nicht, wie jetzt, sechs Autostunden!

Die bisherigen Besitzer hatten das Haus als Ferienhaus vermietet, das wollten wir ursprünglich auch  so weiter führen. Aber im Hinblick darauf, daß wir irgendwann fest in dem Haus leben werden, wollen wir doch nicht so viele fremde Menschen darin haben. Energetisch finde ich das zu anstrengend. So haben wir beschlossen, daß wir es nur an Familie, Freunde und Bekannte vermieten. (@ Markus: Die Einfahrt dürfte für euer WoMo reichen 😀 ) Für eine Praxis ist auf jeden Fall genug Platz im Haus, und Reiki kann ich auch als alte Lady noch praktizieren. Edda und Tinus sind jetzt beide Mitte 70, und wenn wir Glück haben, sind sie noch fit und gesund, wenn wir hinziehen. Tinus jedenfalls arbeitet hartnäckig darauf hin, daß Edda endlich zu ihm zieht und das Rauchen aufgibt („Wir Friesen sind stur“, versichert er.) Tinus‘ Hof ist ganz nah an unserem Haus und wir könnten uns praktisch täglich sehen (Tinus ist 76 und bewirtschaftet den Hof nicht mehr selbst. Er hat die Felder in die Genossenschaft eingebracht und steht weiterhin als Berater zur Verfügung, wenn es nötig ist.) Es ist wunderschön, abends mit einem Glas Wein bei ihm auf der Terrasse zu sitzen und in den Garten hinauszuschauen. Tinus kennt jeden einzelnen Vogel, der dort wohnt, und nennt uns alle Namen, wenn einer singt oder ruft.

Der weiße Anbau links vom Huus führt in den Garten und hat eine Holzterrasse, auf der wir bald Abends sitzen und (hoffentlich) auch Vögel raten können 😉

Obwohl wir den kleinen Bauerhof von Heike und Johannes, auf dem wir seit einiger Zeit mit dem Bärchen wohnen, sicher vermissen werden, ist es doch großartig, daß wir jetzt nicht mehr nachfragen müssen,  ob die Wohnung frei ist – wir können einfach hinfahren! Um uns das verhaßte Kofferpacken zu ersparen, haben wir vor, im lüttje Huus  einen Grundstock an T-Shirts, Pullis, Socken, Unterwäsche usw. zu lagern, auch Duschgels, Shampoos, Badetücher, etc. Die Möbel lassen die bisherigen Besitzer drin, es sind ja keine persönlichen Dinge, nur Neutrales für Feriengäste. Wir sind darüber natürlich froh. So können wir später im Laufe der Zeit peu à peu die Möbel gegen unsere  privaten Sachen austauschen. Und meinen uralt-Wunsch nach einem Schwedenofen werden wir wohl auch erfüllen können – ein Kamin ist da 😀

Also – was meint ihr dazu, darlings? Übrigens: Die offizielle Übergabe wird wohl Mitte September sein. Dann wollen wir die dortigen Nachbarn sowie unsere Freunde und Familien (die Prinzeneltern leben ja leider nicht mehr) zu einer kleinen Feier einladen. Woquard hat nur knapp 200 (!) Einwohner, da kennt wirklich jeder Jeden, da finden wir es wichtig, daß die Nachbarn uns frühzeitig kennenlernen, auch wenn wir in den ersten Jahren nicht so oft kommen können. Aber das mit der Nachbarschaft wird gut – die Friesen sind sehr herzlich und offen.  Wer von euch dort in derRegion lebt und kommen möchte, ist herzlich eingeladen, gebt mir einfach Bescheid!

„With my body, I own you“

Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß ich geradezu pathologisch anglophil bin 😉

Also war es für mich eine Selbstverständlichkeit, zwei Stunden lang dem livestream  der Hochzeit von Harry und Meghan zuzusehen. Und dabei zu schnuffeln und Tränen abzuwischen, natürlich 😀 ) Ich heule meistens bei Hochzeiten, weil ich schnell gerührt bin. Harry war bisher immer „der Kleene“ für mich, daher war es besonders rührend, ihn da vor dem Altar in St. George’s in seiner Gala-Uniform zu sehen, als Ehemann, plötzlich so erwachsen. Wills hat den best man gemacht (wozu hat man schließlich einen älteren Bruder, oder?! 😉

Besonders ergreifend fand ich den Gospelchor (alle in eleganter Kleidung), der „stand by me“ sang, sehr piano, aber dennoch kraftvoll. St George’s heißt offiziell „chapel“, aber eine Kapelle ist das bei Weitem  nicht, das Ding ist freaking riesig! (Übrigens sah ich bei den Gästen auch Elton John, der sich mühsam die Tränen verkniff 😉 ) Beim Absingen von „God save the Queen“ kommen mir immer die Tränen, und ich singe das immer mit und denke dann dankbar an meine erste Englischlehrerin, die uns in der fünften Klasse  sowohl dieses Anthem als auch  “Rule Britannia“ beigebracht hat.

Nach der Zeremonie drehten die beiden einige Runden durch Windsor ( in einem offenen Landauer! ). Bei Paraden in England tut es mir immer wieder gut zu sehen,daß die berittenen Sicherheitskräfte  vernünftig reiten können. Sie können einen Trab leicht und geschmeidig aussitzen und  (im Unterschied zu vielen Amerikanern) ordentlich leichttraben, ohne daß sie bei jedem Schritt mit ihrem gesamten Körpergewicht dem Pferd in den Rücken knallen. Außerdem wissen sie, daß Zügel keine Haltegriffe sind,  (!!!) für die viele Amis sie halten. Kurz, es waren zwei sehr schöne und rührende Stunden, eine großartige Hochzeit  (obwohl ich eine halbe Stunde zu spät war.) Die Übertragung durch Juhtjuhp hatte den Vorteil, daß kein sinnloser deutscher Kommentar mitlief („.. und hier sehen wir die Duchess of Cornwall, sie trägt einen rosa Hut…“) Hat noch jemand von euch zugesehen, my dearies?

schnell gezeigt:

orthschuhseit

Der Orthesenschuh (dies ist der rechte, mit für mich angepaßter Einlegesohle, um den Höhenunterschied zur Orthese auszugleichen. Cool, oder? Knopf lösen, Rückseite runterklappen, mit Orthese reinschluppen, Knopf zudrehen, loslaufen. Es gibt geniale Menschen, deren Beruf (ung) es ist, sowas zu erfinden! Sooo geil! (Eigentlich wollte ich die Schuhe in Blau, aber derLieferant hat es etwas verpeilt.Na, ich soll noch ein Paar bekommen…)

 

Post für Herrn Sonntag!

Wenn es regnet, fällt gern mal unsere Klingel aus.  Dann läuft Regenwasser hinter die Klingelanlage und dann tut sich nix mehr, bis es verdunstet ist. (So hat mir Jürgen, unser Vermieter, das erklärt.) So kam es wohl, daß ich unsere DHL-Jungs verpaßte, als sie eine größere Sendung abliefern wollten. Herr L. legte also einen Abholzettel in den Briefkasten, für den Prinzen. Vorgestern lief der Prinz eben zur Poststelle, um das Päckchen zu holen. „Ah, da bist du ja, ich hab’s schon für dich beiseite gestellt“, begrüßte Irmtraud, die Poststellenleiterin, ihn. Sie nahm das Päckchen und guckte verwirrt. „Das ist für Sonntag…? – ach nee, da stehen ja auch eure Namen“, lachte sie dann. Als der Prinz mir das Päckchen (groß und flach) zeigte, dachte ich gleich an einen Kalender. Vorne drauf stand:

Herrn Sonntag
c/o Lakritz/Prinz
Adresse

Drin war JUHU!!!! – der2018er Hundeportrait-Kalender von Uli Stein, plus eine Tüte mit knackigen Schinken-Kaustreifen!

Wie wir der Handschrift entnahmen, ist der edle Spender wohl unser herzliebster Herr Norden ❤

Ich habe mit Herrn Sonntag verhandelt: Er hat die Kaustreifen-Tüte leermachen dürfen, dafür darf ich den Hundekalender über meinen Schreibtisch hängen, dorthin, wo bis zum Jahresende noch der „Auf dem Lande“-Kalender 2017 des Herrn Stein hängt.

Herzliebster Herr Norden: Vielen lieben Dank! Das ist eine Riesenfreude!

Jetzt aber!

Vorhin rief jemand von der Orthopädie-Werkstatt an, um zu berichten, daß meine Orthesenschuhe  endlich angekommen sind. Yay! Am Samstag um elf habe ich einen Termin zum Anprobieren. Dazu kommt eine Einlage für den rechten Schuh, um den Höhen-unterschied auszugleichen. Dann kann ich das Wochenende zum Üben nutzen – An- und Ausziehen der Orthese und der Schuhe  und das Laufen damit. Denn am 21.12. wollen wir meinen Bruder besuchen, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt dort sehen und später am Abend gibt es eine Wanderung mit Fackeln zur Burg hinauf. Ich bräuchte das nicht bei der Kälte, aber der Prinz findet das so schön, also gehe ich mit.  Fotos der Schuhe folgen 😉