Schon vorbei, viel zu schnell

Schade, my sweetings, nun sind die drei „Zwischendurchtage“ im lüttje Huus schon vorbei, das ging ruck-zuck!

Wir fuhren am 31. (Mittwoch) gegen Mittag los. Wir hatten Herta gebeten, im Erdgeschoß die Heizkörper aufzudrehen. Allerdings fuhren viele Leute über die Feiertage weg, so gab es ab Köln so viele Staus, daß wir erst spät in der Nacht eintrafen (neun besch… Stunden Fahrt! ) und um ein Uhr morgens ins Bett fielen (also der Prinz fiel ins Bett im Obergeschoß, ich auf die Schlafcouch unten im Wohnzimmer, denn die Treppe zum Schlafbereich hinauf ist so sch****, daß ich mir das nicht antue. Zu steil und zu gefährlich, vor allem für nächtliche Klo-Expeditionen! Sobald wir fest dort wohnen, gibt es einen Treppenlift für mich, bis dahin muß das Arrangement noch bleiben. Geht aber ganz gut.) Das ist die Treppe, belegt mit Teppichboden *uaah*

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Die Falltür im Flurboden führt in denKeller (klein, eher ein Vorratskeller). Rechts geht es in die Küche, hinten ins Wohnzimmer. Die Seemannstruhe haben Beckmanns großzügig hier gelassen.

Da Beckmanns bei der Übergabe des Hauses dem Prinzen erklärt hatten, daß der Techniker zweimal im Jahr die Heizungsanlage warten müsse, hatte der Prinz mit dem Techniker einen Termin ausgemacht: Donnerstagmorgen um acht Uhr!Ey! Der Meister war pünktlich und unser kleiner Herr Sonntag sehr aufgeregt. Er versuchte, mich zu wecken. Da ich aber wußte, daß die Jungs im weit genug entfernten Badezimmer bei der Heizung zugange waren, versuchte ich, weiter zu schlafen. Dennoch hörte ich das hektische „tic-tic-tic“ der sonntäglichen Krallen auf dem Laminatboden, das direkt vor mir stoppte. Auch mit geschlossenen Augen wußte ich, daß der kleine Hund vor mir stand und mich drängend anguckte. Da ich aber zu müde war, um zu reagieren, hörte ich nur ein frustriertes „Uffhh“, durch die Lefzen gepustet, und das Ticken der Krallen, als er zum Bad zurück lief. ❤ !

Den Donnerstagvormittag verbrachte der Prinz im Garten, mit einer anderen,kleineren Motorsense. Danach beriet er sich mit dem Nachbarn gegenüber, wie er all die Löwenzahnpflanzen aus den Ritzen zwischen den Bruchsteinplatten der Einfahrt wegschaffen könne, ohne Gift anwenden zu müssen. Der Nachbar riet ihm zum Wegbrennen. Also verbrachte mein Liebster eine Zeitlang in der Einfahrt mit einer Art kleinem Flammenwerfer und brannte die Pflanzen weg. Es stank bestialisch! Der Donnerstag war Reformationstag, also auch da oben Feiertag. Sie feiern übrigens am 11.11. mit Laternenzügen auch den Martin, aber den Luther, nicht „unseren“ heiligen Martinus, den römischen Soldaten, der den christlichen Glauben angenommen und darum hier in Worms den Kriegsdienst quittiert hatte. Sie singen dazu auch ein Martinslied, das Tinus mir vorsang. Es handelt eben nicht vom geteilten Mantel, sondern davon, was für ein guter Christ der Martin Luther war. (Daß er ein hitziger Judenhasser war, erwähnt niemand.) 😉 Nu, chacun à son gout, wie der Alte Fritz sagte, jeder nach seinem Geschmack. 😉

Den Freitag verbrachten wir mit Edda und Tinus, bei Tee, Kuchen und langen Gesprächen. Am Samstag machten wir etwas Ordnung, weil wir am Sonntag ja zurück mußten. Wir entschieden dabei, welche Kleidungsstücke „oben“ bleiben sollen (wir beginnen schon mit der Aufteilung unseres Haushaltes 😉 )

Mit der Rückfahrt am Sonntag hatten wir Glück – kein Stau. Lustiges Erlebnis am Rande: Herta hatte ja gewußt, daß wir über die Feiertage kommen wollten. Das bedeutete, daß wohl auch alle 180 Einwohner Woquards das wußten 😀 Bei der Abfahrt sagte der Prinz zu mir: „geh schonmal vor zu Hertas Einfahrt und warte auf mich, ich ziehe das Auto vor und lade dich ein.“ Als ich also schön am Straßenrand stand, kam ein Paar vorbei. Ich hatte die Leute noch nie gesehen, aber sie waren freundlich und nett wie alle da oben, wir grüßten uns mit „Moin!“, und der Mann fragte ohne Umschweife: “Fahren Sie jetzt wieder zurück?“

„Naja“, sagte ich, „Unter Protest.“ Sie lachten.

Gestern rief Herta übrigens an: Die Heizung ist ausgefallen. Sie hat von sich aus den Techniker angerufen. Wir haben wirklich Glück, daß Herta für uns so gut auf das lüttje Huus aufpaßt.

Übrigens: Die Dusche muß heruntergelassen werden. Der Einstieg ist viel zu hoch, da komme ich nur mit der Hilfe des Prinzen rein und raus. Und mit viel Panik. Das linke Bein spielt da nicht mit, geht in die Spastik und verweigert jede Zusammenarbeit.

So sieht die Dusche aus (linke Wand):

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Ich habe zwei junge Männer in der Familie, die das eventuell machen können. Ich werde sie fragen.

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Off we go, then

Nach Woquard, ins lüttje Huus. Am Sonntag sind wir zurück, darlings. Haus und Katzen sind wie immer in den fürsorglichen Händen unseres großartigen Vermieters. Herta hat in Woquard bereits die Heizung hochgefahren, der Engel. Sie erzählte mir am Telefon, dass dort die Sonne scheine.

„Oh, und kalt ist es, oder?“ fragte ich.

„Nein!“ sagte sie erstaunt. „Es sind zehn Grad plus!“

Na dann. 😀 😀 😀

Wir haben nur ganz wenig gepackt, weil vieles bereits im lüttje Huus ist.

Bis dann, macht’s gut, Ihr Lieben! Habt ein gemütliches langes Wochenende! *winkt*

Neues vom lüttje Huus

Bei unserem letzten Aufenthalt im lüttje Huus, ihr Lieben, hatte der Prinz unserer tollen Nachbarin Herta erzählt, dass er die Fassade des Huusje gern mit Dämmputz versehen, die Farbe auffrischen und die Einfahrt pflastern lassen wolle. Zudem brauchen wir einen Zaun zur Straße hin, wegen des kleinen Herrn Sonntag. ( Daß eine 30-Kmh-Zone für Tiere kein Schutz vor dem Tod durch Autos ist, haben wir ja hier schon 2007 erfahren, als so ein Super-Arsch unsere Missy totgefahren hatte.)

Herta erklärte dem Prinzen, daß das Land Niedersachsen für solche Projekte finanzielle Zuschüsse gibt (wenn das betreffende Haus als „dorfprägend“ gilt) und schrieb ihm den Namen und die Telefonnummer des zuständigen Sachbearbeiters auf. Dieser sitzt witzigerweise in Oldenburg 😀 . Er gab die Adresse bei Google maps ein und sah sich das Haus an. „Ja, das Haus ist auf jeden Fall dorfprägend“, sagte er. Der Prinz solle bitte für jede geplante Arbeit am Haus drei Angebote einholen und diese einreichen. Das Land entscheide dann, welches der Projekte bezuschußt werde. Na, das ist erfreulich, oder?

Wir sind in der kommenden Woche für vier Tage dort, dann sucht der Prinz nach passenden Unternehmen für Kostenvoranschläge. (Die Zuschüsse gelten nur für Außen-Verschönerungen.)

Ich selbst werde wohl die meiste Zeit lesend an meinem Lieblingsplatz verbringen.

Das ist der „eckige Erker“, den man vorne sieht:

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Beckmanns, die Vorbesitzer, hatten ihn zur Eßecke gemacht. So sieht er von innen aus:

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gemütlich, nicht wahr? Ich liebe das Licht in diesem Raum!

Und hier sieht man ein Stück der Einfahrt und warum sie dringend gepflastert werden sollte (sie besteht aus Bruchstücken von Waschbetonplatten):

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Für mich ein Horror zu laufen und für Olli den Rolli gräßlich zu fahren!

Der Durchgang links hinten führt in den Garten. Das kleine Tor hat der Prinz angebracht, damit der kleine Herr Hund nicht auf die Straße läuft, wenn er im Garten ist.

Die Dächer gehen ineinander über, weil zwei Brüder die Häuser gebaut haben und damals nicht genug Bauplatz war (sagt Herta).

Hier mal ein Blick in den Garten:

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Iiirgendwo in der  Mitte verläuft die Grenze zu Hertas Garten. Links vorn am Rand der Wiese steht der Apfelbaum, der uns die 57  Kilo Äpfel geschenkt hat ❤ . Der Garten rechts gehört zwei Frauen, die zwei Hündinnen haben( Mixe, aber dem kleinen Herrn Sonntag reicht Hertas Bella völlig aus 😉 )
So, jetzt durfte ich euch uns lüttje Huus mal etwas näher vorstellen. Wenn jemand von euch in der Gegend lebt und auf einen Tee vorbei schauen möchte – gerne! Wir freuen uns!

 

Lüttje Huus: update

Hey Ihr Lieben, hier ein update der „Akte Lüttje Huus“ 😀

Am vergangenen Samstag war die Schlüsselübergabe für „uns lüttje Huus“. Der Prinz hatte mit den Eigentümern, dem Ehepaar Beckmann (so nenne ich sie hier ) vereinbart, dass wir gegen 15 Uhr am Huus sein wollten. Das klappte auch gut. Beckmanns begrüßten uns sehr herzlich (nette Leute!) und führten uns gründlich durchs Haus, um zu erklären, wo sie zum Beispiel wann was renoviert hatten und wo es Besonderheiten zu beachten gibt. Herr Beckmann ist ein leidenschaftlicher und sehr guter und geschickter Heimwerker; wir konnten nur staunen, was er alles selbst gemacht hat, und wie gut und sauber! Beckmanns erwähnten auch die liebenswerte Nachbarin, die uns schon so nett empfangen hatte. „Herta schaut immer mal nach dem Haus, wir hatten ihr Schlüssel gegeben“, erklärte Frau Beckmann. „Sie können ja selbst entscheiden, ob Sie das beibehalten möchten.“ Der kleine Herr Sonntag tat die ganze Zeit das, was er immer tut, wenn wir mit anderen Leuten reden: er bellte. Eifersucht und Ungeduld, eine nervige Mischung! Daran müssen wir dringend arbeiten. (Hat jemand einen Tipp für uns?) Ich fragte Beckmanns, ob sie traurig oder wehmütig wegen des Verkaufs seien (sie hatten das Haus 16 Jahre lang gehabt), aber sie verneinten und sagten, die Jahre mit dem Huus seien schön gewesen, aber es sei jetzt Zeit, mit diesem Kapitel abzuschließen, und es fühle sich für sie gut an. Als sie sich nach einem herzlichen Abschied auf den Heimweg gemacht hatten, saßen wir erst einmal nur fassungslos im Wohnzimmer und versuchten zu begreifen, daß dieses Haus jetzt tatsächlich unser Haus ist. Der Prinz hatte vorausgeplant und heimlich eine Flasche meines Lieblingssektes mitgenommen: Freixenet carta rosado. Wir stießen an und freuten uns wie dolle. Der kleine Herr Sonntag inspizierte den Garten, und da er unsere Freude spürte, flitzte er ausgelassen im Zickzack über die Wiese und warf sich stürmisch dem Prinzen in die Arme. ❤ Herta, die zu dieser Zeit noch“Frau B.“ für uns war, kam herüber, um uns zu gratulieren und uns willkommen zu heißen. Sie hat eine süße, fröhliche Jack-Russell-Hündin namens Bella, mit der unser Bärchen sich prima versteht. Bella ist rund wie ein Fußball und der lebende Beweis dafür, daß Jack Russells nicht in Rentnerhände gehören 😉 Wir saßen zu dritt gemütlich auf der Terrasse und redeten. So erfuhren wir, daß wir die Äpfel unserer beiden Apfelbäume zu Mosterei bringen könnten, die gleich im Dorf ist. Der Prinz war immer noch mit dem Rasenmäher-Thema beschäftigt. Herr Beckmann hatte ihm zu einem Benzinmäher geraten. Frau B. schien eher um saubere Schnittkanten des Grases um die steinernen Trittplatten in der Wiese herum besorgt. 😉

Der Prinz machte sich auf die Jagd nach einem Mäher. Dabei entdeckte er im Nachbarort Pewsum das Männerparadies: den Raiffeisen-Landhandel! 😀 Der sehr freundliche und erfahrene Verkäufer dort empfahl dem Prinzen eine benzinbetriebene Motorsense, die er ihm mit einem dicken Rabatt überließ. Zu Hause (wir hatten sehr schnell das „Zuhause“-Gefühl im Lüttje Huus) legte der Prinz sofort los, merkte aber bald, daß das Gerät zwar voll geil, aber auch sehr laut und schwer ist und daß er damit auf keinen Fall die ganze Wiese würde kürzen können. Tja, und da stellte sich im Gespräch mit Frau B. heraus, daß unser neues kleines Heimatdörfchen tatsächlich einen Baumarkt hat! Klein, aber hey – Baumarkt!! Klar, daß der Prinz den unbedingt sofort aufsuchen mußte. Eine Stunde später zog er glücklich mit einem neuen Spielzeug Benzinmäher seine Bahnen über die Wiese 😀 😀

Danach holte er 57 Kilo (!) Äpfel von den beiden Bäumen und brachte sie zur Mosterei. Dort erhielt er dafür 47 Gutscheine, mit denen er Mostflaschen zum halben Preis bekommt. Der Most ist also Direktsaft und man bekommt ihn klar oder naturtrüb und beides ist unfaßbar köstlich.

Ja, und dann gab es die erste Abend-Gassirunde mit dem Bärchen. Inzwischen hatten so ziemlich alle 180 Einwohner mitbekommen, daß Beckmanns das Haus an die neuen Eigentümer übergeben hatten und waren gespannt auf uns. Es ist ja so, daß die Friesen sehr fröhliche, herzliche und offene Menschen sind (wenn auch das Klischee vom maulfaulen Norddeutschen das Gegenteil sagt – das ist falsch!). Alle Dorfleute, denen wir begegneten, grüßten mit einem freundlichen „Moin!“, manche fragten auch: „Sie sind die neuen Nachbarn, nech?“, und wenn wir das bestätigten, „hieß es oft:“Das ist ja schön – willkommen in Woquard/ in der Nachbarschaft!“ Manche fragten noch ein bißchen zum Haus und ob es uns in Woquard denn gefiele. „Hast du gemerkt“, fragte der Prinz später, „Selbst die, die gar nicht soo nah bei uns wohnen, betrachten sich als unsere Nachbarn.“

Das stimmt – und ich habe das deutliche (und gute) Gefühl, daß wir den Leuten in Woquard trauen können, daß uns da niemand freundlich begrüßt, um uns dann später die Messer in den Rücken zu rammen, wie wir es hier, in unserem Wormser Dorf, erlebt haben.

Das beste Erlebnis der Woche bescherte uns aber unser geliebter Knutschköter! Zwischen unserem und Frau B.s Grundstück verläuft kein Zaun, sie weiß, wo die Grenze läuft und hat uns das, als wir uns kennenlernten, gezeigt (auch die beiden Apfelbäume, die uns gehören 😉 )

Die Friesen grenzen Grundstücke oft durch Entwässerungsgräben ab. Je nach Größe heißen diese Gräben „Tief“, „Düker“ oder „Schloot“. So einen Schloot hat Frau B. in ihrem Garten, zum nächsten Nachbarn hin (das ist der Herr W.). Ich dachte zuerst an einen „Schlot“, also einen Kamin, als sie das Wort zum ersten Mal erwähnte. Daß sich dieser Graben mit „oo“ schreibt, habe ich erst später herausgefunden. Als also Frau B. Ihren „Schlootnachbarn“ erwähnte, schaute ich zum Dach ihres Hauses („Hä?! Das Haus steht einzeln und es hat nur einen Kamin? WTF?!?“) Den Schloot muß man zweimal jährlich reinigen, da darin Pflanzen, Laub und vieles mehr verwesen. Man geht mit einem großen Rechen durch. Das stinkt natürlich, zumal der Boden da oben torfig und moorig ist.

Gegen Ende der Woche saß ich mittags in der Eßecke und arbeitete an meinem aktuellen Projekt, als ich plötzlich den Prinzen schreien und rufen hörte:

„[ hier unverständliches und hektisch-panisches Schimpfen einfügen] DO-MI!!!

Gleichzeitig trabte ein erschreckter Herr Sonntag zu mir herein und blieb zitternd dicht bei mir stehen. Er war matschig-naß und stank bestialisch.Jetzt verstand ich auch die Worte des Prinzen: “Paß auf, daß er sich nicht schüttelt – er ist in den Schloot gefallen!“ Das Wasser tropfte an dem kleinen Hund herab. Die Tropfen waren tiefschwarz und glänzten wie das Altöl eines Autos. Sofort kamen mir Erinnerungen an meine Kindheit, an die Emscher, deren Wasser genau so ausgesehen und gerochen hatte (sie soll jetzt renaturiert werden.) Und Beckmanns hatten die Eßecke kürzlich noch frisch tapeziert, mit einer sehr schicken weißen Struktur-Tapete, die wie kunstvoller Verputz wirkt. Wenn der Bär sich da geschüttelt hätte…

Aber der Prinz war schnell da und hakte ihm die Leine ans Brustgeschirr. Auf der Terrasse goß er zwei Eimer mit warmem Seifenwasser über Herrn Sonntag aus. Das schien dem Kleinen gut zu tun. Dann war es sicher, ihn ins Bad mitzunehmen. Der Prinz stellte ihn in die Duschkabine und brauste ihn erstmal warm ab. Unser kleiner Wuwu, der Wasser eigentlich haßt und sich bei Regen weigert, rauszugehen, schien die Wärme zu genießen und hielt sogar freiwillig sein Gesicht in den warmen Brausestrahl. Da wir kein Hundeshampoo parat hatten, schäumte der Prinz ihn mit Menschen-Duschgel ein (Aloe Vera) 😀 Das gefiel der empfindlichen Hundenase noch weniger als der Schloot-Gestank, er spürte aber, daß sein geliebtes Herrchen jetzt zunehmend entspannter wurde, also hielt er durch ❤ Da das Bärchen ein sehr kurzes Fell hat, war er schnell wieder sauber. Als nur noch klares Wasser aus des Bärchens Fell rann, holte der Prinz ihn heraus und frottierte ihn gründlich ab. (Praktischerweise hatte er kurz vorher für eventuelle spätere Gäste dunkel-anthrazitfarbene Handtücher besorgt, die jetzt wie gerufen kamen. Der Bär ließ sich das kräftige Abrubbeln mit wohligem Grunzen gefallen 😀

Draußen schien noch die Sonne, so nahm der Prinz ihn mit in den Garten, wo er ihm sein Bällchen warf. Durch das Herumrennen in der Sonne wurde das Bärchen schnell warm und trocken. Er war sooo erleichtert, daß er sein Abenteuer gut überstanden hatte! Wir konnten und können im Nachhinein natürlich gut darüber lachen. Der Prinz erzählte mir, was passiert war: Herr W. hatte eine schiefe Planke über den Schloot gelegt, um leichter rüber kommen zu können. Der Prinz wollte sich ihm vorstellen und ging hinüber. Mitten im Gespräch platschte es hinter ihm – der Prinz drehte sich um und sah das Bärchen im Wasser paddeln. Der Bär schaffte es nicht, an der rutschigen und glitschigen Böschung Fuß zu fassen, er fiel immer wieder ins kalte Wasser zurück. Der Prinz stemmte sich mit den Füßen fest in die Böschung, packte das Bärchen am Brustgeschirr und zog es heraus. Der Bär schüttelte sich gründlich, um den Gestank loszuwerden und lief schnurstracks Richtung Haus, in die Sicherheit. Das war der Zeitpunkt, als ich von der Eßecke aus das Geschrei des Prinzen hörte 😀

Das war das große Schloot-Abenteuer des keinen Herrn Sonntag – Frau B. und ihr Schlootnachbar, Herr W., lachten sehr, aber es war liebevoll gemeint. In Woquard hat fast jeder mindestens einen Hund, daher sprechen viele Leute das Bärchen freundlich an, wenn wir mit jemandem ins Gespräch kommen.

Dann war der Freitag da und damit unser Pizza- und Rotwein-Abend. Da wir mitbekommen hatten, daß weder Edda noch Tinus jemals Pizza gegessen hatten, luden wir sie ein. Der Prinz besorgte fertigen Pizzateig (schon in Backpapier eingerollt) und belegte ihn lecker. Dazu hatten wir Rotwein. Edda und Tinus schmeckte es prima.

Frau Beckmann hatte uns bei der Übergabe erzählt, daß Frau B. einen Satz Schlüssel zum Haus habe und immer wieder mal nach dem Rechten sehe. Wir fragten sie, ob sie das auch für uns tun könne und wolle. Sie freute sich über unser Vertrauen und sagte gern zu. Am Samstag wolle sie die Schlüssel holen, sagte sie. Sie kam zu einer günstigen Zeit, wir hatten gerade Tee gekocht (in Friesland ist Tee so wichtig wie in England!). So saßen wir gemütlich beieinander und erzählten. Sie fragte noch einmal nach unseren Nachnamen und gab einige Dönekes aus dem Dorfleben zum Besten. So erfuhren wir, daß sie 73 Jahre alt und stellvertretende Küsterin ist (das da oben ist durch und durch“Feindesland“, wie der Prinz gerne witzelt, nämlich alles evangelisch. 😉 ) Den Tee nahm Frau B. zum Anlaß, uns zu verkünden, daß sie uns ab sofort duzen wolle. Seit dem ist sie also „Herta“ für uns, und es tut uns gut, eine ehrliche, gutherzige Nachbarin zu haben, der wir trauen können. (Hier haben wir Wiltrud, die ein wahrer Schatz ist, und die Buchhändlerfreunde, die aber nicht die einzigen tollen Leute hier im Dorf sind.)

Am Sonntagmittag fuhren wir dann wieder zurück – ohne viel Gepäck, weil wir das Meiste unserer Klamotten schon im Lüttje Huus gelassen hatten. Der nächste Trip „rauf“ wird um den 1.November herum sein *freu* – und ebenso mit wenig Gepäck!

Nu geiht dat los!

Hello sweetings,

vorgestern abend führte uns unser Gassi-Weg mit dem kleinen Herrn Sonntag wie immer am Garten unserer Vermieter vorbei. Freudig bellend stürmten Ronja, Emma, Sheila und Smilla, ihre Hundemädels, an den Zaun, um Herrn Sonntag zu begrüßen und sich von uns durch den Zaun knuddeln zu lassen. Marika und Jürgen gesellten sich dazu und wir hatten einen netten Klönschnack über‘n Zaun. Ihr neues Enkelkind ist zuckersüß (obwohl ich mit Babies eigentlich nur wenig anfangen kann). Der Kleine ist hellwach, aufmerksam und sehr „gesprächig“. 😉

Wir erzählten den dreien von unserem lüttje Huus. Sie freuten sich rührend für uns. Der Prinz holte sich bei Jürgen gleich mal Tipps zum Thema Rasenmäher, denn wir haben da oben 600 Quadratmeter Wiese, die regelmäßig Arbeitseinsatz fordern werden. Das Grundstück unserer Vermieter hier ist etwa fünfmal so groß und Jürgen hat einen Aufsitzmäher, von dem er dem Prinzen aber abriet. (Es wird wohl ein Benzinmäher werden, Hauptsache, ich kann ihn ebenfalls bedienen.) Wir boten ihnen natürlich an, das lüttje Huus mal für Ferien zu nutzen, aber das brauchen sie gar nicht, da sie ein Wohnmobil haben (Jürgen hat einen kleineren Bus umgebaut). Der kleine Herr Sonntag bellte die ganze Zeit – er haßt es, wenn wir nur rumstehen und reden, er möchte laufen!

Also, am nächsten Samstag, am 15. September, ist die Schlüsselübergabe in

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dann gehört das lüttje Huus offiziell uns. \o/ Wir bleiben noch einige Tage und Nächte da (obwohl das heißt, hier die Kerwe zu verpassen), um ein Gefühl für das Haus zu bekommen und zu schauen, ob der Alltag reibungslos abläuft oder es irgendwo hakt, weil etwas fehlt. Die Vorbesitzerin hat schon angekündigt, daß sie den Eßtisch und die Stühle dazu nun doch mitnehmen will. Und da wir ja auch irgendwo frühstücken und überhaupt essen möchten, waren wir am letzten Samstag (ja, Samstag! Total beknackt!) bei IKEA, um einen gemütlichen Tisch mit passenden Stühlen zu finden. Das klappte auch prima.Was wieder nicht klappte, war die Beantwortung der Frage, warum so viele Eltern ausgerechnet Samstags mit ihren übermüdeten und völlig überreizten Kleinkindern zu Ikea gehen. Der Prinz hatte mich die ganze Zeit in einem Leih-Rollstuhl durch die Gänge geschoben, da wir vergessen hatten, Olli ins Auto zu packen. Wieder geschoben zu werden, war ein komisches Gefühl für mich, wie früher in der Klinik, mir wurde ein wenig übel, wie im Auto, wenn ich hinten mitfahren muß. Daher war ich nach einer Weile ebenfalls ziemlich müde, so ließen wir uns im Restaurant zu Kaffee und Mandeltorte nieder (Ja, diese eklige Igitt-Mandeltorte von Ikea, schrecklich, oder ? 😉 )

Der Prinz plant, nach der Schlüsselübergabe gleich zum Oldenburger Ikea zu düsen und den Tisch zu besorgen, den wir am letzten Samstag in Mannheim ausgesucht haben. Damit ist ein gemütliches Frühstück am Sonntag gesichert 😀 Dann wollen wir mal rundum bei den Nachbarn klingeln und uns vorstellen. Eine Nachbarin kennen wir schon, Frau B., eine sehr herzliche und fröhliche Rentnerin, die natürlich jeden im Dorf kennt und uns sicher Tipps wird geben können, wenn wir zum Beispiel mal einen Handwerker brauchen (das kann Tinus aber auch.)

Jedenfalls sind wir sehr gespannt, wie sich ein normaler Alltag im lüttje Huus anfühlen wird (ein bißchen aufgeregt sind wir schon…) Jürgen ist wie immer der Wächter über das Haus und die Futterschüsseln unserer Chefin und der Pippse 😀 Ich berichte dann, sobald wir zurück sind 😀