Unfreiwillige Rückkehr

*Grummel*

Unwillig wie immer, ihr Lieben, haben wir uns schon vor einer Woche vom lüttje Huus getrennt und sind am letzten Dienstag um drei Uhr morgens hier in Worms eingetroffen, nach einer sehr langen und nervigen Fahrt (Baustellen und überbreite Schwertransporte mit 60 km/h). Hier ein kleines recap unserer halben Woche im friesischen Heimatdörfchen:

Tag 1 – Mittwoch

Unfaßbar, es ist tatsächlich warm und sonnig hier! Wir kamen Dienstag Nacht nach einer nervigen Fahrt um 0.30 h an. Der Mausebär flitzte vor Freude durchs Haus, sprang begeistert an uns hoch und wollte vor lauter Freude sofort „Tu so, als wolltest du mir meinen Ball wegnehmen!“ spielen. Es gab aber erst noch einiges für uns zu tun.Wir hatten beim letzten Mal, bevor wir wegfuhren, alle unsere persönlichen Sachen weggeräumt, da kurz darauf die Prinzentochter mit ihrem Lebensgefährten im Lüttje Huus Urlaub machen wollte. Kurz nachdem die beiden die Heimfahrt angetreten hatten (sie waren hellauf begeistert vom Huus, zu unserer Freude), rief Herta an und meldete, die Heizung sei mal wieder ausgefallen. Sie ruft in diesem Fall immer von sich aus den Techniker an, der dieses Mal nur schweigend auf den Schalter zeigte, der auf „Null“ stand. Es stellte sich heraus: Die Prinzentochter hatte gefroren und die Heizung etwas höher gedreht. Bei der Abreise wollte sie sie wieder zurückstellen, hatte aber versehentlich den Knopf auf Null gedreht. Also alles gut, der Techniker lachte nur und ging, ohne eine Rechnung dazulassen. Es dauerte etwas, bis wir unsere Sachen gefunden hatten und im Bett verschwinden konnten – da war es fast drei Uhr morgens. Dafür schlief ich bis um elf! Das ist für mich sehr lange. Herta hatte zwei Tage vor unserer Abfahrt noch angerufen und dem Prinzen Bescheid gegeben, daß sie am Mittwoch früh nach Emden ins Krankenhaus müsse. Sie bekommt ein neues Kniegelenk. Die Operation war gestern (Dienstag) und wir hoffen, daß es ihr gut geht. Aber eines ihrer Kinder, Hinrich, Werner oder ihre Tochter Gesa, wird uns sicher schnell Bescheid geben. Gesa nimmt auch Bella, Hertas süße dicke Jack-Russell-Hündin, solange in Obhut. Außerdem, sagte Herta, habe sie für uns gekocht und das Essen ins Gefrierfach des Kühlschrankes gestellt.Wir schauten nach und fanden einen köstlichen Eintopf aus pulled pork (oder beef), Kartoffeln und Möhren. Wunderbar!

Der Prinz stürzte sich gleich mit Wonne auf den Rasenmäher und mähte den Grünstreifen zwischen Hertas und unserer Einfahrt. (Im Garten mähte er auch, sehr ungern, denn er hätte gern eine Wiese mit ein paar bunten Blüten drin, aber Herta kriegt bei dem bloßen Gedanken schon die Krise :)). Da Hinrich bei uns mitgemäht hatte, mähte der Prinz nun auch gleich Hertas Rasen mit.

Abends waren wir wie immer bei Edda und Tinus eingeladen, und es gab eine riesige Überraschung: ganz beiläufig erwähnte Tinus in einem Nebensatz, daß er und Edda geheiratet hatten! Schon vor sechs Wochen, im April! Sie hatten es spontan und klammheimlich getan. Für beide ist es die zweite Ehe – miteinander. Ja, genau, die beiden waren früher schon einmal miteinander verheiratet, aber nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Sonja zog Edda, das Stadtkind, mit der Kleinen nach Oldenburg, weil das Leben auf dem ostfriesischen platten Land ihr einfach nicht lag. In Oldenburg kaufte sie eine ehemalige Hufschmiede und startete ihre eigene Schmiede. Hilfreich war ihr dabei, daß sie die erste Schmiedemeisterin Deutschlands und deswegen ein wenig bekannt war ( 1968 war ihr Berufsabschluß noch eine kleine Sensation und sie tauchte öfter in der Presse auf.) Mit ihrem geschiedenen Mann Tinus blieb sie freundschaftlich verbunden. Vor allem achtete sie sehr darauf, daß ihre Tochter einen guten Kontakt zum Vater hielt (!!!). Geburtstage, Abiturball – Tinus war überall dabei. Das war Edda wichtig(!) . Vor sieben Jahren nun wurden die beiden Großeltern einer Enkeltochter. Edda war glücklich und Tinus platzte vor Stolz. Ein weiteres Mädchen folgte schnell und da Sonja inzwischen mit dem Studium fertig war und als Lehrerin arbeitete, übernahm Tinus mit Wonne jederzeit die beiden Mädchen, wenn deren Eltern einmal Freizeit brauchten. Meist lud er Edda dazu ein, denn die Enkelkinder verbrachten natürlich viel Zeit auf Opas Bauernhof. Mit der Zeit kam Edda immer häufiger auf den ihr früher so verhaßten Hof, zumal zu den beiden Mädels im letzten Jahr noch ein Junge dazukam, der als zweiten Vornamen den seines Großvaters trägt. (Tinus kriegt sich kaum noch ein mit den Kindern, es ist zu und zu süß mitanzusehen!) Aber als der Kleine zur Welt kam, waren Edda und Tinus längst schon wieder heimlich ein Paar 😀 Mit der häufigen gemeinsam verbrachten Freizeit erwachte auch die alte Liebe langsam wieder, zuerst bei Tinus, dann auch bei (der widerstrebenden) Edda. ( Der Prinz und ich sind uns sicher, daß ganz Woquard schon über die Heirat Bescheid weiß, zumal die beiden von Beginn an ganz ungeniert Hand in Hand durchs Dorf spazieren gingen).

Tag 2 – Donnerstag – Fronleichnam, allerdings kein Feiertag in Niedersachsen. Ich hatte Lust auf Eis, also fuhren wir Richtung Emden. Dort gibt es ein Einkaufszentrum, das DOC (Dollart-Center), Da drin ist auch ein Eiscafé,das sich auf Spaghetti-Eis in vielen Variationen spezialisiert hat. Sie bieten sogar „Spaghetti Amarena“ an. Das mußte ich natürlich probieren, aber die Enttäuschung war groß. Die Amarenakirschen waren qualitativ recht minderwertig und das Eis schmeckte sehr mäßig. Ich bin eben Alessio – verwöhnt! Im dm-Markt kaufte ich mir noch schnell eine “Zuhälter-Sonnenbrille“, also eine mit verspiegelten Gläsern 😉 Leider fiel sie mir bald runter und eines der Gläser löste sich aus dem Rahmen. Doof, denn sie hatte 100-prozentigen UV-Schutz, und das hatte meinen Augen gutgetan. Dafür freute sich das Bärchen unsagbar, als wir so relativ schnell zurück waren. Der Mausebär schien Herta und Bella zu vermissen, und auch wir fanden es doof, daß keine Herta plötzlich „Moin!“ durch den Flur rief und sich mit uns zum Tee am Tisch niederließ. Ich rief Herta auf ihrem Handy an.Sie war recht munter und hatte die OP gut gepackt. Schmerzen, die hatte sie allerdings. „Aber ich bekomme starke Schmerztabletten“, verriet sie mir. Die Operation war am Dienstag gewesen und schon am Freitag hatten ihr die Physios Krücken in die Arme gedrückt und sie hinaus auf den Flur geschickt, zum Laufen! Nun – Hauptsache, das neue Kniegelenk hält und hilft! Wir hatten schon seit einer Weile bemerkt, daß Herta nach längerem Sitzen bei uns nur unter großen Schmerzen und sehr mühsam laufen konnte. Es war wirklich hohe Zeit für ein neues Kniegelenk gewesen.

Tag 3 – Freitag – Unser Haus-und-Garten-Genießer-Tag. Der Prinz mähte Rasen (gleich auch bei Herta mit) und nahm seinen Kampf gegen den Löwenzahn wieder auf, der fast die gesamte Einfahrt okkupiert hatte. Erlaubt ist nur „Rausreißen und Kratzen“ oder Abbrennen, Gift ist verboten (finde ich gut!), erklärte ihm der Verkäufer im Landhandel, des Prinzen persönliches Småland 😀 Der Prinz kaufte sich ein anderes Gerät zum Abbrennen der Pflanzen. Es stinkt genauso scheußlich wie der Flammenwerfer, den ihm Georg von gegenüber empfohlen hatte, aber der Prinz ist zufrieden. Als Nächstes machte er sich an den Windfang vor der Küche. Dort hatte Herr Beckmann die Wände repariert und verputzt. An einigen Stellen sah man noch den grauen nackten Putz, da stürzte sich der Prinz mit Wonne und weißer Fassadenfarbe drauf. Bevor das angekündigte Gewitter loslegen konnte, säte er noch schnell eine Packung Wildblumenwiese in unseren riesigen, aber etwas langweiligen Rasen ein. Der Regen tat dann (hoffentlich) das Seine, um die neuen Samen gut anzusiedeln. Herta wird die Krise kriegen – ihr ist ein adretter deutscher Rasen wichtig, die Bienen sind ihr nicht egal, aber Ordnung im Garten ist wichtiger! 🙂

Tag 4 – Samstag – Onkel-und Tante-Besuchstag!

Am frühen Nachmittag trafen die zwei ein und wir freuten uns wie immer riesig, einander zu sehen. Benno war gespannt auf das Haus. Wir führten die beiden natürlich gerne durch, quatschten gemütlich beim Tee und kamen auf das Thema Essen. Wir schlugen ihnen den leckeren Imbiß nahe dem Pilsumer Leuchtturm vor, bei dem wir schon am Karfreitag nach dem Umbau der Dusche mit meinem Cousin Mike und seiner Familie so lecker gegessen hatten. Der Prinz fand mit Tante Googles Hilfe heraus: Der Imbiß schließt um 17.00 Uhr. Wir trafen um 16.30 ein. Der Prinz bestellte für sein hungriges Weib Fritten, bekam aber die patzige Antwort: „Die Friteuse ist schon aus.“ Ich fragte nach einer Bratwurst. Wütender Blick. “Der Grill ist auch schon aus. Wir sind beim Feierabend machen.“ Na klasse, dachte ich, deutsche Liebenswürdigkeit – Vorsicht Kunde! Als ich mich abwandte, fiel der Besitzerin offenbar auf, daß sie sich gerade vier Kunden vergraulte. Widerwillig sagte sie, sie habe noch vier Brötchen da, die sie uns belegen könne. Auf die Frage nach dem Belag sagte sie: “Matjes, Bückling, Kotz und Würg*) (* Kotz und Würg waren zwei weitere rohe Fische, deren Namen ich vergessen habe – wie, bitte, kann man rohen Fisch essen – dazu noch mit rohen Zwiebeln?! Allein die Vorstellung ist für mich so ekelerregend, daß ich im Strahl meinen Mageninhalt von mir geben möchte!). Die Frau wischte weiter, ohne uns zu beachten. Aber inzwischen hatten die drei anderen eh schon beschlossen, die paar Kilometerchen nach Greetsiel weiterzufahren und dort in der Fischereigenossenschaft zu essen. Das machen der Prinz und ich seit Jahren, es ist ein liebgewordenes Ritual. Denn auf Seelachs und Rotbarsch (die dort sehr gut schmecken) bin ich nicht allergisch, die mag ich gerne und kann sie essen, ohne daß mein Körper heftig und unschön reagiert, um das vermeintliche Gift so schnell und nachdrücklich wie möglich loszuwerden 😉 .Unsere beiden Besucher verabschiedeten sich gleich draußen auf dem Parkplatz von uns, denn sie hatten ja noch einige Urlaubstage in Pilsum vor sich.

Tag 5 – Sonntag – Unseren letzten Tag nutzten wir bewußt zum Erholen und Ruhen im Garten. Dort planten wir noch ein bißchen, wie wir in Zukunft das Gelände gestalten wollen. Als die Sonne sich langsam ans Untergehen machte, schlug der Prinz einen „sundowner“ auf dem Deich vor. Dafür hatte er bereits zwei einfache Alu-Klappstühle besorgt und ins Auto gepackt. Bis ich die Treppe auf den Deich hinauf erklommen hatte, hatte der Prinz die Stühle oben schon aufgestellt und eine Flasche Rotwein geöffnet. Gemütlich saßen wir da oben,schauten zu, wie sich die untergehende Sonne golden im Watt spiegelte und genossen den Roten dazu. Immer wieder blieben Hunde mit ihren Menschen kurz stehen und wechselten ein paar freundliche Worte mit uns. Das wollen wir jetzt immer vor der Abfahrt machen. „Irgendwann, Schatz, müssen wir gar nicht mehr zurück“, sagte der Prinz schwärmerisch. Darauf stießen wir an. Der nächste Urlaub ist schon geplant, da nehmen wir aber etwas Stilechteres mit als sundowner, zum Beispiel eine Flasche Küstennebel 🙂 !

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Turkey (noch nicht)

Hello my darlings,

gestern Nacht sind wir genau um Mitternacht wieder hier im Wormser Dörfchen angekommen (wie immer, nur unter Protest 😉 )Die Autobahnen waren wieder ganz frei und leer, da wir erst um 17.00 h gestartet waren. Das Hörbuch, das uns diesmal begleitete, war Die Entdeckung der Langsamkeit , ein sehr bemerkenswertes Buch von Sten Nadolny, der es auch selbst vorliest. Ich hatte es vor vielen Jahren gelesen und dem Prinzen davon erzählt, also hatte er es von audible in seine cloud geladen. Zudem hatte er einen kleinen Lautsprecher gekauft, der sich via bluetooth mit dem Handy verbindet (oder, wie im Lüttje Huus, mit dem Fernseher. Im Auto verschwindet er halb im Handschuhfach.)

Der kleine Herr Sonntag und ich verschliefen einen Teil der Rückfahrt (leider verpaßte ich so einen Teil des Hörbuches, das mich immer noch begeistert, vor allem wegen der Sprache. Nadolny erzählt so, daß ich alles genau vor mir sehe, er baut so spannende Welten vor dem inneren Auge auf.

Aber deswegen habe ich die Überschrift dieses Beitrags nicht gewählt – der Grund dafür  ist, daß ich beschlossen habe,die kommenden 40 Tage bis Ostern den Süßkram wegzulassen. Dabei habe ich schon so oft erlebt, daß kalter Entzug bei mir nicht funktioniert – ich bin einfach hochgradig zuckersüchtig. Seit gestern bin ich also auf Entzug und warte insgeheim darauf, daß der Turkey kommt (Schwindel und Zittern), aber bisher nimmt mein Körper das noch recht gelassen hin. Der Prinz unterstützt mich, indem er vom Einkaufen nichts Süßes mitbringt (nur Weintrauben, Bananen und gutes Mineralwasser), mit denen ich gut ausgleichen kann, wenn das Zittern kommt). Jaja, der Gedanke an die drei Tafeln weißer Schokolade, die im Lüttje Huus im Kühlschrank liegen, ist jetzt nicht.hilfreich. 😀 Hat jemand von euch vor, zu fasten, und wenn ja, was? Bin neugierig!

 

 

Schon vorbei, viel zu schnell

Schade, my sweetings, nun sind die drei „Zwischendurchtage“ im lüttje Huus schon vorbei, das ging ruck-zuck!

Wir fuhren am 31. (Mittwoch) gegen Mittag los. Wir hatten Herta gebeten, im Erdgeschoß die Heizkörper aufzudrehen. Allerdings fuhren viele Leute über die Feiertage weg, so gab es ab Köln so viele Staus, daß wir erst spät in der Nacht eintrafen (neun besch… Stunden Fahrt! ) und um ein Uhr morgens ins Bett fielen (also der Prinz fiel ins Bett im Obergeschoß, ich auf die Schlafcouch unten im Wohnzimmer, denn die Treppe zum Schlafbereich hinauf ist so sch****, daß ich mir das nicht antue. Zu steil und zu gefährlich, vor allem für nächtliche Klo-Expeditionen! Sobald wir fest dort wohnen, gibt es einen Treppenlift für mich, bis dahin muß das Arrangement noch bleiben. Geht aber ganz gut.) Das ist die Treppe, belegt mit Teppichboden *uaah*

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Die Falltür im Flurboden führt in denKeller (klein, eher ein Vorratskeller). Rechts geht es in die Küche, hinten ins Wohnzimmer. Die Seemannstruhe haben Beckmanns großzügig hier gelassen.

Da Beckmanns bei der Übergabe des Hauses dem Prinzen erklärt hatten, daß der Techniker zweimal im Jahr die Heizungsanlage warten müsse, hatte der Prinz mit dem Techniker einen Termin ausgemacht: Donnerstagmorgen um acht Uhr!Ey! Der Meister war pünktlich und unser kleiner Herr Sonntag sehr aufgeregt. Er versuchte, mich zu wecken. Da ich aber wußte, daß die Jungs im weit genug entfernten Badezimmer bei der Heizung zugange waren, versuchte ich, weiter zu schlafen. Dennoch hörte ich das hektische „tic-tic-tic“ der sonntäglichen Krallen auf dem Laminatboden, das direkt vor mir stoppte. Auch mit geschlossenen Augen wußte ich, daß der kleine Hund vor mir stand und mich drängend anguckte. Da ich aber zu müde war, um zu reagieren, hörte ich nur ein frustriertes „Uffhh“, durch die Lefzen gepustet, und das Ticken der Krallen, als er zum Bad zurück lief. ❤ !

Den Donnerstagvormittag verbrachte der Prinz im Garten, mit einer anderen,kleineren Motorsense. Danach beriet er sich mit dem Nachbarn gegenüber, wie er all die Löwenzahnpflanzen aus den Ritzen zwischen den Bruchsteinplatten der Einfahrt wegschaffen könne, ohne Gift anwenden zu müssen. Der Nachbar riet ihm zum Wegbrennen. Also verbrachte mein Liebster eine Zeitlang in der Einfahrt mit einer Art kleinem Flammenwerfer und brannte die Pflanzen weg. Es stank bestialisch! Der Donnerstag war Reformationstag, also auch da oben Feiertag. Sie feiern übrigens am 11.11. mit Laternenzügen auch den Martin, aber den Luther, nicht „unseren“ heiligen Martinus, den römischen Soldaten, der den christlichen Glauben angenommen und darum hier in Worms den Kriegsdienst quittiert hatte. Sie singen dazu auch ein Martinslied, das Tinus mir vorsang. Es handelt eben nicht vom geteilten Mantel, sondern davon, was für ein guter Christ der Martin Luther war. (Daß er ein hitziger Judenhasser war, erwähnt niemand.) 😉 Nu, chacun à son gout, wie der Alte Fritz sagte, jeder nach seinem Geschmack. 😉

Den Freitag verbrachten wir mit Edda und Tinus, bei Tee, Kuchen und langen Gesprächen. Am Samstag machten wir etwas Ordnung, weil wir am Sonntag ja zurück mußten. Wir entschieden dabei, welche Kleidungsstücke „oben“ bleiben sollen (wir beginnen schon mit der Aufteilung unseres Haushaltes 😉 )

Mit der Rückfahrt am Sonntag hatten wir Glück – kein Stau. Lustiges Erlebnis am Rande: Herta hatte ja gewußt, daß wir über die Feiertage kommen wollten. Das bedeutete, daß wohl auch alle 180 Einwohner Woquards das wußten 😀 Bei der Abfahrt sagte der Prinz zu mir: „geh schonmal vor zu Hertas Einfahrt und warte auf mich, ich ziehe das Auto vor und lade dich ein.“ Als ich also schön am Straßenrand stand, kam ein Paar vorbei. Ich hatte die Leute noch nie gesehen, aber sie waren freundlich und nett wie alle da oben, wir grüßten uns mit „Moin!“, und der Mann fragte ohne Umschweife: “Fahren Sie jetzt wieder zurück?“

„Naja“, sagte ich, „Unter Protest.“ Sie lachten.

Gestern rief Herta übrigens an: Die Heizung ist ausgefallen. Sie hat von sich aus den Techniker angerufen. Wir haben wirklich Glück, daß Herta für uns so gut auf das lüttje Huus aufpaßt.

Übrigens: Die Dusche muß heruntergelassen werden. Der Einstieg ist viel zu hoch, da komme ich nur mit der Hilfe des Prinzen rein und raus. Und mit viel Panik. Das linke Bein spielt da nicht mit, geht in die Spastik und verweigert jede Zusammenarbeit.

So sieht die Dusche aus (linke Wand):

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Ich habe zwei junge Männer in der Familie, die das eventuell machen können. Ich werde sie fragen.

Off we go, then

Nach Woquard, ins lüttje Huus. Am Sonntag sind wir zurück, darlings. Haus und Katzen sind wie immer in den fürsorglichen Händen unseres großartigen Vermieters. Herta hat in Woquard bereits die Heizung hochgefahren, der Engel. Sie erzählte mir am Telefon, dass dort die Sonne scheine.

„Oh, und kalt ist es, oder?“ fragte ich.

„Nein!“ sagte sie erstaunt. „Es sind zehn Grad plus!“

Na dann. 😀 😀 😀

Wir haben nur ganz wenig gepackt, weil vieles bereits im lüttje Huus ist.

Bis dann, macht’s gut, Ihr Lieben! Habt ein gemütliches langes Wochenende! *winkt*

Neues vom lüttje Huus

Bei unserem letzten Aufenthalt im lüttje Huus, ihr Lieben, hatte der Prinz unserer tollen Nachbarin Herta erzählt, dass er die Fassade des Huusje gern mit Dämmputz versehen, die Farbe auffrischen und die Einfahrt pflastern lassen wolle. Zudem brauchen wir einen Zaun zur Straße hin, wegen des kleinen Herrn Sonntag. ( Daß eine 30-Kmh-Zone für Tiere kein Schutz vor dem Tod durch Autos ist, haben wir ja hier schon 2007 erfahren, als so ein Super-Arsch unsere Missy totgefahren hatte.)

Herta erklärte dem Prinzen, daß das Land Niedersachsen für solche Projekte finanzielle Zuschüsse gibt (wenn das betreffende Haus als „dorfprägend“ gilt) und schrieb ihm den Namen und die Telefonnummer des zuständigen Sachbearbeiters auf. Dieser sitzt witzigerweise in Oldenburg 😀 . Er gab die Adresse bei Google maps ein und sah sich das Haus an. „Ja, das Haus ist auf jeden Fall dorfprägend“, sagte er. Der Prinz solle bitte für jede geplante Arbeit am Haus drei Angebote einholen und diese einreichen. Das Land entscheide dann, welches der Projekte bezuschußt werde. Na, das ist erfreulich, oder?

Wir sind in der kommenden Woche für vier Tage dort, dann sucht der Prinz nach passenden Unternehmen für Kostenvoranschläge. (Die Zuschüsse gelten nur für Außen-Verschönerungen.)

Ich selbst werde wohl die meiste Zeit lesend an meinem Lieblingsplatz verbringen.

Das ist der „eckige Erker“, den man vorne sieht:

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Beckmanns, die Vorbesitzer, hatten ihn zur Eßecke gemacht. So sieht er von innen aus:

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gemütlich, nicht wahr? Ich liebe das Licht in diesem Raum!

Und hier sieht man ein Stück der Einfahrt und warum sie dringend gepflastert werden sollte (sie besteht aus Bruchstücken von Waschbetonplatten):

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Für mich ein Horror zu laufen und für Olli den Rolli gräßlich zu fahren!

Der Durchgang links hinten führt in den Garten. Das kleine Tor hat der Prinz angebracht, damit der kleine Herr Hund nicht auf die Straße läuft, wenn er im Garten ist.

Die Dächer gehen ineinander über, weil zwei Brüder die Häuser gebaut haben und damals nicht genug Bauplatz war (sagt Herta).

Hier mal ein Blick in den Garten:

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Iiirgendwo in der  Mitte verläuft die Grenze zu Hertas Garten. Links vorn am Rand der Wiese steht der Apfelbaum, der uns die 57  Kilo Äpfel geschenkt hat ❤ . Der Garten rechts gehört zwei Frauen, die zwei Hündinnen haben( Mixe, aber dem kleinen Herrn Sonntag reicht Hertas Bella völlig aus 😉 )
So, jetzt durfte ich euch uns lüttje Huus mal etwas näher vorstellen. Wenn jemand von euch in der Gegend lebt und auf einen Tee vorbei schauen möchte – gerne! Wir freuen uns!

 

Lüttje Huus: update

Hey Ihr Lieben, hier ein update der „Akte Lüttje Huus“ 😀

Am vergangenen Samstag war die Schlüsselübergabe für „uns lüttje Huus“. Der Prinz hatte mit den Eigentümern, dem Ehepaar Beckmann (so nenne ich sie hier ) vereinbart, dass wir gegen 15 Uhr am Huus sein wollten. Das klappte auch gut. Beckmanns begrüßten uns sehr herzlich (nette Leute!) und führten uns gründlich durchs Haus, um zu erklären, wo sie zum Beispiel wann was renoviert hatten und wo es Besonderheiten zu beachten gibt. Herr Beckmann ist ein leidenschaftlicher und sehr guter und geschickter Heimwerker; wir konnten nur staunen, was er alles selbst gemacht hat, und wie gut und sauber! Beckmanns erwähnten auch die liebenswerte Nachbarin, die uns schon so nett empfangen hatte. „Herta schaut immer mal nach dem Haus, wir hatten ihr Schlüssel gegeben“, erklärte Frau Beckmann. „Sie können ja selbst entscheiden, ob Sie das beibehalten möchten.“ Der kleine Herr Sonntag tat die ganze Zeit das, was er immer tut, wenn wir mit anderen Leuten reden: er bellte. Eifersucht und Ungeduld, eine nervige Mischung! Daran müssen wir dringend arbeiten. (Hat jemand einen Tipp für uns?) Ich fragte Beckmanns, ob sie traurig oder wehmütig wegen des Verkaufs seien (sie hatten das Haus 16 Jahre lang gehabt), aber sie verneinten und sagten, die Jahre mit dem Huus seien schön gewesen, aber es sei jetzt Zeit, mit diesem Kapitel abzuschließen, und es fühle sich für sie gut an. Als sie sich nach einem herzlichen Abschied auf den Heimweg gemacht hatten, saßen wir erst einmal nur fassungslos im Wohnzimmer und versuchten zu begreifen, daß dieses Haus jetzt tatsächlich unser Haus ist. Der Prinz hatte vorausgeplant und heimlich eine Flasche meines Lieblingssektes mitgenommen: Freixenet carta rosado. Wir stießen an und freuten uns wie dolle. Der kleine Herr Sonntag inspizierte den Garten, und da er unsere Freude spürte, flitzte er ausgelassen im Zickzack über die Wiese und warf sich stürmisch dem Prinzen in die Arme. ❤ Herta, die zu dieser Zeit noch“Frau B.“ für uns war, kam herüber, um uns zu gratulieren und uns willkommen zu heißen. Sie hat eine süße, fröhliche Jack-Russell-Hündin namens Bella, mit der unser Bärchen sich prima versteht. Bella ist rund wie ein Fußball und der lebende Beweis dafür, daß Jack Russells nicht in Rentnerhände gehören 😉 Wir saßen zu dritt gemütlich auf der Terrasse und redeten. So erfuhren wir, daß wir die Äpfel unserer beiden Apfelbäume zu Mosterei bringen könnten, die gleich im Dorf ist. Der Prinz war immer noch mit dem Rasenmäher-Thema beschäftigt. Herr Beckmann hatte ihm zu einem Benzinmäher geraten. Frau B. schien eher um saubere Schnittkanten des Grases um die steinernen Trittplatten in der Wiese herum besorgt. 😉

Der Prinz machte sich auf die Jagd nach einem Mäher. Dabei entdeckte er im Nachbarort Pewsum das Männerparadies: den Raiffeisen-Landhandel! 😀 Der sehr freundliche und erfahrene Verkäufer dort empfahl dem Prinzen eine benzinbetriebene Motorsense, die er ihm mit einem dicken Rabatt überließ. Zu Hause (wir hatten sehr schnell das „Zuhause“-Gefühl im Lüttje Huus) legte der Prinz sofort los, merkte aber bald, daß das Gerät zwar voll geil, aber auch sehr laut und schwer ist und daß er damit auf keinen Fall die ganze Wiese würde kürzen können. Tja, und da stellte sich im Gespräch mit Frau B. heraus, daß unser neues kleines Heimatdörfchen tatsächlich einen Baumarkt hat! Klein, aber hey – Baumarkt!! Klar, daß der Prinz den unbedingt sofort aufsuchen mußte. Eine Stunde später zog er glücklich mit einem neuen Spielzeug Benzinmäher seine Bahnen über die Wiese 😀 😀

Danach holte er 57 Kilo (!) Äpfel von den beiden Bäumen und brachte sie zur Mosterei. Dort erhielt er dafür 47 Gutscheine, mit denen er Mostflaschen zum halben Preis bekommt. Der Most ist also Direktsaft und man bekommt ihn klar oder naturtrüb und beides ist unfaßbar köstlich.

Ja, und dann gab es die erste Abend-Gassirunde mit dem Bärchen. Inzwischen hatten so ziemlich alle 180 Einwohner mitbekommen, daß Beckmanns das Haus an die neuen Eigentümer übergeben hatten und waren gespannt auf uns. Es ist ja so, daß die Friesen sehr fröhliche, herzliche und offene Menschen sind (wenn auch das Klischee vom maulfaulen Norddeutschen das Gegenteil sagt – das ist falsch!). Alle Dorfleute, denen wir begegneten, grüßten mit einem freundlichen „Moin!“, manche fragten auch: „Sie sind die neuen Nachbarn, nech?“, und wenn wir das bestätigten, „hieß es oft:“Das ist ja schön – willkommen in Woquard/ in der Nachbarschaft!“ Manche fragten noch ein bißchen zum Haus und ob es uns in Woquard denn gefiele. „Hast du gemerkt“, fragte der Prinz später, „Selbst die, die gar nicht soo nah bei uns wohnen, betrachten sich als unsere Nachbarn.“

Das stimmt – und ich habe das deutliche (und gute) Gefühl, daß wir den Leuten in Woquard trauen können, daß uns da niemand freundlich begrüßt, um uns dann später die Messer in den Rücken zu rammen, wie wir es hier, in unserem Wormser Dorf, erlebt haben.

Das beste Erlebnis der Woche bescherte uns aber unser geliebter Knutschköter! Zwischen unserem und Frau B.s Grundstück verläuft kein Zaun, sie weiß, wo die Grenze läuft und hat uns das, als wir uns kennenlernten, gezeigt (auch die beiden Apfelbäume, die uns gehören 😉 )

Die Friesen grenzen Grundstücke oft durch Entwässerungsgräben ab. Je nach Größe heißen diese Gräben „Tief“, „Düker“ oder „Schloot“. So einen Schloot hat Frau B. in ihrem Garten, zum nächsten Nachbarn hin (das ist der Herr W.). Ich dachte zuerst an einen „Schlot“, also einen Kamin, als sie das Wort zum ersten Mal erwähnte. Daß sich dieser Graben mit „oo“ schreibt, habe ich erst später herausgefunden. Als also Frau B. Ihren „Schlootnachbarn“ erwähnte, schaute ich zum Dach ihres Hauses („Hä?! Das Haus steht einzeln und es hat nur einen Kamin? WTF?!?“) Den Schloot muß man zweimal jährlich reinigen, da darin Pflanzen, Laub und vieles mehr verwesen. Man geht mit einem großen Rechen durch. Das stinkt natürlich, zumal der Boden da oben torfig und moorig ist.

Gegen Ende der Woche saß ich mittags in der Eßecke und arbeitete an meinem aktuellen Projekt, als ich plötzlich den Prinzen schreien und rufen hörte:

„[ hier unverständliches und hektisch-panisches Schimpfen einfügen] DO-MI!!!

Gleichzeitig trabte ein erschreckter Herr Sonntag zu mir herein und blieb zitternd dicht bei mir stehen. Er war matschig-naß und stank bestialisch. Jetzt verstand ich auch die Worte des Prinzen: “Paß auf, daß er sich nicht schüttelt – er ist in den Schloot gefallen!“ Das Wasser tropfte an dem kleinen Hund herab. Die Tropfen waren tiefschwarz und glänzten wie das Altöl eines Autos. Sofort kamen mir Erinnerungen an meine Kindheit, an die Emscher, deren Wasser genau so ausgesehen und gerochen hatte (sie soll jetzt renaturiert werden.) Und Beckmanns hatten die Eßecke kürzlich noch frisch tapeziert, mit einer sehr schicken weißen Struktur-Tapete, die wie kunstvoller Verputz wirkt. Wenn der Bär sich da geschüttelt hätte…

Aber der Prinz war schnell da und hakte ihm die Leine ans Brustgeschirr. Auf der Terrasse goß er zwei Eimer mit warmem Seifenwasser über Herrn Sonntag aus. Das schien dem Kleinen gut zu tun. Dann war es sicher, ihn ins Bad mitzunehmen. Der Prinz stellte ihn in die Duschkabine und brauste ihn erstmal warm ab. Unser kleiner Wuwu, der Wasser eigentlich haßt und sich bei Regen weigert, rauszugehen, schien die Wärme zu genießen und hielt sogar freiwillig sein Gesicht in den warmen Brausestrahl. Da wir kein Hundeshampoo parat hatten, schäumte der Prinz ihn mit Menschen-Duschgel ein (Aloe Vera) 😀 Das gefiel der empfindlichen Hundenase noch weniger als der Schloot-Gestank, er spürte aber, daß sein geliebtes Herrchen jetzt zunehmend entspannter wurde, also hielt er durch ❤ Da das Bärchen ein sehr kurzes Fell hat, war er schnell wieder sauber. Als nur noch klares Wasser aus des Bärchens Fell rann, holte der Prinz ihn heraus und frottierte ihn gründlich ab. (Praktischerweise hatte er kurz vorher für eventuelle spätere Gäste dunkel-anthrazitfarbene Handtücher besorgt, die jetzt wie gerufen kamen. Der Bär ließ sich das kräftige Abrubbeln mit wohligem Grunzen gefallen  😀

Draußen schien noch die Sonne, so nahm der Prinz ihn mit in den Garten, wo er ihm sein Bällchen warf. Durch das Herumrennen in der Sonne wurde das Bärchen schnell warm und trocken. Er war sooo erleichtert, daß er sein Abenteuer gut überstanden hatte! Wir konnten und können im Nachhinein natürlich gut darüber lachen. Der Prinz erzählte mir, was passiert war: Herr W. hatte eine schiefe Planke über den Schloot gelegt, um leichter herüber kommen zu können. Der Prinz wollte sich ihm vorstellen und ging hinüber. Mitten im Gespräch platschte es hinter ihm – der Prinz drehte sich um und sah das Bärchen im Wasser paddeln. Der Bär schaffte es nicht, an der rutschigen und glitschigen Böschung Fuß zu fassen, er fiel immer wieder ins kalte Wasser zurück. Der Prinz stemmte sich mit den Füßen fest in die Böschung, packte das Bärchen am Brustgeschirr und zog es heraus. Der Bär schüttelte sich gründlich, um den Gestank loszuwerden und lief schnurstracks Richtung Haus, in die Sicherheit. Das war der Zeitpunkt, als ich von der Eßecke aus das Geschrei des Prinzen hörte 😀

Das war das große Schloot-Abenteuer des keinen Herrn Sonntag – Frau B. und ihr Schlootnachbar, Herr W., lachten sehr, aber es war liebevoll gemeint. In Woquard hat fast jeder mindestens einen Hund, daher sprechen viele Leute das Bärchen freundlich an, wenn wir mit jemandem ins Gespräch kommen.

Dann war der Freitag da und damit unser Pizza- und Rotwein-Abend. Da wir mitbekommen hatten, daß weder Edda noch Tinus jemals Pizza gegessen hatten, luden wir sie ein. Der Prinz besorgte fertigen Pizzateig (schon in Backpapier eingerollt) und belegte ihn lecker. Dazu hatten wir Rotwein. Edda und Tinus schmeckte es prima.

Frau Beckmann hatte uns bei der Übergabe erzählt, daß Frau B. einen Satz Schlüssel zum Haus habe und immer wieder mal nach dem Rechten sehe. Wir fragten sie, ob sie das auch für uns tun könne und wolle. Sie freute sich über unser Vertrauen und sagte gern zu. Am Samstag wolle sie die Schlüssel holen, sagte sie. Sie kam zu einer günstigen Zeit, wir hatten gerade Tee gekocht (in Friesland ist Tee so wichtig wie in England!). So saßen wir gemütlich beieinander und erzählten. Sie fragte noch einmal nach unseren Nachnamen und gab einige Dönekes aus dem Dorfleben zum Besten. So erfuhren wir, daß sie 73 Jahre alt und stellvertretende Küsterin ist (das da oben ist durch und durch“Feindesland“, wie der Prinz gerne witzelt, nämlich alles evangelisch. 😉 ) Den Tee nahm Frau B. zum Anlaß, uns zu verkünden, daß sie uns ab sofort duzen wolle. Seit dem ist sie also „Herta“ für uns, und es tut uns gut, eine ehrliche, gutherzige Nachbarin zu haben, der wir trauen können. (Hier haben wir Wiltrud, die ein wahrer Schatz ist, und die Buchhändlerfreunde, die aber nicht die einzigen tollen Leute hier im Dorf sind.)

Am Sonntagmittag fuhren wir dann wieder zurück – ohne viel Gepäck, weil wir das Meiste unserer Klamotten schon im Lüttje Huus gelassen hatten. Der nächste Trip „rauf“ wird um den 1.November herum sein *freu* – und ebenso mit wenig Gepäck!