Urlaub ohne Hund?! NÄ!

Chrissey vom  Blog Kaya Bordercorgi stellt mal wieder eine Frage an uns Hundeleute:

Urlaub mit oder ohne Hund?

Die (blöde) Frage stammt gar nicht von Chrissey selbst, sie hat sie auf einer anderen Webseite entdeckt. Und genau wie ich versteht sie  die Frage nicht! Ihr Motto zu diesem Punkt ist: „Ohne Kaya – ohne uns!“

Das finde ich völlig richtig, denn auch bei uns heißt es grundsätzlich:

Wer unseren Hund nicht will, kriegt uns auch nicht!

Wir bedauern es inzwischen auch gar nicht mehr, daß die Vermieter unserer früheren Ferienwohnung in Harkebrügge uns wegen Herrn Sonntag nach fast neun Jahren regelmäßiger (und sehr häufiger) Buchung plötzlich ablehnten. Denn in der jetzigen Wohnung in Barßel ist unser Herr Sonntag allerherzlichst willkommen, wie ich ja schon schrub. (Es gibt übrigens Neues da oben, Bericht kommt!)

Wenn wir irgendwo hinfahren und übernachten möchten, schauen wir gezielt nach Übernachtungsmöglichkeiten, bei denen Hunde erlaubt sind. Wenn wir bei meinem Bruder Haushüter machen, nehmen wir Bezüge für die Bettdecken und eigene Laken mit, weil das Bärchen ja im Bett schläft. (Und mein Bruder verspannt schon leicht, wenn der Kleine nur aufs Sofa hopst  😉 )

Flugreisen, zum Beispiel zu den Balearen oder gar zu den Kanaren, haben wir uns erst einmal  komplett abgeschminkt. Denn ab sechs Kilo Gewicht muß ein Hund in den Frachtraum des Flugzeuges. Und obwohl die Fluglinien angeblich neuerdings  die Frachträume beleuchten und heizen, wenn Tiere mitfliegen, kommt das für uns auf gar  keinen Fall in  Frage. Unser Bärchen, mutterseelenallein in einer Box, unter anderen fremden und verängstigten Tieren – nein!!!

Da warten wir lieber noch; und Mallorca wird ja wohl noch eine Weile bestehen. Unser Bärchen wird im August elf Jahre alt. Und obwohl er topfit ist, müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, daß er nicht mehr ewig bei uns sein wird.  (Ich darf gar nicht daran denken.) Aber dann sind wir vermutlich/hoffentlich schon Rentner und können immer noch über einen peinlichen Rentner-Urlaub auf Mallorca nachdenken 😃

Auch die Alternative „Tierpension“ kommt für uns nicht in Frage.  Das Bärchen hat große Verlustängste, das kommt wohl durch die Scheidungssituation seiner Vorbesitzer. Wir haben ihn ja von der Frau übernommen, die mit ihrem neuen Mann am Treffpunkt war. Der Mann schien gar keine Gefühle für den Hund zu haben, er stand während des ganzen Gespräches nur dabei, lächelte höflich und sagte kein Wort. Er sah den Kleinen nicht mal an, streichelte ihn nicht zum Abschied – nichts.

Übrigens hatte die Frau auch ihren zwei Kindern nicht gesagt, daß sie mit dem Hund wegfuhren, um ihn wegzugeben. Sie drückte uns die Leine und einen blauen Müllsack mit seinen Sachen in die Hand und war erleichtert, als wir mit ihm fortfuhren, das konnte ich sehen. Ich werde nie verstehen, wie sie es fertigbrachte, einen Hund, den sie als Welpen bekommen hatte, nach neun Jahren einfach so fortzugeben – einen so durch und durch liebevollen, treuherzigen und loyalen Hund… mir kommen die Tränen bei dem Gedanken.

Dank Bachblüten und unserer Liebe schaffte es der kleine Herr Sonntag schnell, sich bei uns einzuleben. Und da wir seine Geschichte kennen und ihn von Herzen lieben, ist es für uns leichter, uns auf ihn einzustellen. Wir verstehen, warum er weint und heult, wenn der Prinz auch nur zum Tanken mal eben das Auto verläßt. „Auf’s Haus aufpassen“ – das macht er inzwischen ganz super, wenn wir  ihn mal nicht mitnehmen können, zum Beispiel, wenn ich zum Arzt muß .Aber er bekommt dann ja auch immer ein groooßes Stück Fleischwurst (das Wort kennt er übrigens genau!).

Also, zurück zum Thema: Kein Urlaub ohne unser Bärchen! In einer Tierpension würde er vor Trauer zugrunde gehen. Seit dem Hallamati haben der Prinz und ich sowieso keinen Urlaub mehr  per Flugzeug gemacht (obwohl, wie mir ein Bekannter sagte, Mallorca inzwischen sehr gut auf behinderte Urlauber eingestellt sein soll). Wir machen alles per Auto. Oldenburg, Fronkraisch  und Ostfriesland sind ja mit dem Auto super erreichbar. Uns genügt es, und das Bärchen liebt den Bauernhof in Barßel.

Fazit für uns: Kein Urlaub ohne Bärchen! Lieber gar kein Urlaub. Bärchen ist das mehr als wert!

Und wie sieht das bei euch aus?

 

 

 

Frühling. Hach.

my darlings,

gestern war’s schön: nicht nur war es sonnig, blauhimmelig und mild, wir waren auch endlich mal wieder länger gemeinsam mit dem Pufibärchen unterwegs, an der Bach entlang ins Nachbardorf H. (Der Bach, der hier mehrere Dörfer miteinander verbindet und an dem entlang ein sehr schöner Spazier-/Radweg läuft, heißt in der hiesigen Umgangssprache „die“ Bach. Ich habe mir das inzwischen so angewöhnt. (Also nicht wundern, bitte 😉 )

Die Strecke von uns aus rüber nach H. beträgt nur knappe zwei Kilometerchen, man ist also schnell da. Für das Pufibärchen ist das ein Klacks, kaum eines Kackhaufens wert, aber er läuft gern an der Bach entlang. (Ich auch; der Weg ist glatt und für den Rolli super geeignet – leider auch für die aggressiven Mountainbiker, die eine Warnung für unter ihrer Würde halten und die meist sehr plötzlich und sehr dicht von hinten an uns vorbeischießen, ohne ein Wort. Arschlöcher.) Der Weg ist bei allen Hundehaltern der Umgebung Standard, so hat das Bärchen viel zu schnuppern. Zudem ist die Bach, die tiefer liegt als der Weg, eingesäumt von Wildwuchs: Gras, Ruderalpflanzen, Büsche, Bäume. Dort gibt es also auch viel Kleingetier wie Mäuse, Kaninchen, Frösche und mehr, das riecht alles natürlich sehr spannend. Da hat das Bärchen eine Menge zu tun (und wir müssen höllisch aufpassen, daß er sich nicht in toten Mäusen oder Fröschen wälzt!) H. ist, wie alle Dörfer um uns herum, wesentlich lebendiger als unser Dorf. Es gibt etliche Geschäfte und kleine Unternehmen dort (während wir – immerhin! – eine Metzgerei haben.) In H. gibt es zwei Eiscafés, von denen eines ein Verkaufsstand mit einigen Tischen und Stühlen im Hof ist. Das ist für mich mit dem e-Rolli einfach zu erreichen, deswegen gehen wir meistens dort „fremd“, wenn uns der Weg nach O. zu unseren Freunden Alessio und Esther zu umständlich ist (freue mich schon drauf, dort wieder zu sitzen, sie werden wohl gegen Ende März wieder öffnen). Gestern packte mich unterwegs Lust auf Eis, so freuten wir uns, daß das Eiscafé mit den Tischen im Hof geöffnet war. Sie machen leckeres Eis. So futterte ich mit Freude und Genuß den ersten Amarenabecher des Jahres! Damit ist ganz klar der Winter vorbei! YAY !!!! einself!!!!!

Ein wenig bummelten wir auf dem Rückweg noch durch die Wohngebiete in H. und bei uns. Das war schön: Vögel sangen mit voller Kraft, die Sonne schien warm, in den Vorgärten blühen und duften schon Büsche, Krokusse und Osterglocken, gepflanzt und betüddelt von gut gelaunten Menschen, die uns fröhlich grüßten und ebenfalls glücklich über das tolle Wetter waren.

Frühling. Hach.

Und bei euch so?

 

Sülwesta bei Lakritzens

Diesen wunderbaren Neujahrsgruß des wunderbaren Neil Gaiman hat mir meine wunderbare Berliner Freundin Lotte per WhatsApp geschickt und ich möchte ihn an euch weitergeben:

newyearneil

Danke, Lotti!

Da wir die stupide Ballerei am Jahresende hassen, verbrachten wir die Sülwesta-Nacht bei meinem Bruder im Schwäbischen. Er lebt mit seiner Familie in einer mittelalterlichen Stadt, mitten im historischen Stadtkern. Dort ist Feuerwerk verboten, wegen der denkmalgeschützten Fachwerkhäuser. So hatten wir einen gemütlichen Familienabend und eine recht ruhige Nacht (abgesehen davon, daß die Kinder absolut nicht ins Bett wollten, weil sie dieses Mal die Erlaubnis hatten, bis Mitternacht aufzubleiben). Der kleine Herr Sonntag bekam eine Abendgassi-Runde bei Feuerwerk, denn außerhalb der verbotenen Zone  knallte es wie gewohnt. Herr Sonntag steckte das aber sehr cool weg.

Am Neujahrsmorgen verstand ich plötzlich all die Familientweets, die der Blogger und Buchautor  Christian Hanne sammelt und  jeden Freitag in seinem Blog Familienbetrieb präsentiert – zu meiner großen Freude.

Um acht Uhr nämlich öffnete sich „leise“ die Zimmertür und zwei flüsternde Kinder, die sich sehr laut Mühe gaben, leise zu sein, standen an meinem Bett (Eltern wissen, was ich meine). Die beiden begleiteten mich getreulich zum Klo (was ich dem  kleinen Herrn Sonntag mühsam abgewöhnt habe) und verschwanden dann, um heimlich als Überraschung den Frühstückstisch zu decken. (lieb gemeint und sehr süß, aber laut. 😉 ) Ich resignierte um halb neun, wankte in die Küche  und legte mir eine Kaffeesonde. Nach dem Frühstück beschlossen Brüderchen und der Prinz, 2017 mit einem Neujahrslauf einzuweihen. Prinz und ich packten unseren Kram und alle zusammen fuhren wir zu Elsbeth, der Schwiegermutter meines Bruders, die eine ganz großartige und tolle alte Dame ist. Wir alle haben sie sehr gern. Die beiden Läufer zogen sich dort um und hauten ab in den Wald. Elsbeth schaut seit Jahren im  ZDF regelmäßig das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das ist bei ihr eine feste Institution im Terminkalender. Ich setzte mich zu ihr, um mit ihr zusammen zu schauen. Das Konzert gefiel mir sehr, zumal ich in den Genuß kam, den neuen Dirigenten der Wiener Philharmoniker, Gustavo Dudamel, zu erleben. (@Renata: Hast du’s gesehen???)  Der Junge ist großartig, ich bin begeistert!

Nach der Rückkehr der zwei Sportler machten der Prinz, Herr Sonntag und ich uns auf die Heimreise. Der kleine Herr Sonntag kippte auf dem Rücksitz erst einmal um und pennte fest weg. Er liebt Kinder und hatte die wilde Zeit mit Ihnen genossen. Ich auch, aber es war so verdammt kalt im Schwäbischen! Immerhin kamen wir aus minus vier Grad zurück in ein erträgliches minus eins. Das Haus war muckelig warm, die Katzen hungrig und wir müde.

Damit sind jetzt leider auch die  „Weihnachtsferien“ des Prinzen vorbei. Wir haben die zehn freien Tage miteinander soo sehr genossen!  Nun, dafür freuen wir uns jetzt auf Ostern, denn dann wollen wir wieder nach Norden, ins geliebte „Ollnburch“. Da wir mit Hund ja nicht mehr nach Harkebrügge in die bisherige Ferienwohnung dürfen, haben wir in der Nähe von Barßel einen kleinen Bauernhof gefunden, der nicht nur eine ebenerdige Ferienwohnung hat, sondern auch Hunde erlaubt. Das wird klasse. (Wir waren schon einmal dort und haben uns sehr wohl gefühlt.)

Ich wünsche euch ein mit Glück, Freude und Gesundheit angefülltes neues Jahr und einen guten Start in die erste Woche des neuen Jahres!

Frau Lakritze ist glücklich…

… weil der Herr Schokoladenprinz sich ab dem kommenden Donnerstag  den ganzen restlichen Monat freigeräumt hat. Yay!

Wir fahren auch nicht weg, sondern bleiben in Ruhe hier, wie wir das im letzten Sommer  getan haben, denn das war wirklich sehr entspannend. Kein Kofferpack-Streß, keine mehrstündige Fahrt. Trotzdem können wir jeden Morgen miteinander frühstücken (Luxus-Zeit für uns), können „smoochie-smoochie-time“ einlegen, wann immer wir wollen, morgens dekadent ausschlafen  und spontane Trips in die Pfalz oder ins Frongssösische machen. Herrlich. Praktisch genau wie ein normaler Urlaub.

Außerdem: Ich freue mich riesig, weil wir mal wieder andere Blogger-Leute treffen werden: am 16. August ist ein Besuch bei Petra vom Voller Worte-Blog und ihren Junioren geplant. Petra und ihre beiden Junioren möchte ich schon seit einer Ewigkeit kennenlernen.

Jaahaa – und am 20. Augustus ist dann ein Besuch bei Paxianer (vom Paxianer-Blog) in Augsburg dran!  *hibbel*

Moment mal, Augsburg… *grübel*… da war doch was…? werden sich jetzt vielleicht einige von euch fragen.

Na klar!

Die Puppenkiste!

Man kann dort sowohl eine Vorstellung anschauen als auch das Museum besuchen.

Das Museum ist für mich interessanter, ich möchte das Urmeli mal „in echt“ sehen. Und unser kleiner Herr Sonntag darf mit rein, angeleint und unter Aufsicht, schrieb mir das Urmel auf meine Anfrage. Doch, wenn man über das Kontaktformular  Fragen an die Puppenkiste stellt, antwortet das Urmel! Finde ich toll!

Weiterhin ist Augsburg ja berühmt für die Fugger und die nach ihnen benannte Fuggerei. Die habe ich zwar 1997 schon mal besucht, aber da war ich mit dem Ex-Gatten unterwegs, und diese Erinnerung darf gerne mit einer freundlicheren überdeckt werden. Und auf Paxianer freue ich mich  wie Bolle 😀

 

Wissembourg!

In den letzten Freitagsfüllern hatte ich erwähnt, dass ich am Wochenende ganz gern ins Französische rüberfahren würde, und das haben wir am Samstag auch getan. Wir hatten große Lust, mal wieder in dem hinreißenden Städtchen Wissembourg herumzubummeln, das wir im Laufe der letzten Zeit sehr liebgewonnen haben. Am Beginn und Ende der Hauptstraße, die als Fußgängerzone gestaltet ist, standen rot-weiße Absperrungen so eng zusammen, daß immer nur eine Person hindurchpaßte. Diese Person mußte zudem an je zwei Sicherheitsmännern vorbei, die alle mitgebrachten Taschen durchsuchten. „Ah“, sagte der Prinz, „Nizza wirkt nach…“ Ich hänge meine Taschen immer einfach hinter dem Sitz über die Griffe des Rollis, und jetzt drehte ich den Rolli so, daß der Sicherheitsmann an die Taschen und das Netz herankonnte. Wollte er aber gar nicht. Scheinbar ging er davon aus, daß eine Frau, die im Rollstuhl sitzt, keine Bombe bei sich hat, die sie in der Menschenmenge zündet. (Herrn Sonntags Liegekissen zählt ja wohl nicht : – ))

Entlang der Straße waren Verkaufsstände mit den unterschiedlichsten Angeboten aufgebaut; wie Kleidung, Modeschmuck, Haushaltskram… Bei einem sehr netten Afrikaner erstand ich eine kleine Umhängetasche aus Stoff in A5-Größe, die aus fünf Reißverschlußfächern besteht. Vorne drauf prangt… die Union Flag, natürlich 😀

Am Schluß des Parcours gab es einen Stand mit Gebäck – yay! Ihr kennt doch sicher „ pain au chocolat“ – diese kleinen Brötchen aus leicht fettigem Teig, mit Schokoladenstückchen drin? Nun, aus diesem Teig hatten sie Gebäckschnecken gedreht, die es für einen Euro gab. Ich schlug sofort zu. Köst-lich! Ich fragte den Verkäufer, wie die Dinger auf Französisch hießen. Ganz einfach: escargots du pain au chocolat“!

„Aach klar!“ sagte ich in einem plötzlichen „light bulb moment“, „escargot = Schnecke!“ und machte mit dem Zeigefinger die passende Kreiselbewegung dazu. Der Verkäufer lachte. “Oui, Madame – Schnecke!“ sagte er. (Im Elsass sprechen viele Leute Deutsch, der elsässische Dialekt ist sehr liebenswert anzuhören). Inzwischen habe ich auch jegliche Scheu verloren, was meine leider mangelhaften französischen Schulsprachkenntnisse angeht – ich frage die Leute gnadenlos aus, wie etwas auf Französisch heißt oder wie man ein Wort richtig ausspricht. Die Reaktion ist überwiegend sehr nett und hilfsbereit, so daß mein restliches Schulfranzösisch sich inzwischen sehr gebessert hat.

Auf der Suche nach einem Kaffee wollten wir unserem Herrn Sonntag einen Trip ins Grüne gönnen. Wissembourg ist eine alte Stadt, die noch mit den früheren Wehrmauern umgeben ist (die heißen auf Französisch „remparts“ und im Englischen „ramparts“. Faszinierend, oder?! Da kommen die alten anglo-normannischen Zeiten dieser beiden Sprachen durch –so etwas kann mich stundenlang begeistern und faszinieren! Diese remparts sind heute von einem Grüngürtel in Form eines Parks umgeben, durch den ein Bach fließt. Die Wege im Park sind glatt und prima Rolli-geeignet. Der kleine Herr Sonntag hatte viele pee-mails französischer  Hunde zu lesen und einen Höllenspaß dabei.

Am gewohnten Platz im Park stand wie immer der Verkaufswagen von Monsieur Jacques, in dem dieser  herrliche Crêpes zubereitet. Da es sehr warm war, ließen wir uns recht dankbar im Schatten der Bäume an einem der Tischchen nieder. Ich bestellte eine Crêpe mit Kastaniencreme ( Monsieur Jacques‘ Frau macht die Creme selbst), der Prinz eine mit Orangenmarmelade. Le petit  Monsieur Dimanche, wie wir unseren Herrn Hund in Fronkraisch immer nennen, legte sich erstaunlich brav auf sein neues Liegekissen. Der Prinz und ich wurden auch langsam schläfrig (sehr warmes Wetter und viele Eindrücke), so machten wir uns auf den Rückweg. Der Prinz bestand auf seinem  üblichen Supermarkt-Stop am Ortsrand, wo er eine Baguette und mehrere Töpfchen „Saint Agur Crème“ erstand, das ist ein köstlicher Blauschimmelkäse zum Streichen.

Unser kleiner Mausebär fiel auf seinem Platz auf dem Rücksitz um wie ein Sack Kartoffeln und schlief sofort tief und fest, bis wir zu Hause ankamen. Auf die Abendgassirunde verzichtete er gerne, er wollte nur schlafen und war eher im Bett als ich!  (Wir hatten da noch eine kleinere Diskussion zu dem Thema, wem das Kopfkissen gehört, aber das klärten wir mit einem friedlichen Kompromiß. 😀 )

Prinzengeburtstag 2016 (lang!)

Der Prinzengeburtstag am letzten Donnerstag, my dearies, lief anders, als ich es gedacht und geplant hatte, aber wir hatten dennoch einen wunderschönen Tag, wir drei.

So gern hätte ich den Prinzen nach dem Frühstück mit einem Besuch in einer Kunstsammlung überrascht, denn neben der Fotografie, der Musik und der Juristerei ist die Architektur eine der Leidenschaften des Prinzen. Ich suchte also im Neuland nach einer passenden Kunstausstellung in gut erreichbarer Nähe. Am liebsten wäre mir das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt gewesen, denn in dessen Bistro hätten wir auch schön zu Mittag essen können. Aber: Hunde verboten… Und wer unseren Hund nicht will, kriegt uns auch nicht. Ich verbrachte einige Stunden mit dem Suchen (und Finden) interessanter Architektur-Ausstellungen und -Projekte, aber überall hieß es: Hunde nicht erlaubt – egal, ob Kaiserlautern oder Karlsruhe… Schließlich entschied ich mich für die Kunsthalle Darmstadt, in der ich dem Prinzen einmal eine Einzelführung durch eine Ausstellung von Andreas Feininger geschenkt hatte. (Das war 2009! Vor sieben Jahren! Seht ihr, das ist einer der Gründe, warum ich so gern blogge, diese Möglichkeit des Nochmal-Nachlesen-Könnens, wie beim Tagebuch – denn das ist ein Blog ja eigentlich auch).

Die „Lokäischen“ für das traditionelle Frühstück hatte ich schon seit Wochen ausgeknobelt – ;)) Aber einen Kaffee zum „Festhalten“ brauchten wir vor der Abfahrt doch noch, und den genossen wir zu den Klängen des Soundtracks unseres gemeinsamen Lieblingsfilms, Notting Hill. Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud, die direkt gegenüber wohnt, hatte mir die CD wieder sehr liebevoll verpackt, wie sie das immer tut, wenn ich dem Prinzen etwas schenke, auch an Weihnachten. (Letztes Jahr Weihnachten war es der Soundtrack von „The Hobbit“.) Gerd, ihr Mann, hatte die CD bei mir abgeholt und sie frisch verpackt kurz darauf wieder zurückgebracht. Ja, wir haben bösartige und gehässige Menschen in der Nachbarschaft, aber das gleicht sich aus durch wahre „Schätze“, wie die beiden gegenüber ❤ ❤

Zum Frühstücken bot ich dem Prinzen Speyer oder Mutterstadt an (Mit dem Endziel Darmstadt eine etwas beknackte Wahl, da ewig weit voneinander entfernt, aber mein Orientierungssinn entspricht dem eines Karussellpferdes 😀

Kleiner Einschub: Hier ist die wohl berühmteste Szene aus Notting Hill, untermalt von dem wunderbaren Lied „Ain’t no Sunshine when She’s gone“ von Bill Withers – wir lieben sie! (Achtet auf die schwangere Frau zu Beginn – und am Schluß! Die Szene hat Regisseur Richard Curtis übrigens – laut imdb-Info – an einem einzigen Tag gedreht ; – ))

Der Prinz entschied sich für das Frühstück in Speyer. Als wir losfuhren, regnete es Bindfäden. Wir waren enttäuscht, die Wettervorhersage war aber der Meinung, das solle sich im Laufe des Tages noch erheblich bessern. Als wir in Speyer anlandeten, regnete es noch, aber das wurde besser, während wir im Café Maximilian frühstückten.

Um zu vermeiden, daß unser kleiner Herr Sonntag sich, wie er das gern in Cafés oder Restaurants tut, mit Bellen über die unerwünschte Pause beschwert, hatte der Prinz ihm auf der Fahrt in der Speyrer Fressnapf-Filiale ein puscheliges Liegekissen besorgt, von dem der junge Herr auch sofort sehr angetan war. Er ist ein Kuschelmonster, also liebt er alles, das weich und flauschig ist. Zu unserem größten Erstaunen legte er sich widerspruchslos auf das neue Kissen und blieb still da liegen, unterstützt von winzigen (wirklich ganz winzigen!) Stückchen meiner köstlichen Bratkartoffeln (ich hatte das „Farmer-Frühstück“ : – ) )

Bis zum Ende des Frühstücks hatte sich der Regen fast erledigt. Ich schwöre, daß ich mich nicht erinnere, wer von uns beiden betont beiläufig fragte „Wir sind hier doch ganz nah bei Frau Nigri, oder…?“ 😉

Das waren wir tatsächlich, allerdings nicht ganz so nah, wie ich hoffte, denn der Rolli war im Auto, das der Prinz zwei Häuserblocks weiter geparkt hatte und das Laufen zu Frau Nigri war recht mühsam für mich, obwohl ihre Tiramisù-Torte jede Anstrengung locker wert ist! Sie freute sich auch sehr, uns zu sehen (Sie nennt uns immer „meine Tiramisú-Freunde aus Worms“).

Unser Mausebär blieb wieder kreuzbrav auf seinem neuen Kissen liegen:

nigri

Ich lobte ihn sehr dafür, daß er nicht bellte, und er verstand es offensichtlich, denn er blieb ruhig liegen, ohne zu bellen. „Jaa, guut machst du das“, erklärte ich ihm und streichelte ihn.

Da stand plötzlich eine ältere Dame (Rentnerin) an unserem Tisch und sprach mich an:

“Ja – ich kam hier gerade so vorbei und sah, wie Sie das mit Ihrem Hund machen – ich bin in der Hundeschule von Frau Antoni!“ Aha. Bevor ich ihr erklären konnte, dass wir nicht in Speyer, sondern in Worms lebten und längst  in einer guten Hundeschule angemeldet seien, kramte sie bereits einen Stapel Fotos aus ihrer Handtasche(*aaaargh*), den sie murmelnd („Na, wo isses denn?!“) mehrmals durchblätterte.“Aah, hier!“ triumphierend hielt sie mir das Portrait eines Langhaardackels auf einem Sessel unter die Nase. Ah, hübsch“, sagte ich bemüht höflich. „Nee – nix hübsch“, sagte sie energisch und startete eine längere Beschreibung ihres Hundes, der überall drauf darf (Sofa, Sessel), allerdings brav im Körbchen bleibt, wenn Besuch kommt. Ich nickte und lächelte höflich, denn sie hatte tatsächlich keinerlei Gespür dafür, dass sie gerade mit dem Feingefühl eines Brückenpfeilers in unser altes und ureigenes Tiramisú-Ritual geplatzt war. Aber: bevor ich ihr sagen konnte, dass wir gern allein wären, sagte sie überraschend:“ Ja – ich wollte Ihnen ein Kompliment machen, weil Sie das mit Ihrem Hund hier so wunderbar machen, so liebevoll. Noch einen schönen Tag!“ Und weg war sie. Wir guckten uns verblüfft an und lachten. (Ich hasse es, einfach so von wildfremden Leuten angesprochen zu werden…) Auf Wunsch des Prinzen erzählte ich Frau Nigri nichts von seinem Geburtstag (solange er dabei war . – )). Wie immer, drückte sie uns herzlich zum Abschied und wir düsten nach Darmstadt weiter. Zum Glück gibt es dort direkt vor der Kunsthalle Behindertenparkplätze. Wir erwischten einen davon. Aber: Um in die Kunsthalle zu gelangen, muss man Stufen hinunter, einen kleinen Vorplatz überqueren und auf der anderen Seite, vor dem Eingang, die Stufen wieder hinauf. „Ich geh mal Bescheid sagen“, kündigte der Prinz an. Die junge Frau an der Kasse kam uns bereits entgegen. Sie und der Prinz sprachen eine Weile, ich sah den Prinzen gestikulieren… und da dämmerte es mir: ich hatte völlig verschwitzt, hier anzurufen und zu fragen, ob Herr Sonntag rein dürfe! Wie konnte ich?!?!

Als der Prinz abwinkte und zu mir zurückkam, ahnte ich es schon: Behinderte dürfen netterweise rein, Hunde nicht.

„Also“, sagte der Prinz, „bummeln wir ein bißchen durch die Innenstadt?“ (Auch für ihn kam es nicht in Frage, ohne den Mausebären in die blöde Kunsthalle zu gehen.) Für mich, mit dem Rolli, hätte es einen stufenlosen Seiteneingang gegeben, aber wir hätten die Ausstellung sowieso nicht richtig genießen können ohne unseren großen bösen Kampfhund.

Wir bummelten also durch die Fußgängerzone, die in Darmstadt eine sehr schöne Atmosphäre hat. Die Sonne schien, es war sehr warm, doch in der Stadt gibt es recht viele Brunnen, so daß Herr Sonntag immer zu trinken hatte, obwohl wir seine höchsteigene Trinkflasche im Auto vergessen hatten.

Gaaanz beiläufig fragte der Prinz irgendwann, ob ich nicht Lust auf einen Kaffee hätte – und da ein Latte Macchiato bei mir immer zieht, landeten wir reeeiin zuuufällig im Martinsviertel, im Café Dreiklang. Dorthin hatte mich der Prinz zu meinem Geburtstag im Februar eingeladen, es hatte uns sehr gefallen. Da es zu meiner Verblüffung bereits auf den Abend zuging, hatte ich Hunger und wurde auf der Karte auch gleich fündig: „Cremige Maracuja-Polenta mit gebratenen Pfifferlingen“ stand da. Ich liebe Polenta! Der Prinz bestellte sich – gemäß seiner guten Vorsätze – einen großen Salat. Beim Getränk waren wir uns einig: Rhabarberschorle mit frischer Minze! Das Wetter war so schön, daß wir draußen sitzen konnten, unter den Platanen machte das richtig Freude.

Auf dem Rückweg zum Auto nahmen wir die Strecke durch den Herrngarten (= Schloßgarten). Das machte dem kleinen Herrn Sonntag so richtig viel Spaß! Viele neue Gerüche! Er geht gern mit uns an Orte, die er noch nicht kennt, er ist dann immer voller Entdeckerfreude. Das zeigt sich zum Beispiel an einem dicken Speichelfaden, der ihm dann aus der Schnauze hängt, angeregt durch die vielen neuen Nasen-Eindrücke.

Kurz, als wir wieder am Auto ankamen, war der kleine Hund ordentlich erledigt, er hatte auch etliche Kilometerzurückgelegt auf seinen dünnen Stöckerbeinen ❤

Bereits im Auto auf der Rückfahrt schlief er tief und fest. Zu Hause fiel er in sein Körbchen, umarmte sein neues Kissen und war weg ❤ :

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Trotz der vielen Ausstellungen, die wir nicht anschauen konnten, weil Herr Sonntag nicht hinein durfte, war es, wie immer an unseren Geburtstagen, ein sehr sehr schöner Tag!

Uuuund zum Abschluß hier die grandiose Schlußszene aus Notting Hill, untermalt mit dem wunderschönen Lied „She“, gesungen von Elvis Costello! *sniff*

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen fürs Lesen!

(sich verneigend ab)

Ein schöner Sonntag mit Herrn Sonntag

Da habe ich in den  letzten Freitags-Füllern noch geschrieben, es sei noch kein Sommer, my lovelies, und schon schlägt der Sommer voll zu: am Sonntag war hier ein 33 – Grad-Sonntag!  Herrlich!

Seit einiger Zeit hatten wir schon vor, die Villa Rustica in Wachenheim zu besichtigen, doch beim ersten Versuch, vor drei Wochen, regnete es immer wieder. Vor zwei Wochen starteten wir den zweiten Versuch, der aber eklatant daran scheiterte, daß die Anlage im Ort so unzureichend und verwirrend ausgeschildert ist, daß wir nach über einer halben Stunde des Herumirrens  aufgaben und zurück nach Hause fuhren. Gestern suchten wir auch recht lange, fanden den Ort aber dank des guten Orientierungsvermögens des Prinzen.

Nach der ersten langen vergeblichen Suche schrieb ich den Verein an, der sich um den Erhalt der Stätte kümmert, und machte höflich (doch, das kann ich auch! *grins*) auf die fehlende Beschilderung im Ort aufmerksam. Jetzt, nach einer Woche ,erhielt ich  eine sehr pampige und angepißte  Antwort von einem Mann im Vorstand, der versuchte, mich als Idiotin hinzustellen, die nicht in der Lage sei, eine Information im Internet zu finden. (Er hat recht – ich habe die Info im Internet nicht gefunden, denn sie existiert dort nicht.: – ))

Davon abgesehen, hatten wir aber einen schönen Nachmittag. Unserem kleinen Herrn Sonntag war es zu heiß, er wollte immer im Schatten sein und Wasser aus seiner Trinkflasche haben 😉 .

Die Villa Rustica ist ein römisches Landgut, dessen Überreste Bauarbeiter 1980 überraschend im Zuge einer Flurbereinigung entdeckten. Das Landesamt für archäologische Denkmalpflege ließ die Reste ausgraben, sichern und, soweit möglich, rekonstruieren. Heute ist zu sehen, wo das Haupthaus und die Gesindehäuser standen. Eine Bäder-Anlage hat auch existiert, wie man hier sehen kann:

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Das Becken, auf dessen Rand ich sitze, ist ausgerechnet das Kaltwasserbecken („Frigidarium“ – woher wissen die das heute, daß da kaltes Wasser drin war? Faszinierend!)

Das Gelände ist groß, es gibt viel zu sehen, auch ein Gräberfeld mit einigen Sarkophagen ist noch da, ein Backofen, eine Getreidedarre (ich denke da sofort an Gerste = Whisky 😀  ) Landschaftlich liegt die Anlage wunderschön, in mitten von Wiesen und Weinbergen. Es macht mir derzeit so viel Spaß, die Pfalz wiederzuentdecken. Wir sind fast jedes Wochenende unterwegs.

backofen

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Es tat mir nur leid, daß meine Mutter nicht dabei war, sie interessiert sich für alles Geschichtliche. Wenn meine Eltern uns mal wieder besuchen, müssen wir unbedingt mit ihnen dorthin fahren.  Vielleicht hat der Verein bis dahin  ja die Anlage sichtbar und verständlich ausgeschildert 😀 😀 😀 Wäre schön, auch für andere Besucher, denn der Ausflug ist mehr als lohnend! (Übrigens ist das Gelände angenehm eben, also auch Rolli-geeignet.)