Freitags-Füller #8

FF

1.Eigentlich müsste ich  dringend meinen Schreibtisch aufräumen.

2.  „Sandwich-Kind“ nennt man bei drei Geschwistern das Kind in der Mitte.

  1.   Unter dem Tisch in der Küche verheiraten sich Baguette-Krümel mit Raffaello-Kokosflocken.
  2.   Nutella ist super, aber das preisgünstigere „Nussetti“ ist genauso gut.
  3.   Solange noch Sommer ist, lasse ich die Sonne noch meine Seele wärmen.   .
  4.     Omas Quarktorte war und ist mein Lieblingskuchen.

    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf unseren gemeinsamen Freitagsfilm, morgen habe ich noch gar nichts geplant und Sonntag möchte ich Zeit mit dem Prinzen genießen!

Danke schön, Barbara! (Wie immer, Barbaras Textvorgabe in normaler Schrift, meine Ergänzungen in fett.)

Wer auch füllern möchte: hier

Un bon jour à Metz!

Ihr Lieben,
am letzten Freitag hatten wir einen großartigen Tag in Metz! Bisher kannte ich die Stadt nur vom Vorbeifahren, bei Besuchen unserer Bekannten in deren Feriendomizil in Lothringen. Wer in erreichbarer Nähe wohnt, dem empfehle ich einen Ausflug in diese wirklich tolle Stadt mit ihrer großartigen Atmosphäre! Metz erinnert ein wenig an Strasbourg, der Kanal, der durch die Stadt fließt, bietet malerische Ausblicke von den blumengeschmückten Brücken, die fast alle zu urgemütlichen Bistrots und Cafés führen.

Wir kamen bei strahlendem, warmem Sonnenschein an. Es war leider einer meiner doofen Schmerztage, an denen Bein und Schulter links im Minutentakt rumspinnen und wirklich sehr wehtun. Aber die Apotheke am Platz vor der Kathedrale hatte was für mich (Da reichte zum Glück mein Minimal-Französisch aus).

Mit etwas Orangina im Café nebenan konnte ich das Mittelchen einnehmen und entspannen. In der Kathedrale (um es zeitgemäß auf Denglisch zu sagen: Neugotik at its best! : – ) war gerade eine Hochzeit. Ich bewundere ja Frauen, die locker und normal wirkend auf Bleistiftabsätzen gehen können – aber hier kamen gerade mehrere aus der Kirche, bei deren Pumps es mir als Barfußschul-Betreiberin den Magen umdrehte. Eine der Stöckeldamen hatte Absätze, mit denen sie jemanden hätte erstechen können! Ich denke, die waren sicher zehn Zentimeter hoch. Der Prinz schätze sie auf neun, aber spannender als diese Frage war, wie sie über das historische Kopfsteinpflaster( = riesige Steine, breite Fugen dazwischen!) wackelte. (wenn ich bedenke, dass Meryl Streep und Goldie Hawn in dem Film „Der Tod steht ihr gut“ in solchen Schuhen rennen – und dazu noch Treppen rauf und runter…) Die Französin jedenfalls wackelte filmreif, bewältigte das Pflaster aber ohne Stürze und gerissene Sehnen, zum Glück. Bravo. Besser als Kino und sehr unterhaltsam, so beim Kaffee in der Sonne.

Wir hatten Hunger und warfen unser begehrliches Auge auf den „Marché Couvert, eine Markthalle in U-Form, die vor der Kathedrale steht (und mit Rollstuhl super zu befahren ist). Wer schon einmal in Frankreich oder Spanien in so einer Markthalle war, weiß, welche Unmengen an frischen Köstlichkeiten da ausliegen. Wir waren hungrig und daher glücklich, als wir einen Bäckereistand entdeckten, der heiße Sachen frisch aus dem Ofen verkaufte. Der Prinz wählte eine Mini-Quiche (handtellergroß) und ich eine gefüllte Blätterteigpastete. Mit unserer Beute setzten wir uns draußen auf eine uralte Bank aus gelbem Sandstein (aus dem Metz überwiegend erbaut ist) in die Sonne.

Wir hatten die Front der Kathedrale und den linken Turm im Blick, mümmelten unser Ofenzeugs und der Prinz erklärte mir den Unterschied zwischen Gotik und Neugotik. Ich liebe das, ich finde Architektur so spannend (außer Glas mit Beton) und der Prinz kennt sich da wirklich gut aus.
Natürlich wollte ich die Kirche von innen sehen – umwerfend! Schaut mal hier bei Tante Wiki rein, da bekommt ihr einen Eindruck. (klickt auch auf die Fotos zum Vergrößern!) Also, sich für ein stilles Gebet zurückziehen, das ist nicht leicht, denn es sind viele Touristen mit Fotoapparaten da. Es traf sich wunderbar, dass die Sonne so kräftig schien, denn das brachte die wunderschönen Glasfenster brillant zum Leuchten. Wir sagen ja immer „das finstere Mittelalter“, aber in Wirklichkeit war diese Zeit, wie der Prinz immer betont, eine farblich sehr leuchtende und prächtig- intensive Phase. Übrigens: die Kathedrale hat auch herrliche Chagall- Fenster! Das Brautpaar dieses Morgens hatte wirklich Glück mit dem Wetter; die Atmosphäre in der Kirche war durch das einfallende Sonnenlicht atemberaubend. Ich zündete, wie ich das in Omas Angedenken immer tue, noch zwei Kerzchen an. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, einfach gemütlich durch die sehr hübsche Innenstadt zu bummeln, hier und da mal ein Käffchen zu trinken oder etwas zu knabbern oder ganz einfach Schaufenster zu gucken. Der Prinz ist ja ein richtiges Mädchen, er kann stundenlang durch die Galeries Lafayette stromern. Das mache ich gern mit, trotz der eiskalt geschalteten Klimaanlage. Ist immer interessant.
Hinterher entdeckte ich einen ganz kleinen Wohnacessoires-Laden, bei dem mir mein britisches Herz aufging: Lauter Zeugs wie Hocker, Sofadecken, Bettüberwürfe mit Union Flag-Motiv (Union Jack heißt die britische Flagge nur auf See ; – ) …ich hätte mich doll und dusselig kaufen können. Ich seufzte vor dem Schaufenster und bekam irgendwann mit, dass der Prinz nicht mehr da war. Dann stand er plötzlich breit grinsend neben mir und hielt mir eine Tüte hin, in der ein Kissen lag, so eins. ( Bei uns heißt das einfach „Sofakissen“, aber in der Gegend, aus der der Prinz stammt, nennt man solche kleineren Kissen „Fritzchen“ : – ) Ich war sehr glücklich und gerührt über dieses liebe Geschenk. (Der Prinz ist in seiner tiefsten Seele ein Franzose, so wie ich eine Britin bin, und er bringt mir oft britisch thematisierte Dinge mit, obwohl er die Engländer eigentlich nicht mag). Ich benutze das Kissen jetzt vor allem dazu, nachts den linken Arm hochzulagern, damit die blöde Subluxation nicht unterstützt wird.
Das Tollste (und leider auch das Teuerste) in dem Schaufenster waren Duschvorhänge mit einem Fotomotiv, das den Elizabeth Tower (ehemals „Big Ben“) und davor einen der typischen roten Busse zeigt. Irgendwann riss ich mich aber doch los und wir erkundeten noch ein wenig die verzweigten Seitengässchen der Innenstadt von Metz. Zum Schluss frönten wir noch einer alten Leidenschaft, die wir uns in unserem ersten Südfrankreich-Urlaub angewöhnt hatten: Der Prinz kaufte Baguette und Saint Agur Crème (Saint Agur ist ein unbeschreiblich köstlicher Blauschimmelkäse, den es auch als einen cremigen Streichkäse gibt, in kleinen 150-Gramm-Töpfchen. Die holen wir im Supermarkt, dazu Baguette und etwas Rotwein,stellen das Auto an einer ungestörten Ecke ab und genießen unser Mittags- oder Abendessen, je nachdem. Wir brechen etwas vom Baguette ab, tunken das Stück ins Cremetöpfchen und futtern, bis wir pappsatt sind. Dazu Rotwein direkt aus der Flasche, herrlich dekadent:D Hinterher ist das Auto natürlich total vollgekrümelt : – )

Ich bin ja so gar nicht für das Essen von Weißbrot zu haben, aber die Franzosen machen einfach großartige Baguette, und ich liebe sie!

Es war ein ganz, ganz herrlicher Tag in Metz, mit französischem Flair und Essen – wie ein kleiner Frankreich-Urlaub. So etwas werden wir jetzt öfter machen, wir sind ja mit dem Auto, wie man in Norddeutschland sagt, „in einer großen Stunde“ in Frankreich von hier aus. Und eineinviertelstunde Fahrt für ein kurzes völliges Abschalten ist ja nicht zu viel, oder?

Schäääädel

Ihr Lieben,
heute ist wieder Kultur dran : – )) In den letzten zwei Wochen waren wir viel unterwegs und haben das Leben einfach genossen, weil sich der Prinz für den August mühsam drei Wochen terminfrei geschaufelt hatte und wir zum ersten Mal im Sommerurlaub nicht in den Norden gefahren, sondern einfach gemütlich zu Hause geblieben sind. War auch toll und sehr entspannend.

Heute geht es zur Völklinger Hütte (Weltkulturerbe!), die haben eine Ausstellung über Schädel und Schädel-Kulte, auf die ich sehr gespannt bin. Ich wünsche euch einen guten Wochenbeginn!

ibääh-Freude

Gestern Abend war eine Mail von ibääh in meinem Postfach, die mir mitteilte, mein Suchauftrag habe ein Ergebnis gebracht. Ähm, Suchauftrag…? Als ich den Link anklickte, fiel mir wieder ein: tatsächlich bin ich hinter diesem Buch schon seit etlichen Jahren her, entsprechend muss der Suchauftrag bei ibääh schon sehr alt sein, denn ich hatte ihn völlig vergessen. Aber – hat zuverlässig funktioniert, zu meiner großen Freude, zumal der Verkäufer wohl nicht genau wusste, was er da hatte (oder es war ihm egal), der Preis war sensationell. Ich schlug umgehend zu (danke, PayPal) und jetzt freue ich mich auf ein vergnügliches Lesen.

Piris Fragen

Als Stöckchen-Fan habe ich  bei Piri eines gefunden, dessen Fragen ich recht interessant finde:
1. Warum heißt dein Blog so, wie er heißt?
*ooouuch* – es heißt das Blog, nicht der Blog (kommt von „weblog“, da steckt das Logbuch drin…) Mein Blog heißt „ Lakritz und Schokolade“, weil das für mich die wichtigsten Nahrungsmittel sind (außer Raffaello)
2. Dürfen Künstler eigentlich alles?
Es gibt Perverse, die für Aufmerksamkeit bereit sind, alles zu tun, wie diese Frau, die das Quälen von Tieren als Kunstform betrachtet – also ein klares NEIN von mir!
3. Zeigst du mir ein Bild deines Bücherschranks?
Einen Bücherschrank besitze ich leider gar nicht, für mich tun’s die wunderbaren BILLY-Regale vom blaugelben Möbelhaus, aber: hier, guck (ist nur ein kleiner Ausschnitt!)

  1. Mal ganz ehrlich, liest du auch Bücher für du dich schämst, dass du sie liest?
    Witzige Frage: – ) Vor einigen Jahren habe ich mal wieder die Bestseller von Harold Robbins gelesen, die ich als Teenager so toll fand (diesmal las ich sie im Original), und ich hätte mich durchaus geniert, wenn mich jemand damit erwischt hätte ; . )
    5. Hast du Lesezeichen oder machst du gar Eselsohren in deine Bücher?
    Streichst du sogar Textpassagen an?

    AAAARRRRGH!!!! Büchermisshandlung!!!! NEIN – ich benutze Lesezeichen. Da ich aber wegen der linken Hand immer noch überwiegend mit dem Kindle lese, erübrigt sich diese Frage sowieso.
    6. Welche Art Musik hörst du und warum spricht sie dich an?
    Irish und Scottish Folk, weil es mich so schön sehnsüchtig macht. Ich verehre Johann Sebastian Bach, weil seine Musik Seelenbalsam für mich ist. Wenn ich es richtig fetzig-laut brauche: Beethoven und Queen. Die kann man nicht leise hören.
    7. Wovor fürchtest du dich?
    Mit dem Flugzeug abzustürzen – trotzdem fliege ich leidenschaftlich gern
    .8. Was isst du am liebsten?
    Es gibt so vieles, das ich sehr gern esse, dass es zu schwer ist, da etwas „Liebstes“ herauszusuchen. Ich bin ein Genussmensch (deswegen lebe ich auch so gern).
    9. Was kannst du besonders gut?
    Schreiben und Fremdsprachen erfassen (danke, Papa).
    10. Was findest du peinlich?
    Deutsche Touristen im Ausland.
    11. Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
    „ a mad man in a blue box“ ; – ))))

Katzenzungen-Frage

Also, Ihr Lieben, mit „Katzenzunge“ meine ich nicht die Schokoladenplättchen mit den abgerundeten Ecken, die man in den 70ern als Geschenk mitbrachte, wenn man irgendwo zum Kaffee eingeladen war. Ich meine echte Zungen von echten Katzen, zum Beispiel Micias Zunge, derentwegen ich mir seit einer Weile Sorgen mache. Es gibt doch unter euch noch einige, die ebenfalls Katzenbesitz sind – Kennt ihr das, dass bei der Katze die Zungenspitze herausguckt, so wie hier bei Micia?

micia-zunge

Als ich das bei Micia feststellte, habe ich in der Katzenversteher-Gruppe bei Facebook nachgefragt, aber nur erfahren, dass das wohl viele Katzen tun, die Gruppenmitglieder posteten auch etliche Fotos dazu. Das half mir aber nicht weiter. Ich vermutete bzw. fürchtete, dass Micia die Vorderzähne ausgefallen seien, so dass die Zunge nun keinen Halt mehr hat und über den unbezahnten Unterkiefer nach vorne rausrutscht. Ich schätze Micia aber erst auf höchstens acht Jahre. So sah sie aus, als sie uns im Januar 2008 zulief:

micia_baby

Höchstens ein halbes Jahr alt kann sie da gewesen sein, denn sie wurde fast umgehend schwanger und bekam im Mai 2008 ihre Schrecklichen Vier (von denen wir Pippilotta behalten haben).
Ich habe Micia nun eine Weile lang aufmerksam beobachtet. Sie frisst zu meiner Beruhigung ganz normal, auch und vor allem das von ihr so heiß geliebte Trockenfutter (Trofu). Vor kurzem gähnte sie mal so richtig herzhaft, da konnte ich einen (leider nur kurzen) Blick auf ihr Gebiss werfen. Soweit ich das beurteilen konnte in den paar Sekunden, fehlen im Oberkiefer die kleinen Schneidezähne zwischen den Reißzähnen. Das würde erklären, warum die Zunge herausrutscht. Dazu kam die Hitzewelle, eine Zeit, in der beide Katzen kaum essen mochten und ziemlich dünn wurden. Micias Fell wurde dazu noch struppig, sie sah langsam besorgniserregend aus. (Inzwischen, mit den kühleren Temperaturen, hat sich das deutlich gebessert).

Nun, kennt jemand von euch das „Zungen-Phänomen“? Wenn ja, woran liegt es bei eurer/deiner Katze?

Danke für Tipps!