Frisbi, Kuh, Knochen, Ball

Das sind die vier wichtigsten Vokabeln im Wortschatz des kleinen Herrn Sonntag, denn das sind seine liebsten Spielzeuge.

„Frisbi“ schreibe ich so, wie es für ihn wohl klingt, wenn wir sagen „ Wooo ist das Frisbi? – suuuch dein Frisbi!“ Dann springt er wie angestochen auf und holt den Gummilappen, damit einer von uns ihm das Ding wirft. Sachen suchen und apportieren, das macht er leidenschaftlich gern. Und gut. Er hat sehr schnell verstanden, daß ich Dinge, die er links von mir ablegt, nicht gut aufheben kann, sondern daß er mir die Sachen in die rechte Hand legen muß. Nur das bringt die Belohnung in der Form, daß ich den Gegenstand sofort wieder werfe. Außerdem ist er überhaupt nicht verfressen, er lernt also nicht über Leckerli, sondern über Lob. Ein begeistertes „Jaaa! Guuut gemacht!“, verbunden mit Streicheln und Schulterklopfen, freut ihn viel mehr als ein Hundekeks.

Er kennt alle seine vier Haupt-Spielzeuge, also Frisbi, Kuh, Knochen und Ball, genau beim Namen und kann sie  auf Anweisung gezielt holen, denn er weiß immer, wo er sie zuletzt hingelegt hat (bin neidisch). Okay, das mit der Kuh hat sich erledigt, aber der Knochen und der Ball und (seit Montag) das Frisbee machen ihn einfach glücklich.

So glücklich, in fact, daß wir die Worte „Ball“ und „Frisbee“ gar nicht mehr laut erwähnen, weil der Kleine dann die Gegenstände sofort holt, aufgeregt um uns herumhopst und bellt wie verrückt. Statt „Ball“ sagen wir „das runde blaurote Gummiding“, das Frisbee heißt „Das rote Flache“ :D Der Knochen ist so ein häßliches lila Quietscheding, das seine Vorbesitzerin uns mitgegeben hat. Das Wort „Knochen“ hat er schnell gelernt, der Kleine ist unglaublich klug und er lernt gern.

(Ich habe oft Bedenken, daß es für ihn zu ruhig bei uns ist – wäre ich gesund, ginge ich soo gern mit ihm zum Training in einer Agility-Gruppe oder sogar bei der Rettungshundestaffel, das wäre eine geistige und körperliche Herausforderung, die ihm gefiele, da bin ich sicher. (Werde einfach mal im hiesigen Hundeverein fragen, ob ich auch mit der Bewegungseinschränkung beim Training mitmachen kann.)

Gestern abend hat ihm der Prinz das Frisbee vor seinen Augen versteckt – unter dem Sessel, im Papierkorb, im Bücherregal… er hat es jedes Mal mit Wonne hervorgeholt. Am lustigsten war es, als der Prinz das Hundebett anhob, das Frisbee darunterlegte und die Suche freigab. Mit größter Wonne schob der Kleine seinen Kopf unter das Hundebett, hob es mit einem eleganten Schwung an und zog triumphierend das Frisbee hervor – das müßten wir mal filmen und dem Kleinen einen eigenen Juhtjuhp-Kanal einrichten :D

 

Frau Lakritze und Herr Sonntag freuen sich.

Der Arzt, der meinen Arm operiert hat, ist mit der bisherigen Heilung sehr zufrieden. Er hat mir die lästige Schiene um die Hälfte gekürzt, das ist für mich eine große Erleichterung. In drei Wochen will er nochmal röntgen, dann ist das Thema hoffentlich erledigt und ich habe meinen Arm wieder für mich ;)

Der kleine Herr Sonntag blieb gezwungenermaßen allein zu Hause, er kann ja nicht ins Krankenhaus mitkommen. Der Prinz stoppte auf dem Rückweg beim Fressn*pf und spendierte dem Kleinen ein Frisbee. Er wählte eines aus ganz weichem Gummi, damit der Kleine sich beim Fangen nicht die Lefzen oder Zähne verletzt. Der kleine Herr Sonntag schaute schon hinter der Gardine hervor, als wir vor dem Haus ankamen. Der ganze Hund schien zu wackeln, so heftig wedelte er vor Freude. Über das Frisbee war er sehr glücklich, schleppte es unentwegt durch die Wohnung und  schüttelte es gefährlich knurrend durch. Das Ding ist jetzt sein Ein und Alles. Es ist sooo rührend mit anzusehen, wie sehr der Kleine sich freuen kann <3 .

Vorfreude

Ein schönes Vor-Geburtstagsgeschenk ist schon da, es kam per Post während des Frühstücks:
UF

Ein neues Kleid flipcase für mein iPhone. Der Prinz hatte es für mich bestellt, weil er weiß, daß mich alles freut, was die Union Flag trägt.

(Erklärung am Rande: Union Jack heißt die Flagge nur auf See, denn im Englischen heißt die Flagge am Bug eines Schiffes, die dessen Herkunft anzeigt, also die sogenannte ‚Gösch‘, „Jack“.)

Bis zum Geburtstag (Schnapszahl, 55!)  muss ich noch 18 Tage ausharren, aber das schaffe ich wohl :D

Freitags-Füller #25

freitagsf

  1. Am Rosenmontag arbeitet kaum jemand, also muss der Prinz dann auch nicht arbeiten ( und Dienstag auch nicht -yeah!) .
  2. Kosmologie finde ich sehr interessant.

3 Ich verstehe nicht, wie Herr Sonntag zunehmen konnte – er bekommt doch gaar keine Leckerli nebenher…? *räusper*.

4.Eine Jeans ist das letzte Kleidungsstück, das ich gekauft habe.

5.Der Vorteil von Dorfleben ist, daß wir hier so gut vernetzt sind, im Notfall ist immer jemand da. (grammatikalisch wackliger Satz ; – )

6.Ich freue mich auf den Frühling, weil ich dann mit dem kleinen Herrn Sonntag im Hof Suchspiele trainieren kann.

7.Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Pizza und Big Bang Theory mit dem Liebsten, morgen habe ich einen ruhigen Tag in Darmstadt geplant und Sonntag möchte ich mit meinen beiden Jungs die Ruhe genießen!

Schiff ahoi und der weltbeste Hund

Der kleine Mausebär und ich freuen uns sehr auf das kommende Wochenende, weil da mal keine Termine oder Verpflichtungen anstehen. Ein komplett freies Wochenende für uns drei, zum Kuscheln und Genießen.  Wunderbar. Das letzte Wochenende fand der kleine Herr Sonntag ausgesprochen scheiße, weil der Prinz, sein angebeteter Rudelchef, da von Freitagmorgen bis Samstagabend weg war. Es ist seit Jahren eine liebgewordene Tradition, daß der Prinz und sein Patensohn zu Jahresbeginn nach Düsseldorf fahren und die BOOT besuchen. Der prinzliche Patensohn ist Segler und liebt leidenschaftlich alles, was mit Booten und Schiffen zu hat. Er ist jetzt 17 und ein durch und durch bezaubernder junger Mann (waaah – ich klinge so alt, wie ich mich fühle :D Die zwei freuen sich jedes Jahr sehr auf diesen Tag und werfen sich dafür richtig schick in Schale, mit Anzug, Krawatte und Einstecktuch für die Brusttasche, denn dann lassen die Aussteller einen auch die fetten Luxusyachten besichtigen. Die dickste Yacht in diesem Jahr war laut Prinz 45 Meter lang und hatte, soweit ich im Prospekt sehen konnte, Zimmer so groß wie Ballsäle und eine riesige Edelholz-Außenterrasse vor dem Schlafzimmer. just… wow. Bei manchen dieser Yachten kostet, wie der Patensohn sagte, „Der Meter Länge eine Million.“ Die kann man auch nur mit vorheriger Terminvergabe oder guten Beziehungen besichtigen. Otto Normalsegler kommt da nicht ran. Ich war einmal mit dem Prinzen auf der BOOT und fand es toll. Das muß vor 2013 gewesen sein, denn da lebte der Naturfilmer und Taucher Hans Hass noch, der damals auf der BOOT einen Vortrag hielt und den ich für die dpa interviewen sollte, für die ich damals noch arbeitete.

Da der Patenjunge in der Bonner Region wohnt, fuhr der Prinz gleich am Freitag nach der Arbeit hin und übernachtete dort. Am Samstagmorgen fuhr er dann nach dem Frühstück ausgeruht mit seinem Kumpel zur BOOT. Die Messe schließt um 18.00 h, so daß er gegen 22.00 h hier war, nachdem er seinen Patensohn zu Hause abgesetzt hatte.

Für mich sind solche längeren Abwesenheiten des Prinzen kein ganz so großes Problem, obwohl er mir schon sehr fehlt, aber ich weiß mich immer zu beschäftigen. Aber der kleine Herr Sonntag leidet, wenn sein Chef nicht da ist. Er weiß, daß der Prinz üblicherweise gegen 18.00 Uhr heimkommt, und schaut schon ab vier Uhr dauernd aus dem Fenster, ob da nicht endlich das vertraute Auto auftaucht. Oft jault und fiept er dabei leise vor sich hin. (Das halbe Dorf kennt ihn schon, weil er immer im Fenster hängt : – )) An diesem Wochenende war das für mich besonders hart mit anzusehen, denn der kleine Hund litt stumm. Er gab keinen Ton von sich, sondern saß einfach nur stumm und ganz steif da und starrte auf die Haustür. Es war herzzerreißend. Aber er war zum Glück müde.

Da ich ja nur mit der rechten Hand „arbeiten“ kann, ist es für mich schwierig, gleichzeitig die Steuereinheit des Rollstuhls (Joystick) zu bedienen und die Hundeleine zu halten, zumal diese sich zu gerne im Rad verheddert. Deswegen hatte ich bereits vorher herumtelefoniert und für Freitag und Samstag jeweils am Nachmittag vertrauenswürdige Leute gefunden, die bereit waren, mit dem kleinen Herrn Sonntag an der Leine mit mir eine Runde durchs Dorf zu drehen. Am Freitag ging S. mit, die Frau unseres Buchhändlers, der zum Glück hier wohnt (das bedeutet, daß wir bestellte Bücher entweder im Briefkasten finden oder bei ihnen zu Hause abholen können und nicht extra dazu nochmal in die Stadt fahren müssen.) S. war, wie sie sagte, noch nie mit einem Hund unterwegs gewesen, fand diese neue Erfahrung aber klasse und warf dem Kleinen unentwegt sein Bällchen übers Feld, so daß er sich richtig gut auslaufen konnte. Fasziniert war sie davon, wie gründlich Herr Sonntag vor jedem Pinkeln prüft, ob auch alles genau stimmt: Die Windrichtung, die Höhe und Form des zu bepinkelnden Objektes, die Bodenneigung an der Stelle… alles muß exakt stimmen, sonst darf Hund da nicht pinkeln, scheint es mir oft. Der Prinz nennt diese Prozedur immer „Doktorarbeit“. Ich erzählte S. das, und sie sagte lachend: „Es ist wie einem Mann beim Parken zuzuschauen. Bis der absolut richtige und perfekte Parkplatz gefunden ist, hat er das Auto –zigmal umgesetzt…“ Sie begleitete mich noch zurück bis zum Hoftor, und als ich mich für ihre Hilfe bedankte, sagte sie zu meiner Verblüffung:“ Ich freue mich, daß du an mich gedacht hast!“ Im Allgemeinen fürchte ich eher, den Leuten zur Last zu fallen, aber so hat noch niemand reagiert. Mich hat‘s sehr gefreut. Und der Kleine schlief gut in dieser Nacht ;)

Am Samstag ging unsere Vermieterin mit. Sie haben vier Hunde, und entsprechend routiniert managte sie das mit dem kleinen Herrn Sonntag. Es machte Spaß mit ihr; wir beide mögen uns sehr. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, daß ich die beiden jederzeit anrufen kann, wenn ich ein Anliegen habe.

Als der Prinz am Samstagabend nach Hause kann, konnte sich unser Kleiner vor Glück und Freude kaum fassen. Er schlich sich dann auch in der Nacht heimlich aus meinem Bett und legte sich zum Prinzen, damit der ihm bloß nicht nochmal abhandenkommen konnte. (Wir haben da, glaube ich, den besten kleinen Hund der Welt erwischt. <3 )

 

 

Zufrieden

Die OP-Narbe am Arm verheilt gut, letzte Woche hat der Doc den Faden gezogen. Am Rosenmontag habe ich einen Termin bei dem Arzt, der mich operiert hat. Ich hoffe, daß ich dann auch endlich die blöde Schiene loswerde. Die stört nämlich und ist überall im Weg. Schmerzen habe ich erfreulicherweise gar keine mehr. Damit dürfte jetzt auch die Dauermüdigkeit verschwinden, weil ich die Schmerzmittel-Hämmer nicht mehr brauche. So kommt die Leber mal zur Ruhe, weil sie den Dreck jetzt nicht mehr ständig entgiften muß. Und eine überlastete Leber macht müde, oder, wie ich im Heilpraktiker-Studium gelernt habe: „Die Müdigkeit ist der Schmerz der Leber.“ (weil die Leber nicht innerviert ist und daher keine Schmerzen empfinden kann, sie meldet Streß über Müdigkeit.) So weit also zufrieden, zumal der Prinz vorhin beim Einkauf Walnuß-Marzipan entdeckt und mir mitgebracht hat :D