Frau Lakritze hat die Füße schön

Darlings,

noch ein Fortschritt!!!

Schuhe kaufen zu müssen war mir immer ein Graus. Jetzt, da es endlich Sommer wird, wollte ich gern etwas Leichtes an den Füßen haben. Vorgestern stürmten der Prinz und ich ein Schuhgeschäft, um nach Sandalen für mich Ausschau zu halten. Ich war ziemlich aufgeregt: Sandalen – nach über drei Jahren, in denen ich nur Sportschuhe getragen habe! Zum ersten Mal wieder nach über drei Jahren konnte ich nach Schuhen Ausschau halten, ohne überlegen zu müssen: kann man Einhand-Schnürsenkel einziehen, passt die Fußheber-Orthese da rein, bieten sie mir Schutz gegen Umknicken, Ist das Fußbett gut bei längeren Strecken…? Nee – ich konnte einfach sagen „Die hier finde ich nett“ und sie anprobieren – ein ganz neues Gefühl! Sooooo toll! Ich war richtig glücklich!

Die hier habe ich mir ausgesucht:

sandalen

Diese Sandalenform – ich nenne sie „Römersandalen“ (wie heißen die richtig?) finde ich schon lange toll, konnte sie aber bis zum Hallamati nicht tragen, weil:

Mit vier oder fünf Jahren (Mama, weißt du das noch genauer?) fuhr ich bei meinem jüngsten Onkel hinten auf dem Fahrrad-Gepäckträger mit. Dabei geriet mir der linke Fuß in die Speichen. Folge: Die Haut auf dem linken Innenknöchel war bis auf den Knochen weg. Das heilte natürlich wieder und ergab später eine kreisrunde Narbe auf dem Innenknöchel. Diese Narbe war über Jahrzehnte hinweg so empfindlich, dass ich dort keine Berührung aushalten konnte. Es tat nicht weh, war aber ein unerträgliches Gefühl, sehr unangenehm. Deshalb konnte ich auch keine knöchelhohen Schuhe, wie Stiefeletten, tragen. Und Römersandalen auch nicht.

Aaaber: Durch den Hallamati habe ich ja an der linken Körperseite viel Gefühl verloren, es fühlt sich also ein großer Teil der Haut taub an. An der Hand und am Arm links kommt das gerade erst langsam wieder, weil ich viel daran arbeite. Am Knöchel ist aber nach wie vor kein Gefühl, die Sandalen stören mich also nicht, wenn ich sie trage. Damit der Steg den Zehen-Zwischenraum nicht wund scheuert (was ich nur rechts merken würde, links aber nicht), hat mir die nette Verkäuferin diese Gelschutz-Kissen angebracht.

Gestern habe ich die Sandalen zum ersten Mal getragen, als wir bei unserem liebsten Weingut einen Abend-Rotwein tranken. Es ging sehr gut – nur: der linke Fuß konnte überhaupt nichts damit anfangen, dass er plötzlich so fast ebenerdig laufen sollte – er knickte mir dauernd weg! Seltsam. Aber ich freue mich, dass ich jetzt endlich wieder Schuhe tragen kann, die mir gefallen und die nicht nur „zweckmäßig“ sind!

Frau Lakritze schließt den Kindergarten

Kleine Ankündigung für die Zukunft, Ihr Lieben: Ich freue mich über Kommentare – vor allem dann, wenn ich ausdrücklich um eure Meinungen/Erfahrungen zu einem bestimmten Thema bitte. Allerdings werde ich den Kindergarten jetzt schließen. Soll heißen: Anonyme Pöbeleien und/oder pubertäre „Hihi-Kommentare“ wie der zu meinem letzten Beitrag über das Kinderkriegen fliegen raus. Ohne Kommentar meinerseits.

Wer nicht erwachsen genug ist, seinen Namen anzugeben oder sachlich zu kommentieren, kann von mir nicht erwarten, ernst genommen zu werden. Ich lasse so einen Kommentar künftig nur noch stehen, wenn er besonders unreif oder dumm ist, wie der letzte. Und dann werde ich darauf hinweisen, damit alle darüber lachen können.

Leider hat WordPress den Kommentar der frustrierten und offenbar sehr verbitterten älteren Dame zum Kinderkriegen-Beitrag gelöscht, nachdem ich ihn als Spam gekennzeichnet hatte. Schade, denn er war sehr lustig und hätte euch sicher ebenso erheitert wie mich.

(Ja, das mag man mir als „Zensur“ auslegen, von mir aus. Aber: das hier ist MEIN virtuelles Wohnzimmer, MEINE Domain, fürdie ich bezahle, klar? Hier schreibe ICH. Wer seine eigene Meinung wiederholt haben möchte, kann selbst bloggen oder sich einen Papagei anschaffen (Nur können die leider nicht schreiben : – )))  –> Jetzt ab nach Mainz zu einem Bürokratie-Termin *gähn*

Frau Lakritze hat eine Verehrerin : – ))

Nämlich die Nachbarin. Yep, ich wundere mich auch über diese plötzliche Sympathie.

Dass sie mich sehr bewundert, schließe ich aus der Tatsache, dass ihre Webseite nicht nur etliche Formulierungen enthält, die sie zum Teil wörtlich von meiner früheren Reikipraxis-Webseite abgeschrieben hat.

Die erhellende Erkenntnis kam durch dieses Zitat,

das ich im Taxi-Blog von Torsten fand:

“                                                  Das Plagiat ist vielleicht die aufrichtigste Form der Verehrung.”

(Alfred Polgar via wikiquote.org)

Danke, Torsten!

Nicht nur hat die kreative Nachbarin ganze Textteile und Formulierungen übernommen, sie hat auch vor einer Weile einfach mal eben so mein komplettes  Angebot „Walk & Talk“ auf ihrer Seite präsentiert. Clevererweise hat sie den Namen  abgeändert, so dass der geistige Diebstahl nicht auffällt. Nun, mir ist er aufgefallen, und auch, dass ich die gute Dame bei dem entsprechenden Seminar nicht gesehen habe : – )) Aber… immerhin: Projekt mal eben klauen bedeutet auch: sie muss kein Geld für das Seminar ausgeben (denn ich war so dumm, auf der Webseite zu beschreiben, worum es dabei geht, selbst schuld.)

Aber rührend ist es schon, so glühend verehrt und bewundert zu werden – das zeigt immerhin, dass ich mit dem Projekt auf dem richtigen Weg bin. Schön zu wissen. Und da kommt noch mehr!

Ein Kind bekommen: SO oder SO?

my dearies, heute beschäftigt mich ein eher philosophisches Thema, dasThema Kinderkriegen bzw. die Motivation dazu:

NEIN, ich bin nicht schwanger und gedenke es auch nicht zu werden (Hey, ich bin eine ältere Lady, ok?! : – ))

Viele von euch sind Eltern, da muss ich nichts dazu sagen, wie riesig die Verantwortung ist, wenn man feststellt: oops, schwanger…bekommen wir das Kind, ja oder nein? Denn das kleine Wesen da ist oft eben nicht nur zufällig und ungeplant entstanden:

Vor kurzem traf ich in der Stadt eine frühere Arbeitskollegin, mit der ich in den 90er Jahren in einer Firma in der Pfalz zusammengearbeitet hatte. Ich hätte sie nicht mehr erkannt, aber sie sprach mich sofort an. Ich freute mich über das Wiedersehen und wir gingen in ein Café. In ihrer Begleitung war ein hübsches junges Mädchen von17 Jahren, die ich schnell und korrekt als das Wesen identifizierte, das damals, als ich die Firma verließ, noch den Bauch ihrer Mutter sehr gerundet hatte. Das Mädchen ist das Opfer einer typischen „geplanten Frust-Schwangerschaft“. Die Ex-Kollegin, ich nenne sie hier Tina (Bettina), war damals sehr unzufrieden mit ihrem Job, fand aber nichts anderes. Sie lebte bei ihren Eltern, mit denen sie oft Auseinandersetzungen hatte. Der Chef im Büro ging ihr ganz besonders auf den Keks. Oft genug rauschte sie nach einem Gespräch mit ihm zu uns ins Büro, knallte die Tür hinter sich ins Schloss und zischte:“ Mann!!!! – wenn der mich weiter so nervt – dann werd‘ ich schwanger!!!“

Uschi, meine andere Kollegin, und ich schauten uns dann nur an. So gern wir Tina mochten, keine von uns konnte sie sich als Mutter vorstellen. Doch Tina hatte ihren Plan. Sie hatte keinen Bock mehr aufs Büro, sie wollte zu Hause raus… der einzige Weg dazu war: Stefan musste sie heiraten. Wir hatten Stefan bei einem Betriebsfest getroffen: netter, stiller junger Mann, Elektriker – und gegen die entschlossene Tina hatte er nicht den Hauch einer Chance, wenn sie im „Panzer-Modus“ war. Ich verließ die Firma, als Tina im neunten Monat war, bekam die Geburt ihrer Tochter also nur noch per Erzählung mit. Was ich von den Kolleginnen, mit denen ich in Kontakt blieb, ebenfalls hörte, war, dass Stefan, gedrängt von seinen und von Tinas Eltern, seiner „Verpflichtung“ nachkam und Tina heiratete, was allerdings zur Folge hatte, dass er bald, um in der riesigen Verantwortung nicht zu ertrinken, Drogen nahm. Das letzte, was ich hörte, war, dass er heroinsüchtig sei. Kurz darauf starb er an einer Überdosis. Mir tat das sehr Leid für diesen wirklich netten jungen Mann, der einfach nur seinen Platz in dieser Welt gesucht hatte. Nun saß ich also mit Tina im Café, neben mir Saskia, ihre Tochter, die traurig und nicht sehr selbstbewusst wirkte. Im Gespräch merkte ich schnell, woran das wohl lag: Tina setzte ihre Tochter ständig herab, mit kleinen spöttischen Bemerkungen und Spitzen, die dem Mädchen sichtbar wehtaten. Mir war schnell klar: Tina hatte an Saskia eine feste Erwartung gehabt: Das Baby sollte ihr eine Ehe verschaffen, Freiheit von ihren zu strengen Eltern, und endlich das Leben, von dem sie immer geträumt hatte. Nur: Stefan war damit überfordert. Und Tina gab die Schuld dafür, dass ihr Plan gescheitert war, nicht etwa ihren überzogenen Erwartungen, sondern ihrem Mann und ihrer Tochter. Das bedeutet für Saskia: Sie ist erst 17, wird aber ihr Leben lang der Liebe und Anerkennung ihrer Mutter nachlaufen, ohne sie je zu bekommen. Tina war weit entfernt davon, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sie Stefan gezielt verführt und mit der Schwangerschaft geplant in eine Falle gelockt hatte. Im Gegenteil: Sie stellte die Situation so hin, dass Stefan ein erfahrener Frauenheld gewesen sei, der sie, das naive Mädchen, verführt und geschwängert habe. Sie wirkte sehr verbittert. Mich erschreckte das, denn Tina war in unserer gemeinsamen Bürozeit eine fröhliche und lustige, kluge Frau gewesen, voller Ideen und Unternehmungslust. Und Saskia wird ihr Leben lang dafür büßen müssen, dass sie nicht den Erwartungen entsprochen hat. Sie wird von ihrer Mutter niemals den Satz „Ich hab dich lieb“ hören, geschweige denn“ Ich bin stolz auf dich“ (selbst wenn sie, wie sie es plant, Jura studieren und mit Bestnoten abschließen sollte).

Aber es geht auch anders: Vor einiger Zeit fand ich ein Blog wieder, in dem ich zu den Zeiten meines früheren Blogs, „The Wolfmother Wallpaper“ (das es ja nicht mehr gibt, weil ich es zu meinem eigenen Bedauern 2007 gelöscht habe), regelmäßig mitgelesen hatte. Zu meiner Überraschung entdeckte ich in diesem wiedergefundenen Blog einen Hinweis darauf, dass der Autor in der Zwischenzeit Vater geworden ist. Ich fragte neugierig-gespannt nach und erklärte auch gleich kurz, warum ich für einige Jahre aus der Bloggerwelt verschwunden war. Zu meiner Freude kam kurz darauf eine Mail: er erinnerte sich tatsächlich an mich und meinen früheren Bloggernamen. Und ja, das Kind ist tatsächlich seins. Er habe nie Kinder haben wollen, schrieb er, fand aber eines Tages, dass es doch schade sei, diese Welt wieder zu verlassen, ohne ein Kind zu haben. So sei dann eben, „ganz bewusst und mit viel Liebe ein ganz besonderes Wesen entstanden.“

Ganz ehrlich? Bei dieser Formulierung bekam ich feuchte Augen. So geht es also auch! „Sie ist ALLES für mich“, schrieb er. Die Kleine hat es gut. Sie ist ohne Erwartungen gezeugt worden, nur, um geliebt zu werden. Sie wird mit dem Gefühl aufwachsen, erwünscht und wertgeschätzt zu sein. Sie wird sich niemals dumm oder wertlos fühlen müssen.

Was meint ihr dazu? ihr Eltern, vor allem?

( off to get some more coffee)

Sauklaue

Darlings,

Vor Kurzem las ich das Buch „A short history of nearly everything von Bill Bryson – sehr empfehlenswert, wie überhaupt Bill Bryson ein rundum ganz wunderbarer Autor ist (Er ist, wie ich,eigentlich in Britannien geboren, aber als Baby von Aliens entführt und im falschen Land wieder abgesetzt worden (er in den USA, ich in Deutschland ; – )).

Wie ich es oft tue, machte ich mir beim Lesen Notizen, vor allem notierte ich mir Bücher, aus denen Bill zitiert. Dazu gehörte auchSix easy piecesvon Richard Feynman, den ich schon seit etlichen Jahren sehr verehre. Ich kritzelte also „Feynman: 6 easy pieces“ auf den Notizblock, der auf meinem Nachttisch liegt.

Am nächsten Morgen war ich sehr verdutzt, als ich aus dem Augenwinkel auf den Block schaute und dort las: „Feynman: Greasy pieces

Entweder hat meine Handschrift sehr gelitten oder Feynman hat umgesattelt und ist jetzt Automechaniker : – ))))))

PS: die „ Greasy pieces“ sind schon auf dem Weg zu mir *freu*

PS2: Obwohl ich aus Faulheit/der Einfachheit halber (mea culpa) die Bücher bei Tante Amazonien verlinkt habe – vergesst bitte nicht euren lokalen privaten Buchhändler, ja? Danke!

Statistiken

my dearies,

Heute Morgen überraschte mich WordPress mit der Nachricht, dass mein kleines Lakritzenblog in diesem Monat mehr Zugriffe bekommen habe als in der Zeit bisher. Ich schaute in die Statistik. Und siehe da: mehr als 400 Zugriffe wöchentlich, vorher waren es unter 300. Das ist doch nett. Natürlich, so bekannt wie die Blogs von Maximilian Buddenbohm (den ich sehr mag und bewundere) und das des Altenheimbloggers, Sven, in dem ich ebenfalls sehr gerne mitlese, ist meines nicht und wird es vermutlich auch nicht werden, aber… diese gestiegenen Zugriffszahlen sind schon schön und erfreulich.

Zumal die gute Frau Klein-Zaches, das niedliche Zwergpudelchen, mir schon im vergangenen Sommer eine Leserzahl von rund dreizehneinhalbtausend (genauer: 13.480) verkündet hatte, auf die ich immer noch warte : – )))

Das war an jenem denkwürdigen Tag, als sie sich in meinem Büro auf den Stuhl drapierte und den Arm über die Rückenlehne legte ( sie tut das gern, um etwas größer und wichtiger zu wirken) und, ohne jegliche Anzeichen von Peinlichkeit oder Verlegenheit, den historischen Satz äußerte:

„Ihr Blogbeitrag über [dasunddas] – da stand [Datum] drüber – das war ein Donnerstag. Donnerstags sind Sie hier im Büro. Für mich steht also fest, dass dieser Blogbeitrag hier, in diesem Büro, während Ihrer Arbeitszeit, entstanden ist.”

*Tüfftääää*

Auf meine Frage, woher sie mein Blog kenne, sagte sie schnippisch:“ Ja – Ihr Blog ist in der ganzen Firma bekannt – das wird firmenweit gelesen!“

Aaaaha. Soso. Leider sagte sie nicht , ob „firmenweit“ nun alle 1.480 Angestellten umfasst oder auch die „Kunden“, die täglich in die Firma kommen und deren Bildungsangebot wahrnehmen… das sind nämlich rund 12.000 Leute, und wenn das Zwergpudelchen hiermit ausnahmsweise mal eine Aussage gemacht hätte, die keine hinterfotzige Lüge oder einfach purer Unsinn ist, dann hätte ich zu diesem Zeitpunkt, rein theoretisch, einen Zuwachs von etwa 13.200 Lesern gehabt. Leider ist dem Pudelchen nicht der Gedanke gekommen, dass ich das über die Zugriffsstatistiken sofort gesehen hätte. Zudem wüsste ich zu gerne, ob das Zwergpudelchen persönlich jeden einzelnen dieser 13.480 Menschen angesprochen hat („Entschuldigung, lesen Sie Frau Lakritzes Blog? Ah, danke für die Auskunft!“) oder worauf sie ihre so glaubhafte Aussage gründete. Ich kann sie nicht mehr fragen, Gott sei Dank, denn ich muss sie nicht mehr sehen. Das gehört zurzeit zu den absoluten Highlights meines Lebens, und ich bin dem Pudelchen, so gesehen, direkt dankbar, dass sie mich aus der Firma rausgemobbt hat. Aber ich stelle mir gerne vor, wie sich zwei Sekretärinnen im Flur treffen: „ Marthaaaaa – hast du gelesen?! Die Frau Lakritz war gestern mit ihrem Lebensgefährten Eis essen!!!“

„Neeeeiiiin!!!!!“ EIS ESSEN???? *nach Luft schnapp* „ Oh Gott …Kall, mei Drobbe!“

Micia wundert sich gerade, warum ich so lache – ich verabschiede mich mal für heute und wünsche euch eine gute Nacht!