Mit respektvoller Distanz

erzähle ich euch, my darlings, dass am frühen Samstagmorgen meine Mutter gestorben ist. Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß wir uns nicht nahe standen, und wird daher nicht verwundert sein, wenn ich sage, daß ich nicht trauere. Dazu ist zuviel passiert, aber all das werde ich in der Vergangenheit lassen, wo es hingehört. Sie ist tot, und ich will diese schrecklichen Zeiten nicht wieder wachrufen. Ich lasse sie in Frieden gehen und wünsche ihr, daß sie ihren Frieden finden kann. Schade finde ich nur, daß sie und ihr Mann (beide herzkranke Risikopatienten) sich wegen der Pandemie im letzten Jahr überhaupt nichts mehr gegönnt haben. Sie hatten einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, waren nomalerweise viel unterwegs und hatten regelmäßig kleinere Reisen, Trips und Ausflüge unternommen. Wegen des Virus‘ hatten sie all dies im letzten Jahr nicht mehr gemacht. Schade. Die Bestattung wird wohl nächste Woche sein, aber da meine Schwester und ich beide den Kontakt zu ihr abgebrochen hatten, werden wir nicht dabei sein. Wir werden, jede für sich, zum Zeitpunkt der Beerdigung zu Hause ein kleines Verabschiedungs-Ritual abhalten und sie und die schlimmen Erinnerungen in Frieden ziehen lassen. (Beileids-Bekundungen sind lieb gemeint, aber unnötig, da ich ja nicht leide;))

Eine gute Woche

ist mein 60. Geburtstag schon her, my sweetums, und ich bin immer noch völlig geflasht, weil der Tag so schön war! Wegen der blöden Pandemie war es ja nicht möglich, frühstücken zu gehen. Also machte der Prinz mir ein herrliches English breakfast, mit bacon, scrambled eggs und sausages. Die große Überraschung erwartete mich an meinem Platz am Frühstückstisch:

Tigger, mein neuer Plüsch-Kamerad 😍

Es ist ein Plüsch-Tigerhai! Ich hatte im Internet gelesen, daß es die gibt und war so begeistert, daß der Prinz recherchierte und ihn auch gleich fand und sofort bestellte. Er ist etwa 50 Zentimeter lang und hat sogar, wie es sich für einen Hai gehört, eine doppelte Zahnreihe. Ich liebe Haie, sie faszinieren mich und ich schaue begierig jede Doku über das Leben im Ozean in der Hoffnung, daß ein Hai vor die Kamera schwimmt. Noch saß ich beim Frühstück, da klopfte es an die Zimmertür und herein kam – mein Bruder! Er lachte, sagte: „Mein Kind ist krank, deshalb habe ich heute frei und dachte, ich komme mal vorbei“, und drückte mir eine Flasche Kessler-Sekt rosé in die Hand, den ich sehr mag. Sein Kind, von dem er sprach, ist das Kind, das er in diesem Schuljahr als Inklusionsbegleiter betreut. In jedem Schuljahr begleitet er ein behindertes Kind und stellt sicher, das dieses dem Unterricht folgen kann. Seine Familie war leider nicht dabei (die Kids hatten Schule und seine Frau ist Lehrerin), aber da ja eh nur eine Person aus einem anderen Haushalt zu Besuch erlaubt ist, paßte das so. Mit Schwesti und ihrem Mann
hatten wir bereits schweren Herzens vereinbart, daß sie wegen der Pandemie lieber nicht kommen (Zumal meine Schwesti dann auch gern übernachtet hätte, wegen der langen Fahrt – aber Hotels und Pensionen sind ja zu…) So haben wir also gezwungenermaßen Corona-konform gefeiert 🤪Unsere Vermieterin, Dani, wußte von meinem Geburtstag und schaffte es, heimlich einen wunderbaren fluffigen Käsekuchen vor unserer Haustür abzustellen 😍Wenn sie backt oder kocht, bringt sie uns sehr oft etwas davon herüber, wir freuen uns dann immer sehr. Das an unseren Geburtstagen übliche Abendessen schien auch schwierig zu werden, aber bei Pepe e Sale kann man telefonisch bestellen und das Essen abholen. In der Restaurantküche geht ein Fenster auf die Straße raus, da gibt Claudio die Bestellungen aus. Der Prinz bestellte Gnocchi für mich und Pizza für sich, holte es ab und so hatten wir doch ein schönes Geburtstags-Dinner (italienischen Rotwein haben wir sowieso *immer* im Haus). Zwei Tage später kam der Prinzensohn zu Besuch. Er überreichte mir eine Papiertüte und erklärte: „Also, eigentlich schenken wir uns zu unseren Geburtstagen ja nichts, aber zum 60. wollten [Prinzentochter] und ich dir doch was schenken.“ Ich war sehr gerührt, hatten mir beide doch schon morgens per WhatsApp liebe Glückwünsche geschickt. Wie sich herausstellte, hatte der „IM Prinz“ ihnen verraten, daß ich bei Tante Amazonien eine Wunschliste für Bücher und eine für CDs / DVDs habe… und das kam dabei heraus:

Auf Michelle Obamas Buch bin ich gespannt – und denTour-Film habe ich als Fan der Hosen natürlich schon gesehen und freue mich, dass er nun mir gehört 😎

Eine einsame 60

wird das wohl am nächsten Mittwoch für mich, my dearies – ja, da ist mein 60. Geburtstag (ich kann es nicht glauben, das klingt so komisch!) Schon seit Monaten hatte ich überlegt, was ich mache und wie ich diesen speziellen Tag feiern will. Meine erste Idee war, den Martinssaal (das ist der Gemeindesaal hier in unserem Wormser Dorf) anzumieten und neben der Familie auch einige besonders liebe Nachbarn einzuladen (über Wiltrud, die auch die Pfarrsekretärin ist, hätte ich das leicht organisieren können). Dann kam aber der Umzug in das neue Haus bei Daniela und ich merkte, dass ich doch ganz gern in einem kleinen vertrauten Kreis feiern möchte. Mein Bruder mit Familie und meine Schwesti mit ihrem Mann hatten sich angekündigt und ich habe mich wochenlang darauf gefreut, daß wir drei Geschwister mal wieder zusammen sein können – das ist so selten! Nun ja – Corona hat diesen Plan zerbombt, was will man machen…Frühstücken gehen können der Prinz und ich auch nicht – ist ja alles geschlossen 😩. Aber der hat schon was von einem großen englischen Frühstück, selbstgemacht, gemurmelt…Schwesti verkündete mir gestern, sie habe ein Paket an mich verschickt und verbot mir strengstens, zu „lünkern“ (= heimlich reingucken)! Ich selbst habe mir vor ein paar Wochen schon einen länger gehegten Wunsch erfüllt: Ein Jahresabo meiner Lieblingszeitschrift! Nun, ich bin gespannt, was für ein Tag der Mittwoch wird… nur mit mir, dem Prinzen, Micia, Pippilein und dem Bärchen…

20 Jahre!

Das hätte ich fast vergessen zu erzählen, darlings: Am 11. Februar (an dem Tag, als wir zu unserem Karnevals-Urlaub nach Woquard aufbrachen), war es 20 Jahre her, daß der Prinz und ich uns kennenlernten und uns verliebten. Zwanzig. verdammte. wundervolle. Jahre!!!einself! Der Prinz hatte vorausgeplant und eine Flasche meines Lieblings-Sektes mitgenommen: roter Freixenet 😍. Da wir, wie immer, erst spät in der Nacht in Woquard eintrafen, schliefen wir morgens erstmal aus. Abends (es war Freitag) war natürlich Pizza- und Rotwein-Abend. Aber danach schauten wir uns gemütlich eine dreiteilige Doku über dieTudors an und zelebrierten unsere 20 gemeinsamen Jahre. Ganz gute Leistung, 20 Jahre, oder? 😍

Unter Protest zurück

aus der zweiten Heimat Ostfriesland (nach fünf TagenUrlaub) sind wir seit letzter Nacht, my dearies. Wie meist, sind wir vor dem Karneval geflohen. (Wer hier schon länger mitliest, wird sich das schon gedacht haben ;)). Es war sehr kalt da oben – zwischen minus fünf und minus acht Grad!. Alle Kanäle zwischen den Dörfern waren zugefroren, ebenso das Watt. So sah es aus:

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gefrorenes Wattenmeeer bei Upleward/Krummhörn, Ostfriesland,Februar 2021 (c): Norbert Bach

Für mich war es wieder ein kompletter Indoor-Urlaub, natürlich,bei den Temperaturen 😎 Auch diesmal hatten wir nur Kontakt zu Herta und (per Zuruf über die Straße) zu einigen Nachbarn. Tinus ist jetzt endlich geimpft (er wurde ja im November 80), erzählte Edda am Telefon erleichtert. Sie selbst kommt im Sommer dran (sie wird im Juni 80), und wartet schon sehnsüchtig darauf. Herta wird im Juli zum fünften Mal Uroma und freut sich sehr. Sie versorgte uns wieder mit Essen (Hühner-Eintopf), das sie gleich am Tag nach unserer Ankunft rüberbrachte.
Übrigens erzählte Edda, dass in ihrer Kindheit die Leute auf den gefrorenen Kanälen Schlittschuh gelaufen seien – sogar bis hinüber in die Niederlande! Der Bär hat übrigens von der Kälte profitiert: er hat einen warmen, mit dickem Plüsch gefütterten Wintermantel bekommen, mit hohem Kragen, der ihn gut gegen den schneidend kalten Nordost geschützt hat:

(c): Norbert Bach

Der Halskragen schließt dicht ab, wenn der Reißverschluß zu ist, und läßt keinen Wind rein. Der Bär fand das gut 🤗 (Der Schlitz im Rücken ist übrigens für die Leine.) Dafür haben der Prinz und ich uns für die Autositze beheizbare Sitzmatten gekauft, die man in den Stecker des Zigarettenanzünders einstöpselt. Schönes Gefühl, mit warmem Arsch zu fahren! Erst am letzten unserer fünf Tage begann es zu tauen. Der Grasstreifen in unserer Einfahrt war plötzlich wieder grün – und voller Schneeglöckchen! So schön! Unser nächster Urlaub wird Ostern sein (wir wissen aber schon, daß das Osterfeuer auch dieses Jahr ausfallen muß, coronabedingt. Schade!) Die meisten Veranstaltungen, die die IG Woquard für dieses Jahr geplant hatte, sind sowieso bereits gestrichen. Allerdings hat es noch gereicht für das Aufhängen von Brutkästen. Zwei IG-Jungs zogen durchs Dorf, mit einer Leiter und einem Bollerwagen voller Brutkästen. Sie fragten uns, ob sie einen an der Rotbuche anbringen dürften, die vor unserem Haus steht. Natürlich haben wir das gerne erlaubt. Es ist eine Bruthöhle für Rotschwänze und Rotkehlchen. Mal sehen, ob wir „Paten“ werden! Ganz Woquard ist jetzt mit Brutkästen versorgt 🙂 Schön!
Der Prinz ist noch bis Mitte März ins Heimbüro verbannt. Für Bärchen und mich ist das schön – er hat feste Termine für TelKos und ViKos, dazwischen können wir zusammen essen oder er kann mit Bärchen eine Gassirunde drehen. Diese Gelegenheit nutzt er gerne, denn so eine Videoschaltung mit fast 30 Leuten gleichzeitig fordert sehr viel Konzentration, da ist er froh, wenn er mal durchschnaufen kann.
Üüübrigens: Ich habe jetzt sowohl in Woquard als auch hier in Worms jeweils eine wunderbare weiche elektrische Heizdecke im Bett (mit Sicherheits- Abschalt-Funktion). Herrlich! So entspannt habe ich schon lange nicht mehr geschlafen! Eine Buch-Empfehlung schiebe ich auch noch nach – schalten Sie wieder ein! 🤗

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Erst fünf Tage alt…

ist es, my dearies: das neueste Buch meines lieben Freundes Uli Stein:


Erschienen ist es am 28. Januar, es umfaßt alle „Erwin und Martha“ – Cartoons auf 411 Seiten und kostet 25€. Sobald ich davon erfuhr, beauftragte ich den Buchhändlerfreund, mir sofort ein Exemplar abzuzweigen. Das tat er natürlich gern, und seine Frau (Bärchens liebste Freundin Susanne) brachte es abends noch bei uns vorbei. Als ich es in der Hand hielt, wurde mir das Herz doch schwer und die Tränen kullerten… Auch das Aufschlagen des Buches war seltsam, fehlte doch auf dem Vorsatzblatt der Schriftzug „Für Nicole“ bzw. „für Louffi“ und seine Unterschrift. Auch der Prinz war wehmütig und sagte: „Ja… wäre Uli noch da, hättest du dir das Buch gar nicht kaufen müssen, dann wäre es schon vor Tagen für dich in der Post gewesen.“ Das stimmt – Uli hat mir alle Neuerscheinungen meist sofort geschickt, mit Widmung. Der Leiter des Lappan-Verlages, mit dem Uli gut und seit langer Zeit befreundet war, hat noch weitere Pläne, was Ulis Lebenswerk betrifft (steht im Nachwort dieses Buches). Die Erlöse, die Uli bekommen hätte, werden nun an seine Tierschutz-Stiftung gehen, die er vor einiger Zeit noch gegründet hat. Statt zu trauern, werde ich versuchen, bewußter dankbar zu sein für die Jahre, die ich mit diesem ganz besonderen und ungewöhnlichen Menschen befreundet sein durfte…

telefonischer Vorteil

Ihr Lieben, vielleicht erinnert ihr euch, daß die Telekom unseren Anschluß im vergangenen Juli gekappt hatte? Statt zum Ende August, als wir hierher in das neue Haus zogen, den gesamten Vertrag Telefon/Internet rüberzuschalten, wie es der Prinz erbeten hatte, war der Telekom-Mitarbeiter etwas übereifrig gewesen und hatte unseren Vertrag zum Ende Juli einfach komplett gelöscht. So waren wir für gut vier Wochen telefonisch gar nicht erreichbar (nur Mobil). Sobald wir umgezogen waren und uns hier eingelebt hatten, merkten wir, daß die Aktion uns einen großen Vorteil eingebracht hatte: keine Telemarketing-Anrufe mehr! Keine Callcenter-Tanten, die mir Anzeigen oder einen Stromanbieter-Wechsel verkaufen wollen – nichts! Herrlich! Nach vier Wochen „Dieser Anschluß ist derzeit nicht erreichbar“ – Ansage haben wohl einige Callcenter unsere Nummern als „nicht mehr gültig“ gekennzeichet. \o/ Jedenfalls habe ich, seit wir hier wohnen, keinen nervigen Verkaufs-Anruf mehr gehabt – und ich genieße es!

Früher war mehr Lametta!

So, darlings, Weihnachten und der Jahreswechsel sind vorbei – hattet ihr ein schönes Fest? Habt ihr euch über eure Geschenke gefreut? Wir waren bis zum 6. Januar im Lüttje Huus und ich kann für uns drei beide Fragen mit Ja beantworten 🤗. Der Prinz hat uns beiden ein gemeinsames Geschenk gemacht: Eine Flasche Laphroaig 10! Der Bär bekam eine große Tüte mit getrockneten Entenbrust-Streifen, die er über alles liebt (sind auch schon alle aufgegessen 😂. Erst am Heiligabend haben wir gemerkt, dass wir offenbar beim letzten Mal versehentlich unseren Weihnachtsfilm mit zurück nach Worms genommen haben, denn im lüttje Huus war die DVD (oder „Scheibe“, wie der Prinzenpapa immer sagte) nirgends zu finden. Also Bescherung ohne „Notting Hill“. war etwas ungewohnt, aber wir freuten uns trotzdem sehr: Der Prinz schenkte mir Shakespeares Sonette und Benjamin Franklins Autobiographie (beide von meiner Wunschliste bei Tante Amazonien). Ich überraschte ihn mit einem Bildband über das Lebenswerk der irakischen Architektin Zaha Hadid, die der Prinz sehr bewundert (neben Norman Foster ist sie für ihn die Größte). Der gebrochene Arm machte gut mit und tat mir kaum weh. (Bis Ende Januar muß ich noch Geduld haben, dann sollte der Bruch verheilt sein, sagt der Orthopädenfreund). Wir schauten uns also mit leckerem Sekt „Weihnachten bei Familie Hoppenstedt“ an, bewunderten Dickis schönes Atomkraftwerk und dachten an Opa (also meinen), dem ehrlich gesagt, etwas Marschmusik zum Fest wohl auch ganz gut gefallen hätte 😍. Einen festen Sturm hatten wir auch, der sich den Spaß machte, unsere Satellitenschüssel etwas zu verdrehen, so daß Fernsehen derzeit nicht geht (also kein Terra X, kein ZDF-info/ history – kurz: keine Dokus. UND für mich um 18.00 h kein „gefragt-gejagt“ (meine liebste Quiz-Sendung)! Herta brachte uns gleich am ersten Tag Eintopf rüber, den sie extra für uns gekocht hatte.

Die Schlinge, in der der linke Arm bis jetzt lag, war mir eine große Erleichterung, da sie den Arm ruhig hielt und damit Schmerzen zu vermeiden half. Anfangs habe ich noch zu viel Ibuprofen genommen, weil die Schmerzen an der Bruchstelle kaum auszuhalten waren. Aber dank der Schlinge hat sich das sehr gebessert, so daß ich jetzt auf drei Paracetamol am Tag runter bin \o/ Seit einigenb Tagen brauche ich sie gar nicht mehr, das ist soo toll!

Unsere Friesen-Family haben wir nur zu einem Drittel gesehen: Herta war öfter zum Tee da. Edda und Tinus sind zwar negativ getestet (wie Herta auch), aber wir haben uns doch vorsichtshalber an die Kontaktbeschränkungen gehalten. Denn Tinus ist ja im November 80 Jahre alt geworden, und Edda ist im Juni mit der 80 dran. Herta ist 76, verläßt aber das Haus nur, um mit ihrer Hündin Bella Gassi zu gehen. Sie hat alle Ehrenämter aufgegeben, weil sie die Kraft nicht mehr so hat wie früher.

Natürlich fiel uns die Rückfahrt wieder sehr schwer, aber uns ist schon beim letzten Mal aufgefallen, daß wir hier im neuen Haus lieber ankommen als vorher. Die warme rötliche Backsteinfassade ist ein so viel freundlicherer Anblick als der graue triste Verputz am vorigen Haus. Über Karneval sind wir wieder in Woquard, ich freue mich darauf, zumal inzwischen das Röntgen gezeigt hat, daß beide Brüche (Oberarm und Mittelhandknochen) gut verheilt sind, ich bin also schmerzfrei und das macht so vieles leichter und schöner. Morgen fliegt das orange Ding aus dem Weißen Haus und ich werde mir das live ansehen! (Wie lange habe ich mir das ersehnt!)

Wenn man erst lachen und dann weinen muß

das passierte mir gestern, my dearies – dank Leserin Illa, die mich mit einem Trostpflaster überraschte: Als mir der Paketbote das Päckchen überreichte, wunderte ich mich, da ich mir sicher war, daß ich nichts bestellt hatte. Beim Öffnen sah ich zuerst einen Kaffeebecher, dann das das schöne Tartan-Muster und mein schottlandverliebtes Herz hüpfte.

Dann las ich den Text und mußte sehr lachen: och wheesht and get oan wae it – das ist der Spruch „Keep calm and carry on“ auf gälisch! Ist das nicht großartig?! Das war der Punkt, an dem die Freudentränen kullerten… (Kleiner Hinweis am Rande: Diana Gabaldons Outlander-Serie lehrt einiges an Gälisch (Jamie spricht es ja viel)). Und von wem kam diese wunderbare Überraschung? Von Illa aus Österreich! „Als Trostpflaster“ hatte sie dazu geschrieben. Danke schön, Illa! Das Trostpflaster wirkt und wirkt und wirkt! Deine liebevolle Geste hat mir diesen ganzen Tag hell gemacht!

Was ihr auf demFoto noch sehen könnt, ist, daß der Arm jetzt in einer vernünftigen Schlinge liegt. (Sie ist sogar von Otto Bock – protz protz!) Ich habe damit weniger bis keine Schmerzen und bin wesentlich entspannter.

Oops, she did -Nein! Doch! Oh!

Tja, darlings, gründlich bin ich, das muß man mir lassen… Vorgestern habe ich das neue Haus mal richtig eingeweiht, mit einem Sturz längelang in der Küche. 🙄Leider ist dort (sinnvollerweise) der Boden gefliest, so daß ich einen harten Aufprall auf der linken Schulter hatte. Zum Glück gehen die Küchenfenster in den Hof raus und Dani war gerade draußen. Sie sah mich fallen, hörte meine Schmerzensschreie und war sofort bei mir. Sie zog mir die Orthese aus und schaffte es, mich über die rechte Seite aufzurichten (links tat zu weh).

Zum Glück bekam ich gleich einen Notfalltermin beim Orthopädenfreund, dem meine linke Hand, die blau und geschwollen war wie ein Luftballon, gar nicht gefiel. Also Foto, wie er das Röntgen nennt, sowohl Hand als auch die Schulter, auf die ich draufgeknallt war. Als ich nach dem Foto wieder sein Sprechzimmer betrat, schaute er sich gerade das Foto meiner Schulter an und ich hörte, wie er zu sich selbst „Oh, Scheiße!“ sagte…

Ja, darlings, Scheiße indeed: Der Oberarmknochen links und der Knöchel des linken Mittelfingers sind gebrochen. Der Oberarm hat einen so genannten „Spiralbruch“, das heißt, der Knochen war beim Fallen verdreht. „subkapitale Humerusfraktur“ heißt das in Ärzte-Deutsch. Aber eine Schlinge für den Arm reicht, da die Bruchstellen des Knochens ineinander greifen und – hoffentlich! – in sechs bis acht Wochen wieder zsammengewachsen sein werden, wie Andreas mir versicherte. Der Knöchel des linken Mittelfingers ist gerissen durch den Aufprall und wird von allein heilen (wenn ich nicht ins Boxtraining gehe😊). Aktuell suchen wir jetzt nach einem Hausnotrufsystem, das bezahlbar ist. Die Johanniter und die Caritas fallen schonmal weg: Wegelagerer! Soeben habe ich den ASB angeschrieben und um Infos gebeten. Insgesamt ist die Lage Scheiße, um es mal klar zu sagen: Ich muß den Arm beim Schlafen neben mir auf einem Kissen lagern, und das tut unfaßbar weh. Schlafen geht nur mit sehr viel Baldrian. Sechs bis acht Wochen… das klingt wie eine Ewigkeit. Im Moment fühle ich mich gerade sehr ängstlich und mut- und kraftlos und ich weiß, offen gesagt, nicht, ob ich die Power habe, das durchzuhalten. Entschuldigt bitte das Gejammer, aber ich mag gerade einfach nicht mehr. Wäre es wenigstens warm… bei der Kälte erscheint mir alles viel schlimmer. Wir fahren gleich weite große Jacken für mich einkaufen, damit ich mich morgens problemlos anziehen kann und es warm habe. (Natürlich kann ich jederzeit Dani um Hilfe bitten, aber sie hat ja auch Besseres zu tun….) *seufz* Ich möchte jetzt gerne auf den Arm…😥

Orr, ich werde alt!

Heute hatte ich einenTermin beim Orthopädenfreund, my dearies. Starke Schmerzen im rechten Knie zwangen mich dazu. Wie ich vermutet hatte, ist das Knie überlastet mit dem zusätzlichen Gewicht der Orthese, die ich jetzt seit drei Jahren täglich trage. Und das Ding wiegt immerhin 1,3 Kilo. Anfangs bin ich damit sogar noch Treppen gestiegen! Andreas drückte und bog kunstvoll am Knie herum, das tat alles weh, und schickte mich zum „Foto machen“, wie er das Röntgen nennt. Das Foto zeigt, dass der Innenmeniskus, um den ich etwas Angst gehabt hatte, in Ordnung ist, das Knie aber eine beginnende Arthrose hat. Na toll. Omma Lakritz 🙄.

Sex and the eighty

Moin, meine lieben Bloggies, geht es euch gut? Haltet ihr euch an die „Maske auf!“ – Regel?! Ich hoffe es, denn ich möchte niemanden von euch im Krankenhaus wissen! Hier war einiges an „Schmuss!“ -Stress, nachdem wir von unserer kleinen Urlaubswoche im lüttje Hus zurückkamen. Ein Zahn machte mir viel Ärger, der Orthopädie-Techniker hat mein Bein für eine neue Orthese vermessen und einen Gipsabdruck gemacht, ein weiterer lieber Freund ist uns gestorben (bereits im Januar, aber da er in Basel lebte und wir daher nicht so sehr oft Kontakt hatten, haben wir es erst jetzt erfahren.

Vor drei Tagen ist unser lieber Tinus 80 Jahre alt geworden! Ich rief an und gratulierte ihm. Er freute sich sehr. Feiern konnte er das nicht,wegen des Corona-Mistviechs, so nahm er den ganzen Tag Glückwünsche auf Distanz am Fenster und an der Haustür entgegen. Zum Schluß reichte er mich wie immer noch kurz an Edda weiter.

„Na,“ sagte ich, im nächsten Juni hast du dann auch die große Acht , nicht wahr?“ „Ach ja“, sagte Edda lachend, „Das kann ich mir gar nicht vorstellen, ich mit der Acht vorne dran!“ „Na hör mal, ich bekomme im Februar die Sechs vorne dran!“, erinnerte ich sie. „Ach“, seufzte sie, „ja, Sechs wäre besser für mich.“

Dann lachte sie. „Tinus, da im Hintergrund“, der lacht sich schief, weil ich gesagt habe, Sex ist besser für mich“, prustete sie. Leise hörte ich Tinus‘ Lachen im Hintergrund. Ab welchem Alter sind Männer eigentlich erwachsen? (frage für eine Freundin!)

Abwesenheitsnotiz 😉

Heute Nachmittag, darlings, geht es für eine Woche ins lüttje hus! \o/ Da wir ja auch hier bezüglich der Tiere Glück haben von der Vermieterseite her, wird es den Katzendamen sehr gut gehen. Dani wohnt ja unmittelbar nebendran, und sie liebt Katzen. Sie wird die Mädels jeden Tag füttern. Da Pippilein und Micia durch ein offenes Kellerfenster jederzeit ins Haus können, muss ich mich wegen der Kälte nicht sorgen. Herta weiß schon Bescheid, sie macht uns die Heizung an 😍 Ich freu mich schon so!!!!

@Frau Ladybird & alle

Hey, meine Lieben, nun wohnen wir schon seit gut zwei Monaten im neuen Haus und ich hab‘ immer noch keinen Pieps von mir gegeben – shame on me! Die liebe Frau Ladybird hat sich Gedanken gemacht und nachgefragt, ob alles ok ist – danke, du Liebe! Ja, hier ist alles ok und wir fühlen uns sehr wohl hier, sowohl in der guten Atmosphäre des Hauses als auch in der neuen Nachbarschaft. Eigentlich hätte ich gern eine kleine Hauseinweihungsparty gehabt, aber wegen des Kackscheiß-Virus‘ verzichte ich lieber und lade die Leute nun einzeln ein (mit Maske und bei offenem Fenster). Der Bär allerdings ist eher unglücklich mit dem neuen Haus bzw. dem neuen Innenhof, denn dieser ist viel kleiner als der bisherige und hat vor allem keine Bepflanzung. Früher konnte der Bär immer mal schnell raus in den Hof und dort sein Bein an den Büschen oder an der Efeu-bewachsenen Scheunenwand heben. Hier geht das nicht, weil da nichts zum Beinheben ist. Dafür geht mittags der Enkel unserer Vermieterin ganz gern mal mit ihm eine Runde raus, je nach Schulschluss-Zeit. Bisher habe ich mir eine Schleppleine quer über die Schulter gelegt und bin mit Bärchen ein Stück die Straße entlang geschlichen (mehr ist mit der Orthese nicht möglich), damit er wenigstens am Laternenpfahl die Blase entleeren kann. Aber damit war er unglücklich – zu kurze Strecke und zu langsam. So habe ich vorhin experimentiert und versucht, das Bärchen an der Leine neben dem Rolli mitzuführen. Ist umständlich und fummelig, ging aber recht gut \o/ Aber sobald der Prinz nach Hause kommt, gehen wir sowieso immer mit ihm raus, er hat also nicht weniger Auslauf als vorher. Nur der tägliche Rhythmus hat sich geändert, und das macht ihn derzeit noch etwas knatschig. Ich habe schon einen Termin mit einer Trainerin, die nach dem Martin-Rütter-Prinzip D.O.G.S. ausgebildet ist und die sich das Bärchen mal genauer ansieht und uns hoffentlich raten kann, wie wir es ihm besser gehen lassen können. Inzwischen wissen auch fast alle im Dorf, die uns kennen (und die uns wichtig sind), wo wir nun hingezogen sind und daß unsere Vermieterin Daniela heißt (aus guten -und bekannten- Gründen habe ich sie bisher mit dem Pseudonym „Gudrun“ geschützt. Dani kennt unsere Vorgeschichte mit Karm und Katla – und sie hat keine Mailadresse! 🤣 Die Stadtverwaltung hat es schon geschafft, meinen Behindertenparkplatz umzusetzen (Hat etliche Anrufe, Mails und Wartezeit gekostet), aber jetzt ist er da und wir sind froh.

Und nun das Beste: Ich habe einen Pflegegrad bekommen! Nach dem Antrag bekam ich einen Fragebogen als pdf, den ich für eine telefonische Einschätzung ausfüllen mußte. Das waren Fragen zu meinem Alltag – wann und wo ich Hilfe brauche und in welcher Form, recht ausführlich, und sie forderten mehrere ärztliche Gutachten an. Dazu gaben sie uns einen Termin für ein Telefonat. Wir füllten den Fragebogen aus und schickten ihn zum MDK. Die zuständige Sachbearbeiterin rief zum genannten Termin an, der Prinz war dabei und wir machten das per Telefonkonferenz. Die sehr nette Sachbearbeiterin ging nochmals alle Punkte des Fragebogens genau mit uns durch und stellte mir einige Fragen zu meinem Alltags-Ablauf zu Hause, vor allem wollte sie sehr detailliert wissen, wie ich die Treppe ins Obergeschoß bewältige. Ich beschrieb ihr das genau, dann sagte sie: „Gut, ich schreibe jetzt ein Gutachten und schicke es an die Pflegekasse Ihrer Krankenkasse. Die melden sich dann bei Ihnen.“ Das taten sie auch, erstaunlich schnell. Sie schickten mir die medizinischen Gutachten zurück, teilten mir mit, daß ich ab sofort einen Pflegegrad habe – und sie legten kommentarlos einen Antrag auf einenTreppenlift bei! \o/ Inzwischen hatten wir schon Berater von drei Herstellern hier. Mal sehen, wie sich das entwickelt, denn alles, was über Zuschuß derPflegekasse hinausgeht, müssen wir selbst finanzieren. Aber es wäre soooo toll, wenn ich einenTreppenlift haben könnte! Auch mein zweiter Wunsch kann sich vermutlich erfüllen: Wir haben erfahren, daß ich von dem Pflegebetrag eine Putzhilfe bezahlen darf! Das wäre eine ungeheure Erleichterung!

Nachdem ich mich einige Male sehr umständlich im Rolli mit dem Bärchen auf die Gassirunde begeben habe – ein unfaßbares Gefummel mit der Leine!- haben wir da auch eine Lösung gefunden -hoffe ich! Es gibt nämlich extra Leinen für Jogger. Da bindet man sich einen gepolsterten Gurt um die Hüfte (geht leider nur mit zwei Händen) und klinkt da eine Leine ein, die elastisch wie ein Gummiband ist. So kracht der Hund nicht so heftig in sein Brustgeschirr, wenn er etwas schneller läuft (das passiert dem Bärchen öfter, wenn er schneller läuft, als ich den Rolli steuern kann, oder er eine Vollbremsung macht, wenn etwas sehr interessant riecht).
Uuund es gibt auch Fortschritte beim linken Bein! Und beim linken Arm. Erzähle ich noch!

Wie betäubt

bin ich noch immer, ihr Lieben. Deshalb war es hier auch so still in den letzten Tagen. Sicher haben die meisten von euch (Oder ihr alle) mitbekommen, daß am 28. August der wundervolle Uli Stein gestorben ist… Hier auf seiner Website findet ihr einen kleinen Nachruf. Ich stehe immer noch neben mir und kann es nicht erfassen. Ich bin Uli dankbar, daß er für den Fall seines Todes einmal festgelegt hatte, daß der Prinz und ich zu denen gehören sollten, die es rechtzeitig vor der Presse erfahren, damit wir es nicht in der Zeitung lesen müssen. Was soll ich sagen? Der Schock und die Trauer sind groß. Und der Verlust, der vor allem. Ich bin traurig und niedergeschlagen, meine Tage fühlen sich grau an, ich hab‘ zu nix Lust und ohne Uli ist alles doof. Natürlich ist das Bewußtsein, daß er wohl sanft im Schlaf gestorben ist, beruhigend. Ich bin froh für ihn, aber – er fehlt eben. Wem schicke ich jetzt links zu coolen und lustigen Tier-Videos? Wen frage ich um Rat, wenn ich mit jemandem „mit Lebenserfahrung“ reden möchte? Keine leckeren Abendessen bei Firenze (Er nannte es seinen LI = Lieblingsitaliener) mehr; kein gerauntes „Geh’n wir eine rauchen?“ zwischen Hauptgang und Nachtisch mehr, keine filterlosen Luckys in der Dämmerung vor der Tür…ach, alles Scheiße. So macht das keinen Spaß!