Früher war mehr Lametta!

So, darlings, Weihnachten und der Jahreswechsel sind vorbei – hattet ihr ein schönes Fest? Habt ihr euch über eure Geschenke gefreut? Wir waren bis zum 6. Januar im Lüttje Huus und ich kann für uns drei beide Fragen mit Ja beantworten 🤗. Der Prinz hat uns beiden ein gemeinsames Geschenk gemacht: Eine Flasche Laphroaig 10! Der Bär bekam eine große Tüte mit getrockneten Entenbrust-Streifen, die er über alles liebt (sind auch schon alle aufgegessen 😂. Erst am Heiligabend haben wir gemerkt, dass wir offenbar beim letzten Mal versehentlich unseren Weihnachtsfilm mit zurück nach Worms genommen haben, denn im lüttje Huus war die DVD (oder „Scheibe“, wie der Prinzenpapa immer sagte) nirgends zu finden. Also Bescherung ohne „Notting Hill“. war etwas ungewohnt, aber wir freuten uns trotzdem sehr: Der Prinz schenkte mir Shakespeares Sonette und Benjamin Franklins Autobiographie (beide von meiner Wunschliste bei Tante Amazonien). Ich überraschte ihn mit einem Bildband über das Lebenswerk der irakischen Architektin Zaha Hadid, die der Prinz sehr bewundert (neben Norman Foster ist sie für ihn die Größte). Der gebrochene Arm machte gut mit und tat mir kaum weh. (Bis Ende Januar muß ich noch Geduld haben, dann sollte der Bruch verheilt sein, sagt der Orthopädenfreund). Wir schauten uns also mit leckerem Sekt „Weihnachten bei Familie Hoppenstedt“ an, bewunderten Dickis schönes Atomkraftwerk und dachten an Opa (also meinen), dem ehrlich gesagt, etwas Marschmusik zum Fest wohl auch ganz gut gefallen hätte 😍. Einen festen Sturm hatten wir auch, der sich den Spaß machte, unsere Satellitenschüssel etwas zu verdrehen, so daß Fernsehen derzeit nicht geht (also kein Terra X, kein ZDF-info/ history – kurz: keine Dokus. UND für mich um 18.00 h kein „gefragt-gejagt“ (meine liebste Quiz-Sendung)! Herta brachte uns gleich am ersten Tag Eintopf rüber, den sie extra für uns gekocht hatte.

Die Schlinge, in der der linke Arm bis jetzt lag, war mir eine große Erleichterung, da sie den Arm ruhig hielt und damit Schmerzen zu vermeiden half. Anfangs habe ich noch zu viel Ibuprofen genommen, weil die Schmerzen an der Bruchstelle kaum auszuhalten waren. Aber dank der Schlinge hat sich das sehr gebessert, so daß ich jetzt auf drei Paracetamol am Tag runter bin \o/ Seit einigenb Tagen brauche ich sie gar nicht mehr, das ist soo toll!

Unsere Friesen-Family haben wir nur zu einem Drittel gesehen: Herta war öfter zum Tee da. Edda und Tinus sind zwar negativ getestet (wie Herta auch), aber wir haben uns doch vorsichtshalber an die Kontaktbeschränkungen gehalten. Denn Tinus ist ja im November 80 Jahre alt geworden, und Edda ist im Juni mit der 80 dran. Herta ist 76, verläßt aber das Haus nur, um mit ihrer Hündin Bella Gassi zu gehen. Sie hat alle Ehrenämter aufgegeben, weil sie die Kraft nicht mehr so hat wie früher.

Natürlich fiel uns die Rückfahrt wieder sehr schwer, aber uns ist schon beim letzten Mal aufgefallen, daß wir hier im neuen Haus lieber ankommen als vorher. Die warme rötliche Backsteinfassade ist ein so viel freundlicherer Anblick als der graue triste Verputz am vorigen Haus. Über Karneval sind wir wieder in Woquard, ich freue mich darauf, zumal inzwischen das Röntgen gezeigt hat, daß beide Brüche (Oberarm und Mittelhandknochen) gut verheilt sind, ich bin also schmerzfrei und das macht so vieles leichter und schöner. Morgen fliegt das orange Ding aus dem Weißen Haus und ich werde mir das live ansehen! (Wie lange habe ich mir das ersehnt!)

Wenn man erst lachen und dann weinen muß

das passierte mir gestern, my dearies – dank Leserin Illa, die mich mit einem Trostpflaster überraschte: Als mir der Paketbote das Päckchen überreichte, wunderte ich mich, da ich mir sicher war, daß ich nichts bestellt hatte. Beim Öffnen sah ich zuerst einen Kaffeebecher, dann das das schöne Tartan-Muster und mein schottlandverliebtes Herz hüpfte.

Dann las ich den Text und mußte sehr lachen: och wheesht and get oan wae it – das ist der Spruch „Keep calm and carry on“ auf gälisch! Ist das nicht großartig?! Das war der Punkt, an dem die Freudentränen kullerten… (Kleiner Hinweis am Rande: Diana Gabaldons Outlander-Serie lehrt einiges an Gälisch (Jamie spricht es ja viel)). Und von wem kam diese wunderbare Überraschung? Von Illa aus Österreich! „Als Trostpflaster“ hatte sie dazu geschrieben. Danke schön, Illa! Das Trostpflaster wirkt und wirkt und wirkt! Deine liebevolle Geste hat mir diesen ganzen Tag hell gemacht!

Was ihr auf demFoto noch sehen könnt, ist, daß der Arm jetzt in einer vernünftigen Schlinge liegt. (Sie ist sogar von Otto Bock – protz protz!) Ich habe damit weniger bis keine Schmerzen und bin wesentlich entspannter.

Oops, she did -Nein! Doch! Oh!

Tja, darlings, gründlich bin ich, das muß man mir lassen… Vorgestern habe ich das neue Haus mal richtig eingeweiht, mit einem Sturz längelang in der Küche. 🙄Leider ist dort (sinnvollerweise) der Boden gefliest, so daß ich einen harten Aufprall auf der linken Schulter hatte. Zum Glück gehen die Küchenfenster in den Hof raus und Dani war gerade draußen. Sie sah mich fallen, hörte meine Schmerzensschreie und war sofort bei mir. Sie zog mir die Orthese aus und schaffte es, mich über die rechte Seite aufzurichten (links tat zu weh).

Zum Glück bekam ich gleich einen Notfalltermin beim Orthopädenfreund, dem meine linke Hand, die blau und geschwollen war wie ein Luftballon, gar nicht gefiel. Also Foto, wie er das Röntgen nennt, sowohl Hand als auch die Schulter, auf die ich draufgeknallt war. Als ich nach dem Foto wieder sein Sprechzimmer betrat, schaute er sich gerade das Foto meiner Schulter an und ich hörte, wie er zu sich selbst „Oh, Scheiße!“ sagte…

Ja, darlings, Scheiße indeed: Der Oberarmknochen links und der Knöchel des linken Mittelfingers sind gebrochen. Der Oberarm hat einen so genannten „Spiralbruch“, das heißt, der Knochen war beim Fallen verdreht. „subkapitale Humerusfraktur“ heißt das in Ärzte-Deutsch. Aber eine Schlinge für den Arm reicht, da die Bruchstellen des Knochens ineinander greifen und – hoffentlich! – in sechs bis acht Wochen wieder zsammengewachsen sein werden, wie Andreas mir versicherte. Der Knöchel des linken Mittelfingers ist gerissen durch den Aufprall und wird von allein heilen (wenn ich nicht ins Boxtraining gehe😊). Aktuell suchen wir jetzt nach einem Hausnotrufsystem, das bezahlbar ist. Die Johanniter und die Caritas fallen schonmal weg: Wegelagerer! Soeben habe ich den ASB angeschrieben und um Infos gebeten. Insgesamt ist die Lage Scheiße, um es mal klar zu sagen: Ich muß den Arm beim Schlafen neben mir auf einem Kissen lagern, und das tut unfaßbar weh. Schlafen geht nur mit sehr viel Baldrian. Sechs bis acht Wochen… das klingt wie eine Ewigkeit. Im Moment fühle ich mich gerade sehr ängstlich und mut- und kraftlos und ich weiß, offen gesagt, nicht, ob ich die Power habe, das durchzuhalten. Entschuldigt bitte das Gejammer, aber ich mag gerade einfach nicht mehr. Wäre es wenigstens warm… bei der Kälte erscheint mir alles viel schlimmer. Wir fahren gleich weite große Jacken für mich einkaufen, damit ich mich morgens problemlos anziehen kann und es warm habe. (Natürlich kann ich jederzeit Dani um Hilfe bitten, aber sie hat ja auch Besseres zu tun….) *seufz* Ich möchte jetzt gerne auf den Arm…😥

Orr, ich werde alt!

Heute hatte ich einenTermin beim Orthopädenfreund, my dearies. Starke Schmerzen im rechten Knie zwangen mich dazu. Wie ich vermutet hatte, ist das Knie überlastet mit dem zusätzlichen Gewicht der Orthese, die ich jetzt seit drei Jahren täglich trage. Und das Ding wiegt immerhin 1,3 Kilo. Anfangs bin ich damit sogar noch Treppen gestiegen! Andreas drückte und bog kunstvoll am Knie herum, das tat alles weh, und schickte mich zum „Foto machen“, wie er das Röntgen nennt. Das Foto zeigt, dass der Innenmeniskus, um den ich etwas Angst gehabt hatte, in Ordnung ist, das Knie aber eine beginnende Arthrose hat. Na toll. Omma Lakritz 🙄.

Sex and the eighty

Moin, meine lieben Bloggies, geht es euch gut? Haltet ihr euch an die „Maske auf!“ – Regel?! Ich hoffe es, denn ich möchte niemanden von euch im Krankenhaus wissen! Hier war einiges an „Schmuss!“ -Stress, nachdem wir von unserer kleinen Urlaubswoche im lüttje Hus zurückkamen. Ein Zahn machte mir viel Ärger, der Orthopädie-Techniker hat mein Bein für eine neue Orthese vermessen und einen Gipsabdruck gemacht, ein weiterer lieber Freund ist uns gestorben (bereits im Januar, aber da er in Basel lebte und wir daher nicht so sehr oft Kontakt hatten, haben wir es erst jetzt erfahren.

Vor drei Tagen ist unser lieber Tinus 80 Jahre alt geworden! Ich rief an und gratulierte ihm. Er freute sich sehr. Feiern konnte er das nicht,wegen des Corona-Mistviechs, so nahm er den ganzen Tag Glückwünsche auf Distanz am Fenster und an der Haustür entgegen. Zum Schluß reichte er mich wie immer noch kurz an Edda weiter.

„Na,“ sagte ich, im nächsten Juni hast du dann auch die große Acht , nicht wahr?“ „Ach ja“, sagte Edda lachend, „Das kann ich mir gar nicht vorstellen, ich mit der Acht vorne dran!“ „Na hör mal, ich bekomme im Februar die Sechs vorne dran!“, erinnerte ich sie. „Ach“, seufzte sie, „ja, Sechs wäre besser für mich.“

Dann lachte sie. „Tinus, da im Hintergrund“, der lacht sich schief, weil ich gesagt habe, Sex ist besser für mich“, prustete sie. Leise hörte ich Tinus‘ Lachen im Hintergrund. Ab welchem Alter sind Männer eigentlich erwachsen? (frage für eine Freundin!)

Abwesenheitsnotiz 😉

Heute Nachmittag, darlings, geht es für eine Woche ins lüttje hus! \o/ Da wir ja auch hier bezüglich der Tiere Glück haben von der Vermieterseite her, wird es den Katzendamen sehr gut gehen. Dani wohnt ja unmittelbar nebendran, und sie liebt Katzen. Sie wird die Mädels jeden Tag füttern. Da Pippilein und Micia durch ein offenes Kellerfenster jederzeit ins Haus können, muss ich mich wegen der Kälte nicht sorgen. Herta weiß schon Bescheid, sie macht uns die Heizung an 😍 Ich freu mich schon so!!!!

@Frau Ladybird & alle

Hey, meine Lieben, nun wohnen wir schon seit gut zwei Monaten im neuen Haus und ich hab‘ immer noch keinen Pieps von mir gegeben – shame on me! Die liebe Frau Ladybird hat sich Gedanken gemacht und nachgefragt, ob alles ok ist – danke, du Liebe! Ja, hier ist alles ok und wir fühlen uns sehr wohl hier, sowohl in der guten Atmosphäre des Hauses als auch in der neuen Nachbarschaft. Eigentlich hätte ich gern eine kleine Hauseinweihungsparty gehabt, aber wegen des Kackscheiß-Virus‘ verzichte ich lieber und lade die Leute nun einzeln ein (mit Maske und bei offenem Fenster). Der Bär allerdings ist eher unglücklich mit dem neuen Haus bzw. dem neuen Innenhof, denn dieser ist viel kleiner als der bisherige und hat vor allem keine Bepflanzung. Früher konnte der Bär immer mal schnell raus in den Hof und dort sein Bein an den Büschen oder an der Efeu-bewachsenen Scheunenwand heben. Hier geht das nicht, weil da nichts zum Beinheben ist. Dafür geht mittags der Enkel unserer Vermieterin ganz gern mal mit ihm eine Runde raus, je nach Schulschluss-Zeit. Bisher habe ich mir eine Schleppleine quer über die Schulter gelegt und bin mit Bärchen ein Stück die Straße entlang geschlichen (mehr ist mit der Orthese nicht möglich), damit er wenigstens am Laternenpfahl die Blase entleeren kann. Aber damit war er unglücklich – zu kurze Strecke und zu langsam. So habe ich vorhin experimentiert und versucht, das Bärchen an der Leine neben dem Rolli mitzuführen. Ist umständlich und fummelig, ging aber recht gut \o/ Aber sobald der Prinz nach Hause kommt, gehen wir sowieso immer mit ihm raus, er hat also nicht weniger Auslauf als vorher. Nur der tägliche Rhythmus hat sich geändert, und das macht ihn derzeit noch etwas knatschig. Ich habe schon einen Termin mit einer Trainerin, die nach dem Martin-Rütter-Prinzip D.O.G.S. ausgebildet ist und die sich das Bärchen mal genauer ansieht und uns hoffentlich raten kann, wie wir es ihm besser gehen lassen können. Inzwischen wissen auch fast alle im Dorf, die uns kennen (und die uns wichtig sind), wo wir nun hingezogen sind und daß unsere Vermieterin Daniela heißt (aus guten -und bekannten- Gründen habe ich sie bisher mit dem Pseudonym „Gudrun“ geschützt. Dani kennt unsere Vorgeschichte mit Karm und Katla – und sie hat keine Mailadresse! 🤣 Die Stadtverwaltung hat es schon geschafft, meinen Behindertenparkplatz umzusetzen (Hat etliche Anrufe, Mails und Wartezeit gekostet), aber jetzt ist er da und wir sind froh.

Und nun das Beste: Ich habe einen Pflegegrad bekommen! Nach dem Antrag bekam ich einen Fragebogen als pdf, den ich für eine telefonische Einschätzung ausfüllen mußte. Das waren Fragen zu meinem Alltag – wann und wo ich Hilfe brauche und in welcher Form, recht ausführlich, und sie forderten mehrere ärztliche Gutachten an. Dazu gaben sie uns einen Termin für ein Telefonat. Wir füllten den Fragebogen aus und schickten ihn zum MDK. Die zuständige Sachbearbeiterin rief zum genannten Termin an, der Prinz war dabei und wir machten das per Telefonkonferenz. Die sehr nette Sachbearbeiterin ging nochmals alle Punkte des Fragebogens genau mit uns durch und stellte mir einige Fragen zu meinem Alltags-Ablauf zu Hause, vor allem wollte sie sehr detailliert wissen, wie ich die Treppe ins Obergeschoß bewältige. Ich beschrieb ihr das genau, dann sagte sie: „Gut, ich schreibe jetzt ein Gutachten und schicke es an die Pflegekasse Ihrer Krankenkasse. Die melden sich dann bei Ihnen.“ Das taten sie auch, erstaunlich schnell. Sie schickten mir die medizinischen Gutachten zurück, teilten mir mit, daß ich ab sofort einen Pflegegrad habe – und sie legten kommentarlos einen Antrag auf einenTreppenlift bei! \o/ Inzwischen hatten wir schon Berater von drei Herstellern hier. Mal sehen, wie sich das entwickelt, denn alles, was über Zuschuß derPflegekasse hinausgeht, müssen wir selbst finanzieren. Aber es wäre soooo toll, wenn ich einenTreppenlift haben könnte! Auch mein zweiter Wunsch kann sich vermutlich erfüllen: Wir haben erfahren, daß ich von dem Pflegebetrag eine Putzhilfe bezahlen darf! Das wäre eine ungeheure Erleichterung!

Nachdem ich mich einige Male sehr umständlich im Rolli mit dem Bärchen auf die Gassirunde begeben habe – ein unfaßbares Gefummel mit der Leine!- haben wir da auch eine Lösung gefunden -hoffe ich! Es gibt nämlich extra Leinen für Jogger. Da bindet man sich einen gepolsterten Gurt um die Hüfte (geht leider nur mit zwei Händen) und klinkt da eine Leine ein, die elastisch wie ein Gummiband ist. So kracht der Hund nicht so heftig in sein Brustgeschirr, wenn er etwas schneller läuft (das passiert dem Bärchen öfter, wenn er schneller läuft, als ich den Rolli steuern kann, oder er eine Vollbremsung macht, wenn etwas sehr interessant riecht).
Uuund es gibt auch Fortschritte beim linken Bein! Und beim linken Arm. Erzähle ich noch!

Wie betäubt

bin ich noch immer, ihr Lieben. Deshalb war es hier auch so still in den letzten Tagen. Sicher haben die meisten von euch (Oder ihr alle) mitbekommen, daß am 28. August der wundervolle Uli Stein gestorben ist… Hier auf seiner Website findet ihr einen kleinen Nachruf. Ich stehe immer noch neben mir und kann es nicht erfassen. Ich bin Uli dankbar, daß er für den Fall seines Todes einmal festgelegt hatte, daß der Prinz und ich zu denen gehören sollten, die es rechtzeitig vor der Presse erfahren, damit wir es nicht in der Zeitung lesen müssen. Was soll ich sagen? Der Schock und die Trauer sind groß. Und der Verlust, der vor allem. Ich bin traurig und niedergeschlagen, meine Tage fühlen sich grau an, ich hab‘ zu nix Lust und ohne Uli ist alles doof. Natürlich ist das Bewußtsein, daß er wohl sanft im Schlaf gestorben ist, beruhigend. Ich bin froh für ihn, aber – er fehlt eben. Wem schicke ich jetzt links zu coolen und lustigen Tier-Videos? Wen frage ich um Rat, wenn ich mit jemandem „mit Lebenserfahrung“ reden möchte? Keine leckeren Abendessen bei Firenze (Er nannte es seinen LI = Lieblingsitaliener) mehr; kein gerauntes „Geh’n wir eine rauchen?“ zwischen Hauptgang und Nachtisch mehr, keine filterlosen Luckys in der Dämmerung vor der Tür…ach, alles Scheiße. So macht das keinen Spaß!

Telefon!

Die Telekom hat uns wieder angeschlossen, darlings. Allerdings haben wir die Festnetztelefone noch nicht gefunden, sind also noch nicht erreichbar… Es wird aber Zeit, dass wir sie einstöpseln, denn den nächsten Tagen will mich jemand vom medizinischen Dienst anrufen, um zu entscheiden, ob ich einen Pflegegrad bekomme (Wegen der Corona-Krise machen sie keine Hausbesuche mehr – sie haben alle ärztlichen Unterlagen vorliegen und klären den Rest mündlich am Telefon. Bin sehr gespannt und hoffnungsvoll, drückt mir die Daumen, ja? (Ansonsten vermisse ich das Festnetzdings nicht, so kommen auch keine lästigen Telemarketinganrufe rein.)

Abra-Kadumzug!

Das ging jetzt verdammt schnell, meine Lieben – wir sind nämlich bereits umgezogen! Und zwar schon am vorletzten Samstag, dem 22.8. Das hatte sich sehr kurzfristig ergeben, durch die Änderung einiger privater Termine bei Gudrun sowie bei zweien unserer Helfer. Eine erneute Absprache hatte den 22.8. als für alle passend ergeben. Der Transporter, den der Prinz schon vorher gemietet und reserviert hatte, war zum Glück auch an diesem Tag frei. Da wir ja in den Wochen vorher schon wie wild Kleinkram gepackt und hinübergefahren hatten, blieben jetzt fast nur noch die Möbel übrig, wie geplant. Das erledigten mein Bruder und der Freund der Prinzentochter, die sich auf Anhieb gut verstanden und Hand in Hand arbeiteten. Allerdings war doch noch jede Menge Kleinkram im Haus, der viele Umzugskartons in Anspruch nahm. Das hatten wir sehr unterschätzt! Am späten Nachmittag war es geschafft. Zu unserer Freude gefiel allen das neue Haus gut. Wir fühlen uns sehr wohl hier, das Haus hat eine gute Energie. Natürlich muß man auch hier über eine Treppe ins Obergeschoß, aber die Stufen sind wesentlich flacher und damit leichter für mich zu ersteigen. Wir sind froh und dankbar, denTransfer hierher geschafft zu haben. Alle Möbel sind da, wo sie sein sollen. Nur wohnen wir noch inmitten eines großen Karton-Chaos‘- l’horreur! Wir luden nach dem Umzug die ganze Helfertruppe zu Esther und Alessio zum Eis ein. Die häufigsten Sätze sind derzeit: „Schatz, weißt du, wo xy sein könnte?“ „Jaa, das habe ich in irgendeiner Kiste gesehen, aber ich weiß nicht mehr, wo.“ Nun, xy wird sich finden, denn wir folgen dem Rat meiner Schwesti und packen systematisch jeden Tag eine Kiste aus. Dabei prüfen wir bei jedem Stück genau, ob wir es wirklich noch behalten möchten oder die Caritas es bekommt ( = ein Teil weniger, das wir in einigen Jahren nach Friesland mitschleppen müssen!). Jedenfalls sehne ich mich danach, daß der Alltag wieder einsetzt, mit seinen automatischen Abläufen. So ein richtiger (und gern auch etwas langweiliger) Alltag!

Die Katzen und der kleine Herr Sonntag haben sich gut eingelebt, zu unserer Freude. Micia und das Pippilein finden es super, daß sie hier ihren eigenen Zugang haben: Gudrun hat uns erlaubt, ein Kellerfenster offen zu lassen, das in den Hof führt. Auch die Tür zum Keller hier oben in der Diele steht einen Spalt offen, so können die Damen kommen und gehen, wie sie wollen. Der zuständige Sachbearbeiter beim Ordnungsamt will noch meinen Behindertenparkplatz hierher verlegen lassen (das wird Karm freuen, betrachtet er doch den gesamten Bürgersteigbereich vor der Katlahöhle als sein Eigentum). Von unseren neuen Nachbarn kennen wir noch niemanden, aber fest steht, daß es hier keine Katlahöhle gibt. Und, ein Vorteil des Dorflebens: Unsere liebenswerte Briefträgerin wirft automatisch unsere Post hier ein, bei der neuen Adresse. (Da hätte es den Nachsendeantrag gar nicht gebraucht.)

Schmöchtedas nicht.

darlings, WordPress hat die Arbeitsoberfläche beim Verfassen der Texte geändert. Deshalb wundert euch bitte nicht, wenn es hier ab und zu mal etwas seltsam aussieht. Ich bin nicht gut darin, Änderungen bei mir vertrauten Abläufen zu akzeptieren. (Omma Lakritz will alles wie immer haben!)

Was ich eigentlich schreiben wollte, war, dass es gute Nachrichten für Möchtegern-Blockwarte gibt: Die Polizei bietet jetzt ehrenamtliche Mitarbeit an, einen „ehrenamtlichen Sicherheitsdienst“, Infos hier. Das könnte in der Katlahöhle jetzt eine Orgasmus-Serie auslösen, denn: Die Ehrenamtlichen bekommen Jacken, die entfernt an Uniformen erinnern, mit dem Wappen des jeweiligen Bundeslandes und der Aufschrift „Sicherheitsdienst“. Wie gesagt, alle Infos auf der betreffenden Website. Ich wollte das hier nur mal als Information in die Umgebung lassen. Viel Freude damit.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Besser gefragt, ihr Lieben: Wer dreht mal bitte an der Uhr und stellt sie auf Ende August? Ich möchte den Driss endlich hinter mir haben. *mimimi* Am meisten nervt mich, daß ich mit einer Hand überhaupt nichts helfen kann. Ein Vorteil ist, daß wir dort weniger Platz haben, also (hoffentlich!) besser Ordnung halten können. Der Prinz hat ja schon viel Kleinkram hinübergeschafft – Gudrun hat ihm vorgeschlagen, die Kartons im Keller zu stapeln (der, im Gegensatz zum hiesigen) trocken und geräumig ist.Da der Umzugstag ein Montag ist, hat der Prinz sich den Rest der Woche freigenommen, damit wir in Ruhe einräumen können.

Ich hoffe, der Antrag auf denPflegegrad läuft gut durch. Wir haben alle geforderten Unterlagen eingereicht. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) macht normalerweise einen Hausbesuch beim betreffenden Pastienten, um sich einBild von dessen Zustand zu machen. Wegen der Corona-Krise läuft das derzeit telefonisch. Mein Termin ist noch vor dem Umzug. Man solle alle medizinischen Unterlagen bereit halten, schreiben sie. Zum Glück hat der Prinz von Anfang an alles eingescannt (ich hoffe sooo sehr auf einen Treppenlift!) Ich werde weiter berichten 😉

*Ächz*

Hi darlings, seit Dienstag Nacht sind wir zurück und schon wieder mitten im Umzugs-Gedöns drin. Zum Glück hatten wir zwei sehr schöne Wochen im lüttje Hus und sind erholt. Gudrun hat uns bereits die Schlüssel übergeben, so daß wir jederzeit ins Haus gehen können. Wir haben die Zimmer ausgemessen und beratschlagt, wo welche Möbel wie stehen sollen. Gudrun ist sehr großzügig und gelassen, was Änderungen betrifft. Der Prinz schuftet wie ein Brunnenputzer, packt und schleppt, plant, mißt aus und tut überhaupt wahnsinnig viel. Das meiste unseres Kramzeugs ist bereits drüben im neuen Haus, so daß Ende des Monats  nur noch die Möbel rübergeschafft werden müssen. Der Hof ist leider nur sehr klein, das wird eine Umstellung für das Bärchen werden. Gudrun hat  etwas Sorge wegen Kackhaufen und Markierungspinkeln.Wir haben ihr versprochen, daß ich ihn eng überwachen und Haufen sofort entsorgen werde. (Pinkelpfützen spüle ich mit der Gießkanne weg.) Der Prinz hat sich vorgenommen, jeden Morgen mit ihm eine Gassirunde zu machen, und Tim, Gudruns Enkel, würde mittags nach der Schule auch mal mit ihm laufen. Ansonsten wird der Bär wohl viel mehr im Haus sein als bisher. Dafür haben es die Damen besser: Ein Kellerfenster führt in den Hof, es ist mit Hühnerdraht bespannt, zum Lüften. Gudrun läßt uns ein Stück des Drahtes rausschneiden und eine Katzenklappe einsetzen. Wenn wir die Kellertür einen Spalt offen lassen, können Micia und Pippi frei rein und raus. Ich hoffe nur, wir kriegen die beiden am Tag X eingefangen und gut hinüber transportiert! Ich bin froh, wenn alles geschafft ist – ich kann ja nicht helfen und habe ein schlechtes Gewissen, daß der Prinz alles allein machen muß.