Frau Lakritze hat was gebaut

Nämlich eine Website für die Arbeit, die ich in Woquard ausüben will, wenn wir endlich dort leben:
Korrektorat am Meer . Eigentlich wollte ich lektorieren, aber die URL „Lektorat am Meer“ ist bereits an der Ostsee aktiv.

Dazu wird noch Lernhilfe für angehende Heilpraktiker kommen, wie es mir das für mich zuständige Gesundheitsamt schriftlich erlaubt hat), dafür muss ich aber sämtliche Lernhilfe-Unterlagen, die schon vorbereitet sind, nochmals genau überprüfen, ob auch alles stimmt – nicht, dass da jemand versehentlich etwas Falsches lernt und Fehlerpunkte kassiert!

Mein erträumtes Buchantiquariat eröffne ich dann auch, (natürlich „antiquariat am Meer“), und der Prinz hat bererits sein Grafikbüro (dtp-am-meer.de) vorbereitet und wird loslegen, sobald wir umgezogen sind. Unser Rentnerdasein wird ganz schön aktiv sein, denn wir haben vor, uns als Ranger im Naturpark Wattenmeer zu bewerben und für den Umweltschutz zu arbeiten. Ihr seht, im Geiste leben wir schon dort! 😉

Perlen der Minijobsuche

Zwar habe ich einen Minijob (Home Office) gefunden, wie ich schrub, meine Lieben, aber so ab und zu inseriere ich doch mal, z. B. bei „ibääh Kleinkram“, und bekomme oft sehr lustige Angebote. Manchmal sind es offensichtliche Betrugsversuche, so schlecht gemacht, dass ich herzlich lachen muss. Und dann wieder kommen wahre Perlen rein, wie letzte Woche. Da schrieb mir jemand, er suche ein Fotomodell, für Fotoshootings zwei-bis drei Mal die Woche. „Je nach Art der Fotos“ könne ich sieben-bis zehntausend Euro im Monat verdienen. Bei Interesse möge ich ihm ein Foto von mir schicken, dazu Informationen über mich. Na, das ließ sich wohl machen! Ich schickte ihm nicht ein, sondern gleich zwei Fotos von mir, im Rollstuhl 😀 Dazu, wie gewünscht, Informationen: „Meine Lieblingsfarbe ist Blau, ich mag Schokolade, interessiere mich sehr für Haie, trinke gern Kaffee. Tee mag ich auch, aber Kaffee doch noch lieber.“ Dann fragte ich, wann wir uns zum ersten Shooting treffen sollten, ich könne es kaum erwarten…
Und was soll ich euch sagen, darlings? der hat sich gar nicht mehr gemeldet! Komisch… versteht ihr das…?

Zwei Wochen Schreibfaulheit

habe ich jetzt überwunden, meine Lieben. Zum Teil lag die Schreibunlust auch an der blöden Arthrose im rechten Daumen und Zeigefinger (–> viel Ibu und Voltaren). Dabei wollte ich doch erzählen, dass wir am vorletzten Samstag endlich mal wieder bei Petra und ihren Junioren zu Besuch waren – und es war so ein schöner Tag! Seit Monaten hatten Petra und ich überlegt und geplant, dass wir gemeinsam Waffeln backen wollten, aber es kam immer wieder etwas dazwischen (nicht nur das blöde Coronavirus). Gemäß Absprache brachte ich die Zutaten mit, Petra hatte schon das Waffeleisen vorbereitet. Aber zuerst wollte mal der Sohnemann genau wissen „Wo kommt ihr her?“ Der „Kerle“, wie Petra ihren Sohn liebevoll nennt, ist ein wahrer Sonnenschein, fröhlich, ungeheuer charmant – und blitzgescheit! Eine Weile blieb er bei mir in der Küche; wir unterhielten uns gemütlich und lachten viel. Dann rolli-te er rüber ins Wohnzimmer und unterhielt sich eine Weile mit dem Prinzen. Dieser war ebenso bezaubert von dem sonnigen Wesen dieses doch so schwer behinderten jungen Mannes. Die Waffeln gelangen mir gut (ja, Waffelteig kann ich! :)) Petra kochte Tee und setzte Sahne dazu auf den Tisch („Für die Wülkjes“, sagte sie augenzwinkernd). Tee nach Friesenart und Waffeln nach Lakritze-Art, wir hatten es richtig gut! Der Charmeur-Kerle wollte neben mir am Tisch sein, ich freute mich. Wir spielten Mensch-ärgere dich-nicht (das habe ich zuletzt in der Darmstädter Klinik gespielt, als Teil der Ergotherapie). Wir lachten viel dabei. Der Kerle zockte uns locker ab (er küsste aber auch den Würfel vor jedem Wurf);)) Seine Schwester blieb lieber für sich in ihrem Zimmer, sie spürte aber, dass die Stimmung entspannt war, und sang vor sich hin. Das war schön, wie der ganze Besuch schön war. Petra ist wunderbar entspannt, bei ihr kann man einfach sein. Am frühen Abend fuhren der Prinz und ich zurück, ganz erfüllt und beflügelt von dem schönen Nachmittag.
IDie folgenden zwei Wochen fand ich dann nervig. Ich habe einen Mini-Nebenjob gefunden (wie es mir die Deutsche Rentenversicherung erlaubt), kann die Aufgabe aber kaum erfüllen, weil ich dazu eine Software der betreffenden Firma nutzen muss, diese schmeißt mich aber ständig aus dem System bzw. lässt mich gar nicht erst rein. So verbringe ich viel Zeit per Telefon oder Mail mit meiner Projektleiterin, die supernett, aber auch eher ratlos ist. Viel Spaß macht uns Bruce, der Kater, den unsere Vermieterin Daniela aus dem Koblenzer Tierheim adoptiert hat. Bruce ist getigert wie Micia, wiegt aber – wait for it – fünfeinhalb Kilo! Er hat dazu das typisch niedliche Gesicht der Britisch-Kurzhaar-Katzen. Dani liebt ihn sehr und lebt komplett unter seiner dicken Pfote 😀 Bruce hat den Garten schon ganz selbstverständlich in Besitz genommen, hat bereits Lieblingsplätze und folgt Dani auf Schritt und Tritt. Als er aus dem Tierheim kam, wußte er nicht, was „Spielen“ bedeutet. Das hat Dani ihm aber schnell beigebracht. „Die zwei haben sich gesucht und gefunden“, sagt der Prinz lachend – und er hat recht! Dani hat mit ihm Micias Verlust überwunden und Buce ist nach dem Tierheim im Paradies gelandet 😀

Nun sind sie wieder zusammen

Quelle: Wikipedia
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Sicher hat die Nachricht euch inzwischen auch erreicht, my dearies, dass „meine“ Königin gestorben ist.. ich bin noch wie vor den Kopf geschlagen und sehr, sehr traurig. Ich habe geahnt und gefürchtet, dass ihr Tod nun jeden Tag verkündet wird. Denn ich habe diese Frau sehr verehrt und bewundert. Wer mich schon länger kennt, weiß ja, dass ich in meinem tiefsten Herzen Britin bin. Elizabeth Alexandra Mary hat mich inspiriert und war mir in mancher Hinsicht ein Vorbild. Ich hoffe, sie und Philip gehen nun wieder zusammen spazieren und können einfach zusammen sein – frei von „The Firm“ und allen Pflichten… Ich hatte immer gehofft, ihr irgendwann mal zu begegnen und ihr die Hand drücken zu können.. nun ja.
Frau Ladybird, wie geht es dir damit?

Sie ist da…

…die Tafel für Bärchens Grab, Ihr Lieben, und in mir wird wieder die schmerzhafte, riesige Lücke spürbar, die dieser schmale, zierliche, sieben-Kilo-Hund hinterlassen hat:

Anfang November werden wir wieder im lüttje Huus sein, dann geht es zum Ökowerk Emden, um den Baum für Bärchens Grab abzuholen. Zusammen mit Stephan, unserem Nachbarn in Harkebrügge, hatten wir zunächst überlegt, einen Apfelbaum zu pflanzen. Aber im Garten des lüttje Huus haben wir schon zwei Apfelbäume, die uns so reichlich beschenken, dass wir die Menge an köstlichen Äpfeln kaum bewältigen können (obwohl Herta miterntet, aber sie braucht ja kaum etwas…) Beim vorletzten Urlaub Hatte Herta uns noch einen Kirsch-und einen Pflaumenbaum gezeigt, ganz hinten im Garten, die uns noch gar nicht aufgefallen waren. Kurz: Beide Bäume gehören uns, aber ihre Früchte sind leider nicht genießbar (die Kirschen sauer, die Pflaumen hart und sauer). Also sind wir wieder bei einem Kirschbaum für Bärchens Grab. Die Tafel stecken wir dann unter dem Baum in die Erde. So wird auch unser Helfer, der alle drei Wochen mal bei Herta und bei uns das Gras mäht, wissen, wo er vorsichtig mähen muss. Wir hatten diesmal so tolles Wetter, dass wir öfter auf der Terrase frühstücken und neben Bärchens Grab Kaffee trinken konnten. Für mich ist das tröstlich. Pippi und Micia sind ja hier nebenan in Danis Garten beerdigt, und wenn wir – wie wir das oft tun – bei und mit Dani zum Essen auf ihrer Terrasse sitzen, kann ich die Gräber meiner beiden Mädchen sehen und spreche in Gedanken mit ihnen. (Klingt bekloppt, ich weiß,aber mir hilft es.) Übrigens haben wir uns wieder einige Male mit unseren Whisky-Jungs getroffen, traditionsgemäß am Deich zwischen Upleward und Campen. Dabei haben wir vereinbart, dass es bei uns im lüttje Huus ein Whisky-Tasting geben wird, das die Jungs organisieren. Ja, und ich habe einen neuen Lieblings-Whisky entdeckt: Campbeltown.
Sagt mal, wie sieht das bei euch aus: Macht ihr euch Gedanken, wie ihr Gas und Strom sparen könnt? Habt ihr schon etwas umgesetzt? Macht euch die Situation Sorgen?

Weg, aber wieder da

sind wir, ihr Lieben. Dreieinhalb herrliche, warme Wochen in Woquard hatten wir,in denen wir uns so richtig fallenlassen konnten. Jede Menge schöner Ausflüge haben wir gemacht. Vor allem nach Norddeich, dessen neue Strandpromenade toll rollstuhlfreundlich ist , sind wir abends oft gefahren, um mit einem „sundowner“ (meist Aperol Sprizz) den Sonnenuntergang zu genießen. Uuuuund natüüürlich waren wir im heißgeliebten Groningen, wo ich mir das hier zulegte (Die Brille ist ein Lesezeichen, das mir die nette Verkäuferin dazu schenkte):

Der Prinz schlug vor, bei jedem künftigen Groningen-Besuch einen weiteren Band zu kaufen, bis ich alle sechs beisammen habe (das Lesen fällt mir leicht, da ich die Bücher ja fast auswendig kenne ;))
So, jetzt aber in die Heia, ich erzähle morgen noch mehr. Schlaft gut!

Vierbeiniger Zuwachs

zog gestern Nachmittag bei Dani ein, darlings. Ja, eine Katze – bzw. ein Kater. Seit Micia und mein Pippilein nicht mehr im Garten herumstreifen, hat die Mäusepopulation exponentiell zugenommen 😀 Dani hat sich eine tolle neue Terrasse bauen lassen (das Provisorium aus Europaletten konnte sie einfach nicht mehr sehen). Für die Mäuse scheint das spannend zu sein, denn sie laufen jetzt sogar über Danis Füße! Eine neue Katze muß her, beschloß sie, und begann mit ihrer Suche. Zunächst schaute sie auf den Webseiten verschiedener Tierheime der Umgebung nach, aber, ehrlich gestanden, die hatte ich bereits abgegrast ;), und mich hatte keine so richtig angesprochen. Dani wurde schließlich fündig: Im Tierheim Koblenz überzeugte Kater Bruce sie davon, dass er unbedingt bei ihr einziehen müsse. Bruce ist ein riesiger Fünf-Kilo-Brummer, getigert wie unsere Chefin über alles, total gechillt und verschmust. Dani hat ihn erst einmal in aller Ruhe ankommen lassen. Er durfte durchs Haus streifen und sich alles genau anschauen. Die Mitarbeiter des Tierheims hatten ihn auf der Straße aufgegriffen, nachdem jemand „eine überfahrene Katze“ gemeldet hatte. Es stellte sich heraus: Bruce war nicht angefahren, sondern pennte nur eine Runde in der Sonne – mitten auf dem Bürgersteig! Bei Dani zeigte sich: der Kater ist sozialisiert und gut erzogen. Die Katzentoilette kennt und nutzt er. Er weiß, was das Wort „Nein“ bedeutet. Bereits jetzt folgt er Dani im Haus überall hin, bis zur Toilette (Le Bär läßt grüßen…seufz…) Ob der Riesenkerl allerdings aktiv gegen die Mäuse vorgehen wird, bezweifelten die TIerheimleute. Die vermuten eher, dass er Garfield-mäßig bei der Jagd einpennen wird 😀 Mal sehen, bald wird er kapiert haben, wie er in unser Haus kommt, dann haben wir auch wieder ein schnurrendes Fellwesen im Haus, das wird uns guttun. Eine eigene Katze wird allerdings nicht möglich sein, solange wir hier wohnen, denn – und darauf hat das TIerheim deutlich hingewiesen – Bruce ist sehr dominant und duldet keine anderen Katzen. Na gut, wenn wir bis 2030 auf einen Hund warten müssen, warten wir bis dahin eben auch auf eine Katze. Und Hühner – denn ich möchte wieder Hühnis halten! Das wird echt schön, wenn wir im lüttje Hus wohnen!

Ich bin etwas ruhiger zur Zeit,

ihr Lieben. Das liegt daran, dass mir die Kraft fehlt. Die Trauer um Le Bär powert mich aus. Der kleine Stinkipups hat einen so großen Krater in unserem Leben hinterlassen, wie wir es uns beide, der Prinz und ich, nicht hätten vorstellen können. Auch um Micia und mein Pippikind trauere ich sehr. Die drei waren so integrale Bestandteile unseres Lebens, dass sie ständig gegenwärtig sind. Frage an die unter euch, die schon Hunde und/oder Katzen hergeben mußten: Wie lange dauert diese schreckliche Trauerzeit?

Neues vom Anzeigen-Feti :)

Hey ihr Lieben, vor einer Weile habe ich erzählt, dass der liebe Ex-Nachbar mal wieder eine Anzeigenwelle losgetreten hatte – er hatte sämtliche Nachbarn, deren Autos nicht zu 100 Prozent so standen, wie er sich das vorstellte, bei der Stadtverwaltung angezeigt – anonym natürlich, wie das so seine (feige) Art ist. Diesmal war aber einigen der Kragen geplatzt und sie hatten sich für eine Sammelklage gegen ihn zusammengeschlossen und gemeinsam eine Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet. Die Frankfurter Kanzlei verlangte zuerst einmal Akteneinsicht bei der Stadt. Die zierte sich erst etwas und gab zwar Kopien der Anzeigen-Mails heraus, aber mit geschwärzten Namen. Das beeindruckte die zuständige Anwältin null, denn den kannte sie längst (die Nachbarn kannten den Namen des Anzeigenfetischisten natürlich seit Jahren und hatten ihn klar benannt. Erst als die Anwältin mit der Staatsanwaltschaft drohte, knickten sie beim Ordnungsamt ein. Jetzt dämmerte ihnen langsam, dass es keine gute Idee gewesen war, auf anonyme Anzeigen zu reagieren. Einige Tage später erhielt ein Teil der Angezeigten einen Brief von der Stadt mit der Information, die Anzeige sei „ein Irrtum“ gewesen und sie müssten die Gebühr nicht zahlen. Das heißt für den Denunzianten nicht, dass er vom Haken ist – die Nachbarschaft bleibt dran (und damit die Anwaltskanzlei auch!) In der Katlahöhle dürfte es jetzt langsam stiller werden… Ich bin sehr dankbar, nicht mehr in unmittelbarer Nachbarschaft der Katlahöhle zu wohnen und die giftige, verrottete Energie nicht mehr durch das Viertel wabern zu fühlen. Seit wir hier bei Dani leben, ist es wunderbar entspannt. Wir haben eine freundliche, kameradschaftliche Nachbarschaft und fühlen uns hier gut aufgehoben.

Sieben Monate

waren es gestern, seit wir den besten Hund der ganzen weiten Welt losließen.

Der Schmerz ist immer noch unsagbar groß, bei uns beiden. Im Auto, wenn wir zum lüttje Huus fahren, schaue ich immer noch nach links hinten,um zu sehen, ob er schläft oder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht: aus dem Fenster gucken. Der leere Rücksitz ist jedesmal ein Stich ins Herz. Im lüttje Huus schaue ich automatisch zu der Ecke, in der sein Bett stand (strategisch günstig, um uns beide stets im Blick zu haben, der kleine Kontroletti). Beim Essen schaue ich hinaus auf den wilden Grünstreifen vor dem Haus, der unsere von Hertas Einfahrt trennt, und sehe vor meinem inneren Auge einen kleinen braunen Hund, der mit der Nase am Boden durch das hohe Gras streift und den geeigneten Platz sucht, um die Wiese mit einem Haufen zu verschönern… In acht Jahren geht der Prinz in den Ruhestand, dann ziehen wir ganz nach Woquard – und dann, wenn der Prinz nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fahren muss, wird sicher wieder ein Hund unser Leben teilen. Denn: nach den sechs Jahren mit Le Bär ist das Leben ohne einen Hund entsetzlich leer. Okay, offen gestanden, genießen wir es derzeit noch, dass wir einfach so, ganz spontan, essen gehen oder zu IKEA fahren können, ohne dass zu Hause sich ein kleiner Bär die Augen ausweint… Aber ich würde die freiheitlichen Einschränkungen sofort wieder in Kauf nehmen, wenn der kleine Stinker wieder bei uns wäre… Immerhin haben wir es so weit geschafft, daß wir über ihn sprechen und sogar bei manchen Erinnerungen, die wir teilen, lachen können. Das ist wichtig, um mit dem Verlust Frieden schließen zu können. Ich weiß, dass das für uns beide gilt: Es waren sechs ganz besondere Jahre mit dem Pups, und wir werden für diese Zeit immer dankbar sein. Wir wissen, dass er zuletzt einfach nicht mehr leben wollte und konnte, die Niereninsuffizienz machte ihm jeden Tag zur Qual. Die Euthanasie war die richtige Entscheidung, er ist sanft und friedlich gegangen. Und in unseren Herzen und Gedanken ist er immer noch bei uns. Und er wird es immer sein. Im August kommt ein Obstbaum auf sein Grab, dazu eine kleine Gedenktafel, wie Pippi und Micia sie haben.

Rückfahrt :(((

Ist für heute angesagt, darlings. Es ist Sonntag und wir sind seit Dienstag im lüttje Hus. Haben das lange Fronleichnam-Wochenende genutzt (ist hier in Niedersachsen kein Feiertag). Der Prinz hatte sich eigentlich den morgigen Montag noch als Home Office-Tag reserviert, aber da hat jemand einen Termin reingeknallt, bei dem er dabei sein muss… also heute schon Rückfahrt. Gestern Abend hatten wir noch ein Treffen der fab four, also mit Edda und Tinus, schön mit Abstand auf der Terrasse, und vorgestern mit zweien der Whisky-Jungs, auf dem Deich. Wir fahren immer widerwilliger hier weg. ABER: am 1.Juli 2030 wird es die letzte Fahrt hierher sein – und dann müssen wir nie wieder weg! YAY!!!!

Abschied von Micia

So, meine Lieben, da bin ich wieder. Zeit, von Micia zu erzählen, der Guten. Am Samstag, den 21. Mai, haben wir uns von ihr verabschieden müssen. Sie war etwa 15 Jahre alt und seit Ende 2007 teilte sie unser Leben. Vor einiger Zeit (im April) begann plötzlich ihr linker Hinterlauf unter ihr wegzuknicken. Dadurch fiel sie immer wieder auf die Seite. Das machte ihr Angst und sie ließ sich nicht mehr von uns anfassen. Auch die Treppe konnte sie nicht mehr gehen, durch das nachgebende Bein fiel sie eine Stufe hinunter und rollte dann um ihre Längsachse die ganze Treppe runter. Dani war dabei und geriet außer sich, weil es ihrer geliebten „Maus“, wie sie Micia nannte, so schlecht ging. Der Prinz schaffte es jedoch, mit Ruhe (und Schinken) Micia in den Transportkorb zu locken. Wir fuhren zum Highlander rüber, der die Muskulatur entlang ihrer Wirbelsäule abtastete. An zwei Stellen zuckte sie, gab aber keinen Laut von sich. „Da hat sie Schmerzen, vermutlich eine Zerrung oder Prellung“, sagte er. Micia bekam eine Spritze mit einem Schmerzmittel und wir Schmerztabletten für die nächsten Tage, die der Prinz ihr morgens zerbröselte und ihr mit Leberwurst- Schleckpaste vermischt reichte ( das nahm sie gerne!) Schon am nächsten Morgen lief sie sichtbar besser, noch langsam, aber stabil. Wir waren natürlich sehr erleichtert und beobachteten von da an mit Argusaugen jeden ihrer Schritte. Sie hob das linke Hinterbein aus der Hüfte heraus an und brachte es mit einer Halbkreis-Drehung nach vorn. (Bei Schlaganfallpatienten nennt man dies „Trendelenburg-Zeichen“. Ich hatte es anfangs auch noch, und es dauerte Wochen, bis ich es mir abtrainiert hatte.) Aber sie lief stabil und fiel nicht mehr um, das war uns wichtig. Sie kompensierte recht geschickt. Wenn sie auf die Couch wollte, zog sie sich mit den Vorderpfoten und -krallen hoch und nutzte das gesunde Hinterbein, um sich hochzustemmen. Beim Runterspringen kam sie noch manchmal aus dem Gleichgewicht, das bereitete uns Sorgen. Aber sie lief bereits wieder draußen herum und verbrachte viel Zeit bei Dani, die sie mit dem besten Futter verwöhnte und die vor Allem stundenlang mit ihr schmuste und spielte. Micia blühte zusehends auf, da sie jetzt alle Aufmerksamkeit und Leckerli für sich allein hatte. Bei Dani durfte sie auf der Couch liegen und fernsehen (Dani suchte ihr extra Tiersendungen heraus! :)).

Dann, irgendwann, tauchte ein riesiger schwarzer Kater in Danis Garten auf. Er war menschenscheu und flüchtete vor Dani. Micia allerdings verjagte ihn sehr wütend, mehrere Male (Wir haben ihn nie zu sehen bekommen, aber Dani hat von ihrem Wohnzimmer freie Sicht in den Garten und erzählte uns alles).

Am Morgen des 21.Mai, ich schlief noch, hörte ich Micia sehr laut rufen. Mein schlafbetüddeltes Gehirn interpretierte den Ruf als „ Hey! Dani hat mir kein Frühstück gemacht! Die pennt noch!“ Ich grinste und schlief weiter. Da stand der Prinz an meinem Bett und sagte: „Schatz – Micia geht’s nicht gut…“

Sie lag auf dem Bettvorleger vor seinem Bett und mauzte mich kläglich an – ungewöhnlich, da Micia eher eine stille Katze ist. Sie wirkte verängstigt und angelte mit den Pfoten nach meiner Hand. Sie wollte eindeutig, dass ich bei ihr bleiben sollte. Sie rollte sich auf den Rücken, dabei plumpsten ihre Hinterläufe mit einem unangenehmen Klacken auf die Bodendielen. Sie schrie auf. Das geschah noch einige Male. Dann versuchte sie, in ihr Schlafbettchen zu gelangen. Sie richtete den Oberkörper daran auf und versuchte, sich hinein zu ziehen. Aber sie konnte die Pfoten nicht strecken, diese knickten immer wieder ab. Da realisierten wir entsetzt, dass ihre Hinterläufe gelähmt waren. In ihrer Verzweiflung biß sie in meinenZeigefinger. Ihre Reißzähne waren verdammt scharf und die Wunde blutete recht stark. DerPrinz kam dazu und legte Micia in ihr Bett (das sie nach Bärchens Tod ganz selbstverständlich übernommen hatte). Ich desinfizierte die Wunde, während der Prinz Tierarztpraxen anrief und eine suchte, die uns am Samstag Morgen empfangen würde. Er fand eine, und zwar die, die vor einigen Jahren unsere „Weihnachtskatze“ gerettet hatte. Micia driftete zwischen Wachsein und Bewusstlosigkeit hin und her. Wir informierten Dani,die uns ein Tuch mitgab, damit Micia im Transportkorb vor dem kalten Wind geschützt war. Wir fuhren mit der ängstlich mauzenden Micia nach Ludwigshafen. Vor der Praxis sahen wir sofort: Die Treppe war für mich nicht zu bewältigen. Aber pandemiebedingt durfte sowieso nur eine Person pro Tier hinein. Als wir das Tuch vom Transportkorb nahmen, lag Micia bewusstlos da und atmete sehr schnell und flach. Es war eindeutig: Sie hatte sich auf den Weg gemacht… „Die Fahrt hätten wir ihr ersparen sollen“, sagte der Prinz traurig. Wir verabschiedeten uns von unserer Chefin… Er ging mit Micia hinein, ich blieb im Auto und wartete. Nach einigen Minuten kam eine WhatsApp-Nachricht von ihm: „Sie schläft jetzt“. Also lag sie in Narkose, dann würde es jetzt wohl schnell gehen. Ich schrieb Dani und benutzte sogar ein Wort, das für mich zu den „“Unworten“ gehört: „Sie geht gerade über die Regenbogenbrücke.“ Und fragte gleich:“Dürfen wir sie neben Pippi beerdigen?“ Dani schickte ein weinendes Emoji und schrieb „Ja, natürlich.“ Im übernächsten Auto sah ich am Steuer einen Mann sitzen, dessenFrau/Beifahrerin kurz vorher ebenfalls mit einem Transportkorb in die Praxis gegangen war. Ich sah, wie er auf sein Handy schaute und sich die Augen rieb. Da kam auch schon der Prinz mit der toten Micia und wir fuhren still zurück. Dani erwartete uns schon. Weinend streichelte sie ihre tote Freundin. Wir umarmten uns und weinten gemeinsam um unsere hübsche Streifenkatze. Am Nachmittag hob Dani für Micia ein Grab gleich neben Pippi aus, unter einem weißen Rosenbusch. Wie Pippi, hüllten wir auch die Chefin in ein Stück Baumwollstoff. Dani gab ihr das Stück Schnur mit,mit dem die beiden lange und intensive Fangspiele gespielt hatten. Sie legte ihr die Schnur zwischen die Vorderpfoten. Als das Grab zugeschüttet war,saßen wir noch lange in Danis Küche bei Kaffee, Wein und Aperol und tranken auf die schönen Jahre mit unserer Chefkatze. Sie fehlt uns sehr und wir sprechen oft von ihr. Ohne Le Bär, Pippi und Micia ist das Haus leer und mir fehlen die drei entsetzlich. Aber ein anderer Hund wird erst einziehen, wenn der Prinz im Ruhestand ist und mehr Zeit für den Hund aufbringen kann. Er ist ein workoholic und war oft einfach zu kaputt, um Le Bär den Auslauf geben zu können, den er brauchte (deswegen hat er immer noch ein schlechtes Gewissen). Und bei Katzen hat es sich erwiesen, dass die die Besten sind, die sich uns aussuchen, wie es Micia getan hat. Micia, das können wir guten Gewissens sagen, hat sich uns ausgesucht und wir hatten 15 schöne Jahre miteinander. Nun wollen wir es nicht erzwingen – wir möchten sehr gern wieder eine Katze haben. Aber wir wollen warten, bis es sich wieder ergibt. Wenn es sein soll, wird wieder eine kommen, da sind wir uns sicher. (pssst… so ganz im Geheimen hoffen wir auf den großen schwarzen Kater ;))

Vollwaisen

sind der Prinz und ich seit vorgestern, Ihr Lieben. Denn am Samstag haben wir uns von der Chefkatze verabschieden müssen. Ja -Micia ist tot. Es kam unerwartet und ging sehr schnell. Sobald ich wieder etwas power habe, erzähle ich mehr. (Damit ihr euch keine Gedanken macht: Sie hatte, wie Bärchen, einen sanften und leichten Tod.) Sie ist neben Pippi, ihrer Tochter, in Danis Garten beerdigt. Und wir sind nun ganz allein. Später mehr…

Kleiner Lacher zwischendurch

kleine Zwischenmeldung, darlings, um euch zu erheitern: Ich darf ja neben meiner Rente 450 € im Monat dazu verdienen. So schalte ich hin und wieder, wenn ich dran denke, eine entsprechende Suchanzeige auf Portalen wie Ibäh Kleinkrams oder Quoka. Ich schreibe immer klar in die Anzeige: kein MLM, kein s.E.x!
Allerdings lesen die meisten die Anzeigen nicht richtig. Angebote für MLM bekomme ich trotzdem täglich, und gestern trudelte folgende Perle bei mir ein:

hallo.
hättest du auch interesse etwas im erotikbereich zu machen?
ich bin selbständig in der branche, und suche frauen für erotische foto- und videoaufnahmen, teleonsex und camsex.
desweiteren suche frauen die in dessouse auf privaten partys bedienen.
du könntest monatlich
bis zu 3000€ und mehr verdienen.

L.G. Patrick

Nachdem ich mit Lachen fertig war, schrieb ich zurück:

Hallo Patrick,
na klar, wenn es nicht stört, dass ich übergewichtig bin, einen
Kurzhaarschnitt habe und halbseitig gelähmt bin. Es macht doch sicher
nichts aus, wenn ich die „dessouse“ im Rollstuhl trage, oder?

Aber wißt ihr was? Der hat gar nicht mehr geantwortet! Hm. 🤔 Seltsam, oder? Was meint ihr?






Oster-Update

Kleines update aus dem Osterurlaub:

Der Prinz und ich wünschen euch allen ein schönes Osterfest, darlings! Habt es schön lecker und kuschelig!

Am letzten Mittwoch sind wir nachts in Woquard angekommen – und das Wetter ist herrlich!


Weitere gute Nachrichten, darlings: Seit Ende März habe ich in Worms endlich einen Hausnotruf! Denn am Tag vor unserer Abreise in die Karnevalsflucht war ich in der Küche nochmal gefallen (ja, ich weiß… 🙄) Dani konnte zwar rüberkommen, sie hatte aber gerade eine Verletzung am Fuß und konnte mich nicht in die Notaufnahme fahren. So musste ich  mit dem RTW ins Krankenhaus. Ich wäre lieber nicht hingefahren, aber ich war auf die gleiche Stelle aufgeknallt, an der vorletztes Jahr der Oberarm gebrochen war, und ich hatte Angst vor weiteren fünf Wochen mit Arm in der Schlinge. Zum Glück ergaben Röntgen und CT, dass nichts gebrochen war, nur heftige Muskelprellungen hatte ich abbekommen. Also eine Woche mit Arm in der Schlinge und sehr vorsichtiger Ergotherapie beruhigten das Ganze mit der Zeit. Jetzt ist der Arm ergo-technisch wieder auf seinem Niveau wie vor dem Sturz. Alles wieder gut. Aber der Bedarf nach einem Hausnotruf war damit wieder ganz aktuell, denn Dani ist nicht immer da. Sie arbeitet in Wechselschicht. Ich hatte nach dem Armbruch bereits recherchiert und gefunden, dass für mich der ASB der beste Anbieter für einen Hausnotruf ist.
Ich habe das Armband gewählt, wie ich es bei Herta gesehen habe:


 Und ja, klar habe ich schon einen Fehlalarm ausgelöst 😳, die waren aber sehr nett und gelassen beim ASB. Lieber ein Fehlalarm als ein Notfall, ist da die Devise.

Ja, und seit letzter Woche sind wir endlich wieder im lüttje Huus! Übrigens hatte Herta angerufen und gefragt, ob wir ihr Sonnenblumenöl und Mehl mitbringen könnten, die Krummhörn sei ausverkauft… Der Prinz hatte einen Verkaufsstand am Straßenrand auf der anderen Rheinseite gesehen, der Öl anbot. Wir fuhren hin – und bekamen zwei Flaschen Sonnenblumenöl, für sechs. Euro.pro. Stück. Ja, ihr habt richtig gelesen. Der Verkäufer ist der, bei dem wir meist im Herbst den ersten neuen Wein kaufen. Das kann er dieses Jahr vergessen, der Widerling. Nun, für Herta ist das für uns ok. Ihr ist es wichtig, für Ostern Krintstuut (Rosinenstuten) backen zu können. Mehl gab es immerhin für 2,50 das Kilo, in einem kleinen versteckten Edeka, den der Prinz kannte.  Herta wird sich freuen – und wir freuen uns auf Krintstuut (den ißt man in Ostfriesland nämlich zum Tee, mit Butter bestrichen).

Micia wird es sehr gut gehen, wenn wir weg sind. Sie ist dann einfach die ganze Zeit bei Dani, die ihr „Baby“, ihre „Mausi“, gnadenlos verwöhnen wird mit Spielen und Leckerli. 🤣 Micia scheint weder Bärchen noch ihre Tochter Pippi zu vermissen- sie genießt es, nun Einzelkatze zu sein und alle Aufmerksamkeit für sich zu haben.

Ach ja, und es gab nun doch ein Osterfeuer gestern! Nur in kleiner Version, aber immerhin. Die IG hat sich Gedanken gemacht. Das Feuer war vorsichtshalber nur für Mitglieder der IG gedacht, in einem Feuerkorb vor dem Gemeindehaus, mit Bier und gegrilltem Zeugs dazu. So kamen der Prinz und ich doch noch zu einem Osterfeuer, nach zwei pandemie-bedingten Ausfällen – denn selbstverständlich sind wir IG-Mitglieder 😉 Auch das Aufstellen des Maibaumes, ein großes und wichtiges Fest im Dorfleben, dürfen die jungen Leute dieses Jahr endlich wieder genießen. Leider werden wir Anfang Mai nicht da sein. Ganz klischeegerecht werden die Frauen Blumen binden und den Baum damit schmücken. 🙄Am 1. Mai stellen die Männers ihn auf (mit ordentlich alk-basierter Unterstützung, natürlich;) Die IG hat bereits dazu aufgerufen, dass sich Freiwillige für die Nachtwache melden mögen. Was das heißt? Es ist Tradition, dass die Dörfer versuchen, sich gegenseitig ihre Maibäume zu stehlen. Das ist Aufgabe der jüngeren Männer, die ihre Bäume natürlich auch nachts bewachen müssen. Ein Maibaum gilt als offiziell „gestohlen“, wenn der Dieb eine Hand am Baum und die andere an einem der Halteseile liegen hat. Es gilt also, in der Nacht zum 1. Mai einfach jede Person daran zu hindern, in die Nähe des Baumes zu kommen. Da dann fast alle bereits gut „getankt“ haben, geht das selten ohne Blessuren und Radau ab…Hier in Woquard erzählen Leute gerne die Geschichte, wie die Wächter ihren Baum mal kurzerhand in eine Scheune verfrachteten, diese gut abschlossen und zufrieden zum Schlafen nach Hause gingen. Sie wußten nicht, daß die Diebe sie beobachtet hatten… Jedenfalls müssen die „Wächter“ wohl sehr verblüfft dreingeschaut haben, als sie am nächsten Morgen feststellen mußten, daß die Diebe es geschafft hatten, den Baum über eine Öffnung im Dach herauszuholen und wegzuschaffen! Na, noch acht Jahre, dann sind wir immer hier und können überall dabei sein! 💃💃 Jetzt wollen wir, da es warm und sonnig ist, noch ein wenig Richtung NL fahren und schöne Landschaft gucken. Morgen mehr! 🙋‍♀️

Alltag…

Jetzt ist wieder eine Weile nichts passiert hier, ihr Lieben. Es ist immer wieder dasselbe: Ich brauche nach einem Abschied vom lüttje Huus eine Ewigkeit, mich hier in Worms wieder einzuleben (obwohl Danis Haus so viel liebevoller und wärmer ist als das Haus, indem wir vorher gewohnt haben). Also, weiter mit unserer Karnevalsflucht: Der Prinz hatte beim letzten Mal mit Besorgnis gesehen, dass die Terrasse (die aus Holzdielen besteht) sehr vermoost und damit rutschig ist. So plante er die ganze Zeit, einen Hochdruckreiniger anzuschaffen und damit die Terrassendielen so richtig zu entmoosen…🙄 Er erwähnte das Dani gegenüber, die ein großer LIDL-Fan ist und in deren Prospekt auch gleich einen Reiniger fand. Der Prinz schlug zu und konnte es kaum erwarten, dem Moos zu Leibe zu rücken.
Gerade als er in Pewsum dabei war, noch ein Zubehörteil zu kaufen, rief Herta ihn an. „Du, Prinz, ich wollte dir nur sagen, dass ich nicht mehr zu euch rüberkomme“, erklärte sie. „Ich bin positiv getestet.“ Sie hatte Erkältungssymptome bekommen und ihren älteren Sohn um einen Schnelltest gebeten. Der Sohn ist Fahrer bei der Lebenshilfe und hat immer Tests bereitliegen. Der Test war positiv. Herta ließ beim Hausarzt sofort einen PCR-Test machen – positiv. So eine Scheiße! Der Prinz suchte die nächsten Teststationen raus: eine ist in Pewsum in einer ehemaligen Spielhalle (widerlicher Gestank nach Zigarettenqualm!), die andere im Haus der Jugend am Hallenbad in Pewsum. Diese stellte sich als sehr gut und professionell heraus, nach 15 Minuten bekommt man das Ergebnis per Mail, sogar mit einem Link, mit dem man das Ergebnis der Corona-Warn-App hinzufügen kann. Wir waren also für den Rest des Urlaubs jeden Tag beim „Friesentest“ -Zentrum. Alle Tests, auch der unmittelbar vor der Rückfahrt, waren negativ. Herta geht’s wieder gut, übrigens. Sie war geimpft und geboostert, daher hatte sie nur wenige und milde Symptome. Aber erschreckt haben wir uns doch, immerhin ist sie schon 76 und wir haben sie lieb. Mit Edda und Tinus hatten wir einen Besuch vereinbart, aber daraus wurde natürlich nichts, weil wir sie nicht gefährden wollten. Die zwei sind auch geimpft und geboostert, aber eben auch beide schon 80 Jahre alt.

Übrigens hat Beatrix von Storch (EkelhAfD) kürzlich in einem selbstgedrehten Filmchen erklärt, das erzwungene Stäbchen in der Nase habe mit „Demütigung“ zu tun, mit „Unterwerfung“! Und das lasse sie nicht mit sich machen! Eins! Elf!

So haben der Prinz und ich nicht gesagt „Fahren wir mal eben zum Testzentrum“, sondern: „Gehen wir uns eben demütigen lassen?“ Und zum Glück waren wir jedes Mal negativ unterworfen! 🤣 Zu unserer Freude bekam der Prinz noch einen weiteren Home-Office-Tag, so dass wir erst am Montag zurückmussten. Der Prinz kärcherte mit Hingabe das Moos von der Terrasse runter (holy moly, ist das Kärcher-Ding laut!). Zu meiner Freude ist aber der Grünstreifen, der Hertas Einfahrt von unserer trennt, voller Krokusse und Schneeglöckchen (=Frühling!), so daß ich mir für Ostern schönes Wetter erhoffe. Mit dem Osterfeuer wird es wohl wieder nichts werden, nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch, weil die IG noch keinen neuen Ort dafür gefunden hat; Tinus hat den Acker, auf dem das Feuer bisher brannte und die Scheune, in der wir hinterher gesessen und gegrillt hatten, an einen anderen Landwirt verpachtet, und dieser braucht beides selbst.

Wir traten also die Rückfahrt an, ohne Herta, Edda oder Tinus umarmt zu haben. Dafür schrieben wir der tapferen S. gegenüber noch eine Gute-Besserung-Karte mit lieben Grüßen, die wir heimlich in den Briefkasten warfen, als wir losfuhren. Sie meldete sich gleich am nächsten Tag beim Prinzen und bedankte sich (hatte sich von Herta die Nummer geholt ;)).

Nun ist hier wieder Alltag eingekehrt und wir freuen uns auf Ostern.

Zwischenmeldung

Aus dem lüttje Huus, darlings. Wir müssen leider heute Nachmittag schon wieder zurückfahren😢

Wir waren am Tag vor meinem Geburtstag angekommen. Die Fahrt war still und melancholisch, weil der Rücksitz ohne Le Bär so leer war. Der Prinz erzählte, dass er verschiedene coole Orte zum Frühstücken gefunden habe, diese aber offenbar alle schon nicht mehr existierten, so zum Beispiel ein neues Café in der grünen Mühle in Greetsiel (wer Greetsiel kennt, weiß, dass das Wahrzeichen des Ortes die Zwillingsmühlen sind, eine rote und eine grüne). Offenbar hat die Pandemie nicht nur Menschen getötet, sondern auch eine Menge neuer kleiner Unternehmensgründungen. Schade! Aber der Prinz weiß ja, dass mich ein englisches Frühstück immer glücklich macht, so fuhr er schnell einkaufen und besorgte das Wichtigste. Weil es saukalt war, machten wir es uns zu Hause gemütlich. Wir schauten tolle Dokus über die Humboldt-Brüder, die wir sehr bewundern. Abends überraschte mich der Prinz mit einem leckeren Abendessen im Hohen Haus in Greetsiel, das ich noch vom vorletzten Geburtstag in köstlicher Erinnerung hatte. Zitternd in der Kälte stehend, versuchte ich danach, ihm den Orionnebel am sternklaren Nachthimmel zu zeigen, aber er konnte ihn nicht erkennen 🤷‍♀️ Herta und Bella kamen am nächsten Tag zum Tee. Herta erzählte, dass die Nachbarin gegenüber, S., die Amputation eines ihrer Unterschenkel über sich ergehen lassen musste. S. ist im vorletzten Winter gestürzt und hat sich das Schienbein doppelt gebrochen. Den Bruch richteten die Ärzte im Krankenhaus mit einer Platte, doch wollten weder der Bruch noch die OP-Wunde heilen. Sie hielt drei Hauttransplantationen aus, dann infizierte sich die Wunde mit einem Virus. Sie musste regelmäßig gereinigt werden, das ging nur unter Vollnarkose. Um diese Qual zu beenden, entschied sich S. auf Vorschlag der Ärzte für die Amputation des halben Unterschenkels. Ich bewundere ihren Mut! Sie hat eine sehr moderne Prothese und wird bald wieder normal laufen können. Alle drei Töchter mit ihren Kindern sind immer für sie da. Wir werden nachher ebenfalls, bevor wir fahren, unsere guten Wünsche rüberbringen.
Morgen erzähle ich weiter!