Ich bin ein Hund, holt mich hier runter!

Habe vorhin sooo sehr über den kleinen Herrn Sonntag lachen müssen:

Nach dem Mittagessen hatte ich mich für 20 Minuten aufs Sofa gelegt und war gerade weggedöst, als mich ein schrilles „Wäff!“ hochschrecken ließ. Und nochmal „Wäff!“, gefolgt von leisem Jaulen. Das klang schon etwas verzweifelt. Ich hievte mich vom Sofa hoch und schlurfte in den Flur, wo der Prinz, mühsam das Lachen unterdrückend, am Fuß der Treppe stand und grinsend nach oben schaute. Ich schaute auch hoch und sah: Oben, auf der drittletzten Stufe, lag Micia in voller Länge. Oben auf dem Treppenabsatz stand der kleine Hund, der verzweifelt-ratlos zu uns herunterguckte und flehentlich wäffte. Er wollte gerne runter, traute sich aber nicht an Micia vorbei, die ihn regungslos niederstarrte. Zwar war hinter ihr noch genug Platz für den kleinen Hund, um sich an ihr vorbeizudrücken, aber er traute sich nicht (vor Micia hat er einen Höllenrespekt, Pippi hat er gern).

Ich musste lachen, hatte aber ein Einsehen. Der kleine Hund tat mir zu leid. Wir versuchten, ihn zu ermutigen mit „Na, komm her!“ Er versuchte es einige Male, wich aber immer wieder vor Micia zurück, die trotzig und stumm zu uns herunterstarrte.

Notgedrungen wandte ich einen fiesen Trick an. „Micia, hast du Hunger?“ fragte ich. „Hunger“ kennt sie, sofort ging ihr Kopf hoch. „Na, dann komm, ich gebe dir was zu essen,“ lockte ich. Essen, das Zauberwort, wirkte umgehend. Micia setzte sich in Bewegung und trabte flott die Treppe herunter. Ein unendlich erleichterter Herr Sonntag folgte ihr, so schnell er konnte und brachte sich in der Küche in Sicherheit.

Man gut, dass das keiner der anderen Hunde im Dorf das mitbekommen hat :D :D

Postskriptum: Pippis Abenteuer

Unsere Rückkehr bzw. Flucht aus dem Weihnachtsurlaub dieses Jahr am 5. Januar hat dem Pippikind noch ein etwas unangenehmes Abenteuer beschert. Besser gesagt, es war nicht unsere Rückkehr, sondern Pippis Neugier („curiosity killed the cat : – )) Schon als ich aus dem Auto kletterte, hörte ich lautes „EAO – EAO – EAO! Und hielt das zunächst für Micias Stimme. Ich ging dem Klang nach und stellte fest: das Rufen kam hinter dem nachbarlichen Hoftor hervor. In dem hübschen Nachbarhaus hat mal eine alte Dame gewohnt, die vor einigen Monaten gestorben ist. Seitdem kümmern sich zwei ihrer Nichten um das Haus, von denen die Ältere, Edith, mir öfter mal selbst gekochte Marmelade oder Rosengelee oder Traubengelee vorbeibringt. Das Katzengeschrei hinter dem Hoftor ließ mich vermuten: Edith oder Claudia, eine von beiden Nichten, war im Haus gewesen, und Micia konnte ihre Neugier nicht bezähmen und war in den Hof geschlichen. So musste es passiert sein, dass Edith /Claudia sie übersehen und eingeschlossen hatte. Unter unserem Hoftor ist genug Platz, dass die Katzen sich drunter hindurch quetschen können, aber dieses nachbarliche Tor endet eine knappe Handbreit über dem Bürgersteig. Pech für unsere nur ganz leicht übergewichtigen Damen!

Wir räumten erstmal unser Gepäck ins Haus, wo uns Micia über den Weg lief – die gefangene Katze war also wohl Pippilein *seufz* Wir hörten das Rufen bis ins Haus – Pippi hatte natürlich mitbekommen, dass wir zurück waren, und wollte unbedingt zu uns. Unser Badezimmerfenster geht in den Hof hinaus, in dem Pippi gefangen saß. Ich öffnete es und versuchte sie zu beruhigen. Half aber nichts. Ihr Jammern brach mir fast das Herz.

Deswegen startete der Prinz eine wahnwitzige Rettungsaktion; über die ich immer noch lachen muss: Ihr kennt doch sicher die riesigen blauen Plastik-Einkaufstaschen von IKEA? Wir haben so eine immer parat, entweder für das Sammeln von Schmutzwäsche oder von Pfandflaschen oder wasweißich. Diese Tasche nahm der Prinz nun, band ein Seil an die Henkel und ließ sie durch das Badfenster in den Hof hinunter. Es dauerte eine ganze Weile, bis er akzeptierte, dass Pippi da auf keinen Fall hineinsteigen und sich raufziehen lassen würde. Pippilein jammerte herzzerreißend weiter, bis ich seufzend In der Nachbarschaft herumtelefonierte, bis ich Claudias Telefonnummer hatte. Claudia war glücklicherweise daheim. Ich erzählte ihr, was los war. Sie musste ein bisschen lachen, sagte aber sofort: „Ich komme.“ Und fünf Minuten später stand sie schon bei uns im Flur. (Dorfleben ist toll.) Sie schloß das Tor auf, der Prinz fand das Pippikind in der Dunkelheit natürlich nicht, konnte aber das Geschrei hinter der Mülltonne orten. Pippi, der kleine Angsthase, kam natürlich nicht raus, sondern brüllte weiter. Es war zum Verzweifeln, so daß Claudia schließlich zum Prinzen sagte: „Ich habe sowieso noch etwas zu erledigen, ich lasse das Tor einfach auf. Wenn du sie rauskriegst, wirf mir den Schlüssel in den Briefkasten.“

Das Tor blieb also kommentarlos offenstehen. Als Pippi merkte, daß niemand mehr nach ihr rief, bequemte sie sich dann doch mal raus und stand plötzlich vor Hunger jammernd in der Küche. Ich war so unendlich erleichtert! Der Prinz fuhr schnell bei Claudia vorbei und warf die Schlüssel ein, ich rief sie nochmals an und bedankte mich – so war die Welt wieder in Ordnung. Für uns und für das Pippikind, das selbstverständlich die Nacht eng bei mir im Bett verbrachte : – )

 

 

Frau Lakritze und Herr Prinz haben ein pädagogisches Problem

Wir haben ein ganz ernsthaftes Problem: unsere Viecher klauen. Das heißt: Herr Sonntag klaut, wie ein Rabe. Und so, wie es aussieht, haben sich die Katzen das von ihm abgeguckt. Kaum habe ich den Hund dafür ausgeschimpft und ins Körbchen geschickt, dass er sich vom Tisch mein letztes Stück Pizza geklaut hat, entdeckt der Prinz das Pippikind auf der Anrichte in der Küche und darf zusehen, wie sie sich seelenruhig eine Scheibe Käse aus der halb geöffneten Packung angelt.

Unser Problem: Wir müssen immer so furchtbar lachen dabei, weil die Mistviecher es so raffiniert anstellen – und ihr Gesichtsausdruck in dem Moment, wenn sie in flagranti ertappt werden… unbezahlbar! Es ist soooo scheißschwer, nicht zu lachen, aber wenn man lacht, kapieren sie das natürlich, und man hat verloren… Jaa, ist schon klar: man darf natürlich nichts Verlockendes rumstehen lassen und den Rücken kehren… aber soo ordentlich sind wir nu auch nicht.

Frage also an die unter euch, die „under the paw“ leben: was tut ihr in so einer Situation?

Wieder da

Gestern vormittag sind wir bei minus drei Grad und Eisregen aus Ostfriesland geflüchtet (siehe  Kommentar Herr Sonntag):

kalt

Immerhin kamen wir bei kuscheligen plus zehn Grad und trockenen Straßen hier an. Die Erlebnisse der letzten paar Tage dort werde ich (auch für mich zur Erinnerung für später) noch als kleine Einzelbeiträge nachholen.

Und: diese Winter-Aktion da oben (so toll das Land auch ist! <3 ) war uns eine Lehre: Künftig bleiben wir über Weihnachten/Neujahr zu Hause und machen es uns hier ganz bürgerlich-gemütlich. (Das wird auch die Chefinnen freuen.)

BMI

Der Highlander, unser Tierarzt, hatte uns ja geraten, darauf zu achten, dass der kleine Herr Sonntag seine schlanke Figur behält. Ich finde allerdings, dass ihn sein Windhund-Anteil eh zu dünn macht, gerade jetzt bei der Sch****kälte, er hat ja keinen Schutz durch Speck oder dickere Haare, guggschd du hier:

domiganz

„Ich finde ihn zu dünn, von mir aus könnte er gerne ein paar Grämmchen zunehmen“, sagte ich zum Prinzen, als wir kürzlich vom Highlander zurückkamen.

„Nun, er ist halt kein großer Esser“, sagte der Prinz, „ der guckt sich Micia an und denkt sich „Nee, die Figur brauch’ ich nicht.“

Das war ein winziges bißchen gemein, aber leider auch wahr. Denn beide Katzen sind, seit der Hund hier lebt, ziemlich fett rundlich geworden. Das liegt daran, daß sie sein Futter sehr, sehr gern mögen und auch ungeniert zuschlagen, sobald ich seinen Napf gefüllt habe. Der arme kleine Hund traut sich nicht mehr an seinen Napf, wenn die beiden Katzenköpfe darüber hängen.

Ja, ich weiß, das ist ungesund, auch umgekehrt für Hunde, weil die Vitaminzugaben in dem Futter jeweils speziell auf die Zielgruppentiere abgestimmt sind. Da hilft jetzt nur Geduld, da müssen wir durch. Hat jemand von euch Vorschläge? Die Futterbereiche sind bereits getrennt, Näpfe etc.sowieso.

 

 

Katzenzungen-Frage

Also, Ihr Lieben, mit „Katzenzunge“ meine ich nicht die Schokoladenplättchen mit den abgerundeten Ecken, die man in den 70ern als Geschenk mitbrachte, wenn man irgendwo zum Kaffee eingeladen war. Ich meine echte Zungen von echten Katzen, zum Beispiel Micias Zunge, derentwegen ich mir seit einer Weile Sorgen mache. Es gibt doch unter euch noch einige, die ebenfalls Katzenbesitz sind – Kennt ihr das, dass bei der Katze die Zungenspitze herausguckt, so wie hier bei Micia?

micia-zunge

Als ich das bei Micia feststellte, habe ich in der Katzenversteher-Gruppe bei Facebook nachgefragt, aber nur erfahren, dass das wohl viele Katzen tun, die Gruppenmitglieder posteten auch etliche Fotos dazu. Das half mir aber nicht weiter. Ich vermutete bzw. fürchtete, dass Micia die Vorderzähne ausgefallen seien, so dass die Zunge nun keinen Halt mehr hat und über den unbezahnten Unterkiefer nach vorne rausrutscht. Ich schätze Micia aber erst auf höchstens acht Jahre. So sah sie aus, als sie uns im Januar 2008 zulief:

micia_baby

Höchstens ein halbes Jahr alt kann sie da gewesen sein, denn sie wurde fast umgehend schwanger und bekam im Mai 2008 ihre Schrecklichen Vier (von denen wir Pippilotta behalten haben).
Ich habe Micia nun eine Weile lang aufmerksam beobachtet. Sie frisst zu meiner Beruhigung ganz normal, auch und vor allem das von ihr so heiß geliebte Trockenfutter (Trofu). Vor kurzem gähnte sie mal so richtig herzhaft, da konnte ich einen (leider nur kurzen) Blick auf ihr Gebiss werfen. Soweit ich das beurteilen konnte in den paar Sekunden, fehlen im Oberkiefer die kleinen Schneidezähne zwischen den Reißzähnen. Das würde erklären, warum die Zunge herausrutscht. Dazu kam die Hitzewelle, eine Zeit, in der beide Katzen kaum essen mochten und ziemlich dünn wurden. Micias Fell wurde dazu noch struppig, sie sah langsam besorgniserregend aus. (Inzwischen, mit den kühleren Temperaturen, hat sich das deutlich gebessert).

Nun, kennt jemand von euch das „Zungen-Phänomen“? Wenn ja, woran liegt es bei eurer/deiner Katze?

Danke für Tipps!