Amarenabecher!

Es gibt mal wieder etwas zu feiern, my darlings, nämlich: heute bin ich sechs Jahre anfallfrei!

Den letzten epileptischen Anfall hatte ich am 5.Juli 2012, und der besseren Dramatik wegen hatte ich ihn mitten in der Innenstadt von Bonn, direkt vor dem Bonner Münster. 😀 Hier hatte ich das schon einmal  erzählt.

Inzwischen hat sich die Tradition etabliert, daß wir auch diesen Tag jedes Jahr feiern, nämlich damit, daß wir großartig Eis essen gehen. Dazu fahren wir natürlich rüber zu Esther und Alessio, zur „Casa del Gelato“ in Offstein. Da esse ich dann einen riesigen Amarenabecher, der Prinz einen Schwarzwaldbecher oder ein Banana Split. Da das Einnehmen meiner Medikamente morgens und abends für mich längst zur Routine geworden ist, so wie Zähneputzen, denke ich mir, daß ich auch in den nächsten Jahren am 5. Juli noch zu meinem heißgeliebten Amarenabecher kommen werde 😀 Und im November, am 11., steht dann das übliche „Ich hab‘s überlebt!“ – Essen im Tivoli auf dem Plan, mein zweiter Geburtstag.

Es ist schon eigenartig, wie viele positive und freudevolle Ereignisse sich aus so einer Sch*##** Erkrankung ergeben können… Nach wie vor wüßte ich ganz gerne, was für ein Ritual das denn nun war, das die Nachbarin in der Nacht des 11.11. 2011 abgezogen hat, um mich fertig zu machen… hast du dir ein Voodoo-Püppchen gebastelt, Claudia, und es mit Nadeln gespickt? Das wäre interessant, denn ich habe bereits in meiner allerersten Reiki-Unterrichtsstunde gelernt, daß die Energie, die ich an andere Menschen abgebe, zu mir zurückkommt… Deswegen habe ich den Kerl, der 2007 unsere Katze Missy totgefahren hat, nicht verflucht. Ich hätte es zu gern getan, aber das, was ich im Reiki gelernt habe, sitzt zu tief. Du, liebe Claudia, solltest also dein Geld für deinen Reiki-Unterricht zurückverlangen 😉 Und wundere dich nicht,wenn du dich demnächst mit dem Thema „Schlaganfall“ aus nächster Nähe vertraut machen darfst – ich denke, daß Reiki und Karma da verwandt sind.

Wie auch immer, darlings, damit setze ich mich hier nicht weiter auseinander, manche Menschen sind es einfach nicht wert –  aber: Amarenabecher rulez!!! 😀 😀 😀

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@Herrn Norden #tweetdestages

Liebster Herr Norden,

natürlich musste ich an dich denken, als ich dies hier sah 😀

Anstrengender Freitag ;)

Das war der Freitag der Orthese, darlings (die Freitags-Füller  hab ich schon wieder versemmelt, aber die hole ich nach 😉

Am Freitag hatte ich ein Arztgespräch in Mainz (nur aus bürokratischen, nicht aus medizinischen Gründen). Da habe ich hier seit Wochen gewartet, daß das Wetter mild genug wird, um die neue Orthese im Wäldchen testen zu können, aber der Tag in Mainz machte das mehr als wett. Das Haus, in dem der Arzt sitzt, ist verwinkelt und grauslich verbaut, ich habe mich erstmal verlaufen und war da schon ganz schön müde. Zum Glück war der Arzt sehr nett und kam schnell auf den Punkt, so daß ich bald wieder draußen beim Prinzen war. Der Prinz bot mir an, mir einen Chococino (= Cappucino mit Kakao) zu holen. Das nahm ich gerne an. Als er zurückkam, fragte er, ob ich glaubte, bis zum Vapiano laufen zu können 😃  Da war ich mir absolut sicher, logo! Das Mainzer Vapiano gefällt mir von allen, die wir ab und zu heimsuchen, am besten. Es hat eine große Außenterrasse am Rheinufer. Wir saßen aber drinnen, sooo warm ist es ja noch nicht (das wird noch rund dreieinhalb Monate dauern, bis wir hier etwas von der wärmeren Jahreszeit spüren…

Ich aß, wie immer, mein geliebtes Pollo picante, Hühnchenfleisch in Honig-Chili-Sauce. Zum Schluß brach ich mein Fastenvorhaben mit einem Tiramisú (das machen sie dort selbst). Als ich wieder im Auto saß, war ich heilfroh, denn das Bein mit der Orthese dran schien eine Tonne zu wiegen. Der Prinz versicherte mir aber, daß mein Gangbild mit der Orthese runder und flüssiger geworden sei. Ich kann das ja selbst  nicht sehen, aber ich spüre, daß die Orthese das Knie in der Nullstellung abfängt und stützt, so daß es nicht mehr nach hinten durchschlagen kann. Ich habe recht schnell gelernt, der Orthese zu vertrauen und trage sie inzwischen den ganzen Tag.

Damit der kleine Herr Sonntag nicht auf seine „Alleinbleib-Belohnung“ verzichten mußte, tankte der Prinz auf dem Rückweg nochmal schnell einige Tropfen und nahm dem Bärchen eine „Bifi XXL“ mit. Das hat sich als eine gute Strategie gezeigt. Wenn wir oder der Prinz allein weg ist /sind, hat der Mausebär die Aufgabe: “Domi paßt aufs Haus auf!“ Diese Worte kennt er genau, er guckt uns dann noch am Fenster zu, wie wir wegfahren, dann zieht er sich vom Fenster zurück. Wenn wir aber zurückkommen, dann entlädt sich die Anspannung des Wartens gemeinsam mit der übergroßen Wiedersehensfreude in einem gewaltigen Bellkonzert (aka große Schimpf- und Strafpredigt ;)) Die Anspannung muß ja raus, deswegen lassen wir ihn auch schimpfen. Der Prinz hat allerdings eine Strategie entwickelt, wie man das vermeiden kann: indem  man ihm sofort, wenn er die Schnauze zum Bellen öffnet, etwas hineinsteckt. Meist nimmt er Prinz dazu eine Möhre, weil das Bärchen die so gerne ißt. Diesmal war es die Bifi, und auch sie wirkte umgehend 😊.

In der Nacht zum Samstag schlief ich wie ein Stein, nachdem ich meine Muskeln mit Magnesiumgaben  und einer heißen Dusche gelockert hatte.

Trotz des Vapiano-Überfalls zelebrierten wir zu Hause unseren all-freitäglichen Pizza- und Rotwein-Abend.

Jahaaa.. ich weiß… Fastenzeit. Aber dank unseres neuen Haushaltsmitgliedes Artoo, des Entsafters, läuft mein Süßkram-Fasten recht gut. Wenn ich etwas Süßes brauche, entsafte ich mir etwas Obst, also Äpfel und eine Orange. Eine Banane macht den Saft schön sämig und eine Möhre und eine rote Bete geben einen schicken Rot-Ton dazu. Seeehr lecker! Damit kann man glatt eine Mahlzeit ersetzen, so satt macht das.

 

 

Last before Lent und Tod des Häuschens

Wie ich schon  schrub,  wollen der Prinz und ich, bevor die Fastenzeit startet, essenstechnisch nochmal schön zuschlagen.  Da wir das nicht per Besaufen und verkleidet Rumhüpfen tun,  besuchen wir mal wieder das chinesische Restaurant einige Dörfer weiter, in dem wir ewig nicht mehr waren. Dank unseres neuen Hausgenossen Artoo wird es in den nächsten 40 Tagen viele gesunde smoothies (ich nenne sie „Schmusis“) geben. Die Engländer nennen dieses letzte Zuschlagen vor dem Fasten „last before Lent“ – das letzte vor der Fastenzeit. Und nebenan steht hinter dem Häuschen schon der Bagger bereit, morgen wird es hier wohl laut werden. Soo schade um das Schnuckelhäuschen, Renata hat recht, ich hätte Fotos machen sollen.

Kleine Rückschau auf die Woche

Orrr.. jetzt könnte ich nochmal ein paar schöne ruhige Tage gebrauchen, my dearies. Mit der Orthese mußten wir noch zweimal zu Elmar, dem Orthopädie-Techniker. Ich bekam nach einigen Minuten des Gehens damit sehr starke Schmerzen im Lendenwirbelbereich rechts, so daß ich dann doch wieder Schmerzmittel nehmen mußte (obwohl ich meinen Nieren versprochen hatte, das nicht mehr zu tun). Hubert, mein großartiger Physiotherapeut, ließ mich mit der Orthese auf und ab laufen und sah sich das genau an. Er stellte fest, daß mein linker Fuß beim Auftreten nach außen wegkippte. Das verursachte ein Ungleichgewicht im Beckenbereich. Elmar teilte diese Meinung und fertigte aus Kork einen kleinen Keil an, den er unter der Fußschale der Orthese anklebte, so daß der Fuß jetzt nicht mehr wegkippen kann. Ergebnis: Ta-daa – Schmerzen weg! Ich bin sehr froh, denn die Schmerzen waren eklig und ich vermeide Schmerzmittel, wenn ich irgend kann. ( Ich finde, das bin ich meiner Leber und meinen Nieren schuldig, denn die müssen mit dem Gift klarkommen. Oft hilft eine heiße Wärmflasche genauso gut.)

Zudem schliff Elmar noch etwas vom oberen Rand der Orthese ab, der am Bein scheuerte.

Am Mittwochabend waren wir bei unseren Lieblingsnachbarn eingeladen, Wiltrud und Gerd. Wir hatten uns in der Silvesternacht verpaßt und wollten noch unbedingt einen Sekt auf das neue Jahr miteinander trinken. Wiltrud hatte eine wunderbare Quiche gemacht, und die Käseplatte mit Baguette machte uns einfach nur glücklich (und super-pappsatt).

Am Donnerstag feierte eine liebe Bekannte hier aus dem Dorf ihren 50. Geburtstag, zu dem wir eingeladen waren. Es waren schätzungsweise etwa 80 Leute da, jeder hatte etwas zum Buffet beigetragen, es war köstlich (nur können die Leute hier im Süden keinen vernünftigen Kartoffelsalat machen. Sie machen ihn mit Öl statt Mayonnaise, ohne Apfel- und Gurkenstückchen – und er ist WARM!!!!! 😝  Wie barbarisch! 😃) Als wir gegen elf wieder zu Hause eintrudelten, gab es Schimpfe von Bärchen, wie immer 😃 Aber die Orthese hat den Abend super mitgemacht –uuund ich habe herausgefunden, wie ich sie allein anziehen kann. Das freut mich riesig.

Bärchen und ich haben in der Zeit, als der Prinz im Sportstudio war, gemeinsam Batman geschaut, Batman Begins und The Dark Knight. The Dark Knight Rises ist für heute Abend geplant. (Ich finde, Batman kann man immer wieder gucken ;)) Ab dem Ende dieser Woche, habe ich mir überlegt, werde ich die Freitagsfüller wieder ausfüllen und posten. Im letzten Jahr hatte ich viel Spaß damit.

So, jetzt wünsche ich euch einen guten Wochenbeginn! Startet vorsichtig durch 😉

Nikolaus, komm in unser Haus…

Gestern war ja Nikolaustag,my lovelies, und damit einer meiner Namenstage. Da ich „Martina Nicole“ heiße, sind der Nikolaustag und der Martinstag meine Namenstage. Der Martinstag ist auch mein zweiter Geburtstag, da der Hallamati, also die Gehirnblutung, am 11.11.2011 war und ich – entgegen der Voraussage dreier Ärzte – in dieser Nacht nicht gestorben bin. Das ist für den Prinzen und für mich der Tag, an dem wir im Tivoli schlemmen und feiern, daß ich noch lebe (und scheiß auf die beiden Leute, die sich darüber ärgern, daß ich noch da bin, Karma wird das für mich ausgleichen).

Obwohl einer katholischen Familie entstammend, kannte ich als Kind den Brauch nicht, daß der Namenstag gefeiert wird (und sogar wichtiger ist als der Geburtstag). Oma wußte allerdings immer, wer gerade Namenstag hatte. Der Prinz ist auch katholisch aufgewachsen, in seiner Familie feierten sie die Namenstage auch.

So war ich gestern Abend sehr gerührt, als der Prinz mir mit den Worten „Alles Gute zum Namenstag, mein Schatz!“ Marzipanbrote und Dominosteine überreichte.

Mittags hatte im Briefkasten bereits eine Tüte gelegen, die eine Packung Dominosteine von Niederegger enthielt. Darauf klebte ein Aufkleber mit den Worten „Grüße vom Nikolaus“. Ich hatte gleich Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud im Verdacht und rief sie an. Sie wußte von nichts, fand das Ganze aber lustig. Ich sah die Tüte näher an. Sie zeigte eine witzige Zeichnung: einen schönen alten roten Bully, also einen VW-Bus, mit Geschenkpaketen beladen. Hmmmm…. Was sagt uns das, Watson?

Die Einzigen hier im Dorf, die einen Bully besitzen – allerdings in hell-babyblau – sind die Buchhändlerfreunde. Ich rief an.

„Susanne“, fragte ich, hast du mir was Süßes in den Brief—

„Nein“, unterbrach sie mich energisch. „Damit habe ich nichts zu tun, da mußt du mit dem Nikolaus reden. Das war ich nicht.“

„Aha, soso“, grinste ich. „Also du und der Nikolaus, ihr seid euch im Dorf begegnet und er hat zu dir gesagt „Hömma, Susanne, ich hab keinen Bock, noch bei der Nicole vorbei zu gehen, schmeiß du das mal für mich da ein, ja?“

„Ganz genau, so war das“, bestätigte sie ernsthaft. Im gleichen Moment brachen wir in prustendes Kichern aus.

Der prinzliche Süßkram ist tatsächlich das erste Namenstag-Geschenk meines Lebens! Seiner ist im Juni, da laß ich mir noch was Kleines einfallen (zumal er ja im Juli schon Geburtstag hat…)