Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Petra schreibt heute in ihrem Blog „Voller Worte“ darüber, wie sie heute im Bett mit Kaffee und Radio frühstücken wollte, die Aktion aber ein wenig schief lief:

hier zu lesen

 Mir geht es wie Petra: Ohne Kaffee geht gaa nix, nä?

Bei mir läuft das morgens so: Ich  klettere aus dem Bett (dazu muß  ich eine gewisse kleine schwarze Katze wegschieben, die über ziemlich viel Luxuskuschelmasse verfügt und die mich ob des Wegschiebens empört anmauzt) und meine Beine unter einem gewissen  kleinen Herrn Hund rausziehen, der mich verschlafen-verwirrt anblinzelt und hektisch zu verstehen versucht, was gerade los ist. Ich ziehe eine meiner Haus-Puscheljacken drüber (morgens friere ich oft noch) und wanke in die Küche. Wenn ich Glück habe, hat der Prinz etwas Espresso übrig gelassen. Ich mache mir eine große Tasse Hafermilch heiß und füge einen Espresso hinzu. Zu essen gibt es Brot oder Brötchen mit dem, was im Kühlschrank ist (oder Schokoladenkekse). Dann lasse ich mich gemütlich am Tisch nieder und werfe das iPad an. Meine erste Anlaufstation ist die wunderbare Seite des wunderbaren Uli Stein. Dort schaue ich, welche tollen Fotos oder Cartoons mich mit einem Lächeln in den heutigen Tag schicken.

Dann kommt der Nachrichtenteil mit den Online-Ausgaben von Spiegel, Zeit, Süddeutsche usw.

Wenn dann noch Zeit ist, mache ich mir noch einen Kaffee und vertiefe mich in die schräge Welt von notalwaysright.com. Das sind Erfahrungen von Menschen, die im Handel, im Callcenter oder sonst mit direktem Kundenkontakt arbeiten. Diese Erlebnisse zeigen, dass der Kunde eben nicht immer Recht hat. Herrlich schräg und verblüffend witzig! Hier kann ich mich lange aufhalten und löse mich erst, wenn die Uhr mir sagt, daß es Zeit wird, mich an den PC rüber ins Büro zu setzen und zu arbeiten. (Das Geld will ja auch verdient werden, nicht?) (Es ist, ist es nicht? : – )))

 

Erzählt mal, wie läuft der Morgen bei euch an?

Oster-Vorfreude

Vor kurzem eröffnete mir der Prinz, daß er plane, sich an meine Ermahnungen zu halten. Also: mehr Ruhe und stille Zeiten.
Der letzte Urlaub im Norden hat uns etwas abgeschreckt, der Sturz mit seinen Folgen war doch ein bißchen viel für uns. Wir hatten ja schon beschlossen, daß wir in diesem Jahr das Weihnachtsfest ganz bürgerlich zu Hause unterm Baum verbringen wollen, statt uns die Kälte da oben anzutun. Nun sagte der Prinz, er habe große Lust, an Ostern ebenfalls mal gar nichts zu tun, sondern einfach nur die Füße hochzulegen.  Den Gedanken finde ich ebenfalls recht verlockend, zumal ja immerhin die Möglichkeit besteht, daß das Wetter freundlich und warm werden könnte. Und wenn uns die Unternehmungslust doch packt – die Pfalz mit vielen attraktiven Ausflugszielen ist direkt nebenan, und wir sind schnell in Frankreich von hier aus (das würde uns halt fehlen, wenn wir in OL lebten… aber man kann nicht alles haben, dafür ist man da oben schnell in den Niederlanden, die wir ja auch sehr lieben.

Der Prinz jedenfalls hat sich jeweils die Woche vor und nach Ostern terminfrei geschaufelt, mit einiger Mühe. Yay. Der kleine Herr Sonntag wird das mindestens genau so sehr genießen wie ich, daß der Rudelchef dann den ganzen Tag zu Hause ist. Dann können wir einige kleinere Arbeiten im Hof erledigen, ich kann mit meinen Pflanzen rumpüttern, endlich die neue Holzbank streichen und die bisherige ältere Bank mit etwas Deko drauf vor das Tor stellen. (Das hatte ich schon einmal getan, aber damals hat jemand am hellichten Vormittag – Samstags! – einfach frech Pflanzen und Deko-Artikel von der Bank runtergeklaut, während wir einkaufen waren. Aber wir wissen schon, wie wir das diesmal verhindern werden 😀 Die andere alte Bank schenke ich Micia, die stelle ich unter das Toilettenfensterchen, weil Micia da so gerne hinausspringt, in den Hof hinunter. Das ist ziemlich hoch und ich mache mir Sorgen, weil sie nach solchen Aktionen oft berührungsempfindlich am Hüftgelenk ist. (Und sie ist ja schon acht, immerhin…) Jedenfalls werde ich, falls es wirklich warm werden sollte, im Hof rumkramen können und jede Menge Zeit im Garten- und Dekoteil bei OBI verbringen *YAY* Das ist genauso gut wie ein Urlaub, zwei Wochen in Ruhe mit dem Prinzen, nur wir beide (und die Katzen und der Hund). Faulenzen, Hörbücher hören, kuscheln, kochen…das wird richtig, richtig schön!!!!

Happy Birthday, Papa

papa-espana

Foto: privat

Heute wäre er – unglaublich! –  73 Jahre alt geworden, mein wunderbarer, ungewöhnlicher, verrückter Vater, der sich nie und nirgends angepasst hat, der sich immer geweigert hat, sich in die Schemata der Erwartungen anderer Leute pressen zu lassen und der genau deswegen sehr oft Ärger und Probleme bekam.

Er hat mich zur Nichtanpassung erzogen, da verdanke ich ihm sehr viel. Er hat mir seine Gene für das Fremdsprachentalent vererbt.

Er hat mich angeregt, Spanisch zu lernen. Mit 14 Jahren fing ich an und ich liebe die Sprache heute noch.

Heute ist nicht nur sein 73. Geburtstag, sondern auch sein 33.Todestag. Zu diesem Anlass habe ich auf Juhtjuhp nach seiner Lieblingssängerin gesucht, nach

Maria Dolores Pradera 

und ihrem wohl bekanntesten Lied, 

Pa‘ todo el año“.

 

Ach… wie oft haben wir dieses Lied zusammen gehört und lauthals mitgesungen, zum Beispiel auf Autofahrten… Ich muss heute noch weinen, wenn ich die ersten Takte der Gitarren höre.Wenn ich es denn endlich mal hinkriege, mir einen Vorverstärker für den Plattenspieler zu besorgen, könnte ich auch Marias Schallplatten mal wieder auflegen und das Lied so hören, wie ich es gewohnt bin. In dem Video singt sie es etwas zu schnell – aber sie ist einfach wunderbar (Und den Text kann ich noch immer auswendig.)  Papa, ich vermisse dich.

(Info am Rande: Das Foto ist so abgeschabt, weil ich es lange Jahre im Portemonnaie mit dabei hatte.)

 

Übrigens:  Falls euch das Lied gefällt: Hier ist der Text plus Übersetzung.

Internetz aufm Dorf – Finale

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder frustrierte Bemerkungen über unsere „tolle“ Internetverbindung hier im Dorf gemacht. Hier zum Beispiel habe ich die Situation etwas näher erklärt.

Stenografie-Form: Wir müssen hier mit einer 2000er-Verbindung klarkommen .Ja. 2000. Echt wahr. Abends und an Tagen mit schlechtem Wetter kann man z.B. Facebook komplett vergessen – bis sich da eine Seite aufgebaut hat, hat man bereits seinen Rentenantrag gestellt.

Meine Hoffnung setzte ich nun darauf, dass unser Freund Peter die nächste Ortsvorsteher-Wahl gewinnen würde. Also wartete ich erst einmal die Wahl ab, bei der unser Peter leider knapp unterlag, denn der bisherige Ortsvorsteher ist schon seit 25 Jahren im Amt und wird unfehlbar immer wieder gewählt (…“war doch schon immer so“…).Auch bei der Stichwahl siegte Herr „Schonimmerso“

Also, dachte ich mir, dann mach mal, und schrieb ihm eine Mail, in der ich ihm die Internet-Situation schilderte und ihn bat, nun auch gemäß seines Wahlslogans „Ich kann es!“, mit dem er auf Peters Slogan „Ich will!“ reagiert hatte, zu handeln.Eine Antwort auf diese Mail habe ich nie erhalten, was meinen Verdacht bestätigte, dass das Internet nicht das liebste Medium des betreffenden Herrn ist. Ich versuchte es also mit einem Brief, den ich ihm in den Briefkasten an seinem Haus warf. Ergebnis: Sechs. Wochen. später erhielt ich einen Brief, in dem er mir höflich mitteilte: der Internetbeauftragte der Stadt habe ihm erklärt, die Verbindung bei uns im Dorf sei die Gleiche wie in der Stadt, er könne da nichts tun. Er schloss das Schreiben mit dem nett gemeinten Rat:“ Rufen Sie doch einmal bei Kabel Deutschland an und lassen Sie sich beraten.“ Ja nee, is klar – wenn die bei Kabel Deutschland auch nur einen fähigen Mitarbeiter hätten, wären wir schon seit Monaten Kunden bei denen.

Fazit: Wird das jetzt die neue Wahlstrategie bei Politikern, das „Mach’s selbst!“ ?

Zu Beginn war das ja noch ganz originell – Peter stieg mit einem forschen „Ich will!“ in den Wettbewerb um den OV-Posten ein und er hätte unser Dorf sicher aus den 50er Jahren in die Gegenwart geholt.

Irgendjemand hat dem bisherigen OV dann wohl geraten, für die Stichwahl mit dem Slogan „Ich kann es!“ zu kontern. War leider keine so gute Idee, da der Realitätstest traurig und peinlich scheiterte. Gut – ich kann es nachvollziehen, dass für einen Herrn von 70 Jahren die Ausgestaltung eines Neubaugebietes interessanter ist als so etwas Abstraktes und Seltsames wie eine Internetverbindung. Da sagt man dann schon mal gerne „Du, kümmer‘ dich da doch bitte selbst drum und lass‘ mich in meiner heilen Zuckergusswelt von Dörfchen, Neubaugebieten mit glücklichen Familien und Blumenbeeten vor dem Kindergarten“. Is klar.

Ich blogge trotzdem weiter : – ))