Nachsitzen: Der Hirni

Das wollte ich schon lange erzählen, my dearies, hab’s aber immer wieder vergessen: Es ist eine geraume Weile her, da hatte ich mal wieder etwas gebloggt, das einen absender- und unterschriftsfreien Brief an den Prinzen (nicht an mich!) in unserem Briefkasten zur Folge hatte.

Der „unbekannte“  Absender siezt den Prinzen in seinen schriftlichen Ergüssen immer und nennt mich dem Prinzen gegenüber „Ihre Partnerin“. Schauen wir uns das mal näher an:

Wenn mich jemand angreift, frage ich immer: Worum geht es bei diesem Angriff? Was genau greift die Person an? Und, die wichtigste Frage in solchen Fällen: Was habe ich, das der Angreifer nicht hat? Um dies zu beantworten, muss man nur schauen, welche Redewendung /welcher Begriff kommt auffällig häufig vor, ist also das, das den Angreifer besonders beschäftigt bzw. frustriert?

Im Falle unseres „unbekannten“  Briefeschreibers ist es der Begriff „Ihre Partnerin“. Die meisten Leute hier im Dorf sagen einfach „Ihre Frau“/“Ihr Mann“ (obwohl alle wissen, daß wir nicht verheiratet sind; das interessiert aber niemanden) oder sie benutzen den einfachen und zutreffenden Ausdruck „Lebensgefährtin“.

Das Wort „Partnerin“ hingegen, das kommt auffällig häufig in den anonymen Briefen vor. Nun, eine Partnerin ist ja etwas Unverbindliches, es klingt nach einer sachlichen Geschäftsbeziehung, nach etwas, das man notfalls schnell mal eben auflösen könnte. „Ihre Frau“ dagegen, das weist auf eine feste Beziehung hin. Da der „unbekannte“ Schreiber der Briefe so oft das Wort „Partnerin“ benutzt, scheint es mir, daß er sich wünscht, auch so etwas „Unverbindliches“ zu haben und nun einfach sauer auf den Prinzen ist, daß dieser etwas hat, das der Schreiber sich wünscht. Nun, da die Briefe ja keinen Absender und keine Unterschrift tragen, wissen wir natürlich nichts über den Verfasser (nur, daß er genauso schreibt wie er redet).

Also ist es nur eine reine Vermutung, daß er eine gesetzlich angetraute Ehefrau hat, der er verpflichtet ist, und daß er diesen Zustand haßt. Daß er sich wünscht, sie wäre nur seine „Partnerin“, damit er diese Verbindung schnell lösen kann. Aber das ist, wie gesagt, nur eine Vermutung, die sich für mich aus dem auffällig häufigen Gebrauch des Wortes „Partnerin“ in den anonymen Briefen ergibt. Denn die Briefe sind ohne Absender und Unterschrift, daher wissen wir ja nicht, wer sie verfaßt und in unseren Briefkasten eingeworfen hat. Das Lustigste war aber bisher der letzte dieser Briefe (ist schon eine geraume Weile her). Da nannte mich der Autor geistvoll „Ihre Halb-Hirni-Partnerin“ (das sollte wohl auf die Blutung in meiner rechten Gehirnhälfte und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen abzielen, also ein Verspotten meiner Behinderung).  Allerdings ging der Schuß wunderbar nach hinten los, da er  den Brief geistreich schloß mit dem Satz: „Mit vorzüglichen Grüßen, Ihr Voll-Hirni“.

Das hat bei mir einen Lachanfall ausgelöst, denn der geistreiche Schreiber hat – in Unkenntnis der Ruhrpott-Sprache – mich eine Halb-Idiotin genannt, sich selbst aber, sehr zutreffend, einen Vollidioten. Denn: ein „Hirni“ ist bei uns im Pott ein Depp, ein Idiot, der nicht die einfachsten Dinge auf die Reihe bekommt und generell als lebensuntüchtig gilt. Kuckse ma hier.

 

 

 

 

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Herr Dokter, heut kommich ma mit mein Bein

Dearies!!!!

hier habe ich etwas ganz Besonderes bzw. jemand ganz Besonderen für euch:

 Doktor Ludger Stratmann – medizinisches Kabarett

Der Link führt euch zu Juhtjuhp, zum ersten Teil des Solo-Programmes „Kunstfehler“ ( der zweite Teil ist dort auch zu finden)

Meine Schwester hat mich auf diesen großartigen Kabarettisten gebracht, ich kannte ihn bisher gar nicht. Info: Der Mann ist tatsächlich Arzt, er hatte bis 1994 seine Praxis in meiner Heimatstadt Oberhausen. Deswegen sind seine Texte so lebendig.

Also, lehnt euch zurück, macht es euch gemütlich, schenkt euch en Pilsken* ein und genießt!

*) für mich lieber ein Krefelder, bitte ( = Altbier – Malzbier-Gemisch)

Petras Fragen # 4

Petra stellt in ihrem Blog Voller Worte regelmäßig kleine Fragen, die auf den ersten Blick einfach erscheinen, für deren Beantwortung man aber manchmal schon etwas denken und vor allem bei sich selbst hinterfragen muß.Ich möchte diese Fragen hier für mich beantworten und euch, wenn ihr mögt, einladen, eure eigenen Antworten zu finden und sie, entweder hier oder bei Petra, als Kommentar einzustellen.Heute fragt noch einmal Petras Sohn Carsten:

Noch ne Frage, die Carsten immer stellt:

Wo kommst du denn her?

Natürlich fragt er erst nach dem Auto, dann aber möchte er wissen, woher seine Gesprächspartner sind. Wenn jemand fremdartig spricht, möchte er auch ein bisschen übers Land erfahren. Mögt ihr mir erzählen?

Klar – bei mir hört man es sowieso, daß ich aus einem anderen Bundesland stamme 😀

Zwar lebe ich seit 1982 in Rheinland-Pfalz, bin aber geboren und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, und zwar in

dieser großartigen Stadt!

Die zwei ebenso großartigen Frauen, die euch meine Stadt vorstellen, sind Gerburg Jahnke (im dunkleren Mantel) und Stephanie Überall (in hell), auch bekannt als Die Missfits. Stephanie und Gerburg erklären alles Wichtige, was man über meine Heimatstadt wissen muß, einfach zuhören. Frau Jahnke stammt sogar aus dem gleichenOrtsteil wie ich.Und, übrigens: Ich höre mich auch so an wie die zwei! 😀 😀 )

(Ich muß getz ma weiter, ich bin nämlich grade am Heulen, wissense, ich hab so Heimweh. Also, Schüsskes denn, nä?!)