Es steht nun fest…

John Bercow wird zum 31. Oktober von seinem Amt als Parlamentssprecher zurücktreten.

Hier ein Interview, das er dem Spiegel gegeben hat.  Er wird mir fehlen. Er hat meinen englischen Wortschatz sehr bereichert.

Se Unterschied

Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß ich unheilbar anglophil und ein ergebener Fan der englischen Königin bin. Kürzlich fiel mir wieder einmal auf, daß ich nicht nur rasend schnell älter werde, sondern sozusagen bereits eine Omma bin 😀 Ich hatte mir bei Juhtjup eine Doku über die inzwischen seit unfaßbaren 70 Jahren anhaltende Ehe zwischen Her Majesty und HRH The Duke of Edinburgh (also Prince Philip) angeschaut. Dazu gab es Filmausschnitte aus Nachrichtensendungen, die Her Majesty  im Laufe der Jahre zusammen mit anderen Staatsoberhäuptern zeigten. Dabei war auch ein sehr kurzer Ausschnitt, in dem sie mit Helmut Kohl sprach, seines Zeichens peinlichster deutscher Politiker ever (abgesehen von den Clowns der NSAfD). Der Kohl-Ausschnitt ist sehr kurz, man hört ihn aber im Hintergrund sprechen, wie er Her Majesty erklärt: „Se Unterschied is in se Bildung.“ Doch, ganz ehrlich! Das ist ein wörtliches Zitat! Die Dolmetscherin schaut da auch etwas verzweifelt drein, übersetzt es dann aber wohl irgendwie. Lustig wurde es, als ich in den Kommentaren zum Video die Frage las: „Stimmt es, dass Kohl kein Englisch konnte?“ Diese Frage schien mir von einem jüngeren Menschen zu kommen, der Kohl nicht mehr live erlebt hat. Das gab mir das „Boah, bin ich alt!“ – Gefühl.
Allerdings kommt in mir, wenn ich „se“ statt „the“ höre, immer so ein „Boah, ich will dich umbringen!“ – Gefühl hoch. Der Prinz weiß das, und wenn er in alberner Stimmung ist und mich ein bißchen foppen will, dann erzählt er mir was auf Englisch, und zwar, indem er alles Wort für Wort übersetzt. Das ist Absicht, und er lacht immer sehr, wenn ich mich dann in Qualen winde, entsetzt „Oh mein Gott!“ flüstere und ihn anflehe: „Bitte, Schatz, sag sowas niemals, wenn Muttersprachler dabei sind – BITTE!“ „Na, mal sehen“, grinst er dann und zieht schonmal den Kopf ein, falls ich mit Gegenständen werfe 😀

Diana Gabaldon

schreibt derzeit – juhu! am neunten Buch ihrer großartigen Outlander-Serie.

Hier in ihrem Blog erzählt sie davon und veröffentlicht ab und zu auch kleine Exzerpte, sozusagen „zum Anfüttern“ 😉 Nun, mich muß sie nicht anfüttern – ich warte darauf wie ein Pawlow’scher Hund auf das Läuten der Glocke 😀

Was mich derzeit ärgert, ist Tante Amazoniens Prime: Die Outlander-Staffel vier ist raus und im Angebot, ist aber  immer noch kostenpflichtig. (Übrigens bin ich mit der Verfilmung sehr einverstanden, obwohl ich die Bücher zuerst für unverfilmbar hielt. Sind sie nicht, im Gegenteil. Mich haben die ersten drei Staffeln sehr begeistert. (Die erste Staffel steht  auch bereits hier  im DVD-Regal, und die nächsten werden bald folgen.)

(Fast) ohne Worte

Und schon wieder trampelt der weltgrößte Arsch in meinem Herzensland herum, ist unhöflich zu Her Majesty und auch sonst echt schmerzhaft peinlich (also alles wie immer). Vor seiner Abreise twitterte er noch, der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sei „a stone cold loser“, weil dieser es gewagt hatte, den tollsten Narzissten der Welt zu kritisieren. Zudem, das ging ja durch die Presse, hatte er Meghan Markle, die Herzogin von Sussex, „nasty“ genannt, weil sie – ja, genau! – ihn kritisiert hatte. Nächsten Monat ist sein letzter Besuch ein Jahr her, und offensichtlich hat immer noch niemand ihm und seiner Malaria erklärt, daß männliche Gäste vor der Königin den Kopf neigen und Frauen  einen (kleinen) Knicks machen. Die arme Melania hat immer noch null Sebstwertgefühl – woher auch, wenn sie in einer Beziehung mit einem Narzissten ist? – und versuchte, sich lieb Kind zu machen, indem sie eine exakte Kopie eines Kleides trug, das Lady Diana Spencer vor einigen Jahren mal anhatte (mir ist Modekiki scheißegal, ich hätte das gar nicht gemerkt, aber ich schmökere ganz gerne mal online im Mirror, da gibt es solche Infos zuhauf 😉 , mir tut Melania einfach nur von Herzen leid (ich hoffe, der Käfig ist ihr wenigstens golden genug.)

Robert Mueller, du hättest dir verdammt mal etwas mehr Mühe geben können – ich hatte große Hoffnungen auf dich gesetzt! 😦

Nicht vergessen: Towel Day!

Übermorgen, am Samstag, meine Lieben, ist Towel Day! Und falls ihr schon über Festgarderobe und passendes oufit nachgegrübelt habt,  dann haben die wunderbaren Menschen bei get digital das Passende für euch, hier. Ich habe es natürlich schon 😀  Als ich vorgestern mein Sparschweinkonto prüfte und es mir einen zustimmenden Quieker gab, bestellte ich das bundle. Und heute vormittag kam es schon  an! Das Shirt und das Badetuch rochen noch etwas streng chemisch und wanderten erstmal in die Wäsche. Das Handtuch ist so fest eingeschweißt, daß ich es nicht aus seiner Plastikhaut herausschälen kann und also warten muß, bis der Prinz nach Hause kommt, bis ich es mit Wasser beträufeln kann. Jedenfalls ist der Samstag gerettet und ich bin gespannt, wieviele Menschen mit Handtuch wir treffen werden *hibbel*  Habt ihr für den Tag etwas Besonderes vor? Ein Treffen mit anderen, zum Beispiel? Eine Lesung vogonischer Gedichte? Eine Therapiestunde für depressive Roboter? Schreibt mir was in die Kommentarbox, während ich mir einen pangalactic gargleblaster zubereite 😀 😀 😀

P.S.: Die Beschreibung sagt, das Shirt zeige Marvins Kopf und die Zahl 42. Auf meinem ist aber nur die Zahl drauf. Keine Ahnung, warum – aber das wird meinen Spaß am Samstag nicht schmälern!

„Order! Oordeer!“

Manche von euch, my darlings, grinsen womöglich schon beim Lesen der Überschrift, weil sie wissen, über wen ich heute schreibe. Ja, genau: Es geht um John Bercow, den obercoolen Sprecher des britischen Unterhauses (House of Commons). Bercow ist im Zuge der langen Brexit-Debatte im Laufe der Zeit auch hier bei uns immer bekannter geworden, denn es scheint, daß sich in Deutschland herumgesprochen hat, daß man unter der URL https://parliamentlive.tv/Commons die Sitzungen des britischen Unterhauses live verfolgen (und dabei eine Menge Spaß haben) kann. Der Prinz und ich schauen regelmäßig rein, weil wir so viel Spaß an John Bercow und seinen schrillen Krawatten (ebenfalls Kultstatus!) haben. Bercow ist nicht nur sehr gebildet, sondern auch unfaßbar eloquent. Ich mag an ihm, daß er ein souveräner, humorvoller Mensch ist, der es nicht an anderen auslässt, daß er nur 1,65 Meter groß ist, obwohl politische Gegner öfter mal versuchen, ihn auf dieser Ebene anzugreifen (Lieber kleiner Tobias Binsenkauer, hier kannst du noch etwas lernen-abgesehen von den dringend notwendigen Führungskräfte-Seminaren!)

Wer das Theater vor Trumps erstem England-Besuch mit verfolgt hat, weiß, wie beleidigt das orange Ding war, als klar wurde, daß Her Majesty ihn auf keinen Fall in ihrer goldenen Kutsche mitfahren lassen würde. Aaaber der böse böse Barack Obama, auf den er so eifersüchtig ist, daß er sich kaum noch einkriegt, durfte eine Rede in Westminster Hall halten, vor beiden Parlamenten, dem House of Commons (Unterhaus) UND dem House Of Lords (Oberhaus)! Also deutete Darth Orange an, daß er das auch wolle. Problem: dazu braucht er eine ausdrückliche Einladung. Und dazu hat John Bercow eine ganz klare Meinung, die er hier sehr deutlich macht. Obama dagegen hatte kein Problem, diese Einladung zu erhalten. Hier ist zu sehen, mit wieviel Freude Bercow den besten amerikanischen Präsidenten ever in Westminster Hall begrüßte. Auch Obama freute sich sehr über diese Einladung, seine Rede ist hier zu sehen und zu hören.

Im vergangenen Juli haben Trumps Her Majesty besucht. Daß sie sie 20 Minuten in knallender Hitze warten ließen, war nicht der einzige peinliche Fauxpas. Das Trumpeltier und seine Malaria drückten ihr einfach nur die Hand – keine Verbeugung, kein Knicks… Ich war fassungslos, als ich die Filmaufnahmen sah (hier, vom Spiegel). Ich hoffe einfach, daß seine Demenz schnelle Fortschritte macht und er eines Tages irgendwo in der Welt von einer Bühne herunter wandert und nie mehr zurückkommt.

Übrigens – wer bisher bei den Abstimmungen im Unterhaus glaubte, es ginge um Picasso-Gemälde („The ayes to the right… the noes to the left…“): Die Wiener Zeitung hat eine sehr gute Erklärung, wie Abstimmungen im Unterhaus ablaufen.

Ist jemand von euch auch Bercow-Fan?