Osterfrust!

Vorhin war ein Brief von der Gemeindeverwaltung Krummhörn im  Kasten, meine Lieben: Nicht nur haben die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein den Zugang zu den Inseln gesperrt, sondern der Landkreis Aurich hat auch bis zum 18. April die Nutzung von Zweit-bzw. Ferienwohnungen verboten. Seit gestern bereits müssen alle entsprechenden Wohnungen geräumt sein. Uns lüttje Huus gilt dort als Zweitwohnsitz, da das Huus uns zwar gehört, wir aber hier in Worms gemeldet sind und nicht dort. Also ist damit unser Osterurlaub erledigt. Der Prinz sagt, er habe damit gerechnet, aber ich habe das nicht, und es trifft mich sehr hart. Wir hatten vom 8. bis zum 14. April hinfahren wollen, und das fällt mitten in die Sperrzeit. Jetzt muß ich erstmal unsere Friesen-family informieren, also Herta, Edda und Tinus. So eine verfickte Dreckscheiße. 😦

Nachsitzen: Karneval!

Puh! Schon seit über einer Woche sind wir zurück von unserer Karnevalsflucht, ihr Lieben, und so viel ging hier ab, daß ich mal wieder nicht zum Aufschreiben gekommen bin – Therapie-Fortschritte (klein, aber erfreulich), Orthese mal wieder kaputt, Henry der Rolli hat Luftbereifung bekommen, und ich habe eine Sucht nach Quizsendungen entwickelt und verbringe viel Zeit bei Juhtjuhp, hauptsächlich mit „Gefragt-Gejagt“ und „Der Quiz-Champion“.

Jetzt aber mal schnell zu unseren sechs Fluchttagen in Woquard…

…unter Protest zurückgekehrt mal wieder, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches, denn bei jedem Aufenthalt in Woquard verlassen wir uns lüttje Huus nur äußerst ungern! Wie wir es uns schon vorher gedacht hatten, war es wieder ein „Indoor-Urlaub“, denn es war sehr kalt, stürmisch und äußerst naß (es regnete fast ohne Unterlaß, über alle sechs Tage hinweg). Die Fahrt war eklig, bei heftigem Regen und Sturmböen, die unseren kleinen tapferen Nissan Note heftig schüttelten, es war etwas unheimlich 😉

Unsere „Ersatz-Mama“ Herta hatte im Erdgeschoß schon die Heizkörper aufgedreht, und das war nötig, denn der eisige Sturm hatte das Huus ganz schön durchgekühlt!  Die Regenfluten hatten zudem den Grundwasserspiegel so erhöht, daß sich ein kleiner See durch einen sehr schmalen Ritz in der Kellerwand gepreßt hatte. Zum Glück ist der Keller nur ein kleiner Raum unterhalb des Hausflur-Bodens, und dort gibt es nichts, das hätte Schaden nehmen können. Herr Beckmann, der Vorbesitzer, hatte dort einige Stapel übriggebliebener Bodenfliesen gebunkert, denen war das Wasser egal. Wir nutzen den Raum derzeit gar nicht. Der Prinz hatte letztens mal einen kleinen Staubsauger gekauft, der auch Wasser aufnehmen kann, damit war das Kellerchen  in kurzer Zeit wieder trocken.

Wie üblich, schauten Herta und Bella vormittags herein. Bella, der kleine Sonnenschein, freute sich wie wild, uns (und vor allem das Bärchen!)  wiederzusehen. Ihr erster Weg führt immer zu seinem Futternapf, da klaut sie ihm etwas von seinem Trockenfutter. Dafür hat Herta immer Leckerli in ihrer Westentasche, die sie unermüdlich an beide Hunde verteilt. Das Wetter blieb kalt, stürmisch und naß. Zum Glück fühlen wir uns im lüttje Huus so wohl und heimisch, daß wir auch gut einige Tage drinnen verbringen können. Herta brachte uns erst einmal dorftechnisch auf den aktuellen Stand: Die Nachbarn gegenüber trennen sich. Das ist vermutlich nur für uns nicht sooo interessant, denn wir kennen die beiden nur vom Sehen und Grüßen, näheren Kontakt hatten wir bisher noch nicht (obwohl sie sehr nett sind, wie alle Menschen hier).

Als Herta aber erwähnte, daß die Frau plane, wegzuziehen, wurde ich hellhörig. Es gelang mir, meine Stimme neutral zu halten, als ich fragte:“ Dann nimmt sie die Kinder wohl mit?“ Es gelang mir ebenfalls, nicht jubelnd auf dem Tisch zu tanzen und eine Magnum-Pulle Sekt im Haus zu verspritzen, als Herta nickte und bestätigte: „Sie zieht zusammen mit den Kindern weg, aber alle14 Tage kommt sie am Wochenende, um ihm im Büro zu helfen“. Info für die, die mich jetzt ganz entsetzt als Kinderhasserin bezeichnen: Ihr habt recht! Ich habe gelernt, Kinder als notwendiges (wenn auch nerviges) Übel zu tolerieren, und schaffe es, mich in ihrer Gegenwart einigermaßen zivil zu verhalten. Diese beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, beide vorpubertierend, haben mir dies sehr schwer gemacht: extrem verzogen und verwöhnt (warum schaffen es spätgebärende Mütter nicht, ihren Kindern Grenzen zu setzen???), weil, wie das Mädchen mir einmal erklärt hatte, ihre Mutter ihnen gesagt hatte, sie dürften „machen, was wir wollen!“ Und das taten sie auch, jeden verdammten Tag, bis ich dem Irrsinn nahe war und den Kauf des Hauses zu bereuen begann.

Der Prinz versuchte mich zu trösten: “Schatz“, sagte er, bis es soweit ist, daß wir hierherziehen können, wohnen die bestimmt nicht mehr bei ihren Eltern, da studieren die schon irgendwo anders!“

Aber nun hat es das Schicksal doch anders gewendet. Natürlich ist es immer bedauerlich, wenn eine Ehe auseinandergeht, vor allem, wenn Kinder da sind, die ihren Vater ebenfalls lieben und die Mutter nicht bereit ist, den Kindern auch Zeiten mit dem Vater zu gönnen (ich weiß das sehr gut aus eigener Erfahrung.) Deshalb finde ich es prima, daß die beiden gegenüber offenbar eine gute Möglichkeit gefunden haben, sich in Freundschaft zu trennen. Dazu gehört ja auch eine gewisse Größe. Ich jedenfalls bin zutiefst dankbar und erleichtert, daß die beiden Dämonenkinder, wie ich sie immer genannt habe, nicht mehr hier wohnen. Ich wünsche ihnen und ihrer Mutter alles Gute, aber, wie Oma immer sagte: „Geh mit Gott, aber flott!“ Allerdings: Billy, der bildschöne Australian Shepherd der Familie, bleibt hier, bei dem Mann. Das freut vor allem unser Bärchen, denn er verbellt Billy immer sehr erbittert, wenn dieser es wagt, mit seinem Herrchen am Haus vorbeizulaufen.

Die Tage vergingen wunderbar ruhig und wir waren wieder einmal sehr dankbar, daß es bei den Protestanten keinen Karnevalsscheiß gibt. Mein Geburtstag fiel auf den Rosenmontag. Das wäre gar nicht aufgefallen, aber der Prinz mußte mir gleich morgens sagen, daß er kein Café gefunden hatte, in das er mich zum traditionellen Frühstück hätte ausführen können, denn fast alle Cafés haben montags geschlossen! Um diese Zeit sind ja kaum Urlauber in der Gegend, nur Karnevalsflüchter wie wir, so schließen viele Betriebe gleich montags und dienstags. Der Prinz war sehr enttäuscht, denn es war ja mein erster Geburtstag im lüttje Huus.

Allerdings, verriet er mir, habe er kleine Bratwürstchen, Bacon, Eier und weiße Bohnen eingekauft und könne mir somit ein English breakfast anbieten.  Da ich sowieso noch im Schlafanzug war und wenig Lust hatte, mich anzuziehen und in den Regen, den Sturm und die Kälte rauszugehen, freute ich mich natürlich sehr und der Prinz warf gleich den Herd an. Tee haben wir, als gute Bald-Ostfriesen, immer im Haus – und wir stellten fest, daß der gute Tee von Thiele durchaus mit einem English Breakfast Tea mithalten kann.

Auf die Bohnen verzichtete ich. Weiße Bohnen, egal in welcher Größe, schmecken mir nicht, aber der Prinz mag sie. Zudem hatte er sich die Mühe gemacht, die Toastscheiben, statt sie in den Toaster zu stecken, in der Pfanne mit Butter anzurösten, so wie ich es aus England kenne. Die sausages hatte er drumherum drapiert und auf dem Toast lag ein Spiegelei (sunny side up). Da ich Tomaten nicht ausstehen kann, übernahm der Prinz auch diese.

Nach dem Frühstück bekam ich Geschenke, dieses Shirt:

plutoshirt

Ist es nicht super? Wie findet Ihr’s?

Und diese DVDs:

kosmos

Beide Geschenke sind Herzenswünsche! ❤

Nachmittags kamen, auf meine Einladung, Herta sowie Edda und Tinus rüber, auf ein Glas Sekt. Herta und Edda verstehen sich gut und mögen einander gut leiden. Herta und Tinus wiederum kennen einander seit Jahrzehnten, sie sind beide im Kirchenvorstand. Die beiden redeten entspannt viel op Platt miteinander. Edda, der Prinz und ich verstehen Platt ganz gut, können es aber zu unserem Bedauern noch nicht sprechen. Aber daran arbeite ich! 😀 Es fühlte sich so wunderbar familiär an, mit den drei Lieben ❤ .

Edda fragte, wie alt ich nun eigentlich sei. Als ich sagte „59“, war ihre Antwort: „Ey, da könnte ich ja deine Mama sein!“ „Oh nee, lass mal“, lachte ich, „ich find’s gut, daß du meine Freundin bist!“

Es folgte ein allgemeines Philosophieren über das Alter (Edda und Tinus werden dieses Jahr beide 80, Herta 77). „Wahrscheinlich krieg‘ ich ’n Moralischen, wenn ich 80 werde“, sagte Edda düster, „und sauf mir einen an.“

„Ich nicht“, sagte Tinus fröhlich, „ich fühle mich wie 65!“ Kein Wunder – er ist frisch verheiratet, total verliebt in seine Edda, und er spielt regelmäßig Tennis 😉

Am Abend ging es rüber nach Greetsiel, da führte mich der Prinz zum Essen aus, ins Hohe Haus, das eigentlich ein Hotel ist, in dessen Restaurant man aber sehr lecker essen kann. Es schmeckte wundervoll, wir tranken Jever dazu, und ich hatte fast schon vergessen, was für ein tolles Bier das ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte mal wieder einen wundervollen Geburtstag – der nächste ist rund, da möchte ich etwas Besonderes machen, habe aber noch keine Idee. (Im Februar Geburtstag zu haben ist schiet, da kann man draußen nichts veranstalten!)

Am Dienstag und (Ascher)Mittwoch machten wir uns noch eine gemütliche Zeit auf der Couch. Ich hätte mir gern in der Messe das Aschenkreuz geholt, aber das kennt die evangelische Liturgie nicht, wie mir Herta erklärte. Es gibt in Pewsum, also praktisch gleich nebenan, eine katholische Kirche. Die ist sogar ausgeschildert, so selten sind die hier!

Am Mittwochabend mußten wir wieder zurückfahren. „Irgendwann, mein Schatz“, sagt der Prinz dann immer, „irgendwann kommen wir hier an und müssen einfach nie wieder zurück!“ Ich kann es nicht erwarten. Jetzt muß es nur schnell Ostern werden, denn dann geht es wieder zurück in die Ostfriesenheimat!

 

 

 

 

Lebt denn die alte Lakritzefrau noch?

Ja, sie lebt noch, sie lebt noch, sie lebt noch!

Hey ihr Lieben,

seid ihr überhaupt noch da draußen, oder zumindest einige von euch? Ich habe ja seit gefühlten Jahrhunderten nichts mehr gebloggt 😉. Das liegt unter Anderem daran, daß sich therapie-technisch einiges getan und geändert hat und derzeit viel im Gange ist, so bin ich sehr mit mir und – erfreulicherweise – auch mit meinen Fortschritten beschäftigt. Weihnachten und der Jahreswechsel scheinen schon eine Ewigkeit her zu sein, das geht euch sicher auch so, oder? Wir hatten in dieser Zeitspanne zwei wundervolle Wochen im Lüttje Huus und dieses Mal konnten wir uns nach der Rückkehr hier kaum noch zurechtfinden!

Es regnete jeden Tag und es war kalt, somit verbrachten wir einen kuscheligen, gemütlichen „Indoor-Urlaub“, der hauptsächlich aus Essen (u.a. ganz viel Omas Hühnersuppe), lesen, Dokus gucken und dem hier bestand:

mittagsschlaf

domisofa

Einmal waren wir up diek, aber die Deichkrone war eine reine Matsche-Strecke, glitschig und zu riskant für mich.

Der Prinz hat mir zu Weihnachten einen Herzenswunsch erfüllt, den ich aber aus praktischen Gründen im lüttje Huus gelassen habe:

bardcomplete

Es ist über A4 groß, hat über 1000 Seiten und ist so schwer, daß ich es mit einer Hand nicht mal anheben kann 😀

Zu den Änderungen in der Therapie: mein wunderbarer Physiotherapeut Hubert hat vor einigen Wochen in eine andere Praxis gewechselt. Zum Glück ist das dem kleinen Herrn Sonntag nicht so sehr aufgefallen, denn Physio ist ja nur einmal in der Woche. Aber Hubert und das Bärchen waren von Anfang an BFF, und Hubert hatte immer eine Leckerei für das Bärchen dabei (meist eine Kaustange, die er dem Hund seiner Freundin gemopst hatte 😉). Nun hat meine Physiopraxis sogar gleich zwei Mitarbeiter, die hier bei uns im Dorf wohnen, eine sehr nette junge Frau, die aber gerade im Mutterschutz ist, und eben Christoph, der jetzt statt Hubert die Physio mit mir durchzieht – und der ganz verliebt in das Bärchen ist. Auch er bringt dem Kleinen immer ein Leckerli mit. Zudem hat er – als praktisch Fremder – einen ganz neuen Blick auf mich, das ist ein Vorteil, denn mit Hubert hatte ich seit acht Jahren zusammengearbeitet, und da schleift sich so manche Routine ein. Ich hatte Christoph gesagt, daß ich die Orthese für das linke Bein gern loswürde, denn die 1,3 Kilo Zusatzgewicht machen sich nach nunmehr über zwei Jahren im rechten Knie schmerzhaft bemerkbar. Christoph testete meine Muskeln im linken Bein und stellte fest, daß sich einige bereits stark zurückgebildet haben, weil ihnen die stützende Orthese ja praktisch die Arbeit abnimmt. Diese Muskeln sind so schwach geworden, daß sich das Knie beim Gehen immer noch stark nach hinten durchbiegt (das war der Grund, warum ich die Orthese ursprünglich bekommen hatte). Deswegen kann und möchte er nicht gleich mit Kraftübungen beginnen, sondern die Muskeln erst einmal mit Hilfe eines TENS Gerätes aufbauen. Zum Glück hat mir unser Hausarzt gleich eines verschrieben und die Krankenkasse hat es ohne Weiteres genehmigt. Nun muß ich erst einmal täglich 25 Minuten lang leichten Strom (fünf Milliampere) durch die Muskeln im linken Bein laufen lassen, bis diese etwas stärker geworden sind. (Der Batteriestrom ist kaum spürbar, es kribbelt nur leicht, und ich kann dabei lesen oder surfen. Das Gerät schaltet automatisch ab.) Später können wir dann mit Kraftübungen anfangen, bis ich irgendwann hoffentlich die Orthese einmotten kann. Christoph sagte mir schon, daß ich vermutlich ein Jahr lang Geduld dafür aufbringen muß. Aber dazu bin ich bereit! Ich bin voll motiviert!

Auch der linke Arm macht sich gut. Meine frühere Ergotherapeutin, Stephanie, hatte vor etwa zwei Jahren die Ergotherapie aufgegeben, da sie gemeinsam mit ihrem Bruder die Leitung des elterlichen Handwerksbetriebes übernahm, als die Eltern in den Ruhestand gingen. Dafür hat ihre Kollegin Frau E. meine Betreuung übernommen, und mit ihr bin ich schon richtig weit gekommen: ich kann den linken Arm gegen die Schwerkraft anheben und in eine gewünschte Richtung führen. Auch Übungen wie: Sitzen am Tisch mit der Hand auf dem Knie, den Arm anheben und die Hand gezielt auf dem Tisch ablegen und dann das Ganze umgekehrt, ohne die Schulter mit zu bewegen – das klappt jetzt gut, ist aber erstaunlich anstrengend. Zurzeit übe ich, das Handgelenk zu drehen – boah, Ist das schwer! Denn Schultern und Rücken wollen unwillkürlich helfen, sollen aber nicht – daran arbeiten wir jetzt jedes Mal. Das nächste Therapieziel sind die Finger, die ich immer noch nicht aktiv strecken kann. Wir wollen dahin kommen, daß ich mit der linken Hand wieder aktiv etwas greifen kann. Frau E. hat eine tolle Art, mit mir zu arbeiten, ich bin nach jeder Einheit mit ihr gut gelaunt und sehr motiviert.

Eine weitere Änderung ist Henry. Henry ist Ollis Nachfolger. Ja, Olli der Rolli schiebt jetzt eine ruhigere Kugel. Gerade bei unebenen Wegen wie auf Kopfsteinpflaster mit Olli hatte ich hinterher immer starke Kreuzschmerzen. So fragte ich bei der Krankenkasse nach, ob ich einen orthopädisch besser geeigneten Rolli bekommen könne. Zum Glück sagten sie mir den zu. Sie stellten Roger, dem Inhaber des für mich zuständigen Sanitätshauses, einen Betrag zur Verfügung, mit dem dieser mir etwas Geeignetes zusammenstellen sollte. Der Prinz und ich trafen uns samstags mit Roger im Laden und berieten. Wir waren uns schnell einig, daß wir bei einem Modell der bewährten Firma Küschall bleiben wollten (wie Olli). Der Neue sollte allerdings leichter sein, damit der Prinz ihn besser ins Auto laden kann. Roger schlug einen für den Lendenwirbelbereich schonenderen Sitz sowie eine Auflage für den linken Arm vor. Ich wünschte mir Licht wie am Fahrrad, da wir bei gutem Wetter mit dem Bärchen ja auch abends Gassi gehen. Uuund:  Ich hatte freie Farbwahl!

Schaut mal, das ist Henry:

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Schick, oder?

Die „e-Fix“ – Räder sind einfach von Olli zu Henry rüber gewandert, denn in deren Naben sitzt der Elektromotor. Roger mußte sie nur umstecken. Der Akku liegt nach wie vor in einer Tasche unter dem Sitz. Henrys ursprüngliche Räder trägt jetzt Olli, damit ist er zu einem ganz normalen Rollstuhl geworden, den man schieben muß. Wir wollen ihn am Lüttje Huus in die Garage stellen, um dort notfalls einen Rolli für kürzere Ausflüge zu haben. Nach vorne hat Henry eine weiße Lampe, nach hinten ein rotes Licht, wie ein Fahrrad. Die Lampen lassen sich abziehen und aufladen (mit dem Handy-Stecker). In den nächsten Tagen bekommt Henry noch Luftbereifung, für holperige Strecken. Dann werden Touren durch Brudis Wohnort und Wissembourg, Strasbourg oder Metz nicht mehr so schmerzhaft – in your face, Kopfsteinpflaster! \o/ Zudem hat Roger mir noch ein Schaffell für den Sitz dazu geschenkt, das ist toll!

Jetzt freue ich mich auf den Freitag der kommenden Woche, denn wir werden wieder vor dem Karnevals-Irrsinn fliehen und uns eine kuschelige Woche im Lüttje Huus machen. \o/ Am Rosenmontag ist mein Geburtstag – der erste, den ich im Huusje feiere! Am Aschermittwoch geht es abends wieder zurück – und dann beginnt die zuckerfreie Fastenzeit bis Ostern (für mich 😉). Ostern sind wir wieder dort (allein schon wegen des Osterfeuers!).

Jauchzet, frohlocket, und preiset die Tage!

Heute Abend, gegen sechs, my dearies, düsen wir wieder ab in die zweite Heimat. Jürgen, unser wunderbarer Vermieter, füttert die Katzenmädels und sorgt dafür, daß sie in der Baller-Nacht im Haus sind. Die Heizung im Lüttje Huus hatte zwischendurch mal wieder den Geist aufgegeben, aber nur, wie der von Herta sofort gerufene Techniker feststellte, weil kein Wasser mehr drin war. Also keine Katastrophe. „Du zeigst mir, wie das mit dem Nachfüllen geht, damit ich das weiß!“  hat Herta dem Prinzen erklärt. Ist sie nicht ein Goldstück?! Gestern Abend habe ich noch mit Werner, Hertas jüngerem Sohn, telefoniert. Wir möchten Herta gern ewas zu Weihnschten schenken, kennen aber ihre Interessen nicht soo genau, und mit einem Geschenk für Bella wollten wir uns auch nicht zufriedengeben. Werner wußte gleich was: Einen kleinen Präsentkorb schlug er vor, mit alkoholfreiem Glühwein zum Beispiel (daß Herta, die Protestantin, keinen Alkohol trinkt, hatten wir schon mitbekommen, daher ist Wein hier aus der Gegend als Geschenk auch nicht passend.) Herta liebe Niederegger Marzipan, verriet Werner weiter, und „Was Duftendes“. Wir werden ihr da noch etwas Schönes zusammenstellen, denn vor dem 24. müssen wir wohl nochmal einkaufen – wir wollen noch einen einigermaßen günstigen DVD-Spieler fürs Lüttje Huus anschaffen, denn Weihnachten feiern, ohne „Notting Hill“ zu schauen – das geht für uns nicht! Das ist unser Weihnachts-Kultfilm!

Vor dem 24. bauen wir natürlich noch unseren Baum auf, dabei spielt in voller Lautstärke Bachs herrliches Weihnachtsoratorium (siehe Überschrift ; ) ) Ich liebe es!  In Bach kann ich voll und ganz aufgehen.

Wir lesen uns Anfang Januar wieder – ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein glückliches und mit viel Lachen und Liebe angefülltes 2020!

Ihr rockt!!!

Fieses, mieses Wetter

haben wir hier, darlings: grau und naß und kalt. Ist das bei euch auch so? Zudem gibt es einige untrügliche Indizien dafür, daß der Winter kommt: Der kleine Herr Sonntag fordert seinen Schlafplatz jetzt wieder unter der Bettdecke ein statt obendrauf, und wir haben die Katzentoilette wieder im Haus aufgestellt. Beim Frühstück leuchtet mir die Tageslichtlampe den Winterblues weg, schon im dritten Jahr jetzt, seit der Prinz sie mir geschenkt hat ❤ . Ich sitze mit drei Lagen Kleidung am PC und trinke nur heiße Sachen wie Kaffee, Tee und Horlicks (das ist ein englisches Malzgetränk, so etwas wie das britische Äquivalent zu Ovomaltine, und sehr lecker).

Meine Erleichterung darüber, daß der für mich schlimmste Monat des Jahres, der November, vorbei ist, ist groß. Ja, klar wird der Dezember nicht besser, Winter ist Winter. Aber immerhin: Bald werden die Tage wieder länger! Und ich freue mich auf Weihnachten! Wie meist, muß ich nach Anweisung des Prinzen meine Wunschliste bei Tante Amazonien noch etwas eindampfen 😉 . Nach Weihnachten ( das wir wieder im Lüttje Huus verbringen werden) kann ich langsam anfangen, mich auf meinen Geburtstag zu freuen. Auch diesen werden wir im Lüttje Huus feiern, denn er fällt dieses Mal auf den Rosenmontag. Da wir ja sowieso immer vor dem Karnevalsgedöns flüchten, paßt das gut. (Auch hier: Eindampfen der Wunschliste!) Ja, und ab dann hoffe ich sehnsüchtig dem Frühling entgegen.

Dann möchte und werde ich mehr Zeit im Hof verbringen, denn ich lerne gerade eine neue Fremdsprache: Rumänisch.  Grund: Im letzten Jahr haben wir bei einem Sommerfest eines unserer Winzer hier eine supertolle und nette Frau kennengelernt, Stefania. Sie ist gebürtige Rumänin und wir drei haben uns sofort sehr gut verstanden. Wir treffen uns jetzt regelmäßig, und ich als wilde Hobby-Linguistin habe sie gefragt, ob sie mir beim Lernen helfen wolle. Sie freute sich sehr und sagte zu. Natürlich habe ich mir bisher erst einige Basis-Ausdrücke angeeignet, wie „Guten Tag/Abend“ und so weiter. Aber es macht Spaß! Ich will auf jeden Fall weitermachen. Rumänisch hat große Ähnlichkeit mit Italienisch, die Grammatik ähnelt aber eher der lateinischen. Sehr faszinierend also! Stefania spricht sehr gut Italienisch, so können wir manchen Vergleich von dort herbeiziehen.

17.oo Uhr und schon stockdunkel draußen! Orrrr – ich HASSE diese Jahreszeit! Jetzt schaue ich mir dafür bei Juhtjuhp noch einige Videos mit dem genialen und sympathischen Martin Rütter an, um mich dafür zu schämen, was wir bei unserem Bärchen alles falsch machen 😀

 

 

 

 

 

September im Lüttje Huus

Eine ganze, luxuriöse Woche im Lüttje Huus, meine Lieben – wie lange hatte ich mich darauf gefreut! (okay, das stand seit unseren zwei Juli-Wochen hier fest, aber jeder Tag, den wir nicht im Lüttje Huus sind, ist für uns kein richtiger Tag. Ja, so sehr lieben wir unser Schnuckelhäuschen schon, und so sehr fühlen wir uns hier zu Hause 😀

So lief die Woche ab:

Freitag, 13.9.

Abfahrt gegen 18.00 h, erstaunlich gut in der Zeitplanung für uns zwei Chaoten! Ankunft nach ruhiger Fahrt (keine Schwertransporte!) um Mitternacht am Huusje. Schnell in die Heia, denn wir waren alle drei erschlagen. Aber, Freude aufs Frühstück: Herta, unsere „Friesenmama“, wie wir sie nennen, hat uns eine Frischhaltebox mit Pflaumenkuchen in die Küche gestellt ❤ .

Samstag, 14.9. und Sonntag, 15.9.

An beiden Tagen dekadent lange geschlafen und lange gefrühstückt. Leider schon kühles Wetter (für mich olle Friertante sehr kalt, – ich trage Fleecejacke und Hoodie, während die meisten Nachbarn noch im T-Shirt rumlaufen! Aber: die Sonne scheint, da ist die Temperatur egal, man trägt T-Shirt!

Am Sonntag schaut, wie gewohnt, mittags unsere Herta rein. Sie strahlt: ohne Krücken! Am nächsten Freitag darf sie die Dinger offiziell in die Ecke stellen und frei herumlaufen. Wir kochen Tee und quatschen. „Gestern hatte ich Steckrüben zu Mittag“, sagt Herta. „Das war lecker.“ Ich frage nach, aber bekomme aufgrund ihrer Beschreibung kein genaues Bild davon, wie Steckrüben aussehen. Ihr Mann habe die so gern gegessen, sagt sie. Ich frage, wie sie und ihr Mann sich kennengelernt haben (ich frage das oft; ich liebe Kennenlern-Geschichten.) Herta lacht herzlich. Das war kurz nach dem Krieg. Sie war 17 und nach ihrem Gitarren-Unterricht mit dem Fahrrad auf dem Heimweg (die Gitarre hielt sie mit der Hand fest).

Kurz vor ihrem Dorf standen an der Straße zwei Jungs, die sie aus der Nachbarschaft kannte. Sie hielt an und die drei plauschten ein wenig. Einer der Jungs wollte sie foppen und zog ihr einen ihrer Schuhe aus. Er weigerte sich lachend, ihn zurückzugeben. Herta wurde wütend.

Herta: „Gib mir meinen Schuh (mien Schauh) zurück, oder ich zieh‘ dir die Gitarre über’n Kopp!“ (Op Platt klang das natürlich netter, aber das kriege ich leider nicht mehr hin…)

Der Junge grinste. „Machst du nicht.“

Herta: * BÖNNNNK*

(Erzähler: Es wurde eine glückliche Ehe. Sie bekamen drei Kinder.)

Auch am Sonntag: Ein Jahr Lüttje Huus! Heute vor einem Jahr haben wir das Haus vom Ehepaar Beckmann übernommen. Unsere Vereinbarung, in Kontakt zu bleiben, ist jetzt auf Frau Beckmann beschränkt, da ihr Mann ja leider im Dezember danach einen tödlichen Unfall hatte. Wir denken oft an ihn, wenn wir uns über unser Häuschen freuen.

Der Prinz hatte weise vorausgeplant und eine Flasche Sekt mitgenommen, die wir zusammen genüßlich leerten.

Montag,16.9.

Der Prinz bringt, inspiriert von Herta, eine Steckrübe vom Einkaufen mit. Ich bin verwundert, daß das Ding rund ist, der Name hatte mir etwas Länglich-Spitzes suggeriert, wie eine Möhre.

Ich probiere ein Stück – es schmeckt gut, wie Kohlrabi! (Oder, wie Oma es sagte: “Kollerabi“. Ach, ich vermisse Oma so sehr!)

Der Prinz stückelt die Rübe, kocht die Würfel weich und zaubert mit dem Pürierstab, etwas Milch, Salz und Sahne ein köstliches Püree. (Leider haben wir keine Muskatnüsse.) Dazu gibt es leckeren Backfisch im Bierteig aus dem Ofen. (Auf Rotbarsch und Seelachs bin ich nicht allergisch, zum Glück!)

Nachmittags ist wie immer Treffen der „Fab Four“ – wir fahren zu Edda und Tinus rüber. Ja, wir fahren, statt zu laufen, denn es stürmt so sehr, daß es uns fast unheimlich ist. Tinus’ Gutshaus ist von altem Baumbestand umgeben, dort ist das Rauschen sehr laut. Kommentar Edda: “Eigentlich ist es in Ostfriesland ja unmöglich, von einem Baum erschlagen zu werden, aber hier bei uns kann dir das wohl passieren.“

Tinus erzählt mit Stolz eine schöne Anekdote aus der Kirche: Ein Gottesdienstbesucher hatte sich bei der Pfarrerin über Tinus beschwert: „Der Mann geht nie mit zu „Koffie na Kark“ (gemeinsames Kaffeetrinken nach der Sonntagsmesse) – der geht immer gleich nach Hause!“

„Ja, wissen Sie“, hatte die Pfarrerin dem empörten Mann erklärt, „der Mann ist frisch verheiratet, der möchte gern schnell wieder nach Hause!“

Es ist zu rührend, wie stolz und glücklich Tinus darüber ist, daß er nun wieder Eddas Ehemann ist!

Abends wieder das neue Ritual: „Deichi“! Natürlich ist es schon wesentlich kühler, als es im Juli war, aber der herrliche Salzgeruch in der Luft macht mich wieder richtig glücklich – und die Beine wissen noch, wie es geht. Auf dem Deich ist auflandiger Wind, das Watt glitzert und leuchtet im Turner’schen Sonnenuntergang. Der Prinz und ich sind wieder mal einfach nur glücklich, daß unser großer Traum sich erfüllt hat und wir bald Ostfriesen sein werden.

Dienstag, 17.9.

Seit wir im Juli in Emden in dem wundervollen Eiscafé „Valentino“ waren, träume ich von der frischen Waffel mit Vanilleeis, Bananenscheiben, Sahne und Eierlikör, die ich dort verputzt hatte. Der Prinz fährt nochmal mit mir hin. Ich mag Emden gern, es ist eine nette und gemütliche Stadt mit sehr freundlichen Leuten. Klar, Otto kommt ja hierher!

Der Prinz findet Valentino sofort wieder (den Mann kann man überall aussetzen, der weiß immer, wo er ist, wie Opa! sagenhaft!), und die sehr nette Bedienung erkennt uns gleich (das liegt natürlich an Olli dem Rolli 😉) Unser kleiner Herr Sonntag benimmt sich mustergültig, liegt bei Herrchens Füßen und ist still, weil, solange er nicht bellt, immer wieder ein Stück getrockneten Entenbrustfleisches runterfällt (rein zufällig, natürlich!). Der Prinz und ich trinken in Ruhe unseren Latte (Il latte, der Milch, remember?), ich bekomme dazu die Waffel mit Eis und Banane und der Bär seine Entenbrust-Streifen (Dank an Herrn Rossmann 😀 ).  Danach gucken wir natürlich die neuen Otto-Ampelmännchen an – suuuuper! Holladi-hit-ti! Leider steht die Sonne schon so tief, daß sie auf den Ampeln  blendet und Fotos nicht gelingen ☹

Abends wieder Deichi. Mein Gleichgewichtsgefühl wird besser! Auf der Deichkrone nette Hunde mit netten Besitzern. Zum Glück dürfen auf unserem Teil des Deiches Hunde nicht nur mit gehen, sondern sogar frei herumlaufen, das ist ein besonderes Privileg! Grund: Die Schafe können derzeit nicht raus up diek, weil bei der Schäferei eine größere Baustelle ist. Der Deich soll ein Stück erhöht werden. Auf der anderen Seite, am Campener Leuchtturm, sind sie damit schon fertig.

Mittwoch, 18.9.

Heute wollen wir endlich das „Ewige Meer“ besuchen, oder, wie es hier heißt, das „Eversmeer“ (so heißt auch die Gemeinde dazu). Das Eversmeer ist ein Hochmoor, durch das ein Holzbohlenweg führt, den man nicht verlassen darf, da im Moor Vögel brüten. Außerdem gibt es dort Kreuzottern und seltene Salamander und Pflanzen. Im Juli waren wir schon einmal dort, aber ohne Rolli, da bin ich an dem langen Fußweg vom Parkplatz zum Startpunkt des Holzbohlenweges gescheitert. Deswegen haben wir heute Olli den Rolli mitgenommen. Der Holzbohlenweg ist sehr gut zu befahren, allerdings immer noch wegen Reparaturarbeiten weitgehend gesperrt. Alle paar Meter stehen Informationstafeln mit Bildern, die die Pflanzen des Moores beschreiben. Landschaftlich ist es wunderschön, und da das Wetter mild ist, haben wir einen wunderbaren Nachmittag. Später fahren wir nochmal schnell rüber nach Emden. Dort gibt es einen bekannten Discounter für Matratzen und Bettzeug. In diesem Geschäft hatten wir im Juli günstig eine sehr gute Matratze für mich erstanden. Heute sollen es Winter-Bettdecken sein, denn in der Nacht friere ich jetzt schon. Im Laden ist die gleiche sympathische Verkäuferin wie im Juli, eine sehr nette Frau, die sich gut auskennt und uns prima berät. Zufrieden ziehen wir mit zwei herrlich dicken, aber doch leichten Bettdecken davon.

Der Prinz verschwindet gleich in der Fressnapf – Filiale nebenan und kehrt mit einem kleinen blauen Brustgeschirr für Hunde zurück. Es ist das gleiche Geschirr, das unser Mausebär bekam, als er zu uns zog. Auf meinen fragenden Blick hin erklärt er mir: „Herta hat erwähnt, daß sie für Bella auch mal ein Geschirr kaufen will. Und da wir nie so genau wissen, was wir Herta mal schenken könnten, bekommt sie eben was für Bella.“ Das ist eine sehr gute Idee, finde ich. Am Abend, es ist schon dunkel, geht Herta mit Bella zum Abendgassi bei uns am Haus vorbei. Der Prinz flitzt durch die Küchen-Außentür hinaus und fängt sie ab. Ich höre, wie er ihr erklärt, warum sie dieses Geschirr für Bella von uns bekommt. „Danke schön!“ sagt sie überrascht, und ich kann die Freude in ihrer Stimme hören. Das macht mich auch glücklich.

Die folgenden Tage bis zum Sonntag, an dem wir zurückmüssen, verbringen wir mit Ruhe  und Lesen zu Hause, abgesehen von kleinen Trips zum Deich rüber. Ich spüre immer deutlicher, daß meinem rechten Knie das Treppensteigen immer schwerer fällt, zumal es ja die Orthese am linken Bein mit ihren 1,3 Kilo Zusatzgewicht auch noch hinaufhieven muß. Kurz: Jede Stufe tut höllisch weh. Ich versuche das Bein zu entlasten, indem ich nur dann Gewicht darauflege, wenn es im rechten Winkel ist und indem ich mich gleichzeitig mit etwas Schwung am Geländer hochziehe. Hinuntergehen tut genauso weh, egal, ob vorwärts oder rückwärts. Ich versuche, das Gewicht auf das linke Bein mit der Orthese zu legen und so hinabzusteigen. Es ist eine wacklige Sache, funktioniert aber. Unten steht eine Frau, die mir lächelnd den hochgereckten Daumen zeigt.

„Gut gemacht!“ sagt sie und lacht. „Ich habe Sie von oben beobachtet – und Sie bewundert. Weiter so!“ Gerührt und freudig überrascht bedanke ich mich. Während der Fahrt zurück zum Lüttje Huus strahle ich und fühle mich motiviert.

Geplant ist, dass Schwesti und ihr Mann am Sonntag im Huusje eintreffen, um ein paar Tage Urlaub zu machen. Ich hoffe, daß zwischen ihrer Ankunft und unserer Abreise noch etwas Zeit bleibt, um ein bißchen zusammen zu sitzen und Tee zu trinken. Aber leider kommt uns ein dienstliches Problem meines Schwagers dazwischen. (Sein Chef hat es vermasselt, nicht er!) So können die zwei erst starten, als wir schon auf der Piste sind. Wir fahren traditionsgemäß erst bei unserem jungen Ehepaar vorbei, um uns zu verabschieden. Tinus hat unser Autochen schon aus dem Küchenfenster gesehen und kommt uns entgegen. (Ich bin immer wieder baff, wie verdammt groß so ein 1,90-Meter-Kerl ist.) Edda hat eine Freundin zu Besuch, die sie schon seit der Grundschule kennt, Regine. Diese stürmt uns strahlend entgegen mit den Worten:“Schon soo viel von euch gehört!“ Wir freuen uns, sie zu treffen, denn Regine ist wirklich sehr sympathisch. Für mich ist das Spannendste: Sie lebt in Cornwall! Ihre Tochter ist da irgendwann hingezogen und so zog Regine einfach mit. Ich beneide sie glühend. Der Prinz weiß, was in mir vorgeht, lacht und verrät den dreien, daß in Worms auf dem Küchentisch ein Handbuch der Cornish Language liegt (ja, ich bin verrückt, ich weiß es! 😀 Und ja, Cornish ist eine keltische Sprache, also werde ich es vermutlich niemals richtig beherrschen… aber ich bin manchmal eben unheilbar optimistisch…)

Mit vielen Umarmungen und Küssen, wie immer, verabschieden wir uns von Edda und Tinus und sehr herzlich von Regine, die wir hoffentlich bald mal wiedersehen.

Auch auf der Rückfahrt sind freundlicherweise keine Schwertransporte unterwegs, und so landen wir nach sechs Stunden glatter Fahrt wieder bei unseren Katzenmädels, die uns gelassen und wohlgenährt empfangen (Ich habe mein Pippilein sehr vermißt und bin froh, daß die Nächte hier wohl recht mild waren, wie unser Vermieter mir versichert hatte). Der nächste Trip zum Lüttje Huus ist um den 1.November herum geplant (kein Feiertag da oben, aber die haben den Reformationstag). Einen Monat müssen wir jetzt durchhalten, das schaffen wir!