Gefühlte Jahrhunderte…

…lang habe ich mein Blog vernachlässigt, meine Lieben. Wir waren nämlich zwei herrliche Wochen lang im lüttje Huus und sind in der letzten Nacht gegen Mitternacht wieder hier eingetroffen. Bericht folgt 😉

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Unfreiwillige Rückkehr

*Grummel*

Unwillig wie immer, ihr Lieben, haben wir uns schon vor einer Woche vom lüttje Huus getrennt und sind am letzten Dienstag um drei Uhr morgens hier in Worms eingetroffen, nach einer sehr langen und nervigen Fahrt (Baustellen und überbreite Schwertransporte mit 60 km/h). Hier ein kleines recap unserer halben Woche im friesischen Heimatdörfchen:

Tag 1 – Mittwoch

Unfaßbar, es ist tatsächlich warm und sonnig hier! Wir kamen Dienstag Nacht nach einer nervigen Fahrt um 0.30 h an. Der Mausebär flitzte vor Freude durchs Haus, sprang begeistert an uns hoch und wollte vor lauter Freude sofort „Tu so, als wolltest du mir meinen Ball wegnehmen!“ spielen. Es gab aber erst noch einiges für uns zu tun.Wir hatten beim letzten Mal, bevor wir wegfuhren, alle unsere persönlichen Sachen weggeräumt, da kurz darauf die Prinzentochter mit ihrem Lebensgefährten im Lüttje Huus Urlaub machen wollte. Kurz nachdem die beiden die Heimfahrt angetreten hatten (sie waren hellauf begeistert vom Huus, zu unserer Freude), rief Herta an und meldete, die Heizung sei mal wieder ausgefallen. Sie ruft in diesem Fall immer von sich aus den Techniker an, der dieses Mal nur schweigend auf den Schalter zeigte, der auf „Null“ stand. Es stellte sich heraus: Die Prinzentochter hatte gefroren und die Heizung etwas höher gedreht. Bei der Abreise wollte sie sie wieder zurückstellen, hatte aber versehentlich den Knopf auf Null gedreht. Also alles gut, der Techniker lachte nur und ging, ohne eine Rechnung dazulassen. Es dauerte etwas, bis wir unsere Sachen gefunden hatten und im Bett verschwinden konnten – da war es fast drei Uhr morgens. Dafür schlief ich bis um elf! Das ist für mich sehr lange. Herta hatte zwei Tage vor unserer Abfahrt noch angerufen und dem Prinzen Bescheid gegeben, daß sie am Mittwoch früh nach Emden ins Krankenhaus müsse. Sie bekommt ein neues Kniegelenk. Die Operation war gestern (Dienstag) und wir hoffen, daß es ihr gut geht. Aber eines ihrer Kinder, Hinrich, Werner oder ihre Tochter Gesa, wird uns sicher schnell Bescheid geben. Gesa nimmt auch Bella, Hertas süße dicke Jack-Russell-Hündin, solange in Obhut. Außerdem, sagte Herta, habe sie für uns gekocht und das Essen ins Gefrierfach des Kühlschrankes gestellt.Wir schauten nach und fanden einen köstlichen Eintopf aus pulled pork (oder beef), Kartoffeln und Möhren. Wunderbar!

Der Prinz stürzte sich gleich mit Wonne auf den Rasenmäher und mähte den Grünstreifen zwischen Hertas und unserer Einfahrt. (Im Garten mähte er auch, sehr ungern, denn er hätte gern eine Wiese mit ein paar bunten Blüten drin, aber Herta kriegt bei dem bloßen Gedanken schon die Krise :)). Da Hinrich bei uns mitgemäht hatte, mähte der Prinz nun auch gleich Hertas Rasen mit.

Abends waren wir wie immer bei Edda und Tinus eingeladen, und es gab eine riesige Überraschung: ganz beiläufig erwähnte Tinus in einem Nebensatz, daß er und Edda geheiratet hatten! Schon vor sechs Wochen, im April! Sie hatten es spontan und klammheimlich getan. Für beide ist es die zweite Ehe – miteinander. Ja, genau, die beiden waren früher schon einmal miteinander verheiratet, aber nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Sonja zog Edda, das Stadtkind, mit der Kleinen nach Oldenburg, weil das Leben auf dem ostfriesischen platten Land ihr einfach nicht lag. In Oldenburg kaufte sie eine ehemalige Hufschmiede und startete ihre eigene Schmiede. Hilfreich war ihr dabei, daß sie die erste Schmiedemeisterin Deutschlands und deswegen ein wenig bekannt war ( 1968 war ihr Berufsabschluß noch eine kleine Sensation und sie tauchte öfter in der Presse auf.) Mit ihrem geschiedenen Mann Tinus blieb sie freundschaftlich verbunden. Vor allem achtete sie sehr darauf, daß ihre Tochter einen guten Kontakt zum Vater hielt (!!!). Geburtstage, Abiturball – Tinus war überall dabei. Das war Edda wichtig(!) . Vor sieben Jahren nun wurden die beiden Großeltern einer Enkeltochter. Edda war glücklich und Tinus platzte vor Stolz. Ein weiteres Mädchen folgte schnell und da Sonja inzwischen mit dem Studium fertig war und als Lehrerin arbeitete, übernahm Tinus mit Wonne jederzeit die beiden Mädchen, wenn deren Eltern einmal Freizeit brauchten. Meist lud er Edda dazu ein, denn die Enkelkinder verbrachten natürlich viel Zeit auf Opas Bauernhof. Mit der Zeit kam Edda immer häufiger auf den ihr früher so verhaßten Hof, zumal zu den beiden Mädels im letzten Jahr noch ein Junge dazukam, der als zweiten Vornamen den seines Großvaters trägt. (Tinus kriegt sich kaum noch ein mit den Kindern, es ist zu und zu süß mitanzusehen!) Aber als der Kleine zur Welt kam, waren Edda und Tinus längst schon wieder heimlich ein Paar 😀 Mit der häufigen gemeinsam verbrachten Freizeit erwachte auch die alte Liebe langsam wieder, zuerst bei Tinus, dann auch bei (der widerstrebenden) Edda. ( Der Prinz und ich sind uns sicher, daß ganz Woquard schon über die Heirat Bescheid weiß, zumal die beiden von Beginn an ganz ungeniert Hand in Hand durchs Dorf spazieren gingen).

Tag 2 – Donnerstag – Fronleichnam, allerdings kein Feiertag in Niedersachsen. Ich hatte Lust auf Eis, also fuhren wir Richtung Emden. Dort gibt es ein Einkaufszentrum, das DOC (Dollart-Center), Da drin ist auch ein Eiscafé,das sich auf Spaghetti-Eis in vielen Variationen spezialisiert hat. Sie bieten sogar „Spaghetti Amarena“ an. Das mußte ich natürlich probieren, aber die Enttäuschung war groß. Die Amarenakirschen waren qualitativ recht minderwertig und das Eis schmeckte sehr mäßig. Ich bin eben Alessio – verwöhnt! Im dm-Markt kaufte ich mir noch schnell eine “Zuhälter-Sonnenbrille“, also eine mit verspiegelten Gläsern 😉 Leider fiel sie mir bald runter und eines der Gläser löste sich aus dem Rahmen. Doof, denn sie hatte 100-prozentigen UV-Schutz, und das hatte meinen Augen gutgetan. Dafür freute sich das Bärchen unsagbar, als wir so relativ schnell zurück waren. Der Mausebär schien Herta und Bella zu vermissen, und auch wir fanden es doof, daß keine Herta plötzlich „Moin!“ durch den Flur rief und sich mit uns zum Tee am Tisch niederließ. Ich rief Herta auf ihrem Handy an.Sie war recht munter und hatte die OP gut gepackt. Schmerzen, die hatte sie allerdings. „Aber ich bekomme starke Schmerztabletten“, verriet sie mir. Die Operation war am Dienstag gewesen und schon am Freitag hatten ihr die Physios Krücken in die Arme gedrückt und sie hinaus auf den Flur geschickt, zum Laufen! Nun – Hauptsache, das neue Kniegelenk hält und hilft! Wir hatten schon seit einer Weile bemerkt, daß Herta nach längerem Sitzen bei uns nur unter großen Schmerzen und sehr mühsam laufen konnte. Es war wirklich hohe Zeit für ein neues Kniegelenk gewesen.

Tag 3 – Freitag – Unser Haus-und-Garten-Genießer-Tag. Der Prinz mähte Rasen (gleich auch bei Herta mit) und nahm seinen Kampf gegen den Löwenzahn wieder auf, der fast die gesamte Einfahrt okkupiert hatte. Erlaubt ist nur „Rausreißen und Kratzen“ oder Abbrennen, Gift ist verboten (finde ich gut!), erklärte ihm der Verkäufer im Landhandel, des Prinzen persönliches Småland 😀 Der Prinz kaufte sich ein anderes Gerät zum Abbrennen der Pflanzen. Es stinkt genauso scheußlich wie der Flammenwerfer, den ihm Georg von gegenüber empfohlen hatte, aber der Prinz ist zufrieden. Als Nächstes machte er sich an den Windfang vor der Küche. Dort hatte Herr Beckmann die Wände repariert und verputzt. An einigen Stellen sah man noch den grauen nackten Putz, da stürzte sich der Prinz mit Wonne und weißer Fassadenfarbe drauf. Bevor das angekündigte Gewitter loslegen konnte, säte er noch schnell eine Packung Wildblumenwiese in unseren riesigen, aber etwas langweiligen Rasen ein. Der Regen tat dann (hoffentlich) das Seine, um die neuen Samen gut anzusiedeln. Herta wird die Krise kriegen – ihr ist ein adretter deutscher Rasen wichtig, die Bienen sind ihr nicht egal, aber Ordnung im Garten ist wichtiger! 🙂

Tag 4 – Samstag – Onkel-und Tante-Besuchstag!

Am frühen Nachmittag trafen die zwei ein und wir freuten uns wie immer riesig, einander zu sehen. Benno war gespannt auf das Haus. Wir führten die beiden natürlich gerne durch, quatschten gemütlich beim Tee und kamen auf das Thema Essen. Wir schlugen ihnen den leckeren Imbiß nahe dem Pilsumer Leuchtturm vor, bei dem wir schon am Karfreitag nach dem Umbau der Dusche mit meinem Cousin Mike und seiner Familie so lecker gegessen hatten. Der Prinz fand mit Tante Googles Hilfe heraus: Der Imbiß schließt um 17.00 Uhr. Wir trafen um 16.30 ein. Der Prinz bestellte für sein hungriges Weib Fritten, bekam aber die patzige Antwort: „Die Friteuse ist schon aus.“ Ich fragte nach einer Bratwurst. Wütender Blick. “Der Grill ist auch schon aus. Wir sind beim Feierabend machen.“ Na klasse, dachte ich, deutsche Liebenswürdigkeit – Vorsicht Kunde! Als ich mich abwandte, fiel der Besitzerin offenbar auf, daß sie sich gerade vier Kunden vergraulte. Widerwillig sagte sie, sie habe noch vier Brötchen da, die sie uns belegen könne. Auf die Frage nach dem Belag sagte sie: “Matjes, Bückling, Kotz und Würg*) (* Kotz und Würg waren zwei weitere rohe Fische, deren Namen ich vergessen habe – wie, bitte, kann man rohen Fisch essen – dazu noch mit rohen Zwiebeln?! Allein die Vorstellung ist für mich so ekelerregend, daß ich im Strahl meinen Mageninhalt von mir geben möchte!). Die Frau wischte weiter, ohne uns zu beachten. Aber inzwischen hatten die drei anderen eh schon beschlossen, die paar Kilometerchen nach Greetsiel weiterzufahren und dort in der Fischereigenossenschaft zu essen. Das machen der Prinz und ich seit Jahren, es ist ein liebgewordenes Ritual. Denn auf Seelachs und Rotbarsch (die dort sehr gut schmecken) bin ich nicht allergisch, die mag ich gerne und kann sie essen, ohne daß mein Körper heftig und unschön reagiert, um das vermeintliche Gift so schnell und nachdrücklich wie möglich loszuwerden 😉 .Unsere beiden Besucher verabschiedeten sich gleich draußen auf dem Parkplatz von uns, denn sie hatten ja noch einige Urlaubstage in Pilsum vor sich.

Tag 5 – Sonntag – Unseren letzten Tag nutzten wir bewußt zum Erholen und Ruhen im Garten. Dort planten wir noch ein bißchen, wie wir in Zukunft das Gelände gestalten wollen. Als die Sonne sich langsam ans Untergehen machte, schlug der Prinz einen „sundowner“ auf dem Deich vor. Dafür hatte er bereits zwei einfache Alu-Klappstühle besorgt und ins Auto gepackt. Bis ich die Treppe auf den Deich hinauf erklommen hatte, hatte der Prinz die Stühle oben schon aufgestellt und eine Flasche Rotwein geöffnet. Gemütlich saßen wir da oben,schauten zu, wie sich die untergehende Sonne golden im Watt spiegelte und genossen den Roten dazu. Immer wieder blieben Hunde mit ihren Menschen kurz stehen und wechselten ein paar freundliche Worte mit uns. Das wollen wir jetzt immer vor der Abfahrt machen. „Irgendwann, Schatz, müssen wir gar nicht mehr zurück“, sagte der Prinz schwärmerisch. Darauf stießen wir an. Der nächste Urlaub ist schon geplant, da nehmen wir aber etwas Stilechteres mit als sundowner, zum Beispiel eine Flasche Küstennebel 🙂 !

Ostern im Lüttje Huus (Nachtrag)

Wieder war es eine gute Entscheidung, erst nachmittags zu fahren, denn wir kamen am 11.April ( Donnerstag) gegen Mitternacht im Lüttje Huus an, völlig streßfrei, über eine leere Autobahn. Herta hatte schon die Heizkörper aufgedreht (sie ist wirklich ein Goldstück!). Ralf, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG,) hatte uns kurz vorher per Mail die Info geschickt, daß die IG-Mitglieder am Samstag eine Fahrt durchs Dorf machen und Material für das Osterfeuer (Grünschnitt, Holzreste…) einsammeln wollten. Darauf freute sich der Prinz schon. Die Leute in der IG sind, wie der Prinz sagt, „eine lustige Truppe“. Der Traktor mit dem Anhänger fuhr von Haus zu Haus (bei eisigem Wind!) Auf dem Hänger saßen frierend die Sammler, meist schon auf Haufen gesammelten Brennmaterials. Die Spender legen ihr Material vor ihrem Haus ab (und sind dankbar, es so leicht loszuwerden). Es besteht die Übereinkunft, daß die Sammler das Grundstück selbstverständlich betreten dürfen, um das Zeug auf den Anhänger zu laden. Ist alles eingesammelt, geht es weiter zu dem Feld, das Tinus für das Osterfeuer zur Verfügung stellt. Dort schichten die Sammler das gesammelte Zeugs zu einem riesigen Haufen auf (etwa drei mal fünf Meter Grundfläche, die Höhe kann ich schlecht schätzen, ist aber wesentlich höher als ich!).

Anschließend an die harte Arbeit trafen sich alle noch mal „kurz“ im Gemeindehaus, das nur wenige Schritte vom Lüttje Huus entfernt steht. Dort gab es, wie der Prinz mir erklärte, als er in seinen Mittagsnickerchen – Sessel sank, „Gansch viele Jägermeischder“. (wie ich später herausfand, waren darunter wohl auch etliche „Kurtsche“ 😀 😀 😀

Am Freitag kam Herta, wie sie das oft tut, zum Tee herüber. Da sahen wir Ralf, den Vorsitzenden der IG, zu Hertas Haustür laufen. Der Prinz öffnete schnell das Fenster. „Ralf? Herta ist hier bei uns“, rief er. Ralf drehte um und kam schnell zurück. In schnellem Platt regelten er und Herta noch einige Details zu ihrem Feuer-Beitrag. (Ich bin gerade dabei, Plattdüütsch zu lernen, aber Herta redet mir noch zu schnell 😉 )

Nach der Sammelaktion sollte es für alle etwas zu Essen im Gemeindehaus geben, um 12 Uhr.

„Hör mal, Ralf“, sagte ich, du kennst den Ablauf doch – gibt es für mich eine Möglichkeit, irgendwo zu helfen, auch mit einer Hand? (Denn selbstverständlich wissen hier alle 180 Nachbarn Bescheid, daß die Frau, die jetzt in Beckmanns Haus wohnt, einen „Gehirnschlag“ hatte und deswegen behindert ist). Das war nicht soo klug von mir, denn der arme Ralf wurde tödlich verlegen, wand und wand sich und wußte nicht, was er sagen sollte. Hier in unserem Wormser Dörfchen gehen die Leute inzwischen ganz natürlich mit mir um, ohne Verlegenheit. Herta bemerkte Ralfs Not, kam zu mir, stupste mich an und sagte lächelnd: „Du – ich mach‘ da nix!“ Ich sagte zu Ralf: „Ach, weißte – ich komm einfach rüber und guck mal, was ich tun kann.“ Ralf war sehr erleichtert. Wie sich aber herausstellte, hatte die IG bei einem Metzger Gulaschsuppe für alle bestellt. Diese gab es – pfuiba! – in Plastikschüsseln, so daß Geschirrspülen wegfiel. Dann wurde es düster und stürmisch draußen und es gab erstmal Schnee, dann Hagel. Einfach nur widerlich. Der Prinz schaute kurz bei mir rein und sagte: „Willst du wirklich rüberkommen? Die sitzen alle draußen!“ Damit war das Thema für mich erledigt 😀

Es war auch niemand böse, daß ich mich bei diesem Wetter vornehm zurückhielt.

Der Prinz hatte mir eine Portion der Gulaschsuppe mitgebracht, aber der Koch hatte viel Paprika hineingetan und Paprika ist für mich das widerlichste und überflüssigste Gemüse unter Gottes Sonne.) Ein ekelhafter Geschmack! (*winkt mit einem Broccoli zu Herrn Norden rüber*) :D)

Zum Glück ißt der Prinz das gerne und kümmerte sich um meine Suppe.

Am Samstag waren wir noch bei Edda und Tinus eingeladen – und ich bin hingelaufen! Das klingt wohl großartiger, als es ist. Ein normal laufender Mensch geht die Strecke – rund 250 Meter – wohl in fünf Minuten – zehn, wenn er gemütlich langsam geht. Ich habe 40 Minuten gebraucht. Ok, das Bein war müde, weil wir gerade vom Deich kamen, aber der Weg erschien mir dennoch sehr lang. Edda und Tinus drückten und küßten mich und sagten mir, sie seien sehr stolz auf mich hach Das tat gut! Edda machte Tee, für den ich sehr dankbar war. Dazu gab es Zitronenkuchen und Mandelkekse und ich schlug ordentlich zu 😀 Das Wetter war warm und sonnig – sensationell! Gut zwei Stunden lang saßen wir auf der Terrasse und beobachteten die Vögel in der großen alten Eibe, in und unter der Tinus ihnen Futter-und Nistplätze anbietet. Der Prinz und ich beschlossen, im Garten des Lüttje Huus ebenfalls Nistkästen aufzuhängen. Auch ein „Insekten-Hotel“ haben wir geplant, und ich hätte dazu gern einen Nistkasten für Fledermäuse.

Hier in unserem Wormser Häuschen kommen die Vögel trotz Futterangebotes nicht in den Hof, weil da Micia und Pippi herumlaufen. Umso mehr freue ich mich auf lange gemütliche Sommerabende auf der Lüttje-Huus-Terrasse!

Nach Tee und Süßkram fühlte ich mich gut genug, um den Weg von Tinus‘ Hof zu uns nochmal zu laufen. Und schaffte es auch gut!

Dann kam der Karsamstag und mit ihm mein Cousin Mike mit Frau, Tochter und seinem Vater (Hans ist für mich ein großer Bruder; sozusagen das „Gegenstück“ zu Gerrit, dem Bruder meines Vaters, der im letzten Jahr starb, nur eben auf der mütterlichen Seite.)

Noch vor unserer Abreise zum Lüttje Huus hatten der Prinz und ich hier im Wormser OBI eine ganz flache Duschtasse, eine Duschentür und eine Duschenwand für‘s lüttje Huus bestellt, zum Abholen bei OBI in Emden. Große Überraschung: Der Emder OBI lieferte uns den Bausatz per Spedition bis an die Haustür. DAS nenne ich mal Service und Kundenbindung!

Mike und der Prinz arbeiteten gemeinsam an der Dusche. Zu zweit ging es so schnell, daß wir danach noch Zeit hatten, alle zusammen zu Ottos Leuchtturm nach Pilsum zu fahren. Mit dem Auto kommt man nicht ganz ran an den Turm. Aber ein Stück entfernt ist ein Parkplatz, von dem aus man auf dem Deich zum Turm laufen kann. Auf dem Parkplatz steht ein Imbißwagen, ein Familien-Unternehmen, dessen Inhaber köstliche Pommes, Backfisch und viele andere leckere Sachen anbieten.Auf der Seite des Wagens kann man die Zeichnung eines Ottifanten bewundern, mit einer sehr lieben Widmung von Otto. Wir luden meine Familienbande zum Essen ein und saßen gemütlich in der Sonne. Das war eine schöne Nachmittagsstunde!

Der Prinz und ich freuen uns an unserer wunderschönen neuen Dusche, schaut mal hier, das ist die alte:

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Man sieht, daß der Einstieg hoch ist (31 Zentimeter, zu hoch für mich, dazu war die Duschtasse auch sehr tief.)

Hier dagegen die neue Dusche:

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Die braunen Fliesenauf der Stufe  sind rauh, also rutschfest. Mike hat die Dusche so konstruiert, daß ich von der Stufe aus auf der gleichen Ebene mit der sehr flachen Duschtasse bin. Endlich duschen ohne Streß! \o/

Abends am Karsamstag war Osterfeuer bei Tinus, es brannte schon, als wir eintrafen. Ein wenig schauten wir noch und quatschten ein bißchen mit verschiedenen Leuten, die sich freuten, daß wir gekommen waren. Mike sagte begeistert:“Ich finde es so toll, wie herzlich die euch hier aufnehmen!“ Dann war es für die vier aber Zeit zum Aufbruch, es sind immerhin drei Stunden Fahrt zurück in den Pott.

Als das Feuer größtenteils abgebrannt war, setzten wir uns zu den anderen in die Scheune. Wir schätzten, daß das ganze Dorf anwesend war (bei 180 Einwohnern nicht schwierig). Zum Glück fand ich einen Sitzplatz am Rande einer der Sitzbänke, denn Bierzelt-Garnituren sind für mich schwierig, vor allem mit der Orthese am linken Bein. Zwei Frauen rückten und machten mir Platz, sie waren sehr herzlich. Der Prinz beschaffte mir ein Bratwurst-Brötchen und ein alkoholfreies Bier, dann war er schon im Gespräch mit der „Rentner-Gang“ der IG. Die nette ältere Dame neben mir stellte sich als die Frau des Ortsvorstehers vor (sie ist also das Woquarder „Gegenstück“ zu meiner hiesigen Filmfreundin, witzig!) Herta saß einen Tisch hinter mir. Immer, wenn ich mich zu ihr umdrehte, strahlte sie mich an. Sie freute sich, daß wir uns wohlfühlten.

Übrigens hören wir immer öfter die Frage:“Wann kommt ihr denn nun?“ Sie warten wirklich darauf, daß wir endlich nach Woquard ziehen! Das ist SO lieb!!! Wir haben schon so oft erklärt, daß der Prinz noch ein paar Jahre arbeiten muß, bis er in den Ruhestand gehen bzw. „Altenteiler“ werden kann, wie die Friesen sagen…mal kommt die Antwort „Och, doch noch so lange? Schade!“ Oft lacht die Person auch und sagt:“Na, das Woquarder Autokennzeichen habt ihr ja schon!“ (Unser kleiner treuer Nissan steht immer in der Einfahrt, so wissen alle, daß wir mal wieder da sind. Er trägt das KFZ-Kennzeichen“WO“ (für Worms, das passt natürlich auch prima für Woquard 😉 ).

Am Osterfeuer-Abend setzte sich ein Mann zu uns, der uns anstrahlte und sich vorstellte: “Ich bin Werner, Hertas Sohn!“ Der Prinz und ich freuten uns, ihn zu treffen (der Prinz kennt Werners Bruder Hinrich schon seit einer Weile). Werner bestand darauf, uns seine Tochter und seinen Sohn vorzustellen, und wir hatten es schön gemütlich und sehr lustig zusammen, zu Hertas großer Rührung und Freude. „Da könnt ihr euch aber “von“ schreiben, daß Werner sich so einfach zu euch gesetzt hat!“ sagte sie (Offenbar ist Werner eher ein etwas stiller Mensch, der nicht so locker auf Fremde zugeht). Werner fragte, wie wir mit der plattdeutschen Sprache zurechtkämen. Ich erklärte ihm:“ Geht ganz gut, und wenn es mal hakt, schummele ich mich mit Niederländisch durch.“ Werner lachte und nickte. „Ja, das geht immer,“ sagte er. Was ich interessant finde: Tinus erzählte mal, daß in seiner Jugend ( er ist 78) das Gesangbuch in der Kirche komplett in Niederländisch gedruckt war. Die beiden Sprachen sind sich wirklich sehr ähnlich. Als ich Werner erzählte, daß ich sogar ein Plattdeutsch-Lehrbuch besitze und damit übe, war er völlig fasziniert. Wir vereinbarten, daß er mal zum Tee anklingelt und ich ihm das Buch dann zeige.

Der Ostermontag war so warm und sonnig, daß wir zum ersten Mal mit einem Bier im Garten sitzen konnten – wunderbar! Der Prinz ließ dafür sogar sein neues Lieblings-Werkzeug liegen: eine Machete. Am hinteren Ende unseres Gartens gibt es so etwas wie eine Dornröschen-Hecke aus Brombeerranken und Efeudschungel. Darunter verbergen sich die zusammengefallenen Reste einer kleinen Holzhütte, in der der Erbauer des Lüttje Huus in den 40er Jahren Kaninchen gehalten hatte.

Die Grundstücke sind so geschnitten, daß Hertas Schlootnachbar ganz hinten im Gartenbereich auch unser Schlootnachbar ist. Dieser alte Herr hat nun Angst, daß das Efeu in seinen Schloot-Anteil fallen und ihm damit Mehrarbeit verursachen könne. So pingelig-nervig das auch klingt – eigentlich ist er ganz nett und locker,wie der Prinz sagt. Er ging mit dem alten Herrn zur Hasenstall-Ruine, ließ ihn sein Herz ausschütten und versprach ihm, den bösen Efeu zu entfernen. Das tat er auch mit viel Elan und Spaß, mit seiner neuen Machete, die wirklich ein respekteinflößendes Werkzeug ist. Sie schneidet mühelos durch dicke Brombeerranken und verholzte Efeu-Äste, sehr beeindruckend! Jetzt liegt die Hasenstall-Ruine einigermaßen frei und wir sind noch nicht sicher, ob das alte Holz im nächsten Jahr ins Osterfeuer kommt oder ob wir es aufbewahren wollen, bis wir richtig einziehen, denn dann wird es zwei Kaminöfen im Huus geben und wir sind vielleicht froh um das Heizmaterial. An den Platz des Hasenstalles soll mal ein Gartenhaus treten,

nach Möglichkeit dieses hier:

gartenhaus_oxford

(c): Gartenhaus-GmbH – danke für die freundliche Genehmigung!

 

Nun, am Dienstag nach Ostern trennten wir uns (wie immer widerwillig) vom Lüttje Huus und von Edda, Tinus und Herta und schafften es in sagenhaften fünf Stunden zurück nach Worms. Die Katzenmädels waren entzückt, daß wir wieder da waren. Ich hatte mein Pippilein sehr vermißt, vor allem beim Einschlafen. Freundin und Lieblingsnachbarin Wiltrud hatte die beiden gefüttert, so waren die Mädels schön entspannt. Erst gegen halb zwei fielen wir ins Bett. Beide Katzen warteten darauf, daß ich endlich unter der Bettdecke verschwinden möge, als plötzlich die Luft im Schlafzimmer in einem lauten Geschrei und Fauchen explodierte: Pippi warf Micia raus! Sie blieb die ganze halbe Nacht eng bei mir liegen, ohne sich zu bewegen ❤ .

Seit wir zurück sind, geht das Pippilein schon gegen 21 Uhr ins Bett und wartet auf mich. 😀

Das nächste Mal werden wir über Fronleichnam dort sein (kein Feiertag in Niedersachsen), und der jüngste Bruder meines Vaters und seine Frau werden uns besuchen, darauf freue ich mich!

Morgen Abend, also am

Spätnachmittag/frühen Abend, geht’s ins Lüttje Huus, my dearies, und der Prinz und ich freuen uns so. Für mich heißt das, noch die Physiotherapie durchstehen und dann müde ins Auto fallen. Wir werden Hörbücher dabei haben, zum Beispiel:

Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?: Über den Niedergang unserer Sprache

Darauf freue ich mich!

Da wir da oben ja in einem protestantischen Dorf leben, müssen wir keine peinlichen, besoffenen und schrill kichernden Leute befürchten. Fremdschämen wird uns erspart bleiben, Gott sei Dank! Menschen, die Karneval toll finden, werden mir wohl immer suspekt bleiben. Am Aschermittwoch sind wir zurück, ab dann ist ja hoffentlich Ruhe.

Wäähäähää!

*rumheul* darlings – meine Schwester ist voll gemein zu mir! Ihr müßt mir mal helfen!

Letzten Montag kam ja ihr Geschenk zu meinem Geburtstag an, das ich gemäß ihrer strengen Anweisung bis zum Sonntag kühl gelagert habe ( es liegt in der früheren Waschküche draußen auf dem Tisch.)

Und als sei es nicht schlimm genug, daß ich noch bis Sonntag warten muß, ärgert sie mich jetzt mit WhatsApp-Nachrichten wie „Noch x-mal schlafen“ ( mit breit grinsenden smileys dazu) oder “ Ich hoffe, das eine gefällt euch so gut wie mir, und bei dem anderen dachte ich, daß es gut ins lüttje Huus passen könnte.“  Die ist so gemein zu mir!
Tut doch mal was!!!

Vorfreude

Nächsten Donnerstag, my lovelies, geht es wieder rauf zum Lüttje Huus, und unsere Vorfreude ist groß. Wir bleiben eine knappe Woche, bis der Karneval-Horror vorbei ist, und fahren am Aschermittwoch zurück. Unsere Vermieter meiden den Karneval ebenfalls und sind daher dankenswerterweise  wie immer gern bereit, sich um Haus und Katzen zu kümmern. In dieser Zeit haben wir drei Termine mit Beratern von Treppenlift-Firmen, und wenn die uns ein gutes Angebot machen (es soll ein gebrauchter Treppenlift werden), dann bin ich bald nicht mehr nur auf das Leben im Erdgeschoß beschränkt, sondern kann es mir auch im Obergeschoß in einem der Zimmer gemütlich machen. (Sagte ich schon, daß ich diese widerliche Betontreppe hasse? 😉 ) Zudem kommt in dieser Zeit mein Cousin mit Frau und Tochter auf einen Sprung vorbei. Er ist Fliesenleger (ein sehr guter), und will mal schauen, ob er den für mich viel zu hohen Einstieg in die Dusche etwas niedriger legen kann. Das wäre großartig!

Unser nächster Trip „rauf“ wird an Ostern sein. Einige Zeit vorher werden die Mitglieder der IG durchs Dorf fahren und den Grünschnitt mitnehmen, den die Woquarder seit Monaten für das Osterfeuer angesammelt haben.

Das Osterfeuer wird (wie immer) bei Tinus brennen. Tinus stellt dafür schon seit Jahren einen seiner kleineren Äcker zur Verfügung, und für die Nachfeier eine seiner Scheunen/Gerätehallen. Unser erstes Osterfeuer hatten der Prinz und ich bereits in Harkebrügge erlebt, in unserer allerersten Zeit in dieser Region, ohne eine Ahnung, daß diese Region mal unsere Heimat würde.  Ich freue mich unendlich darauf, daß der Prinz endlich Ruheständler wird  (oder, wie die Friesen sagen, „Altenteiler“, denn das Prinzip des Altenteils auf den alten Höfen ist dort noch sehr Teil des Alltagslebens).

Was plant ihr für die Karnevalszeit? Tüff-tää oder eher Ruhe?

 

Gefunden!

Hey meine Lieben, erinnert ihr euch, daß ich vor einiger Zeit hier gefragt habe,ob man die Gebärdensprache auch mit einer Hand ausführen kann?

Soeben habe ich bei juhtjuhp einen kleinen Anfängerkurs in Gebärdensprache entdeckt, schaut mal hier! Die Wochentage sind ok, aber für das Wort „Arbeiten“muß man beide Fäuste aufeinanderlegen. Hm. Gut, diese Geste kann ich sicher „halbieren“, indem ich sie mit nur einer Faust mache. Auf jeden Fall macht das Spaß und ich werde mir weitere Kurse suchen. Allerdings bin ich derzeit ziemlich beschäftigt, denn ich habe bei Duolingo gerade einen sehr genialen (kostenlosen) Online-Kurs für Walisisch belegt, das ist auch klasse. (Ich beschäftige mich gerade mal wieder mit der Artussage und hege die größenwahnsinnige Hoffnung, daß ich vielleicht irgendwann mal das walisische Original werde lesen können… Ja, nur zu, Lachen ist erlaubt,die Artussage ist Teil meiner Pläne für die Ruhestandszeit im Lüttje Huus  😀 😀 😀