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Wow. Ein klasse Tag war das heute. Der Prinz ist 51 geworden und damit immer noch zwei Jahre jünger als ich : – ) Wie es seit vielen Jahren Tradition an unseren Geburtstagen ist, haben wir uns beide frei genommen. Ich habe den Prinzen traditionsgemäß zum Frühstück eingeladen. Heute waren wir in Darmstadt, im tollen Café Chaos. (einfach Tante Google fragen, das Café hat leider keine Webseite.) Die hier haben aber eine Webseite, und ich habe dem Prinzen für seine künftigen Frühstücke das hier geschonken. Süß, ne? : – ) Wir hatten ein sehr leckeres Frühstück im Chaos, dann dämmerte uns, dass montags ja die Museen geschlossen sind und wir daher den geplanten Vormittag auf der Mathildenhöhe streichen konnten. Doof. Dafür hatte der Prinz die geniale Idee, den Rückweg über den Spessart und den Odenwald zu nehmen. Das brachte uns eine fantastische Landschaftstour ein, entspannt und begeistert. In Seligenstadt setzen wir mit der Fähre über den Main in den Spessart. Ich war noch nie im Spessart und könnte mir gut vorstellen, da zu wohnen. „Nee. Könntest du nicht.“, sagte der Prinz. „Hast du eine Ahnung, wie das hier im Winter ist?“ Ok. Kälte ist für mich immer ein überzeugendes Argument. JAAA DOCH. Ich weiß sehr gut, dass es auch auf Mallorca kalt sein kann – ich habe auch dort im Januar schon Eis von den Autoscheiben gekratzt. Und trotzdem werde ich eines Tages dahin auswandern. Böh. *grins*
Auf der Rückstrecke durch den Odenwald sah ich den Hinweis auf Bad König. In die dortige Klinik kam ich im Dezember 2011 vom Mannheimer Klinikum zur Früh-Reha. Ich bat den Prinzen, an der Klinik vorbei zu fahren, weil ich wissen wollte, ob ich etwas wiedererkenne. Aber… nichts. Diese Zeit liegt im Nebel für mich, ich erinnere mich nur noch etwas vage an einige besonders liebe Schwestern und Pfleger. Der Prinz erzählte mir einige Dinge („hier sind wir oft entlang gelaufen, du saßest noch im Rollstuhl, ich habe dich geschoben…“), aber ich konnte mich an nichts erinnern. Ein merkwürdiges Gefühl ist das, so ein Filmriss. Dennoch: Ein großartiger Tag! (Aber jetzt ist es fast schon 23 Uhr und die Heia ruft; – ))

Na wow, werdet ihr denken, meine Lieben, hätten wir ja gar nicht gedacht, dass die Frau Lakritze lesen kann! Und dann noch Bücher…*grins*
Für mich ist das aber was ganz Tolles, weil: ich habe gerade zum ersten Mal seit Dezember 2011 wieder ein echtes Buch gelesen, eines aus Papier! Als ich nämlich am 15. November 2011 aus dem Koma erwachte, wusste ja niemand so genau, in welchem Zustand ich sein würde. Der Prinz war die ganzen vier Koma-Tage an meiner Seite gewesen und nun versuchte er, mit mir zu kommunizieren. Sprechen konnte ich noch nicht, weil ich noch den Beatmungsschlauch in der Luftröhre hatte (die Narbe von dem Luftröhrenschnitt ist inzwischen fast spurlos verheilt.) Es zeigte sich sehr schnell, dass ich alles, was man mir sagte, verstand. Ich erinnere mich an die Tage nach dem Aufwachen nur sehr vage, das Meiste habe ich vergessen. Ich lernte aber schnell, mit dem Prinzen schriftlich zu kommunizieren – ich krakelte fürchterlich unleserliche Hieroglyphen auf einen Schreibblock, die der arme Prinz mühsam entziffern musste : – ) der Prinz wollte mir so viel wie möglich helfen und brachte mir Bücher, die ich allerdings mit einer Hand gar nicht halten konnte, da Taschenbücher die blöde Neigung haben, immer wieder von alleine zuzuklappen – das erschwert das Lesen sehr! So kam der Prinz auf die brilliante Idee, dass ich es mal mit einem Kindle versuchen solle. Ich hatte mich vorher immer vehement gegen E-Books ausgesprochen, weil: Papierbuch ist Papierbuch, und nur das ist echt! So ein blödes Elektronik-Dings kommt mir nicht ins Haus! Nun, jetzt war die Situation eben anders. Es zeigte sich schnell: Lesen und das Gelesene verstehen, das klappte so gut wie vorher, zu meiner Freude auch mit dem Englischen. Das ist nicht selbstverständlich, denn ich lernte später einen Schotten kennen, der in Darmstadt lebte und Küster war. Er sprach fließend Deutsch, konnte aber nach dem Schlaganfall nur noch sein heimatliches Englisch/Schottisch sprechen – das Deutsche war aus seinem Gedächtnis gelöscht. Unheimlich, nicht?
Nun, wir haben eine Engländerin in der Lakritzenfamilie, die extra mit ihrem Mann aus Kanada kam, um mich zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie mir schon den Schlauch aus der Luftröhre gezogen und ich hatte langsam wieder sprechen gelernt. Nun merkte ich, dass auch das Englisch-Sprechen genauso fließend lief wie vorher, keinerlei Gedächtnisverluste – ich war so erleichtert!
Ich genoss das Kindle sehr: es wiegt kaum was und das Umblättern per Tastendruck war für mich Luxus pur – versucht mal, ein Taschenbuch nur mit einer Hand zu halten und umzublättern! , – ) Bis jetzt habe ich auch nur per Kindle gelesen (außerZeitschriften und Zeitungen). Als mein treues erstes Gerät den Geist aufgab, schenkte mir mein Onkel das Nachfolgemodell, das Paper White.
Während unseres Kurzurlaubs im Bruderhaus in der Nähe der Schwäbischen Alb entdeckte ich auf dem Remittendentisch einer Buchhandlung das großartige Buch Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof , von Bastian Bielendorfer. Der Klappentext reichte, dass ich mir beinahe vor Lachen in die Hose pinkelte und ich kaufte das Buch. Da es recht wenig wiegt, bekam ich vom Halten keine Krämpfe im Daumengelenk. Dafür ist es so sauwitzig geschrieben, dass ich viele, viele Lachanfälle bekam und sofort den zweiten Band lesen wollte: Lehrerkind: Lebenslänglich Klassenfahrt. Das war ebenfalls eine sehr, sehr gute Kaufentscheidung, obwohl ich jetzt doch wieder zum Kindle zurückgekehrt war ( Es lässt sich halt im Bett so gut lesen…)

Also, ich lese wieder Papierbücher! Das ist ein Fortschritt! Ok, die Seiten muss ich offen halten, indem ich etwas Gewichtiges quer über das Buch lege, und Lesen geht nur am Tisch wirklich gut, aber trotzdem.

Und Bastis Bücher lege ich euch sehr an‘s Herz! Brilliant, witzig, und sehr klug! Weitere Lesetipps folgen – da müsst ihr durch : – ))

PS: Und hier wieder der Service-Tipp für unsere neuen Mitleser: Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, den 18. Juli, zwischen 19.40 und 20.12 Uhr ABENDS/ zu Hause : – )

Haha, nein, Omma Lakritze lehnt nicht im offenen Fenster, Kissen unter den Ellbogen, und schimpft mit anderen Rentnern über „Heutzutage“. ; – )))

Nein, es geht vielmehr um eine Erkenntnis und einen Entschluss, den ich als Resultat daraus gefasst habe (fassen MUSSTE, aus Selbstschutz.)

 

Am Mittwochabend der letzten Woche  war ich im Kampfsport-Training. Und es war total klasse. Wie ich sofort sah, ist Kuk Sool Won eng mit Tae Kwon Do verwandt. Es war ein Gefühl, als käme ich nach langer Zeit nach Hause – alles so vertraut. Meister Kwon empfing mich erfreut und stellte mir netterweise einen Stuhl mitten in die Gruppe (die mich glücklicherweise sehr nett und gelassen behandelte, da sie meine Behinderung ja schon durch Daniel kennen). Daniel war übrigens leider gerade an diesem Abend nicht da. Der Dojang (= Trainingsraum) ist mit Tatami-Matten ausgelegt (weiß jemand, wie man das richtig ausspricht? Welche Silbe von „Tatami wird betont?)

Die Gruppe war schon mitten im Aufwärmtraining, und das war sooo vertraut.. sogar die Begriffe sind gleich, wie zum Beispiel das Kommando „ap-chagi“ – aber klar: Kuk Sool Won und Tae Kwon Do sind  beides koreanische Sportarten. Meister Kwon erklärte mir, ich solle einfach zuschauen und, wenn ich Lust hätte, versuchen, eine Übung mitzumachen. Dazu zeigte er mir eine Haltestange an der Wand, in meiner Schulterhöhe, zum Festhalten. Ich schaute eine Weile zu und dachte oft “Ach ja, das konnte ich ja auch mal…“ Irgendwann fasste ich Mut, griff zur Haltestange und versuchte ein paar Übungen, vor allem den ap-chagi, den ich früher ziemlich gut beherrscht habe. Aber nach wenigen Minuten des Versuchens wurde mir deutlich, wie eingeschränkt mein Bewegungsradius noch ist und wie desolat meine Balance, zumal der linke Fuß sich unter Belastung kaum kontrollieren lässt – er ist noch sehr stark spastisch, er möchte sich dauernd auf die Außenseite drehen und die Zehen haben keine Lust, gerade zu bleiben – und das A und O bei diesen Sportarten ist ja ein fester, stabiler Stand auf beiden Fußsohlen. Ich konnte mich nicht dagegen wehren, dass mir die Tränen kamen, und ich versuchte es verlegen zu kaschieren, indem ich so tat, als müsse ich niesen und husten, damit das Taschentuch in meiner Hand nicht auffiel.

Meister Kwon aber hatte mich wohl über die Spiegelwand unauffällig im Auge behalten, denn plötzlich stand er bei mir und sagte in seiner stillen, herzlichen Art: „Wissen Sie, wenn wir mit unserer linken Seite arbeiten, ist das für uns alle schwer, so wie für Sie. Sie sollten nicht frustriert sein. Üben Sie einfach weiter. Sie machen das sehr gut”. Dann klopfte er mir auf die Schulter und ging weiter. Da ging mir erst auf, wie oft ich mein jetziges Leben mit dem früheren Leben vergleiche, als alles noch gut war. Und mir wurde klar: das darf ich nicht mehr tun. Klar, ich bin weit gekommen für eine, die vier Tage lang im Koma gelegen hat, und ich bin durchaus froh darüber und zufrieden damit, was ich schon wieder alles tun kann. Aber die Vergleiche mit dem, was mal war und was ich mal tun konnte, das muss aufhören. Es liegt an mir – ich akzeptiere, was ist – oder meine Seele wird daran zerbrechen.

Ich denke, Akzeptanz habe ich schon ganz gut erreicht – es macht sogar Spaß, auszuprobieren, was ich alles noch so tun kann wie früher (wie die Geräte am Trimm-dich-Pfad und die Kinderschaukeln auf dem Spielplatz im Wormser Wäldchen).

UND: Akzeptanz darf niemals gleichbedeutend mit Aufgeben sein – denn aufgeben werde ich niemals! Ich will wieder laufen und beide Hände normal benutzen können – dafür bin ich auch bereit, sehr hart zu trainieren, und wenn es mich körperlich noch so fertig macht. „Von nix kommt nix“, sagt man bei uns im Ruhrpott, und es wird Zeit, dass ich den Kampfgeist, den ich von Mutter und Oma geerbt habe, mal zu voller Blüte erstrahlen lasse ; – )

Also, Frau Lakritze schreibt jetzt hundert Mal an die Tafel:

Ich soll mich nicht mit früher vergleichen.

Haltet mir die Daumen, dass ich das hinkriege.

 

 

P.S:Service-Hinweis

Dieser Blogbeitrag wurde geschrieben am: Mittwoch, den 16.Juli (meinem freien Tag!)

Ort/Zeit: ZU HAUSE, NACHMITTAGS : – ))))

Möööööönsch – endlich ist dieser bescheuerte Fußball-Hype wieder überstanden! Das ganze Theater hatte den Vorteil, dass der Prinz und ich im Juli ganz nett Geld eingespart haben, denn wir gehen öfter mal abends spontan essen oder tagsüber ins Eiscafé, und in allen unseren bevorzugten Gaststätten stehen Fernseher herum, weil ja in der Gastronomie allgemein der naive Irrglaube herrscht, ohne Zwangsbeschallung blieben die Gäste weg. Für uns hieß das diesen Monat, dass wir kaum ausgegangen sind, nicht mal zu unserem geliebten Thai, denn der liegt direkt an der Public-Viewing-Hölle in der Stadt.

Aber auch aus einem anderen Grund bin ich froh, dass das Theater vorbei ist: ich muss diese  grottenhässlichen Flaggen nicht mehr an den Autos sehen – und vor allem nicht mehr diese oberpeinlichen Rückspiegel-Kondome.

Dass Deutschland gestern abend gewonnen hat, habe ich daran gemerkt, dass mitten in meiner Einschlaf-Phase irgendwo im Dorf Feuerwerke losballerten.

„Jedem Dierken sein Pläsierken“, hat Oma immer gesagt, und:“Unser Herrgott hat ‚nen bunten Tiergarten.” Ich werde zurzeit mit einem Taxi-Unternehmen zur Arbeit gebracht, das gehört zum Wiedereingliederungsprogramm. Meine derzeitige Fahrerin, Paulina, ist Argentinierin – und Fußballfan. Also hat sie mich heute früh (MONTAG!!) ohne Punkt und Komma zugeschwallt mit Details zum Spiel: Wer in welcher Spielminute was gemacht und dafür welche Karte bekommen hat. Erst als sie realisierte, dass ich fast schlief vor Langeweile, wurde sie ruhig. Leute, ich labere euch doch auch nicht mit Baseball-Spielergebnissen zu…?

Ich fragte Paulina zwischen drin aus purer Verzweiflung: „Magst du eigentlich Baseball?“ – in der verzweifelten Hoffnung, das Thema wechseln zu können.

„Jaaaa!“ sagte sie begeistert. „Als ich jung war, in der Schule – da habe ich Volleyball gespielt!“*aaargh*

Ok… das nennt man wohl einen Schuss in den Ofen…morgen werde ich sie gnadenlos zulabern mit Spielergebnissen „meiner“ White Sox – Inning für Inning, die letzten zehn Jahre, denn das hat Paulina mir am letzten Donnerstag angetan, in Bezug auf Fußball (NEIN, ich weiß nicht, wer neunzehnhundertschlagmichtot im Halbfinale gegen Uruguay gespielt hat! *ächz*)

Nun – es ist vorbei, und ich bin sehr dankbar dafür. Man kann wieder unbelästigt essen gehen oder das Radio einschalten. Schön.

In unserem Ort wohnt ein etwas älterer Mann, dem der Prinz und ich ab und zu begegnen. Daraus ergeben sich dann immer längere Gespräche – von Seiten des Mannes. Er ist ein geselliger Mensch, der Leute selten loslässt, wenn er sie einmal in ein Gespräch verwickelt hat. Ist er mit dem Rad unterwegs, hält er neben oder direkt vor einem an und beginnt ohne Übergang zu reden. Dabei schreit er recht laut, zudem nuschelt er stark, daher ist er für mich nur schwer zu verstehen. Das kann anstrengend sein. Jedoch ist er ein gutherziger und freundlicher Mensch, der einfach nur gern redet und es nicht immer so genau im Gefühl hat, ob die gerade von ihm erwählten Gesprächspartner auch Zeit haben. Er meint es nicht böse, er ist, wie gesagt, eigentlich ein netter Mensch. Daher wechseln der Prinz und ich auch immer einige Sätze mit ihm, wenn wir uns beim Spazierengehen im Dorf treffen.

Den Hammer brachte er an meinem Geburtstag, morgens. Der Prinz hatte mir ein Frühstück im Café Zum schwarzen Walfisch in Heidelberg geschonken. Wir liefen grade zum Auto, um nach HD loszufahren, da begrüßte uns der Mann erfreut von seinem Fahrradsattel aus. Ich hatte noch keinen Kaffee gehabt und war daher sowieso nicht in der Lage, mehr als ein Grunzen von mir zu geben. Ich ging also nach einem kurzen Gruß zielstrebig weiter zu unserem Autochen (das ich wegen seines Kennzeichens WO-ND XYZ „Wonder Boy“ nenne).Hinter mir hörte ich den Mann: „ Ach – geht’s wieder mit de Muddi?“ Wenige Sekunden Später saß der Prinz neben mir im Auto, kichernd. Ich, ungläubig: “Hat er mich gerade „Mutti“ genannt??? „

Prinz, prustend: „Jaaaa…!“ Wir kriegten uns kaum ein. Im Café ging mir mittags die Puste aus, also sagte ich dem Prinzen: „Die Muddi muss jetzt hier raus.“ Wir lachen bis heute darüber, dass ich so schön geadelt wurde : – )) Nu ja, in England kann ich „Dame“ werden, aber was ist das gegen „Muddi“?! Eben!

Vor einigen Tagen trafen wir ihn abends wieder, bei unserem Abendspaziergang durchs Dorf, das heißt: Ich im E-Rolli, der Prinz zu Fuß (das zieht er seit seinem Herzinfarkt eisern durch). Der Mann hielt uns vom Sattel aus eine lange Rede, von der ich nur einen Bruchteil verstand. Immerhin kapierte ich so viel, dass er uns auf ein Grillfest aufmerksam machen wollte, das auf dem Sportplatz geplant war.“ Do kann de Vadder mit de Mudder mol hingehn“, wies er uns an, „da hogge se ned nur dehääm rum.“

Und da war es wieder, das Klischee von der behinderten Frau, die zu Hause hockt (und ihren armen Mann da festbindet…?)Wir benutzen dieses Zitat jetzt oft zu Hause, aber lachend, denn: eigentlich ist er ja ein netter Kerl – und lustig.

Der Prinz und Filme – immer wieder schön : – ))

Ich, auf der Seite von Tante Amazonien herumstöbernd: „Hm, ich überlege, ob ich uns“ Spiderman“ bestelle… was meinst du, Schatz, hast du Lust drauf?“

Prinz: „Die haben wir doch…? Alle drei?“

I:… Äh. Schatz. Das ist BATman.“

P: „Ah. Das ist nicht Dasselbe?“

I: Kopf ==> Tisch

P: „Ah. Ist es nicht. Ok. Gut.“

(Ich hab’s bestellt :D)

Meine Idee hat funktioniert, Ihr Lieben! Ich bin gleichermaßen happy und aufgeregt, denn ab dem kommenden Mittwoch werde ich – wieder Kampfsport machen. Klingt verrückt? Ja. Ist es möglicherweise auch.

Um es nun mit Sheldon Cooper zu sagen: „ …context…?“

Also, in Worms habe ich über gemeinsame Freunde letztes Jahr einen jungen Mann kennengelernt, den Daniel [Name geändert], dem das Gleiche passiert ist wie mir: Gehirnblutung, linke Körperseite gelähmt, langes Training, jetzt wieder recht fit, usw. Er kann aber sehr fix laufen und: Bahn fahren! Ich lud ihn zu Pepe e Sale ein (unserem Stamm-Italiener) mit der Bitte, ihm dafür ein paar Löcher in den Bauch fragen zu dürfen über seine Trainingsmethoden. Leider redeten wir aber aneinander vorbei und verpassten uns.

Wir haben aber den gleichen Physiotherapeuten. Den fragte ich bei der letzten Stunde: „ Wie macht der Daniel das, dass er Bahn fahren und so schnell laufen kann?“

Mein Physio grinste in sich hinein sagte:“ Nun jaaaa… der Daniel macht Kampfsport – bei Herrn Kwon.“

Ich war verblüfft. Herr Kwon ist, wie ich schon sagte, mein Heilpraktiker, bei dem ich Akupunktur-Behandlungen bekomme. Herr Kwon hat hier bei meinen Ärzten und Therapeuten einen sehr guten Ruf und ich wusste schon, dass Daniel ebenfalls Akupunktur bei ihm macht. Mir war auch vom Hörensagen her bekannt, dass Herr Kwon Kampfsportler und hier ein wohl sehr bekannter und hoch angesehener Meister ist. Ich selbst habe in den 90er Jahren zwei Jahre lang Tae Kwon Do gemacht und es immerhin bis zum grünen Gürtel gebracht (nein, das ist beileibe noch kein „Boah!“-Niveau, obwohl ich dafür durchaus hart trainiert habe damals. ; – ))

Ich: „Kampfsport???? Ääähhh? Aber… wie…?!“

Mein Physio erklärte: „Wenn es Übungen gibt, für die Daniel zu bwegungseingeschränkt ist, dann gibt ihm Herr Kwon dafür eine ganz langsame Übung, mit Atemübung.“ Das leuchtete mir ein. Gestern Vormittag hatte ich wieder Akupunkturbehandlung, da habe ich Herrn Kwon gefragt, ob er mich in seine Schülergruppe aufnimmt. Er hat mich eingeladen, am Mittwochabend um 19.00 in den Dojang zu kommen.

Sein Sport heißt übrigens Kuk Sool Won, kennt das jemand von euch? Ich freue mich jedenfalls riesig, das wird sooo gut sein für Kraft und Gleichgewicht! Ich werde mich da sicher gut entwickeln, wenn ich auch vermutlich nicht mehr, wie damals im Tae Kwon Do, ein Holzbrett in zwei Hälften kicken kann ; – ) Ich wollte eigentlich schon gestern darüber berichten, aber wir waren in Bonn. Unser Freund Wilfried Schumacher, der Pfarrer des Bonner Münsters, feierte sein 40-jähriges Priesterjubiläum in einem kleinen Freundeskreis, und es war ein wirklich sehr schöner Abend im stimmungsvollen Kreuzgang des Münsters. Ich bin viel gelaufen, im Münster und drum rum (y)!

Bin gespannt auf Mittwoch, ich berichte! (Am Donnerstag ist dann mein erster Arbeitstag mit vier Stunden statt wie bisher drei!)

 

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