Le Bär… :'(

Puh.

Jetzt ist doch mal etwas Muße zum Schreiben, meine Lieben… Derzeit tut sich nicht mal etwas Konkretes, dennoch bin ich jeden Tag mit irgendeinem Gedöns beschäftigt. Die Therapien sind – zum Glück – sehr intensiv und ich komme ganz gut voran. Unser Mausebär wird schwächer, das Alter zeigt sich sehr deutlich und unbarmherzig. Unser kleiner Nissan ist verkauft (sogar zu einem guten Preis für sein Alter und seinen Zustand) und wir gewöhnen uns langsam an den Mazda, den wir „Frederik“ getauft haben. Wir verbringen viel Zeit mit und bei unserer Vermieterin Dani, die uns oft zum Essen einlädt (entweder sie kocht oder sie und der Prinz grillen etwas Gutes draußen auf ihrer Terrasse, das wir dann drinnen im Warmen essen).

Und ja, der Bär… er hatte kürzlich nachts einen kleinen Zusammenbruch und wir glaubten, er liege im Sterben. Er lag teilnahmslos auf dem Bettvorleger vor des Prinzen Bett, atmete nur flach und konnte kaum stehen. Seine Beine trugen ihn nicht mehr, er schwankte oder fiel gleich um. Essen mochte er nicht, obwohl der Prinz ihm extra leckeres Zeugs kochte. Er riecht wieder schrecklich aus dem Maul. Der Geruch erinnert an Urin, das zeigt, daß seine Nieren wieder schwächeln. Er hat Urämie…. Gassi geht er nur widerwillig, meist schläft er in seinem Körbchen (den Sprung auf die Couch schafft er seit einigen Tagen nicht mehr) oder er steht regungslos irgendwo, leicht schwankend, und starrt vor sich hin. Er verliert Gewicht, seine Beckenknochen und Rückenwirbel treten leicht hervor, und er kann nur noch in kleinen Schritten tapsen. Kurz, wir leben mit dem Wissen, dass unsere Zeit mit ihm wohl gezählt ist. Während dieser der ganzen letzten Woche bin ich sehr früh aufgestanden, damit ich unten sein konnte, wenn der Prinz zur Arbeit fuhr. Denn der Bär kommt, sobald Herrchen aus dem Haus ist, nach oben zu mir. Da er aber die Treppe nicht mehr allein runterkommt, trägt der Prinz ihn (vor allem die Treppenkurve ist schwer für das Bärchen). Wenn aber der Prinz erstmal weg ist, kann ich Bärchen nicht runtertragen, also war es klüger, schon unten zu sein, damit der Kleine mich nicht oben suchen mußte. So halten wir es auch jetzt gerade wieder. Ich habe ihm sein Körbchen mit dem Schaffell dicht an die Heizung gestellt. Es tut weh, ihn so elend und schwach zu sehen. Wir kuscheln so viel wie möglich mit ihm und der Prinz kocht so lecker für ihn, wie es nur geht, ohne seine Nieren weiter zu gefährden. Er ist erst seit sechs Jahren bei uns, doch für uns fühlt es sich an, als sei er schon immer bei uns gewesen. Er ist der wunderbarste Hund der Welt. Ich bin nur froh, daß Martin Rütter das Thema „Alter Hund und nahender Abschied“ in einem seiner Programme angesprochen hat: „Freut euch über jede Minute, die der Hund noch bei euch ist!“, sagte er. Und das tun wir. Er kann jetzt öfter seine Blase nicht kontrollieren und pieselt in die Wohnung… na und, dann wischen wir es auf. Er schämt sich dafür und guckt sehr schuldbewußt, aber wir machen ihm keine Vorwürfe. Er kann ja nichts dafür. Und wofür hat Mutter Natur Küchenpapier wachsen lassen? Ich gehe alle drei Stunden mit ihm vors Haus, da kann er gegen die Straßenlaterne pieseln und ist entspannt. Er schläft dann meist noch eine Runde. Wenn der Prinz mit ihm rausgeht, läuft er besser, aber nur, weil sie dann dort vorbeigehen, wo Flocke wohnt. Flocke ist eine hübsche kleine Malteserhündin, in die der Bär verliebt ist.
Jedenfalls warten wir jetzt sehnsüchtig auf den 22.Dezember, das ist der Abreisetag zum lüttje Hus. Bei Dani sind die Katzenmädels in den allerbesten Händen, und der Bär und wir können unseren Urlaub entspannt genießen. Noch viereinhalb Wochen…

Update 22.November

Es geht ihm schlecht. Er schläft viel, frißt aber nicht. Oft steht er einfach irgendwo und starrt vor sich hin, während er langsam seitwärts hin- und her schwankt (oder vor und zurück). Wir haben nicht den Eindruck, daß er Schmerzen hat, er ist nur müde und kraftlos und scheint nicht mehr weitermachen zu wollen. Um eine fachliche Meinung zu bekommen, haben wir die mobile Tierärztin des Tierheims gebeten, sich ihn mal anzusehen. Sie ist sehr nett. Sie beobachtete ihn eine Weile, wie er sich verhält und hörte ihn ab. Ihre Meinung: Ja, er ist sehr krank, und er hat ein massives Herzproblem. Schmerzen hst er allerdings keine (das war auch unser Eindruck), aber ihm ist übel und er fühlt sich elend. Die versagenden Nieren vergiften seinen Körper langsam.( Er magert wieder ab.) Wir müssen uns den grausamen Tatsachen stellen, das hilft ja nix. Also wollten wir von ihr wissen, ob sie der Meinung sei, daß der Zeitpunkt zum Einschläfern da sei. Der Prinz und ich sind uns einig, daß das, wenn es denn sein müßte, nur hier zu Hause in Frage käme. Sie sagte aber, da er keine Schmezen habe, wolle sie ihn noch nicht einschläfern (Für mich ist das auch nicht einfach“, sagte sie leicht verlegen – wie sympathisch!). Wir sollen ihn allerdings engmaschig überwachen – wenn er wieder erbricht oder sein Zustand generell schlechter wird, sollen wir sie rufen – oder eben den Highlander, denn auch dieser würde zu uns nach Hause kommen, um das Bärchen zu verabschieden. Wir arbeiten also gerade daran,den Gedanken zu akzeptieren, daß wir am 22. Dezember wohl zum ersten Mal ohne Bärchen nach Woquard fahren – oder eben ohne ihn zurückkommen (und dann im Februar uns ein Hundegrab dort oben erwartet…). Wir können absolut nicht einschätzen, wie es kommen wird. Aber die Zeit, die ihm noch bleibt, möchten wir ihm so angenehm wie möglich machen. Diese tiefe und bedingungslose Liebe, die er uns geschenkt hat in den sechs Jahren, die wir mit ihm hatten, können wir ihm eh nicht zurückgeben… Jetzt schläft er gerade wieder, in seinem Korb an der Heizung.

2 Kommentare zu “Le Bär… :'(

  1. Puh, das ist harter Tobak. Gib deinem Bärchen ein Küsschen von uns. Euch beiden anderen wünsche ich ganz arg alles, alles Gute! Seid liebevoll geknuddelt.❤️

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