Orr -schon wieder zurück!

Seit Dienstagnacht vorletzter Woche (schon!) sind wir aus der zweiten Heimat zurück, darlings. Dieses Mal bringen wir aber bessere Nachrichten mit: dem Bärchen geht es deutlich besser! Das stellte die Tierärztin fest, die den kleinen Stinker Ostern gerettet hatte. Der Bär freute sich, wie jedes Mal, wie verrückt, als er merkte, wo wir nach der langen Fahrt angekommen waren (die er, wie meist, zu einem großen Teil verpennt hatte). Er galoppierte erst einmal ausgelassen durch alle Räume und sprang zwischendurch immer wieder begeistert an uns hoch. Meist treffen wir gegen Mitternacht dort ein und gehen dann sofort schlafen. Ich hatte Glück: der Himmel war sternenklar und die Kassiopeia schaute mir genau aufs Bett. Glücklich schlief ich ein. Wie immer, hatte Herta, die schon geschlafen hatte, den Motor unseres Autos gehört und gesehen, wie die Scheinwerfer ihr Schlafzimmer erleuchteten. So wußte sie, daß wir da waren, und brachte uns am nächsten Vormittag einen Topf mit Linsensuppe und Würstchen, die sie schon für uns vorbereitet hatte (Herta ist wirklich ein Schatz!). Am Morgen fand der Prinz beim Kraulen hinter Bärchens linkem Ohr eine Zecke, die zwar klein war, aber sich so tief verbissen hatte, daß der Prinz keine Chance sah, sie herauslösen zu können, zumal Le Bär Zeter und Mordio schrie und sich wand wie ein Fisch im Netz, wenn ihm der Prinz mit der Zeckenzange zu nahe kam (Drama Queen!) 🤣. Der Prinz wollte aber nicht aufgeben, weil er sich wegen einer Infektion sorgte. Also fuhr er nochmal mit dem Bärchen zu der tollen Ärztin nach Canum. Sie freute sich, daß der Bär so munter wirkte und ließ sich genau berichten, wie es bisher gelaufen war. Mit dem Diätfutter, das der Prinz dem Kleinen jeden Tag kocht, war sie sehr einverstanden, aber der Abwechslung halber gab sie dem Prinzen noch ein Alternativ-Rezept mit. Sie testete auch noch einmal Bärchens Blut: Die Kreatininwerte, die Ostern so lebensgefährlich hoch gewesen waren, sind jetzt viel besser, „Tendenz fallend“, wie sie zufrieden sagte. Sie sollten wohl in absehbarer Zeit wieder auf normalem Wert stehen. Wenn wir im Herbst wieder da sind, will sie ihn nochmal gründlich untersuchen. Also, ihr Lieben: Wenn wir mit seiner Ernährung so weitermachen, haben wir eine sehr gute Chance, den kleinen Nervtöter-Köter behalten zu können! Wir sind SO froh! \o/

Eine Enttäuschung gab es aber doch, aber die hatte nichts mit Bärchen zu tun: Seit wir das Lüttje Huus haben, machen wir uns öfter mal den Spaß, nach Schillig zu fahren (ein Touristen-Urlaubsort mit großem Campingplatz, auf dem dicht an dicht Wohnwagen stehen- wir nennen ihn „Borg-Kollektiv“ – ganz gruselig!). Am Ortsrand steht immer ein Hähnchengrill-Wagen, der köstliche Hähnchen anbietet sowie Pommes mit Mayo (denkt einfach „Belgische Fritten“, dann wißt ihr, warum wir da so gern essen 😋). Als der Prinz dieses Mal vorschlug, unser Abendessen dorthin zu verlegen und das mit einer netten Tour über Land und an der Nordsee entlang zu verbinden, war ich sehr dafür. Wir hofften, den netten Verkäufer auch anzutreffen, denn beim letzten Mal hatte der Wagen nicht an seinem Platz gestanden. Wir hatten als Grund Mangel an Badegästen wegen der Kälte vermutet. Doch zu unserer Freude sahen wir den Wagen schon von Weitem an seinem Platz. Als wir näher kamen, sah er aber seltsam fremd aus. Unsere Gesichter wurden immer länger, als wir hinfuhren und feststellten, daß da jetzt ein Pizzawagen steht! Einself!! Er war recht gut besucht (mit Kindern hat man mit Pizza ja immer eine Chance). Wir waren sehr enttäuscht und traurig. Enttäuscht, weil wir schon auf Hähnchen und Pommes eingestimmt waren, und traurig, weil es uns für den jungen und sehr netten Grill-Inhaber so leid tat. Wir vermuten, daß ihm wohl Corona das Genick gebrochen hat, wie so vielen kleinen Unternehmen. Schade ist das auch für Edda und Tinus, die die Grillhähnchen ebenfalls sehr liebten und denen wir immer zwei halbe mitgebracht hatten. (Nach der Fahrt einmal quer durch Ostfriesland waren die Hähnchen natürlich schon ausgekühlt, aber Tinus hatte sie immer im Backofen nochmal heiß gemacht.) Ja, und ich konnte bei dem herrlichen Wetter endlich mal wieder mit auf den Deich!

Wie wir es uns angewöhnt haben, parken wir oft in der Nähe des Campener Leuchtturms und nehmen dort den breiten Radweg hinauf auf den Deich. Von dort aus führt der Radweg weiter etwa drei Kilometer am Watt entlang bis zu „unserem“ Deichabschnitt in Upleward. Der Radweg ist supergut für Rollis geeignet. Der Bär kennt jede Pflanze am Wegesrand mit Namen, scheint es uns jedes Mal wieder, weil er an jeder umständlich lange rumschnüffelt. Wir machen dann unsere Witze darüber. „Ah, er hat auf Horst-Günther gepinkelt“, sagt der Prinz zum Beispiel. „Orr, heute scheißt er auf die arme Gisela!“, sage ich. Und dann lachen wir und gönnen uns in liebgewordener Tradition einen Schluck Whisky aus unseren hipflasks, die wir immer dabeihaben, seit wir im letzten Jahr die „Whisky-Jungs“ kennengelernt hatten (das erzähle ich euch noch, eine großartige Geschichte!) Wir haben immer Laphroaig 10 und Talisker dabei, falls jemand fragen wollte 😁


Da unsere Nachbarn in Woquard (einschließlich Herta!) das hüfthohe Gras in der Einfahrt und im Garten schon mit Besorgnis betrachteten, erbarmte sich der Prinz und rückte dem Urwald mit dem Mäher zu Leibe. Ja, selbst in unserem sonst so gelassenen Friesendörfchen sind Dinge wie ein gemähter Rasen wichtig! Gerhard, der Nachbar schräg gegenüber, ist im Vorruhestand und langweilt sich viel. Er ist der ungekrönte Rasenmäherkönig bei uns (aber ein ganz lieber und netter Kerl!). Nach immerhin acht Wochen Abwesenheit mit der idealen Mischung aus Sonne und Regen empfing uns der Garten so:

Ansonsten verbrachten wir unsere Zeit mit einigen kleineren Renovierungsarbeiten im Haus, viel Lesen und dem Schauen wundervoller Dokus über Haie, die ich als DVDs mitgenommen hatte (da ein Sturm ja unsere SAT-Schüssel verdreht hatte). Zu Edda und Tinus schafften wir es diesmal nicht, da sowohl bei uns als auch bei den beiden immer einiges los war – Edda hatte ihren 80. Geburtstag, da verbrachten sie und Tinus einige Tage bei ihrer Tochter und den Enkeln. Wie immer, fuhren wir nur ungern und wehmütig zurück, aber auf uns wartete unser zweiter Impftermin, und den wollten wir um keinen Preis verpassen. Ja, wir sind jetzt beide durchgeimpft und sehr froh darüber! Wir können beide aus tiefstem Herzen einem Tweet zustimmen, den ich entdeckt hatte: „Die Impfung ist das einzig Positive, das mir je in einer Turnhalle passiert ist.“  Wie ist das bei euch? Seid ihr gepiekst? Hattet ihr Nebenwirkungen? (Bei uns nur starke Müdigkeit.)


Also- die Geschichte, wie wir uns mit den „Whisky-Jungs“ angefreundet haben, folgt!

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