Wie Bärchen dem Tod entrann – Teil2/2

So, meine Lieben, hier geht die Bärchen-Geschichte weiter (für die Neuankömmlinge: Teil 1 findet ihr hier). Gleich nach Ostern fuhren wir mit dem erschreckend abgemagerten kleinen Knochengestell zurück nach Worms. Der Bär war sehr erschöpft und verschlief fast die ganze Fahrt. Zurück in unserem Wormser Dörfchen, behielten wir ihn ständig im Blick. Es war immer noch kalt, und da er so dünn geworden war, fror er draußen. Nachts schlief er weiter bei Herrchen im Bett. Ich erzählte unserem früheren Vermieter, Jürgen, davon, wie wir das Bärchen beinahe verloren hätten. Jürgen und Marika haben eine Hündin in Bärchens Alter, die ebenfalls nierenkrank ist. Deshalb kocht Marika für sie, Huhn und Reis. Der Prinz beschloß, auch für Bärchen zu kochen, weil der Kleine doch das Nieren-Diätfutter so eklig findet. Es stellte sich heraus, daß die Fleischerei-Fachverkäuferin ebenfalls einen nierenkranken Hund hat! Sie riet dem Prinzen zu Schweinebauch (= kaum Muskelfleisch, viel Fett, und Fett darf er ja, nur Eiweiß ist gefährlich). Nun läuft das so: der Prinz würfelt den Schweinebauch klein und läßt ihn mit kaltem Wasser aufkochen (so geht das Eiweiß raus; in kochendem Wasser schließen sich die Poren zu schnell und halten das Eiweiß drin, erklärte die nette Verkäuferin). Dazu kommen gewürfelte Kartoffeln und Möhren. Anfangs suchte sich der raffinierte kleine Gauner gezielt die Fleischstückchen raus und legte die Kartoffelstücke demonstrativ rund um den Napf auf den Boden 🤣. Der Prinz verstand den „diskreten“ Hinweis und vermischte die Kartoffeln mit Griebenschmalz. Das kam gut an beim Bärchen, aber trotzdem suchte er noch immer das Fleisch raus. Jetzt wurde „Papa“ aber gemein! Der Prinz stampft seitdem nämlich einfach die Mischung mit dem Kartoffelstampfer durch! So kann der Stinker nichts mehr rauspulen. Was bleibt ihm übrig? – er futtert jetzt brav die gesamte Schüssel leer. Und was soll ich sagen? Es wirkt! Seine Nieren haben sich etwas erholt, der Bär hat zugenommen und nimmt jeden Morgen brav seine Goldrute-Tropfen (mit Brot und Schmalz 🤣) und seine nach Leberwurst schmeckende Herztablette. Er ist schon wieder ganz die frühere penetrante Nervensäge (Gott sei Dank!), geht gern Gassi und spielt wieder. Okay – wir wissen, er lebt auf geliehener Zeit und wir können ihn jederzeit verlieren. Aber das macht das Leben mit ihm intensiver, liebevoller. Wir wissen ihn viel mehr zu schätzen, den kleinen Nervtüllerich (wie der Prinz ihn nennt). Er ist nun mal der weltbeste Hund, so versuchen wir, ihn so lange zu behalten, wie es geht und es ihm Spaß macht. 15 Jahre sind ein stolzes Alter, wie Jürgen richtig sagte, wenn auch Mischlinge robuster und langlebiger sein sollen als Rassehunde. Jedenfalls kommt er mit der neuen Ernährungsumstellung gut klar und wir werden ihn weiterhin mit Argusaugen bewachen! Le Bär ist schließlich unser Ein und Alles! 🥰

2 Kommentare zu “Wie Bärchen dem Tod entrann – Teil2/2

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