Mit respektvoller Distanz

erzähle ich euch, my darlings, dass am frühen Samstagmorgen meine Mutter gestorben ist. Wer hier schon länger mitliest, weiß, daß wir uns nicht nahe standen, und wird daher nicht verwundert sein, wenn ich sage, daß ich nicht trauere. Dazu ist zuviel passiert, aber all das werde ich in der Vergangenheit lassen, wo es hingehört. Sie ist tot, und ich will diese schrecklichen Zeiten nicht wieder wachrufen. Ich lasse sie in Frieden gehen und wünsche ihr, daß sie ihren Frieden finden kann. Schade finde ich nur, daß sie und ihr Mann (beide herzkranke Risikopatienten) sich wegen der Pandemie im letzten Jahr überhaupt nichts mehr gegönnt haben. Sie hatten einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, waren nomalerweise viel unterwegs und hatten regelmäßig kleinere Reisen, Trips und Ausflüge unternommen. Wegen des Virus‘ hatten sie all dies im letzten Jahr nicht mehr gemacht. Schade. Die Bestattung wird wohl nächste Woche sein, aber da meine Schwester und ich beide den Kontakt zu ihr abgebrochen hatten, werden wir nicht dabei sein. Wir werden, jede für sich, zum Zeitpunkt der Beerdigung zu Hause ein kleines Verabschiedungs-Ritual abhalten und sie und die schlimmen Erinnerungen in Frieden ziehen lassen. (Beileids-Bekundungen sind lieb gemeint, aber unnötig, da ich ja nicht leide;))

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