Schon vorbei, viel zu schnell

Schade, my sweetings, nun sind die drei „Zwischendurchtage“ im lüttje Huus schon vorbei, das ging ruck-zuck!

Wir fuhren am 31. (Mittwoch) gegen Mittag los. Wir hatten Herta gebeten, im Erdgeschoß die Heizkörper aufzudrehen. Allerdings fuhren viele Leute über die Feiertage weg, so gab es ab Köln so viele Staus, daß wir erst spät in der Nacht eintrafen (neun besch… Stunden Fahrt! ) und um ein Uhr morgens ins Bett fielen (also der Prinz fiel ins Bett im Obergeschoß, ich auf die Schlafcouch unten im Wohnzimmer, denn die Treppe zum Schlafbereich hinauf ist so sch****, daß ich mir das nicht antue. Zu steil und zu gefährlich, vor allem für nächtliche Klo-Expeditionen! Sobald wir fest dort wohnen, gibt es einen Treppenlift für mich, bis dahin muß das Arrangement noch bleiben. Geht aber ganz gut.) Das ist die Treppe, belegt mit Teppichboden *uaah*

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Die Falltür im Flurboden führt in denKeller (klein, eher ein Vorratskeller). Rechts geht es in die Küche, hinten ins Wohnzimmer. Die Seemannstruhe haben Beckmanns großzügig hier gelassen.

Da Beckmanns bei der Übergabe des Hauses dem Prinzen erklärt hatten, daß der Techniker zweimal im Jahr die Heizungsanlage warten müsse, hatte der Prinz mit dem Techniker einen Termin ausgemacht: Donnerstagmorgen um acht Uhr!Ey! Der Meister war pünktlich und unser kleiner Herr Sonntag sehr aufgeregt. Er versuchte, mich zu wecken. Da ich aber wußte, daß die Jungs im weit genug entfernten Badezimmer bei der Heizung zugange waren, versuchte ich, weiter zu schlafen. Dennoch hörte ich das hektische „tic-tic-tic“ der sonntäglichen Krallen auf dem Laminatboden, das direkt vor mir stoppte. Auch mit geschlossenen Augen wußte ich, daß der kleine Hund vor mir stand und mich drängend anguckte. Da ich aber zu müde war, um zu reagieren, hörte ich nur ein frustriertes „Uffhh“, durch die Lefzen gepustet, und das Ticken der Krallen, als er zum Bad zurück lief. ❤ !

Den Donnerstagvormittag verbrachte der Prinz im Garten, mit einer anderen,kleineren Motorsense. Danach beriet er sich mit dem Nachbarn gegenüber, wie er all die Löwenzahnpflanzen aus den Ritzen zwischen den Bruchsteinplatten der Einfahrt wegschaffen könne, ohne Gift anwenden zu müssen. Der Nachbar riet ihm zum Wegbrennen. Also verbrachte mein Liebster eine Zeitlang in der Einfahrt mit einer Art kleinem Flammenwerfer und brannte die Pflanzen weg. Es stank bestialisch! Der Donnerstag war Reformationstag, also auch da oben Feiertag. Sie feiern übrigens am 11.11. mit Laternenzügen auch den Martin, aber den Luther, nicht „unseren“ heiligen Martinus, den römischen Soldaten, der den christlichen Glauben angenommen und darum hier in Worms den Kriegsdienst quittiert hatte. Sie singen dazu auch ein Martinslied, das Tinus mir vorsang. Es handelt eben nicht vom geteilten Mantel, sondern davon, was für ein guter Christ der Martin Luther war. (Daß er ein hitziger Judenhasser war, erwähnt niemand.) 😉 Nu, chacun à son gout, wie der Alte Fritz sagte, jeder nach seinem Geschmack. 😉

Den Freitag verbrachten wir mit Edda und Tinus, bei Tee, Kuchen und langen Gesprächen. Am Samstag machten wir etwas Ordnung, weil wir am Sonntag ja zurück mußten. Wir entschieden dabei, welche Kleidungsstücke „oben“ bleiben sollen (wir beginnen schon mit der Aufteilung unseres Haushaltes 😉 )

Mit der Rückfahrt am Sonntag hatten wir Glück – kein Stau. Lustiges Erlebnis am Rande: Herta hatte ja gewußt, daß wir über die Feiertage kommen wollten. Das bedeutete, daß wohl auch alle 180 Einwohner Woquards das wußten 😀 Bei der Abfahrt sagte der Prinz zu mir: „geh schonmal vor zu Hertas Einfahrt und warte auf mich, ich ziehe das Auto vor und lade dich ein.“ Als ich also schön am Straßenrand stand, kam ein Paar vorbei. Ich hatte die Leute noch nie gesehen, aber sie waren freundlich und nett wie alle da oben, wir grüßten uns mit „Moin!“, und der Mann fragte ohne Umschweife: “Fahren Sie jetzt wieder zurück?“

„Naja“, sagte ich, „Unter Protest.“ Sie lachten.

Gestern rief Herta übrigens an: Die Heizung ist ausgefallen. Sie hat von sich aus den Techniker angerufen. Wir haben wirklich Glück, daß Herta für uns so gut auf das lüttje Huus aufpaßt.

Übrigens: Die Dusche muß heruntergelassen werden. Der Einstieg ist viel zu hoch, da komme ich nur mit der Hilfe des Prinzen rein und raus. Und mit viel Panik. Das linke Bein spielt da nicht mit, geht in die Spastik und verweigert jede Zusammenarbeit.

So sieht die Dusche aus (linke Wand):

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Ich habe zwei junge Männer in der Familie, die das eventuell machen können. Ich werde sie fragen.

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4 Kommentare zu “Schon vorbei, viel zu schnell

  1. Bei uns wird „Martini“ gefeiert und zwar am 10.11, Luthers Geburtstag, nicht wie bei euch am 11.11. Deshalb machen wir übrigens extra am Samstag von 16 – 18 Uhr auf, damit die Kinder auch einen Anlaufpunkt haben, wenn sie mit ihren Laternen durch die Stadt ziehen. 🙂
    Es gibt übrigens ganz niedliche Laternelieder auf plattdeutsch, viel schöner als das ewige „Martinus Luther war ein Christ“ 🙂

  2. Die Schilderung, wie Herr Sonntag dich wecken wollte und wie er ufff-verdrossen aufgibt und wieder weg-tippelt… einfach herrlich! 🙂 Ich kann mir das grad total gut vorstellen. 😀

    Dusche: Ich hirne grad an einer Art breiten Aufstiegsrampe für die Dusche rum… Andererseits vermute ich, dass Schrägen ev. noch schwieriger (und im Nasszustand gefährlich) sind als mässige Stufen(?). Und (Achtung Laienfrage) Lässt sich ein Rollstuhl nicht parken und dann die Sitzfläche wie bei einem Klavierstuhl schwenken/drehen? Aber dann bräuchtest du etwas, um dich da rauf/rüber-zu-ziehen… hmm… *grübel* – Aber generell wäre eine ebenmässig-begehbare Dusche eh viel praktischer (und schöner) ;-). Ich drücke die Daumen für eine gute Lösung! ❤

  3. Wir wohnen hier in Worms ja in einem Altbau und duschen daher in der Wanne, und da habe ich so einen Dreh-/Schwenk-Stuhl, der mich in die Wanne dreht (und wieder raus). Und ja, Schräge ist immer schwierig, egal wie. Aber ich hoffe auf meinen Cousin, dass er die Dusche auf Bodenniveau absenken kann. Ich berichte das dann natürlich hier 😉

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