Petras Fragen # 17

Diesmal ist Petras Frage schon einige Tage alt, sie hat sie bereits an Altweiber gestellt. Trotzdem sag ich natürlich etwas dazu.

Heute ist Weiberfastnacht – ihr wisst, dass ich Karneval- und Faschingsverweigerer bin.

Feiert ihr die tollen Tage?

NEIN. Wir ergreifen, wenn irgend möglich, die Flucht. Glücklicherweise sind wir uns da einig, daß wir zwangslustige Massenveranstaltungen, die ein Vorwand zum Besaufen sind, gruselig finden und sie vermeiden, wo es nur geht.

Außerdem überfordert mich das Ausmaß des Fremdschämens beim Anblick schrill kichernder, besoffener Frauen, die fremde Männer anfallen, um sie abzuknutschen*buääh*.

Als ich noch in der Uni arbeitete, hatte ich außen an der Tür meines Büros ein Schild mit der Aufschrift „Karnevalsfreie Zone!“ Leider hielt das, vor allem an Altweiber, die kichernden, mit Schere bewaffneten Kolleginnen nicht davon ab, „Ahoi!“-rufend hereinzustürmen, um zu sehen, ob sie meinem Chef die Krawatte kaputtmachen könnten. Mein kluger Chef aber, gebürtiger Bremer,  kam an diesem Tag sowieso ohne Schlips ins Büro.

Im letzten Jahr lief im Nachbardorf tatsächlich ein Mann in einem Plüsch-Hasenkostüm über die Straße!!!! Einself!!!!

Also, ein Bier oder Glas Wein oder Sekt sollte sich jeder gönnen dürfen. Wenn aber jedes Feingefühl für Peinlichkeit und Geschmacklosigkeit vom Alkohol ersäuft wird, dann ist für mich die Grenze erreicht.

Als Kind fand ich Karneval natürlich toll. Wir „gingen“ als die klassischen „Cowboy und Indianer“ und hatten viel Spaß am Karnevalszug. Ich haßte nur die Konfetti-Kanone, weil sie so laut knallte (das war möglicherweise schon ein Hinweis auf meine heutige Hyperakusie). Nach dem Zug ging es zu Oma, die ihre Quarktorte und „Karnevalskissen“ gebacken hatte. Diese Kissen waren einfaches Fettgebäck, wie Berliner, nur eben nicht rund, sondern viereckig. Da der Teig, im heißen Fett schwimmend, aufging, nahmen die kleinen Vierecke die Form von Kissen an. An Silvester machte Oma die auch immer.

Als ich in die Teenie-Jahre kam, traf ich mich mit Schulfreunden oder sonstigen Bekannten beim Umzug, die oft Appelkorn dabei hatten. Appelkorn war in den 70er Jahren mal schwer „in“, erinnert sich jemand von euch daran? (Berentzen natürlich ;))

Als ich 1982 mit dem Exgatten von Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz zog, konnte ich es nicht fassen, daß hier am Rosenmontag gearbeitet wird, und das, obwohl ich damals schon längst kein Karnevalsfan mehr war.  Am Rosenmontag schlossen bei uns in NRW  die meisten Geschäfte um zwölf Uhr, da hatten wir schulfrei, am Veilchendienstag ebenfalls.

Heute finde ich das Karnevalsgedöns nur furchtbar und peinlich. Mit dem ursprünglichen kirchlichen Fest hat es  sowieso jede Verbindung verloren. Außerdem habe ich, wie ich finde, jede Menge Humor. Ich lache sehr gerne und viel. Aber mit aufgezwungener und durch Alkohol hervorgerufener Zwangslustigkeit kann ich gar nichts anfangen. Zum Glück ist der Prinz da genauso gestrickt. In den letzten Jahren sind wir über die Gruseltage einfach nach Norden in die zweite Heimat gefahren. Aber das war immer noch viel zu kalt. Deswegen hat sich der Prinz dieses Mal einfach die Gruselwoche freigeschaufelt und wir machen es uns zu Hause kuschelig. Die Therapien fallen aus, weil meine klugen Therapeuten auch Flucht-Urlaub eingereicht haben 😃 Der Prinz und ich planen, leckere Sachen zu kochen und gute Filme zu sehen. Ach ja, ich werde mir was Gutes tun und in der Fastenzeit die Finger vom Süßkram  lassen.

Isch abe fertig. 😉

 

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