Tschüß, Häuschen :'(

Unser Pippikind wird wohl in absehbarer Zeit ihr Refugium verlieren, darlings, und zwar das schnuckelige kleine Backsteinhäuschen, das neben unserem Haus steht und von dem ich in diesem Beitrag schonmal geschwärmt habe. Wie gesagt, ist das Häuschen nach dem Tod seiner Besitzerin an eine Erbengemeinschaft von fünf Geschwistern gegangen, von denen nur zwei hier im Dorf leben. Eine davon ist C., die das Pippikind einige Male aus dem Hof „gerettet“ hat. Die fünf hatten es schwer, sich zu einigen, was mit dem Haus und dem riesigen Grundstück, das dahinter liegt, geschehen solle. Zum Verkauf konnten sie sich laut C. nicht so recht durchringen. Da ich ja die verrückte Idee hatte, das Häuschen in eine Reikipraxis umzuwidmen, hatten wir mit C. lose vereinbart, daß sie uns Bescheid gäbe, wenn ein Verkauf konkreter würde.

Jetzt ist es wohl doch schneller gegangen als gedacht. Vor ein paar Tagen sagte der Prinz, er habe einen Mann gesehen, der das Häuschen besichtigt habe. Wir dachten nicht weiter darüber nach; ich hoffte nur, daß keine im Hof fußballspielenden Kinder einziehen würden.

Aber dann erzählte uns Jürgen, unser Vermieter, dass „auf Klärchens Acker“, wie er das Grundstück hinter dem Häuschen nennt, gebaut würde. (Der hintere Teil grenzt an seinen Garten.) Und tatsächlich ist dort ein Einfamilienhaus projektiert (Platz wäre auf dem Grundstück locker  für drei Häuser). Nun, das kann uns egal sein, wenn auch die Pferde, die zeitweise dort stehen, erstmal angenehmer sind als menschliche Nachbarn. Wir sehen das Grundstück nur bei unseren Gassirunden mit Herrn Sonntag, von der Straße aus, ansonsten sind wir durch die Scheune von dieser Seite her fast völlig abgeschirmt. Um das neue Haus zu sehen, müßten wir durch die Scheune hindurch in den Garten gehen, und so neugierig sind wir nun auch nicht 😉 Fest steht allerdings, wie wir von einigen Nachbarn bei der Feier des 50. Geburtstages unserer Bekanten  erfuhren, daß das süße alte Häuschen verschwinden wird. Auch der neue Besitzer wird wohl gleich gesehen haben, was der Prinz schon sagte: Grundstückswert minus Abrißkosten für das Haus. Und, wie ich ja schon erzählte, lägen die Sanierungskosten für das Schnuckelhäuschen weit über seinem Wert (es ist feucht, hat keine Heizung, nur Öfen, das Dach muss neu gedeckt werden). Das Häuschen wird also leider “plattgemacht“, wie C. es formulierte. Wann? Keine Ahnung. Aber ich werde es vermissen. Jetzt, nach so langer Zeit des Leerstandes, ist es ringsum mit Wildwuchs überwuchert, Brombeeren streiten sich mit Hagebutten und anderen Pflanzen um den Platz, man könnte Dornröschen hineinsetzen, so romantisch wirkt es. Vorn, an der Seite zur Straße, steht ein prächtiger Schwarzdorn. Die Fassade des Hauses ist hübsch ornamentiert mit Mustern aus hellen und dunklen Backsteinen. Der neue Besitzer kommt wohl aus dem persönlichen Umfeld der Erben, denn auf dem Markt ist das Haus nicht.

Etwas macht mich sehr wehmütig: Das Haus hat, weil seine Besitzerin „sehr sparsam“ war, seit Jahrzehnten keinen Handwerker mehr gesehen. (Es gibt nicht einmal eine Klingel außen, weil „das kostet ja Strom“). Nun werden Handwerker kommen, aber sie werden es zerstören. Ich werde das Häuschen vermissen ☹. ( Ja, Häuser haben für mich eine Seele, deswegen biete ich auch Clearings an).

 

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