„Bitte Filter reinigen!“ *blink*

Das Wartungslämpchen am Arschlochfilter blinkt. „Bitte Filter reinigen!“ heißt das. Guck an. Und ich dachte, ich hätte die Leute, die darin hängengeblieben waren (also die dicken Brocken), schon vor einer geraumen Weile herausgefischt und aus meinem Leben verabschiedet. Aber bei näherem Hinschauen hängen doch noch einige drin. Es sind eher kleine Bröckchen. Sie fielen mir bisher nicht sonderlich auf, weil sie in meinem Leben keine große Rolle spielen. Es sind einfach „nur“ Menschen, mit denen ich sehr gern mal wieder bei einem Kaffee oder Wein zusammensitzen und quatschen würde. Die frühere Lieblingskollegin von der Uni zum Beispiel. Die ich seit Dezember letzten Jahres nicht mehr kontaktiert habe. Weil mich ihre repetitive Schubladen-/Textbaustein-Antwort nervt: „ Ich hab grad so viel um die Ohren, ich melde mich, sobald ich den Kopf mal wieder frei habe!“ (Übersetzung ins Deutsche: „Wird nie passieren.“)

Okay, granted: Sie hat jetzt eine Patchwork-Familie mit vier Kindern (zwei sind ihre eigenen, die beiden anderen hat ihr neuer Lebensgefährte mitgebracht. Für mich klingt das wie „Pure Hölle, live und in Farbe“, und ich verstehe sehr gut, dass sie keine Kraft hat, sich ins Auto zu setzen und herzukommen, zumal sie meine Behinderung nur vom Hörensagen kennt und wohl  verunsichert ist, was sie da erwartet. Ebenso geht es vermutlich X und Y, einem ganz prima und interessanten Ehepaar (X = Lehrer und Y = Naturwissenschaftlerin), klug, gebildet, vielseitig interessiert und humorvoll. Tolle Gesprächspartner, die ich noch aus der Zeit kenne, als ich mit dem Ex-Gatten in der Pfalz lebte. Der Ex-Gatte und X waren Bekannte und wir hatten uns damals mit den beiden öfter zum Essen beim Italiener getroffen. Vor einigen Monaten hatte ich spontan den Kontakt wieder aufgenommen. „Er“ freute sich sehr, von mir zu hören, wir tauschten schnell die aktuellen Neuigkeiten aus, die sich in den fast 16 Jahren seit dem Glückstag meiner Scheidung ereignet haben. Während ich vom Hallamati erzählte, wurde er zunehmend stiller. Das Gespräch endete mit seiner Aussage: „Ja… ich hab‘ ja jetzt deine Telefonnummer. Wenn wir mal wieder Richtung Worms unterwegs sein sollten, rufe ich dich an, dann können wir uns ja mal irgendwo treffen.“ (Übersetzung ins Deutsche: könnt ihr euch denken.)

Leider war ich so dumm, die beiden einige Wochen später nochmal anzurufen, denn es war schönes Wetter und der Prinz und ich planten einen Trip an die Weinstraße, da hätte ein Käffchen mit den beiden praktisch am Weg gelegen.

Wieder hatte ich „ihn“ am Apparat. Natürlich war keine Zeit für ein Treffen („Die Kinder kommen zu Besuch“ – ok, ist ein guter Grund, schätze ich, die beiden sind inzwischen Großeltern).

Schlußsatz des Gespräches: siehe oben. Ich habe mich nicht mehr gemeldet.

Textbaustein Nr. 3 (frühere gute Freundin aus der Pfälzer Zeit): „ Ich hoffe, dass ich es bald mal schaffe,  in letzter Zeit [ insert lange Geschichte ]“

/sarkasmus on
Welch ein Zufall – „bald mal“ ist genau der Tag, den ich vorgeschlagen hätte, denn da paßt es mir perfekt! /sarkasmus off.

Zum Glück ist so ein Filter schnell gereinigt: einmal unter einen kräftigen Wasserstrahl halten ( => Kontaktdaten auf dem  Handy löschen) und gut ist.

P.S: das wunderbare Wort „Arschlochfilter“ habe ich bei der großartigen Frau Gehlhaar entdeckt, die auch so ein Ding hat und die mir netterweise erlaubt, das Wort zu benutzen – danke, Laura!

3 thoughts on “„Bitte Filter reinigen!“ *blink*

  1. Oh, ich kann das so gut nachvollziehen! Und ich finde übrigens, wir sollten uns entweder gegen Ende dieses Arschlochjahres oder Anfang des nächsten (das ja nur besser werden kann) endlich mal treffen😉. LGC

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