Tschüß, Memnok

Vier Wochen und zwei Tage  ist es jetzt her, darlings:

Der Lieblingsfeind unseres kleinen Herrn Sonntag ist in den kleinen Stunden der Nacht vom 9. auf den 10. August gestorben: Memnok, der Neufundländer, den ich „Großer“ nannte, seine Besitzerin Nicole sagte „Dicker“ oder einfach „Mem“ zu ihm. Er war – wie viele riesige Hunde, ein liebevoller und warmherziger Wuschel und sehr verschmust (und versabbert).

Seine Besitzerin ist eine supernette junge Frau, fröhlich und freundlich. Sie lebt im Haus neben dem unserer Vermieter, da aber eine Wiese dazwischen liegt, die derzeit als Pferdekoppel verpachtet ist, sehen sie einander nicht so oft. Wir waren so daran gewöhnt, auf unserer täglichen Gassirunde durchs Dorf hinter dem weißen Zaun die riesige schwarze Fellmasse wogen zu sehen, daß mir erst nach einer Weile auffiel, daß bereits seit Tagen die Haustür offen stand und wir den Dicken ebenfalls seit Tagen nicht im Vorhof des Hauses gesehen hatten. Das Kopfkino ging gleich los: Nicole im Haus gestürzt…? Memnok irgendwo im verschlossenen Zimmer…? Ich rief, aber es tat sich nichts. Besorgt fragte ich bei unseren Vermietern nach. Die Vermieterin ging mit hinüber und rief nach Nicole, die zu meiner riesigen Erleichterung bald fröhlich aus dem Haus kam. Alles ok, versicherte sie uns, der Dicke habe lediglich immer wieder Ärger mit verschiedenen Entzündungen und Infektionen, deswegen habe er in der letzten Zeit nicht mehr so gern rausgehen wollen. (Rassehunde, vor allem die großen Rassen, sind da ja bekanntlich heikel.)

Das ist nicht Memnok, aber so sah er aus:

newfie

Quelle: von Heidi Mueller – Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2215617

Am Tag darauf rief unsere Vermieterin an und berichtete, Nicole habe Memnok frühmorgens tot auf seiner Schlafmatratze gefunden. Übermorgen  wäre er zehn Jahre alt geworden. (Der Mem gehörte zu den Hunden in unserem Bekanntenkreis, denen wir Geburtstagskarten schicken).

Nicole war nun bei all ihrer Trauer auch noch in einer Klemme: Ein ausgewachsener Neufundländer wiegt gut 60 bis 70 Kilo. Wegen der Grundwassergesetze darf man so ein großes Tier nicht einfach im Garten beerdigen. Zudem hat sie ja gar keinen Garten, sondern nur den zwar geräumigen, aber eben gepflasterten Hof. Und da, wo Erde ist – auch bei uns im Garten -, da ist sie so hart und lehmig, daß man selbst für ein Meerschweinchen-Grab eine Spitzhacke braucht. Wir wissen das, denn wir haben zwei Katzengräber (Wanda, 2006, und Missy, 2007) mit viel Mühe mit der Spitzhacke ausgehoben. Das war schon brutal hart – undenkbar, das für einen so großen Hund wie den Mem zu tun, ohne Bagger!

Nicole wählte schließlich die Lösung, das Tier-Krematorium in Mannheim anzurufen. Ein sehr feinfühliger und liebevoller Mitarbeiter, so sagte sie, holte den Dicken ab. Seine Asche ist nun in einer Urne, die im Haus steht. Unser kleiner Herr Sonntag schaut, wie wir, jedes Mal durch den Zaun, wenn wir am Haus vorbeikommen. Ich denke – wer mich für blöd oder kitschig halten will, darf das gern tun -, daß der Mem jetzt Nicoles Schutzengel ist.

( Der Prinz und ich gucken unseren Mausebären an und wir hoffen, daß er recht alt wird bei uns…)

 

 

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