Kick it like Weber

Darlings,

Am  letzten Sonntag  haben wir mit dem kleinen Herrn Sonntag einen großartigen langen Spaziergang unternommen. Den asphaltierten, malerischen  Weg durch Felder und Wiesen hatten wir vor einigen Wochen entdeckt, als wir in der Gegend  auf einem Weingut zu einem Fest eingeladen waren, und hatten ihn sofort als idealen Spazierweg für unseren kleinen Herrn Sonntag abgespeichert. Der Kleine war auch sehr angetan – so viel zu schnuppern! So viel zu gucken!

Was mich betrifft, ich liebe die Düfte, die die Sonne mit ihrer Wärme erzeugen kann: Das  von der Sonne gewärmte Fell eines Pferdes gehört für mich zu den wunderbarsten Gerüchen der Welt, zum Beispiel. Oder wenn eine sanfte Brise über ein Kornfeld geht und den köstlichen, weichen Geruch des warmen Getreides mitbringt – das ist einfach wunderbar. Das ist Sommer, das ist Leben. Das sind Sekunden, in denen ich bedingungslos glücklich bin.

Als der Prinz in einen Weg einbog, sagte er plötzlich ganz aufgeregt: “Guck mal, Schatz, die haben das Ding, das ich schon so lange haben möchte!“ Wir hatten gerade einen Kombi passiert, auf dessen Dach zwei „Kickbikes“ befestigt waren.

Das sind, grob gesagt, Tretroller für Erwachsene. Der Prinz hat so einen, aber einen der  ursprünglichen Version, die vor einigen Jahren auf den Markt kam, diese dünnen Dinger, mit denen oft mittags die Anzugträger durch die Innenstädte zum Espressotrinken fahren *g* Das, was das Pärchen da auf dem Autodach hatte, war grau, hatte dicke Stollenreifen und sah überhaupt ziemlich „badass“ aus, so wettkampfmäßig. Hinten im Auto erkannte ich einen Hunde-Transportkäfig, in dem sich zwei große Umrisse bewegten. Ah, dachte ich, der trainiert damit im Sommer seine Schlittenhunde – cool! Der Prinz setzte kurz zurück, stieg aus, begrüßte das Pärchen und begann sie auszufragen. Der Mann schien sich zu freuen und es entspann sich ein längeres Gespräch, sehr zum Unmut des kleinen Herrn Sonntag, der es nicht gut haben kann, wenn der Prinz das Auto (die Höhle) verläßt. (Da schlägt das Erbe seiner Hütehund-Mutter durch : – )

Als der Prinz wieder einstieg, sagte er: „Boah, das ist cool, der macht Wettkämpfe mit dem Ding.“ Der Mann war, wie sich herausgestellt hatte, Rainer Weber. Er wohnt und arbeitet in Eich, das ist nicht weit von hier. Tatsächlich nutzen viele Schlittenhundesportler diese Kickbikes, um ihre Hunde außerhalb des Winters zu trainieren. Rainer hat einfach eine Halterung für Hundeleinen vorn am Lenker, damit seine Hunde die nötige Bewegung bekommen. Genau dafür hatte der Prinz über so ein Ding nachgedacht: Der Vater unseres kleinen Herrn Sonntag ist ja vermutlich ein spanischer Galgo, also ein Windhund. Unser Mausebär hat dementsprechend auch einen großen Bewegungsdrang.

Der Prinz wiederum  ist übergewichtig und hat deswegen das Joggen aufgegeben. Er hat ein ziemlich edles Peugeot-Rennrad, so ein dürres Ding, sagt aber von sich selbst: „Ich bin zu fett, um damit zu fahren.“ (Ich sehe das nicht so – ich liebe jedes winzige Gramm an ihm, aber das hilft nichts, er meint, abnehmen zu müssen. Ist auch gut, wegen des Herzens…) So ein Kickbike, erklärte Rainer ihm, trainiere den ganzen Körper. Das paßte dem Prinzen gut ins Konzept, zumal er dann zusammen mit dem Mausebären trainieren könnte.

Zu Hause angekommen, suchte er im Neuland sofort nach einem gebrauchten Kickbike – und fand eins, zu einem sehr guten Preis. (Es ist kein Wettkampf-Modell, sondern ein „zahmes“, für Waldwege und Straßen. Der Grund für den günstigen Preis: Ein Hotel in der Region  hatte vier Stück  davon für seine Gäste angeschafft, die aber kein Interesse daran  zeigten. Also schlug der Inhaber sie wieder los und der Prinz hatte das Glück, eines davon zu erwischen. Er mußte nur etwas fummeln, um die Werbescheibe des Hotels vom Vorderrad abzumontieren. In den nächsten Tagen kommt die Halterung für die Führleine (eine mit Ruckdämpfer). Denn der kleine Herr Sonntag wird nur nebendran mitlaufen. Zum Ziehen muss ein Hund, wie Rainer dem Prinzen erklärte, ein Eigengewicht von mindestens 18 Kilo haben. Unser Mausebär hat monstermäßige achteinhalb Kilo😀😀😀

Hier ist ein Juhtjuhp-Filmchen über ein Kickbike, ohne Hunde ; – ) Anschauen lohnt sich, aber die Hintergrundmusik finde ich absolut ätzend, deshalb schalte ich den Ton auf stumm.
Rainer gibt übrigens bald ein Seminar zum Thema „Kickbike und Hund“.Da will der Prinz mitmachen – bin sehr gespannt!

2 thoughts on “Kick it like Weber

  1. Hey – ihr erlebt und entdeckt ja immer so spannende Sachen! Bin nun schon gespannt auf das erste Foto vom Kickbike-Duo!🙂 Viel Spass und herzliche Grüsse!

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