Sonntags-Schreck

Unser kleiner Herr Sonntag hat uns in den letzten Tagen ganz schön Angst gemacht, my dearies: Wir entdeckten Blutflecken im Haus – auf dem Fußboden, an den Wänden und vor allem große Flecken im Bett, genau an den Stellen, an denen er in der Nacht geschlafen hatte. Die Flecken waren eher rosa als rot, so daß wir vermuteten, das Blut sei verdünnt, also mit Speichel oder Urin vermischt. Auf dem Fußboden fanden wir kleine Spritzer, diese allerdings unverdünnt, richtig rot. Es sah aus wie geniest. Da wir keine Ahnung hatten, wer von den dreien da blutete (Micia ist ja auch schon älter und nicht mehr die Fitteste), beobachteten wir die drei sehr genau und mißtrauisch über einige Tage hinweg. Ohne Erfolg. Gestern Morgen entdeckte ich einen mehr als handtellergroßen rosa Flecken auf dem hellen Laken in meinem Bett. Alle drei hatten bei mir geschlafen, aber ich war mir sicher, daß an der Stelle mit dem Flecken der kleine Herr Sonntag gelegen hatte. Vormittags war im Eingangsbereich der Küche der Fußboden mit einem roten Spritzmuster dekoriert, bis an die Wand. Als der Prinz nach Hause kam, wartete ich gerade auf einen Vertreter, der mir ein neues neurologisches Therapiegerät zeigen wollte. Der Prinz sah die neuen Blutflecken und sagte kurz entschlossen: „Ich fahr‘ mit ihm zum Highlander, der hat noch geöffnet.“ Sprach’s und war weg, mit dem Kleinen an der Leine.

Als die beiden zurückkamen, tänzelte mir ein sehr erfreuter kleiner Herr Sonntag entgegen. Der Prinz wirkte ebenfalls sehr erleichtert. „Er hat eine vergrößerte Prostata“, sagte er. Er erzählte folgendes: Der Highlander nickte gleich nach den ersten Sätzen des Prinzen, tupfte einen Wattebausch an den sonntäglichen Penis und sagte beim Anblick des rosa Fleckens: „Ah ja, da haben wir es.“

Daraufhin tastete er die Prostata des Kleinen ab und stellte fest, daß diese sehr stark vergrößert sei (Herr Sonntag ist zehn Jahre alt, und eine Prostatavergrößerung tritt bei älteren Herren ( menschlich und tierisch) gern und häufig auf, auch oft mit Blut im Urin. Der Highlander verpaßte ihm eine Spritze, eine „chemische Kastration“, wie er sagte. Der Wirkstoff soll jetzt bewirken, daß sich die Prostata auf ihre natürliche Größe zurückbildet. Wir hatten Glück, daß das so rechtzeitig herauskam, denn die Schwellung hätte auf den Darm drücken und so einen Darmverschluß verursachen können! Die Spritze war wohl sehr groß, denn, wie er Prinz schilderte, die Partnerin des Highlanders hielt den kleinen Herrn Sonntag fest und die Assistentin streichelte ihn…

Puuuh. Ich bin so froh! Es geh dem Mausebären wieder gut! In der vergangenen Nacht hat er nirgends Blut oder Urin verloren. Als die zwei gestern vom Highlander zurückkehrten, war der Vertreter schon da und wir testeten das Gerät gemeinsam. Unser Kleiner benahm sich, wie immer, wenn Besuch da ist oder wir zum Essen weg sind, unmöglich: er bellte, drängte sich überall dazwischen und jaulte, was das Zeug hielt. Er war munter und gut gelaunt. Nur weil ich so froh war, daß es ihm gut ging, sperrte ich ihn nicht in den Hof aus.

Die Spritze hat ein ganz schönes Loch in unser Budget gerissen, aber was soll’s?!  Unser Hund ist in Sicherheit, das ist das Entscheidende! Wären wir zu geizig gewesen, mit ihm zum Tierarzt zu gehen, hätte er eventuell so enden können wie einer der Hunde hier in der Nachbarschaft vor einigen Jahren: Das Tier hatte nächtelang  laut im Vorgarten geheult, so daß Schlafen schwierig war. Unsere Freundin Wiltrud hatte die Besitzerin gebeten, doch mal mit dem Hund (große Rasse)  zum Tierarzt zu gehen. Antwort: „Ach was! Der ist ohne Tierarzt auf die Welt gekommen, der kann auch ohne Tierarzt gehen!“ So haben diese Leute aus purem Geiz ihren Hund qualvoll und langsam verrecken lassen. (Diese Geschichte geht immer noch im Dorf herum und ist einer der zahlreichen Gründe dafür, daß kaum jemand hier etwas mit den Leuten zu tun haben möchte. Wir sind jedenfalls sehr froh, daß wir den Highlander haben und daß unser Kleiner wieder munter ist!

(Natürlich würden wir ihn niemals so behandeln wie diese kaltschnäuzigen Leute damals ihren armen Hund!!!)

 

3 thoughts on “Sonntags-Schreck

  1. Ich rufe den Tierarzt (der kommt zu den Katzenmädels nach Hause) auch lieber einmal zu oft als zu wenig.🙂
    Gut, dass es Herrn Sonntag besser geht.

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