Der Stoffie-Killer geht um

Am vergangenen Dienstag waren wir mal wieder beim Highlander, weil der kleine Herr Sonntag drei Tage lang gekotzt hatte. Ich fürchte, die Schuld daran liegt bei mir.

Der Kleine liebt ja seine Stofftiere, die auch nie lange überleben, denn nachdem er sie glücklich brummend, grunzend und schnaufend durchgekaut und naßgesabbert hat, zerfetzt er sie in stundenlanger Kleinarbeit im Körbchen, während wir am PC arbeiten oder einen Film schauen. Die Füllwatte – so ein weiches Kunststoffzeugs – verteilt er im Körbchen und im Zimmer.

Im vergangenen Herbst hatte ich in weiser Voraussicht für den Winter einen dieser Zugstopper für die Haustür gekauft, so ein langes wurstförmiges Stofftier, ihr kennt die, ja? Dieses war ein Löwe, half gut, das Wohnzimmer warm zu halten. Vor kurzem hatte der kleine Herr Sonntag auch seine neue Plüschkuh abgeschlachtet. Nachdem ich die leere, naßgesabberte Stoffhülle im Müll entsorgt hatte, schenkte ich ihm spontan den Zugstopper-Löwen von der Wohnzimmertür. Er freute sich riesig darüber und schleppte den Löwen, der länger war als er selbst, in sein Körbchen, um ihn brumm-grunzend durchzubeißen und einzuspeicheln (*buäh*). In Nullkommanix fehlte dem Löwen ein Bein und durch das Loch zog der kleine Herr Sonntag sorgfältig und gewissenhaft Fluse für Fluse die Füllung heraus. Erst danach fiel uns das Kotzen auf, wir begannen uns Sorgen zu machen, er könne von der Kunststoff- Füllung etwas verschluckt haben. Ich durchsuchte hektisch meine Globuli-Vorräte und fand noch genau einen Nux Vomica-Globulus. Glück gehabt! Mit einem Fleischwurst-Stückchen nahm unser Kleiner die Medizin gerne ein, natürlich. Das Kotzen hörte umgehend auf, allerdings nur für zwei Tage. Als es wieder losging, packten wir Herrn Sonntag ins Auto und fuhren zum Highlander. Der ist mit seiner Praxis umgezogen, etwas näher in unsere Richtung. Das ist klasse, weil man da leichter einen Parkplatz findet. Der Prinz hatte eine Flocke von der Kunststoff-Füllung eingesteckt und zeigte sie dem Highlander, der aber beruhigend abwinkte. „Das macht nichts – alle Hunde fressen sowas mal, meine auch, das kommt wieder raus und macht gar nichts“, sagte er. Nux Vomica sei eine gute Lösung gewesen, sagte er auch. Aber er verpaßte dem Kleinen doch erstmal eine Spritze, die der Übelkeit abhelfen sollte, und füllte uns weitere Globuli ab mit dem Rat, Herrn Sonntag zusätzlich Ballaststoffe zu füttern. Der Mausebär war so dankbar, als wir die Praxis verließen! Der Highlander macht ihm Angst, obwohl dieser ein sehr liebevoller und feinfühliger Mensch ist, der ganz klar aus Liebe und Berufung Tiermedizin studiert hat. Zum Glück mag unser Mausebär gern Möhren  = Ballaststoffe!) Der Prinz düste noch schnell in den nächsten Supermarkt, um ihm Möhren zu besorgen, von denen der Kleine nun jeden Abend vor dem Schlafengehen eine bekommt. (@ Herr Norden & @ Zabor: Ich denke dann jedes Mal an unsere gute Emma…*seufz*)

Unser kleiner Herr Sonntag ist unverbesserlich: Den Löwen habe ich –halb ausgeweidet, wie er da lag – in den Müll entsorgt, dafür hat der Kleine jetzt seine neue Kuh zerlegt *augenroll* Wir lenken ihn mit Bällchen ab. Gibt es Stofftiere, die mit etwas Gesundem oder Sinnvollem gefüllt sind? Seinen blauen Gitter-Ball hat er im Efeu verloren…

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2 Kommentare zu “Der Stoffie-Killer geht um

  1. Unsere Maus bekommt zum ausgiebiegen kauen Kauwurzeln (aber nicht die, die Späne produzieren sondern Aus Erika Holz, das wird beim Kauen gummiartig) und Geweihstücke. Juna liebt diese Teile und es gibt nichts daran was schädlich sein könnte.

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