Petras Fragen # 2

Petra stellt in ihrem Blog Voller Worte regelmäßig kleine Fragen, die auf den ersten Blick einfach erscheinen, für deren Beantwortung man aber manchmal schon etwas denken und vor allem bei sich selbst hinterfragen muß.

Ich möchte diese Fragen hier für mich beantworten und euch, wenn ihr mögt, einladen, eure eigenen Antworten zu finden und sie, entweder hier oder bei Petra, als Kommentar einzustellen.

Heute fragt Petra nicht selbst, sondern läßt ihren Sohn Carsten fragen:

 Heute lass ich mal Carsten seine berühmte Frage fragen:

Was hast du für ein Auto? Und wenn du keins hast, womit bewegst du dich, wenn du dich bewegst?

Ich habe wegen der Behinderung kein Auto (mehr). Der Prinz hat einen silberfarbenen Nissan Note, klein, aber sehr praktisch und ausdauernd.

Mein letztes Auto vor dem Hallamati war ein uralter roter Ford Fiesta, der nur durch viel Rost und guten Willen noch zusammenhielt. Er hieß Moritz. Noch während ich nach der Notoperation auf der Intensivstation lag, erhielt der Prinz einen Brief von jemandem in unserer Straße, dem mein Auto zu nah an seinem Haus stand. Er schrieb dem Prinzen, ich sei jetzt ja im Krankenhaus und könne daher nicht fahren und überhaupt werde ich ja wohl eh künftig nicht mehr fahren können, daher solle der Prinz mein Auto von seinem Haus wegschaffen, es sei da im Weg. Ja, der Mann ist im ganzen Dorf genau für dieses Feingefühl und diese Freundlichkeit bekannt und beliebt.

[Sheldon *flüstert*: Ist das jetzt Sarkasmus?

Leonard: *flüstert auch* Ja.

Sheldon: Ah, gut. Danke – gespeichert!]

Der Prinz fand, daß dieser Mann, der ja meine Lage hauptsächlich mit verursacht hat, sich ziemlich weit aus dem Fenster lehne, und reagierte erst wieder, als von diesem eine Drohung der Anzeige bei der Polizei kam: er sagte freundlich, von ihm aus könne man das sehr gern von der Polizei klären lassen. Damit war schlagartig Ruhe. Die Sache erledigte sich von allein, als ich aus der Klinik nach Hause entlassen und es klar wurde, daß ich zunächst mal – wenn überhaupt – wohl nur mit einem für mich umgebauten Auto würde fahren können, und für solche Aktionen war Moritz ganz klar zu alt und klapprig. Ich schenkte Moritz also dem Prinzensohn, der damals gerade seinen Führerschein gemacht hatte und sich über das Auto sehr freute.

Um also Carstens Frage abschließend zu beantworten: Ich habe kein Auto, ich fahre beim Prinzen im Nissan mit, da sind wir sehr gut aufeinander eingespielt.  Womit ich mich bewege? Mit meinen Beinen, oder, bei längeren Strecken, mit dem elektrischen Rollstuhl. Das geht sehr gut, zumindest bei einigermaßen ebenem Untergrund. Mein Motorrollerchen wohnt inzwischen bei meinem Bruder, dort geht es ihm sehr gut, sie nutzen es viel und gerne.

Wir machen sehr viele Ausflüge und experimentieren viel und gern, wir schauen einfach, was geht (und es geht überraschend viel, wenn man sich einfach nur traut).

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