Unser kleiner Hustinettenbär

Seit einigen Wochen hatte uns der kleine Herr Sonntag etwas Sorgen bereitet, weil er hustete. Das war ein seltsamer Husten, rauhe, trockene Hustenstöße, manchmal so heftig, daß er würgen mußte. Das Wissen aus dem Heilpraktikerstudium kann ich ja nicht “zurück-wissen“, so daß das oft mal gern Kopfkino bei mir macht. In diesem Fall drehte der Kopf-Film sich natürlich um Lungen-und Herzkrankheiten.😉 Die frühere Besitzerin des kleinen Herrn Sonntag (sie hat immer noch nicht nach ihm gefragt  :(  ) hatte uns damals erzählt, er habe sich als junger Hund einmal durch einen gesplitterten Ast oder Knochen Verletzungen im Rachen zugezogen und habe dort noch Narben. Wir vermuteten zuerst, daß diese den Husten verursacht haben könnten, vielleicht waren sie gereizt durch die trockene Heizungsluft? Also schickten wir ihn nach jedem Husten in den Hof an die feuchte Luft und ließen ihn dort seinem Ball oder dem Frisbi nachlaufen, so daß er gezwungen war, tief zu atmen. Das half jedes Mal.

Ich hörte ihm das Herz und die Lunge ab. Die Lunge klang ganz normal, das Herz ebenfalls, nur die üblichen Herztöne (dub-dub, dub-dub). Die Geräusche, die ich befürchtet hatte (dub-schhh-dub) waren nicht da. (In diesem Fall wäre er auch eher sehr müde gewesen statt zu husten).

Wir überlegten, ob er eine Allergie haben könnte. Da er abwechselnd bei uns beiden schläft, jeweils die halbe Nacht, und beim Prinzen immer unter der Bettdecke, lag das nahe. Denn der Prinz hat von früher die Gewohnheit beibehalten, unter einem Federbett zu schlafen, so ein richtiges dickes „plumeau“.😀 Da klingelte es in meinem Hinterkopf (Federn–> Allergie–> Husten…?) Wir besprachen das und der Prinz zog los, um eine anti-allergische Bettdecke mit warmer Kunststoff-Füllung zu besorgen. Mit der schläft er auch sehr gut und der Husten des kleinen Hundes zog sich merklich zurück. Wir waren erfreut und erleichtert. Jedenfalls so lange, bis er wieder hustete. Diesmal verdächtigten wir die trockene Heizungsluft. Herr Sonntag zeigte aber keine große Lust, mehr Wasser zu trinken. Der Prinz fragte Tante Google, wie man einen Hund dazu bringen könne, mehr zu trinken. Die Tante schlug vor, eine ungewürzte Fleischbrühe zu kochen und diese mit einem Schuß Olivenöl zu verfeinern. Also besorgte der Prinz ein Stück Suppenfleisch, kochte es für den kleinen Herrn Sonntag (der sowieso die ganze Zeit aufmerksam in der Nähe blieb), tat einen guten Schuß „extra vergine“ hinein und gab, als die Brühe abgekühlt war, dem Kleinen eine Schüssel voll davon. Der war natürlich entzückt und atmete den Inhalt der Schüssel schnell weg. Das Olivenöl schien seinen kratzigen Rachen zu beruhigen, denn der Husten wurde wieder besser. Also doch keine Allergie…? Kurz: in der folgenden Nacht weckten uns wieder seine trockenen Hustenstöße. Also fuhren wir nach dem Frühstück mit ihm rüber zum Highlander. Der ist nicht nur Tierarzt, sondern auch Tierheilpraktiker, und erklärte uns, daß auch Hunde auf Pollen reagieren können, und derzeit sei jede Menge Pollenzeugs in der Luft, sagte er, das mache es schwer, die tatsächliche Ursache zu finden.

Wir überlegten miteinander, was wir nun gegen den Husten unternehmen könnten. In den Rachen schauen sei ohne Narkose schlecht möglich, sagte der Highlander. Ich fragte, ob das Röntgen der Lunge sinnvoll sein könnte, aber er sagte nein. Die Lunge höre sich für ihn sehr gut an, und wenn (was ich insgeheim befürchtete) sich da ein Tumor bilden wollte, dann müsste unser Kleiner mehr nach Luft ringen. Er halte das Husten für eine allergische Reaktion auf Pollen, sagte er, „und, ganz ehrlich: wenn er mein Hund wäre, ich würde jetzt erstmal gar nichts tun und die Ruhe bewahren“. Er drückte Herrn Sonntag noch eben die Analdrüsen aus, weil dieser schon wieder „Schlitten“ fuhr, gab uns drei Allergietabletten und schickte uns heim.

Die Tabletten hat unser Kleiner jeweils mit Leberwurst bekommen, eine pro Tag, und siehe da: Er hustet nicht mehr! Wir sind sehr erleichtert und merken erst jetzt so richtig, wie sehr wir uns um ihn gesorgt haben. Natürlich, wenn man es sachlich betrachtet, ist es so: Ein Hund, der in einem Wahnsinnstempo einem Frisbi, Ball oder Karnickel nachjagt und danach kaum nennenswert außer Atem ist, hat wohl kaum ein Problem mit der Lunge oder dem Herzen😀  Aber er ist unser kleiner Mausebär und der beste Hund der Welt, und wir betrachten ihn nicht sachlich!❤

3 thoughts on “Unser kleiner Hustinettenbär

  1. Liebe Nicole. Bitte denkt auch an Lungenwürmer – die sind (leider) nicht mehr so selten, wie das gewisse Tierärzte noch der Meinung sind. Der Husten ist kurz-stossartig-wiederholend und das Tier schluckt das was rauf kommt gleich wieder runter. Und wenn ihr noch schreibt, dass seine Analdrüsen verstopft sind, dann heisst das, dass sein Stuhl zu weich ist. Die A-Drüsen werden ja erst ‚automatisch‘ entleert, wenn der Stuhl härter ist. Dünner Stuhl kann auch auf Lungenwürmer hinweisen. Sollte der Husten wieder kommen, würde ich Stuhlproben (von mind. 3 nacheinanderfolgenden Tagen) untersuchen lassen und den TA oder das Labor explizit anweisen, auch auf Lungenw. zu untersuchen.
    Dies soll nicht naseweise rüberkommen – mir kommt es einfach immer in den Sinn, wenn ich höre, dass ein Tier (unerklärlich) hustet… und weil wir das bei unserem Büsi seinerzeit auch lange nicht rausgefunden hatten. Und 2 Tierärzte auch nicht…😦
    Aber nun hoffe ich mal, dass er auch künftig nicht mehr husten muss und dass es ’nur‘ eine olle Allergie war. *daumendrück*

  2. Wie ein Tier zu Lungenwürmern kommt? Über Schnecken. Nein, der Hund (oder die Katze) muss keine Schnecken fressen, es genügt, wenn er Gras ableckt oder frisst, über welches ein infizierter Schneck drüber geschleimt ist…:-/ Es reicht schon, wenn sich ein Büsi die Pfötchen sauber leckt und vorher durch eine Wiese mit infizierten Schnecken getappelt ist.:-/
    So – jetzt geb ich aber wieder Ruhe.😉

  3. Ach ja, das liebe Vieh … Wir haben Madame ja auch zum rheingaubesten Tierdoc (der seit vielen Jahren unser Haus- und Hofarzt ist) geschleppt, weil sie mehr als gewohnt trank und spuckte – also ein geriatrisches Blutbild machen lassen. Und was hat sie? Nichts. Trinkt wieder normal, frisst unauffällig … aber wir haben uns wirklich Sorgen gemacht. Und waren doch sehr erleichtert, dass es „nichts“ war. So ist sie einfach nur unsere etwas zickige, aber gottlob kerngesunde Neuroticat …

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