Diskutiere nie mit Idioten.

*seufz*

my darlings,

inzwischen sollte ich es – nach vielen schrägen und nervigen Erlebnissen – eigentlich gelernt haben: daß die Auktionsplattform mit den bunten Buchstaben voller beknackter Menschen steckt. Heute Nachmittag hatte ich wieder mal eine Begegnung der dritten Art, zum Glück nur telefonisch.

Hintergrund: Betsy ist tot. Betsy war unsere Spülmaschine (Hubert, mein Physiotherapeut, nannte sie immer „Frau Siemens“, wenn sie bedächtig brummend und plitschernd die Therapiestunde begleitete.) Kurz: gestern Nachmittag erlitt Betsy wohl einen Herzinfarkt, denn von jetzt auf nachher verstummte sie und seitdem ist sie tot. Tot und still.

Nach kurzer Konferenz waren der Prinz und ich uns einig: Einen Reparaturdienst wollten wir nicht rufen, denn für einen Haufen unnötiger und überteuerter Ersatzteile ist uns das Geld dann doch zu schade. Eine Spülmaschine brauchen wir aber leider, da ich einpfotig kein Geschirr spülen kann.

Auf der Kleinanzeigenseite von Ibääh fand ich sie dann: eine neue Spülmaschine, unterbaufähig, sauber und fit, wegen Umzugs Mitte April abzugeben, guter Preis, nicht weit von hier. Es war eine Handynummer dabei. Ich rief gleich an und hatte einen älteren Mann dran, der Stimme nach zu urteilen. Ich erklärte ihm unsere Situation und fragte, ob die Maschine noch zu haben sei, wir wollten sie gern kaufen. Ja, sagte er, sie sei noch zu haben, er wolle aber gern eine „Sicherheit“ haben, dass wir sie wirklich abholen kämen, „ nicht, dass Sie dann nicht kommen und mich sitzen lassen“. Verständlich – ich habe selbst meine Erfahrungen mit Makulatur-Abhol-Zusagen von Ibääh-Käufern. Ich versicherte ihm also, dass wir die Spülmaschine auf jeden Fall wollten.

„Jaaa… das ist mir aber nicht sicher genug“, sagte er. „ Ich möchte gern eine Sicherheit von Ihnen.“

„Kein Problem“, sagte ich, geben Sie mir Ihre Mailadresse, dann schicke ich Ihnen die Zusage, dann haben Sie es schriftlich.“

„Schriftlich… das ist ja ganz nett – aber das ist mir nicht sicher genug“, kam zurück. Ich biß beinahe in meinen Schreibtisch und atmete tief durch.

Was genau stellen Sie sich denn vor, daß ich tun soll?“ fragte ichgeduuuuuldig. „Sie haben meine mündliche Zusage und ich biete sie Ihnen auch schriftlich an. Was soll ich noch tun?“

„Jaa.. ich weiß nicht – was Sicheres“, sagte er ungeduldig. Ich wurde langsam sauer, denn offensichtlich hatte er selbst keine Ahnung, was er eigentlich wollte. Ich versuchte aber, freundlich und sachlich zu bleiben – nicht jeder kann was dafür, ein Idiot zu sein.

„Also“, sagte ich, nachdem ich tief durchgeatmet hatte. „Sagen Sie mir bitte, wie ich ihnen in dieser Situation, hier am Telefon, versichern kann, daß wir unter den vielen Spülmaschinen bei Ibääh wirklich Ihre kaufen möchten? Was stellen Sie sich vor? Was genau möchten Sie?!“

Da sagte dieser Knallkopp doch tatsächlich: „Ja – denken Sie sich was aus!“

Damit war bei mir das Maß voll. Ohne ein weiteres Wort legte ich auf.

Wenn ich eins gelernt habe, dann, daß es Zeit- und Kraftverschwendung ist, mit Idioten zu diskutieren. Okay, er mag schlechte Erfahrungen gemacht haben, da steht die Vorsicht ihm zu. Aber ich trenne meine schlechten Erfahrungen der Vergangenheit auch von den Menschen, mit denen ich in der Gegenwart zu tun habe.

Der Prinz kam rein, sah mein Gesicht, ich erzählte ihm, was passiert war. Er schüttelte nur den Kopf.

„Na, da waren ja noch mehr interessante Angebote“, sagte er.

Dieser Gedanke muss auch dem Verkäufer gekommen sein, denn – siehe da – plötzlich klingelte mein Handy. „Boah nee, ich bin zu sauer auf den Deppen, wenn ich jetzt mit dem rede, geht das nicht gut“, sagte ich. Also nahm der Prinz das Gespräch an. Und schau an – ich schloss aus dem, was ich vom Prinzen hörte, daß der Idiot wohl plötzlich genug Höflichkeit aufzubringen in der Lage war, daß er mit dem Prinzen einen Abholtermin vereinbarte.

Bis Mitte April spülen wir nun also mal wieder mit der Hand, wie in alten Zeiten. Ganz easy: ich spüle das, was sich einpfotig spülen läßt, der Prinz übernimmt das, was sich mir verweigert und wegflutscht. Und dann fahren wir zu dem Verkäufer und holen die Ablösung für unsere treue Betsy. Siehste – man muß Trollen nur den Nährboden entziehen und ihnen zeigen, daß man sich von ihnen keine Energie abfressen läßt. Und schon ist Ruhe. Das hat mich das Bloggen gelehrt. 😀

PS: Ja, ich weiß, daß Mails und Faxe nicht rechtsverbindlich sind😉

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s