Schiff ahoi und der weltbeste Hund

Der kleine Mausebär und ich freuen uns sehr auf das kommende Wochenende, weil da mal keine Termine oder Verpflichtungen anstehen. Ein komplett freies Wochenende für uns drei, zum Kuscheln und Genießen.  Wunderbar. Das letzte Wochenende fand der kleine Herr Sonntag ausgesprochen scheiße, weil der Prinz, sein angebeteter Rudelchef, da von Freitagmorgen bis Samstagabend weg war. Es ist seit Jahren eine liebgewordene Tradition, daß der Prinz und sein Patensohn zu Jahresbeginn nach Düsseldorf fahren und die BOOT besuchen. Der prinzliche Patensohn ist Segler und liebt leidenschaftlich alles, was mit Booten und Schiffen zu hat. Er ist jetzt 17 und ein durch und durch bezaubernder junger Mann (waaah – ich klinge so alt, wie ich mich fühle😀 Die zwei freuen sich jedes Jahr sehr auf diesen Tag und werfen sich dafür richtig schick in Schale, mit Anzug, Krawatte und Einstecktuch für die Brusttasche, denn dann lassen die Aussteller einen auch die fetten Luxusyachten besichtigen. Die dickste Yacht in diesem Jahr war laut Prinz 45 Meter lang und hatte, soweit ich im Prospekt sehen konnte, Zimmer so groß wie Ballsäle und eine riesige Edelholz-Außenterrasse vor dem Schlafzimmer. just… wow. Bei manchen dieser Yachten kostet, wie der Patensohn sagte, „Der Meter Länge eine Million.“ Die kann man auch nur mit vorheriger Terminvergabe oder guten Beziehungen besichtigen. Otto Normalsegler kommt da nicht ran. Ich war einmal mit dem Prinzen auf der BOOT und fand es toll. Das muß vor 2013 gewesen sein, denn da lebte der Naturfilmer und Taucher Hans Hass noch, der damals auf der BOOT einen Vortrag hielt und den ich für die dpa interviewen sollte, für die ich damals noch arbeitete.

Da der Patenjunge in der Bonner Region wohnt, fuhr der Prinz gleich am Freitag nach der Arbeit hin und übernachtete dort. Am Samstagmorgen fuhr er dann nach dem Frühstück ausgeruht mit seinem Kumpel zur BOOT. Die Messe schließt um 18.00 h, so daß er gegen 22.00 h hier war, nachdem er seinen Patensohn zu Hause abgesetzt hatte.

Für mich sind solche längeren Abwesenheiten des Prinzen kein ganz so großes Problem, obwohl er mir schon sehr fehlt, aber ich weiß mich immer zu beschäftigen. Aber der kleine Herr Sonntag leidet, wenn sein Chef nicht da ist. Er weiß, daß der Prinz üblicherweise gegen 18.00 Uhr heimkommt, und schaut schon ab vier Uhr dauernd aus dem Fenster, ob da nicht endlich das vertraute Auto auftaucht. Oft jault und fiept er dabei leise vor sich hin. (Das halbe Dorf kennt ihn schon, weil er immer im Fenster hängt : – )) An diesem Wochenende war das für mich besonders hart mit anzusehen, denn der kleine Hund litt stumm. Er gab keinen Ton von sich, sondern saß einfach nur stumm und ganz steif da und starrte auf die Haustür. Es war herzzerreißend. Aber er war zum Glück müde.

Da ich ja nur mit der rechten Hand „arbeiten“ kann, ist es für mich schwierig, gleichzeitig die Steuereinheit des Rollstuhls (Joystick) zu bedienen und die Hundeleine zu halten, zumal diese sich zu gerne im Rad verheddert. Deswegen hatte ich bereits vorher herumtelefoniert und für Freitag und Samstag jeweils am Nachmittag vertrauenswürdige Leute gefunden, die bereit waren, mit dem kleinen Herrn Sonntag an der Leine mit mir eine Runde durchs Dorf zu drehen. Am Freitag ging S. mit, die Frau unseres Buchhändlers, der zum Glück hier wohnt (das bedeutet, daß wir bestellte Bücher entweder im Briefkasten finden oder bei ihnen zu Hause abholen können und nicht extra dazu nochmal in die Stadt fahren müssen.) S. war, wie sie sagte, noch nie mit einem Hund unterwegs gewesen, fand diese neue Erfahrung aber klasse und warf dem Kleinen unentwegt sein Bällchen übers Feld, so daß er sich richtig gut auslaufen konnte. Fasziniert war sie davon, wie gründlich Herr Sonntag vor jedem Pinkeln prüft, ob auch alles genau stimmt: Die Windrichtung, die Höhe und Form des zu bepinkelnden Objektes, die Bodenneigung an der Stelle… alles muß exakt stimmen, sonst darf Hund da nicht pinkeln, scheint es mir oft. Der Prinz nennt diese Prozedur immer „Doktorarbeit“. Ich erzählte S. das, und sie sagte lachend: „Es ist wie einem Mann beim Parken zuzuschauen. Bis der absolut richtige und perfekte Parkplatz gefunden ist, hat er das Auto –zigmal umgesetzt…“ Sie begleitete mich noch zurück bis zum Hoftor, und als ich mich für ihre Hilfe bedankte, sagte sie zu meiner Verblüffung:“ Ich freue mich, daß du an mich gedacht hast!“ Im Allgemeinen fürchte ich eher, den Leuten zur Last zu fallen, aber so hat noch niemand reagiert. Mich hat‘s sehr gefreut. Und der Kleine schlief gut in dieser Nacht😉

Am Samstag ging unsere Vermieterin mit. Sie haben vier Hunde, und entsprechend routiniert managte sie das mit dem kleinen Herrn Sonntag. Es machte Spaß mit ihr; wir beide mögen uns sehr. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, daß ich die beiden jederzeit anrufen kann, wenn ich ein Anliegen habe.

Als der Prinz am Samstagabend nach Hause kann, konnte sich unser Kleiner vor Glück und Freude kaum fassen. Er schlich sich dann auch in der Nacht heimlich aus meinem Bett und legte sich zum Prinzen, damit der ihm bloß nicht nochmal abhandenkommen konnte. (Wir haben da, glaube ich, den besten kleinen Hund der Welt erwischt.❤ )

 

 

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