Postskriptum: Pippis Abenteuer

Unsere Rückkehr bzw. Flucht aus dem Weihnachtsurlaub dieses Jahr am 5. Januar hat dem Pippikind noch ein etwas unangenehmes Abenteuer beschert. Besser gesagt, es war nicht unsere Rückkehr, sondern Pippis Neugier („curiosity killed the cat : – )) Schon als ich aus dem Auto kletterte, hörte ich lautes „EAO – EAO – EAO! Und hielt das zunächst für Micias Stimme. Ich ging dem Klang nach und stellte fest: das Rufen kam hinter dem nachbarlichen Hoftor hervor. In dem hübschen Nachbarhaus hat mal eine alte Dame gewohnt, die vor einigen Monaten gestorben ist. Seitdem kümmern sich zwei ihrer Nichten um das Haus, von denen die Ältere, Edith, mir öfter mal selbst gekochte Marmelade oder Rosengelee oder Traubengelee vorbeibringt. Das Katzengeschrei hinter dem Hoftor ließ mich vermuten: Edith oder Claudia, eine von beiden Nichten, war im Haus gewesen, und Micia konnte ihre Neugier nicht bezähmen und war in den Hof geschlichen. So musste es passiert sein, dass Edith /Claudia sie übersehen und eingeschlossen hatte. Unter unserem Hoftor ist genug Platz, dass die Katzen sich drunter hindurch quetschen können, aber dieses nachbarliche Tor endet eine knappe Handbreit über dem Bürgersteig. Pech für unsere nur ganz leicht übergewichtigen Damen!

Wir räumten erstmal unser Gepäck ins Haus, wo uns Micia über den Weg lief – die gefangene Katze war also wohl Pippilein *seufz* Wir hörten das Rufen bis ins Haus – Pippi hatte natürlich mitbekommen, dass wir zurück waren, und wollte unbedingt zu uns. Unser Badezimmerfenster geht in den Hof hinaus, in dem Pippi gefangen saß. Ich öffnete es und versuchte sie zu beruhigen. Half aber nichts. Ihr Jammern brach mir fast das Herz.

Deswegen startete der Prinz eine wahnwitzige Rettungsaktion; über die ich immer noch lachen muss: Ihr kennt doch sicher die riesigen blauen Plastik-Einkaufstaschen von IKEA? Wir haben so eine immer parat, entweder für das Sammeln von Schmutzwäsche oder von Pfandflaschen oder wasweißich. Diese Tasche nahm der Prinz nun, band ein Seil an die Henkel und ließ sie durch das Badfenster in den Hof hinunter. Es dauerte eine ganze Weile, bis er akzeptierte, dass Pippi da auf keinen Fall hineinsteigen und sich raufziehen lassen würde. Pippilein jammerte herzzerreißend weiter, bis ich seufzend In der Nachbarschaft herumtelefonierte, bis ich Claudias Telefonnummer hatte. Claudia war glücklicherweise daheim. Ich erzählte ihr, was los war. Sie musste ein bisschen lachen, sagte aber sofort: „Ich komme.“ Und fünf Minuten später stand sie schon bei uns im Flur. (Dorfleben ist toll.) Sie schloß das Tor auf, der Prinz fand das Pippikind in der Dunkelheit natürlich nicht, konnte aber das Geschrei hinter der Mülltonne orten. Pippi, der kleine Angsthase, kam natürlich nicht raus, sondern brüllte weiter. Es war zum Verzweifeln, so daß Claudia schließlich zum Prinzen sagte: „Ich habe sowieso noch etwas zu erledigen, ich lasse das Tor einfach auf. Wenn du sie rauskriegst, wirf mir den Schlüssel in den Briefkasten.“

Das Tor blieb also kommentarlos offenstehen. Als Pippi merkte, daß niemand mehr nach ihr rief, bequemte sie sich dann doch mal raus und stand plötzlich vor Hunger jammernd in der Küche. Ich war so unendlich erleichtert! Der Prinz fuhr schnell bei Claudia vorbei und warf die Schlüssel ein, ich rief sie nochmals an und bedankte mich – so war die Welt wieder in Ordnung. Für uns und für das Pippikind, das selbstverständlich die Nacht eng bei mir im Bett verbrachte : – )

 

 

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