Geburtstagsabend

Gestern abend waren wir also im Tivoli, um meinen vierten Geburtstag zu feiern. Ich kenne Ivo, den Chef, seit 33 Jahren (als ich 1982 hierher zog, war ich gerade mal 21 Jahre alt, spillerig und schüchtern, und Ivo war ein schmales Hemd, ein schlanker, schwarzhaariger Italiener. Heute ist er, wie wir auch, grau, zudem hat er um die Hüften ganz nett Pölsterchen bekommen – und er ist Großvater! Nach dem Essen zeigte Giovanna, seine Frau, mir ein Foto des jetzt einjährigen Enkels: Der Kleine heißt Andrea und ist blond und blauäugig, trotz sizilianischer Wurzeln. Muss wohl das keltische Erbe sein. Für mich sehen ja alle Babys gleich aus, aber der kleene Andrea ist schon ein bezauberndes Kerlchen, das sage ich nicht nur aus alter Freundschaft mit seinem Opa *fg*

Der Prinz mit seiner ekligen Vorliebe für rohes Fleisch 😛 wählte Carpaccio mit gebratenen Trompetenpilzen, ich entschied mich wie meistens dort für Gnocchi. (Info am Rande: NJOKKI, nicht „Gnotschi“ :D) Wer also in der Gegend wohnt und ein Gnocchi-Fan ist, dem sei der Koch des Tivoli sehr ans Herz gelegt, der Mann macht sie phantastisch (und mich kann man eh mit allem locken, was aus Kartoffeln hergestellt ist). Als Nachtisch machte Ivo uns einfach eine Platte mit Mini-Portionen aller Desserts auf der Karte: Tiramisu (mein persönlicher Himmel auf Erden), ein kleines Pannacotta, ein Klecks Mousse au Espresso und ein Mini-Schälchen mit Mandarinen-Sorbet („Un sorbettino“, wie Ivo liebevoll sagte). Wir waren soo satt und abgefüllt…!

Mit leisem „Boooohhhhh“-Stöhnen rollten wir heim, so unfaßbar satt, dass wir nur noch ins Bett wollten. Aber wir hatten den kleinen Herrn Sonntag ja zu Hause gelassen, damit er dort nicht den Laden zusammen bellt (@Yvonne, hast du da einen Rat für uns?). Kaum stiegen wir aus, guckte schon ein kulleräugiges Hundegesicht gespannt hinter der Gardine vor. Der Kleine hat sich angewöhnt, auf das Sofa zu springen und die Vorderpfoten auf die Rückenlehne zu stützten, so kann er auf die Straße gucken. Das tut er besonders gern, wenn unsere nette DHL-Botin klingelt, die immer einen Hundekeks für ihn in der Jackentasche hat. Gestern Nacht also guckte er auch hinter der Gardine vor, kapierte sofort, dass wir es waren, und flitzte mit einem begeisterten Bellen davon in Richtung Haustür. Der Prinz lief schnell vor und öffnete die Tür, ich hörte schon von Weitem das glückliche Fiepen und Bellen des Kleinen und das liebevolle Lachen des Prinzen. Schon kam aus dem Hoftor ein kleiner hellbrauner Blitz geschossen, der sich in vollem Galopp an mich warf. Das ist einer der großen Vorteile des kleinen Herrn Sonntag: Mit seinen gerade mal sieben Kilo kann er mich voll anspringen und ich komme kein bisschen aus dem Gleichgewicht.

Der Prinz hatte vorher noch Fleischwurst besorgt, davon bekam der kleine Hund jetzt ein richtig großes Stück als Belohnung fürs Alleinbleiben. Das hat er scheinbar gut raus inzwischen, dass wir auf jeden Fall immer wiederkommen und dass er dann etwas ganz Leckeres zur Belohnung bekommt.

Soweit also war das ein ganz toller vierter Geburtstag. Ich habe in der Nacht von den leckeren Gnocchi geträumt 😀

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4 Kommentare zu “Geburtstagsabend

  1. Hi Liebes,
    schön, so Positives von Dir zu lesen.

    Was euren kleinen Herrn Sonntag betrifft: es ist immer schlecht, so etwas pauschal zu beantworten, ohne überhaupt die Situation live zu sehen.
    Das Bellen im Restaurant kann mehrere Ursachen haben. Und daher ist es wichtig, sich dieses dann wirklich im Kontext anzuschauen.
    Es kann z. B. aus Unsicherheit heraus geschehen. Weil ihm die Menschen zu viel sind, etc.

    Es kann aber genausogut sein, dass er euch einfach nur verar…t und er empört ist, warum bitteschön ER jetzt gerade nicht im Mittelpunkt steht. Unerhört!!!
    Wenn man bei letzterem Verhalten dann etwas zum Knabbern zur „Ablenkung“ mitnimmt, kann das völligst kontraproduktiv sein. Immerhin hätte das Flohtaxi dann ganz klar seinen Kopf durchgesetzt und gelernt: „Okay, wenn ich nur laut genug Radau mache, gibt’s was Leckeres für mich.“
    ER hätte in dem Fall gesteuert, nicht IHR!
    Nicht gut.

    Von daher rate ich euch wirklich, wirklich dringend dazu, diese Problematik mit einer oder zwei Hundetrainer-Stunden abzuklären. Mehr braucht’s da nicht zu. Denn die Aufgaben, die euch der Hundetrainer geben wird (je nach Problem-Ausrichtung), müsst ihr eh selbst erledigen. Da muss der dann nicht mehr dabei sein.

    Ganz liebe Grüße und nen Kuss
    Yvonne

  2. Ach und noch was:
    Anspringen ist kein in einem Hunderudel geduldetes Zeichen von Freude!
    Anspringen ist einfach nur respektlos.

    Mag ja sein, dass es einem nix ausmacht… wenn die Pfoten gerade trocken und sauber und die Hose eine Jeans ist.

    Lass ihn das aber mal machen, wenn Du feinen Zwirn am Leib trägst.
    Oder er mit verschlammten Pfoten meint, Dich derart „zu begrüßen“.
    Oder wenn Du evtl. mal grad etwas wacklig auf den Beinen bist.

    In einem Hunderudel wirst Du niemals erleben, dass das Leittier von seinen Rudelmitgliedern angesprungen wird. Das würde das untergebene Tier nur EIN Mal tun.

    Anspringen ist ein No-Go, dass jeder Hund bereits im Welpenalter gelernt haben sollte. Kann man aber auch noch nachträglich antrainieren.

    Nur mal so nebenbei: der Hund weiß weder, ob seine Pfoten dreckig sind. Oder ob Du heute „die feine Hose“ trägst. Oder ob er die „Oma von nebenan“ nicht so anspringen darf. Oder ein Kleinkind (da reichen 7 kg zum Umschmeißen). Oder auch wie groß und schwer er selbst ist.

    Bsp.: der Welpe meiner Schwägerin wog mit 9 Wochen bereits 10 kg. Total niedlich, flauschig, tapsig – ein Knuddeltraum.
    Dieser Knuddeltraum wird ausgewachsen ca. 85 kg wiegen.
    ER wird es aber nicht wissen und nicht unterscheiden.
    Daher: er muss JETZT lernen: Anspringen – NoGo!

    Du schriebst mal, dass sich ein Hund (weiß nicht mehr, welcher es war), sich bei der Begrüßung so auf den Boden warf.
    Mag sein, dass sich das für Dich unmenschlich anfühlte. UnMENSCHlich ist das auch. Allerdings NICHT unHUNDisch. DAS ist nämlich eine Art von Reaktion, wie Hunde reagieren, wenn der Rudelführer nach Hause kommt.
    Meine Faye macht das immer, auch begleitet von Fiepsen und Freude.
    Sandro schmust sich um unsere Beine herum, wenn wir heim kommen.
    Beides unterschiedliche Reaktionen, aber beide HUNDisch.

    Großes Problem sehr oft: WIR wollen mit dem Hund „auf Augenhöhe“ agieren und ihn als „gleichwertig“ ansehen.
    Der HUND mag was anderes: einen eindeutigen Platz im Rudel, in dem er eine klare Struktur hat, die ihm das gibt, was er am meisten braucht: Sicherheit. Keine gleiche Augenhöhe. Das verunsichert ein Rudeltier.

    Bussiiii

  3. Gerne.
    Hatte ich den „Klugscheiß-Modus“ eigentlich schon „off“ geschaltet?
    Nicht?
    Dann jetzt.
    * * * klick * * *
    😉

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