Herr Sonntag dreht auf

Gestern Abend hat unser kleiner Herr Sonntag uns so beeindruckt, dass wir Tränen lachten: Wir waren unterwegs zu unserer üblichen Abendrunde durchs Dorf, damit der kleine Herr Sonntag nochmal gut pinkeln und sonstiges erledigen kann. Anderen Hunden gegenüber ist er eigentlich sehr souverän, er ignoriert sie, wenn sie ihn nicht anblaffen (dann blafft er zurück).Viele Leute hier im Dorf haben natürlich Hunde, die meist im Vorgarten oder Hof sind und sich zu Wort melden, wenn Leute vorbeigehen. Da kann man einen ganz hübschen Schrecken bekommen, wenn hinter einem hohen Hoftor urplötzlich lautes Gebell explodiert : – )))

Der kleine Herr Sonntag ist ja ein sehr zierlicher und schlanker Hund, ein gaaanz ruhiger und stiller Zeitgenosse. Der Windhund-Anteil ist nicht nur in seinem Äußeren, sondern auch in seinem Wesen sehr stark vertreten, er ist ein richtiges Sensibelchen.

Gestern Abend nun kamen wir, wie immer auf dieser Runde, an dem Haus vorbei, in dem Zoé wohnt, eine riesige gelbe Deutsche Dogge. Zoé ist sehr wachsam und verwarnt streng alle Spaziergänger, die zu nah ans Haus geraten. Da sie Herrn Sonntag noch nicht kannte, kam gestern Abend dazu, dass sie ihm erstmal erklären musste, wem das Territorium in dieser Gasse gehört. Zoé ist beeindruckend riesig und hat eine entsprechend laute und tieftönende Stimme. Zu unserer Überraschung fuhr unser Kleiner zur Höchstform auf, hängte sich mit all seinen gewaltigen sieben Kilo ins Brustgeschirr und bellte zurück – mit einer für seine geringe Größe verblüffend dunklen und rauhen Stimme. Er kriegte sich kaum noch ein. Wir waren sehr beeindruckt. Ein paar Häuser weiter kam der Hammer: da wohnt unser guter Freund Memnok, ein gewaltiger schwarzer Neufundländer, eigentlich eine Seele von Hund, den wir sehr mögen und der vor zwei Wochen sieben Jahre alt wurde. Normalerweise, wenn wir vorbeikommen, wogt die schwarze Masse mal ans Gartentor, zum Schmusen und Kraulen und um etwa drei Liter Sabber abzulassen. (Ich nenne ihn „Großer“, seine Besitzerin sagt liebevoll „Dicker“ zu ihm.)

Memnok kannte Herrn Sonntag ebenfalls noch nicht, so staunte unser Kleiner nicht schlecht, als hinter dem Gartenzaun in der Dämmerung plötzlich ein tiefer, lauter Bass loswummerte: Memnok war irritiert über den Geruch eines neuen Rüden im Gebiet Es klang wie Wacken : – ))) Aber Herr Sonntag fasste sich schnell: Er stellte sich mit den Vorderpfoten am Zaun hoch und blaffte zurück, in Maschinengewehr-Geschwindigkeit, so dass Memnok kaum noch ein Wort dazwischen kriegte. Je lauter und wütender unser kleiner Sonntag ihn beleidigte, desto stiller wurde Memnok hinter seinem Zaun. Seine Verblüffung war deutlich zu spüren. Als keine Antwort mehr vom Bass kam, wurde auch der wütende Herr Sonntag still und ließ sich von uns weiterziehen, wobei er noch immer leise Beleidigungen vor sich hin knurrte (ich glaubte, das Wort „Bettvorleger“ herauszuhören) Schnell flüsterte ich noch ein „Gute Nacht, Memnok, nimm’s ihm nicht übel“ über den Zaun, aber ich fürchte, ich habe es jetzt  bei dem Großen verschissen 😀 Und: Ich glaube, Herr Sonntag ist in Wirklichkeit Bruce Willis. Oder Chuck Norris!

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