Züchter-Gespräch: Elo

Als ich kürzlich über unsere Überlegungen “Hund vom Züchter oder Tierheim-Hund“ schrub, erklärte Yvonne hier in ihrem Kommentar, dass man beim Züchter auch tolle erwachsene Hunde bekommen kann, und Andrea schrieb dazu, dass ihr diese Idee gefiele.

Der Prinz und ich dachten tatsächlich über diese Alternative nach und haben, daraus resultierend, eine sehr nette und sympathische Züchterin kennengelernt. Denn schon seit einigen Jahren spukt uns der Wunsch nach einem Elo im Kopf herum. Der Elo ist eine recht neue Hunderasse, noch gar nicht offiziell anerkannt. Das erste Exemplar fiel uns vor einigen Jahren in der Oldenburger Fußgängerzone auf. Der Hund war so auffallend schön, dass ich die Besitzerin ansprach und sie ausfragte. Sie erklärte uns, was ein Elo ist, wie die Rasse entstand und schilderte uns das tolle Wesen dieses Hundes. Wir waren begeistert. Immer, wenn wir in den folgenden Jahren das Thema „eigener Hund“ ansprachen (für mich ist das ein Herzenswunsch seit meiner frühen Kindheit), kam unweigerlich die Erinnerung an den Elo hoch, vor allem beim Prinzen. Obwohl es mit Balou und Gina so unglücklich ausgegangen war, waren wir zu diesem Zeitpunkt immer noch auf dem Standpunkt, dass wir lieber einem bedürftigen Hund ein Heim bieten wollten (soweit sich das mit der körperlichen Einschränkung bei mir vertrüge). Trotzdem waren wir neugierig auf mehr Wissen über Elos. Der Prinz schaute nach Züchtern in unserer Nähe und fand Ute Kuhn und ihre „Elos von den kleinen Strolchen. Er rief Frau Kuhn an und fragte, ob sie bereit sei, uns etwas über Elos zu erzählen. Er schilderte unsere Situation, unsere Unsicherheit und Ratlosigkeit. Frau Kuhn lud uns kurzerhand zum Kaffee ein.

An einem Samstagnachmittag trafen wir also in Schifferstadt ein, wo uns drei wunderschöne Hündinnen (Amy, Berta und Cera) neugierig begrüßten. Alle drei sind Zuchthündinnen, die mit im Haus leben (Cera hatte schon drei Mal Junge und ist daher „in Rente“). Für Frau Kuhn war es überhaupt kein Problem, dass wir nicht für einen Welpenkauf da waren (woher hätten wir auch mal so eben 1.000 Euro nehmen sollen?), sondern erzählte uns begeistert über diese tollen Hunde. Es gibt in Deutschland nur wenige Elo-Züchter, diese sind in einem Verband mit strengen Regeln zusammengefasst, und alle kennen einander. Das finde ich sympathisch und beeindruckend.

Frau Kuhn ist mit allen Menschen, die je einen Welpen von ihr gekauft haben, noch in Kontakt. Sie organisiert regelmäßige Treffen, bei denen alle Beteiligten Neuigkeiten und Wissen austauschen können, vor allem mit den Neulingen.

Und nach dem Kaffee, @Yvonne & Andrea, riet uns Frau Kuhn ebenfalls dazu, einfach mal bei Züchtern nach einem älteren Elo zu schauen. „Es kommt immer mal vor, dass ein Hund zum Züchter zurück muss“, sagte sie, „ zum Beispiel, wenn der Besitzer stirbt oder schwer krank wird und in ein Pflegeheim muss, wohin der Hund nicht mitgehen darf.“ Deswegen, erklärte sie, unterschreibt jeder beim Kauf eines Elo-Welpen, dass der Hund im Notfall niemals ins Tierheim, sondern zum Züchter zurückgegeben wird. Das finde ich gut! Der Besuch bei Frau Kuhn war interessant und spannend. So fröhlich und sympathisch, wie sie auf dem Foto auf der Website escheint, ist sie auch. Also, ich kann es nur bestätigen: seriöse Züchter versuchen nicht, einem um jeden Preis einen Welpen zu verkaufen. Im Gegenteil, sie schauen sich künftige Käufer sehr, sehr kritisch an. Und: sie geben gern Auskunft über „ihre“ Rasse und deren Eigenheiten.

Wir haben uns tatsächlich nach einem älteren Elo umgeschaut, weil uns Frau Kuhns Hunde so beeindruckt haben. Das ist allerdings so, als suchte man einen Golf II – hat man einen entdeckt, ist er bereits vergeben, so begehrt sind die. Wir fanden Jonte, einen bildschönen, 21 Monate alten Rüden, dessen Besitzerin gestorben ist. Aber er war schon reserviert. Inzwischen lebt er im Saarland, habe ich erfahren, und es geht ihm gut. Nun ja, und dann kam ja überraschend der kleine Herr Sonntag in unser Leben geflitzt… und mit Ausnahme der Katzen freuen wir uns darüber sehr :). Um es kurz zu machen, liebe Yvonne und Andrea, die Idee, einen älteren Hund beim Züchter zu suchen, finde ich gut. Denn die sind bereits sozialisiert und haben Erfahrung im Familienleben. Das empfinde ich auch jetzt bei Domingo als so wohltuend.

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One thought on “Züchter-Gespräch: Elo

  1. Hi Liebes,

    also dieser Blog-Beitrag war doch mal so richtig 100%ig nach meinem Geschmack!
    *grins*
    Man kann sich als liebe Freundin ja den Mund fusselig reden, jajaaa, das kann man! 😀
    Aber wenn die Herrschaften sich das Ganze dann tatsächlich mal von einer Züchterin erklären lassen, scheinen die Fakten auch endlich im Großhirn anzukommen.
    *in-die-Seite-knuff*

    Es freut mich sehr, dass ihr nun wirklich einmal 1-zu-1 eine verantwortungsvolle Züchterin gesprochen und erlebt habt.
    Und – DAS sei gesagt: alles, was Du oben ausführst ist auf JEDE gute und anständige Hunderasse-Zucht zu übertragen! Auf jede. Da ist es egal, ob es Elo oder Border Collie oder Malteser ist. (Und hey: logo kenne ich Elos!)

    Wir haben für unsere beiden Aussies von zwei völlig verschiedenen Züchtern exakt diese Dinge beim „Kauf“ (hört sich so doof an) schriftlich fixiert:
    – dass die Hunde bei einer Notsituation IMMER erst wieder dem Züchter vorgestellt werden müssen,und keinesfalls ins Tierheim oder an andere Personen kommen,
    – dass der Züchter sich jederzeit nach dem Wohlergehen des Hundes erkundigen/besuchen darf
    – und, und, und….

    In einer guten Zucht leben die Hunde grundsätzlich mit im Haus, in die Familie integriert. Denn nur so kann auch eine 1A-Sozialisierung stattfinden. Zwingerzuchten sind Qualzuchten und einfach untragbar!

    Bei unseren beiden war es damals so, dass die Wunschfärbung zwar genannt werden durfte, die Züchterinnen sich aber vorbehielten, bei unpassendem Zusammenpassen (zu dominanter Charakter bei Hundeneulingen bspw.) ihr Veto einzulegen. Wir hatten Glück bzw. die Hunde die passenden Charaktere für uns. 🙂 Aber da gab es auch schon echte kleine Kanonen, die mit 8 Wochen echt alles aufgemischt haben. Mein lieber Scholli – DENEN hätte ich mich am Anfang nicht gewachsen gesehen!
    Das hat sich dann auch bestätigt, als wir uns beim jährlichen Wurf- und Welpentreffen wiedergesehen haben. (Zur einen Züchterin haben wir durch den Umzug nach Bayern keinen Kontakt mehr, zur anderen in Österreich aber noch).
    Jedes Jahr gibt es gesamte Hundetreffen – ein richtiges Fest, irre!!!
    Und zudem noch Wurftreffen, wo sich wirklich nur die Geschwister treffen. Sehr beeindruckend. DAS empfinde ich als verantwortungsbewusst, nachhaltig und alles andere als Welpenvermehrer.

    Mööönsch, jetzt hab ich wieder so viel geschrieben. Aber es ist mir wichtig, dass dieses schwarz-weiß-Denken (Züchter: bäh, Tierheimhunde: supi) überdacht wird.

    Liebe Grüße an euch alle und dicke Umarmungen!

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