Des is mer ned worschd!

Hier ist was Leckeres für

  1. Anna, mein Oldenburger Enti ❤ und
  2. b) meine herzensliebste Freundesgang da oben bei Hannover (falls ihr gerade online sein solltet)
    Es ist noch mal ein Auftritt von Bülent Ceylan, und es geht um Dialekt (Anna: und die Haaaare!!!)
    Neben herzhaftem Lachen habe ich mich beim Zuhören daran erinnert, wie das für mich war, als ich vor 33 Jahren vom tiefsten Ruhrpott in die Pfalz zog. Das Heimweh war schlimm, verschlimmert wurde es dadurch, dass ich kein Wort verstand von dem, was die Leute hier redeten. Die Aussprache verwirrte, die Grammatik entsetzte mich. Heute verstehe ich alles, ich kann mich sogar selbst einigermaßen im Dialekt ausdrücken. Ich habe den Dialekt, die Landschaft und die (meisten) Menschen hier liebgewonnen.

Nun ist Bülent Ceylan kein Pfälzer, sondern Kurpfälzer. Er stammt aus Mannheim („Monnem“), einer Stadt, in der ich 15 Jahre lang gearbeitet habe und die ich sehr gern mag. Deswegen verstehe ich ihn auch ohne Probleme, wenn er mitten im Programm in seine Heimatsprache fällt.
Als ich hierher zog, 1982 war das, da hörte ich oft: “Aus dem Ruhrgebiet kommen Sie?! Ach Gott, Sie Arme – da sind Sie bestimmt froh, dass Sie jetzt hier leben, gell?“
Ich fand recht schnell heraus, woher dieses Mitleid stammte: Damals liefen die „Schimanski-Tatorte“, die fast ausnahmslos an dunklen, regenverhangenen Tagen oder in der Dämmerung im Duisburger Hafen gedreht worden waren. Und nun glaubten alle Pfälzer, die den „Tatort“ schauten, das Ruhrgebiet sei das, was sie da auf ihren Fernsehschirmen sahen. Meine Erklärungen, dass das Ruhrgebiet auch sehr schöne Naherholungsgebiete mit Wäldern und Wiesen habe und überhaupt eine richtig tolle Gegend sei, nahmen sie mit erheitertem Unglauben auf.
Umso mehr hab ich diesen Auftritt von Bülent Ceylan genossen, in dem er (einem Hannoveraner!)  den Monnemer Dialekt erklärt. Habt Spaß!

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Ein Kommentar zu “Des is mer ned worschd!

  1. sehr schönes Video. 🙂

    so Dialekte verstehe ich ja, nach kurzer Eingewöhnung, relativ gut.
    Bis auf das eine Mal vor 25 Jahren als ich im Schwarzwald an der Tankstelle nach einem Wasseranschluss fragte um den Frischwassertank im Wohnmobil aufzufüllen. Irgendwann nahm mich die gefühlt 100 Jahre alte Chefin an die Hand und hat mich an den Schlauchanschluss im Hof gezogen … 🙂

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