Frau Lakritze empfiehlt zwei Bücher

Zwei Bücher haben mich in der letzten Zeit begeistert, Ihr Lieben, und die möchte ich euch gern vorstellen:

  1. John Cleese: So, anyway:
    Das ist die Autobiographie des wohl bekanntesten der Monty Pythons. Für Python-Fans toll zu lesen. Cleese erzählt von seiner Kindheit und Jugend (die Familie hieß tatsächlich „“Cheese“ damals, sein Vater änderte den Namen, weil John in der Schule deswegen sehr gehänselt wurde). Er berichtet über sein Jurastudium in Cambridge (sofort erschien vor meinem inneren Auge der Anwalt Archie Leash aus „ A Fish called Wanda“) und erzählt, wie er über die Theatergruppe der Uni nach und nach die anderen Pythons kennenlernt und die berühmte TV-Show langsam aus einer Radiosendung heraus entsteht. Natürlich fehlt auch die Geburt von „Fawlty Towers“ nicht. Besonderer Leckerbissen: Cleese beschreibt die Entstehung des legendären „Dead Parrot Sketch“! Über die Enthüllung, dass der Papagei ursprünglich als Hund geplant war, musste ich sehr lachen: Die Vorstellung, dass Cleese beispielsweise einen toten, steifen Zwergpudel auf den Tresen kloppt („this dog has kicked the bucket,it has hopped the twig, it has ceased to be, it is no more!“) ist einfach zu schräg (wenn auch für mich die Vorstellung eines toten Zwergpudels sehr erheiternd ist ; – )) Fazit: Wunderbar schräg, trocken und very british – absolut lesenswert! Man kann Cleese beim Lesen förmlich sprechen hören.
  1. Kai-Eric Pfitzner: Willkommen im Meer:
    Geschichte hinter dem Buch: Auf dieses Buch bin ich durch einen Beitrag in Maximilian Buddenbohms Blog aufmerksam geworden (Ich finde den Beitrag dort leider nicht mehr, sorry!) Mit diesem Roman verbindet sich eine besondere Geschichte, möglicherweise kennt ihr sie bereits, denn sie hat, vor allem auf Facebook, großes Aufsehen erregt. (Da ich mich schon seit geraumer Zeit kaum noch auf Facebook aufhalte, ist mir die Geschichte entgangen.) Der Autor des Buches, Kai-Eric Pfitzner, kam kurz vor seinem 45. Geburtstag mit Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus. Nach seiner Entlassung erlitt er zu Hause einen Schlaganfall, der seine rechte Körperhälfte lähmte und ihn ins Koma warf. Kai-Eric hatte bereits einige Jahre zuvor den Roman „Willkommen im Meer“ geschrieben und ihn per Selbstverlag veröffentlicht. Seine schwere Erkrankung brachte seine Familie in finanzielle Schwierigkeiten, da ja nun sein Gehalt fehlte. Seine Frau berichtete über seinen Facebook-Account über die Probleme und bat seine Kontakte, das Buch zu kaufenund ihren Aufruf zu teilen, denn die beiden haben drei Kinder und sie wusste finanziell nicht mehr weiter. Die Leute auf Facebook teilten diese Bitte so oft, dass die Verkaufszahlen des Buches raketenartig in die Höhe schossen (von Platz 60.000 auf Platz Eins!).Inzwischen geht es Kai-Eric besser, er ist aus dem Koma erwacht, wie seine Frau auf Facebook berichtete. Die Sächsische Zeitung erzählt diese bemerkenswerte Geschichte hier genauer.

Das Buch: Ohne zu wissen, worum es in dem Roman geht, hatte ich mir die E-Version auf mein Kindle geladen, nachdem ich die Geschichte bei Maximilian gelesen hatte. Und stellte beim Lesen entzückt fest: Die Handlung spielt in Oldenburg! In meiner liebsten deutschen Stadt!

Hauptperson und Erzähler ist Tim Schäfer, ein junger Lehrer, der nach dem Studium seine erste Lehrerstelle an einem Oldenburger Gymnasium antritt. Dort passt den alten Paukern und dem Schulleiter seine unangepasste Art nicht. Sie versuchen ihn loszuwerden, durch – jaaawooohl – Mobbing. Schaffen sie natürlich nicht, denn Tims Schüler mischen da auch noch mit.

Was mir an dem Roman besonders viel Freude gemacht hat: Mit Tim Schäfer durch Oldenburg laufen und vor Heimweh seufzen: Eversten Holz, der Schlosspark, Pulverturm, Lange Straße, Achternstraße, Wall… *seufz*   Da wir in diesem Jahr nur Ostern “oben“ waren, wollen wir zumindest zusehen, dass wir noch Weihnachten/Neujahr schaffen. (@Ente: Woyton?!)

Wie immer, wenn ich über Bücher schreibe: ich habe zwar zum Online-Großhändler verlinkt, aber bitte denkt an euren lokalen privaten Buchhändler!

 

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