Balous Einzug Teil 2

Der Balou-Einzugstag gestaltete sich – wegen unserer Unerfahrenheit in der Hundeerziehung – noch ein bisschen aufregend für uns alle, aber dank meiner Freundin Yvonne haben wir das gut hinbekommen: Irgendwann hörten wir aus dem Wohnzimmer ein aufgeregtes Bellen und Jaulen. Als wir nachschauten,stand Balou vor der Couch und kaute hastig und gierig etwas Braunes, aus seiner Schnauze guckte Stanniolpapier. Da hatte der kleine Scheißer doch tatsächlich ein Stück Schokolade entdeckt und es samt Verpackung zu verschlingen versucht – mea culpa in diesem Fall, Süßkram kann nur von mir stammen!

Der Prinz und ich gerieten gleichermaßen etwas in Panik. Der Prinz hatte gelesen, dass Schokolade Gift für Hunde ist (was stimmt) und ich sah wegen des harten Stanniols schon perforierte Darmwände und Einblutungen in den Bauchraum vor mir (das Heilpraktiker-Studium ist noch sehr lebendig : -)). Der Prinz versuchte, Balou das Zeug wegzunehmen. Aber der Kleine ist ein Mittelmeerhund und hat immer um sein Essen kämpfen müssen, so kassierte der Prinz einen Biss in die Hand. Da er seit dem Herzinfarkt vor zwei Jahren Blutverdünner nimmt, hörte das auch erstmal nicht auf zu bluten. Der Prinz verband sich und ich erzählte das über Facebook Yvonne, die zwei Hunde hat. Ihr Rat: Balou bekommt Essen nur aus der Hand und nur gegen Leistung, also „Sitz“ oder „Platz“. Auf große Sünden wie Schnappen nach uns oder Katzenjagen steht die Höchststrafe: Ausschluss aus dem Rudel, also Auszeit vor der Tür.

Balou, das war deutlich zu sehen, schämte sich schrecklich. Er wusste genau, dass er den Prinzen nicht hätte beißen dürfen. Wie wir von den Pflegern im Tierheim wissen, ist er wegen genau solch einer Aktion schon einmal ins Heim zurückgebracht worden. Davor hatte er jetzt ganz offensichtlich große Angst. Er schlich dem Prinzen auf Schritt und Tritt nach. Sobald sich der Prinz setzte, schmiegte sich Balou an sein Knie uns schaute ihn so flehend an, dass dem Prinzen das Herz schmolz. Dazu leckte der Kleine noch verstohlen über den Verband, als wolle sagen „Tut mir wirklich leid!“ Es war herzerweichend. Es dauerte mehrere Stunden, bis Balou sich beruhigt hatte und glauben konnte, dass wir nicht planten, ihn deswegen ins Tierheim zurückzugeben ( zumal der Fehler ja bei uns und unserer Unerfahrenheit lag). Das Füttern aus der Hand klappte dann allerdings hervorragend, Balou tat alles, was wir wollten, und ich konnte ihm sogar den Napf beim Fressen wegnehmen, ohne dass er sich muckte.

Kurz darauf allerdings lief eine arglose Pippilotta durch die Küche. Balou tickte aus und stürzte sich mit Kriegsgeheul auf sie. Das Pippikind war natürlich schneller. Wir auch – Balou saß in Nullkommanix vor der geschlossenen Haustür im Hof (das ist ein Bereich, der immer im Schatten liegt, wegen des riesigen Hoftores, bei der Hitze also recht angenehm). Nach einer halben Stunde ließen wir ihn wieder rein. Er war so klein, dass er unter dem Teppich hätte Trampolin springen können. Wir waren genauso froh wie er, dass er wieder drin war (aber das musste er ja nicht wissen ; – )). Die Strafe wirkte jedoch – als Pippi ihn später von oben die Treppe hinab beobachtete, tat er verlegen so, als sähe er sie gar nicht. Nun, das mit den Katzen klappt noch nicht so gut, aber er hat gelernt, dass die beiden tabu sind. (Klugscheißer-Einwurf: „tabu“ stammt von dem hawaiianischen Wort „kapu“, das bedeutet „verboten“ und wird auf der ersten Silbe betont.: – ))

In einer halben Stunde, um 12.00, kommt die Hundetrainerin, die das Tierheim uns spendiert hat, dann gehen wir das an. Bericht folgt!

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