Unterwegs…

Am vorletzten Wochenende war das Sechswochenamt für den Prinzenpapa. Bei dieser Gelegenheit hat der Prinz die Rechnung für das Ausräumen der prinzenelterlichen Wohnung beglichen. Erledigt hat das – liebevoll und sorgfältig – der Inhaber eines Sozialkaufhauses in der Region. Er hat auch die Teppichböden entsorgt (zwei Lagen Teppich, darunter eine Lage Linoleum). Dieser Mann ist ein ungemein liebenswerter und freundlicher Mensch, der die Dinge, die er aus den Wohnungen herausholt, nicht nur sehr günstig an bedürftige Menschen weitergibt, sondern wenn er sieht, dass da jemand wirklich in Not ist und kein Geld hat, dann gibt er auch schon mal ein Möbelstück für einen Euro her. Also ein ganz Lieber. Er hat die Ladenfläche eines früheren Supermarktes angemietet, und dort stehen nun ganz viele herrlich altmodische Möbelstücke (auch das vertraute blauweiße Sofa der Prinzeneltern, auf dem ich so viele Mittagsnickerchen gehalten habe, während der Prinz nebenan dem Papa etwas am PC bereinigte („ Mensch, Papa, was hast du hier denn wieder runtergeladen?“… „Ach ja, da kam so ein Kasten, da hab ich „Ja“ geklickt….“ ❤ Ich vermisse den Prinzenpapa sehr!)

In dem Laden stand auch ein Klavier aus wunderschönem rotem Holz *seufz*

Jeden Tag, wenn Alfred, der Inhaber des Sozialkaufhauses, zur Arbeit fährt, kauft er beim Bäcker im Nachbardorf Kuchen ein. Im Laden kocht er erstmal Kaffee und deckt einen der Küchentische, die da herumstehen (Kaffeemaschinen und Geschirr sind ja auch genug da). Kunden, die ihm sympathisch sind, bietet er gern Kaffee und Kuchen an, so netterweise auch uns. Der Alfred ist ein ganz bezaubernder Mensch. Mitarbeiter rekrutiert er einfach unter Leuten, die in Not sind und einen Arbeitsplatz brauchen. Das sind nicht nur Männer zum Möbelschleppen, sondern auch Frauen, die die viele Kleidung auf Kleiderständer ordnen, das Geschirr spülen und auf den Verkaufstischen anordnen usw. Ich habe ja eine Schwäche für Zeugs aus den 50er und 60er Jahren – ich hätte mich da totkaufen können! Irgendwann möchte ich gern mal einen antiquarischen Buchladen aufmachen, da hätte ich bei Alfred schon den Grundstock für den Laden einkaufen können… na, mal sehen, wann und wo ich das mache, jedenfalls nicht hier in Worms (die Wormser sind sehr schwerfällig damit, Neues anzunehmen).

Der Prinz und ich gingen noch einmal zum Abschied durch die jetzt leere Wohnung, in der unsere Schritte merkwürdig hallten. Ein bisschen melancholisch waren wir schon, und ich bin froh, dass ich diese Aktion in der Wohnung meiner Großeltern nicht miterlebt habe. Ein kurzer Abschiedsbesuch auf dem Friedhof beschloss den Nachmittag. Der Prinz möchte den Steinmetz beauftragen, auf dem Grabstein, der die Form eines aufgeschlagenen Buches hat, Papas Daten noch hinzuzufügen. Jedenfalls sind die Prinzeneltern nun wieder zusammen, das finden wir beide schön und beruhigend.

Am Vatertag waren wir wandern! Es war Donnerstag und wir waren auf dem Donnersberg, da, wo wir vor einigen Jahren unsere ersten Geocaching-Erfahrungen gesammelt haben. Das Wetter war gut, aber für mich war es ganz schön mühsam, vor allem das Gehen auf geschotterten Wegen ist schlimm für mich, da reicht oft schon ein einziger höher liegender Stein aus, wenn mein linkes Bein ermüdet ist, und der Fuß knickt um, trotz der knöchelhohen Lowa-Schuhe. Bergab gehen ist ebenfalls sehr schwer für mich, da brauche ich die Hilfe des Prinzen noch. Aber ich war am Abend nicht nur total müde, sondern auch sehr stolz : – )) Hey, es wird immer besser! Und rein zufällig führt uns der Rückweg immer wieder bei unserer Lieblings-Eisdiele vorbei, der Casa del Gelato in [drei Dörfer weiter]. Leider müssen wir da dann Spaghetti-Eis essen, so ein Drama aber auch. furchtbar, nicht?

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2 Kommentare zu “Unterwegs…

  1. Ach, liebe Frau Lakritze – so Menschen wie den Herrn Alfred gibt es leider immer weniger und eh schon zu wenig. Sie haben das so schön beschrieben, daß ich quasi mit Ihnen durch den Laden gestiefelt bin und mich hier und da umgeschaut habe, ich liebe eh so Trödel- und Krimskramslädchen, wenngleich ich auch nicht so auf die 50er/60er-Jahre stehe. 😉
    Glückwunsch zu dem weiteren Etappensieg der Wanderung von sicher noch ganz vielen, die noch kommen werden! Stellen Sie sich vor, in unserem Dorf gibt es gleich zwei strategisch sehr günstig, äh…ich meine natürlich, extrem ungünstig liegende Eisdielen… Liebe Grüße!

  2. Oooch, Frau BuZ… in was für einem schrecklichen Ort müssen Sie denn ihr Dasein fristen?! Gleich ZWEI Eisdielen in der Nähe? Näää, dat is ja fuuuurchbaa! : – ))) Tja, nun wird sich ein Besuch unsererseits nicht mehr aufschieben lassen…

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