Frau Lakritze liest Bücher!

Na wow, werdet ihr denken, meine Lieben, hätten wir ja gar nicht gedacht, dass die Frau Lakritze lesen kann! Und dann noch Bücher…*grins*
Für mich ist das aber was ganz Tolles, weil: ich habe gerade zum ersten Mal seit Dezember 2011 wieder ein echtes Buch gelesen, eines aus Papier! Als ich nämlich am 15. November 2011 aus dem Koma erwachte, wusste ja niemand so genau, in welchem Zustand ich sein würde. Der Prinz war die ganzen vier Koma-Tage an meiner Seite gewesen und nun versuchte er, mit mir zu kommunizieren. Sprechen konnte ich noch nicht, weil ich noch den Beatmungsschlauch in der Luftröhre hatte (die Narbe von dem Luftröhrenschnitt ist inzwischen fast spurlos verheilt.) Es zeigte sich sehr schnell, dass ich alles, was man mir sagte, verstand. Ich erinnere mich an die Tage nach dem Aufwachen nur sehr vage, das Meiste habe ich vergessen. Ich lernte aber schnell, mit dem Prinzen schriftlich zu kommunizieren – ich krakelte fürchterlich unleserliche Hieroglyphen auf einen Schreibblock, die der arme Prinz mühsam entziffern musste : – ) der Prinz wollte mir so viel wie möglich helfen und brachte mir Bücher, die ich allerdings mit einer Hand gar nicht halten konnte, da Taschenbücher die blöde Neigung haben, immer wieder von alleine zuzuklappen – das erschwert das Lesen sehr! So kam der Prinz auf die brilliante Idee, dass ich es mal mit einem Kindle versuchen solle. Ich hatte mich vorher immer vehement gegen E-Books ausgesprochen, weil: Papierbuch ist Papierbuch, und nur das ist echt! So ein blödes Elektronik-Dings kommt mir nicht ins Haus! Nun, jetzt war die Situation eben anders. Es zeigte sich schnell: Lesen und das Gelesene verstehen, das klappte so gut wie vorher, zu meiner Freude auch mit dem Englischen. Das ist nicht selbstverständlich, denn ich lernte später einen Schotten kennen, der in Darmstadt lebte und Küster war. Er sprach fließend Deutsch, konnte aber nach dem Schlaganfall nur noch sein heimatliches Englisch/Schottisch sprechen – das Deutsche war aus seinem Gedächtnis gelöscht. Unheimlich, nicht?
Nun, wir haben eine Engländerin in der Lakritzenfamilie, die extra mit ihrem Mann aus Kanada kam, um mich zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie mir schon den Schlauch aus der Luftröhre gezogen und ich hatte langsam wieder sprechen gelernt. Nun merkte ich, dass auch das Englisch-Sprechen genauso fließend lief wie vorher, keinerlei Gedächtnisverluste – ich war so erleichtert!
Ich genoss das Kindle sehr: es wiegt kaum was und das Umblättern per Tastendruck war für mich Luxus pur – versucht mal, ein Taschenbuch nur mit einer Hand zu halten und umzublättern! , – ) Bis jetzt habe ich auch nur per Kindle gelesen (außerZeitschriften und Zeitungen). Als mein treues erstes Gerät den Geist aufgab, schenkte mir mein Onkel das Nachfolgemodell, das Paper White.
Während unseres Kurzurlaubs im Bruderhaus in der Nähe der Schwäbischen Alb entdeckte ich auf dem Remittendentisch einer Buchhandlung das großartige Buch Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof , von Bastian Bielendorfer. Der Klappentext reichte, dass ich mir beinahe vor Lachen in die Hose pinkelte und ich kaufte das Buch. Da es recht wenig wiegt, bekam ich vom Halten keine Krämpfe im Daumengelenk. Dafür ist es so sauwitzig geschrieben, dass ich viele, viele Lachanfälle bekam und sofort den zweiten Band lesen wollte: Lehrerkind: Lebenslänglich Klassenfahrt. Das war ebenfalls eine sehr, sehr gute Kaufentscheidung, obwohl ich jetzt doch wieder zum Kindle zurückgekehrt war ( Es lässt sich halt im Bett so gut lesen…)

Also, ich lese wieder Papierbücher! Das ist ein Fortschritt! Ok, die Seiten muss ich offen halten, indem ich etwas Gewichtiges quer über das Buch lege, und Lesen geht nur am Tisch wirklich gut, aber trotzdem.

Und Bastis Bücher lege ich euch sehr an‘s Herz! Brilliant, witzig, und sehr klug! Weitere Lesetipps folgen – da müsst ihr durch : – ))

PS: Und hier wieder der Service-Tipp für unsere neuen Mitleser: Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, den 18. Juli, zwischen 19.40 und 20.12 Uhr ABENDS/ zu Hause : – )

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