The Dom

Gemeint ist der Wormser Dom, Ihr Lieben, ein romanisches Prachtstück, in das jemand brutal einen knalligen Barockaltar hinein gewalttätigt hat. Nu ja, schön isser trotzdem, Stilbruch hin oder her. Ich mag den Dom.

Die Dompfarrei hat beschlossen, auf dem Gelände des Doms demnächst ein Gebäude zu errichten, das einen Gemeindesaal, ein Café und einen kleinen Laden für religiöse Artikel (Bücher, Geschenke, etc.) beherbergen soll. Inzwischen gibt es eine Bürgerinitiative (BI), die sich sehr entschieden gegen das Gebäude ausspricht. Sie halten regelmäßig Mahnwachen mit Lichterketten vor dem Dom. Ich habe diese während der vergangenen Monate hin und wieder gesehen, wenn wir mal zufällig abends am Dom vorbeifuhren. Ich habe dann immer mit Hochachtung und Bewunderung auf diese zehn tapferen Menschen geblickt, die da im eisigen, schneidenden Winterwind vor dem Dom standen, mit beiden Händen ihre Gläschen mit den Teelichtchen schützend. Bis vor Kurzem hatte diese BI auf ihrer Facebook-Seite ein prächtiges Foto, das ich hier aus zwei Gründen nicht zeigen kann: 1. Wäre das eine Verletzung des Urheberrechtes und 2. steht das Foto mit dem Ziel der BI in keinerlei Zusammenhang, denn es zeigte die Nordseite des Doms, während das neue Gebäude an der Südseite gebaut wird. Der Grund, aus dem ich aber am meisten bedaure, dass ich das Foto nicht zeigen kann, ist der wunderbare Text dazu, dem auch dieser Beitrag hier seinen Titel verdankt:

Home is, where the Dom is

Ich habe lange über diese Aussage nachgedacht. Falls der Urheber davon ausging, dass „home“ genauso gesprochen wird wie „Dom“ und dass die deutsche und die englische Sprache identische Kommaregeln haben, dann ist das Versehen durchaus verständlich. Irren ist schließlich menschlich, kann jedem passieren. Aber da gibt es ja noch das Wort „dome“  im Englischen (Dieses hat tatsächlich die gleiche Aussprache wie „home“ ,bedeutet aber „Kuppel“. So heißt zum Beispiel die Innenbeleuchtung eines Autos im Englischen „dome light“.)

Oder vielleicht war der „dom“ gemeint – der dominierende Partner in einer BDSM-Beziehung? (Der andere Partner heißt in so einem Fall „sub“, kurz für „submissive“, also unterwürfig,  devot. Nein, ich denke wirklich, der Urheber dieses Satzes glaubte, dass „Dom“ auch auf Englisch einfach „Dom“ heißt. Klingt ja schließlich genauso. Und weil das korrekte Wort „cathedral“ vom Sprachrhythmus her einfach nicht gepasst hätte.

Jedenfalls verdanke ich dieser wunderbaren Veröffentlichung der BI, dass ich jetzt endlich eine Idee umgesetzt habe, mit der ich schon lange schwanger gehe, hier. Denn solche sprachlichen Kuriositäten sehe ich bei jedem Stadtbummel, vor vielen unterschiedlichen Geschäften. Ganz nahe bei „The Dom“  gibt es ein Sportgeschäft, das „Point of Sports“ heißt. Im Mannheimer HBF gab es, als ich noch mit dem Zug zur Arbeit fuhr, ein kleines Geschäft, in dem man Getränke, Süßes, belegte Brote und andere Snacks kaufen konnte. Der Laden hieß – festhalten! – EAT CORNER. Doch, ehrlich. Ich schwöre. Ich denke bei solchen Anblicken jedes Mal: diesen Menschen muss doch jemand helfen … So wurde meine Idee geboren, die ich jetzt starte. Über den Feiertag (ist ja schließlich Tag der Arbeit ; – )) entwerfe ich den Text für einen Flyer, den mir mein wundervoller Prinz gestalten wird ❤  ( Der großartige Titel meines neuen Projektes ist auch von ihm : – )

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One thought on “The Dom

  1. Tolle Idee!

    Ich bin ja inzwischen sehr tolerant bei den Wortschöpfungen (um nicht zu sagen: Kummer gewohnt) aber bei „the Dom“ ging auch mein erster Gedanke in Richtung BDSM.

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